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Volume Sechszehntes Kapitel. Sonstige städtische Anstalten und Einrichtungen

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue1.1899 (Public Domain)

D. Projekte. 
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Der Magistrat trat der Auffassung der Stadtverordneten-Versammlung 
bei. Da die Projektirung und Ausführung eines Krankenhausbaues mindestens 
2 Jahre in Anspruch nehmen wird, und da ein für diesen Zweck passendes 
Grundstück noch nicht gefunden ist, so erschien es zweckmässig, zunächst 
auf die Schaffung eines Uebergangszustandes Bedacht zu nehmen. Der 
Magistrat schlug deshalb in einem Anträge vom 17. September 1898 
der Stadtverordneten-Versammlung vor, sich mit der Einsetzung einer aus 
3 Magistrats-Mitgliedern, 5 Stadtverordneten und 3 Bürger-Deputirten zu 
bildenden Deputation einverstanden zu erklären. Diese Deputation sollte 
folgende Aufgaben durchführen: 
1. Die vorhandenen Baracken mit verhältnissmässig geringen Kosten zu 
einem provisorischen Krankenhause derart ausbauen, dass dieses für 
die nächsten 3 Jahre den Bedürfnissen genügt, 
2. demnächst die Verwaltung der provisorischen Anstalt führen, 
3. die Anlage eines definitiven Krankenhauses vorbereiten. 
Dieser Antrag des Magistrats wurde in der Sitzung der Stadt 
verordneten-Versammlung vom 26. September 1898 mit folgendem Zusatz 
zu 1 angenommen: 
„und der Stadtverordneten Versammlung über die Kosten der Um 
gestaltung baldigst eine Vorlage zu machen.“ 
Nachdem die Stadtverordneten-Versammlung die ihrerseits abzuordnen 
den Mitglieder, wie auch die Bürger-Deputirten -— unter ihnen zwei Aerzte 
— gewählt hatte, trat die Deputation wiederholt zu Sitzungen zu 
sammen. Sie besichtigte zunächst eingehend die Baracken. Nach ihrer 
Direktive fertigte das städtische Bauamt Planentwürfe und Kostenanschläge 
in verschiedenen Ausführungen an. unter denen die Deputation dann die 
Auswahl traf. Das in Aussicht genommene Projekt sah eine Belegung mit 
60 Betten vor, von denen 24 auf die Isolirbaracke entfielen. Der aus der 
Deputation hervorgegangene Vorschlag, sich auf eine Reparatur der vor 
handenen beiden Baracken zu beschränken, wurde gegen die Stimme des 
Vorschlagenden abgelehnt. Die alten Baracken sollten vielmehr ausgebaut, 
zwischen ihnen eine Döcker’sche Baracke hineingezogen, ferner ein Mittelbau 
und eine Isolirbaracke neu geschaffen werden. Die Kosten der Veränderungen 
der bestehenden Einrichtungen, der Neubauten und der inneren Einrichtung 
wurden mit 60000 M., der Etat der Verwaltung einschliesslich aller Betriebs 
kosten, jedoch ausschliesslich eines Ansatzes für Benutzung des Grundstückes, 
für Verzinsung und Tilgung ebenfalls auf 60000 M. veranschlagt. Die 
weitere Vorbereitung der Angelegenheit überwies die Deputation einem aus 
5 Mitgliedern bestehenden Ausschüsse. Dieser sollte die erforderlichen 
Neubeschaffungen an Einrichtungsgegenständen etc., die Verwendbarkeit 
der vorhandenen Sachen und einen Etatsentwurf für die Anlage feststellen. 
Bei all ihren Vorschlägen ging die Deputation von der Ansicht aus, dass 
es sich nur um ein Provisorium von etwa vierjähriger Dauer handele 
und dass hierdurch nicht die Erbauung eines definitiven Krankenhauses 
hinausgeschoben werden solle.
	        
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