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Volume Dreizehntes Kapitel. Armenwesen, Stiftungen und Wohlfahrtseinrichtungen

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue1.1899 (Public Domain)

C. Wohlfahrtseinrichtunjjen. 
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Die Station ist in dieser Zeit von 735 Personen für erste Hilfe in An 
spruch genommen worden. 
Es befanden sich darunter 524 männliche Personen und 211 Frauen 
und Kinder. 
Den Berufsgenossenschaften gehörten 151 Personen an. 
Die Zahl der nicht der Berufsgenossenschaft angehörenden Hilfesuchen 
den betrug also 584. 
Von den 735 Fällen betrafen 142 plötzliche Erkrankungen und 593 Un 
fälle. 589 Fälle ereigneten sich während der Tagesstunden und 146 während 
der Nachtstunden, ln 490 Fällen wurde ein Honorar gezahlt, während in 
245 Fällen wegen Mittellosigkeit der Betreffenden unentgeltliche Hilfe ge 
währt wurde. 
Mit dem Krankentransportwagen der Station wurden 52 Personen be 
fördert; 30 Transporte wurden unentgeltlich ausgeführt. 
Der evangelisch - kirchliche Hilfsverein zu Berlin hat seit 
1. Mai 1895 in dem Hause Hauptstrasse 106 hierselbst eine Pflegestation 
für unentgeltliche ständige und häusliche Krankenpflege unter den Armen 
und weniger Bemittelten durch Diakonissen eingerichtet. 
Auf der Station befinden sich 10 Schwestern, welche auf Ansuchen 
jederzeit Krankenpflege übernehmen. Da diese auch der Stadt, speziell der 
Armen-Verwaltung, bezüglich der ortsarmen Kranken wiederholt und bereit 
willigst gute Dienste geleistet hatte, beschloss der Magistrat am 29. Dezem 
ber 1898 auf Ansuchen des Vereins, demselben vom 1. April 1899 ab eine 
Jahresbeihilfe von 500 M. zu gewähren und diesen Betrag in den Armenetat 
für 1899 einzustellen. 
Die Erziehungs- und Pflege-Anstalt ..Zionshilfe“, welche hier 
selbst in dem Hause Bahnstrasse 20 untergebracht ist und durch ein Kura 
torium verwaltet wird, dessen Vorsitzender der Amts- und Gemeinde 
vorsteher Schmock zu Treptow ist, dient der Erziehung und Pflege eltern 
loser Mädchen. Am Schlüsse des Berichtsjahres befanden sich in der An 
stalt 54 Zöglinge. Vergleiche hierüber auch Kapitel XII Abschnitt B. 8 a. 
Der Anstalt wird von der Stadt eine jährliche Beihilfe von 1000 M. 
gezahlt. Dafür hat sie die Verpflichtung übernommen, alle von der Armert- 
Direktion sofort unterzubringenden Kinder, sowohl Knaben als auch Mädchen, 
gegen Zahlung des üblichen Pflegegeldes ohne Weiteres aufzunehmen und 
zu verpflegen. 
Ueber die Filiale des St. Josephsheims (Erziehungs-Anstalt) vergleiche 
Kapitel XII Abschnitt B. 8 b. 
An sonstigen Wohlthätigkeits-Vereinen besteht hier noch der Zweig 
verein des Vaterländischen Frauenvereins. Vorsitzende ist Frau 
Superintendent W. Vorberg. Der Zweck dieses Vereins dürfte allgemein 
bekannt sein.
	        
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