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Full text: Nachhilfe für die Integration

NACHHILFE

für
die

INTEGRATION

Erfolgsfaktoren für das Flüchtlingsengagement in der Bildung.
Eine Umfrage unter gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen
Kita, Schule und Studium.

Zusammenarbeit mit
Hauptamtlichen

Koordination

Kinder- und
Jugendschutz

Aus- und
Fortbildung

Anerkennung und
Wertschätzung

Herausgegeben von der Vodafone Stiftung Deutschland

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Herausforderung
Niemand weiß, wie viele Flüchtlinge letztendlich in
Deutschland bleiben werden, aber eines ist sicher: ein sehr
großer Teil von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Dies ist
eine große Chance, denn sie können das Bildungssystem
durchlaufen und dadurch frühzeitig in die Gesellschaft
integriert sowie auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden,
der dringend qualifizierte Fachkräfte benötigt. Um diese
Chance zu nutzen, muss das Bildungssystem nun umfassend gestärkt werden.
Hierfür benötigt es vor allem deutlich mehr Lehrkräfte und
Erzieher, denn sie sind der unersetzliche innere Kern des Bildungssystems. Doch gerade weil ihre Aufgaben nun
ungeahnt größer und schwieriger werden, braucht
das Bildungssystem auch mehr zusätzliche Unterstützung von außen – durch freiwillige Helfer. Schließlich
haben beispielsweise die Deutschen Lehrerverbände
Ende des Jahres 2015 eindringlich darauf hingewiesen, dass die jungen Flüchtlinge nicht einfach so
direkt in das Regelsystem des Bildungswesens aufgenommen werden können, sondern vielmehr bedürfe
es zunächst eines wenigstens rudimentären Beherrschens der deutschen Sprache sowie Basiskenntnissen
über deutsche und europäische Rechtsgrundlagen,
Geschichte und Kultur. Bei all diesen und weiteren
Aufgaben – vom allgemeinen Zurechtfinden in Bildungssystem und Gesellschaft über Lernförderung bis
zur Berufsorientierung – können freiwillige Helfer die Flüchtlinge gut unterstützen und die hauptamtlichen Kräfte im Bildungssystem entlasten. Erfreulicherweise wollen sich gerade sehr viele

Mehr als die Hälfte
der Flüchtlinge sind
unter 25 Jahre alt
und könnten somit
in das deutsche
Bildungssystem
kommen und
dadurch frühzeitig
in die Gesellschaft
integriert werden.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Menschen in Deutschland für die Flüchtlinge engagieren. Die
Arbeit, die dabei bisher im Fokus stand – nämlich die kurzfristige
Erstversorgung der Flüchtlinge (stark vereinfacht ausgedrückt)
– unterscheidet sich jedoch stark von der Aufgabe, die jüngeren
Flüchtlinge mittel- und langfristig ins staatliche Bildungssystem
zu integrieren. Daher stellt sich nun die Frage:

Wie kann das Engagement
der freiwilligen Helfer so
organisiert werden, dass es
die Flüchtlinge auf ihrem
Bildungsweg in Deutschland
bestmöglich unterstützt?

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Lösungsansatz
Es gibt einige wenige gemeinnützige Organisationen,
die genau diese Art von Arbeit bereits seit Jahren sehr erfolgreich leisten: sie organisieren an der Schnittstelle zum
Bildungssystem freiwilliges Engagement für Kinder und
Jugendliche, die schlechtere Startchancen haben als andere.
Hierzu zählen so unterschiedliche Organisationen wie
ArbeiterKind.de, Bürgernetzwerk Bildung, ROCK YOUR LIFE!,
Tausche Bildung für Wohnen und Teach First Deutschland. Sie
alle wurden bzw. werden gefördert von der Vodafone Stiftung
Deutschland. Die Vodafone Stiftung Deutschland zielt auf die
Verbesserung der Bildungschancen für benachteiligte
Kinder und Jugendliche in Deutschland ab und hat
deshalb eine Befragung unter all diesen Organisationen
durchgeführt, die aus einem Online-Fragebogen sowie
Tiefen-Interviews bestand. Ziel war es, aus den Erfahrungen dieser Organisationen zu lernen, wie künftig
das freiwillige Engagement für Flüchtlinge im und
um das staatliche Bildungssystem herum bestmöglich
organisiert werden kann. Die befragten Organisationen arbeiten
vor allem im Bereich Kita, Schule und Hochschule, die daher in
diesem Dokument unter dem Ober-Begriff „Bildungseinrichtungen“ zusammengefasst werden.

Ziel war es,
aus den Erfahrungen dieser
Organisationen
zu lernen.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Ergebnis
Aus den Antworten der befragten Organisationen wurden
die hier vorgestellten Erfolgsfaktoren abgeleitet.

Zusammenarbeit mit
Hauptamtlichen

Koordination

Aus- und
Fortbildung

Kinder- und
Jugendschutz

Anerkennung
und Wertschätzung

Sie spiegeln nicht notwendigerweise in allen Punkten die Meinung jeder einzelnen befragten Organisation wider, sondern sie
wurden möglichst allgemeingültig zusammengefasst, so dass sie
von möglichst vielen Bildungseinrichtungen aufgegriffen und auf
ihre individuellen Erfordernisse angepasst werden können. Es
handelt sich hierbei nicht um eine repräsentative wissenschaftliche Untersuchung und die Auswahl der befragten Organisationen sowie der Erfolgsfaktoren erhebt nicht den Anspruch, erschöpfend zu sein. Vielmehr geht es hier um den pragmatischen
Versuch, angesichts der neuen drängenden Herausforderungen
im Bildungssystem, das erfolgreich erprobte Erfahrungswissen
aus ganz unterschiedlichen Organisationen und verschiedenen
Orten in Deutschland zu erfassen, systematisch aufzubereiten
und für möglichst viele Praktiker im Bildungswesen und Entscheidungsträger in der Politik nutzbar zu machen.
Hierfür wurde jeder der hier ermittelten Erfolgsfaktoren in zwei
Aspekte unterteilt:

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

1. Erkenntnisse
für Bildungseinrichtungen
gibt Anregungen, wie
der jeweilige Erfolgsfaktor
durch einfache und oft
kostengünstige Schritte
direkt in die Praxis umgesetzt werden kann.

2. Erkenntnisse
für die Politik
 ibt Anregungen, wie Bund,
g
Länder und Kommunen die
Umsetzung dieses Erfolgsfaktors unterstützen
können.

Dies wird ergänzt durch eine kurze Vorstellung aller befragten Bildungsorganisationen. Diese Handlungsempfehlungen
richten sich somit an all diejenigen, die in Bildungseinrichtungen und Politik daran arbeiten, gemeinsam mit den vielen engagierten Freiwilligen den Flüchtlingen auf ihrem Bildungsweg in
Deutschland zu helfen. Wir hoffen, Ihnen damit eine kleine Inspirationsquelle zu bieten, um sie bei Ihren täglichen Bemühungen für diese wichtige und schwierige Aufgabe zu unterstützen.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Erkenntnisse für
Bildungseinrichtungen
Zusammenarbeit mit
Hauptamtlichen

Koordination

Kinder- und
Jugendschutz

Aus- und
Fortbildung

Anerkennung und
Wertschätzung

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Zusammenarbeit mit
den Hauptamtlichen
Das können Bildungseinrichtungen jetzt tun

Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligen und
den Hauptamtlichen in den Bildungseinrichtungen lässt sich
nicht durch irgendeine Maßnahme umsetzen, sondern erfordert
vor allem eine klare Haltung: die Hauptamtlichen sind die fachlichen Experten und die Freiwilligen sind eine ganz entscheidende
Hilfe, die freiwillig erbracht wird. Beide
Seiten sollten diese Rollen respektieren
und schätzen sowie stets offen und vertrauensvoll miteinander umgehen. Dass
dies gelingt, hängt natürlich zu einem
großen Teil von den Freiwilligen ab, aber
die Bildungseinrichtungen können dies
befördern, indem sie beispielsweise einen
engen Austausch mit den Freiwilligen
etablieren, sie jederzeit zu Feedback ermuntern, ihnen aber eben auch die spezifischen internen Regeln bzw. Prozesse der
jeweiligen Bildungseinrichtung nahebringen, an denen sich alle orientieren müssen. Zur Stärkung der Zusammenarbeit
trägt darüber hinaus auch eine gute Koordination sowie Aus- und Fortbildung der Freiwilligen bei – wobei
jede Bildungseinrichtung nicht nur einen zentralen Ansprechpartner für die Freiwilligen haben sollte, sondern auch fachliche

Bildungseinrichtungen können dies
befördern, indem
sie einen engen Austausch mit den Freiwilligen etablieren,
sie jederzeit zu Feedback ermuntern,
ihnen aber auch die
spezifischen internen
Regeln nahebringen.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Betreuer aus den Reihen der hauptamtlichen Mitarbeiter (Dies
bedeutet zwar auch etwas mehr Zeitaufwand für diese Mitarbeiter, der sich jedoch schnell wieder „auszahlen“ kann – durch
einen effektiveren Einsatz der Freiwilligen, ein leichteres Miteinander in der Bildungseinrichtung und bessere Bildungsergebnisse
für die Flüchtlinge. Dennoch sollte die Politik die Bildungseinrichtungen unterstützen, um diesen zusätzlichen personellen
Aufwand abzufedern).

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Koordination
Das können Bildungseinrichtungen jetzt tun

Die Anwerbung und „Verteilung“ der freiwilligen Helfer sollte
zwar möglichst durch die Politik übernommen werden, aber
auch in der jeweiligen Bildungseinrichtung selbst sollte ein fester
Ansprechpartner bereitstehen, der die
Freiwilligen in Empfang nimmt, sie koordiniert und jederzeit für Fragen zur Verfügung steht. Er sollte sicherstellen, dass
sie ein klares Aufgabenprofil und einen
verlässlichen Einsatzplan bekommen, so
dass sie wissen, was sie mit den jungen
Flüchtlingen tun sollen und zu welchen
Terminen sie „Dienst“ haben (Bei Beidem
sollte auf die Fähigkeiten und zeitlichen
Bedürfnisse der Freiwilligen eingegangen werden). Er sollte die Freiwilligen
zudem in die Zusammenarbeit mit den
Hauptamtlichen sowie den Kinder- und Jugendschutz einweisen,
sicherstellen, dass sie die nötige Aus- und Fortbildung bekommen
und für die richtige Anerkennung und Wertschätzung der Freiwilligen in der Bildungseinrichtung sorgen.

Es sollte ein fester
Ansprechpartner
bereitstehen, der
die Freiwilligen in
Empfang nimmt,
sie koordiniert und
jederzeit für Fragen
zur Verfügung steht.

All dies bedeutet für die Bildungseinrichtung zwar zunächst
einmal zusätzlichen Personalaufwand, aber dieser „zahlt sich
sehr schnell wieder aus“, denn durch ein solches professionelles
Management, können die Freiwilligen eine sehr große Wirkung
erzielen. Dennoch können nicht alle Kitas, Schulen und Hoch-

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

schulen diesen zusätzlichen Personalaufwand mit ihren bestehenden hauptamtlichen Mitarbeitern abdecken. Hierfür benötigen sie die Unterstützung der Politik.

Einsatz von bereits gut in Deutschland
integrierten Migranten
Bildungseinrichtungen könnten versuchen, als freiwillige
Bildungshelfer für Flüchtlinge auch Menschen mit Migrationshintergrund anzuwerben, die bereits gut in Deutschland integriert sind und die Werte sowie Normen des Zusammenlebens in
unserer Gesellschaft vermitteln können (ggf. aus dem Kreis ihrer
ehemaligen Schüler, Studenten etc.). Sie können für die Flüchtlinge aus ihrem jeweils ursprünglichen Sprach- und Kulturkreis
eine hilfreiche Brücke in die deutsche Gesellschaft sein, denn sie
können aus eigener Erfahrung auf die Situation der Flüchtlinge
eingehen, aber kennen sich zugleich im deutschen Bildungssystem aus. Dieses Grundprinzip hat sich beispielsweise bei der Initiative ArbeiterKind.de bereits als sehr effektiv erwiesen – nicht
hinsichtlich des Migrationshintergrundes, sondern der Herkunft
aus einem Arbeiterhaushalt: die Initiative unterstützt junge Menschen, deren Eltern nicht studiert haben, auf ihrem Weg in und
durch die Hochschule durch ehrenamtliche Mentoren, die selber
auch die ersten in ihrer Familie waren, die ein Studium begonnen haben und somit den jungen Menschen nicht nur ein effektiver Helfer, sondern auch ein besonders glaubwürdiges Vorbild
sein können (Wie bei ArbeiterKind.de wird es auch hierbei darauf
ankommen, dass die freiwilligen Helfer von professionellen Mitarbeitern unterstützt und betreut werden).

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Aus- und Fortbildung
Das können Bildungseinrichtungen jetzt tun

Flüchtlinge auf ihrem Bildungsweg – ob in Schule, Kita oder
Hochschule – zu unterstützen, ist keine einfache Aufgabe. Deshalb sollten alle Freiwilligen, die sich dafür engagieren wollen,
angemessen auf diesen Einsatz vorbereitet und kontinuierlich
begleitet werden (insbesondere auch hinsichtlich flüchtlingsspezifischer Themen wie interkultureller Aspekte und Vermittlung
gesellschaftlicher Werte, Lernen von Deutsch als Fremd- bzw.
Zweitsprache, der Umgang mit Traumatisierung etc.). In der
praktischen Erfahrung der hier befragten Organisationen haben
sich dabei fünf unterschiedliche Komponenten bewährt, die mit
der Unterstützung durch die Politik umgesetzt werden könnten:
1. Eine ausführliche Einführungsveranstaltung, bei der alle
neuen Freiwilligen geschult und in die Arbeit eingewiesen
werden.
2. Ausstattung mit Informationsmaterial / Praxisleitfäden
– gedruckt und online – auf die die Freiwilligen während
ihrer Arbeit jederzeit zurückgreifen können (dieses Basisinformationsmaterial sollte von der Politik bereitgestellt
werden, so dass die einzelnen Bildungseinrichtungen sie
nur noch durch jeweils spezifische Informationen für die
eigene Einrichtung ergänzen müssen).
3. Regelmäßige Einzelgespräche mit einem hauptamtlichen
Betreuer, bei denen der Freiwillige die Arbeit reflektieren
und Fragen klären kann.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

4. Regelmäßige Vernetzungstreffen mit den anderen Freiwilligen, die in der jeweiligen Bildungseinrichtung tätig sind
– zum gegenseitigen Austausch, zum Voneinander-Lernen
und auch zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls.
5. Bedarfsorientiere Fortbildungsveranstaltungen zu speziellen Themen, die auf Landes- bzw. Kommunen-Ebene organisiert werden sollten, so dass die Bildungseinrichtungen
nur noch ihre Freiwilligen auf diese Termine aufmerksam
machen müssen (So bietet beispielsweise das Bürgernetzwerk Bildung in Kooperation mit der Freien Universität Berlin Seminare an, bei denen die ehrenamtlichen Lesepaten
u.a. in bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zum Erwerb
von Sprachkompetenz – insbesondere auch bei Flüchtlingskindern - eingeführt werden).

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Kinder- und Jugendschutz
Das können Bildungseinrichtungen jetzt tun

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und
Missbrauch ist eine entscheidende Grundlage für die Arbeit jeder
Bildungseinrichtung. Jede Bildungseinrichtung sollte hierfür ohnehin klare, wirksame Regeln und Strukturen etabliert haben (inklusive beispielsweise der Aufklärung der Kinder und Jugendlichen
über dieses Thema), die dann auch nahtlos für den Einsatz der freiwilligen Helfer übertragen werden können. In jedem Fall sollte die
jeweilige Bildungseinrichtung dies bei
allen neuen freiwilligen Helfern offen
und deutlich thematisieren, ihnen die
entsprechenden Verhaltensanweisungen
aushändigen (sowie diese in einer vom
Freiwilligen unterzeichneten Erklärung
festhalten) und sich vor dem Einsatz ein
aktuelles erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen lassen, welches
für freiwillige Helfer ja kostenfrei beantragbar ist. Zwar gab es bei keiner der
hier befragten Organisationen bisher
irgendwelche Gewalt- oder Missbrauchsvorfälle, aber grundsätzlich sollten alle
Bildungseinrichtungen den Kinder- und
Jugendschutz kompromisslos ernst nehmen und hierfür ein umfassendes Schutzkonzept umsetzen – wie dies gelingen kann, zeigt
das Praxishandbuch des Unabhängigen Beauftragten für Fragen
des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung.

… dies bei allen neuen
Helfern deutlich thematisieren, ihnen die
entsprechenden Verhaltensanweisungen aushändigen und sich vor
dem Einsatz ein aktuelles erweitertes polizeiliches Führungszeugnis
vorlegen lassen.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Anerkennung und
Wertschätzung
Das können Bildungseinrichtungen jetzt tun

Anerkennung und Wertschätzung sind die schönsten „Belohnungen“ für jeden Mitarbeiter – für die hauptamtlichen wie auch
für die freiwilligen. Die freiwilligen Helfer engagieren sich jedoch
in der Regel zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben im Leben
und ohne bzw. nur für eine geringe Vergütung (außer die Erstattung der engagementbezogenen Fahrtkosten, Versicherungen etc., die möglichst gewährleistet
werden sollte). Die Bildungseinrichtungen
sollten also viel Aufmerksamkeit darauf
verwenden, den freiwilligen Helfern entsprechende Anerkennung zuteil werden
zu lassen – von einem sehr wertschätzenden Umgang im Arbeitsalltag über
eine möglichst weitgehende Einbindung
in alle Informationsprozesse (so dass sie
sich auch als Teil der Einrichtung fühlen)
bis hin zu einer regelmäßigen Anerkennungsveranstaltung, bei der nicht nur
alle freiwilligen Helfer, sondern auch alle
Kinder bzw. jungen Menschen der Kita/Schule/Hochschule sowie alle hauptamtlichen Mitarbeiter eingeladen werden und der
Leiter der jeweiligen Einrichtung eine würdigende Rede hält (und
idealerweise jedem Freiwilligen ein kleines Präsent überreicht,

… von einem wertschätzenden Umgang
im Arbeitsalltag
über eine weitgehende
Einbindung in alle
Informationsprozesse
bis hin zu einer
regelmäßigen Anerkennungsveranstaltung für alle freiwilligen Helfer.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

z.B. vorab eingeworbene Freikarten von örtlichen Kultur- und
Sportveranstaltungen). Schließlich sollten alle Freiwilligen in den
jeweiligen Medien der Bildungseinrichtungen (Website, Jahrbuch,
Zeitschrift, schwarzes Brett etc.) mit Namen, Foto und Dankestext vorgestellt werden.
All diese Maßnahmen verursachen keine Kosten, aber haben
eine große Wirkung – sie sind eine wichtige Auszeichnung und
Motivation für die bestehenden freiwilligen Helfer und setzen
zugleich ein sichtbares öffentliches Zeichen für den gesellschaftlichen Wert von freiwilligem Engagement insgesamt. Schließlich
können dadurch auch noch mehr Menschen für ein solches
Engagement gewonnen werden.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Erkenntnisse für
die Politik
Zusammenarbeit mit
Hauptamtlichen

Koordination

Kinder- und
Jugendschutz

Aus- und
Fortbildung

Anerkennung und
Wertschätzung

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Zusammenarbeit mit
den Hauptamtlichen
Das kann die Politik jetzt tun

Die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligen und den Hauptamtlichen muss vor allen in den Bildungseinrichtungen selbst erfolgen. Die Politik sollte dies jedoch dadurch
befördern, dass sie die Bildungseinrichtungen in der genannten
Art und Weise bei der Koordination, der Aus- und Fortbildung
sowie der Anerkennung und Wertschätzung der Freiwilligen
unterstützt.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Koordination
Das kann die Politik jetzt tun

Entscheidend ist,
dass es in jeder
Kommune einen
qualifizierten
Ansprechpartner
gibt, bei dem sich
alle Freiwilligen für
den Bildungsbereich
melden können, bzw.
an den sie von den
Vermittlungsstellen
verwiesen werden.

Angesichts der erfreulich großen
Zahl von Deutschen, die sich seit Beginn
der Flüchtlingskrise von sich aus für ein
Flüchtlingsengagement gemeldet haben,
scheint es momentan nicht die vordringlichste Aufgabe zu sein, eine große Werbekampagne zur Rekrutierung neuer
Freiwilliger zu starten, sondern wohl nun
einen angemessenen Teil der Freiwilligen, die sich gemeldet haben bzw. sich
noch melden, in die richtigen Bildungseinrichtungen vor Ort zu vermitteln.
Zwar haben sich in vielen Kommunen
hierfür bereits grundsätzliche Vermittlungsstellen bzw. Online-Plattformen
herausgebildet, aber da das Engagement
im Bildungsbereich besondere Anforderungen beinhaltet, bedarf es hierfür auch einer besonderen
Koordination. Schließlich ist es bei allen der hier befragten Organisationen entscheidend für den Erfolg ihrer Arbeit, dass die
Freiwilligen nicht direkt in die Bildungseinrichtungen kommen,
sondern von den Organisationen koordiniert werden. Das heißt
jedoch nicht, dass in allen Kommunen Doppelstrukturen zur
Vermittlung von freiwilligen Helfern für Flüchtlinge aufgebaut
werden sollen.

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Entscheidend ist vielmehr, dass es in jeder Kommune einen
qualifizierten Ansprechpartner gibt, bei dem sich alle Freiwilligen für den Bildungsbereich direkt melden können, bzw. an den
sie von den anderen Vermittlungsstellen / Online-Plattformen
verwiesen werden können (Dabei sollte er auch für das neue Sonderprogramm des Bundesfreiwilligendienstes ansprechbar sein
bzw. potenzielle Teilnehmer darauf aufmerksam machen, denn
darüber stehen seit kurzem bis zu 10.000 neue Bundesfreiwilligendienstplätze mit  Flüchtlingsbezug zur Verfügung – auch für
den Bildungsbereich).
Zugleich sollte dieser zentrale örtliche Ansprechpartner als Erstanlaufstelle
dienen, bei der alle Bildungseinrichtungen
der jeweiligen Kommune ihren Bedarf an
freiwilligen Helfern melden können. Auf
Basis all dessen, könnte er dann die entsprechende Vermittlung der Freiwilligen
an die Bildungseinrichtungen bzw. auch
an solche gemeinnützigen Bildungsorganisationen, wie die hier befragten, vornehmen.
Diese Rolle des zentralen örtlichen Ansprechpartners könnte
von den neuen Bildungskoordinatoren übernommen werden, für
die die Kommunen aufgrund des Flüchtlingszustroms ab diesem
Jahr beim Bundesbildungsministerium eine Finanzierung beantragen können.
All dies könnte sowohl die freiwilligen Helfer als auch die
Bildungseinrichtungen entlasten – und dies in einem sehr effizienten Kosten-Nutzen-Verhältnis, wenn man bedenkt, dass beispielsweise das Bürgernetzwerk Bildung in Berlin mit nur zwei
hauptamtlichen (vor allem stiftungs- und wirtschaftsfinanzierten) Stellen über 2.000 ehrenamtliche Lese- und Lernpaten in der
ganzen Stadt koordiniert.

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Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Dennoch gibt es eben auch noch die beschriebenen Koordinationsaufgaben, die innerhalb der jeweiligen Bildungseinrichtung
erfolgen müssen. Hierfür sollten die Bildungseinrichtungen bei
Bedarf – möglichst schnell und unbürokratisch – Geld für zusätzliche Stellen bekommen, um dadurch auch die professionelle
Betreuung von freiwilligen Helfern zu gewährleisten bzw. um
ihre bestehenden hauptamtlichen Mitarbeiter teilweise von ihren
bisherigen Aufgaben zu entlasten, so dass sie diese zusätzliche
Arbeit übernehmen können. Hierfür könnte auch ein Teil der
Gelder verwendet werden, die in den Ländern – die ja nun einmal
für die Bildung zuständig sind – für die Bewältigung des Flüchtlingszustroms neu zur Verfügung gestellt wurden.

Einsatz von bereits gut in Deutschland
integrierten Migranten
Die höchsten politischen Repräsentanten – von der Bundeskanzlerin über die Ministerpräsidenten der Länder bis zu den
Bürgermeistern und Landräten – sollten die hohe öffentliche
Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird, nutzen, um als freiwillige Bildungshelfer für Flüchtlinge auch Menschen mit Migrationshintergrund anzuwerben, die bereits gut in Deutschland integriert sind und die Werte sowie Normen des Zusammenlebens in
unserer Gesellschaft vermitteln können. In diese Richtung weist
das bereits vor einigen Jahren gestartete Projekt des Bundesbildungsministeriums „Interkulturelle Netzwerke – Bildungsbeauftragte für junge Menschen!“. Hierbei wurde u.a. gezielt versucht,
Mitglieder von Migrantenorganisationen als ehrenamtliche
Bildungsbeauftragte zu gewinnen. Dadurch konnten 82 Bildungsbeauftragte gewonnen werden – solche Ansätze gilt es auszubauen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördert Schulungen für Vereine und Organisationen der Integrationsarbeit, in
denen Ehrenamtliche tätig sind – mit Schwerpunkt auf Migrantenorganisationen, die selbst Integrationsmaßnahmen durchführen möchten und hierzu noch Qualifizierungsbedarf haben. Dies
sollte noch stärker verbreitet werden.

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Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Aus- und Fortbildung
Das kann die Politik jetzt tun

Bund, Länder und Kommunen können die Aus- und Weiterbildung der freiwilligen Helfer durch relativ kostengünstige, aufeinander abgestimmte Maßnahmen fördern:
1. Die Bundesregierung könnte fundierte Praxisinformationen bereitstellen, die für die Unterstützung von Flüchtlingen auf ihrem Bildungsweg wichtig sind, so dass diese nicht
von jeder Bildungseinrichtung vor Ort neu zusammengetragen werden müssen (Grundlagen zu flüchtlingsspezifischen Themen, inkl. interkulturelle Aspekte, Umgang
mit Traumatisierung, Lernen von Deutsch als Fremd- bzw.
Zweitsprache, Lern-Materialien, Informationen zur Vermittlung von gesellschaftlichen Werten, zu Bildungssystem
und Berufsorientierung etc. – in mehreren Sprachen). Diese
Informationen gibt es teilweise bereits (So hat beispielsweise das Bundesfamilienministerium das allgemeine Portal
www.willkommen-bei-freunden.de geschaffen und die Aktion „Zusammen wachsen“ gestartet, bei der es auch einen
eignen Leitfaden für Bildungspatenschaften gibt; zugleich
hat das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische
Forschung eine Linkliste zum Thema „Flüchtlinge und
Bildung“ zusammengestellt, während das Goethe Institut und die Deutsche Welle jeweils eigene Angebote zum
Deutsch-Lernen bieten). Allerdings gibt es diese Informationen bisher oft nur unvollständig bzw. an unterschiedlichen
Stellen, die zudem noch nicht bekannt genug sind. Deshalb

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Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

sollten sie nun weiter ausgebaut sowie möglichst auf einer
zentralen Website gebündelt und stärker verbreitet werden,
so dass alle Helfer wissen, wo sie jederzeit auf einen Blick
alle Informationen bekommen, die sie für ihre Arbeit mit
den Flüchtlingen brauchen.
2. Die Länder könnten den freiwilligen Helfern kostenfreie
Schulungen zur Arbeit mit Flüchtlingen im Bildungsbereich anbieten – beispielsweise über die Lehrerfortbildungsinstitute, Landeszentralen für politische Bildung und
Hochschulen, für die sie ja nun einmal zuständig sind – so
dass diese nicht von jeder Bildungseinrichtung vor Ort
einzeln organisiert werden müssen (Die idealerweise von
der Bundesregierung im Internet bereitgestellten Praxisinformationen könnten auch als eine inhaltliche Grundlage
für diese Schulungen dienen. In jedem Fall sollten hier
flüchtlingsspezifische Themen wie interkulturelle Aspekte,
Vermittlung gesellschaftlicher Werte, Lernen von Deutsch
als Fremd- bzw. Zweitsprache und der Umgang mit Traumatisierung etc. umfassend berücksichtigt werden).
3. Die Kommunen wiederum könnten dann alle Bildungseinrichtungen vor Ort auf diese beiden Angebote aufmerksam machen, so dass sie wirklich bei allen freiwilligen
Helfern ankommen – sowohl die von der Bundesregierung
im Internet bereitgestellten Praxisinformationen als auch
die von den Ländern angebotenen Schulungen (Auch dies
wäre eine wichtige Aufgabe für die neuen Bildungskoordinatoren, die die Kommunen aufgrund des Flüchtlingszustroms ab diesem Jahr beim Bundesbildungsministerium
beantragen können.)

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Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Kinder- und Jugendschutz
Das kann die Politik jetzt tun

Die jeweiligen Aufsichtsbehörden sollten die Bildungseinrichtungen, für die sie zuständig sind, noch stärker dazu anhalten,
den Kinder- und Jugendschutz kompromisslos ernst zu nehmen
und hierfür ein umfassendes Schutzkonzept umsetzen (entsprechend der Empfehlungen des Unabhängigen Beauftragten für
Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung),
diese auch bei allen neuen freiwilligen Helfern offen und deutlich zu thematisieren, ihnen die entsprechenden Verhaltensanweisungen auszuhändigen und sich vor ihrem Einsatz ein aktuelles erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen zu lassen.

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Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Für Bildungseinrichtungen
Für die Politik

Anerkennung und
Wertschätzung
Das kann die Politik jetzt tun

Die freiwilligen Helfer sollten nicht nur direkt an ihrem
„Einsatzort“ die nötige Anerkennung bekommen, sondern auch
in der breiteren Öffentlichkeit. Hierfür können die gewählten
Politiker sorgen: die Bundeskanzlerin, die Ministerpräsidenten
der Länder sowie die Bürgermeister und Landräte sollten stellvertretend für die gesamte Bevölkerung den freiwilligen Helfern
für ihre Arbeit danken – durch Vor-Ort-Besuche in den Bildungseinrichtungen und durch eigene Anerkennungsveranstaltungen, bei denen sie eine
Dankesrede halten. Hierzu sollten sie stets
auch Journalisten einladen sowie Pressemitteilungen mit den Namen und Fotos
der ausgezeichneten Freiwilligen veröffentlichen, so dass die Medien darüber
berichten können.

Die Bundeskanzlerin,
die Ministerpräsidenten sowie die
Bürgermeister und
Landräte sollten stellvertretend den freiwilligen Helfern für
ihre Arbeit danken.

All diese Maßnahmen verursachen
kaum Kosten, aber haben eine große Wirkung – sie sind eine wichtige Auszeichnung und Motivation für die bestehenden freiwilligen Helfer
und setzen zugleich ein sichtbares öffentliches Zeichen für den
gesellschaftlichen Wert von freiwilligem Engagement insgesamt.
Schließlich können dadurch auch noch mehr Menschen für ein
solches Engagement gewonnen werden.

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Befragte Organisationen

Befragte
Organisationen
Die befragten gemeinnützigen Bildungsorganisationen engagieren sich bereits
seit langer Zeit vor der Flüchtlingskrise an Kitas, Schulen und Hochschulen in
ganz Deutschland - mit insgesamt rund 10.000 Freiwilligen helfen sie dabei über
50.000 Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen.

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Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

6.000 Mentoren, die Schüler aus
nicht-akademischen Familien zum
Hochschulstudium ermutigen und
praktische Hilfestellung für Studium und Berufseinstieg geben.
ArbeiterKind.de wurde 2008 gegründet. Das Netzwerk
aus ehrenamtlichen Mentoren organisiert sich in 70
lokalen Gruppen bundesweit. Sie geben beispielsweise
regelmäßige Sprechstunden und Informationsveranstaltungen an Schulen, sie sind auf Bildungsmessen
und Hochschulveranstaltungen präsent, sie kooperieren mit den bestehenden Service- und Beratungseinrichtungen für Schüler und Studierende und begleiten sie durch persönliches Mentoring.

„Die jungen Flüchtlinge
stehen vor den gleichen
Problemen, mit denen auch
die Kinder aus Arbeiterfamilien in Deutschland schon
lange zu kämpfen haben.
Wer kein Abitur hat, kann es
zwar theoretisch auch auf
eine Hochschule schaffen,
aber die Wege dorthin sind
sehr kompliziert und je nach
Bundesland verschieden.
Gleiches gilt auch für die
Studienfinanzierung. All
dies sollte vereinfacht und
möglichst einheitlich geregelt werden. Damit wäre
Flüchtlingskindern ebenso
wie Arbeiterkindern gleichermaßen geholfen.“
Katja Urbatsch,
Geschäftsführerin
ArbeiterKind.de

Weitere Informationen
www.arbeiterkind.de

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Befragte Organisationen

Mehr als 2.000 Lese- und Lernpaten
in Schulen und Kindertagesstätten,
vornehmlich in sozialen Brennpunkten.
Das Bürgernetzwerk Berlin wurde im Jahr 2005 gegründet. Die ehrenamtlichen Lese- und Lernpaten
sind meist parallel zum regulären Unterricht in den
Schulen und zum morgendlichen Geschehen in den
Kitas tätig und unterstützen Kinder und Jugendliche
einzeln oder in kleinen Gruppen im Lese-/Lernprozess
und im Spracherwerb. Es wird vorgelesen, gemeinsam gelesen oder die Kinder und Jugendlichen lesen
vor. Die Lese-/Lernpaten korrigieren bei Bedarf und es
erfolgt der Austausch über die gelesenen Texte zum
Textverständnis. All dies geschieht in enger Abstimmung mit den Lehrkräften.

Weitere Informationen
www.vbki.de/der-verein/bürgernetzwerk-bildung

„Es sollte sich noch stärker die Erkenntnis durchsetzen, dass das freiwillige
Engagement in Bildungseinrichtungen eine Win-Win-Situation ist. Die Lehrer sind
natürlich die ausgebildeten
Fachkräfte. Die freiwilligen
Helfer sollen sie nicht ersetzen, sondern unterstützen,
aber haben durch ihren Blick
von außen auch oft hilfreiche Anregungen. Wenn
beide offen aufeinander zugehen und eng zusammenarbeiten, kann das Engagement seine ganze positive
Kraft entfalten – und das
entlastet nicht nur die Lehrer und ist ein gutes Gefühl
für die Freiwilligen, sondern
hilft vor allem den Kindern
und Jugendlichen.“
Karola Hagen,
Projektleiterin Bürgernetzwerk Berlin

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Befragte Organisationen

Qualifiziert Studierende als
Mentoren für Schüler aus
benachteiligten Verhältnissen.
ROCK YOUR LIFE! wurde 2008 gegründet und ist mittlerweile an mehr als 45 Standorten in Deutschland
und der Schweiz mit rund 3.000 Mentoren aktiv. Im
Rahmen einer strukturierten, zweijährigen Mentoring-Beziehung begleiten die ehrenamtlichen Mentoren Schüler auf ihrem Weg in den Beruf oder auf die
weiterführende Schule und helfen ihnen dabei, ihr
individuelles Potenzial zu entfalten sowie ihre Perspektiven zu erweitern.

„In der aktuellen Notlage
gibt es eine große Bereitschaft von vielen Menschen,
sich ehrenamtlich zu engagieren. Auch die Aufmerksamkeit für dieses Thema
ist sehr hoch. Dies sollte
unbedingt aufrechterhalten werden, denn auch in
Zukunft brauchen wir mehr
ehrenamtliches Engagement – für die Flüchtlinge,
für den Bildungsbereich und
für die Gesellschaft ganz
allgemein. Deshalb wäre es
sehr gut, wenn die Flüchtlingskrise dazu beitragen
würde, das Bewusstsein für
den Wert des Engagements
insgesamt zu steigern und
beispielsweise künftig noch
mehr Unternehmen ihren
Mitarbeitern einen Teil ihrer
Arbeitszeit für ehrenamtliche Hilfe freigeben würden.“
Lena-Carolina Eßer,
Geschäftsführerin
ROCK YOUR LIFE!

Weitere Informationen
www.rockyourlife.de

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Befragte Organisationen

Tausche Bildung für Wohnen stellt
kostenlosen Wohnraum für Studierende und junge Bildungspaten,
die sich im Gegenzug intensiv um
benachteiligte Kinder des Stadtteils
kümmern.
Tausche Bildung für Wohnen wurde 2011 in Duisburg-Marxloh gegründet. Jeder Pate betreut bis
zu zwölf „eigene“ Patenkinder von sechs bis zwölf
Jahren und hilft ihnen bei den Hausaufgaben, gibt
Nachhilfe und gestaltet mit ihnen ihre Freizeit. Dabei
arbeiten sie eng mit den Schulen sowie mit sozialen
und religiösen Organisationen im Stadtteil zusammen.

„Es sollte stärker versucht werden, die Migranten,
die schon länger in Deutschland leben, als Integrationshelfer und Brücke für
geflohene Menschen zu gewinnen. Denn sie sind diesen
sprachlich sowie kulturell
näher als die meisten Deutschen, aber kennen sich mit
Deutschland und seinem Bildungssystem besser als die
geflüchteten Neuankömmlinge aus. Sie könnten also
sowohl den Geflohenen sehr
gut beim Ankommen helfen als auch sich selbst und
der deutschen Gesellschaft
zeigen: sie sind keineswegs
die Außenstehenden, um
die sich gekümmert werden muss, sondern sie sind
selbst wichtige Kümmerer,
die sich für ein gutes Miteinander in Deutschland engagieren.“
Christine Bleks,
Geschäftsführerin
Tausche Bildung
für Wohnen

Weitere Informationen
www.tbfw-marxloh.org

Ziel der Umfrage
Erkenntnisse für Bildungseinrichtungen
Erkenntnisse für die Politik
Befragte Organisationen

Teach First Deutschland vermittelt
engagierte Hochschulabsolventen
mit überdurchschnittlichem
Abschluss, als sogenannte Fellows
an Schulen in sozialen Brennpunkten.
Dort arbeiten sie zwei Jahre in vergütetem Vollzeiteinsatz, um die Schülerinnen und Schüler bei der
schulischen und persönlichen Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Sie sollen dazu befähigt
werden, ihre Potenziale zu nutzen, um geleitet von
ihren Stärken und Interessen Verantwortung in der
Gesellschaft zu übernehmen. Teach First Deutschland
ist Teil eines weltweiten Netzwerks und seit 2009 in
Schulen in Deutschland im Einsatz – mit derzeit über
130 Fellows.

„An den Schulen gibt
es einen zunehmenden,
altersbedingten Fachkräftemangel, der durch die hohe
Zahl von Flüchtlingskindern
aktuell besonders akut wird.
Wir brauchen also dringend
mehr Lehrer. Aber um Lehrer
zu werden, gibt es bisher nur
einen Weg, der rund sieben
Jahre dauert: Lehramtsstudium für zwei Fächer
mit Referendariat. Deshalb
sollte jetzt endlich der Einstieg in den Lehrerberuf
geöffnet werden – für andere
Hochschulabsolventinnen
und -absolventen, die erst
einmal nur ein Fach unterrichten und ein berufsbegleitendes Aufbaustudium
absolvieren.“
Ulf Matysiak,
Geschäftsführender
Gesellschafter
Teach First
Deutschland

Weitere Informationen
www.teachfirst.de

Wenn Sie Ergänzungsvorschläge haben, freuen wir uns über eine
Email an info@vodafone-stiftung.de
Herausgeber:
Ferdinand-Braun-Platz 1
40549 Düsseldorf
Telefon +49 211 533-5392
www.vodafone-stiftung.de
Verantwortlich: Dr. Mark Speich
Projektleitung:
Sebastian Gallander
Gestaltung:
Nick Böse
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde hier auf die Verwendung von Paarformen verzichtet. Stattdessen wird die grammatikalisch maskuline Form verallgemeinernd verwendet (generisches Maskulinum). Diese Bezeichnungsform umfasst gleichermaßen weibliche und männliche Personen, die damit selbstverständlich gleichberechtigt angesprochen sind.
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