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Periodical volume

Full text: Spätlese Issue 2014,5/6

Ausgabe Mai-Juni 2014

SPÄTLESE

20
www.magazin-spätlese.net

DAS MAGAZIN FÜR AUFGEWECKTE SENIORINNEN UND SENIOREN
Inhalt der Jubiläumsausgabe
Unser Magazin feiert
Geburtstag

2

Die "Spätlese" wird
zwanzig

3

Spätlese - Prädikat für
Qualität

4

WAS ERWARTET SIE IN DIESER AUSGABE?
Wie ich zum Schreiben fand

4

Es fing schon früh an

5

"Pressefrühstück" beim
Heimatverein MarzahnHellersdorf e.V.

5

Ist die Ehe noch zeitgemäß?

6

Hakenzeichen

7

Schloss Doberlug: "… wo
Preußen Sachsen küsst"

7

Man müsste noch mal
zwanzig sein …

9

"Glück auf!" seit 800 Jahren
im Erzgebirge

11

Lichtblick am Nachmittag

12

Varieté in der Urania

13

Ein Ausflug ins Zittauer
Gebirge

14

Die Jubiläums-Ausgabe zum
20-jährigen Erscheinens des
Senioren-Magazins
„Spätlese” ist online unter:
www.magazin-spätlese.net
verfügbar.
Die Leserinnen und Leser können sich auf interessante und
lesenswerte Themen freuen.
Die ehrenamtlichen Autoren
haben sich auch in dieser Ausgabe bemüht, für jeden Geschmack etwas anzubieten.
Anlässlich des Jubiläums kommen auch Autoren zu Wort, die
schon zu den Anfangszeiten
der Spätlese mitgearbeitet
haben.

Ein Teil der Ausgabe widmet
sich dem Jubiläum. Waltraud
Käß schaut zurück in die Vergangenheit und war zu Gast
beim Heimatverein. Ursula A.
Kolbe berichtet über ihren
Besuch im Erzgebirge und in
Doberlug-Kirchhain und gibt
Buchtipps. Barbara Ludwig
beschäftigt sich mit Ehefragen.
Christa-Dorit Pohle war im
Varieté und Rudolf Winterfeldt
berichtet über eine kleine Feierstunde zum Jubiläum der
Spätlese. Weitere Autoren
schreiben über unterschiedliche Themen.

Alt und Jung gesellt sich gern 14
Marzahnpoesie

16

An einem Tag im Frühling

16

Mein Hund

17

Briskaja

18

Rio de Janeiro - Eine Stadt
in Biographien

19

Sagenhaftes Thüringen

20

Mondnacht im Mai

21

Das lukrative Dach

22

www.magazin-spätlese.net

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THEMA: AUS DEM BEZIRK
UNSER

MAGAZIN

FEIERT

GEBURTSTAG

von Rudolf Winterfeldt

Foto: Ina Lilie

Diese Ausgabe, die Sie gerade lesen,
ist die 137. Ausgabe des Magazins
Spätlese. Seit nunmehr 20 Jahren kann
man Interessantes und Wissenswertes
darin finden. In einer kleinen Feierstunde am 25. April diesen Jahres wurde dieses Jubiläum begangen. An einer
feierlich gedeckten Kaffeetafel hatten
die eingeladenen Gäste Platz genommen und lauschten den Geigenklängen
der musikalischen Einleitung.
Unsere Bezirksstadträtin für Gesundheit und Soziales, Dagmar Pohle, würdigte in ihren Worten die ehrenamtliche Arbeit der Akteure sowie das Engagement der Mitarbeiter des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf in den vergangenen 20 Jahren des Erscheinens der
"Spätlese". Ein kleines Präsent an die
Ehrenamtlichen aus ihren Händen unterstrich das Gesagte. Als Vorsteher
der Sonder-Sozialkommission
"Redaktion Spätlese" gab ich einen
Abriss der Historie unseres Magazins.
Alles begann 1994 mit der ersten Ausgabe.
Das Ziel war damals, zu dem Veranstaltungskalender des Bezirksamtes eine
Textbeilage zu erstellen. Verschiedene
Möglichkeiten der Vervielfältigung wurden genutzt bis man einen Verlag fand,

teuren untereinander klang die
der ein richtiges Heft druckte.
Feierstunde aus. Wir alle waFinanziert wurde es durch
ren uns einig, dass wir weiterWerbeanzeigen in dem Heft.
hin für unser Magazin arbeiten
Die Rechnung ging allerdings
werden und stets auf eine weiin den meisten Fällen nicht
tere Verbesserung der Qualität
immer auf. So wechselten die
des Inhalts hinwirken werden.
Verlage und jeder versuchte,
Wie bin ich selbst zur Spätlese
das Beste daraus zu machen.
und zum Schreiben gekomLetztendlich musste aber das
men? Als meine Kinder mich
Bezirksamt doch in den Geldaufforderten, doch ein Buch
beutel greifen und den Druck
über mein Leben zu schreiben,
bezahlen. Aber das ging auch
fing die ernsthafte Schreiberei
nicht lange gut. Die finanzielbei mir an. Über die Seniorenle Lage erlaubte diese Verfahvertretung Hellersdorf kam ich
rensweise nicht mehr. Die Frazur Arbeitsgruppe
ge war, Einstel"Hellersdorfer
lung des ErscheiSpätlese". Meine
nens oder ein Onliersten Artikel waren
ne-Magazin
im
Berichte über die
Internet veröffent„In den 20 Jahren
Arbeit der Seniorenlichen. Die damali1.322 Artikel“
vertretung Hellersge Bezirksbürgerdorf. Nach meinem
meisterin
Frau
Ausscheiden aus
Dagmar
Pohle
der Seniorenvertremachte es im Jahtung blieb ich der Arbeitgruppe
re 2008 möglich und so gibt
treu und schrieb nun auch Gees die Spätlese heute noch
schichten und Berichte aus
immer. In den 20 Jahren haanderen Bereichen.
ben insgesamt 20 Mitglieder
Mit der Fusion der Bezirke Helder Sonder-Sozialkommission
lersdorf und Marzahn wurde
1.322 Artikel und zahlreiche
ich zum Vorsteher der SonderBürgerinnen und Bürger 493
Sozialkommission "Redaktion
Artikel in der Spätlese veröfSpätlese" gewählt und bin es,
fentlicht. Alleine die Internetnach wiederholten Wahlen,
zugriffe sind beachtenswert.
heute noch immer.
Sie stiegen von anfänglich
Das Schreiben macht Spaß und
950 auf 2.851 pro Ausgabe im
bringt mir Zufriedenheit. Das
Jahre 2013 an. Eine kleine
Gefühl, etwas Gutes für die
Bilderschau zeigte allen AnMenschen zu tun, ist ein gutes
wesenden anschaulich einzelGefühl. Mit den Jahren habe
ne Episoden aus dem Werdeich 140 Geschichten geschriegang unseres Magazins. Bei
ben und 256 Artikel in der
Kaffee und Kuchen und Ge"Spätlese" veröffentlicht.
sprächen der Autoren und Ak-

Seite 3

THEMA: AUS DEM BEZIRK
DIE

"SPÄTLESE"

WIRD

ZWANZIG

von Waltraud Käß
Vor mir liegt ein Exemplar der Ausgabe 01-02 der „Spätlese“ des Jahres
2003. Eines Tages war es in meinem
Briefkasten gelandet. Der Inhalt war
interessant, das Heft insgesamt gut
gemacht. Doch eigentlich tangierten
mich die Themen nur am Rande, denn
im Jahre 2003 stand ich noch mitten
im Arbeitsleben, hatte andere Probleme zu bewältigen, und ich dachte
überhaupt noch nicht an ein Dasein
als Ruheständlerin. Intuitiv habe ich
das Heft jedoch aufbewahrt, obwohl
es noch weitere Ausgaben danach
gab. Warum habe ich ausgerechnet
dieses Heft aufbewahrt? War es der
Artikel über die Altenplanung der
Jahre 2002 bis 2006 im Bezirk? Das
hätte mich ja auch betroffen. Oder
war es der Bericht über die Arbeit
der
Seniorenvertretung MarzahnHellersdorf? Oder waren es die Veranstaltungstipps? Ich weiß es heute
nicht mehr. Vielleicht wollte ich mich
erneut damit befassen, wenn auch
ich zur Gruppe der Senioren gehörte.
Irgendwann lagen keine Hefte mehr
in meinem Briefkasten. Ich bedauerte das, fragte aber auch nicht nach
der Ursache des Verschwindens.
Dass die Papierausgabe der Spätlese
im Jahre 2008 mangels finanzieller
Mittel eingestellt werden musste,
erfuhr ich erst einige Jahre später.
Dass die Macher des Magazins dennoch nicht aufgaben, die Idee eines
Online-Magazins geboren wurde,
welches durch die ehrenamtliche
Mithilfe vieler schreibfreudiger Menschen und mit Unterstützung des
Bezirksamtes bis heute existiert,
kann man nicht hoch genug würdigen. Ende des Jahres 2011 wurde ich
durch einen Bericht über die Spätlese und deren Redaktion in einer Zeitung darauf aufmerksam, dass die
„Spätlese“ noch existiert, dass zur
Verstärkung der Redaktion aber fleißige Schreiberlinge gesucht werden.
Schreiben - das bedeutete, sich aktuelle oder historische Themen aussuchen zu können, sie möglichst in-

teressant aufzuarbeiten und einem Leserkreis anzubieten, der ja
in diesem Falle anonym ist. Das
ließ mich aufmerken. Ich war
schon als Schülerin eine fleißige
Schreiberin von Aufsätzen und
ließ damals meiner Phantasie
freien Lauf. Während meines Arbeitslebens bin ich ohne Schreiben auch nicht ausgekommen. Ich
habe die Berichte und Referate,
die während meines ganzen Lebens entstanden sind, nicht gezählt, aber es war eine Menge.
Folgerichtig würde mir etwas fehlen, wenn ich diesem „Hobby“ mit
dem Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess nicht mehr folgen
könnte. Aber ich hatte Glück.
Nahtlos konnte ich weiter schreiben, allerdings keine Referate
mehr, sondern Kurzgeschichten.
Im Jahre 2004 stieß ich durch
eine Lesung Im Frauenzentrum
HELLMA auf den Literarischen
Frauenstammtisch BerlinMarzahn, dem ich dann von 2004
– 2011 angehörte. Er existiert
noch immer und ist auch an phantasievollen Schreiberinnen interessiert. Übrigens gibt es auch
eine eigene Website unter
www.literaturstammtisch.xobor.de für interessierte
Leserinnen und Leser. Nach wie
vor fühle ich mich meinen Stammtischfreundinnen verbunden und
möchte diese Jahre nicht missen.
Doch die Phantasie ist nicht immer unerschöpflich oder sie wird
durch äußere Einwirkungen stark
beeinträchtigt. Mit dem Ausscheiden aus dem Stammtisch hatte
ich nun ein Defizit. Doch das
Schreiben an sich wollte ich nicht
aufgeben. Da kam mir die Suche
der Redaktion „Spätlese“ nach
geeigneten Mitarbeitern gerade
recht. Ein Telefonat, ein persönliches Gespräch mit dem Vorsteher
dieser Sonder-Sozial-kommission,
drei Wochen später nahm ich das
erste Mal an der Redaktionssit-

zung
der
„Spät-lese“
teil und wurde herzlich
aufgenommen.
Nun
arbeite ich Waltraud Käß
schon zwei
Jahre für die „Spätlese“. Ich
bemühe mich ebenso wie alle
anderen Redaktionsmitglieder,
aktuelle oder sonstige Themen
aufzugreifen und darüber zu
schreiben. Dass meine subjektive Meinung in manchen Beiträgen zum Tragen kommt, liegt in
der Natur der Dinge, denn ich
habe zu allem, was ich beschreibe, einen Standpunkt. Der muss
nicht immer richtig sein, aber
es ist meiner. Und er regt vielleicht auch andere Menschen
zur Auseinandersetzung mit
dem Thema an. Ich habe jedenfalls Spaß an dieser Arbeit. Zur
Leserschaft gibt es online natürlich kaum persönlichen Kontakt, sieht man von den eigenen
Bekannten und Freunden mal
ab. So hören wir nicht viel darüber, ob die Leser unsere Beiträge gut oder schlecht finden.
Das ist schade. Darum wünsche
ich mir, dass sich mehr Leser in
der Zukunft über die Kontaktadresse kritisch oder lobend äußern. Vielleicht gibt es auch
Themenvorschläge seitens unserer Leser, über die wir unbedingt mal schreiben sollten. Das
wäre gut, denn wir wollen ja
nicht an unserer Leserschaft
vorbei schreiben, sondern allen
etwas bieten.
Wird es die
„Spätlese“ in zwanzig Jahren
noch geben? Das steht in den
Sternen. Aber jetzt wünsche ich,
dass uns jede weitere Ausgabe
gut gelingt, dass ich noch einige Jahre produktiv daran beteiligt bin, und dass mir und der
gesamten Redaktion die Themen nicht ausgehen.

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THEMA: AUS DEM BEZIRK
SPÄTLESE

-

PRÄDIKAT

FÜR

QUALITÄT

von Ursula A. Kolbe
So
jedenfalls
lautet die Definition
für
„Spätlese“ bei
Wikipedia, allerdings auf die
Qualität
bei
Weinen
bezogen. Und zugegeben, als ich
das erste Mal
von der SpätleUrsula A. Kolbe
se hörte, gingen
auch meine Gedanken in Richtung
Weinernte. Auch wenn ich mich bei Veranstaltungen als Vertreter dieses Magazins vorstelle, ist das oft die erste
Assoziation.

Wie heißt es so schön: Viele
Wege führen nach Rom! Meiner brachte mich im Jahre
2006 direkt zu diesem Magazin. Nach jahrzehntelangem
Schaffen als Tageszeitungsjournalist in der DDR und dann
nach der Wende in einem Wirtschafts-Magazin für den Mittelstand, will ich heute mit
meinen Beiträgen aus unserem
vielgestaltigen, schnelllebigen
Alltag im Gespann unseres
kleinen Kollektivs zum Gelingen dieser, unserer „Spätlese“
beitragen. Ich denke auch daran, mit meinem Vorstoß vor
nunmehr sechs Jahren zur Um-

stellung der „Spätlese“ vom
Print-Medium zum OnlineMagazin ein kleines Mosaik zur
weiteren Existenz beigesteuert
zu haben. Der stetig wachsende Zuspruch, die „Spätlese“
anzuklicken, ist doch ein Ausdruck dafür, dass das Internet
als Informations- und Kommunikationsplattform für den einzelnen immer interessanter
wird.
Ich denke, so wird unsere
„Spätlese“ auch in Zukunft
den Seniorinnen und Senioren
im Bezirk Marzahn-Hellersdorf
und natürlich darüber hinaus,
Infos mit Qualität liefern.

THEMA: AUS DEM BEZIRK
WIE

ICH

ZUM

SCHREIBEN

FAND

von Barbara Ludwig
Vor Eintritt ins Rentenalter gab es eine
Zeit, in der ich, nach dem Zusammenschluss beider deutscher Staaten, arbeitslos geworden war. Für mich, die
ich aus der DDR komme, ein Unding!
Was nun, was tun? Ich erlernte einen
dritten Beruf. Trotz Prüfungsabschluss,
des Absolvierens diverser Lehrgänge
sowie einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die eher als Sammelbecken für
Arbeitslose fungierte, gab es keine
Möglichkeit, meine Arbeitskraft, meinen Berufen entsprechend, einzusetzen. Da besann ich mich auf meinen,
seit meiner Jugendzeit gehegten
Wunsch, literarisch schreiben zu können. Einige Gedichte unseres im Krieg
gefallenen Vaters müssen mir wohl den
Weg gewiesen haben. Aber wie sollte
ich meinem Wunsch genügen, wo ich
doch jahrzehntelang nur dienstliche
Schreiben und private Briefe verfasste?
Als ich damals in der DDR einen Zirkel
„Schreibende Arbeiter“ suchte, war
deren Anzahl schon stark reduziert,
weil die Zirkelteilnehmer beim Schreiben nicht nur der vorgegebenen sozialistischen Linie folgten. So fand ich
keine Aufnahme mehr. Doch wie das so
ist, ein Suchender findet, auch noch,

wenn Jahrzehnte dazwischen
liegen. Eines Tages fragte
mich eine Bekannte, ob ich
Lust habe, mit ihr in die Volkshochschule zu gehen, um unser jeweiliges Schreibvermögen zu erweitern? Das war es!
Ich sagte sofort zu. So war es
mir, nach etlichen Jahren der
Arbeitslosigkeit und des Rentenalters, vergönnt, bei der
äußerst kompetenten Publizistin und Theaterwissenschaftlerin Ute Zimmermanns das prosaische und lyrische Schreiben
zu üben. Später sorgte die
Volkssolidarität für einen
Schreibzirkel, den ich besuchte. Dozent war der Schriftsteller Roland Lampe. Danach
konnte ich noch einmal bei Ute
Zimmermanns in einem einmaligen Lehrgang, organisiert
vom Quartiersmanagement,
mein kreatives Schreiben vervollkommnen. Als die Bezirke
Marzahn und Hellersdorf fusionierten, suchten Mitarbeiter
des Bezirksamtes gemeinsam
mit dem ehrenamtlichen Vor-

steher der
Sondersozialkommission,
Rudolf Winterfeldt,
für
die

Barbara Ludwig

„Spätlese“, die damals nur in
Hellersdorf erschien, Mitarbeiter aus Marzahn. Zur Mitarbeit
hatte ich große Lust und sagte
sofort zu. Seitdem, es war das
Jahr 2000, bin ich dem Schreiben für das Seniorenmagazin
„Spätlese“ treu geblieben. Ein
gutes Nebenbei sind unsere
redaktionellen, kollektiven
Zusammentreffen - ein Stück
früherer Arbeitswelt. Ich betrachte das Schreiben als einen Weg, der in eine ganz neue
Richtung meines Lebens führte, ja in eine neue Lebensphase. Das Schreiben gibt mir
Energie, die Schwierigkeiten
des Alters zu minimieren und
die Freude am Leben zu erhalten.

Seite 5

THEMA: AUS DEM BEZIRK
ES

FING

SCHON

FRÜH

AN

von Christa-Dorit Pohle
Schon einige Male bin ich gefragt worden, wie ich denn dazu gekommen sei,
Geschichten zu schreiben. Diese Frage
ist leicht zu beantworten. Wenn in der
Schule von uns verlangt wurde, einen
Aufsatz zu schreiben, war ich immer mit
Begeisterung dabei. Das Thema spielte
keine Rolle, ich musste mich nicht anstrengen, es gelang einfach. Der Lehrer
lobte mich, aber die anderen Schüler
wollten aus mir einen "Streber" machen. Das gelang aber nicht, denn zum
Ausgleich stand ich mit Mathematik
und Chemie auf Kriegsfuß, was mir für
das spätere Leben aber nicht geschadet
hat. In späteren Jahren führte ich einen
umfangreichen Briefwechsel und von
den Briefpartnern wurde mir immer wieder bestätigt, dass es mir gelingt, Reise- und andere Erlebnisse so schildern
zu können, dass der Partner denkt, er
wäre selbst dabei gewesen. Im Berufsle-

ben hatte ich dann überwiegend mit älteren Menschen zu
tun und spürte immer wieder,
dass es mit Freude aufgenommen wurde, wenn ich von Ausflügen, Wanderungen usw. berichtete.
Eine Bekannte erzählte mir
dann von einem Schreibzirkel in
meiner Nähe und meinte, dort
könnte ich mich doch mal vorstellen. Diese Idee fand ich gut
und setzte sie in die Tat um. Im
Spree-Center war damals gerade eine interessante Ausstellung über Australien. Ich
schrieb darüber eine Geschichte, wie leicht es ist, bei einem
Einkaufsbummel in Gedanken
eine Reise in ein fernes Land
antreten zu können. Mit dieser
Geschichte stellte ich mich in

d e m
Schreibzirkel vor
und wurde
nett
aufgenommen.
In diesem Christa-Dorit Pohle
Zirkel lernte ich Herrn Winterfeldt kennen und dann kam das
Angebot, für die Spätlese zu
schreiben. Zuerst hatte ich
Bedenken, ob es denn interessant genug sei für die Leser
der Zeitung, was ich zu Papier
bringe.
Aber Herr Winterfeldt machte
mir Mut und ich bin sehr froh,
dass ich nun schon einige Jahre bei der Gestaltung der Spätlese mitwirken darf.

THEMA: AUS DEM BEZIRK
PRESSEFRÜHSTÜCK" BEIM HEIMATVEREIN
H E L L E R S D O R F E . V . von Waltraud Käß

"

Der Vorstand des Heimatvereins hatte
geladen, um über die Arbeit des vergangenen Jahres und die Arbeitsschwerpunkte des Jahres 2014 zu informieren.
Umfangreich erforschen die Mitglieder
des Heimatvereins die Geschichte des
Stadtbezirks, was durch zahlreiche Publikationen belegt ist. Einmal im Jahr
wird ein öffentlicher Tag der „Regionalund Heimatgeschichte“, der sich 2012
z.B. mit der Verkehrsgeschichte von
Marzahn-Hellersdorf befasste, durchgeführt. Alle Forschungsbeiträge dazu
sind im Heft 10 „Mit Postkutsche, Bus
und Bahn… Zur Verkehrsgeschichte von
Marzahn-Hellersdorf“ nachzulesen. Hier
einige wenige Beispiele aus dem Heft,
welche sie neugierig machen sollen:
Wussten sie z.B., dass es zwischen
Mahlsdorf und Köpenick eine
„Wüstenbahn“ gab, die ihren Namen
dadurch erhielt, dass sie eine lange
Strecke durch unbefestigte Straßen,
also durch eine Sandwüste fahren musste? Wie erreichte man Marzahn, bevor
die S-Bahn-Verbindung eingerichtet
wurde? Es gab nur eine dampfbetriebe-

MARZAHN-

ne Vorortbahnstrecke –
die so genannte Wriezener
B ah n. S i e t r ug d e n
B e i n a m e n
„Milchschnecke“, weil sie
land- und fortwirtschaftliche Güter und Vieh nach
Berlin transportierte. Die
heutige S-Bahn folgt ab
Springpfuhl
der
Stammstrecke dieser
Bahn.
Dass im September 1982 der
Grundstein für einen der größten Straßenbahnbetriebshöfe
in Marzahn gelegt wurde – damals noch kurz vor der Stadtgrenze, auf einer Fläche, die
bis dahin als Schafweide genutzt wurde, wird auch nicht im
allgemeinen Gedächtnis geblieben sein. Alles das und noch
viel mehr kann der interessierte Leser in diesem und anderen
Heften zur Regionalgeschichte
nachlesen. Kaufen kann man
die Hefte außer im Bezirksmu-

Foto: Helene Souza / pixelio.de

seum Marzahn auch in der
Buchhandlung Thiele, Oberfeldstraße in Biesdorf, in der
Kaulsdorfer Buchhandlung in
der Heinrich-Grüber-Straße und
in der Buchhandlung Petras in
der Fritz-Reuter-Straße in
Mahlsdorf. Die Preise sind erschwinglich. Das Heft 10 kostet 6,-€ und bietet bisher unbekannte Einblicke. Der Heimatverein leistet eine umfangreiche Arbeit auch in Kooperation
mit vielen Partnern, so z.B. dem
Bezirksmuseum Marzahn, um
nur einen zu nennen. Man kann

Seite 6
diese Arbeit nicht hoch genug einschätzen. Außerdem gibt es Kontakte zu fünf
Schulen. Insgesamt gehören dem Heimatverein 37 juristische Personen und
107 natürliche Personen als Mitglieder
an. Weitere Interessenten, Wissenschaftler, Historiker, die den Verein als
Mitglieder verstärken möchten sind
herzlich willkommen. Auch eine Förder-

mitgliedschaft ist möglich,
denn für die umfangreichen
Vorhaben werden auch finanzielle Mittel gebraucht. Den
nächsten Tag der „Regionalund Heimatgeschichte“ wird
der Heimatverein zum Thema
„Sportgeschichte im Bezirk“
am 15.11.2014 durchführen.

Ort und Zeit werden rechtzeitig
bekannt gegeben. Der Heimatverein hat eine eigene Website
unter www.heimatvereinmarzahn.de eingerichtet. Sehr
übersichtlich kann sich jeder
Interessent über Kontakte, Arbeitsvorhaben, Publikationen
etc. informieren.

THEMA: POLITIK, WIRTSCHAFT UND SOZIALES
IST

DIE

EHE

NOCH

ZEITGEMÄß?

von Barbara Ludwig
Wollen oder sollen wir heiraten? Fakt
ist, die Ehe ist immer noch ein gesellschaftlicher Zwang. Die Ehepartner sollen bis ans Ende ihrer Tage zusammen
leben. Aber ist der Mensch dafür geschaffen? Aller Wahrscheinlichkeit
nach nicht. Beweise gibt es allerorten
mehr als genug. Ehen werden geschlossen und gelöst. Eine der Ursachen ist
die wachsende Unabhängigkeit und
Selbstständigkeit der Frau durch Bildung und bezahlte Arbeit. Das Wort Ehegatten sagt viel über die Bedeutung einer Ehe aus: Der Zweck ist Nachwuchs
zu zeugen und die Familie zu schützen.
Ist das getan, hat sich die Ehe eigentlich erledigt, wenn nicht die von den
jeweiligen gesellschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten geschaffenen materiellen und rechtlichen Bedingungen
die Lage bestimmen würden. Die Scheidungen mehren sich von Jahr zu Jahr,
obwohl wir eine freie Partnerwahl haben. So schnell also verlischt das Feuer,
weil es nur ein Strohfeuer ist, das mit
Liebe verwechselt wird. Wirkliche, wahre Liebe hat es schwer, beide Herzen für
einander für ihr ganzes Leben zu gewinnen. Aber sie schafft es gar nicht einmal so selten. Nichts kann den Bund
ihrer Ehe erschüttern. So gesehen wäre
ihrerseits ein schriftlich geschlossener
Heiratsvertrag unnötig. Sie genügen
lediglich der geforderten Schriftform.
Das Ehebündnis ist in erster Linie ein
wirtschaftlicher Zusammenschluss, der
Stabilität und Sicherheit gewährleisten
soll. Die Menschheit hat sich so eine
Ordnung geschaffen, nicht nur zur gegenseitigen ökonomischen Absicherung, sondern auch der ungehemmten
Leidenschaft sexueller Triebe wegen,
die durch eine feste Bindung weitge-

hend beherrscht werden können.
Keine Frage: Eine konstante,
liebevolle Verbindung ist für
ein harmonisches Leben sehr
sinnvoll. Zumal wenn Kinder
die Partnerschaft vervollständigen. Kinder sind eine besondere Überlegung wert und würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Zu klären wäre: Ist ein schriftlicher Vertrag, der die Ehe besiegeln
soll, vonnöten? Eine stabile
eheähnliche Gemeinschaft
bewirkt doch Gleiches? Im
Grunde besteht keine Notwendigkeit, aber Kirche und Staat
halten an der vielleicht bereits
unzeitgemäßen, althergebrachten Form fest und binden
materielle sowie rechtliche
Vorteile daran. Ein Heiratsvertrag hat erst einmal mit Liebe
nichts zu tun. Aber die Liebe
sollte niemals fehlen, denn
sonst wird seine Erfüllung zum
Albtraum. Dann werden Rechte
und Pflichten niemals Herzensangelegenheiten sein, sondern
Drangsal. Eine derartige Ehe
wird zur Lebenslüge, denn in
unserer Welt, so heißt es, sei
Liebe eine Voraussetzung für
ein Ehebündnis. Dann erst rangiert die materielle Absicherung. Leider verwechseln Viele
die Liebe mit sexueller Leidenschaft. Dann wächst nach dem
ersten Rausch auseinander,
was zusammen gehören sollte.
Die Paarbildung ist ein Bedürfnis, aber die Ehe, auch die Le-

Foto: Martin Berk / pixelio.de

bensgemeinschaft dürfen nicht
idealisiert werden, weil sie daran zu Grunde gehen können. Der
Realität ins Auge zu sehen, ist
allemal wertvoller, als sich
selbst zu verblenden. Ansonsten
kommt es in den meisten Fällen
früher oder später zum Bruch.
Es gibt Ehen, die scheinbar halten, weil die Eheleute nach außen hin glauben machen, sie
verstünden sich, im Grunde aber
sind sie sich gleichgültig. Oft
sind sie zu bequem, um die Mühen einer Eheauflösung auf sich
zu nehmen. Nicht wenig ist auch
Angst vor Gewalt und Verlust von
Sach- und Geldwerten im Spiel,
denn Ehe und Familie sind an
das Privateigentum gebunden.
Also doch lieber eine eheähnliche Gemeinschaft? Dann haben
Staat und Kirche kaum eine
Möglichkeit, dem Paar Vorschriften aufzubürden. Es ist weitgehend unabhängig, muss aber
auch bereit sein, stark eingeschränkte Rechte anzuerkennen.
Es ist schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. Am besten scheint es, erst eine soge-

Seite 7
nannte „wilde Ehe“ zu führen, zu prüfen und bei Eignung zu heiraten. Das
Feuer allerdings ist dann meist verloschen, aber ein liebenswerter,

freundschaftlicher, respektvoller Umgang ist wichtiger, er fördert das seelische Gleichgewicht und gibt Sicherheit in al-

len Lebenslagen. Heiratet oder
heiratet nicht, es wird schon
schief gehen.

THEMA: POLITIK, WIRTSCHAFT UND SOZIALES
HAKENZEICHEN
von Ursula Maria Raupach
Zeichen werden zu allen
Zeiten gesetzt.
Diese
sogen a n n t e n
Zeitzeichen
können - in
ihrer Bedeutung
gleichbleibend
–
Jahrhunderte,
ja sogar JahrUrsula Maria Raupach
tausende überdauern. Meist weisen sie auf den Bewusstseinszustand der Menschen hin,
die ihnen zugeneigt sind. Leider aber
können solche Zeichen zweckentfremdet und missbraucht werden.
Helle, leuchtende Symbole des
Glücks, deren Bedeutung für beschränktes Begreifen sowieso niemals irdischer Realität entsprechen
kann, passt man mit viel Geschick
eigenem machtdurstigem Tatendrang
so an, dass sie vor sich selbst erschräken, könnten sie sich dessen
bewusst werden. Betrachten wir zum
Beispiel das Zeichen der Swastika
oder des Sonnenrades. “Svasti“ heißt
im Sanskrit Glück. Es ist ein über
fünftausend Jahre altes religiöses
Zeichen in Kreuzform, dessen Enden
rechtwinklig umgebogen sind. Damals von den Indus und heute von

sehr vielen Menschen vor allem
Asiens verehrt. Sonne, so weiß
man auch in unseren Breitengraden, bedeutet Licht und Lebensfreude. Welche Freude aber erwartete und erwartet die Erdenbürger, die sich hier in Mitteleuropa unter dem gleichen Zeichen
formierten und formieren? Noch
einmal fürs Gedächtnis: Gekreuzte Balken, deren Enden im
rechten Winkel gebogen sind;
hier angeblich Runen der Vorfahren, der Frühgermanen, und als
solche auch “Thors Blitze“ genannt. Diese Blitze stehen jedoch – im Gegensatz zur Swastika – auf der Spitze eines der
Winkelbalken. Ist dieser äußere
Unterschied auch klein, im
zweckentfremdeten Inhalt des
Zeichens muss er gewaltig sein.
Intelligente Leute warnen vor
diesem missbrauchten Symbol,
sie meinen, dass man sich damit
niemals identifizieren soll. Die
Spitze des Zeichens wird nämlich gewandt ganz tief in verkleisterte Hirne gebrannt. Dort
hält sie sich widerhakend fest
und verbreitet Schrecken, viel
schlimmer als Pest. Wütender
Hass nur kann in solchen dumpfen, dummen Köpfen noch

Foto: Pampieni / pixelio.de

schwadronieren, die von genannten Blitzen getroffen zu
Bestien marionettieren.
„Opposition, nur Opposition!“
nehmen die Hakenverzierten
jetzt Position (Hatten wir das
nicht schon???), und sie marschieren und protestieren. „Nur
die arische Rasse ist auserkoren, wäre sie nicht, wäre die
Welt verloren!“??? Warum
nachdenken? Mitmachen! Einfach mit denen, die da wieder
mitlaufen, mitlaufen! So wie
ehemals “mit ruhig-festem
Schritt“ alles Bestehende zertrampeln, vernichten! Zuletzt
sich selbst! Würdelos! Würde
es solchen Losgelassenen wieder gelingen, mit ihrem missbrauchten Hakenzeichen ein
Zeitzeichen zu setzen!
Anmerkung der Redaktion:
Frau Raupach war vom
01.03.2000 bis zum 01.03.2003
Mitglied der Redaktion.

THEMA: KULTUR, KUNST UND WISSENSCHAFT
SCHLOSS

DOBERLUG:

"…

WO

PREUßEN

SACHSEN

KÜSST"

von Ursula A. Kolbe
Doberlug-Kirchhain, sein Schloss Doberlug vor allem, markieren künftig
einen Punkt in der wechselvollen Geschichte Südbrandenburgs. Aktuell
geht es um die Erste Brandenburgische Landesausstellung im Schloss
Doberlug unter dem Titel „Preußen
und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft“. Vom 7. Juni (Pfingst-

Sonnabend) bis zum 2. November 2014 wird hier die spannungsreiche Bezi ehung der
Nachbarländer Preußen und
Sachsen im Laufe der Geschichte thematisiert. Ob Kurhut, Kronen, wertvolle Gemälde und
prachtvolle barocke Schatzkunst, aber auch historische Do-

kumente wie die kursächsische
Ratifikation des mit Preußen
1763 geschlossenen Hubertusburger Frieden, ebenso aussagekräftige Alltagsgegenstände
wie die Normalgewichtssammlung des Leipziger Rates um
1720. Rund 300 hochkarätige
Leihgaben, national wie inter-

Seite 8

Foto: Stadt Doberlug-Kichhain / Lehmann

national, führt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in
Potsdam auf 800 Quadratmetern in
15 Räumen des Schlosses zusammen.
Beleuchtet werden Eigenart und Bedeutung der preußisch-sächsischen
Beziehungen, ihre Höhen und Tiefen,
ihre Licht- und Schattenseiten.
Szenen der „Beziehungskiste“ beider
Länder von Mitte des 17. bis zum 19.
Jahrhundert. Und nicht zuletzt dabei
auch die Klischees von Sachsens
Glanz und Preußens Gloria. Verblüffend und in der Tat wahrlich einen
Überraschungseffekt hervorrufend ist
der Videospot „…wo Preußen Sachsen
küsst“, ein Kurzfilm zur Ausstellung
von Studenten der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen
„Konrad Wolf“. Er ist bereits jetzt auf
www.joutube.de zu sehen. Man kann
auch www.brandenburgischelandesausstellung.de
oder
www.vineo.com anklicken.
Anlass für die große kulturhistorische
Schau ist das 200. Jubiläum des Wiener Kongresses von 1814/15, in dessen Folge nach den Napoleonischen
Kriegen Europa neu geordnete wurde.
Die Region „… wo Preußen Sachsen
küsst“ war davon unmittelbar betroffen. Denn in deren Auswirkung ist das
heutige Südbrandenburg mit der Niederlausitz von Sachsen an Preußen
gefallen und damit auch das Schloss
Doberlug im Landkreis Elbe-Elster.
Das einst sächsische RenaissanceSchloss erlebt jetzt eine neue Blüte.
Seit 1815 zu Brandenburg gehörend,
wurde es zu DDR-Zeiten von der Nationalen Volksarmee (NVA) als Kaserne
genutzt und wird jetzt zum ersten Mal
in seiner Geschichte der Öffentlich-

keit zugänglich gemacht.
Ein sächsischer Kurfürst ließ
das Schloss in der ersten Hälfte
des 17. Jahrhunderts auf dem
Areal des Klosters Doberlug
(Dobrilugk) errichten, des ältesten Zisterzienserklosters zwischen Elbe und Elster.
Der Bau, eigens für diese Ausstellung für 16 Millionen Euro
saniert, zählt zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der preußisch-sächsischen Geschichte.
Es gilt als „Perle Brandenburgs“. Ist nicht nur Ort der Ausstellung an sich, sondern auch
Exponat selbst. Noch kurz angemerkt: Schirmherren dieser geschichtsträchtigen Ausstellung
sind die Ministerpräsidenten
beider Länder: Der Niederlausitzer Dr. Dieter Woidke von Brandenburg und der Oberlausitzer
Stanislaw Tillich von Sachsen.
Sie repräsentieren ein wichtiges
Kooperationsvorhaben zwischen
beiden Ländern. Die Entdeckung
der gemeinsamen Geschichte
auch mit Hilfe dieser Schau
trägt dazu bei, die Identität der
Menschen mit ihrer Heimat zu
vertiefen.
Mit Reisebegleiter auf Spurensuche
Passend zu dieser Landesausstellung haben Peter Langen und
Anne-Kathrin Ziesack für das
Haus der BrandenburgischPreußischen Geschichte die interessante Publikation
„Sächsisches Brandenburg. Eine
Spurensuche“, verfasst von der
Kunsthistorikerin Iris Berndt,
herausgegeben. Das Anliegen:
Im Süden des heutigen Brandenburg ist es irgendwie anders als
im Rest des Landes. Ungewöhnliche Kirchtürme, manche Postmeilensäule oder
an der
Schwarzen Elster ein weicher
Dialekt, der aus einem Tännchen
ein „äddchen“ macht. Kein Wunder, die Gegend gehörte ja bis
1815 zu Sachsen. Also ist das
Buch auf Spurensuche nach die-

sem Andersartigen. Sozusagen
als Ergänzung der Exponate. Gefunden wurde mehr als erwartet.
Neben Geschichten von alten
Mauern und großer Kunst sind
es die persönlichen Begegnungen, die nachdrücklicher als lange Abhandlungen über Gefühle
von Grenzen und Zugehörigkeit
sprechen. Ein kulturhistorischer
Reisebegleiter.
In diesem Zusammenhang möchte ich den Blick noch auf eine
weitere Neuerscheinung richten,
das unter dem Titel „Preussen,
Sachsen, Brandenburg. Nachbarschaften im Wandel“ zum
diesjährigen Kulturjahr des märkischen Landes vom Haus der
Brandenburgischen Gesellschaft
für Kultur und Geschichte im
Verlag KOEHLER & AMELANG
herausgegeben wurde. In 14 Geschichten wird der Wandel der
nachbarschaftlichen Beziehungen beleuchtet, der Veränderungen in dieser Grenzregion im 20.
und 21. Jh. sowie der Alltag dreier ehemals sächsischer Dörfer
aufgezeigt.
So auch die Geschichte der Nähmaschine „VERITAS“, deren Produktion in Dresden begann und
in Wittenberge endete. Geschildert wird die Rekultivierung ehemaliger Tagebaugebiete zum
Lausitzer Seenland, hat Görlitz
Erinnerungen an das preußische
Schlesien.
Fahrverbindungen
Doberlug ist Bahnknotenpunkt
der Hauptverbindungen BerlinDresden und Cottbus-Leipzig.
Bus-Shuttle vom Bahnhof zum
Schloss (Pestalozziplatz) – ca.
30 Min. Infos zu den Bus- und
Bahnfahrplänen unter
www.brandenburgische–landesausstellung.de und www.VBB.de.
Parkplätze direkt am Schlossund Klosterareal
Öffnungszeiten: täglich, auch
feiertags, außer Montag, aber
Pfingstmontag geöffnet.

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THEMA: KULTUR, KUNST UND WISSENSCHAFT
MAN

MÜSSTE

NOCH

MAL

ZWANZIG

SEIN

…

von Waltraud Käß
.. und so verliebt wie damals…Ach das
waren noch Zeiten. Welcher Mensch im
fortgeschrittenen Alter hatte noch nie
den Wunsch, die Lebensphase der Altersweisheit gegen das Lebensgefühl
der jungendlichen Unbekümmertheit zu
tauschen? Ich jedenfalls summe diese
Liedzeile eines alten Schlagers oft leise
vor mich hin. Natürlich verklären sich
mit den Jahren die Daseinsbedingungen
und -formen von damals. Obwohl: Auch
das Leben mit zwanzig hat seine Tücken
und Kümmernisse, jede Generation hat
da ihre eigenen, spezifischen Erfahrungen gemacht und macht sie auch heute.
Als ich zwanzig Jahre alt war, lebte ich
in einem anderen Staat als heute. Die
Deutsche Demokratische Republik war
noch jung, gerade mal elf Jahre alt, und
sie hatte noch immer mit den Auswirkungen des 2. Weltkriegs zu kämpfen.
Doch schon war dieser junge Staat gezwungen, sich gegen Angriffe von außen
zu schützen. Allerdings gab es den
„antifaschistischen Schutzwall“, wie
wir ihn nannten bzw. die „Mauer“ oder
den „Eisernen Vorhang“, wie ihn die Gegenseite nannte, noch nicht. Aber er
zementierte ein Jahr später die Teilung
Deutschlands auf lange Zeit und war die
Trennlinie zwischen zwei Gesellschaftssystemen. Damals schrieb ich auch
noch keine Beiträge für die „Spätlese“
– dass es dieses Magazin einmal geben
würde, und dass es sich nun schon
zwanzig Jahre lang am Markt behauptet,
war nicht abzusehen. Doch dieser runde
Geburtstag regte mich zum Nachdenken
darüber an, wie mein Leben verlief, als
ich zwanzig war. Wir jungen Menschen
in der DDR organisierten unser Leben.
Mit achtzehn Jahren volljährig, entschieden sich die meisten nach erfolgter Berufsausbildung, während oder
nach dem Studium zu heiraten und eine
Familie zu gründen. Wohnraum war in
dieser Zeit knapp, man war noch dabei,
die Trümmer des 2. Weltkriegs zu räumen, das Wohnungsbauprogramm wurde
erst zwölf Jahre später in Gang gesetzt.
Unter diesen Bedingungen gründete
auch ich meinen Hausstand mit 20 Jahren. Der knappe Wohnraum, ein Zimmer,
musste zweckmäßig eingerichtet wer-

den. Ein Kleiderschrank, Wohnzimmerschrank mit Anrichte,
ein Tisch, zwei Sessel, eine Doppelbettcouch, in der ich tagsüber das Bettzeug verstecken
konnte, alles der damaligen
Mode entsprechend, waren die
ersten Einrichtungsgegenstände. Teilzahlungskredite, später
dann die Ehekredite, halfen den
jungen Familien, auch mir, bei
der Gründung ihres Hausstandes. Meistens kam dann da und
dort innerhalb kurzer Zeit noch
ein Kinderbett dazu. Die Ausstattung mit technischen Geräten war noch nicht umfangreich
bzw. manches noch nicht erfunden. Ich z.B. habe noch lange
Zeit die Wäsche in einem großen Topf auf dem Herd gekocht,
und auf einem Waschbrett in
einer Zinkbadewanne durchgerubbelt. Das war Schwerstarbeit. Am „Waschtag“ waren alle
Frauen genervt. Die jungen Leute von damals werden sich noch
gut daran erinnern können. Was
für ein Vergnügen, als endlich
eine Waschmaschine, eine WM
66, zur Verfügung stand. Für
die externe Schleuder musste
dann noch ein wenig gespart
werden. Unvorstellbar für die
heutige Generation, geht man
vom herrschenden Komfort und
der technischen Ausstattung
der Gegenwart aus. Die Widrigkeiten des Alltags beeinträchtigten jedoch nicht unsere Lebensfreude. In den Betrieben
und wissenschaftlichen Einrichtungen der DDR wurde an der
Hebung des Lebensstandards
gearbeitet, wir alle waren ja
durch unserer Hände Arbeit daran beteiligt. Bald schon wurde
der Urlaub nicht nur an der Ostsee oder im Harz verbracht. Die
Reisen führten dann ins Ausland, nach Ungarn oder Bulgarien und bis an den Baikalsee in
der Sowjetunion oder nach Kuba. Und vor der einen oder an-

Foto: www.Rudis-fotoseite.de / pixelio.de

deren Haustür stand inzwischen für die jungen Leute ein
Moped oder für die Familie das
heiß begehrte Auto, der Trabant, heute ein Kultobjekt. Wir
erlebten Höhepunkte und meisterten Katastrophen. Wir führten ein ganz normales Leben.
Im Laufe eines Lebens trennt
man sich nicht nur von Ehemännern oder -frauen, sondern
auch von Gebrauchsgegenständen, die man eine kurze oder
längere Zeit benutzt hat. Neue
Erfindungen kommen als neue
Konsumgüter auf den Markt.
Die Leipziger Messe hat viele
Jahre lang gutes DDR-Design
gezeigt, welches von den Versandhäusern der Bundesrepublik gern in ihr Verkaufsprogramm aufgenommen, leider
nicht immer der DDRBevölkerung zur Verfügung gestellt wurde. Es war eine logische Folge des Umbruchs, dass
mit dem Beitritt zur Bundesrepublik viele Gebrauchsgüter
der DDR im Nirwana verschwanden. Doch es gibt ein so genanntes „DDR-Museum“, der
offizielle Name lautet
„Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR“ in Eisenhüttenstadt. Die Sammlung der
rund 170 000 Alltagsgegenstände wurde vor allem durch
mehr als 2000 Schenker zusammengetragen. Verständlicherweise kann nur ein Bruchteil davon in der Dauerausstellung, weitere Stücke in Sonderausstellungen, gezeigt werden. Die Sammlung umfasst
Gegenstände wie Möbel, technische Geräte, aber auch Foto-

Seite 10
grafien, Tonträger und vieles mehr.
Eine sehr lobenswerte Initiative der
Erinnerungskultur, die mich neugierig
machte. Und so fuhr ich eines Tages
spannungsgeladen über Frankfurt/Oder nach Eisenhüttenstadt. Die
Stadt, die erste neue Stadt in der
DDR, die von 1953 – 1961 den Namen
Stalinstadt trug, empfing mich ungnädig. Nirgendwo auf dem Bahnhof entdeckte ich einen Hinweis auf das genannte Museum. Auch wenn man den
Bus ab Bahnhof benutzt, ist von der
angegebenen Haltestelle Rathaus aus
die Adresse Erich-Weinert-Allee 3
nicht leicht zu finden. Wenige Menschen auf der Straße, die ich fragen
konnte. Einige von ihnen waren ratlos.
Nirgendwo ein Hinweis – es fehlt am
Geld, wie mir eine Mitarbeiterin des
Museums verriet. Aber da steht dieses
Museum nicht allein. Das Dokumentationszentrum ist in einer ehemaligen Kinderkrippe untergebracht. An
die vorherige Funktion des Hauses
erinnert eine bleiverglaste Fenstergestaltung von Walter Womacka „Aus
dem Leben unserer Kinder“. Es hielten
sich mehrere Besucher an diesem Tag
im Museum auf und so hörte ich
manch erstaunten, freudigen Ausruf –
Guck mal, ach das hatte ich ja total
vergessen-oder- Das gibt’s ja nicht.
Das stand doch bei uns auf der Anrichte-oder-Das waren noch Zeiten,
als ich Karo geraucht habe. Das gab
es also, das Wiedererkennen des Vergangenen. Auch ich erinnerte mich
wieder an viele Gegenstände und die
damit verbundenen Episoden. Mit dem
Starkreiniger „Imi“ z.B. hatte ich oft
stark verschmutzte Wäsche eingeweicht. Mit den Geldscheinen der
Deutschen Notenbank der DDR (MDN)
hatte ich meine Einkäufe bezahlt. Der
10-Mark-Schein trug das Konterfei
von Schiller, auf dem 20-Mark-Schein
war Goethe verewigt, die 50- und 100Mark-Scheine waren mit den Köpfen
von Engels und Marx versehen. Die
waren mir bereits aus dem Gedächtnis
entschwunden. Wir haben sie ja gegen
andere Köpfe getauscht. Auch ich habe Damenstrumpfhosen von Esda getragen, habe das Schaumbad Badusan
benutzt, habe mit großem Interesse
die Zeitschriften „Kultur im Heim“,
die „Für Dich“, die „Sibylle“ oder

„Das Magazin“ gelesen. Ich habe Schmuckblatt-Telegramme zu
Jubiläen versandt und das erste
Tonbandgerät in meinem Haushalt trug den Namen „Smaragd“.
Heutzutage wird schnell mal
über das Handy eine SMS zum
Geburtstag geschickt. Besonders an solchen Objekten kann
man die rasante, technische
Entwicklung nachempfinden.
Und das Brot! Für ein 1,5-kg
Roggenbrot zahlte ich damals
0,78 M. Lebensmittel waren subventioniert. Das wurde als
selbstverständlich hingenommen. Diese Subventionen für
viele Waren des täglichen Bedarfs waren schließlich ein Teil
der so genannten „zweiten Lohntüte“. Die ausgestellten Gegenstände und Materialien sind das
Eine. Wie man sie darstellt, in
welchen Kontext sie gestellt werden, wie ihr Umgang damit kommentiert wird, ist das Andere. Es
ist mir z.B. ein Rätsel, warum
der Motorroller „Schwalbe“ das
zentrale Objekt des Ausstellungsraums „Familie“ ist. Im
Begleitkatalog zur Ausstellung
lese ich „…dass er in der DDR
vor allem als praktisches Transportmittel diente und als Fahrzeug für die berufstätige Frau
galt. In Verbindung mit einem
Einkaufsnetz verweist die
„Schwalbe“ auch auf die Doppelbelastung der Frau zwischen Beruf und Familie.“ Ein sehr weit
hergeholtes Konstrukt. Dass
Frauen durch Beruf und Familie
überall auf der Welt einer Doppelbelastung unterliegen, ist
fast schon so lange bekannt wie
das Amen in der Kirche. Da muss
man nicht explizit die Doppelbelastung der Frau in der DDR hervorheben. Nur so nebenbei vermerkt man, dass die Aus- und
Weiterbildung der Frauen gefördert und durch sozialpolitische
Maßnahmen unterstützt wurde.
Es wäre für den Besucher doch
interessant zu erfahren, dass die
DDR unter starker internationaler Beteiligung bereits im Jahre
1976 ein Internationales Jahr

der Frau mit wissenschaftlichen
Veranstaltungen und der Vergabe von Forschungsthemen an
Hochschulen und Universitäten
gestaltet hat. Themen wie „Die
Frau in der Familienerziehung“,
„Die Frau in der Landwirtschaft“, „Rechtsfragen der Stellung und Förderung der Frau in
der DDR“ oder „Die Verantwortung der Gewerkschaften für die
berufstätige Mutter“ beleuchteten viele Aspekte der Gleichberechtigung, von der die Frauen in
der BRD zu diesem Zeitpunkt
noch träumten. Ich musste an
die Unterstützung meines Betriebes denken, der mir mit Studienförderungsvertrag, finanziellen Mitteln usw. über die Zeit
des Fernstudiums hinweg half.
Das in den Vordergrund zu stellen, passt natürlich nicht in die
heutige politische Landschaft.
Ich denke, dass die jungen Frauen von heute auch nicht unbelastet sind, ja womöglich haben sie
es noch schwerer, Beruf, Familie
und Kinder unter einen Hut zu
bringen, wenn ich nur an die unbefriedigende Situation der Kinderbetreuung denke. Klar, die
Frauen von heute fahren Auto.
Stellt man in vielen Jahren vielleicht ein Auto mit einem Einkaufskorb als zentrales Objekt in
einen Ausstellungsraum für die
„Familie“? Es fiel mir an vielen
Stellen auf, dass man uns DDRBürgern in dieser Ausstellung
das Leben erklären will, wie wir
es eigentlich gar nicht gelebt
haben. Zitat Begleitkatalog „Es
wird deutlich, dass das politische System weder eine kritische oder gar oppositionelle politische Position erlaubte, noch
für eine Zivilgesellschaft Raum
ließ.“ Diesen Standpunkt kann
ich nicht teilen. Und erneut stelle ich mir die Frage: Wo bleibt
die Objektivität in der historischen Aufarbeitung der Geschichte der DDR?
Insofern bin ich von meiner Erinnerungsreise mit sehr gemischten Gefühlen zurück gekommen.
Es waren keine nostalgischen,

Seite 11
sondern realistische Erinnerungen,
die mich zu dem Schluss kommen ließen, dass ich doch mit zwanzig Jahren
eine gute Zeit hatte, die ich mir auch
nicht übel reden lasse. Dass die technische Entwicklung weit fortgeschritten ist, ist für die Menschheit ein Segen. Den damit einher gehenden Kom-

fort von heute möchte auch ich
nicht mehr missen. Also: Alles
hat seine Zeit. Zwanzig war damals – heute ist heute. Und die
Altersweisheit ist ja auch nicht
zu verachten.
Mit dem Regio ist Eisenhüttenstadt vom Ostbahnhof aus über

Frankfurt/Oder schnell zu erreichen.
Das Museum hat Di-So von
11.00 – 17.00 Uhr geöffnet.
Informieren können sie sich
auch vorher im Internet unter
www.alltagskultur-ddr.de

THEMA: KULTUR, KUNST UND WISSENSCHAFT
"GLÜCK

AUF!"

SEIT

800

JAHREN

IM

ERZGEBIRGE

von Ursula A. Kolbe
Glück auf! Dieser Ruf lebt im Erzgebirge immer noch. Entlang der SächsischBöhmischen Silberstraße z. B. reihen
sich die Zeugen der verschiedenen
Bergbauepochen wie Perlen an einer
Schnur aneinander. Zwischen Zwickau
und Dresden zeigt der rund 275 km
lange alte Handelsweg noch immer
eindrucksvoll Spuren des Alltags von
damals. Fest verwurzelt sind auch heute noch die jährlichen Bergparaden,
20 an der Zahl. Knapp 30 Besucherbergwerke, historische Bergstädte mit
ihren prächtigen Hallenkirchen und
Bergbaudenkmäler ziehen die Besucher aus Nah und Fern in ihren Bann.
Vor nunmehr über 800 Jahren wurde in
der Region das Erz gefunden, und man
begann, den wertvollen Schatz zu heben. Unzählige Stollen und Schächte,
Hammerwerke und Schmelzhütten entstanden. Nach und nach entwickelte
sich eine Industrieregion, deren Ruf in
die bis dahin arme Gebirgsregion Tausende Menschen folgten. Neuer Reichtum entstand und mit ihm prächtige
Städte. Marienberg z. B. – komplett
auf dem Reißbrett entstanden. Mit
dem Bergbau entwickelten sich auch
die Weihnachtstradition und die Handwerkskunst des Erzgebirges, Sitten
und Bräuche, die bis heute lebendig
sind und vielerorts gerade zur Weihnachtszeit auch in unseren Heimen
Stimmung einziehen lassen.
Ebenso sind herausragende Kulturschätze ein Spiegelbild dieser Zeit:
Der Freiberger Dom mit seiner Silbermann-Orgel - bedeutendster Orgelbauer der Barockzeit -, das GottfriedSilbermann-Museum auf Schloss Frauenstein und viele andere.
Die Sammlung Terra Mineralia in
Schloss Freudenstein zeigt über 3.500

Minerale, Edelsteine und
Meteoriten aus aller Welt,
im Erlebnismuseum
„Manufaktur der Träume“
sind über 1.000 Sammlerstücke erzgebirgischer
Volkskunst aus vier Jahrhunderten zu sehen. Einzigartige Erlebnisse in außergewöhnlichen Spielstätten
über und unter Tage bieten
die „artmon-Kulturtage“.

Tourismusverband Erzgebirge e.V. / R. Gaens

1. Erzgebirgische Bergbautage
Das alles macht das Erzgebirge
zu einer unverwechselbaren Region. Sie ist eine europaweit
einzigartige Kulturlandschaft,
deretwegen die Region den
UNESCO-Welterbetitel anstrebt.
Und das jedem Interessierten
nahe zu bringen, finden erstmals am 31. Mai und 1. Juni die
1. Erzgebirgischen Bergbautage
unter dem Motto „Montane Kulturlandschaft“ statt. Beleuchtet werden 800 Jahre Erzbergbau und das Erzgebirge insgesamt auf dem Weg zum UNESCOWeltkulturerbe. Acht Jahrhunderte Bergbau führten zu einer
einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die
wiederum eine Kulturlandschaft
von universellem Wert hervorbrachte. Dies gilt es zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Auch heute noch lebt allerorten
das Brauchtum der Hauer und
Steiger, der Bergleute. Fest verwurzelt im Alltag das herzliche
„Glück auf“. Führungen überund untertage sowie Veranstaltungen unter dem Motto mit

besonderem Bergbaubezug geben einen Vorgeschmack auf all
das. So die Fördertechnik der
Wismut in Aktion, eine Schauvorführung an einem Pferdegöpel,
die Arbeit mit Eisen & Schlägel
kennen lernen u. v. m. alle Tipps
und Veranstaltungshinweise aufzulisten, würde hier zu weit führen. Klicken Sie bei Interesse
einfach www.erzgebirgetourismus.de/bergbau-kultur
an. Auch Partner im tschechischen Teil des Erzgebirges werden an diesen Erlebnistagen ihre
Türen öffnen, so z. B. im Besucherbergwerk „Zeme Zaslibenà“
Medenec (Gelobte-Land-Stolln,
Kupferberg)oder „Stary Martin“
(Alter Martin) in Krupka.
In den "Marie Louise Stolln"
eingefahren
Am letzten Tag des Jahres mittags hatte ich ein Erlebnis
durchaus besonderer Art: Einen
„Kleinen Silvester-Bergwerksschmaus“. Und zwar im Besucherbergwerk „Marie-LuiseStolln“ in Bergggießhübel. Da in
Berlin ansässig und nicht unbedingt mit der Geschichte der
Region vertraut, hatte ich mich

Seite 12
im Vorfeld damit ein wenig vertraut
gemacht. Mit der Eröffnung dieses
Besucherbergwerkes Pfingsten 2006
lebte im Gottleubatal wieder eine
Bergbautradition auf, die sich hier bis
ins Jahr 1388 zurückverfolgen lässt.
Um 1400 herum hatte man in Berggießhübel das ergiebigste Eisenerzvorkommen entdeckt. Abbau und Verhüttung aus dem „eysing berg“ erlebte vor dem 30jährigen Krieg seine erste Blütezeit. Bald gab es im ganzen
Revier etwa 90 Zechen. Über 40 Hammerwerke und Gießhütten verarbeiteten das Erz zu Waffen, Halb- und
Werkzeugen. Viele Höhen und Tiefen
folgten, auch die Entdeckung der ersten Heilquellen 1717 und 1722 sei
erwähnt. Sie legten den Grundstein
für die Entwicklung des Kurwesens.
Im 19. Jahrhundert blühte der Bergbau wieder auf. In der Folgeperiode
vermerken die Chronisten u. a. Erz für
den Bau der Gottleubatalbahn und der
berühmten Elbebrücke „Blaues Wunder“ in Dresden.“ Zurück zum „Marie
Louise Stolln“ und auf zur Führung.
Der Stollen wurde übrigens 1726 aufgefahren, d. h. die bergmännische
Arbeit begann. Bei Temperaturen zwischen 8 und 10 Grad C gelangten wir

nach rund einer Stunde untertage durch enge Stollen zum Mutter-Gottes-Lager mit seinem unterirdischen See. Wir passierten
u. a. den Emma-Schacht, entdeckten manch geologische
Kleinod. Dabei fielen Begriffe
wie ‚der Bergmann geht nicht in
den Berg’, sondern er fährt,
egal, ob zu Fuß oder kriechen
oder mit einer Grubenbahn einfahren. Eine Fahrt ist eine Leiter, und die Luft im Stollen heißt
Wetter. Am Ziel angekommen,
mit durchaus sehr engen Stellen
– ohne den obligatorischen
Schutzhelm hätte ich mir im
wahrsten Sinne des Worte dicke
Beulen am Kopf gestoßen – lud
uns unser Bergführer zum rustikalen Schmaus mit leckerem
Kartoffelsalat und Würstchen,
saurer Gurke und Speckfettbemmen ein. Natürlich fehlten auch
Glühwein und Tee nicht. Satt und
zufrieden traten wir leicht beschwingt den Rückweg zum Ausgangsort an. Bevor wir aber diese interessante Stätte wieder
verließen, erfuhren wir noch von
weiteren Veranstaltungen wie

den Märchenschichten, Untertage-Konzerten, den Osternestern
– die während der Führungen an
diesen Feiertagen für jeden versteckt werden – von Halloween
am jeweils 31. Oktober. Auch
Mettenschichten, wie die letzte
untertage gefahrene Schicht vor
Weihnachten bezeichnet wird,
finden statt. Und natürlich Kinderveranstaltungen vielfältigster
Art, wie auch jetzt am 1. Juni,
dem Internationalen Kindertag.
Ein kurzer Hinweis auch noch auf
den Ruhestollen mit über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, sonders
geeignet für Gäste mit Atemwegsbeschwerden und Allergien
zu deren Linderung.
Ausführlich unter: www.marielouise-stolln.de.
Schließlich wieder draußen an
der frischen Winterluft richteten
sich unsere Gedanken dann auf
den Silvester-Abend in der kleinen Dorfgaststätte (mit Übernachtung) in Beerwalde, wo wir
gemütlich das Jahr 2013 (mit
hervorragendem Büfett) ausklingen ließen. Glück auf!

THEMA: KULTUR, KUNST UND WISSENSCHAFT
LICHTBLICK

AM

NACHMITTAG

von Christa-Dorit Pohle
Meine Freundin und ich waren wieder
einmal zu Besuch im Kulturforum Hellersdorf. Es war der 7. Februar, blauer
Himmel, Sonnenschein, es lag fast
Frühlingsahnen in der Luft. Lukas Natschinski mit seinem Programm "Swing
am Nachmittag" erwartete uns. Dieser Nachmittag wurde zu einem besonderen Erlebnis für uns. Es machte viel
Freude, diesem jungen Mann, der
trotz seiner Erfolge geerdet bleibt,
seine herzerfrischende Natürlichkeit
bewahrt hat, zuzuhören und zuzusehen. Mit seinem Spiel auf der Gitarre
und dem Klavier riss er uns Zuhörer
mit in die Welt der Musik und ließ uns
unsere Wehwehchen vergessen. Und
dann gab es auch noch eine Überraschung für uns. Seine Eltern Gerd Natschinski und Frau Gundula waren an-

wesend. Vater Gerd ein bekannter Komponist und Mutter Gundula ist Sängerin und
Schauspielerin. Wir konnten
sie viele Jahre auf der Bühne
des Metropol-Theaters bewundern. Man merkte den
Beiden an, dass sie sehr
stolz sind auf die Leistung S.Hofschlaeger/pixelio.de
ihres Sohnes. Lukas wurde am
noch viele Erfolge und dass er
15. Februar 19 Jahre alt, seinen
alle seine Träume verwirklichen
Führerschein hatte er gerade in
kann. Er hat Talent, ist mit dem
Empfang nehmen können und
Herzen dabei und strahlt diese
freute sich sehr darüber. Bald
Natürlichkeit aus, die beste Vorwird er wieder an einem Musikaussetzung dafür, Musikfreunde
wettbewerb teilnehmen, und er
von ganz Jung bis lebenserfahren
spielte für uns diese Stücke auf
mit seiner Kunst zu verzaubern.
der Gitarre. Wir sollten Jury sein,
wie es ankommt und wir waren
begeistert. Wir wünschen Lukas

Seite 13

THEMA: KULTUR, KUNST UND WISSENSCHAFT
VARIETÉ

IN

DER

U R A N I A von Christa-Dorit Pohle

Foto: angieconscious/pixelio.de

Wir hatten noch die wunderbare Seniorenveranstaltung vom November 2013 in
Erinnerung. Nun die Vorfreude auf die
Frühlingsveranstaltung am 4. März
2014 unter dem Motto "Bra vissi mo"
Bei strahlendem Sonnenschein fuhren
wir zum Wittenberg-Platz, und als wir in
dem großen Saal der Urania unsere
Plätze eingenommen hatten und die Veranstaltung begann, ließen wir unsere
Alltagssorgen hinter uns und warteten
voller Spannung auf die Darbietungen.Die Reinhard-Stockmann-ShowBand brachte sofort tolle Stimmung in
den Saal mit "Ritmo do Brasil", heiße
Rythmen (passend zur bevorstehenden
Fußball-Weltmeisterschaft). Danach
trat das Show-Ballett Berlin auf, tanzte
nach Melodien von Udo Jürgens und wir
sangen begeistert mit. Als Bert Beel,
der bekannte Entertainer und Sänger
danach die Bühne betrat, und Schlager
der 50-er Jahre präsentierte, wollte der
Applaus kein Ende nehmen und es wurde wieder fleißig mitgesungen. Dann
wurde es leise im Saal, der Brasilianer
Vitor Garcia ließ uns staunen, welch
einzigartige Leistung er mit seiner Körperkraft und Körperbeherrschung am
Schwungtrapez (einem metallischen
Würfel) vollbringen kann. Der Entertainer Olaf King erzählte uns danach in
seiner Eröffnungsconférence von Herrn
Erich Richter, der im vergangenen Jahr
einen Unfall hatte, sich einen Oberschenkelhalsbruch zuzog und lange Zeit
im Krankenhaus bleiben musste. Herr
Richter ist der Mann, dem wir Senioren
zu verdanken haben, dass es diese Seniorenveranstaltungen für uns gibt und
auch weiter geben wird. Herr Richter
kam dann auch selbst auf die Bühne.

Das Gehen mit zwei Stöcken fiel
ihm sichtlich noch schwer, aber
er wollte es sich nicht nehmen
lassen, uns alle zu begrüßen.
Herr Richter hat schon sehr viel
geleistet in der kulturellen Seniorenbetreuung und wurde 2004
vom Bundespräsidenten Horst
Köhler mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt. Wir verneigen uns vor diesem Mann, seiner Tatkraft und seinem Durchhaltevermögen. Dann folgte eine
sehr romantische Darbietung. An
einem sich drehenden, glitzernden Metall-Mond zeigte die Akrobatin Vera Hummel mit Anmut
und Grazie, wie sie meisterhaft
ihren Körper beherrscht. Mit einem bezaubernden Lächeln präsentierte sie schwierigste Elemente und entführte uns dabei in
eine Welt zwischen Himmel und
Erde. Olaf King, bekannt als Parodist, Trompetensolist und Moderator erfreute uns anschließend mit Parodien und Seemannsgarn und etwas später
noch mit einem Trompeten-Solo.
Silvia and the Great Hansini aus
Rotterdam verzauberten uns mit
Wundern der Magie. Danach wieder ein absoluter Höhepunkt, der
Auftritt von Robin Mehnert. Wir
sahen perfekte artistische Handwerkskunst mit feinster LEDTechnik, als er in völliger Dunkelheit die Kunst des Werfens und
Fangens und das in hoher Geschwindigkeit darbot. Das muss
man gesehen haben, um glauben
zu können, dass so etwas überhaupt möglich ist. Nach der Pause wieder die Stockmann-ShowBand mit einer Schlagerparade
der 60-er und 70-er Jahre. Wieder wurde fleißig mitgesungen
von den Besuchern und das ist
es, was uns älteren Menschen
sehr gut tut, mitgerissen zu werden von der Musik und uns wie
eine große Familie fühlen zu können. Eine Augenweide danach
wieder das Show-Ballett Berlin
mit einer Szene aus dem Musical

"A Chrorus Line". Und dann kam
der Stargast Bata Illic auf die
Bühne und sang sich in unsere
Herzen mit seinen populären Hits.
Er ist charmant, fröhlich, unbefangen und das erklärt auch, dass
es ihm immer wieder gelingt, Fans
aus allen Generationen zu begeistern. Seine künstlerische Energie
ist zu spüren und er möchte, dass
sein Publikum in seine Musik eintauchen kann, darum präsentiert
er gerne Songs voller Tiefgang
und Aussagekraft. Und das wissen
wir als Zuhörer auch zu schätzen.
Das Duo "Drunter und Drüber"
sorgte mit seinem Auftritt dafür,
dass unsere Lachmuskeln strapaziert wurden. Herr Ebel als Chef
der Show (ein Beamten-Typ, der
Ordnung schätzt) und Herr Mai
(ein liebenswerter Clown) der seinen Chef manchmal an den Rand
der Verzweiflung bringt. Die Beiden bieten artistische Comedy
und ihre gegensätzlichen Eigenschaften ließen sie zu einem wunderbaren Unterhaltungs-Duo werden. Sie sorgen für Hochspannung
auf der Bühne und waren schon
mal Wettkönige bei Thomas Gottschalk. Wir bekamen halsbrecherische Wurf- und Flugnummern zu
sehen und es ist beachtenswert,
dass sie dabei korrekt gekleidet
waren. Der Höhepunkt ihrer Show
ist der sensationelle KeulenStrip. Da überlegt der Zuschauer
schon, wie es möglich ist, die
Wurfkeulen aufzufangen und sich
dabei auszuziehen und zum
Schluss wieder anzuziehen, ohne
dabei auch nur eine Sekunde mit
dem Jonglieren aufzuhören. So
etwas habe ich noch niemals zuvor gesehen und es ist kein Wunder, dass die Zuschauer von
"Wetten, dass…" die Beiden als
Wettkönige wählten. Danach wurde es wieder still im Saal, eine
zweite Darbietung von Vera Hummel begann. Wir kamen aus dem
Staunen nicht heraus, wie diese
zarte junge Frau durch Einsatz
ihrer Körperkraft das am Boden

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liegende schwere Rhönrad spiralförmig zum Stehen brachte. Bei Freiflug
und Spagat im rollenden Rad möchte
man als Zuschauer schon die Luft anhalten, aber als dann noch Zehenhang, Schulterstand und Doppelröllchen folgten, waren wir sprachlos.
Diese Leistung von Vera Hummel wurde in Monte Carlo preisgekrönt und
wir als Senioren können uns glücklich
schätzen, solche Künstler in der Urania bewundern zu können.
Zum Schluss noch ein toller Auftritt
der "Fast Fat Company" mit rasanter
Rollschuh-Artistik. Robin Mehnert und

Vitor Garcia treten nun zusammen auf. Beide sind gute Freunde, kennen sich schon von der
Artistenschule und haben viel
Erfolg auch mit ihren SoloNummern. Es braucht bestimmt
sehr viel an Kraft und Mut, sich
auf einem sehr kleinen Tisch um
die eigene Achse zu drehen und
den Partner dabei durch die Luft
zu wirbeln. Unbeschreiblich diese absolute Körperbeherrschung
in dieser Gefahrensituation
(Blutdruck von uns Zuschauern
bestimmt erhöht), das ist wirk-

lich ein artistischer Leckerbissen und wurde mit lang anhaltendem Applaus belohnt.
Diese schönen Stunden sind wie
im Fluge vergangen, wir wären
gerne noch alle länger geblieben. Alle Mitwirkenden erschienen noch einmal auf der Bühne
und es wurde ein herzlicher Abschied. Wir traten die Heimfahrt
an mit den wunderschönen Erinnerungen und mit der Vorfreude
auf die nächste Veranstaltung.

THEMA: NATUR UND TOURISMUS
EIN

AUSFLUG

INS

ZITTAUER

GEBIRGE

von Irmgard Fuhrmann
Eine Reise in
das
Zittauer
Gebirge ist immer wieder ein
Erlebnis.
Bei
einer Rundfahrt
blickten
wir,
vom Turm auf
dem
Löbauer
Berg (448 m),
über die schöIrmgard Fuhrmann
ne Landschaft
im südöstlichsten Zipfel von Sachsen.
Wir sahen im Oberlausitzer Bergland
die sagenumwobenen Gipfel von Valtenberg (586 m), Bieleboh (499 m),
Czorneboh (561 m), das 1000-jährige
Bautzen, die Lessingstadt Kamenz und
die Neißestadt Görlitz mit ihrer historischen Altstadt. Dichter Wald bedeckt das Zittauer Gebirge mit seinen
Sandsteinfelsen, dem Hochwald, der
Lausche und der gotischen Burgruine
auf dem Berg Oybin. Im Talkessel liegt
die Universitäts- und Hochschulstadt
Zittau mit ihren Türmen und dem
denkmalgeschützten Stadtkern. In der

Oberlausitz begegnen sich
die Ländergrenzen von
Deutschl and, Polen und
Tschechien. Zahlreiche
Grenzübergänge auf Straßen
und Wanderwegen laden dazu
ein, auch mal einen Ausflug
in die Nachbarländer zu unternehmen. Aber unser Ziel
war erst einmal Zittau. Zwischen den grünen Ufern der
Mandau und Neiße lädt die Altstadt zum Bummeln ein. Die Barockstadt ist etwas böhmisch
geblieben mit ihren Plätzen und
Gassen, Handelshäusern und
Hinterhöfen. Preußischen Baustil (Schinkel) zeigen dagegen
das Rathaus, St. Johannis und
die Baugewerbeschule. Eine
schöne Stadt mit einer 760jährigen wechselvollen Geschichte. Den einstigen Verlauf
der Stadtmauer zeichnet der
Grüne Ring, mit gepflegten Parkanlagen, Villen und Denkmalen,
nach. Der mächtige, im Jahre

Foto: Ilona Steinchen / pixelio.de

1511 errichtete Speicherbau des
Marstalls lädt, als überdachter
Marktplatz, zum Bummeln und
Einkaufen ein. Am nächsten Tag
unternahmen wir eine Rundfahrt
durch die weitere Umgebung. Die
Dörfer Spitzkunnersdorf, Waltersdorf, Wehrsdorf und noch viele andere, laden mit ihren gepflegten Umgebindehäusern mit
dem üppigen Blumenschmuck
zum Bleiben ein. Man hätte dort
noch viel länger bleiben können,
aber leider war unsere Urlaubszeit zu Ende. Anmerkung der Redaktion: Frau Fuhrmann war vom
01.04.2000 bis zum 28.02.2006
Mitglied der Redaktion.

THEMA: GESUNDHEIT
ALT

UND

JUNG

GESELLT

An diesen Spruch aus meinen Kindertagen, von meiner Mutter oft benutzt,
wenn Oma und der Rest der Familie
einen Sonntagsausflug planten, erinnere ich mich noch immer. Das war in
der Organisation unkompliziert, denn

SICH

GERN

von Waltraud Käß

die ältere Generation und die
junge Familie mit den Enkelkindern wohnten auf dem Dorf eng
beieinander. Es war selbstverständlich, dass die „Alten“ in
das Leben der Jüngeren mit ein-

gebunden wurden. Und umgekehrt erlebten die Kinder, wie
Oma und Opa, Onkel und Tante
alt, älter und gebrechlicher wurden, so dass sie die Hilfe ihrer
Kinder und Enkelkinder brauch-

Seite 15

Foto: Schwester Klara / pixelio.de

ten. Selbst alleinstehende Bewohner
mussten nicht abseits stehen, sondern waren durch nachbarschaftliche
Kontakte in dieser Dorfgemeinschaft
gut aufgehoben. In der Stadt und auch
allgemein in der heutigen Zeit gibt es
eine andere Situation. Die Anzahl der
Single-Haushalte nimmt immer mehr
zu, was insbesondere bei älteren,
hilfsbedürftigen, alleinstehenden
Frauen und Männern zum Problem
wird. Die jungen Familien suchen ihren Lebensmittelpunkt dort, wo sie
Arbeit finden, und der liegt mitunter
sogar im Ausland. Opa und Oma bleiben zurück. Der Generationenvertrag
gilt nicht mehr in jedem Falle. Die, die
am Ort bleiben, können Opa oder Oma
nur noch in seltenen Fällen ins eigene
Heim nehmen und sich um sie kümmern. Andererseits wollen die Älteren
die Jüngeren aber nicht noch zusätzlich belasten. So bleibt letztendlich,
irgendwann, wenn die eigene Versorgung und Hygiene selbst nicht mehr
gewährleistet werden kann, nur der
Gang ins Alten-und Pflegeheim. Damit
sind die Alten und die Jungen voneinander separiert, und vor allem den
Kindern ist die Beobachtung, die
Kenntnis und der Umgang mit dem
Alterungsprozess und seinen Folgen
nicht mehr gegenwärtig. Mit der höheren Lebenserwartung der Menschen
nimmt auch die Anzahl bestimmter
Krankheiten wie z.B. der Demenz, stetig zu, die eine besondere Betreuung
braucht. Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten, aber auch in
Deutschland sind laut Deutscher Alzheimer-Gesellschaft gegenwärtig etwa
1,4 Millionen Menschen betroffen.
Die Krankheit Demenz (lat.: ohne
Geist) geht einher mit dem Verlust
kognitiver, emotionaler und sozialer

Fähigkeiten. Bei den Erkrankten
ist außerdem der Mangel an körperlicher und sozialer Aktivität,
oder die Zunahme sozialer Isolation, die der Krankheit noch Vorschub leisten, zu beobachten.
Alles beginnt mit Gedächtnisstörungen und endet im schwersten
Stadium mit dem Verfall des
Langzeitgedächtnisses. Diesen
Zustand so weit wie möglich in
die Zukunft zu verschieben, ist
Inhalt jeder Therapie. Und so ist
jede Initiative, jedes Projekt,
welches zum Erhalt körperlicher
und geistiger Fähigkeiten beiträgt, die Pflege sozialer Kontakte in den Vordergrund stellt und
neue Kontakte aufbaut, von großem Wert. Wohngemeinschaften
für Demenzkranke sind dabei ein
Schritt. Aber es kommt vor allem
darauf an, die erkrankten Menschen in das Leben noch voll mit
einzubinden, ein „generationenübergreifendes Miteinander“ für
Bewohner von Heimen oder
Wohngemeinschaften zu schaffen. Bei meinen Recherchen zu
diesem Beitrag bin ich auf ein
Stuttgarter Projekt gestoßen, von
dem ich meine, dass man es sehr
weit propagieren sollte. Es besteht nicht erst seit gestern, sondern bereits im Jahre 2004 entstand die Idee, Kooperationsbeziehungen zwischen einer 3. bzw.
4. Klasse einer Schule und einem
Zentrum für Demenzkranke aufzubauen. Schon im Jahre 2005
erhielt dieses Projekt, welches
den Namen „Besuch im Anderland“ trägt, den Stuttgarter Bürgerpreis. „Anderland“ – wie ich
finde, ein zärtlicher Ausdruck
dafür, dass die betroffenen Bewohner in einer anderen Welt, in
einem anderen Bewusstseinszustand, ihren Lebensabend
verbringen. Im Jahre 2009 wurde
der gemeinnützige Verein
„Besuch im Anderland“ gegründet, der nun die Beziehungen zwischen Schulen und Pflegezentren
koordiniert und weiter ausbaut.
Rund um Stuttgart laufen inzwischen mehrere Projekte, d.h. es
sind neben der ersten Schule

weitere Kooperationsschulen
und Heime dazu gekommen.
Das Kultusministerium unterstützt ideell das Projekt im
Land Baden-Württemberg. Auch
in Berlin soll es bereits eine
Schule geben, die diese Idee
aufgegriffen hat. Ein Tropfen
auf den heißen Stein. Aber vielleicht will man erst Erfahrungen sammeln. Natürlich bedurften diese Kooperationsbeziehungen einer guten Vorbereitung sowohl der Schüler als
auch der Heimbewohner. Ein
Projektplan wurde erarbeitet,
der die Ziele für die Schule, die
Lehrer, die Heimleitung und die
Pflegekräfte, für die Kinder und
die Heimbewohner formulierte.
Sehr eng wurde von Anfang an
mit den Eltern zusammen gearbeitet. Dann gab es die erste
Unterrichtsstunde in einer 3.
Klasse, in der kindgerecht die
Krankheit Demenz vorgestellt
wurde. Der nächste Schritt war
die Auswahl von 8-12 Kindern,
die nun regelmäßig alle 2-4
Wochen, die Dauer liegt im Ermessen der Lehrkraft, eine
Gruppe von Bewohnern in
„ihrem Heim“ besuchen. So
entstehen persönliche Kontakte schon allein dadurch, dass
sich Jeder bei Jedem vorstellt.
Die Kinder musizieren und singen mit den Bewohnern und es
ist nicht selten der Fall, dass
den Personen der Text der Lieder wieder präsent ist und sie
laut mitsingen. Es wird gemeinsam gebastelt und gemalt, die
Kinder erzählen von der Schule,
von ihren Hobbys, von Erlebnissen aus den Ferien. Und plötzlich fangen auch die Bewohner
an zu erzählen, was sie früher
erlebt haben, Kindheitserinnerungen tauchen auf und der
Geräuschpegel nimmt langsam
zu. Beim Spielen mit Bällen,
Tüchern oder Luftballons, im
Sommer wird sogar Boule gespielt, wird gelacht und sich
geärgert, gibt es Erfolge und
Misserfolge, doch die Stimmung steigt. Gefühle werden

Seite 16
aufgerufen, die mitunter schon verschüttet waren. So ist es folgerichtig,
dass sich Heimbewohner und Kinder
auf den Gegenbesuch in der Schule
gleichermaßen freuen. Den älteren
Menschen bringt der Kontakt Freude
mit den Kindern, sie leben förmlich
auf, und die Kinder haben einen nachhaltigen, sozialen Lernerfolg. Folgt

man den Eindrücken der Kinder,
gehen sie sehr gerne in „ihr
Heim“, denn sie wissen, dass sie
sehnsüchtig erwartet werden.
Und dann geht die Zeit viel zu
schnell um. Doch oft bleiben
kleine Andenken zurück, die die
Kinder selbst gebastelt, gemalt
oder geschrieben haben, eine

Blume, ein Armband, eine Zeichnung, ein Gedicht. „Bis zum
nächsten Mal dann“, rufen die
Kinder und winken beim Abschied. Es stimmt also noch immer dieses alte Sprichwort „Alt
und Jung gesellt sich gern“.

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
MARZAHNPOESIE
von Barbara Ludwig
Wer sucht, der findet,
meint der Volksmund schlicht.
Ob das auch für Marzahns
Poesie zutrifft?
Nun denn: Ein Loch hat der zahn,
am po tut es weh,
neugierig macht der ahn,
dem arz fehlt das ‚t‘
und Mar liegt in Portugal,
da will ich gar nicht hin,
lese lieber E.A. poe
mit Phantasiegewinn.

Foto: C. Nöhren / pixelio.de

Marzahn ist wie es ist,
meint lässig sie,
diesen Versen fehlt
ganz einfach poesie .

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
AN

EINEM

TAG

IM

FRÜHLING

Die alte Dame saß auf einer Bank im
Park. Sie schaute müßig den Spaziergängern zu, den Joggern und den
spielenden Kindern. Sie dachte an
vergangene Zeiten und an ihre etwas
ungewisse Zukunft. Ein Ausdruck der
Trauer zog über ihr Gesicht, als sie an
ihren Mann dachte, mit dem sie 62
Jahre lang eine gute Ehe führte, bis
der Tod sie trennte. Das war nun auch
schon wieder 5 Jahre her, aber sie
vermisste ihn trotzdem an jedem Tag.
Heute war ihr 85. Geburtstag und sie
war ganz allein. Es war niemand mehr
da, mit dem sie ihn hätte feiern können. Kinder waren ihr versagt geblieben und Geschwister besaß sie auch
keine. Sie hatte zwar ihre Freundschaften gepflegt, aber einige Freun-

von Tina Gonschorek

dinnen waren schon verstorben
und zu anderen war der Kontakt
verloren gegangen. Und so saß
sie nun an ihrem Geburtstag allein im Park und fühlte sich sehr
einsam. Plötzlich fiel ihr Blick
auf ein kleines Mädchen mit einem leuchtend roten Anorak und
einer gelben Mütze. Unwillkürlich stahl sich ein Lächeln auf
ihre Lippen, denn das Kind wirkte wie eine leuchtende Blume im
Frühling. Sie beobachtete, wie
das Mädchen umhertollte,
jauchzend lachte und sich einfach seines Lebens freute. Die
alte Dame sah sich um, wer denn
auf das Kind aufpasste und entdeckte einen alten Herrn mit

Gehstock, der
langsam hinter
der
Kleinen
herging
und
sie keinen Moment aus den
Augen ließ. Ihr Tina Gonschorek
schoss der Gedanke durch den
Kopf wie schön es doch wäre, mit
einer kleinen Urenkelin im Park
zu spielen. Sie beneidete den
alten Herrn. Dieser blickte sich
nach einer freien Bank um und
steuerte dann auf sie zu. Er fragte sie lächelnd: „Darf ich mich zu
Ihnen setzen?“ Sie sah ihn erst
etwas unwirsch an, da noch die
neidvollen Gedanken durch ihren
Kopf zogen, dachte aber im glei-

Seite 17

Foto: Andreas Zöllick / pixelio.de

chen Augenblick, dass er ja nichts dafür
konnte und auch sehr nett gefragt hatte
und antwortete freundlich: „Aber gern,
nehmen Sie doch Platz!“ Das kleine
Mädchen kam angerannt und sah der
alten Dame prüfend ins Gesicht. Sie hatte trotz ihres jungen Alters ein sicheres
Gespür dafür, wem sie vertrauen konnte.
Sie lachte fröhlich und sagte: „Ich bin
die Laura und wer bist du?“ Die alte Dame war entzückt und sagte schmunzelnd: „Ich bin die Ruth Schlehenstein,
aber du darfst gerne Tante Ruth zu mir
sagen!“ Laura nickte, sah den alten
Herrn an und fragte: “Opa darf ich auf
den Spielplatz gehen?“ Er gestattete es
und sie rannte los. Frau Schlehenstein
hatte auf einmal richtig gute Laune und
begann sich intensiv mit dem netten alten Herrn, der sich als Anton Schreiber
vorstellte, zu unterhalten. Sie bemerkten gar nicht wie die Zeit verging. Laura
war glücklich ein paar Spielkameraden
gefunden zu haben und tobte unter den
wachsamen Augen ihres Großvaters umher. Frau Schlehenstein hatte sich lange
nicht so gut unterhalten. Herr Schreiber
war, genau wie sie, an allen möglichen
Themen interessiert und sie hatte das

sichere Gefühl, dass er die Unterhaltung ebenso wie sie genoss.
Als sich der Spielplatz zu leeren
begann wurden sie sich der Zeit
bewusst und Herr Schreiber sagte zögerlich: „So leid es mit tut,
Frau Schlehenstein, unsere wunderbare Unterhaltung zu beenden, aber ich muss jetzt Laura zu
ihrer Mutter nach Hause bringen.“ Sie nickte verständnisvoll,
aber auch ein wenig traurig und
sagte: „Das ist nicht zu ändern,
aber ich freue mich sehr darüber,
dass ich an meinem Geburtstag
eine n so net te n Vo r mitta g
verbringen konnte. Bevor Sie mit
Laura kamen fühlte ich mich sehr
einsam aber nun geht es mir viel
besser.“ Er sah sie an und fragte:
„Sie haben heute Geburtstag?
Darf ich Sie dann später noch zu
einem Kaffee einladen, um ihn
ein wenig zu feiern?“ Ruth sah
ihn an und es bereitete ihm sehr
viel Spaß die Gefühle in ihrem
offenen Gesicht zu lesen. Da war
zuerst einmal Überraschung,
dann ein wenig Zurückhaltung,
fast Ablehnung, aber dann endlich strahlte ihr die Freude aus
den Augen und sie sagte: „Oh ja
gern. Darüber freue ich mich
sehr!“ Sie einigten sich, Laura
gemeinsam nach Hause zu bringen. Jeder fasste eine Hand der
Kleinen und sie liefen los. Laura
schien gar nicht überrascht zu
sein, dass die eigentlich fremde
Frau sie begleitete. Sie plapperte
fröhlich und machte die beiden
alten Leute auf alles aufmerk-

sam, was sie interessant fand.
Beide sahen den Frühling plötzlich mit ganz anderen Augen. Laura bemerkte die schönen kleinen
Dinge in der Natur wie es nur ein
Kind kann. Sie sahen die gelben
Blumen auf der Wiese und erfuhren von Ruth, dass sie Schlüsselblumen heißen. Sie hörten einen
Vogel singen und Anton sagte,
dass dies eine Amsel sei. Sie entdeckten einen winzigen Käfer, der
über den Weg krabbelte und sie
spürten die laue Frühlingsluft.
Ruth blickte in den Himmel und
bestaunte die Wolken. Sie atmete
tief ein und roch den Frühling, sie
genoss die wärmenden Sonnenstrahlen und sie fühlte sich plötzlich gar nicht mehr wie 85 Jahre
alt. Als sie bei Laura zu Hause
angekommen waren und sich verabschiedeten, blickte das Mädchen sie an und fragte: „Darf ich
Oma Ruth zu dir sagen?“ Ruth
traten Tränen der Rührung in die
Augen. Sie drückte Laura kurz an
sich und sagte mir rauer Stimme:
„Ich wäre sehr gern deine Oma
Ruth.“ Sie konnte es gar nicht
glauben, dass ein kurzer Vormittag mit zwei netten Menschen ihr
Leben so verändert hatte. Sie
spürte wie neue Energie sie
durchströmte und ihre Lebensfreude weckte. Die Einsamkeit
war verschwunden und dafür war
ein Gefühl der Vorfreude in ihr
erwacht. Ruth wusste nicht, was
ihr das Leben noch bringen würde, aber sie war wieder neugierig
und voller Hoffnung.

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
MEIN

H U N D von Marie-Luise Böhme

Wenn ich glaubte, ich hätte einen Hund
gekauft als Gesellschafter, Haushüter
und Spaziergehgrund, war mir nach einem Jahr schon klar, es war ein Irrglaube. Die Leute sagen, er sei ein Schaf
und man könne nicht sehen wo vorne
und hinten ist, es sei denn er trägt ein
Halstuch. Doch er ist ein Tibeter Langhaar und da muss alles so sein.
Die ersten Wochen vergingen damit, ihm
beizubringen, wo seine Duftmarken abzusetzen sind und die Lösung niedergelegt werden darf. Das war in gut vier

Wochen geschafft. In der Wohnung der Flurbelag hat nur einen
helleren Fleck, der Wohnzimmerteppich zwei Andenken, die nur
ich weiß, die Küche und das
Schlafzimmer blieben unberührt.
Doch der Balkon bekam eine
Stelle, die ich raus schneiden
musste. Vermutlich lag an dem
Platz das Abwasser vom Kater
nebenan, der aufdringlich bei
uns turnte und mein Dercan fühlte sich genötigt, hier immer wie-

der sein Reviersignal zu
markieren.
In den ersten
Lernwochen
für meinen
Hund lernte
ich auch etwas, nämlich Foto: Marie-Luise Böhme
dass meine Wohnung zu hoch
liegt, ich liebte zuvor den Weitblick, doch jetzt geisterten durch
meine Träume die 77 Stufen bis

Seite 18

Foto: Jewgenia Stasiok / pixelio.de

dahin. Dercan störten sie nicht, denn,
laut Tierarzt musste er bis zum ½ Jahr
getragen werden, damit sein Knochenbau gesund sich auswuchs. Dafür
nahm ich Schmerzmittel, dass meine
Hüften nicht aushakten, meine Arme
nicht versteiften. So verging der Sommer und der Herbst. Wir überlebten
beide, die aufwendige, nicht schmerzfreie Fellpflege, Vergiftung, was ein
Hund nicht kauen oder gar fressen
darf. Auch Sitz und Platz gingen prima, nur der Leinengang blieb ein ständiger Meinungskampf. Ich lernte
noch, dass Hundebesitzer nicht immer
auch Hundefreunde sind, ausgenommen die Tibethalter. Dercan will es
nicht wissen, ob vier oder zwei Beine,
bellend oder tretend, er versucht es
immer wieder neu seine Nettigkeit
darzubringen. Und wenn die Versuche
fehlschlagen, dann erst recht. Bei jedem vierbeinigen, wütend rasenden
Haushüter hinter dem Gartenzaun
bleibt er glucksend und devot stehen,
dass ich mich schäme und am liebsten
selber bellen würde. Nur zwei Hunden

bislang gab er auf dem Parkweg
Paroli, dass ich meinte eine reißerische Hyäne angeleint zu führen und überrascht von dem Löwenbrüllen seiner kleinen, sonst
so unschuldsvollen Kehle war.
Wir zwei sind viel an der frischen
Luft und meine Osteoporose
nahm Abschied, was mir nicht
leid tut. Ich war ihr zu stur, sie
konnte Willen und Knochen nicht
brechen. Eine neue Wohnung mit
weniger Treppen haben wir uns
letztes Jahr trotzdem genommen. Man soll das Glück nicht
provozieren. Mein Hund ist der
einzige Herr im Haus, obwohl ich
die Hosen trage. Dabei läuft er
vor jeder flatternden Tüte mit
eingeklemmter Rute weg. Zieht
mich jedoch im Schnüffelwahn
abrupt nach vorn oder hinten,
normaler Gang langweilt ihn,
genau wie Bänke und schöne
Aussichten. Wasser scheut er,
außer in der Badewanne, wo er
weit mehr duscht als ich. Oft
kratzt er sich wie ein Bär, vermutlich aus Langeweile meint
der Tierarzt, denn ich bin nach
drei Stunden Unterwegssein zu
müde zum Spielen. An jedem
Stehpunkt auf den Wegen
scharrt er wie ein Huhn pausenlos, dass die Erde stiebt. Und
soll er allein bleiben, die Wohnung zu hüten, sitzt er da und
dickscht, wie ein überstimmter
Ehemann und tut als ginge ihn

die Wohnung absolut nichts an,
denn er bellt auch nicht, wenn
jemand klingelt. Gehen wir nach
meiner Rückkehr später gemeinsam raus, rächt er sich mit intensivem Lesen jeder Grußbotschaft von einer Hündin und es
muss Tausende geben. Ich könnte eine Giraffe aus ihm machen,
wär` ich roh genug, denn er
stemmt die Vorderpfoten fest
und stur in seinen Stehpunkt wie
ein wilder Esel. Kein Rufen beeindruckt ihn, seine Ohren hat er
wohl auf Aus geschaltet. Doch
wenn zwei Tibeter sich treffen,
ist der Tag voller Sonne, auch
wenn es Bäche regnet. Sie fallen
sich in die Arme, necken und
kosen sich und alles völlig lautlos, dass wir Halter immer aufs
Neue überrascht sind. Kein Tag
ist gleich, Dercan erfindet, abgewiesen, weil Frauchen ja auch
mal schreiben muss, Beschäftigungsspiele mit seinen vier Pfoten, einem Stofffetzen oder
Stückchen Papier, dass man entwaffnet die Stressmomente vergisst. Sofern mich jemand fragt,
was er tun soll gegen Einsamkeit, Krankheit und diverse Kalamitäten, rate ich: Kaufen Sie
sich einen Hund!
Anmerkung der Redaktion: Frau
Böhme war vom 01.02.2001 bis
zum 28.02.2006 Mitglied der
Redaktion.

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
BRISKAJA

von Sonja Unger

Es ist ein wunderschöner Spätsommertag. Die Luft
riecht schon ein
wenig nach Altweibersommer.
Wir haben jetzt
Anfang September. In manchen
südlichen
Ländern sagt man,
Sonja Unger
dies sei ein seidiger Monat. Am späten Nachmittag,
mit dem allmählichen Sinken der
Sonne, scheint die Luft silbrig weich

zu flimmern. Wir haben überraschend Besuch bekommen und
etwas länger im Garten gesessen. Briskaja, unsere junge russische Barsoihündin, beginnt in
ihrem Zwinger unruhig zu werden. Sie kennt genau ihre Zeiten
und verlangt nach Beschäftigung. Am liebsten hat sie es,
wenn sich jemand die Zeit
nimmt, mit ihr eine kleine Fahrradtour zu machen. Brissie, so
rufen wir sie meistens, ist jetzt
ungefähr zehn Monate alt. Sie
verspricht eine sehr schöne Hün-

din zu werden. Wir haben sie jetzt
schon ein halbes Jahr in unserer
Obhut, aber sie versteht es immer wieder, uns zu überraschen
und mit ihrem Temperament in
Atem zu halten. Wir machen ihren
Zwinger auf, und sie stürmt mit
ihrem stets hellwachen Spieltrieb voller Lebensfreude in den
Garten. Unseren Rasen hat sie
schon seit einiger Zeit zum Rennplatz auserkoren. Man sieht es
ihm an. Er ähnelt in den Kurven
schon sehr einer ausgetretenen
Rennbahn. Mit unwahrscheinli-

Seite 19

Foto: Olaf Bucher / pixelio.de

chem Tempo läuft Briskaja das Rund der
Rasenfläche ab. Wir stehen bei jedem
ihrer „Auftritte“ Ängste aus, dass sie
sich verletzen könnte. Unser Barsoi hat
einen wunderschönen, schlanken Körperbau und grazile, geschmeidige Bewegungen. Der Kopf ist schmal und elegant, passend dazu ihre kleinen Rosenohren. Samten und dunkel sind die ausdrucksvollen Augen. Die feinen Nasenflügel zittern stets wie in leichter Erregung oder ständiger, aufmerksamer Witterung. Seidig glänzt das leicht gewellte
Fell, das im Grundton weiß ist mit großen lohfarbenen Flecken. In ihrer Haltung erinnert sie uns manchmal an ein
junges Fohlen, das erst kurze Zeit auf
seinen langen und noch etwas unsicheren Beinen steht. Als ich neulich mit ihr
im Wäldchen war, so nennen wir eine
nahe gelegene junge Birkenanpflanzung,
traf ich eine ältere liebenswürdige Dame. Sie war Hundeliebhaberin. Sie warnte mich, ein so schönes, junges Tier abzuleinen oder nur für kurze Zeit aus den
Augen zu lassen. Doch wer denkt schon
immer an die Unberechenbarkeit seines
Vierbeiners. Michael, unser jüngster
Sohn, kommt gerade mit seinem Fahrrad

aus dem Keller. Ich hole Briskajas Leine vom Haken. Dann sehe
ich den beiden noch vom Gartentor aus nach. Michaels Blondschopf ist fast so hell wie die
Farbe reifen Weizens. Die Ostseesonne hat es gut mit ihm gemeint. Seine Haut hat diesen
Sommer einen leicht bronzefarbenen Ton. Stolz produziert er
sich in engen Jeans und einem
buntkarierten Hemd. An der Ecke
zum Seepark dreht er sich noch
mal um und winkt mir zu, während Briskaja ungeduldig an der
Leine zieht. Wir haben das Glück,
in einem relativ ruhigen Stadtbezirk Berlins zu wohnen. Es gibt
noch etwas Grün und Ursprünglichkeit. Michael fährt an den
Schrebergärten vorüber. Er spürt,
dass die Barsoihündin heute
recht unruhig ist. Im Wäldchen
macht er sie von der Leine los
und sie trabt frei und glücklich
neben dem Rad. Doch plötzlich
wittert sie Irgendetwas und
bleibt hellwach einige Sekunden
stehen. Sie spannt ihre Muskeln
an und wechselt die Richtung.
Unaufhaltsam rast sie über die
Wiesen in Richtung Chaussee.
Wie immer beim freien Lauf hat
sie ihren Kopf stolz erhoben. Die
Ohren sind hochgestellt. Etwas
muss sie zutiefst beunruhigt haben. Vielleicht die unmittelbare
Nähe des Zwingers in dem sie
geboren wurde. Sie ist in ihrem
ursprünglichen Element und lässt
sich durch Michaels verzweifeltes, lautes Rufen überhaupt

nicht beeindrucken. Es ist, als ob
nichts zu ihr durchdringt. Der unwiderstehliche Drang zur Jagd und
zur Freiheit ist in ihr wachgerufen. Barsois waren über Generationen und Jahrhunderte Jagd- und
Rennhunde in den weiten russischen Wäldern. Mit dieser ererbten Veranlagung und dem Hang
zum Ungebundensein rast Briskaja unaufhaltsam, ohne Halt durch
die Birken in Richtung Chaussee.
Es gibt kein Erwachen mehr aus
ihrem kurzen und leidenschaftlichen Ausbruch. Michael weiß, wo
er sie zu suchen hat und eine bittere Angst und Ahnung steigen in
ihm auf. Nicht weit vom Zwinger
ihres Züchters, den sie vielleicht
in ihrer Witterung hatte, liegt sie
wie schlafend am Rande der Böschung. Sie war von einem Auto
erfasst und zurückgeschleudert
worden. Äußerlich scheint sie unverletzt und ihre Augen sind weit
in die Ferne gerichtet. Verzweifelt
ruft unser Sohn zu Hause an. Wir
können gar nicht so schnell erfassen, was er uns zu sagen hat und
sind zutiefst betroffen. Als wir mit
dem Auto an der Unglücksstelle
ankommen, steht unser Sohn verlassen am Straßenrand, nicht
weit vom Birkenwäldchen. Seine
Jungenaugen sind ratlos und unsicher auf uns gerichtet. Es ist für
ihn das erste Mal, dass er ein so
unerbittliches Ende mit ansehen
musste.
Anmerkung der Redaktion:
Frau Unger war vo1994 bis zum
31.12.2004 Mitglied der Redaktion.

THEMA: LITERATUR UND BUCHTIPPS
RIO

DE

JANEIRO

-

EINE

Autorenlesung in der Brasilianischen
Botschaft Berlin – und ein passender Ort
dafür, wenn man an die im Mai/Juni
stattfindende
FußballWeltmeisterschaft denkt. Der Titel des
Buches: „Rio de Janeiro – Eine Stadt in
Biographien“, ein weiteres Werk aus der
MERIAN-Porträt-Reihe. Es versprach einen Abend auf den Spuren berühmter
Stadtbewohner wie z. B. natürlich auch
der Fußball-Legende Ronaldo. Zu vergessen in diesem Zusammenhang nicht das

STADT

IN

B I O G R A P H I E N von Ursula A. Kolbe

Finale im Maracana-Stadion der
Hautstadt, wo dann zigtausende
Sportfans aus aller Welt dem
Endspiel entgegenfiebern werden. Das Eröffnungsspiel findet
in Sao Paulo statt.
Übrigens ist Brasilien nach 1950
zum zweiten Mal Gastgeber der
WM. Im Editorial wird die pulsierende Weltstadt u. a. mit den
einleitenden Worten umrissen:
„Cidade Maravilhosa“ – wunder-

schöne Stadt. Dieses brasilianische Eigenlob ist eine höfliche
Untertreibung. Wer einmal in Rio
war, spricht nur noch von der
‚schönsten Stadt der Welt’.
Einige behaupten, dass sie süchtig macht. Allein der Name klingt
wie Musik, wie eine Bossa Nova,
die wie eine sanfte Brise die Fantasie spazieren trägt – Rio de Janeiro. Der schönste Irrtum der
Welt: Als der portugiesische See-

Seite 20

Foto: TRAVEL HOUSE MEDIA GmbH,
München

fahrer Gaspar de Lemos am 1. Januar
1502 die Atlantikbucht von Guanabara als erster Europäer entdeckte,
glaubte er eine Flussmündung zu sehen. Also nannte er den paradiesischen Flecken Rio de Janeiro, Fluss
des Januars. Dabei ist es geblieben.
Heute ist Rio mit etwa 6,3 Millionen
Einwohnern die zweitgrößte Stadt Brasiliens. Ein faszinierender Moloch –

mal wild, mal überschäumend,
mal melancholisch, mal chaotisch – vor einer traumhaften
Kulisse. Sie gilt als die aufregendste Stadt der Welt. Doch
wie alle anderen Metropolen
wird auch Rio nicht nur von
Landschaft und Gebäuden geprägt, sondern vor allem von
Menschen, die hier geboren und
gestorben sind oder hier gelebt
haben.“ (Zitat Ende)
Man muss einfach weiter lesen,
denn Autorin Ulrike Wiebrecht
weckt in ihren 20 Porträts die
Neugierde auf faszinierende Lebensläufe, führt damit wie individuelle Reiseführer durch die
Stadt, hinein direkt in ihr Innenleben mit seinem Alltag und
krassen Gegensätzen zwischen
Arm und Reich, aber auch, wie
sich eine Favela, ein Armenvier-

tel in ein normales Wohngebiet
verwandelt. Mancher hat dabei
sicher auch die aktuelle Situation im Blick, denn im Fußballland
Brasilien, so schätzen es Experten von der Heinrich-BöllStiftung ein, ist von Euphorie
wenig zu spüren.
Beim Lesen erleben wir unterschiedliche Persönlichkeiten wie
den milden brasilianischen Kaiser Pedro II., die Schauspielerinnen Carmen Miranda oder Fernanda Montenegro. Überhaupt
prägen all diese 20 Lebensgeschichten die Identität der beeindruckenden Stadt mit all ihren Eigenheiten.
Verlag TRAVEL HOUSE MEDIA,
München www.merian.de

THEMA: LITERATUR UND BUCHTIPPS
SAGENHAFTES

THÜRINGEN

von Ursula A. Kolbe
Das vorliegende Buch „Sagenhaftes
Thüringen“ enthält Geschichten aus
dem reichen Thüringer Sagenschatz –
frei nacherzählt vom gebürtigen Jenaer Klaus Fischer. Eine kürzlich aufgefundene handschriftliche Kladde aus
dem frühen 17. Jahrhundert hat er
behutsam für Leute von heute mit Augenzwinkern bearbeitet und ergänzt.
Das gediegene, aufwändig gestaltete
Werk ist durchgehend, meist farbig,
illustriert. Die Bilder stammen von
Eulenspiegel-Karikaturist Peter Muzeniek und dem Thüringer Grafikaltmeister aus Weimar Horst Hausotte.
In diesem Buch liest man unglaubliche Schilderungen und sagenhafte
Tatsachen aus alten mitteldeutschen
Zeiten: derbdrollig, offen, sittsam,
wahrhaftig und ehrlich wie gesponnen und geflunkert – eine literarische
Eulenspiegelei.
Schon die Überschriften der insge-

samt 36 Überlieferungen
verraten einiges. Insgesamt
rund 100 sagenhafte Schauplätze aus über tausend Jahre Geschichte in Thüringen,
Sachsen, Anhalt und Franken
tauchen hier auf. Eine kleine
Auswahl: Die drei Gleichen,
Barbarossa im Kyffhäuser,
Fromme Zwerge und Feen
unter Saalfeld, Wasunger
Galgenhumor, Der Freischütz
Foto: amicus-verlag
vom Hainichwald, Tannhäuser im Liebesnest der Frau Venus…
Der Allg. Anzeiger aus Ostthürinlebnisse aufzusuchen und für
gen würdigte, dass das neue
sich selbst zu entdecken.
deutsche Sagenbuch zeitgemäß
Meine Lesefreude ist jedenfalls
auch digital zur elektronischen
beflügelt worden.
Nutzung erscheint. Wer nach der
Amicus-Verlag
Lektüre Lust verspüre, könne
www.amicus-verlag.de
sich aufmachen, die Sagengesamicus-verlag@t-online.de
talten und die Spuren ihrer Er-

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THEMA: LITERATUR UND BUCHTIPPS
MONDNACHT

IM

M A I von Wolfgang Prietsch

Wolfgang Prietsch

Foto: Wolfgang Prietsch

Ausklingt der Tag.
Glutrot, zunehmend schneller versinkt
abends Sonnenfeuer im Meer.
Von Nordosten her
Wind, durchdringend kalt.
Ist kein Halt
für diesen Frühlingstag,
für dies freundliche Hell.
Vergeht stunden-, minuten-, sekundenschnell.
Nachtblaue Weltenferne
über uns. Lichtsignale anderer Sterne
erreichen allabendlich unsern blauen Planet.
Unaufhaltsam vergeht
die Zeit.
Ist schon Lichtjahre alte Vergangenheit,
was uns an Botschaft erreicht,
gleicht nicht mehr heutiger Situation,
ist endgültig schon.
Ebenso unwiederbringlich vorbei
dieser fünfte Mai.
Fährt der Große Wagen hin
über dies Inselland.
Des Tages Herrschaft fand
ein End.
Begann ganz sacht
diese Inselnacht.
Schon taunass
das Gras
auf den Wiesen am Boddenrand.
Nach Mitternacht erst stand
halb der Mond über´m Bessin.
Fließt hin
weiß – silbern ein kaltes Licht
über den Deich und durch die Kronen der Weiden.
Schwarze Silhouette. Nur Wind in den Zweigen.
Der Maienmondnacht großes Schweigen

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THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
DAS

LUKRATIVE

DACH

von Brigitte Foerster
Schon beim Bau unseres Hauses dachten wir daran,
wo bringen wir eine Photovoltaikanlage an.
Das Dach wurde nach Süden gerichtet,
denn so werden die Module am längsten belichtet.
Die Einspeisung erfolgt je nach Wetterlage,
grauer Himmel und Regen sind dafür eine Plage.
blauer Himmel mit Schäfchenwolken, das ist Spitze,
egal ob Winterkälte oder Sommerhitze.
Brigitte Foerster

Was einst die kleine Leuchte im Garten hergab,
das ist jetzt auf unserem Dach in Großformat.
Die Silizium-Kristalle schwingen, die Spannung steigt,
was sich in einer hohen Stromerzeugung zeigt.

Foto: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt /

Wir sind nun selbst der beste Ökonom,
verbrauchen wir jetzt unseren eigenen Strom.
Selbst dafür hält der Staat eine Vergütung bereit,
hoffend, daß sich der Klimawandel zum Guten neigt.
Fossile Energie ist für uns nicht mehr so wichtig,
wir produzieren Ökostrom, und das ist richtig.
Mit dieser Einspeisung liegen wir im Trend,
es ist die Sonnenenergie, die ein jeder kennt.
Als Unternehmer machen wir jetzt die Solar-Anlage publik,
denn schließlich haben wir auf dem Dach eine kleine Fabrik.
Wir brauchen nicht zu arbeiten, bekommen trotzdem Geld,
es ist die beste Geldanlage dieser Welt.
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Die Spätlese ist das erste Seniorenmagazin aus Marzahn-Hellersorf im Internet. Ehrenamtliche Autorinnen und Autoren schreiben lesenswerte Texte, die aus dem Leben gegriffen sind und persönliche Hintergründe haben. Ernste
und auch humorvolle Geschichten, Reiseberichte und Beschreibungen von Erlebnissen - für jeden ist etwas dabei.
Seit Januar 2008 erschienen 39 Ausgaben des Online Magazins unter der Homepage des Bezirksamtes MarzahnHellersdorf www.marzahn-hellersdorf.de.
Die Spätlese hat sich als Online-Magazin etabliert, denn die Vorteile liegen auf der Hand:
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Die fünf Mitglieder der ehrenamtlichen Redaktion Spätlese treffen sich monatlich und stellen die Texte zur Veröffentlichung zusammen. Bei den Texten legen Sie besonderes Augenmerk auf gute Qualität und entsprechende Aussagekraft für Seniorinnen und Senioren.
        
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