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Periodical volume

Full text: Spätlese Issue 2014,11/12

Ausgabe November-Dezember 2014

SPÄTLESE

20
www.magazin-spätlese.net

DAS MAGAZIN FÜR AUFGEWECKTE SENIORINNEN UND SENIOREN
Inhalt der Ausgabe
An unsere Leserinnen und
Leser

2

Alter schützt vor Abenteuer
nicht

2

Das Brötchen in der Hecke

3

Auch nach 90 Jahren direkt
am Puls der Zeit

4

Rüstungsindustrie mit
sozialem Touch?

5

Brückenschlag

6

Farbenpracht am Himmel

7

Alter Weihnachtszauber in
neuem Glanz

8

Rosetta erreicht ihr Ziel

9

WAS ERWARTET SIE IN DIESER AUSGABE?

Wenn es mitten im Sommer
von Weihnachtsmännern
wimmelt ….

10

Begegnung mit Kaiser
Barbarossa

11

Ein Urlaub in Sousse

12

Neues Elefanten-Kleinod im
Thüringer Zoopark

14

Der Einkaufszettel

15

Weihnachten in Familie

16

Verse zum Advent

18

Der Engel mit dem geknickten Flügel

18

Ein Ende von etwas oder
Schwierigkeiten mit Freundschaft und Brüderlichkeit

19

Novemberland

20

Wintersonnenwende

21

Wer kennt die Schätze in der
Kokosnuss?

21

Leckeres Brandenburg

22

Die neue Ausgabe des Senioren-Magazins „Spätlese” ist
online unter:
www.magazin-spätlese.net
verfügbar.
Die Leserinnen und Leser können sich auf interessante und
lesenswerte Themen freuen.
Die ehrenamtlichen Autoren
haben sich auch in dieser Ausgabe bemüht, für jeden Geschmack etwas anzubieten.
Barbara Ludwig wendet sich
gegen den Rüstungsexport
und erlebte einen Rundflug
über Marzahn. Christa-Dorit
Pohle hat ein Herz für die

Natur und die Gesundheit.
Ursula A. Kolbe berichtet über
die IFA und Weihnachten und
über Brandenburg. Waltraud
Käß schreibt über Kaiser Barbarossa und eine Brücke in
New York. Rudolf Winterfeldt
macht sich Gedanken über die
Verschwendung von Lebensmitteln. Verschiedene Autoren
berichten über einen Einkaufszettel, Weihnachten,
ihren Urlaub, einen Weihnachtsengel, den Herbst und
die Raumsonde Rosetta.

Tag der Regional und Heimat- 22
geschichte

www.magazin-spätlese.net

Seite 2

THEMA: AUS DEM BEZIRK
AN

UNSERE

LESERINNEN

UND

LESER

von Rudolf Winterfeldt
Wieder ist ein Jahr vergangen und sechs Ausgaben unseres
Online-Magazins sind im Internet erschienen. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Treue und Lesefreudigkeit im Namen aller Autoren recht herzlich bedanken. Die
Zugriffszahlen je Ausgabe von durchschnittlich 3.000 beweisen, dass wir doch für jeden etwas Lesenswertes geschrieben
haben.
Nun möchte ich, auch im Namen der Redaktion, allen Leserinnen und Leser ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest
und auch einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Wir
wünschen Ihnen natürlich auch bestmögliche Gesundheit,
Glück und Freude sowie weiterhin viel Spaß und Freude beim
Lesen unseres Magazins.

Bild: A. Rausch / pixelio.de

THEMA: AUS DEM BEZIRK
ALTER

SCHÜTZT

VOR

ABENTEUER

NICHT

von Barbara Ludwig
Vor einigen Jahren, ich war gerade Siebzig geworden, ‚lauste mich der Affe‘.
In Marzahn war Plattenfest. Ich lief auf
dem Platz vor dem Freizeitforum an der
Rednertribüne vorbei und hörte die Bürgermeisterin eine schöne Rede reden.
Auf einmal vernahm ich, dass Hubschrauberrundflüge stattfänden und
Interessierte ab unmittelbarer Nähe des
S-Bahnhofes Marzahn in die Lüfte fliegen könnten, wenn sie denn wollten.
„So können sie Marzahn aus einer noch
nie gesehenen Perspektive wahrnehmen“, hörte ich sie sagen. Und sorgfältig wie sie war, nannte sie noch den
Preis und die Uhrzeit der Abflüge. Spontan eilte ich nach Hause, stellte die Einkaufstasche ab und im schnellen Lauf
ging es zum Bahnhof, das heißt bis hinter dem Bahnhof zur Rasenfläche, dorthin, wo ganz nah der Friedhof liegt. Nun ja, weit hätte man‘s ja nicht . . .
Schon von der Bahnhofsbrücke aus sah
ich viele Schaulustige stehen. Dort angekommen, bemerkte ich, dass Nummern für die Reihenfolge der Mitfliegenden ausgegeben wurden. Ich bekam keine, weil die nächsten Flüge bereits ausgebucht waren und das Ende der Flüge
angemerkt wurde. Schade. Doch jetzt
schlichen sich ohnehin Bedenken zum
Flug in mein Inneres. Einige der dort
Stehenden nämlich äußerten leise und,
wie mir schien, ein klein bisschen verschämt, aber immerhin ehrlich, Angst zu

haben und wollten wohl
lieber nicht fliegen.
Ich, wieder obenauf,
dachte: „Wenn das wirklich so ist, bekomme ich
vielleicht noch ein Ticket. Wenn ich keins bekomme, dann – meine
Bänglichkeit einbeziehend - bin ich ebenfalls froh.“
Also, nahm ich mir vor, wie es
auch kommt, eine Freude wird
es in jedem Fall. Jetzt landete
ein Helikopter mit heftigem
Propellergekreise und starkem Getöse. Klein war er. So
hatte ich ihn mir nicht vorgestellt. Ein großer, mächtig
aussehender wäre mir lieber
gewesen. Ich wusste, von Belang ist das nicht, aber die
Einbildung, ein stark wirkendes Fluggerät müsse auch sicherer sein, war enorm. Die
wenigen Fluggäste stiegen
aus, mit frohem Blick und geröteten Wangen, wie ich so
einigermaßen sehen konnte.
In unmittelbarer Nähe standen bereits die nächsten Mitfliegenden. Ruck, zuck füllte
sich das Fluggerät wieder. Ich
zählte. Nur fünf Personen
hatten Platz, einschließlich
des Piloten. Dieser Vorgang

Bild: Rudolf Winterfeldt

wiederholte sich noch zweioder dreimal. Dann erhielt ich
ein Flugticket! Ich war überrascht! Eine Frau hatte ihres
zurückgegeben und der verantwortliche Organisator dachte
es mir zu. Ich weiß gar nicht,
ob ich die Nächste in der Reihe
war. Meine Konzentration galt
dem Fluidum des Platzes. Kurze Zeit später lärmte der
nächste Hubschrauber heran,
landete sicher auf dem vorgeschriebenen Platz. Ich stand
noch in der Reihe. Vor lauter
Faszination hatte ich gar nicht
bemerkt, dass ich mich zu den
nächsten Fluganwärtern hätte
begeben müssen. Schnell erreichte ich die kleine Gruppe.
Und schon stiegen die ersten
ein. Ich war die Letzte. Aber, o
graus, die Stufe war so hoch,
dass ich kaum in der Lage war,
sie zu ersteigen. In meiner Not
bat ich den jungen Mann, des-

Seite 3
sen Platz neben dem meinen war, mir
seine Hand zu reichen, damit ich
mich hochziehen konnte. Etwas verdutzt, er schien mit seinen Gedanken
beschäftigt, kam er meiner Bitte
nach. Platz genommen, angeschnallt
und schon stieg die Maschine mit
Getöse in die Luft. Meine Gefühle
lassen sich nicht beschreiben.
Schauen, staunen, nichts verpassen
wollend und dabei, ich gebe es zu,
etwas Angst habend. Ich hielt mich
an einem Haltegurt neben meinem
Platz fest, wohl wissend, dass das
eigentlich lächerlich war. Aber, naja
. . . Ich sah Brücken, Gleise, eine
fahrende Bahn, einen kleinen See,
Straßen und viel Grün. Und dann auf
einmal mein Wohngebiet! Gut zu erkennen durch die drei Hochhäuser in
der Nähe und den kleinen Bogen, den
die Straße machte. Genau in dem
Bogen wohnte ich! Ich hätte schreien können vor Freude, blieb doch
lieber stumm. Danach flogen wir
über Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf; Mahlsdorf sahen wir von wei-

tem. Total beeindruckt war ich
über die, für meine Begriffe, riesengroßen Flächen mit bebauten
Grundstücken. Die kleinen Wohnhäuser in Bezug zu den Großbauten sahen aus der Ferne wie
Spielzeug aus, umgeben vom Grün
ihrer Gärten. So schön hatte ich
mir unseren Bezirk nicht vorgestellt. Höchst eindrucksvoll. Niemals werde ich das vergessen.
Hier hat Alzheimer keine Chance.
Zurück flogen wir an Springpfuhl
vorbei, sahen die drei überhohen
Wohnhäuser und bald einen Wald.
Ein Wald? Wo sind wir? Jetzt erspähte ich das Dach des Eastgates und wusste, der Wald war der
Friedhof. Das war das Ende des
Fluges. Nein, nicht so, wie Sie
jetzt denken! Ein paar Meter noch
und der Hubschrauber setzte zur
Landung an. Haargenau erreichte
der Pilot die Stelle des Abfluges.
Wunderbar hatte er uns über die
Dächer Marzahns geflogen. Danke! Jetzt musste ich als Erste aus-

steigen. Der Organisator reichte
mir seine Hand und ich stieg
leicht springend herab. Ich lief
ein paar Schritte. Wohin? Zum
Bahnhof? Nein, jetzt musste ich
allein sein, kehrte um und eilte
zum Friedhof. In mir war höchste
Begeisterung und mächtiger
Stolz über das gelungene Wagnis. Ich strahlte und lachte in
mich hinein. Nicht ein bisschen
konnte ich gemäßigt drein
schauen und war nicht fähig, es
auch nur im Geringsten zu verbergen, was man ja auf einem
Friedhof tunlichst sollte. Deswegen suchte ich die ganz stillen
Wege auf, um keinem Menschen
zu begegnen. „Die Toten werden
es mir verzeihen“, dachte ich.
Und ich glaube, sie haben mir
verziehen; die Sonne lachte über
alle Maßen und die Toten schienen fröhlich einzustimmen.

THEMA: POLITIK, WIRTSCHAFT UND SOZIALES
DAS

BRÖTCHEN

IN

DER

HECKE

von Rudolf Winterfeldt
Als ich mit meiner Frau vom Einkaufen zurück kam, sah in der Hecke vor
unserem Hauseingang ein belegtes
Brötchen. Jemand hatte es dort hineingeworfen und nun hing es unpassend in den Blättern der Hecke.
Wegen der Gefahr, dass Ratten oder
anderes Ungeziefer angezogen werden, habe ich das Brötchen entsorgt. Es sah ja auch nicht gerade
schön aus in der Hecke. Dabei kamen mir aber so ein paar Gedanken,
die ich hier preisgeben möchte. Als
1945 der 2. Weltkrieg beendet war,
steckte die Versorgung mit Lebensmitteln im Chaos. Die Rationierung
war eine Möglichkeit der gerechten
Verteilung an die Bevölkerung.
Trotzdem waren Not und Hunger
nicht auszuschließen. Besonders
schlimm waren die Jahre 1946 und
1947. Meine Familie hatte dabei
noch Glück, denn mein Vater kam
1946 schon aus der Gefangenschaft
nach Hause. Er bemühte sich nach
Kräften seine Familie zu ernähren.

Wie aber ist es mir persönlich in
dieser Zeit ergangen? So manchen Abend bin ich hungrig ins
Bett gegangen und habe manche Träne geweint. Meinen Eltern und Geschwister ging es
ebenso. Es war eben nichts zu
essen da. Oft bin ich mit meinem Vater auf die abgeernteten
Felder gegangen und haben liegen gebliebene Ehren und Kartoffeln aufgesammelt. Sicherlich
ging es vielen Menschen meiner
Generation ebenso. Nun betrachte
ich die heutige Zeit und kann nicht
verstehen, dass Menschen so
schluderhaft mit Brot und Lebensmitteln umgehen. Meine Großmutter lehrte mich, wenn man mit dem
Brot verschwenderisch umgeht
oder es wegwirft, dann kommt die
„Roggenmuhme“ und bestraft
dich. Sicherlich eine Germanische
Sage, aber sie hat geholfen, das
Brot zu achten.
Wenn heute in Deutschland jähr-

Bild: knipseline / pixelio.de

lich elf Tonnen Lebensmittel in
den Müll wandern, dann sollten
wir uns, angesichts der hungernden Menschen in aller Welt,
schämen. Sollten wir nicht froh
und glücklich sein, dass vielen
von uns kein Hunger mehr plagt?
Was aber ist mit den Menschen
in unserem Land, die auch heute
nicht immer satt zu essen haben? Denken die Verschwender
auch einmal an sie? Manchmal
denke ich darüber nach und frage mich, wie handeln Eltern
selbst und wie erziehen sie ihre

Seite 4
Kinder? Ja, der Wohlstand versaut den
Charakter in gleicher Weise wie das
Geld. Gehen wir doch bitte in uns in
dieser „Weg-werf-Gesellschaft“ und
achten das Brot. Anmerkung: Roggenmuhme oder Kornmuhme ist ein weibli-

cher Feldgeist der Germanischen Sage, der Verwüstungen
und Schädigungen von Roggenfeldern ahndet.

THEMA: POLITIK, WIRTSCHAFT UND SOZIALES
AUCH NACH 90 JAHREN
D E R Z E I T von Ursula A. Kolbe
Wir schreiben in dieser Ausgabe die Monate November/Dezember. Lassen
Herbstlaub fallen, die ersten Adventsgedanken „erleuchten“, kurz, schreiben
über das, was uns jetzt in der Vorweihnachtszeit bewegt.
Und dazu kreisen die Gedanken auch
darum, was wir unseren Lieben unter
den Weihnachtsbaum legen können.
Und das zum Glück, so meine ich, immer
mehr Richtung praktischer Verwendbarkeit, die zugleich Herz und Seele erfreuen. Naheliegend also, noch einmal den
Blick auf die diesjährige Internationale
Funkausstellung (IFA) unter dem Berliner Funkturm zu richten.
Seit nunmehr genau 90 Jahren ist sie
immer ganz nah dran am Puls der Zeit.
Die heute weltweit führende Masse für
Unterhaltungselektronik und Hausgeräte punktete zum 54. Mal damit, was
uns in den nächsten Jahren an neuen
Innovationen in Sachen drahtlose Audiosysteme und intelligente Haushaltstechnik so alles erwartet. Rund 5.000
Aussteller aus aller Welt haben das in
ihren Branchen eindrucksvoll präsentiert.
Noch ein Wort kurz vorab: 1994 war es
der Vorläufer des Radios, der die Leute
in Atem nahm. 25 Jahre später hat Willy
Brandt den Knopfdruck für das Farbfernsehen betätigt. Welch eine Begeisterung hat das hervor gerufen. Heute ist
es ein Faszinosum, wie IFA-Direktor
Jens Heithecker so treffend formulierte,
was man mithilfe der Technik an Emotionen und Spaß entwickeln kann. Ob TVGeräte oder Elektro-Kleingeräte, alle
diese Produkte stehen auf der Wunschliste der Konsumenten immer noch ganz
weit oben.
Bei allem Vielseitigkeit, Effektivität,
Nachhaltigkeit, edles Design, smarte
Funktionalität natürlich als Maßstab
allen Handelns.

DIREKT

AM

PULS

OekoKombi-Waschmaschinen
u n d
„ P o w e r D r y “ Geschirrspüler
Da steht das viel gerühmte
Smartphone im Blick, vor allem
das „Smart Home“ - die Handhabe darum, wie man z. B. seine Haushaltsgeräte, wenn nötig, auch mit dem Telefon steuern kann. Immer das Ziel im
Hinterkopf, die Hausarbeit soll
Spaß machen, soll leichter
werden, soll weniger Energie
verbrauchen. Letzteres
mit
Blick auf den Geldbeutel wichtiger denn je. Ein paar Beispiele: So bietet AEG für seine
Ö k o K o m bi - W a s c h m a s c h i n e n
ein Jeansprogramm an, das
keine Zwischenschleudergänge hat, was Falten verhindern
soll. Dafür wird häufiger mit
Wasser gespült, damit kein
Pulver im Stoff zurückbleibt.
Weniger Bewegungen sollen
das Auswaschen der Farbe verhindern. Beim Geschirrspüler
verzichtet Samsung bei dem
„DW60H9970“ auf den rotierenden Sprüharm. Eine Art
Schlitten fährt dagegen mit
sechs Hochleistungsdüsen am
Boden der Maschine hin und
her. Die Stärke des Strahls
lässt sich an der Seite variieren. Dort, wo die verschmutzten Geräte stehen, arbeitet er
stärker – das Geschirr soll sauberer werden. Bauknecht bietet einen Geschirrspüler
„PowerDry“ mit Düsen an der
Rückwand an, so dass Töpfe
und Pfannen hochkant darin
stehen können. Das schafft
Platz für bis zu zehn Teller
mehr im Vergleich zu anderen
gleich großen. Ein neues Sys-

Bild: Messe Berlin

tem trocknet zudem den Innenraum besser ab, so dass selbst
auf Gläsern und Plastikteilen
keine Tropfen und damit auch
keine Kalkflecken zurückbleiben.
Bei der Siemens- GeschirrspülerSerie „iQ700“ verkürzt ein Zusatzprogramm die Dauer nahezu
aller gängigen Systeme um 66
Prozent. Neues beim Backen und
Garen verspricht Bosch beim
Backofen der „Serie 8“ mit einem neuen Heißluftsystem, das
Gerichte perfekt gart – egal auf
welcher Ebene im Ofen. In puncto
Kühlgeräten gibt es spezielle Innenbeleuchtungen, die Teile des
Sonnenlichts stimulieren und
damit Frische und Vitamine von
Obst und Gemüse möglichst lange erhalten. Es lässt sich auch
aktiver Sauerstoff hineinleiten.
Durch Schockgefrieren können
Lebensmittel beim Tiefkühlen
länger und schonender aufbewahrt werden. So 20 Prozent Vitamine mehr zu erhalten, verspricht u.a. Bauknecht.
„Smart Home“ bald Standard?
In Sachen Verbraucher noch ein
ganz neuer Bereich ist die vernetzte App-steuerbare „Smart
Home“. Zwar haben schon Millionen Menschen mit selbstverständlich smarte Mobiltelefone
und Tablets, aber bei Haushaltsgeräten halten sie sich noch sehr
bedeckt. Das sei noch ein weißer

Seite 5
Fleck, sagt ein Samsung-Experte. Flugtickets mit dem Smartphone zu Hause
buchen, ja, aber die Waschmaschine
damit anstellen oder einfach nur den
Lichtschalter damit steuern, nein. Seine
Prognose jedoch: In ein paar Jahren
wird das Steuern vieler Haushaltsgeräte
mit Handy oder Tablet zwar noch nicht
Standard, aber schon eine feste Massenmarkt-Größe sein. Mit dem Beurer
PM 250 kann man, ohne zusätzlichen
Adapter, per Bluetooth die Herzfrequenzdaten direkt ins Smartphone übertragen. Die Runtastic App zeichnet die
Werte, gemeinsam mit Datum, Zeit, Ort
und Geschwindigkeit, auf. Somit hat
man die Trainingswerte immer im Überblick. Die Installation des PM250 in der
Runtastic App ist denkbar einfach und
erfordert keine besonderen Vorkenntnisse.
Auch die Gesundheit im Blick
Immer mehr rückt auch die Gesundheit
in Sachen Technik in den Blick. Der
Beurer HealthManager z. B. gehört zu
Beurer Connect und bietet ein umfangreiches GesundheitsmanagementSystem. Damit können gemessene Körperwerte gespeichert, analysiert und
verglichen werden. Der Anwender kann
die Daten klassisch über USB in die dafür vorgesehene HealthManager PC
Software oder via Bluetooth smart Technologie und Near Field Communication
(NFC) direkt in die HealthManager App
übertragen.

Für jeden Typ das richtige Handy – Test gibt die Antwort!
Drei neue, innovative HandyModelle präsentierte emporia
Telecom, der führende Hersteller im Bereich einfach zu bedienender Mobiltelefone. Neben
dem emporiaGLAM rückt z. B.
das neu entwickelte emporiaEUPHORIA als zweites Topmodell an die Spitze der Palette.
Einsteigern sei das emporiaPURE empfohlen. Deutschlandweit sind die Geräte in über
3.000 einschlägigen Geschäften erhältlich. Im Blick hat das
österreichische Unternehmen
alle, die Wert auf stilvolle Einfachheit bei höchstem Bedienkomfort legen. So setzen alle
Produkte auf das Prinzip eine
Taste – eine Funktion.
Mit
nur einem Tastendruck kann so
etwa die Taschenlampe, die
Kamera oder die Tastensperre
aktiviert werden. Kurzum, ein
formschönes wie praktisches
Geschenk. Werde doch generell
gerne Technik verschenkt,
meint denn auch Eveline Pupeter, Miteigentümerin von emporia Telecom. „Wir bieten innovative Produkte“, sagt sie weiter, „die auch für neue Zielgruppen interessant sind, nämlich für alle, die es einfach mögen. Besonders der Formfaktor

Klapphandy ist beliebt, gibt er
doch Sicherheit bei der Bedienung. Hosentaschenanrufe gehören damit der Vergangenheit
an.“ Und noch etwas: Um herauszufinden, welches Modell
zu welchem Typ passt, hat emporia einen unterhaltsamen
Test aufgelegt. Er ist mit einem
Augenzwinkern konzipiert und
greift auf verschiedene Klischees zurück, die die unterschiedlichen Typen von HandyMauerblümchen bis HandyChampion auf charmante und
lustige Weise detailliert beschreiben.
Anhand von Fragen können Sie
feststellen, welcher Typ Sie
selbst oder ein Angehöriger
sind. Gleichzeitig gibt der Test
eine Empfehlung, welche emporia Produkte für den jeweiligen
Nutzer am besten geeignet ist.
Also klicken Sie an:
www.emporia.de/handy/typent
est.
Auch darauf sei verwiesen:
Jetzt im November wird das
Portfolio mit dem ersten
Smartphone aus dem Hause
emporia komplettiert. Das emporiaSMART kommt zunächst in
Deutschland und Österreich auf
den Markt.

THEMA: POLITIK, WIRTSCHAFT UND SOZIALES
RÜSTUNGSINDUSTRIE
T O U C H ? von Barbara Ludwig

MIT

Ist Waffenproduktion sozial? Wer Waffen herstellt und verkauft, heimst hohe
Gewinne ein. Gewinne sind es, die die
Produktion vorantreiben. Mit millionenfachem Leid und Elend ist viel Geld zu
verdienen. Deutschlands Rüstungsindustrie steht in der Produktion und im
Export von Kriegsgerät mit an vorderster
Stelle in der Welt. Das sei gut für
Deutschland, meinen die das Land führenden Kräfte und nennen es sozial. Die
Arbeitgeber würden doch damit Steuerabgaben und Arbeitsplätze und das Auskommen der Arbeitnehmer sichern. So
lauten die Argumente der Waffenprodu-

SOZIALEM
zenten und der Politiker, auch
die einiger Gewerkschaften.
Oh, soziales Deutschland!
Wer kauft, wird die Waffen gegen Menschen richten und töten. Auf Kosten der im Krieg
und Terror Verwundeten und
Gefallenen richten die Kriegswaffenproduzenten vom Arbeiter bis zum Manager ihr Leben
ein; behütet, ohne Mangel an
Lebenswichtigem und lassen es
sich im Großen und Ganzen gut
gehen nach dem Motto: Ich bin
mir selbst der Nächste und

Foto: Michael Hirschka / pixelio.de

nach mir die Sintflut.
Selbst Gregor Gysi wankt. Er
hielt es für überlegenswert, in
Deutschland hergestellte Waffen zu exportieren. Wie kommt
er zu diesem Gedanken? Er, der
stets ein harter Gegner jedwe-

Seite 6
den Terrors, eines jeden Krieges
war. Ich habe noch deutlich seine
gegnerischen Äußerungen bezüglich
des Afghanistankrieges und weiterer
im Ohr. Mit dieser humanen Meinung war er der einzige hochrangige
Politiker, im Gefolge die gesamte
Partei Die Linke (PDL). Wieso will
sich das Blatt wenden? Auch Stefan
Liebisch, PDL, äußerte: „Er wolle
Auslandseinsätze der Bundeswehr
nicht ausschließen“ und „stimmte
der Beteiligung einer deutschen Fregatte an den Aktivitäten eines USKriegsschiffes im Mittelmeer zu“.
(RotFuchs, Sept. 2014). Die meisten
der Linken schließen sich nicht diesen Meinungen an, sie sind sich treu
geblieben. Wie lange noch? Seit April führt ein Spalt durch die PDL,
weil die Bundestagsfraktion nicht

mehr einig gegen militärische Einsätze argumentiert. Ich kann nur
sagen: Wird der Spalt nicht gekittet, wird ein tiefer Graben entstehen. Wer soll dann die Friedenswilligen in der Politik vertreten?
Gewerkschaften beginnen ebenfalls zu kippen. Sie meinen,
„sozial ist, was Arbeit schafft und
sprachen sich im Juni dieses Jahres gegen Beschränkungen beim
Rüstungsexport aus. Für den zweiten Bevollmächtigten der IG Metall Ingolstadt ist der Bau von
Kampfdrohnen gar ein kleiner
Lichtblick. Ein Drohnenprogramm
würde 1500 Arbeitsplätze sichern, erklärte er.“ (ND v.
20.9.14 Harald W. Jürgensonn).
Gleich Anfang Oktober hatte die
Bundesregierung weitere Exporte

genehmigt. In großem Umfang
wird unter anderem an SaudiArabien, Katar, Algerien, Jordanien geliefert, obwohl SPD-Chef
Gabriel Zurückhaltung bei Waffenexporten angekündigt hatte.
Was und wem soll man noch
glauben?
Zu all diesen Denk- und Handlungsweisen fehlen mir die Worte. Alle Menschen sollten endlich ihren Verstand einsetzen,
um das elementare Problem
Krieg und Terror mit Anstand
und Menschlichkeit zu lösen.
Harmonie auf allen Ebenen anzustreben, sollte oberstes Gebot sein im Wissen: Gewalt
schafft wieder Gewalt.

THEMA: KULTUR, KUNST, WISSENSCHAFT
B R Ü C K E N S C H L A G von Waltraud Käß
„Ich war noch niemals in New
York…", singt Udo Jürgens in einem
seiner berühmten Songs. Was ihm
wohl kaum ein Mensch glaubt. Doch
ich kenne diese Stadt wirklich
nicht, was mich jedoch nicht davon
abhält, mich für sie zu interessieren. Fotografen, Filmemacher,
Fernsehleute überbrücken die Entfernungen zwischen den Kontinenten und bringen uns Unbekanntes
näher. Das war im Jahre 1831 noch
nicht so ausgeprägt. Der Reiz des
Unbekannten lockte, die Entdeckung fremder Kontinente oder
Städte musste sehr oft persönlich
und mit Strapazen verbunden,
durch die damaligen Auswanderer
oder Übersiedler gemeistert werden. So kam es, dass sich im Jahre
1831 ein Mann auf den Weg in die
so genannte „neue Welt" machte.
Er war ein Mann aus Thüringen, genauer gesagt kam er aus der Stadt
Mühlhausen. Und wäre er in seinem
Schicksalsjahr nicht auf diese Idee
gekommen, nach Amerika auszuwandern, wäre New York heute vielleicht um eines seiner Wahrzeichen, jedenfalls in dieser Form, ärmer. Wer war dieser Mann? Sein
Name war Johann August Röbling.

Sein Vater, ein Tabakhändler,
zeugte ihn als 5. Kind seiner Familie, so dass er am 12.6.1806
geboren wurde. Seine ersten
schulischen Leistungen können
nicht berühmt gewesen sein, denn
wegen sehr schlechter Noten in
Religion und Latein musste er das
Gymnasium verlassen. Was wiederum ein Glück für ihn war, denn
er erhielt danach eine Ausbildung
am Privat-Pädagogium des jüdischen Mathematikers Dr. Ephraim
Salomon Unger in Erfurt. Im Jahre
1824 sehen wir ihn in Berlin, er
wird an der Königlichen Bauakademie immatrikuliert und studiert
- man lese und staune: Architektur, Tief- und Brückenbau, Deichbau, Hydraulik und Maschinenbau. Just während seines Studiums erfährt er vom Bau von Hängebrücken in Bayern und in der
Pfalz, und er reist interessiert
dorthin, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Nach Beendigung seiner Ausbildung wird er
„Baukondukteur" in Westfalen
und entwickelt bereits im Jahre
1828 erste Pläne für Hängebrücken. Was ihn veranlasste, nach
Amerika auszuwandern, ist nicht

Foto: Lothar von Wandtner / pixelio.de

bekannt. Bekannt ist jedoch,
dass er seinen Bruder Karl und
weitere Bürger aus Mühlhausen
auf seine Reise mitgenommen
hat. In Amerika angekommen,
kaufte er mit einigen anderen
A us w a n de r er n ei n g rö ß e r es
Stück Land und gründete die
Siedlung „Germania". Später
erhielt die Stadt den Namen Saxonburg. Das „Örtchen" hat heute 1600 Einwohner, und zwischen
ihm und Mühlhausen wurde am
23. Mai 2008 eine Städtepartnerschaft geschlossen. Bereits
im Jahre 1837 erhielt Röbling die
amerikanische Staatsbürgerschaft. Er heiratete Johanna,
ebenfalls ein Mädchen aus Mühlhausen, die ihm 9 Kinder schenk-

Seite 7
te. Nicht alle blieben am Leben. Zunächst betätigte sich der junge Mann
als Landwirt. Das war jedoch keine
lange, berufliche Episode in seinem
Leben, denn sehr schnell arbeitete er
in seinem studierten Beruf als Ingenieur beim Bau von Kanälen und Wasserwegen. In Vorbereitung seiner
„Brückenarbeiten" erfand er in seiner Werkstatt in Saxonburg eine Methode zum Verzwirbeln von Stahlfäden, aus denen man glänzende, vibrierende Stahlseile, so genannte
Trossen, herstellen konnte. Das war
die Erfindung für den Bau von Hängebrücken. Unter seiner Leitung standen in den Jahren 1844, 1845 und
1851 der Bau der Kanalbrücke über
den Pennsylvania Canal, der Hängebrücke über den Monongahela River
sowie der Niagara Falls Suspension
Bridge (eine Eisenbahn- und Straßenbrücke). Sein beruflicher Einsatz hatte ihn inzwischen nach New Jersey
geführt. New York war zu diesem Zeitpunkt noch keine homogene Stadt.
Wollte man von Brooklyn auf dem kürzesten Weg nach Manhattan, mussten die Menschen den East River
überqueren, der, ein Ausläufer des
Atlantischen Ozeans, sich als tückischer, 1800 m breiter Meeresarm mit
Strudeln darstellte, der im Winter oft
von Eisschollen blockiert war. Da war
an eine Überfahrt nicht zu denken.
Eine Brücke musste her, größer dimensioniert als die kleine Hängebrücke aus Bayern. John August
Roebling, wie er nun als amerikanischer Staatsbürger hieß, machte sich
an die Pläne. Ein Bauwerk dieser Art
hatte zu diesem Zeitpunkt kein Vorbild. Entdecker, Erfinder, Pioniere
sind ja mitunter mit ihren Plänen vom

Wahnsinn nicht weit entfernt,
sie stoßen in unbekanntes Gelände vor, und auch dieser Brückenbau sprengte alle Vorstellungen. Roeblings Pläne sahen
eine Hängebrücke vor, die zwischen zwei Granit-SandsteinTürmen von Stahltrossen getragen werden sollte. Im Jahre
1867 wurde die New York Bridge
Company gegründet, eine private
Gesellschaft, die diese Brücke
bauen wollte. Roebling wurde
der verantwortliche Chefingenieur für den Bau, der im Jahre
1869/1870 begann. Allerdings
hat er den Bau nicht lange begleitet. Ein Unfall während der
Arbeiten zerquetschte ihm einen
Fuß. Der folgende Wundstarrkrampf führte zu seinem Tod.
Nun übernahm sein Sohn Washington Augustus Roebling das
Vermächtnis seines Vaters und
führte die Arbeiten fort. Für die
beiden Granittürme mussten zunächst unter Wasser 23 m tiefe
Baugruben ausgehoben werden.
Nur durch Taucher, die in so genannten Senkkästen arbeiteten,
konnten im Laufe von fünf Jahren die Tiefbauarbeiten bewältigt werden. Medizinisch konnte
diese schwere Arbeit noch nicht
ausreichend begleitet werden.
Und so kam es, dass die so genannte „Klappkrankheit"
(Dekompression) bei den Tauchern diagnostiziert wurde, hervor gerufen durch zu schnelles
Auftauchen vom Meeresgrund.
Auch Washington Augustus
Roebling litt unter der Taucherkrankheit. Schon im Jahre 1872,

er war gerade 35 Jahre alt,
konnte er sich kaum noch bewegen, auch sein Sprachvermögen war geschädigt. An den
Rollstuhl gefesselt, die Arbeiten an der Brücke mit einem
Fernrohr von seinem Haus aus
begleitend, leitete er die Arbeiten bis zu ihrem Abschluss.
Aber er hat die Brücke nie betreten. Seine Frau Emily, die
vor Ort die Arbeiten überwachte, war der erste Mensch, der
die Brooklyn Bridge von Brooklyn nach Manhattan überquerte. 6000 Menschen haben 14
Jahre lang an diesem Bauwerk
gearbeitet, 27 Menschen verloren ihr Leben. Am 24.5.1883
wurde die Brooklyn Bridge mit
einer Länge von 1834 m und 70
installierten, elektrischen Lampen eröffnet. Sie war zu diesem
Zeitpunkt die längste Hängebrücke der Welt und galt als
Weltwunder der industriellen
Entwicklung. Die Granittürme,
auf denen sie ruht, haben neugotische Stilelemente. Sie sind
den gotischen Bogenfenstern
der Divi-Blasii-Kirche in Mühlhausen nachempfunden, für
Johann August Röbling ein
Stück Heimat aus der alten
Welt. Sein Brückenschlag in
der neuen Welt ist auch in
Mühlhausen und Erfurt nicht
vergessen. An seinem Geburtshaus in Mühlhausen erinnert
eine Gedenktafel an ihn, und
am Gebäude seiner ehemaligen
Schule in Erfurt, Marktstraße
6, wird er ebenfalls gewürdigt.

THEMA: KULTUR, KUNST, WISSENSCHAFT
FARBENPRACHT

AM

HIMMEL

von Christa-Dorit Pohle
Meine Freundin hatte Geburtstag,
und die Geburtstagsfeier fand in ihrem Garten statt. Wir saßen bis zum
späten Abend gemütlich zusammen.
Als die Sonne sich glutrot färbte und
den Himmel in ein leuchtendes Farbenmeer verwandelte, fragte Marie,
die zwölfjährige Enkeltochter meiner
Freundin, ob wir wüssten, wie dieses

Farbenmeer entsteht. Wir Gäste
schauten uns gegenseitig an,
wer diese Frage beantworten
könnte. Ehrlich gesagt, ich hatte mir darüber auch noch keine
Gedanken gemacht. Ich fand es
aber immer wunderschön, wenn
ich an der Ostsee war und zuschauen konnte, wie der Feuer-

ball der Sonne ganz langsam
am Horizont versank. Nur einer
unter den Gästen, Onkel Hans,
konnte die Frage des Mädchens
beantworten. Er erinnerte sich,
mal etwas über dieses Thema
gelesen zu haben, und versuchte nun, uns alle aufzuklären.
Rot, orange, gelb, grün, blau,

Seite 8
violett, aus diesen verschiedenen Farben setzt sich das Sonnenlicht zusammen. Die Lichtstrahlen haben einen
langen Weg durch das Weltall zurück
zu legen, ehe sie in unsere Erdatmosphäre eintreten. Wenn sie dann von
den Molekülen der Luft abgelenkt werden, spricht man von einer Lichtbrechung. Von der Wellenlänge des Lichts
und seiner Farbe hängt es ab, wie
stark die Lichtbrechung ist. Rote oder
orangefarbene Lichtanteile werden
weniger abgelenkt als blaue oder violette. Wenn die Sonne über uns steht
und wir den blauen Himmel sehen, ist
es nur ein kurzer Weg, den die Strahlen durch die Luft zurück legen müs-

sen, also weniger Ablenkung für
das Licht. Aber morgens oder
abends müssen die Lichtwellen
eine längere Strecke durch die
Atmosphäre fliegen, weil die
Sonne dann näher am Horizont
steht. Das bedeutet eine stärkere Ablenkung für die blauen Wellen. Zum Schluss können wir diese nicht mehr sehen, nur noch
die gelben und roten Anteile des
Lichts. Und diese sorgen für die
Farbenpracht am Himmel, welche wir immer wieder gerne bewundern. Marie wollte gleich am
nächsten Tag ihre Freundinnen
fragen, ob diese auch so gut Be-

Foto: Janusz Klosowski / pixelio.de

scheid wissen über die Farbenpracht am Himmel, und Onkel
Hans war stolz, dass nur er die
Frage von Marie beantworten
konnte.

THEMA: KULTUR, KUNST, WISSENSCHAFT
ALTER

WEIHNACHTSZAUBER

IN

NEUEM

GLANZ

von Ursula A. Kolbe
rung „Ode an die Freude“ aus
der 9. Sinfonie von Ludwig van
Beethoven eine moderne Laserharfe und die große Sauerorgel
des Doms zusammen.

Foto: visitBerlin / Scholvien

„Berliner Winterreise(n) – wie verlockend?“ - Besser konnte das Thema
dieses TourismusDialogBerlin für die
vor uns liegenden Wochen nicht gewählt sein. Und mit Andreas Boehlke,
Vorstand des Vereins „Berlin leuchtet“, Helmut Russ, Veranstalter WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt, Geschäftsführer Lutz Freise, Reederei
Riedel, und Gerhard Buchholz, visitBerlin, standen kompetente Gesprächspartner Rede und Antwort.
Was erwartet also die Berliner und
Besucher aus aller Welt? Die Lichtspektakel „Berlin leuchtet“ und das
„Festival of Lights“ haben wir ja gerade jetzt in der ersten Oktoberhälfte
mit ihren Licht-Shows erlebt, die viele
markante Hausfassaden, Brücken und
andere Wahrzeichen der Stadt eindrucksvoll illuminierten, Augen und
Herzen erfreuten. Auch z. B. das Konzert „Lumissimo“ im Berliner Dom.
Hier wirkten erstmalig bei der Auffüh-

WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt
In Berlin freuen wir uns jetzt auf
die insgesamt über 50 Weihnachtsmärkte. Für ganz
Deutschland spricht der Schaustellerbund
von weihnachtlichem Festbrauch in der Adventszeit in knapp 1.500 Orten mit
insgesamt über 80 Millionen
Besuchern. Unbestritten hat der
nostalgische WeihnachtsZauber
auf dem Gendarmenmarkt in nur
wenigen Jahren seine große Anziehungskraft unter Beweis gestellt. Rund 600.000 Besucher
genießen dann nicht nur die behagliche Atmosphäre beheizter
Zelte. Für die Berliner quasi
schon ein Muss, für die WinterTouristen beliebter Grund, hierher oder einmal mehr her zu
kommen. Angezogen vom Flair
der über 150 Aussteller mit ihrer
unverwechselbaren Handwerkskunst. So bringt der Origamimeister mit seiner Faltkunst die
Besucher zum Staunen, führt die
Flachsstickerin ihr uraltes, fast

schon vergessenes Handwerk
vor. Oder die Lederkönigin, die
Hutmacherin, der Holzschnitzer
aus Oberammergau. Der Drechsler vollbringt wahre Kunststücke
an der Scheibe und viele, viele
andere. Man muss es selbst gesehen und erlebt haben. Bei allem nicht zu vergessen die typischen Gaumenfreuden. Auch auf
dem Gendarmenmarkt gibt es
natürlich die traditionellen Leckereien wie heiße Maronen,
gebrannte Mandeln, Lebkuchen,
Bratwurst und Glühwein. Das
Besondere hierbei aber: Die gehobene Gastronomie trägt zu
einer Vielfalt bei, die es so auf
einem Weihnachtsmarkt noch
nicht gegeben hat. Das Lob
„WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt – Eine einzigartige kulinarische Verführung in bezaubernder weihnachtlicher Atmosphäre“ nehmen die Gastgeber gerne
entgegen. So stellvertretend die
Gastronomie-Stände der Galerie
Lafayette, Lutter & Wegner, Restaurant Guy und Amaci, das
Edelweiß-Catering mit Sternekoch Franz Raneburger oder die
Tapasbar vino y mar. Den ganzen
Lichterglanz inbegriffen, vereinen sich hier Kunst, Kultur und
Kaufambiente in einer einzigar-

Seite 9
tigen Verflechtung. widerspiegeln die
gute alte Weihnachtszeit auf Berlins
schönstem Platz, wie man es immer wieder hören kann.
Rentierschlittenfahrt auf der Spree
Berlin an Spree und Havel, quasi eine
Insel im Wasser. Sprichwörtlich ebenso
seine Ausflugsschifffahrt. Stellvertretend dafür Angebote der Reederei Riedel, zum Weihnachts-Flair auf dem Wasser beizutragen. A l s NikolausÜberraschungspaket gibt es am 6. Dezember eine 2,5stündige Schiffsfahrt
auf der winterlichen Rentierflotte mit
den Berliner Originalen „Eckensteher
Nante“ und „Salongeiger Kalle“. Mit

maritimen Überraschungen
und Leckereien aus der Heinzelmännchen-Backstube. Adventsfahrten finden am 30.11.
und 14.12. statt. Ein weihnachtliches 3-stündiges 3Gang-Menü steht am 27., 28.,
29.11., dann am 4., 5.,
6.,11.,12. und 13.12. auf dem
Programm. „Theos Reise ins
Abenteuerland““ heißt es am
7. und 21. 12. 14 – eine besondere Familienfahrt mit
Bräuchen, Liedern und Figuren aus aller Welt. Auf der
zweistündi gen S chiffstour
können die kleinen Gäste bas-

teln und sich mit den Weihnachtsfiguren fotografieren lassen. Es gibt im November/Dezember winterliche
Spree- bzw. Lichterfahrten,
ebenso kombinierte Bus- und
Schifffahrten. (Infos siehe Reederei Riedel, Fahrplan 2014,
Fahrprogramm März bis Dezember, Sonderveranstaltungen: Tickets Tel. 030 / 679 61 47-0, EMail: info@reeederei-riedel.de)

THEMA: KULTUR, KUNST, WISSENSCHAFT
ROSETTA

ERREICHT

IHR

ZIEL

von Tristan Micke
Nach einer Reisezeit von über zehneinhalb Jahren erreicht die 3 t schwere
Weltraumsonde Rosetta der Europäischen Weltraumorganisation ESA ihr
Ziel und wird am 11. November 2014
den mitgeführten Lander Philae auf dem
Kern des Kometen TschurjumowGerasimenko absetzen. Der Kometenkern ist ein Brocken aus Eis, Gestein,
gefrorenen Gasen und Staub. Er ist
schwarz wie Kohle und dreht sich in
12,6 Stunden einmal um die eigene
Achse. Sein Durchmesser beträgt etwa
zwei Kilometer, er ist vier bis fünf Kilometer lang, umkreist in 6,7 Jahren einmal die Sonne und nähert sich ihr dabei
zwischen 840 Millionen und 195 Millionen Kilometer an.
Im August 2014 war die Sonde in eine
Umlaufbahn um den Kometenkern eingeschwenkt, denn bevor der 100 kg
schwere Lander auf ihm abgesetzt werden kann, muss er kartografiert werden,
um einen geeigneten Landeplatz auf
dem relativ kleinen Himmelskörper zu
finden. Wegen der großen Entfernung
kann die Sonde bei der Annäherung an
den Kometenkern nicht direkt von der
Erde aus gesteuert werden. Deshalb
orientiert sie sich mittels Sternsensoren an den Positionen von Sternen und
agiert selbstständig. Nach dem Aufsetzen des Landers Philae verankert er sich
mittels Harpunen auf dem Kometenkern, da dieser nur ein geringes Schwe-

refeld besitzt. Dann beginnt er
mit detaillierten Untersuchungen zur Beschaffenheit des Kometenkerns. Dazu hat er verschiedene Instrumente an Bord.
Sonde und Lander begleiten dabei den Kometenkern bei seinem Flug in Richtung Sonne. Die
gewonnenen Forschungsergebnisse werden zur Erde gesendet.
Den sonnennächsten Punkt erreicht der Komet TschurjumowGerasimenko im August 2015.
Dann nimmt seine Aktivität, wie
Ausbildung eines Schweifs und
der Verlust an Masse zu. Diese
Aktivität begann zur Überraschung der Wissenschaftler bereits im April 2014. Bei jedem
Sonnenumlauf verliert der Komet 400 t an Materie. Geplant
ist, dass der Lander sechs Monate den extremen Bedingungen
auf der Oberfläche des Kometenkerns widersteht. Dann wird
er von einem wegbrechenden
Teil des Kometenkerns mitgerissen oder durch Hitze zerstört.
Seine Forschungsaufgaben wird
er aber bis dahin erfüllt haben.
Die Sonde Rosetta ist nicht direkt zum Kometen geflogen, wodurch sich ihre lange Reisezeit
erklärt. Sie kam während ihres
Fluges „zum Schwungholen“

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

dreimal in die Nähe der Erde
und einmal in die Nähe des
Mars. Dabei wurde sie von der
Gravitation dieser Planeten
beschleunigt und so ein geringster Treibstoffverbrauch
ermöglicht (Swing-by Manöver). Zweimal erreichte die
Sonde den Asteroidengürtel
zwischen den Planeten Mars
und Jupiter. Am 5. September
2008 fand ihre erste Passage
des Asteroidengürtels statt.
Sie flog in einer Entfernung von
800 km am 4,6 km großen
Asteroiden Steins vorbei und
machte dabei von ihm fotografische Aufnahmen und sammelte spektrografische Daten. Dabei stellte sich heraus, dass
Steins mit einer Vielzahl von
Einschlagskratern überzogen
ist, was auf ein hohes Alter des
Asteroiden schließen lässt. Bei
der zweiten Passage des Asteroidengürtels erreichte Rosetta
den Asteroiden Lutetia, der mit
einem Durchmesser von 100 km
wesentlich größer als der zuvor

Seite 10
angeflogenen Asteroid Steins ist. Aufnahmen aus einer Entfernung von rund
3000 km ergaben, dass Lutetia eine
sehr unregelmäßige Form hat und von
riesigen Kratern, Graten, Geröllrutschungen sowie mehreren 100 m großen Felsen geprägt ist. Zu diesem
Zeitpunkt war der Asteroid 455 Millionen km von der Erde entfernt. Nach
diesen Erkundungen hatte die Sonde
zunächst alle Aufgaben erfüllt und
konnte zur Einsparung von Energie
und zu ihrer Schonung am 8. Juni
2011 in den „Schlafmodus“ übergehen, aus dem sie vor dem Annähern an
den Kometen TschurjumowGerasimenko, am 20. Januar 2014
aufgeweckt wurde. Nach und nach
wurden dann die Instrumente der Sonde eingeschaltet und ihre Funktion
überprüft. Asteroiden und Kometen
bestehen aus dem Urmaterial, aus
dem vor 4,64 Milliarden Jahren die
Entstehung unseres Sonnensystems
begann und das bis heute unverfälscht ist. Die Rosetta-Mission soll

zur Klärung solch grundlegender
Fragen beitragen, ob z. B. das
Wasser auf der Erde vom Eis hier
eingeschlagener Kometen
stammt und ob die Grundbausteine des Lebens, wie Aminosäuren und komplexe organische
Kohlenstoffverbindungen, einst
von Kometen und Asteroiden auf
unseren Planeten gebracht word e n s i n d . D a s w ü r d e di e
Panspermie-Hypothese bestärken, nach der überall im Universum Leben entstehen könnte, wo
es die Bedingungen dafür gibt.
In diesem Sinne ist auch der Name Rosetta zu verstehen. Er bezieht sich auf den Stein von Rosetta (auch Stein von Rosette
oder Rosettastein), mit dem die
Deutung der ägyptischen Hieroglyphen gelang. Der Name des
Landers Philae stammt von einer
Insel im Nil. Hier wurde eine
Säule (Obelisk) gefunden, welche die Entzifferung des Steins

von Rosetta ermöglichte.
Zeitplan der Rosetta-Mission
Start: 2. März 2004 mit einer
Ariane 5-Trägerrakete vom europäischen Raumflughafen Kouru
in Französisch-Guayana, erster
Erdvorbeiflug: 4. März 2005,
Marsvorbeiflug: 25. Februar
2007, zweiter Erdvorbeiflug: 13.
November 2007, Vorbeiflug am
Asteroiden Steins: 5. September
2008, dritter Erdvorbeiflug: 13.
November 2009, Vorbeiflug am
Asteroiden Lutetia: 10. Juli
2010, danach „Schlafmodus“
vom 8. Juni 2011 bis 20. Januar
2014, Aufsetzen des Landers
Philae auf den Kometenkern: 11.
November 2014 – zusammen mit
dem Kometen Flug in Richtung
Sonne. Zum Ende der Mission
hat die Weltraumsonde Rosetta
dann 7,1 Milliarden Kilometer
zurückgelegt.

THEMA: KULTUR, KUNST, WISSENSCHAFT
WENN ES MITTEN IM
WEIHNACHTSMÄNNERN

SOMMER VON
WIMMELT ….

von Ursula A. Kolbe
….ist das durchaus kein April-Scherz.
Für die Kopenhagener ist das nämlich
schon längst zum Alltagsbild geworden, wenn es mitten im Juli mächtig
weihnachtet. Zum nunmehr 57. Mal
hatten laut AFP auch in diesem Jahr
150 Nikolause aus aller Welt über
drei Tage
ihre Sommerolympiade
ausgetragen. Sinnbildlich ausgedrückt: In dicken Schneestiefeln um
die Wette rennen und mit einem Sack
voller Geschenke auf dem Rücken
einen Kamin hochklettern. Dafür waren extra zwei Kamine aufgebaut worden. „Eine harte Prüfung an einem
heißen Sommertag“, meinte denn
auch Organisator Kurt Fleming, dänischer Zirkus-Clown und Präsident des
Weihnachtsmann-Kongresses.
Bei
weiteren Spektakeln paddelten die
Weihnachtsmänner beispielsweise
durch die Ostsee oder paradierten –
sicher zum Gaudi der „Zaungäste“ durch das Stadtzentrum der dänischen Metropole. Aus fast allen Län-

dern Europas, aus Kanada, den
USA, Japan, Venezuela oder El
Salvador waren sie gekommen.
Begleitet von zahlreichen Elfen
und Wichteln. Russland und Estland schickten zum ersten Mal
ihre Vertreter. Aber ausgerechnet Finnland, seit vielen Jahren
eine feste Größe dieses sommerlichen Ereignisses, fehlte. Sie
durften keinen Weihnachtsmann
entsenden. „Die Finnen wollen
nicht akzeptieren, dass der
Weihnachtsmann nur aus Grönland kommen kann“, erklärte
Fleming. Also wurden sie kurzerhand ausgeschlossen Finnland
konkurriert nämlich mit Grönland um den Ruf als wahre Heimat des Santa Claus. So ist
Grönland stolz auf sein Weihnachts-Vergnügungszentrum und
vor allem auf den berühmten
Postdienst, der Wunschzettel
von Kindern aus aller Herren

Foto: Grey59 / pixelio.de

Länder, adressiert an den
„Weihnachtsmann, Nordpol“ bearbeitet. Finnland seinerseits
beheimatet das Dorf des Weihnachtsmanns in Rovaniemi am
Polarkreis und hat ebenfalls einen weihnachtlichen Vergnügungspark, der jedes eine halbe
Million Besucher anlockt.
Himmelpforter Weihnachtspostfiliale wieder geöffnet
Aber auch in unserem Umfeld, im
Osten Deutschlands, gibt es
eine berühmte Einrichtung dieser Art: Die Weihnachtspostfiliale im staatlich anerkannten Erholungsort Himmelpfort im Brandenburgischen. 1984 kamen die

Seite 11
ersten, nunmehr sind es jährlich inzwischen über 200.000 Briefe von Kindern aus aller Welt, die vom Weihnachtsmann und seinen Engeln persönlich beantwortet werden. Gemeinsam mit der Deutschen Post wird dann
immer im hiesigen Haus des Gastes ab
Mitte November diese Filiale dann immer eingerichtet. Die Weihnachtsstube
dagegen kann man ganzjährig besuchen. Nicht zu vergessen der Weihnachtsmarkt zum 1. Advent. Kunsthandwerkliche Gegenstände und vor
allem Leckereien aus der Region sorgen alljährlich für anheimelnde Atmosphäre im vorweihnachtlichen Himmelpfort. Übrigens ist der märkische Ort
auch Mitglied im weltweiten Netzwerk

Christmas Cities. Hier wird miteinander kooperiert, sich ausgetauscht, macht man sich gegenseitig neugierig auf weihnachtliche Traditionen in aller
Welt.
Angleichung der Feiertage?
Auf dem Sommertreffen in Kopenhagen wurden auch durchaus ernste Probleme behandelt.
So etwa die europaweite Angleichung der Weihnachtstage. „Die
Spanier feiern Weihnachten am
Dreikönigstag am 6. Januar, die
Holländer einen Monat früher an
Nikolaus und wir am 24. Dezember. Eine Angleichung im Rah-

men der EU wäre ratsam“, sagt
der dänische Präsident Fleming.
Ein weiteres Thema waren Diäten
für übergewichtige Weihnachtmänner. Viele wiegen heutzutage mehr als hundert Kilogramm,
wurde bei dem Treffen beklagt.
Aber trotz alledem: Zum Abschluss des Treffen stand natürlich das traditionelle Weihnachtsessen auf dem Speiseplan: Schweinebraten mit Rotkohl und karamellisierten Kartoffeln. - Na, ich denke, hier bei
uns steht eher der obligatorische Weihnachtsbraten auf dem
festlich gedeckten Weihnachtstisch.

THEMA: NATUR, TOURISMUS
BEGEGNUNG

MIT

KAISER

BARBAROSSA

von Waltraud Käß
„Es war einmal ein Kaiser, der zog damals vor uralten Zeiten ins Heilige Land,
um reiche Beute zu machen. Er und sein
Gefolge wurden verzaubert und dazu
verdammt, in einer Höhle des Kyffhäusers am Rande des Harzes zu leben.
Sein Bart ist sehr lang, durch den steinernen Tisch gewachsen, an dem er
sitzt. Alle hundert Jahre wird der Kaiser
wach, dann schickt er einen Zwerg hinaus, um zu schauen, ob die Raben noch
um den Berg fliegen. Wenn sie nicht
mehr fliegen, kommt er aus dem Berg
und errichtet wieder sein Reich."
Wenn ich als Kind diese Sage hörte oder
las, lief mir immer ein Schauer den Rücken hinunter. Nun stand ich ihm im
Jahre 2014 leibhaftig gegenüber, stand
vor dem großen Wandbild des Malers
Hermann Wislicenus aus dem Bilderzyklus im großen Saal der Kaiserpfalz in
Goslar. Ich konnte mich einer gewissen
Rührung und der Erinnerung an diese
Sage aus meiner Kindheit nicht erwehren. Obwohl die Wahrheit eine andere
war: Der deutsche Kaiser Friedrich I.,
genannt Barbarossa, kam bei seinem
dritten Kreuzzug im Jahre 1190 nicht
etwa im Kampf ums Leben, nein, sondern auf sehr tragische Weise, er ertrank. Diese Szenen sind im Bilderzyklus festgehalten. Nach ihm zerbrach das
deutsche Kaiserreich nach hundertjähriger Blütezeit mit dem Tod des letzten

Stauffenkaisers Friedrich II.
im Jahre 1250 in viele Kleinstaaten. Die Sage soll wohl die
Sehnsucht des Volkes nach
einem einheitlichen Staat widerspiegeln. Wer am Bahnhof
der Stadt Goslar aus dem Zug
steigt, kann nicht erkennen,
dass diese Stadt, insbesondere ihre Altstadt, und der sie
überragende Rammelsberg mit
dem stillgelegten Erzbergwerk
im Jahre 1992 in die Liste des
UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Das erschließt sich erst, wenn man
sich durch die engen, zum Teil
noch mit Kopfsteinpflaster belegten Straßen, dem Mittelpunkt der Stadt, dem Marktplatz nähert. Rechts und links
sind die Straßen von sehr gut
sanierten und geschmückten
Fachwerkhäusern flankiert.
Dazwischen sieht der Tourist
viele größere und kleinere
Kirchtürme, die ihm auch den
Weg ins Innere der Stadt weisen. Um 1500 herum sollen
sich in der Stadt und um die
Stadt herum 45 Kirchen und
Klöster befunden haben, ein
Hinweis darauf, dass auch der
Klerus seinen Anteil am Reich-

Foto: Günter Hommes / pixelio.de

tum bekam. Der Besucher begegnet großen Patrizierhäusern,
um 1500 erbaut, die vom einstigen Reichtum der Stadt zeugen
und kleineren, z.T. geschieferten
Häusern, am Rande der Stadt,
die zu den Arbeitersiedlungen
der Bergleute gehörten, die diesen Reichtum durch ihrer Hände
Arbeit schufen. Sie waren sozusagen die Bankiers der damaligen Herrscher, die aus dem Rammelsberg, als „Kupferberg Europas", das kostbare Erz bargen
und damit den Reichtum der
Stadt Goslar begründeten. Heute
ist dieses Bergwerk, welches
erst im Jahre 1988 stillgelegt
wurde, ein Bergbaumuseum, in
dem der Besucher Spuren der
Arbeit aus 3000 Jahren Bergwerksgeschichte sehen kann,
die sichtbar erhalten geblieben
sind. Goslar wurde im 2. Weltkrieg von keiner Bombe getroffen, so dass die alten Strukturen
und die Bebauung der Stadt aus
der Zeit des Mittelalters sehr
gut erhalten geblieben sind.

Seite 12
Goslar liegt im Harzraum, einem Kreuzungspunkt der mittelalterlichen Naturstraßen, die von Skandinavien nach
Italien, vom Frankenland ins Slawenland führten. Jäger und Sammler
durchzogen schon sehr früh das Bergland, wurden zu Bauern, zu Bergleuten, wurden sesshaft, bauten eine Kirche, gründeten eine Siedlung, in diesem Falle an einem Flüsschen mit dem
Namen „Gose". Dann kam der Goldrausch. Die Erschließung der Erzlager,
auch Silber wurde gewonnen,
schwemmte ganze Völkerscharen in
diese Siedlung, die sich sukzessive
vergrößerte. Es dauerte nur Jahrzehnte, bis Goslar als größte Stadt mit
sechs Pfarrbezirken außerhalb des
untergegangenen Römerreiches bekannt war. Es wurden Gesetze und
Ordnungen erlassen, die weithin im
Land Vorbild wurden. Kaiser und Könige fühlten sich zunehmend von dieser
reichen Stadt angezogen und residierten immer häufiger in der Goslarer
Pfalz. Die Pfalzen gab es häufiger im
Land, denn sie waren als Unterkünfte
für die Kaiser und Könige gedacht. Die
Goslarer „Kaiserpfalz" nun wurde
prächtig ausgebaut, Reichstage wurden in ihr abgehalten. Die Stadt wurde
durch ein „Kirchenkreuz" gegliedert.
Auf den Randbergen rundum befanden
sich Kirchen und Klöster. Auf einer
leichten Anhöhe erhebt sich dieser
„Kaiserpalast" weithin sichtbar, im
Rücken die Harzer Berge. Beeindruckend ist der große Saal, die so genannte „aula regis", die von 67 Wandgemälden geschmückt wird. Verständlich, dass die raumklimatischen Bedingungen nicht gerade günstig sind,
wenn sich Tausende von Menschen
jährlich durch diesen Saal bewegen.

Den Mittelpunkt der Stadt bildet
der Marktplatz. An ihm befindet
sich z.B. an einer Seite die 1494
erbaute und reich verzierte
„Worth", einst das Gildehaus
der Fernhandelskaufleute. Zu
den Verzierungen gehört eine
S k u l p t u r ,
d a s
„Dukatenmännchen", oder wie
die Goslarer sagen, das
„Dukatenscheißerle", welches
auf drastische Weise zeigt, welche Strafe demjenigen droht, der
seine Schulden in Dukaten nicht
bezahlt. Heute ist in diesem
Haus ein Sterne-Hotel untergebracht. Dicht dabei befindet sich
das Rathaus mit dem hier hervor
zu hebenden „Huldigungssaal".
Dieser Saal, der einstige Sitzungssaal der Stadtväter, ist
heute nur noch aus restauratorischen Gründen hinter Glas zu
besichtigen. Decke und Wände
sind reich vertäfelt und bebildert
mit theologischen Darstellungen. Allerdings ist es möglich, in
einer Media-Show den ganzen
Komplex sowie die einzelnen Bilder zu besichtigen. Ganz mit
Schiefer bedeckt, präsentiert
sich das Haus gegenüber. Im
Jahre 1968 kamen Knappenabordnungen aus ganz Europa nach
Goslar, um in einem großen
Bergdankfest die 1000-jährige
Betriebsdauer des Bergwerks zu
feiern. Aus diesem Anlass wurde
am Giebel des Hauses ein Glockenspiel angebracht, gleichzeitig gibt es im Giebel einen Rundlauf, der die Technikgeschichte
des Erzabbaus in vier Gruppen
darstellt. Alle vier Stunden füllt

sich der Marktplatz mit unzähligen Touristen, die das Glockenspiel und weitere Melodien hören
wollen. Ein Kenner alter Volkslieder kann sofort die Lieder erkennen wie z.B. „Ein Jäger aus Kurpfalz, der reitet durch den grünen
Wald…", oder „Glück auf, Glück
auf, der Steiger kommt, und er
hat sein helles Licht bei der
Hand…". Manchmal ist das Pferd
auch müde, welches da oben tagein, tagaus im Rundlauf traben
muss, und es bleibt einfach stehen. Dass das öfters vorkommt,
versicherte mir glaubhaft die Bedienung eines der vielen kleinen
Cafe's, die sich rund um den
Marktplatz aufgebaut haben, und
deren Tische und Stühle zu jeder
Zeit sehr begehrt sind.
Wäre noch das „Stadtbähnle" zu
erwähnen. Eine halbe Stunde
Fahrzeit - dann sind die wichtigsten Gebäude angefahren, und
vom Stadtbilderklärer hat man
manch Wissenswertes erfahren.
Der Tourist, der jede Kirche, jedes Museum, jede kleine, verwinkelte Straße, jedes prächtige
Patrizierhaus in Augenschein
nehmen möchte, braucht eine
Menge Zeit. Goslar ist wirklich
eine Reise wert. Die Kaiserpfalz
hatte ich mir als letzten Höhepunkt aufgehoben. Und ich habe
mich dabei von Kaiser Barbarossa verabschiedet, der mit seinem
weißen Bart gerade vor die Höhle
tritt, denn sein Zwerg hat ihm
geflüstert, dass die Raben gerade im Abflug begriffen sind. Welches Reich wird er wohl errichten?

THEMA: NATUR, TOURISMUS
EIN

URLAUB

IN

S O U S S E von Edelgard Richter

Von den politischen Veränderungen in
letzter Zeit wurden die Touristenzentren in Tunesien nicht betroffen, so
dass dort jederzeit ein erholsamer
Urlaub mit Sonne und Meer ohne irgendwelche Angstgefühle verbracht
werden kann. Sousse ist neben Monastir, Hammamet und Djerba eine
der interessantesten Städte für Besu-

cher aus aller Welt in Tunesien.
Sie ist die viertgrößte Stadt
des Landes und ist das Industriezentrum der Sahelzone mit
einem großen Handels- und
Fischereihafen. Hier werden
neben dem wichtigsten Exportgut Olivenöl auch Salz aus den
Salinen, Datteln, Phosphate,

Zellulose, Papier und andere Produkte verschifft. Eine große Einnahmequelle ist aber der Tourismus. Die Lage der Stadt am Mittelmeer und der feine Sand am
Strand sind die Anziehungspunkte für die Touristen. Doch nicht
alle Gäste ziehen es vor, den ganzen Tag faul am Strand zu liegen

Seite 13
und sich bräunen zu lassen. Sousse bietet mehr. Die Medina (Altstadt) von
Sousse wurde im 9. Jahrhundert erbaut
und ist von einer 2,25 Kilometer langen
Stadtmauer umgeben. Seit 1988 gehört
die Medina zum Weltkulturerbe der
UNESCO. Am Eingang zur Altstadt befindet sich der Ribat, eine Festung, die
821 angelegt wurde, jedoch nach Errichtung der Stadtmauer im Jahre 859
ihre Bedeutung verlor. In den kleinen
verwinkelten Gassen befinden sich neben den meist zweigeschossigen Wohnhäusern zahlreiche Geschäfte, wo man
die Erzeugnisse des Landes erstehen
kann. Gewürze und Lederartikel aller
Art sind die begehrtesten Souvenirs.
Allerdings gibt es keine festen Preise,
sondern es muß gehandelt werden.
Wenn der Preis dann nur noch die Hälfte
des ursprünglichen beträgt, hat man ein
gutes Geschäft gemacht. Alle Araber
müssen handeln, sonst haben sie keine
Freude an dem Geschäft. In der Altstadt
liegt auch Dar Essid (Haus des Herrn
Essid) als Museum, das besichtigt werden kann. Es ist die frühere Wohnung
eines Patriziers von Sousse. An den geräumigen mit Wandfliesen belegten Innenhof grenzen drei Wohnzimmer, deren
Wände reich geschmückt und die mit
kostbaren Möbeln ausgestattet sind.
Innerhalb der Altstadt ist auch der
Markt zu finden, wo die Hausfrauen von
Sousse ihren täglichen Bedarf an
Fleisch, Obst und Gemüse kaufen. Das
geschieht meistens, bevor die Touristen
überhaupt aus ihren Betten kommen,
vermutlich auch deshalb, um der Hitze
des Tages zu entgehen. Die Temperaturen in Tunesien sind nicht immer so erträglich wie im Frühjahr und Herbst, wo
sie um 30 Grad Celsius schwanken; im
Sommer können sie schon um 40 bis 50
Grad liegen. Seine Blütezeit hatte Sousse im 2. Jahrhundert unter römischer
Herrschaft. Allerdings sind nur wenige
antike Baureste erhalten, zu denen
auch die 5 km langen Katakomben gehören, die besichtigt werden können.
Jeden Sonntag findet von 8.00 bis
14.00 Uhr der „Kamelmarkt“ statt, auf
dem man alles kaufen kann was man
zum Leben braucht, nur keine Kamele.
Dieser Markt ist hauptsächlich für die
Menschen aus Sousse und Umgebung
gedacht, die während der Woche keine
Zeit haben, einzukaufen, weil sie arbeiten müssen. Aber die Touristen lieben

diesen Markt. Ungewöhnlich ist
die kleine katholische Kirche St.
Felix in der Nähe der Hotelanlagen von Sousse, in der täglich
vormittags ein Gottesdienst
stattfindet, der von einem französischen Priester in französischer
Sprache abgehalten wird. Praktischerweise wohnt der Priester
gleich neben der Kirche, die vorwiegend von polnischen Gläubigen besucht wird, die in Sousse
ihre Ferien verbringen. Daneben
gibt es eine jüdische Synagoge
sowie zahlreiche Moscheen. Obwohl die Touristenhotels am
Strand gelegen sind, kann man
ab 4.00 Uhr morgens den Ruf des
Muezzins hören, der alle vier
Stunden fünfmal zum Gebet ruft.
Von Sousse aus kann man mit
einer halbstündigen Eisenbahnfahrt Monastir erreichen, wo in
unmittelbarer Nähe vom Hafen
das prachtvolle Mausoleum von
Habib Bourguiba schon zu seinen
Lebzeiten erbaut wurde. Bourguiba wurde nach der Unabhängigkeit von Frankreich 1956 zum
Staatspräsidenten gewählt, das
er bis 1987 ausübte. Nach über
70 Jahren als französisches Protektorat führte er in Tunesien
viele Reformen nach europäischem Muster durch: Bodenreformen, Einführung der Schulpflicht, Abschaffung der nach
dem Koran erlaubten Polygamie,
Gleichstellung der Frau sowie
neue Arbeits- und Sozialgesetze.
Damit machte er Tunesien im
Laufe der Jahrzehnte zu einem
der liberalsten Staaten in der
arabischen Welt. Trotzdem gibt
es immer noch 14,2 Prozent Analphabeten in Tunesien und die
derzeitige Arbeitslosigkeit liegt
bei etwa 20 Prozent. Bourguiba
starb im April 2000. Er wird in
Tunesien immer noch sehr verehrt. Sousse hat auch einen zweiten Bahnhof, von dem die Züge
zwölfmal am Tage nach Tunis, der
Hauptstadt von Tunesien, fahren.
Mit dem „Happy Noddy Train“,
auch Bimmelbahn genannt, kann
man den in der Nähe von Sousse
gelegenen Port Kantaoui besuchen; ein Yachthafen, der 1979

Foto: zaubervogel / pixelio.de

90

aus dem Nichts erbaut wurde und
den inzwischen zahlreiche Hotelbauten säumen. Auf dem zentralen Platz gibt es zahlreiche Geschäfte, die traditionelle Waren
zu Festpreisen anbieten. Port
Kantaoui ist der einzige Ort, wo
nicht gehandelt wird. Die tunesische Küche ist geprägt von den
wechselnden Einflüssen der verschiedenen Invasoren. Von den
Berbern wurden beispielsweise
Couscous und Tajines
(verschiedenartige Aufläufe)
übernommen. Die Araber brachten ihre Gewürze, die Andalusier
Oliven, Olivenöl, Nüsse und Früchte. Von den Türken kommen die
klebrigen honigtriefenden Süßigkeiten. Und dann hatte auch noch
die französische Küche großen
Einfluss. Eine tunesische Spezialität ist Harissa, eine scharfe rote
Paste aus Pfefferschoten, sowie
Brik als Vorspeise, eine dünne
Blätterteigtasche, die mit einer
Mischung aus Ei und Fisch oder
Kartoffeln gefüllt und in heissem
Öl gebacken wird. Dazu kann man
einen roten Magon oder Mornag
(auch in Rosé) trinken. Erstklassige Spitzenweine sind die Rotweine Sidi Saad und Vieux Magot.
Der Weinanbau wurde von den
Römern im Umland von Karthago
eingeführt, das 840 gegründet
wurde. Inzwischen ist Karthago
ein Vorort von Tunis, in dessen
Nähe sich große Weingärten befinden. Allerdings sind die tunesischen Männer sehr zurückhaltend
beim Weingenuss, da der Koran
das Trinken von Alkohol verbietet.
Natürlich gilt dieses Verbot für
die westlichen Touristen aus aller
Welt nicht.

Seite 14

THEMA: NATUR, TOURISMUS
NEUES ELEFANTEN-KLEINOD IM
T H Ü R I N G E R Z O O P A R K von Ursula A. Kolbe
Fallen Stichworte wie Krämerbrücke,
Alte Synagoge, Mikwe, oder DomStufen-Festspiele, auch egapark, dann
fällt einem doch gleich als Synonym
Erfurt ein, Thüringens grüne Landeshauptstadt. Jetzt ist ein weiteres
hinzugekommen: Die neue, erst vor
kurzem eingeweihte weiträumige Elefantenanlage im Thüringer Zoopark
auf dem Roten Berg. Zudem ist der
Eigenbetrieb der Stadt jetzt Deutschlands größte Anlage ihrer Art. Und
mit fast 63 ha kann der Zoopark
auch den Anspruch als flächenmäßig
drittgrößter des Landes für sich in
Anspruch nehmen. Zusammen mit
seinem Aquarium beherbergt er fast
3.000 Tiere in rund 400 Arten aus
aller Welt. Und das in großzügig gestalteten Anlagen. Ob Löwensavanne,
Nashornhaus, Flamingolagune oder
die Pampaslandschaft und Gepardenanlage – sie alle bieten ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten. Zudem gewähren neue Wegebereiche den Besuchern dabei einzigartige Einsichten in die faszinierende Welt der Tiere. Bei den Geparden macht es z. B. ein Futterseilzug
möglich, das schnellste Landsäugetier der Erde auf Beutejagd zu beobachten.
Hausbesichtigung mit wissenswerten
Einsichten
Doch jetzt ziehen natürlich erst einmal die afrikanischen Elefanten in
ihrer neuen, insgesamt 15.000 qm
großen Anlage die Blicke auf sich.
Und besonders groß war natürlich
der Andrang am Tag nach der offiziellen Eröffnung, als die Erfurter und
ihre Besucher während der ganztägigen Hausbesichtigung eindrucksvolle Blicke hinter die Kulissen werfen
konnten. Alle Raffinessen der Anlage
durften erkundet werden, durch alle
Türen des Hauses waren geöffnet,
einladend die ganze Außenanlage.
Klar, dass die Tierpfleger geduldig
die vielen Fragen beantworteten, so
z. B., dass die afrikanischen Elefanten in der afrikanischen Savanne
leben, sie am Tag 50 kg Heu, 25 kg

Gemüse/Obst, fünf kg Pellets
fressen. Das kostet rund 10.000
bis 11.000 Euro im Jahr. 70 bis
100 l Wasser braucht ein Tier am
Tag. Auch ist der Elefant das
größte Landsäugetier. Geschlechtsreif ab neun bis 11 Jahre, Geburten aller fünf, sechs
Jahre möglich, rund 50 Jahre Lebenserwartung. Elefanten können
nicht schwitzen und schlafen im
Stehen oder Seitenlage. Und sie
sind sehr gute und ausdauernde
Schwimmer. Kurz, die Blicke waren zugleich auch solche mit wissenswerten Einsichten. Nun, wie
ja überhaupt Zoo- und Tierparkbesuche überhaupt entspannend
und allgemein sehr lehrreich sind.
Es gab zudem einen „Barfußpfad“
mit Sand, Geröll und Waldboden
zu entdecken; Suhlen aus Sand,
die für ein entspannendes Peeling
sorgen; einen modernen medizinischen Behandlungsstand; Fächer
und Kästen zur Beschäftigung der
Dickhäuter; Heunetze; sogenannte Nippeltränken und einen großen Gemeinschaftspool. Stellvertretend für alle Verantwortlichen
sollen die Worte von Erfurts OB
Andreas Bausewein stehen, der
u. a. sagte, mit dieser Anlage sei
nicht nur eine Attraktion geschaffen worden, sondern auch eine
Anlage, auf der sich die Elefanten wohl fühlen werden und es
nun an diesen ebenso wie an der
neuen Zooleitung ist, „die Anlage
im wahrsten Sinne des Wortes mit
Leben zu füllen und den 'Zoo der
großen Tiere' neben großen wie
auch mit kleinen, vielmehr jungen
Tieren noch attraktiver zu machen“. In diesem Sinne will die
neue Zoodirektorin Dr. rer.nat.,
Dr. med.vet. Sabine Merz, seit
dem 1. Oktober im Amt und zuvor
stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesärztetierkammer
Berlin, ihre Schwerpunkte setzen
und dieses Konzept „Zoo der großen Tiere“ weiter zielstrebig verwirklichen helfen. Mit im Blick,

Foto: Zoopark Erfurt

die Zoopädagogik zu fördern,
auch die Barrierefreiheit in der
zum Teil sehr hügelig gelegenen
Einrichtung am Roten Berg weiter
voranzubringen. Da sie den Erfurter Zoopark schon seit 1999
kennt und hier teilweise auch ihre
Dissertation geschrieben hat,
wird ihr dieser neue Einstieg sicher nicht schwer gefallen sein
Blick in die Zukunft
Die bereits in der alten Anlage
beheimatete zehnjährige Chupa
und die 43jährige Safari haben
inzwischen ihr neues Domizil bezogen. Zum Jahresende oder dann
im Frühjahr soll der zehnjährige
Bulle Kibo aus Wien-Schönbrunn
dazu kommen. Insgesamt ist die
Anlage ausgelegt für einen Bullen, sieben Kühe und Jungtiere.
Das hehre Ziel ist, hier Afrikanische Elefanten zu züchten. Klar:
Gegen die natürlichen Lebensräume der Elefanten wirken Zoos und
Tierparks natürlich wie Puppenstuben. So durchwandern afrikanische Elefanten je nach Dürreperioden und Regenzeiten ein Gebiet von bis zu 2.000 Quadratkilometern. Aber wie wichtig das
Stichwort Zucht ist, macht die
nach wie vor erschreckende Wilderei mit ihren Folgen deutlich.
Nur ein paar Fakten: Um 1900
betrug der Afrikanische Elefantenbestand zehn Millionen Tiere.
Heute sind es noch rund 470.000
afrikanische Elefanten und
35.000 asiatische Elefanten, davon 15.000 als Arbeits- oder Touristenelefanten. Rund 38.000 Elefanten erlegen Wilderer pro Jahr.
Weil es sich lohnt. Der Handelspreis pro kg Rohelfenbein: 1.800
USD, und je kg verarbeitetes El-

Seite 15
fenbein: 6.500 USD. „In den letzten
sieben Wochen wurden fast zehn Tonnen Elfenbein in Ladungen von mehr
als 500 kg aufgegriffen – laut Interpol ein Indiz dafür, dass das organisierte Verbrechen hinter dem
Schmuggel steckt“, stellte jüngst
Robert Kless, Kampagnenleiter für
Wildtierhandel beim IFAWDeutschland jüngst im August anlässlich des Welt-Elefanten-Tages heraus. Der Elefantenhandel könne nur
gestoppt werden, wenn die Regierungen zusammenarbeiten und mit Interpol kooperieren, um die Hintermänner dieses internationalen Verbrechens aufzuspüren. „Auch wenn das
Schicksal der Elefanten düster aus-

sieht, ist doch in den letzten
Monaten einiges passiert auf
Seiten der internationalen Politik, die endlich begreift, dass
sie handeln muss“, resümierte
Kless. Auch Anlagen wie diese
hier im Zoopark Erfurt tragen
zum tieferen Verständnis bei,
öffnen gerade den Jüngsten die
Augen für die breite Vielfalt und
Schönheit der Tierarten auf dieser Welt.
PS: Ein Nachtrag
Dieser Nachtrag sei noch gestattet: Nach der erlebnisreichen
Eröffnung der Elefantenanlage
im Zoopark am Tage gab es

noch einen Abend der Sinnlichkeit, der unsere Gedanken beflügelte, mit Casanova aus den düsteren Bleikammern der Inquisition hinauf in die königlichen Betten Europas zu fliehen. Wir erlebten, wie die grandiose Kulisse
der Barfüßerruine zu leben begann – ein sinnreiches Theatererlebnis unter freiem Himmel mit
überraschenden Verwandlungen
und humorvoll-frechen Szenen.
Ja, auch das ist Erfurt, eben immer wieder eine Reise wert.

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
DER

EINKAUFSZETTEL

von Annette Deutzer
Es war ein Tag, an dem ich viel zu tun
hatte. Nach Feierabend war ich noch
einkaufen gewesen. Müde und erschöpft war ich vor dem Fernseher
eingeschlafen. Mitten in der Nacht
wachte ich auf. Ich saß noch immer
in meinem Fernsehsessel und es war
sehr bequem. Trotzdem beschlich
mich ein Gefühl, dass etwas nicht in
Ordnung war. Ich wurde unruhig,
wusste aber nicht, was ich tun sollte.
Mit einem Male öffnete sich von der
Decke her ein schmaler Lichtspalt,
vielleicht 2 m lang, der immer breiter
wurde. Was war das? Und wo war ich?
Ich starrte das Licht an und vergaß,
mich in dem Raum umzuschauen, in
dem ich mich befand, wenn es denn
überhaupt ein Raum war. Und ich
spürte, dass ich nicht allein war, ohne dass ich jemanden sehen oder hören konnte. Das Licht kam, größer
werdend, auf mich zu. Ich hörte meinen Namen, aber es war keine Stimme, die ihn rief. Als ich antwortete,
entfernte sich das Licht und ich
verstand, dass ich folgen sollte. Eine
melodische Stimme fragte mich
freundlich: „Wo ist dein Einkaufszettel?" „Ich habe keinen", antwortete
ich. „Wo bin ich hier überhaupt?"
„Du bist in der Einkaufszentrale des
Lebens", antwortete die Stimme geduldig. „Hier kann man die Zutaten
für sein Leben kaufen. Was möchtest

du denn haben?" Ich war perplex. Davon hatte ich noch nie
gehört. Darauf war ich nicht
vorbereitet. „Da muss ich erst
nachdenken", sagte ich vorsichtig, „das weiß ich doch
nicht so auf Anhieb." „Natürlich
nicht", sagte die Stimme,
„deshalb habe ich dich doch
nach deinem Einkaufszettel gefragt." „Aber ich wusste doch
nicht", jammerte ich, „dass ich
etwas für mein Leben einkaufen
kann." „Ja", sagte die Stimme
wieder, „wer weiß das schon.
Trotzdem kommen manche mit
einem ausgefeilten Einkaufszettel. Da steht meist so viel drauf,
dass sie es nicht bezahlen können. Sie kaufen auf Kredit."
„Aber womit bezahl t man
denn?" fragte ich erstaunt.
„Das ist unterschiedlich", antwortete die Stimme, „man kann
mit guten Taten bezahlen oder
mit Lebenszeit, oder mit der Lebenszeit oder den guten Taten
der geliebten Menschen." Ich
war entsetzt. „Was kann ich mir
denn genau kaufen?" fragte ich
vorsichtig. „Alles, was du haben
willst. Ein Pferd, ein Haus, eine
Yacht, aber auch Gesundheit,
viel Geld, ein langes Leben, eine
interessante Aufgabe, viele

Foto: www.aktive-rentner.de/pixelio.de

Freunde, geistige Reife, Zufriedenheit, eben alles, was ihr
Menschen so haben wollt." „Wie
viel Zeit habe ich denn, um mir
zu überlegen, was ich will?"
fragte ich. Die Stimme antwortete gelangweilt: „So viel du
brauchst, aber diese Zeit geht
von deiner Lebenszeit ab." „Aber
wenn ich mir nun ein langes Leben wünsche, dann auch?"
„Nein, dann geht die Zeit von der
Lebenszeit deiner Lieben ab oder
anderer Menschen, die dir nahe
stehen." „Aber wenn ich mir nun
auch für meine Lieben ein langes
Leben wünsche?" „Dann geht
die Zeit eben von der Zeit anderer Menschen ab, die sich das
nicht gewünscht haben." „Das
ist doch unlogisch und ungerecht", empörte ich mich.
„Wer sagt dir, dass alles logisch
und gerecht sein muss? In der
Natur geht es nicht um Logik
oder Gerechtigkeit. Hier geht es
um Energie. Die Energie ist eine

Seite 16
Konstante. Sie hat nur verschiedene
Erscheinungsformen. Eine davon ist
dein Leben. Wenn du diese Energie
verschwendest und dabei nicht auf
dein Leben verzichten willst, wird sie
eben von einer anderen Stelle aufgefüllt. Du bist ein Mensch - und damit
privilegiert. Du kannst bestimmen,
was du mit deiner Energie tust. Tiere,
Pflanzen und Steine können das nicht,
sie werden von dir bestimmt, von deinen Wünschen. Dasselbe gilt auch für
andere Menschen, die keine klaren
Wünsche haben. Sie sind auch nur
passive Energie. So ist das nun mal."
„Kann ich mir denn alles wünsche,
ohne Beschränkung?" „Ja." Ich spürte, wie mir übel wurde. Welche Verantwortung wurde mir hier aufgebürdet?
Die Entscheidung über mein Leben
blieb nicht ohne Auswirkungen auf
Andere und auf den Zustand der Welt.
Und wie sollte ich meinen Einkauf bezahlen? Man könnte auf Kredit leben,
hatte die Stimme gesagt. Als hätte ich
die Frage laut gestellt, wurde sie mir
auch schon beantwortet. „Wenn du
versprichst, bestimmte Leistungen zu
erbringen, gute Taten zum Beispiel,
dann wird das auf deinem Konto gutgeschrieben. Du musst dich aber daran halten, sonst wird dein Konto von
einem anderen Konto aufgefüllt. Du
bestiehlst damit also jemanden, meistens deine Freunde und Familienangehörigen, aber manchmal auch fremde
Menschen." „Und wie geht das vor
sich?" „Nun, sie werden zum Beispiel
krank, obwohl sie sich mit ihren Gutschriften Gesundheit gewünscht haben, oder sie sterben verfrüht ganz

plötzlich, obwohl sie sich ein
langes Leben gewünscht haben.
Viele Menschen, die meisten,
die auf der Erde leben, bezahlen
mit ihren Lebensbedingungen, ja
mit ihrem Leben für die Kredite
anderer." Empört schrie ich auf:
„Das ist absolut ungerecht."
„Ja", antwortete die Stimme,
„ich sagte es bereits, es geht
nicht um Gerechtigkeit. War dir
das bisher nicht klar? Wenn du
dir Reichtum wünschst, kommt
der irgendwo her. Wenn du ihn
nicht selbst schaffst, dann muss
eben ein anderer darauf verzichten. Wenn du dir ein langes Leben wünschst und nichts dafür
tust, dann hat ein anderer ein
kurzes. Wenn du Gesundheit beanspruchst, ohne auf deine Gesundheit zu achten, dann wird
ein anderer die dafür nötige
Energie aufbringen müssen. Alles kostet etwas. So ist das
eben." „Warum ist das so?"
„Nun, wenn du zum Beispiel
nichts für deine Gesundheit tust,
sondern im Gegenteil deinen
Körper mit zu viel Arbeit, mit Alkohol, mit Drogen oder anderem
traktierst, wirst du krank. Die
Medikamente, die du dann
brauchst, sind auch Energie. Die
Pflege, die du brauchst, ist auch
Energie. Diese Energie ist Teil
der gesamten Energie der Welt.
Sie steht dann nicht für anderes
zur Verfügung. Dein Handeln und
Deine Wünsche bestimmen zu
jeder Sekunde den Verlauf der

Geschichte. Das betrifft deine
eigene Geschichte und die Weltgeschichte. Alles hängt mit allem zusammen." „Ich muss in
Ruhe darüber nachdenken",
sagte ich, „ich muss genau entscheiden, was ich brauche in
meinem Leben. Es ist einfach zu
kompliziert für eine schnelle
Entscheidung." „Keine Sorge,
du kannst darüber nachdenken
und dann noch einmal wiederkommen. Das nächste Mal solltest du aber einen Einkaufszettel haben. Geh jetzt, ich habe
noch andere Kunden", sagte die
Stimme freundlich, bevor es um
mich herum wieder dunkel wurde. Als ich die Augen aufschlug,
saß ich immer noch in meinem
Fernsehsessel. Ich war aufgewühlt und aufgeregt. Dann
stand ich auf und holte mir einen Zettel und begann, „meinen
Einkaufszettel" zu schreiben.
Ich schrieb die Zutaten für mein
Leben auf, womit ich sie bezahlen wollte und wer außer mir
Nutznießer dieser Lebenszutaten sein sollte. Auch Schaden
sollte niemand nehmen. Diese
schwierige Arbeit betreibe ich
seitdem täglich. Ich bemühe
mich, ich denke nach und ich
hoffe, dass ich einen ordentlichen Einkaufszettel habe, wenn
ich wieder einmal danach gefragt werde.

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
WEIHNACHTEN

IN

F A M I L I E von Brigitte Foerster

Wir freuten uns auf das große Fest des
Jahres. In diesem Jahr sollte es bei uns
stattfinden,das Familienfest. Diese
Vorfreude verspürte ich besonders als
wir den Baum schmückten. Mein lieber
Mann brachte die neue Lichterkette an
und noch ein paar Weihnachtsutensilien in Position. Ein festliches Wohnzimmer sollte es schon sein, das war
mein Wunsch. Es wurde Zeit, die Arbeit
am 3-Gänge-Menü fortzusetzen, denn

schließlich werden wir zum Mittag elf Personen sein. Gans und
Ente waren fertig, braun und
knusprig, ebenfalls der beliebte Nachtisch, Himbeergrütze
mit Vanillesoße. Es klingelte
jetzt des Öfteren, meine Lieben
waren gekommen. Alle hatten
uns Blumen mitgebracht, so
war es verabredet. Die Begrüßung war sehr herzlich, doch

ich war aufgeregt, denn jetzt
sollte alles ohne Störungen oder
Missgeschick verlaufen. Der
schön
gedeckte Tisch war sehr einladend, alle hatten Platz genommen. Die Jüngste, meine Großnichte Liane begann mit einem
Tischgedicht. „Zum Wohl ihr
Lieben, schön, dass ihr gekommen seid“, sagte mein Mann.

Seite 17
Das Mahl war eröffnet, der Festschmaus
begann. Ich blickte in die Runde und
hatte das Gefühl, dass es allen mundete. Meine Schwägerin Christine sagte:
„Das Rezept von den Klößen musst du
mir geben“ und unser Enkel Yannick bat
beim Nachtisch um einen Nachschlag.
Mein Mann schenkte noch einmal Rotwein nach. Die erste Hürde vom Familientag war genommen. Jetzt kam das
Gespräch zustande, die Anreise zu uns,
die Weihnachtsferien der Kinder, der
Resturlaub für Silvester. Ich stellte die
Frage nach einem Spaziergang durch
unser neu entstandenes Eigenheimgebiet. Schließlich war strahlender Sonnenschein, klare Winterluft bei ein paar
Minusgraden. Alle waren einverstanden.
Viele Hausbesitzer hatten ihren Vorgarten weihnachtlich geschmückt, es war
sogar ein Haus darunter, dass in diesen
Dingen an einem Wettbewerb teilgenommen hatte. Zu Hause wieder angekommen ging ich mit Enkel und Großneffen in den Garten, denn hier waren
noch die Vögel
bei geschlossener
Schneedecke zu füttern. Yannick hing
ein paar Meisenknödel auf und Erik
streute Futter ins Vogelhaus. Dann sahen wir uns das Reh mit dem Schlitten
an, auf dem der Weihnachtsmann saß.
Erik meinte: “Dieser Mann bringt die
Geschenke“. Ach ja Geschenke zum
Weihnachtsfest dachte ich, das hatten
wir schon vor Jahren abgeschafft. Als
wir wieder die Wohnung betraten, umgab mich bereits der Duft von frischem
Kaffee. Meine Schwägerin hatte die Kuchen aufgeschnitten und mein Mann die
Kaffeetafel hergerichtet. Ich ergänzte
noch die Servietten, stellte den Kerzenständer hin und zündete die Teelichte
an. Es waren gerade vier Stunden vergangen und wir saßen schon wieder gemütlich beisammen. Ich eröffnete das
Kuchenbuffet. Der echte Salzwedeler
Baumkuchen wurde als erstes verkostet, er war köstlich und schließlich eine
Spezialität aus meiner Heimatstadt. Ich
saß neben unserer Enkelin Josephine
und wollte wissen, ob sie noch immer
malt. Da erfuhr ich, dass sie sich bereits an einer Kunstausstellung beteiligt hatte. Dann setzt du also dieses
Interesse fort, dachte ich und sah dabei
auf ein Bild mit modernem Design, welches sie mir zum Geburtstag schenkte.
Das war jetzt der passende Augenblick

und ich gab ihr einen schönen
Kunstkalender für das kommende Jahr. „Dein Bruder betreibt noch immer Fußballsport?“ „Natürlich“, antwortete Jannick sogleich, „ich
stehe jetzt im Tor“. Alle haben
sie ein Hobby dachte ich, auch
unsere Tochter wirkt seit vielen Jahren in einer Tanzgruppe
mit. Ich hörte eine Stimme
aus dem Hintergrund.
„Schwester, wenn du ein Klavier hättest, dann würde ich
jetzt etwas spielen“. Das war
für mich Anlass genug, dass
es jetzt an der Zeit war, ein
paar Weihnachtslieder zu hören und legte eine CD ein. Als
das letzte Weihnachtslied verklungen war, meinte meine
Schwägerin Christine, dass
wir doch selbst etwas singen
könnten. Sie ist in ihrem
Wohnort im Chor und hat Talent. Das war prima, denn alle
sangen kräftig mit. Danach
ergriffen Liane und Erik die
Initiative und präsentierten
uns das Lied vom Igel, welches sie in der Vorschule gelernt hatten. Das Lied hatten
beide mit solch einem Eifer
gesungen, so dass sie es am
liebsten wiederholt hätten. Da
sagte die Mama der beiden:
„Ich habe noch etwas vergessen, etwas aus meiner Bastelstube“. Und sie holte aus ihrer Tasche ein Glöckchen und
zwei Piepmätze hervor. Wir
bestaunten alle diese kleinen
Kunstwerke, die jetzt am
Weihnachtsbaum platziert
wurden. Der Tag war bereits
fortgeschritten, es war schon
dunkel. Der Mond schien in
das festlich geschmückte Zimmer. Ich ging zur Terrassentür
und blickte zum Himmel, um
die Sterne zu sehen. Das wird
eine sternenklare Nacht, sagte mein Gefühl. Ich war zufrieden, alle waren sie gekommen, allen ging es gut, sie
waren gesund und was sehr
wichtig heute ist, die Kinder
haben Arbeit. Ja, die Familie

Foto: Margit Völtz / pixelio.de

ist intakt, ich wünsche mir
sehr, dass es auch so bleibt.
Mein Bruder kam auf mich zu.
„Du weißt doch, ich bin ein
Bücherwurm, hast du etwas
Interessantes für mich zu lesen, etwas, was der heutigen
Thematik entspricht?“
„Natürlich“, erwiderte ich und
öffnete meinen Bücherschrank
mit den Worten, das er hier
stöbern könne. Schließlich
entschied er sich für zwei Bücher: „Patient im Visier“ und
„Eine Welt ohne Krebs“. Er
nahm sie an sich mit den Worten: „Auf baldiges Wiedersehen und auch als Rentner kann
man sich noch bilden.“ Als wir
uns wieder an den Tisch zurücksetzen wollten herrschte
bereits Aufbruchsstimmung.
Ich hörte nur: „Die Kleinen
müssen ins Bett und auch wir
haben noch fast ein Stündchen
zu fahren.“ „Zum nächsten
Weihnachtsfest seid ihr bei
uns eingeladen“, sagte mein
Bruder. Es folgte draußen am
Auto die Verabschiedung. Wir
kehrten ins Haus zurück, und
ich setzte mich in den Sessel.
Es war richtig still. Ich blickte
zur Tafel hinüber, dort hatten
sie doch eben noch alle gesessen... leer … Da begriff auch
mein lieber Mann die Situation, er kam mit einem Glas funkelnden Rotweines zu mir:
„Fröhliche Weihnachten mein
Schatz, das war ein schöner
Weihnachtstag“ und ich ergänzte: „Ja, ein Weihnachten
in Familie“.

Seite 18

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
VERSE

ZUM

A D V E N T von Theodor Fontane

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.
Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Tag du der Geburt des Herrn.
Heute bist du uns noch fern.
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen.
Und wir sehen schon den Stern.

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
DER

ENGEL

MIT

DEM

GEKNICKTEN

Der Oktobertag war dunkel und trübe.
Stürmischer Wind umtoste ein kleines
Haus, das ihm trotzig Widerstand bot.
Aus dem Schornstein kräuselte sich
Rauch und aus den hell erleuchteten
Fenstern drang ein warmer Schein. Drinnen saß eine Frau namens Rosalie an
einer Töpferscheibe und sang leise vor
sich hin während sie fleißig an einer
Schale arbeitete. Wilde graue Locken
umrahmten ihr freundliches Gesicht,
welches ein verträumtes Lächeln zierte.
Als sie mit der Schale fertig war, ging
sie zum Tisch und blickte zufrieden auf
das Werk dieses Tages. Diverse Schalen, Töpfe und Tassen standen dort und
warteten darauf gebrannt zu werden.
Nachdenklich sah Rosalie auf die kleine
Menge feuchten Tons, die übrig geblieben war und murmelte vor sich hin: „
Was mache ich denn nur aus dem letzten Rest? Ach ich glaube das wird ein
kleiner Weihnachtsengel.“ Die Töpferin
setzte sich wieder hin und begann ihn zu
formen während sie mit dem Ton sprach:
„ Du wirst sicher einem Menschen sehr
viel Freude bringen.“ Die Gestalt nahm
Form an. Unter dem Kleidchen lugten
winzig kleine Füßchen hervor und in die
Hand gab sie ihm einen Stern.
Rosalie lächelte liebevoll, als sie das

F L Ü G E L von Tina Gonschorek

niedliche Gesicht gestaltete.
Doch gerade als die Flügel
fertig waren, fuhr ein heftiger
Windstoß in den Kamin und
ließ die Flammen auflodern.
Vor Schreck fiel ihr der Engel
aus der Hand wobei ein Flügel
geknickt wurde, was sie aber
nicht gleich bemerkte. Erst
viel später, als er schon gebrannt und bemalt war und
vorsichtig verpackt wurde, fiel
es ihr auf. Die Frau lächelte
das Engelchen an und sagte:“
So bist du also wirklich etwas
ganz Besonderes. Gefertigt
aus dem letzten Rest Ton und
mit einem geknickten Flügel!“
Einige Wochen später stand
sie auf dem Weihnachtsmarkt
und packte ihre Ware aus. Den
Engel stellte sie ganz nach
vorn, so dass ihn jeder sehen
konnte. Viele Menschen kamen an den Stand. Zum einen,
weil sie so wunderschöne bunte keramische Schönheiten
anbot, aber auch weil sie sich
von der freundlichen und
warmherzigen Ausstrahlung
der Verkäuferin angezogen

fühlten.
Allerdings schaute
kaum jemand nach dem Engel.
Er wurde zwar einige Male in die
Hand genommen, aber wenn die
Leute den geknickten Flügel
sahen, stellten sie ihn verstohlen wieder hin. Rosalie lächelte
fein, wenn sie das sah und tröstete das Engelchen mit den Worten: „Der richtige Mensch für
dich kommt noch!“ So vergingen die Tage. Der Stand leerte
sich und Weihnachten rückte
näher. Noch immer hatte niemand den kleinen Engel gekauft. Es hatte den ganzen Tag
über stark geschneit und noch
immer tanzten vereinzelte Flocken durch die kalte Winterluft.
Die Sonne schickte ihre Strahlen gefächert durch die grauen
Wolken und ließ dabei die
Schneekristalle glitzern. Leider
hatte die junge Frau, die mit
schleppenden Schritten und
hängenden Schultern die Straße
entlang schlich, keinen Blick
für die winterliche Schönheit.
Anna hatte Ärger im Büro mit
ihrem cholerischen Chef. Zudem
flatterte ihr an diesem Morgen

Seite 19
die Betriebskostenabrechnung mit
einer fetten Nachzahlung ins Haus.
Seit Tagen machte sie sich riesige
Sorgen um ihre Mutter, die sich mit
einer heftigen Virusinfektion quälte.
Und als gäbe es nicht schon Kummer
genug, hatte ihr Verlobter sie mit ihrer
besten Freundin betrogen. Das Maß
war voll. Sie fühlte sich enttäuscht,
allein gelassen und unendlich traurig.
Ein plötzlicher Windstoß, der kalt unter ihre Jacke fuhr, riss sie aus ihren
trüben Gedanken. Wie aus einem
Traum erwachend blickte sie sich um
und ihr Blick fiel auf einen kleinen
Weihnachtsmarkt. Während Anna der
Duft von gebrannten Mandeln in die
Nase stieg, regte sich in ihr ein seltsames lang vermisstes Gefühl, das sie
zunächst gar nicht einzuordnen wusste, bis sie es als Spannung und Vorfreude erkannte. Und so begann sie
über den Markt zu schlendern, schaute sich die verschiedenen Stände an
und beschloss, sich etwas Gutes zu
tun. In Erinnerung an ihre glückliche
Kindheit, gönnte sie sich eine Tüte
gebrannte Mandeln und einen kandierten Apfel. Zu einem Stand mit
Kunsthandwerk zog es Anna besonders hin. Als sie näher kam, sah sie
wunderschöne bunte Keramiken und
dahinter eine ältere Frau, deren warme braune Augen sie wohlwollend betrachteten. Als sie die hübschen Sachen bewunderte, murmelte die Verkäuferin etwas vor sich hin, das so

ähnlich klang wie: „Na nun
kommst du in die richtigen Hände mein kleiner Engel!“ Anna
wunderte sich zwar ein wenig,
warum die fremde Frau von einem Engel sprach, maß dem
aber keine Bedeutung zu. Da sie
noch kein Weihnachtsgeschenk
für ihre Mutter hatte, beschloss
sie, eine der künstlerisch gestalteten Keramiktassen zu erstehen. Nachdem sie sich nicht entscheiden konnte, welche Tasse
sie kaufen sollte, bat sie die Verkäuferin um Hilfe. Diese lächelte
und sagte: „Ich würde Ihnen die
rot-orange Tasse empfehlen. Die
warme Farbe schenkt gute Energie und passt zu Ihnen.“ Anna
schmunzelte und bat sie, ihr das
Geschenk einzupacken. Während
dessen ließ sie ihren Blick über
die Auslage schweifen und entdeckte auf einmal einen niedlichen kleinen Engel. Eigentlich
fand sie so etwas ja kitschig,
aber irgendwie zog er sie magisch an und als sie ihn in die
Hand nahm, schien er ihr zu zuzwinkern. Aber so etwas gab es
doch gar nicht! Rosalie war noch
immer mit dem Verpacken beschäftigt und so drehte Anna
den Engel nach allen Seiten und
entdeckte den geknickten Flügel. In diesem Moment wollte sie
diesen Engel unbedingt haben,

Foto: AARGON / pixelio.de

denn er war genauso wenig perfekt wie ihr eigenes Leben momentan. Sie fühlte eine Aufregung, als ob etwas Besonderes
geschehen war. Bevor sie die
ältere Frau darum bitten konnte
strahlte diese sie an und sagte:
„ Ich schenke Ihnen den Engel.
Er hat eine lange Zeit auf einen
bestimmten Menschen gewartet, dem er eine besondere
Weihnachtsfreude sein kann.“
Anna spürte ein starkes Gefühl
der Freude in sich aufsteigen.
Plötzlich empfand sie alles als
nicht mehr so schwer. Sie fühlte
wieder Mut und Hoffnung und
wusste, dass sie alles in den
Griff bekommen würde. Die
Freundlichkeit der Töpferin und
der Engel mit dem geknickten
Flügel hatten etwas in ihr ausgelöst – die Vorfreude auf Weihnachten.

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
EIN ENDE VON
FREUNDSCHAFT

ETWAS ODER SCHWIERIGKEITEN MIT
U N D B R Ü D E R L I C H K E I T von Wolfgang Prietsch

Es ist schon schwierig mit Freundschaften und der Brüderlichkeit, auch
und grade nach über 60 Jahren andauernder freundschaftlicher Gemeinsamkeit! Da hört man vom Auseinanderleben, oder von Verhärtungen im Alter,
von stärkerer Ausprägung von Charaktereigenschaften, die eigentlich immer
schon da waren, nur sich heute stärker
zeigen oder stärker erscheinen. Aber
eigentlich sollte einen das Leben nach
vergangenen langen Jahren größere
Toleranz und Gelassenheit gelehrt haben, das stillschweigende Akzeptieren

von Schwächen und auch von
Fehlern des anderen. Aber das
funktioniert so einfach nicht.
„Haben wir auch schon so erlebt“ - höre ich von Bekannten.
Muss man das einfach so hinnehmen und so lassen? Die früher häufigen und intensiven
Briefe hin und her werden seltener. Und man stellt fest, dass
eigentlich nur noch ein Austausch von Monologen erfolgt.
Diese Eigendarstellungen des
Erlebten hallen durch den

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Raum, werden phonetisch gehört, gehen aber nicht ein, weil
man sich selbst nicht wiederfindet.

Seite 20
Jeder schreibt und spricht über sich
selbst, ausführlich, detailliert. Aber da
ist kein Eingehen auf die Worte oder
Zeilen des anderen. Und da werden eigene Probleme und Ängste nicht mehr
offen benannt, nein, tunlichst versteckt. Erfolge, positive Erlebnisse,
neue Errungenschaften, neu geknüpfte
Beziehungen sind Hauptthemen. Die
Briefe und Worte des Partners erscheinen wie nie geschrieben, wie nie gesagt. Sogar auf sehr Persönliches wird
nicht mehr eingegangen, wo man doch
Verständnis, Mitempfinden, Zuspruch
erhofft hat. Da kommt dann bestenfalls
mal die Frage: „Macht ihr noch dies,
läuft noch das?“ Aber solche Frage erscheint als formale Konvention, weil
man doch eben auch mal fragen muss.
Und folgt direkt auf die Frage nach dem
Tätig sein des anderen ein Hinweis des
Partners, dass er selbst z.B. im Wartezimmer des Arztes auch viel Zeit vertrödelt, dann ist das ganz anders geartete
Tun des Freundes hinreichend als nich-

tig bewertet und zurecht gerückt. Da kommt einem der
Ausspruch von Goethe in den
Sinn: „Man spürt die Absicht
und ist verstimmt“. So entstehen Enttäuschungen und man
erschrickt, weil man solches,
zumal jetzt im Alter, überhaupt nicht mehr erwartet
hat. Und man resigniert.
Hoffend ruft man ins Tal,
dreimal.
Kommt kein Echo verbal,
ruft man nicht nochmal.
Wie könnte eine solche Unterkühlung entstanden sein?
Vielleicht ist das die eigene
Sozialisierung prägende,
manchmal bei den Beteiligten
ganz unterschiedliche persönliche Umfeld mit verantwortlich. Könnten die besonders

im Alter seltener werdenden
sozialen Kontakte und die Gegebenheit, sich stärker auf
sich selbst zurückzuziehen,
eine Ursache dafür sein? Ist
dann das aus Zeiten des aktiven Lebens im Berufsumfeld
erforderliche Selbstbehaupten, das keineSchwächen-oder-Defizitezeigen, dieses Alles-können
und Alles-wissen, dieses sichstets- souverän-zeigen, immer
noch nicht bei Seite gelegt, so
bleibt ganz unbewusst das vonsich-absehen und das Eingehen-auf-den-anderen auf der
Strecke: Die Beziehungen werden dünner und dünner.
Ob es da den Beteiligten gelingt, aus diese Situation heraus zu kommen? Man sollte
darüber nachdenken, auch
über sich selbst.

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
N O V E M B E R L A N D von Wolfgang Prietsch
Den Weizen gemäht.
Neue Saat gesät.
Grünschwarz die Bäume,
blattlos kahl.
Durchsichtiger werdende Räume.
Der Novemberhimmel fahl,
und totensonntagsstill unser Tal.
Alles will nun
ruh´n.
Foto: Rudolpho Duba / pixelio.de

Eine Mondwechselzeit
ist nicht lang, ist nicht weit,
vergeht, verweht.
Nicht stille steht
der Jahresverlauf
Nichts hält ihn auf.

Seite 21

THEMA: KURZGESCHICHTEN UND GEDICHTE
W I N T E R S O N N E N W E N D E von Wolfgang Prietsch
Licht, heliogen:
Weitflächiges Fließen über unser´n Teil Erde,
ruft Saatgrün zu neuem „Es werde“,
erhellt
leer – weiten Raum
Feld
und, blattlos, Baum,
dringt in die Tiefe ein
von kahlem Heckengeäst,
glänzt auf nassem Feldstein
und lässt
Schneekristalle strahlen wie Sternenstaub.
An allumfassendes Grün glaub´
ich, heut am Spätherbstende,
am Tag der Wintersonnenwende.

Foto: Katja Eckhardt / Pixelio.de

Kürzester Tag heut.
Doch ab morgen kürzer die Nacht.
Nimmt unaufhaltsam zu,
wenn auch der Winter nicht will,
potentiell schlafendes Chlorophyll.
Und die Knospen sind schon bereit.
Ist nicht mehr weit
zur Invasion Grün,
zum allgegenwärtigen Blüh´ n.

THEMA: LITERATUR UND BUCHTIPPS
WER

KENNT

DIE

SCHÄTZE

Sehr viel Zeit bleibt mir eigentlich nicht
zum Lesen, mein Rentneralltag ist meistens ausgefüllt mit den verschiedensten
Aufgaben (z.B. die Gartenarbeit, gut für
Ruhe und Entspannung). Wenn ich ein
Buch lese, dann meistenteils eines, aus
dem ich etwas lernen kann für meine
Gesunderhaltung. Vor einiger Zeit kaufte ich mir ein Buch von Bruce Fifemit
dem Titel „Gelenkschmerzen" (Arthritis,
Arthrose, Gicht und Fibromyalgie natürlich heilen). Da für die meisten von uns
Senioren Gelenkschmerzen in allen Variationen wirklich ein Thema sind, dachte ich mir, dass dieses Buch zu lesen
wichtig für mich sein könnte. Ich habe
mich in den Garten gesetzt und in aller
Ruhe gelesen und dann kam das große
Staunen über mich. Ich lernte sehr viel
aus diesem Buch und bin dem Verfasser
dankbar für die Art und Weise, wie er
den Leser aufklärt. Ein Gelenkschmerz

IN

DER

KOKOSNUSS?

kann viele Gesichter haben
und ich habe schon festgestellt, dass es günstig ist, die
Ursachen für die Entstehung
von Schmerzen herauszufinden, um gegensteuern zu können. Viele Gelenkbeschwerden
stehen im Zusammenhang mit
unserer Zahngesundheit, das
wusste ich schon. Aber ich
wusste nicht, wie stark die
heilende Wirkung des Kokosöles meine Gesundheit fördern und erhalten kann. Nachdem ich in dem Buch gelesen
hatte, dass man sich selbst
mit der Einnahme von Kokosöl
die Chance geben kann,
Schmerzen zu lindern, wurde
ich neugierig. An dem vom
Verfasser vorgeschlagenen
Programm ist nichts schäd-

von Christa-Dorit Pohle

Foto: ASchick01 / pixelio.de

lich, schmerzhaft oder kostspielig, also war auch ich der Meinung, dass nichts dagegen
spricht, es auszuprobieren. Da
ich viel Vertrauen zu den Naturheilmitteln habe, wollte ich sofort Kokosöl einkaufen. Ich
suchte es im Regal zwischen
den Ölflaschen, aber es war
nicht in einer Flasche. Es war in
einer Dose und sah aus wie Cre-

Seite 22
me (Kokosöl, nativ, direkt kalt gepresst
aus frischen Kokosnüssen). Vier Wochen nehme ich es schon zu mir, auch
zum Kochen und Backen verwende ich
es, und ich kann sagen, es tut mir sehr
gut. Ich habe das Buch schon zum zweiten Mal gelesen und mir die wichtigsten
Informationen markiert. Auch Freunde
und Bekannte von mir nehmen Kokosöl
und staunen, wie vielfältig es positive

Auswirkungen zeigt. Das Kokosöl schon morgens vor dem
Frühstück einzunehmen, fällt
ja nicht schwer, denn es
schmeckt ja auch noch gut.
Wer auch gerne die Schätze
von Mutter Natur für seine
Gesunderhaltung nutzt und
erfahren möchte, wie Gelenkschmerzen entstehen und wie

das Kokosöl wirkt, dem kann
ich nur empfehlen, dieses
Buch selbst zu lesen. Und danach werden sie sich, so wie
ich, wünschen, das Kokosöl
schon früher für sich entdeckt
zu haben.
Bruce Fife "Gelenkschmerzen"
ISBN 978-3-86445-114-0 im
Kopp-Verlag

THEMA: LITERATUR UND BUCHTIPPS
LECKERES

BRANDENBURG

Wie oft hat man doch die Idee, mal im
Umland, das Brandenburgische ist da
naheliegend, einzukehren. Und seien
Sie mal ehrlich, besonders groß wird
der Wunsch ja immer dann, wenn der
alljährliche Hochzeitstag oder ein anderer besonderer Anlass ins Haus steht.
Was konnte mir also jetzt Besseres passieren, als auf die Neuerscheinung eines Titels zu stoßen, der den verheißungsvollen Namen „Leckeres Brandenburg“ trägt. Ein kulinarischer Ausflugsführer, mit den besten Empfehlungen
von BRANDENBURG AKTUELL. Die Herausgeberin des Bandes Bärbel Wichmann, übrigens Leiterin der gleichnamigen Abteilung beim rbb, will dieses Eldorado für Feinschmecker weiter tragen. Denn zwischen Elbe und Oder würden sich unzählige verlockende Angebote finden. Dabei vor allem nicht immer
das teure Gourmetrestaurant, auch in
vielen Landgasthöfen kommt Leckeres

von Ursula A. Kolbe
auf den Teller, schreibt sie im
Vorwort. Genauso wie am Imbissstand oder in den Kesseln
von Gulaschkanonen am Straßenrand. Vorgestellt werden
die 70 besten Empfehlungen.
Zudem reich bebildert und mit
interessanten Details zur Geschichte der Häuser und den
Besonderheiten ihrer Küche.
Kurz: Gehen Sie selbst auf
eine kulinarische Expedition
in die märkischen Lande. Und
eines ist allen gemein: Regionale, frische Erzeugnisse als
Grundlage fantasievoller, den
Gaumen schmeichelnde Kreationen. So z. B. Rote Beete im
Kartoffelbrei, karamellisierter
Ziegenkäse, uckermärkischer
Whisky im Bärlauchpesto oder
Unkraut, das als Wildkräuter
die edelsten Rinderfilets ver-

Foto: be.bra verlag

feinert. Also, folgen Sie den
Worten der Herausgeberin:
Blättern Sie sich durch die Regionen, Geschichten und Speisekarten, holen Sie sich Appetit aufs leckere Brandenburg
und besuchen Sie die Restaurants, Gaststätten und Landgasthöfe mit allen Ihren Sinnen
be.bra verlag, Berlin
ISBN 978-3-86124-681-7

THEMA: AUS DEM BEZIRK
TAG

DER

REGIONAL

UND

Auch in diesem Jahr führt der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V. einen
Tag der Regional- und Heimatgeschichte durch, dieses Mal unter dem Thema
„Sportgeschichte von Marzahn – Hellersdorf“ Die Veranstaltung findet am
15. November 2014 zwischen 10.00 –
16.00
Uhr
im
Haus
des
Sports/Sportmuseum, Eisenacher Straße 121, 12685 Berlin, statt. Der Eintritt
ist frei. Zur Mittagspause wird durch
das Sportmuseum ein Imbissangebot

HEIMATGESCHICHTE

von Waltraud Käß

bereitgestellt. Sportinteressierte, auch nicht aktive Mitbürger sind herzlich zu interessanten Fachvorträgen eingeladen. Zu näheren Einzelheiten können sie sich auf der
Website des Heimatvereins
unter www.heimatvereinmarzahn.de informieren.
Foto: Peter Freitag/pixelio.de

Seite 23

BEZIRKSAMT MARZAHN-HELLERSDORF VON BERLIN
RIESAER STRAßE 94
12627 BERLIN
REDAKTION SPÄTLESE
Telefon: (030) 90293-4371
Telefax: (030) 90293-4355
E-Mail: magazin-spaetlese@gmx.de
Internet: www.magazin-spätlese.net
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