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Periodical volume

Full text: Spätlese Issue 2011,9/10

DAS MAGAZIN FÜR AUFGEWECKTE
SENIORINNEN UND SENIOREN

IN DIESER
AUSGABE:
Gedanken nach dem letz- 1
ten AUS
Waffengeschäfte

2

Wissen und Dummheit

4

Lebenserfahrungen

5

SPÄTLESE
WAS

Kartoffeln trinken oder

ERWARTET

SIE

IN

DIESER

AUSGABE?

5

im Bier baden?
Erinnerungen an ein

www.magazin-spätlese.net

Ausgabe September/Oktober 2011

7

Erntefest
Erntedankfest

9

Man sieht den Wald vor

10

lauter Bäumen nicht…
Meine erste Reitstunde

12

“Wat sollen Pferdeäppel

13

zwischen den Gleisen?“
Hochwasseralarm

14

Die Schiffsreise

16

Zwischen Lift und

17

Die Leserinnen und
Leser können sich
auf
interessante
und
lesenswerte
Themen freuen. Die
ehrenamtlichen Autoren haben sich
auch in dieser Ausgabe bemüht, für
jeden Geschmack
etwas anzubieten.
Barbara
Ludwig
wendet sich gegen
den Waffenhandel
und gibt Lebenserfahrungen
preis.
Christa-Dorit Pohle
beschreibt
eine
Reitstunde.
Gerhard
Kolberg
schreibt über den

Frauenfußball und
erinnert sich an ein
Erntefest. Ursula A.
Kolbe berichtet über
ein Kloster, beschäftigt sich mit
Bäumen,
erinnert
an die Straßenbahn
und war auf der
Festung Königstein.
Rudolf Winterfeldt
erinnert sich an ein
Hochwasser
der

Neiße, hat was gegen die Dummheit
und äußert sich
über das Erntedankfest. Weitere
Autoren schreiben
über eine Schiffsreise, waren im Krankenhaus und erlebten den Spätherbst.

Redaktion Spätlese

Schwejkschem Humor

THEMA:
Im Krankenhaus

18

FUßBALL

GEDANKEN

NACH

WM

DEM

DER

FRAUEN

LETZTEN

AUS

von Gerhard Kolberg
Spätherbst—

19

Bodenfrostbeginn
Mit dem Reiseatlas

20

erneuerbare Energien
entdecken
Walter Hein verließ die

20

Sonder-Sozialkommission

www.magazin-spätlese.net

Deutschland hat in
den
vergangenen
Wochen ein Fußballfest erlebt, das wohl
kaum einer so für
möglich
gehalten
hat. Zu Tausenden
füllten die Zuschauer
die Tribünen der

Stadien. Noch mehr
saßen vor den Bildschirmen und sahen
sich die Spiele zu
Hause an. Andere
bevölkerten die Fanmeilen in den Städten oder genossen
die Spiele bei einem

kühlen Bier in den
vielen Lokalen, in
denen die Fernsehgeräte nur ein Programm kannten: WM
der Frauen im Fußball.
Und wahrlich, so
mancher
Mann

Seite 2

SPÄTLESE

Gerhard Kolberg

„FrauenMeisterschaften
als Vorspiele vor
Männerwettbewerben“

musste neidvoll anerkennen, dass das, was die
Frauen dort unten auf
dem grünen Rasen taten,
dem Spiel der Männer in
nichts nachstand.
Im Sommer 2011 wurde
für die Frauen in
Deutschland ein weiterer
Schritt
in
Richtung
Gleichberechtigung getan. Die Menschen unserer Generation haben
noch erlebt, wie viele
„Sportfreunde“, darunter
auch hochkarätige Funktionäre, den Kopf schüttelten, als einige Frauen
begannen, gegen das
runde Leder zu treten.
Noch 1955 hat es sich
der DFB nicht nehmen
lassen, das Fußball spielen von Frauenmannschaften zu untersagen.
Erst im Jahre 1970 wurde
dieses Verbot aufgehoben und der Spielbetrieb
offiziell erlaubt, allerdings
mit einigen Einschränkungen. So betrug die
Spielzeit zunächst 70 Minuten, war der Ball kleiner und leichter und durften die Fußballschuhe
keine Stollen aufweisen.

THEMA:

Foto: Gerhard Kolberg

Noch im vergangenen
Jahr wurden FrauenMeisterschaften als Vorspiele vor Männerwettbewerben durchgeführt.
Heute hat der Frauenfußball ein zuvor nie geahntes Niveau erreicht –
und das nicht nur in
Deutschland, sondern
weltweit. Davon zeugten
die spannenden Spiele,
die man im Laufe des
Turniers zu sehen bekam. Doch wie es im
Sport so ist: es kann immer nur einer gewinnen.
Das mussten unsere
hoch gelobten und mit
letztem Einsatz kämpfenden Damen am eigenen Leib erfahren.
Nichts wurde es mit dem
angestrebten Weltmeistertitel im eigenen Land
– die anderen konnten

eben auch Fußball spielen und
waren im entscheidenden Moment einen Kick
besser als wir.
Wer will den Unterlegenen da einen Vorwurf machen? Es stehen
keine Maschinen auf
dem Spielfeld, es sind
Menschen mit großem
Einsatzwillen, vollgepumpt mit Adrenalin,
Menschen, die auch ihre
Schwächen haben und
haben dürfen. Und wenn
es zum großen Ziel heute nicht gereicht hat, ist
morgen auch noch ein
Tag. Bedanken wir uns
bei den jungen Frauen
für das, was sie uns auf
dem Spielfeld geboten
haben und wünschen
ihnen für die Zukunft viel
Freude und Erfolg bei
der Ausführung ihres
schönen Sports und etwas mehr Glück im entscheidenden Augenblick. Und wer noch einen
kleinen
Trost
braucht: die deutschen
Frauen sind immerhin
NUR vom späteren
Weltmeister aus dem
Rennen geworfen worden.

POLITIK

WAFFENGESCHÄFTE
von Barbara Ludwig
Nie wieder Krieg! Keine
Bomben, keine Panzer,
keine Kampfflugzeuge
oder andere kriegerische
Waffen! So lauteten die
Parolen nach dem II.

Weltkrieg. Ein paar Jährchen hielten sich die
deutschen Politiker des
Kapitals daran. Sukzessive jedoch gewannen der
Markt, beziehungsweise

die Gewinnmaximierung die Oberhand und
Kriegsmaschinerie wurde produziert, exportiert
und mit aller Barbarei
genutzt. Nicht nur das,

Seite 3
Kriegsführung gilt seit
langem wieder als politisch wirkungsvolles Mittel. Unterstützt von
Deutschland durch die
Produktion von Kriegsrüstung.
Friedliebende Menschen
sind entsetzt, als bekannt
wurde, dass zwischen
Deutschland und SaudiArabien ein immenser
Panzerdeal eingefädelt
wurde, den die Bundesregierung laut Medienberichten genehmigt hat.
Dem Volk gegenüber
schweigt
sie. Derartige
Ges
c
h
ä
fte
„Deutschland
u
n
t
e
r
l
ieist drittgrößter
gen
der
Waffenexporteur
Geheimder Welt [..]
haltung.
angesichts der
Demokradeutschen
tisch? Es
Vergangenheit
handelt
eine Schande“
sich
um
200 Leop a r d Kampfpanzer, ausgerüstet mit
äußerst gefährlichen,
menschenverachtenden
Kampftechniken. Die
Panzerlieferungen sollen
strategischen und sicherheitspolitischen Gründen
dienen, so wird SaudiArabien als Regionalmacht im Nahen Osten
fungieren gegen den Iran
und den islamistischen
Terrorismus.
Am Bau der Panzer sind
die Firmen Krauss-Maffei
Wegmann und Rheinmetall sowie viele Zulieferbetriebe beteiligt, berichten die Medien. Die Rüstungsproduktion sowie
die entsprechende For-

www.magazin-spätlese.net
schung und die Exportgeschäfte gedeihen
prächtig.
SaudiArabien hat nach
Berichten
der
Nachrichtenagentur Reuters bereits
Panzer
gekauft,
informiert das Internet. Milliardengewinne sind den
Rüstungsexporteuren und damit Deutschland sicher. Und offenbar
das saudi-arabische Erdöl
und eine intensive geheimdienstliche Zusammenarbeit.
Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur der
Welt! Das ist angesichts
der deutschen Vergangenheit eine Schande!
Immer mal wieder wurde
in Verträgen festgeschrieben, dass von Deutschland nie wieder ein Krieg
ausgehen darf. Zuletzt im
2+4-Vertrag 1990. Wie
nun sind die Waffenexportgeschäfte mit denen
Deutschland erheblich zu
Menschenrechtsverletzungen beiträgt, zu verstehen? Der Bundesentwicklungsminister, Niebel,
erklärte der Wochenzeitung „Die Zeit“ (lt. ND v.
21.7.11): „Die Stabilisierung einer Region trägt
durchaus dazu bei, die
Menschenrechte zu wahren – vielleicht nicht in
dem Land, in dem man
tätig ist, aber in den
Nachbarländern.“ Was für
eine Logik! Das ist Heuchelei und Hohn! So wird
unser Volk veralbert und
für dumm erklärt.
Saudi-Arabien hatte im
März die Herrscher Bahrains mit Soldaten und

Foto: Mario Büttner/Pixelio.de

Panzern unterstützt, um
die dortigen Revolten
niederzuschlagen. Da
wurden Menschenrechte
nicht verletzt?
Und die Regierung
macht sich unglaubwürdig, denn einerseits lobt
sie den demokratischen
Kampfgeist der Protestierenden, andererseits liefert sie Kampfpanzer zur
möglichen Niederschlagung derartiger Bewegungen, denn Demonstrationen sind in dieser
autoritären Monarchie
verboten.
Es ist abzusehen, dass
es in diesem Gebiet einen massiven Aufrüstungswillen geben wird.
Und Deutschland wird
die Vernichtungsmittel
liefern – heute und morgen.
Wie lange noch?
Bis es gelungen ist, Rüstungsgeschäfte
im
Grundgesetz zu verbieten. Doch angesichts der
bisherigen Regierungen
und der jetzigen sehe ich
die Realisierung dieser
Forderung als Utopie.
Einigkeit und Kampfgeist
des deutschen Volkes
gegen die Kriegsproduktion und deren Exporte
sind unabdingbar, um
dieses Ziel zu erreichen!

Barbara Ludwig

SPÄTLESE
THEMA:

WISSEN

Seite 4

NATUR

UND

DUMMHEIT

von Rudolf Winterfeldt
Die
Geschichte
der
Menschheit ist vor allem
eine Geschichte der
Dummheit. Keiner ist dagegen immun.
1905 wurde der erste Intelligenztest entwickelt. Menschen mit einem IQ zwiRudolf Winterfeldt
schen Null und 25 Punkten
wurden damals als Idioten
bezeichnet. Ein neugeborenes Kind hat einen IQ
von kurz über Null. Jeder
von uns wird also relativ
dumm geboren. Bei Tieren
liegt die Intelligenz bei der
Geburt bei 60 bis 90 Prozent ihres Intelligenzpotenzials. Wir müssen also alles lernen,
“Wenn die
was wir später könNeugier nicht
nen. Im Durchschnitt
wär, wär der
liegt der IQ des MenKinderwagen
schen bei 100 Punkleer und der
ten. Wie aber kann
Storch müsst
der junge Mensch
stempeln
diese 100 Punkte ergeh‘n“
reichen? Nur durch
das
Lernen
und
Üben. Dabei spielt
die Neugier eine wichtige
Rolle.
Die Neugier ist der Drang
im Menschen nach dem
Neuen und ist genetisch
bedingt. Im Chromosom 11
befindet sich ein Gen, das
dafür zuständig ist. Neugier ist also ein Instinkt,
der mit Erfahrungen und
Training erweitert und im
Unterbewusstsein gespeichert wird. Mit diesem
Reiz, etwas Neues zu erfahren oder Verborgenes
kennenzulernen, steigt unser Wissen und die Klugheit. Einstein schrieb in
einem Brief: Ich habe keine besondere Begabung,

sondern bin nur
leidenschaftlich
neugierig. Was daraus geworden ist,
wissen wir alle.
Ich wollte als Jugendlicher und Verliebter
unbedingt
wissen, wie man
mit einer Hand schnell
einen BH öffnen kann. Dazu muss man ja erst einmal wissen, wie der Verschluss funktioniert. Ich
habe es gekonnt. Heute
sind meine Finger nicht
mehr so schnell und ich
bin dafür auch schon zu
alt. Aber die Liebe ist ja
unter anderem auch Neugier auf den Partner. Casanova formulierte einmal:
Je unschuldiger ein Mädchen ist, desto weniger
weiß sie von den Methoden der Verführung. Bevor
sie Zeit hat nachzudenken, zieht Begehren sie
an, Neugier noch mehr
und Gelegenheit macht
den Rest. Da muss der
Mann schon intelligent
genug sein, um an sein
Ziel zu kommen. Es gibt
da auch einen Spruch:
„Wenn die Neugier nicht
wär, wär der Kinderwagen
leer und der Storch müsst
stempeln geh’n“. Ich kann
heute sagen, dass ich erfolgreich war.
In anderen Geschichten
habe ich ja schon beschrieben, dass ich fast
jedes Ding, das mir in die
Finger kam, gründlich untersuchte, um das Innere
und die Funktion zu begreifen. Nur so kann der
Mensch lernen und sich

Foto: Claudia Hautumm/Pixelio.de

dann auch entsprechend klug
verhalten. Wer das nicht ausreichend macht, bleibt zurück.
Es gibt aber auch wirklich
dumme Menschen, die durch
ihre Dummheit sich selbst vernichten. Dafür gibt es sogar
einen sarkastischen Negativpreis, den „Darwin Award“. Er
bezieht sich auf die natürliche
Auslese nach Charles Darwin
und wird postum verliehen.
In der Stadt Newton in North
Carolina ereilt Ken Charles
Barger (47) der letzte Anruf
seines Lebens. Als frühmorgens das Telefon klingelt,
greift er nach dem Hörer.
Doch statt des Hörers hat er
einen Revolver in der Hand,
der auf seinem Nachttisch
liegt. Als er ihn ans Ohr hält,
geht die Waffe los . . .
Was soll man dazu sagen?
Dummheit ist auch gefährlich.
Ein Mann aus Kalifornien will
wissen, wie es im Inneren einer Bombe aussieht und öffnet sie mit einem Schneidbrenner. Die Explosion macht
ihn zum Anwärter auf den
Darwin Award.
Bleiben wir also immer schön
neugierig und lassen wir unseren Geist immer aktiv sein,
hinterfragen wir unbekannte
Dinge und schätzen wir die
Folgen klug ab, dann sind wir
auf der sicheren Seite.

Seite 5
THEMA:

www.magazin-spätlese.net

SPRICHWÖRTER

LEBENSERFAHRUNGEN
von Barbara Ludwig
Dem, der mit sich selbst in bester Gesellschaft lebt,
geht die Einsamkeit aus dem Weg.
********
Wer aus seinen Fehlern nicht lernt,
ist verurteilt, diese wieder zu begehen.
********

Foto: Paulwip/Pixelio.de

Prüfe jene, die sich deine Freunde nennen,
es könnten Verräter darunter sein.
Diese wirken zerstörend auf deinen Lebensraum.
********
Wer kleine Dinge zu tun missachtet,
dem wird Großes nicht gelingen.
********
Unkenntnis der Wahrheit nährt den Zweifel.
********
Nicht die Menge an Zeit ist entscheidend,
sondern mit welcher Qualität sie genutzt wird.
********
Die als notwendig anerkannte Grenze
ist das Tor zur wirklichen Freiheit.
THEMA:

AUF

KARTOFFELN

DEN

SPUREN

TRINKEN

EINER

ODER

IM

KLOSTERBRAUEREI

BIER

BADEN?

von Ursula A. Kolbe
So verrückt das klingen
mag: Aber ich habe die
Wahl, entweder ein Kartoffelbier trinken oder im Bier
baden - oder Beides tun.
Die Klosterbrauerei Neuzelle im brandenburgischen Schlaubetal macht’s
möglich. Deren Brauer
stellen es her und im hiesigen
Landhotel
„Kummerower Hof“ können

Sie darin eintauchen.
Dank seiner Komponenten
soll es beruhigend, entspannend und pflegend
sein, viele gesundheitsfördernde Wirkungen werden
ihm nachgesagt.
Solche Aspekte gehören
zur Philosophie von Geschäftsführer Stefan Fritsche. Die Produkte sollen
Genuss bringen, Lebens-

freude fördern, solchen
Tendenzen wie dem
teilweise erschreckenden Koma-Saufen von
Jugendlichen entgegenwirken.
Ursula A.Kolbe
Innovationen, Neuentwicklungen stehen dahinter. Eine davon ist Nova,
ein selbst entwickeltes alkoholfreies Bier mit wirklich null
Prozent Alkohol. Das Patent

SPÄTLESE

„Kir la
Rouge,
Closter Zell
Refugium,
Seelsorger,
Mord &
Totschlag
oder
Winzerbier“

verbürgt es. Auf manch’
Etiketten steht ja alkoholfrei
drauf und im Kleingedruckten dann verschämte 0,5
Prozent drin.
Und wie ist das mit dem
Kartoffelbier? Erst wenige
Monate ist es her, dass ich
„Fritzens Kartoffelbier“ kennen lernte. Auf der Grünen
Woche kredenzten die
Neuzeller ihre neue Kreation: Ein Pils - „Nur echt aus
der Preußenknolle“, versprachen sie. Und sie waren selbst überrascht über
die große Resonanz, vor
allem der Besucher aus
„ihrem“ Kartoffelland, der
bekanntermaßen märkischen Streusandbüchse
und idealem Nährboden
von Fritzens „Tartoffel“.
Das Bier kam also schneller auf den Markt als ursprünglich geplant. Und
das Augenfällige für mich
dabei ist, bei einem
Schluck aus der Flasche
augenzwinkernd mit einem
Blick auf das Etikett daran
erinnert zu werden, dass
wir den Kartoffelanbau in
Preußen unserem Alten
Fritz, dem König Friedrich
II., zu verdanken haben. Mit
einer List hatte er 1756 die
Bauern zum Anbau der
nährstoffreichen Knolle gezwungen. Eine Neuzeller
Hommage auf den wahrlich
in die Geschichte eingegangenen Kartoffelbefehl
des Preußenkönigs.
„Kir la Rouge“
„Seelsorger“

und

Ebenfalls ziemlich neu ist
das glutenfreie Bier
„Lebensfreude“, zweifellos
interessant für Menschen,
die an Glutenunverträglichkeit leiden. Gluten kann
schmerzhafte Entzündun-

gen im Dünndarm hervorrufen. Da es besonders in
Weizen, Gerste, Hafer und
Roggen vorkommt, ahnt
man die Einschränkungen
vieler Betroffener.
Überhaupt ist die Produktpalette breit gefächert.
Über Pils und Alkoholfreies,
Wellness Produkte und
Mischgetränke bis hin zu
Sonderabfüllungen,
einschließlich eigener Etikettierung. Rund 35 Sorten
können aufgelistet werden.
(Erhältlich im Handel oder
o
n
l
i
n
e
www.klosterbrauerei.com).
Das alles erfährt man auch
bei einer der interessanten
Führungen. In den Sommermonaten täglich um 13
Uhr, ansonsten auf Anfrage
(Funk:0176 / 100 23 460).
Dann wird geguckt, gekostet (nach Anmeldung auch
selbst gebackenes TreberBrot), im Shop gekauft.
Bei Namen wie Kir la
Rouge, Closter Zell Refugium, Seelsorger, Mord &
Totschlag oder Winzerbier
wird man schon neugierig.
Die bekannteste und wohl
gängigste Spezialität jedoch ist das Schwarzbräu,
der „Schwarze Abt“ mit 3,9
Prozent Alkohol und 12
Prozent Stammwürze. Gebraut wird es nach einer
über 400jährigen Tradition.
Aber mit Zucker. Dies entspricht nicht dem deutschen Reinheitsgebot und
zog just eine rechtliche
Auseinandersetzung um
die Zulässigkeit der Bezeichnung Bier mit der Landesregierung Brandenburg
nach sich. Nach einem
über zehnjährigen Rechtsstreit ist das Urteil zugunsten der Brauerei in die Firmenannalen eingegangen.

Seite 6

Foto: Hans-Jürgen Kolbe

Einst Klosterbesitz, heute
privatisiert
Apropos Annalen. Mit seinen 40 Mitarbeitern und
einer Jahresproduktion von
35 000 Hektolitern ist Klosterzelle nur ein kleiner Mosaikstein in der arg konzentrierten
BrauereiLandschaft. Aber erfolgreich. Schon 1589 als Klosterbrauerei gegründet,
dann
1817 säkularisiert,
brannte es 1892 ab, wurde
wieder aufgebaut, wechselte mehrmals den Besitzer,
ging 1948 in Volkseigentum
über und wurde schließlich
nach der Wende als Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
privatisiert. 1992 hat Helmut Fritsche die Firma von
der Treuhand erworben,
erfolgreich geleitet und Junior Stefan, diplomierter
Ökonom, führt ihn heute im
Familienbetrieb weiter.
Dabei steht auch das gesellschaftliche Leben des
Ortes im Blick, bewusst
auch das der jungen Generation, so das RahnGymnasium oder die jährliche Azubi-Ausbildung, die
auch auf Landesebene geehrt wurde. Für das neue
Lehrjahr sind noch Stellen
als Brauer und Mälzer oder
im kaufmännischen Bereich
offen.
Stefan Fritsch, Familienvater von vier Kindern, ist

Seite 7

www.magazin-spätlese.net

Präsident des Rotary-Klub
Eisenhüttenstadt – Schlaubetal und hat u.a. mit seiner
Frau, die das Zepter der
Führungen mit rund 30 000
Besuchern jährlich in der
Hand hat, eine Pfadfinderschaft gegründet. Und jedes Jahr feiert die Brauerei
zu Himmelfahrt den Bibulibustag, benannt nach dem
gleichnamigen, den geistigen Getränken gern zugetanen Mönch, der sich über
die Jahre als erlebnisreicher Familientag etabliert
hat.
Auch auf der
Biermeile dabei

Berliner

Noch einmal zurück zum
Kartoffelbier. Es erwies sich
wieder mal als Renner jüngst auf dem 15. Internationalen Berliner Bierfestival, wie immer in der KarlMarx-Allee, FriedrichshainKreuzberg. Rund 750 000
Besucher waren an den
drei Tagen gekommen, um
bei 334 Brauereien aus 86
Ländern unter rund 2. 000
Bierspezialitäten zu kosten
und zu genießen. Am letzten Tag der süffigen Biermeile konnte ich den erfolgreichen Weltrekordversuch
des „Längsten Biergartens
der Welt“ konstatieren. An
den 1 820 Meter lang anTHEMA:

einander gereihten Biertischen hatten etwa 10.000
Gäste Platz genommen.
Und die Neuzeller mittendrin, übrigens vom ersten
Treffen vor nunmehr 15
Jahren an. Ich denke, sie
werden auch beim 16. bierseligen Festival vom 3. bis
5. August 2012 wieder mit
ihrem Angebot dabei sein.

Nicht ohne das Zisterzensierkloster
In Neuzelle gewesen zu
sein, ist undenkbar ohne
einen Besuch im Zisterzensierkloster. Die beiden Kirchen sind das nördlichste
Beispiel süddeutschen und
böhmischen Barocks in Europa. Die katholische Stiftskirche St. Marien – opulent
und farbenprächtig, einfach
ein Prunkstück. Der Klostergarten mit Orangerie –
ein Kleinod. Die Anlage gehörte fast dreihundert Jahre
zum Königreich Böhmen,
dann zu Sachsen und erst
ab 1815 zu Preußen. Nun
wird der einstige Kutschstall des Klosters zum Museum umgebaut, weitere
Sanierungen folgen. Die
ganzen Eindrücke zu schildern, wäre Aufgabe eines
weiteren Beitrages.

Die
erste
Deutschlands

Bierkarte

Übrigens: Wenn Sie wissen
wollen, wo genau die Klosterbrauerei Neuzelle zu finden ist, vor mir liegt die erste Bierkarte des Bierlandes
Deutschland. Bier als Nationalgetränk gehört durchaus zum Lebensgefühl der
Deutschen wie der Wodka
zu den Russen oder der
Champagner zu den Franzosen. Folgen Sie den Bierstraßen in die BierHochburg um Bamberg mit
der europaweit höchsten
Brauereidichte. Sie können
über 1.000 Brauereien zählen und stoßen auf die ausgefallensten Bezeichnungen. Sie finden eine Auswahl von Bierfesten. Sie
erfahren, was bierernst
heißt und das Wort Bier
überhaupt.
Und
die
Biersteuer? Sie existiert
seit Mitte des 8. Jahrhundert und gilt heute noch. So
flossen 2009 geschätzte
725 Mio. Euro in die Staatskasse. Und Sie erfahren
auch, warum man nie ein
Alt in Köln oder ein Kölsch
in Düsseldorf bestellen sollte.
Erhältlich im Buchhandel
oder
direkt
bei
www.kalimedia.de

LANDWIRTSCHAFT

ERINNERUNGEN

AN

EIN

ERNTEFEST

von Gerhard Kolberg
Im Ort wurde wie jedes
Jahr ein Erntefest gefeiert.
Sven-Egon aber hatte keine Lust, sich in das bunte
Treiben zu stürzen. Er war
seit einiger Zeit wieder solo
und da mochte er alleine
keine Veranstaltungen be-

suchen. Mit wem sollte er
auch die gute Stimmung
genießen, in die ihn solche
Feste immer wieder versetzten? Letzten Endes
landet man als Single dann
meistens an der Theke und
mit jedem Glas Bier steigt

nicht nur der Alkoholspiegel, sondern auch der Grad
der Melancholie. Das alles
konnte er sich ersparen,
wenn er zu Hause blieb.
Sven-Egon kochte sich als
Mittagessen eine Tütensup-

SPÄTLESE

Foto: Klaus Rupp/Pixelio.de

pe, die er noch im Küchenschrank fand. Allerdings
„veredelte“ er sie so, wie er
es in der Fernsehwerbung
gesehen hatte. Als er sein
Meisterwerk dann aber kostete, konnte er nicht verstehen, warum die Esser auf
dem Bildschirm so verzückt
in die Kamera geblickt hatten und mit „Ahh“ und
„Ohh“ und „Hmm“ und
„lecker“ die Kochkünste der
Pseudomutter
überschwänglich lobten.
Und während er noch überlegte, was er mit dem Festmahl aus der Tüte machen
sollte – weg gießen oder
tapfer aufessen –
klingelte es an der
Wohnungstür. Sei„Tatsächlich,
ne alten Freunde
da sind ja
Kevin-Paul
und
welche drin—
Torsten-Thomas
und was für
standen
draußen
schöne blaue
und fragten, ob er
noch dazu.“
mit zum Erntefest
gehen wolle. Noch
mit
dem
Geschmack der Tütensuppe
auf der Zunge sagte SvenEgon ohne zu zögern zu.
Er dachte an die Brat- und
Currywürste, an das Grillsteak oder den Hammel am
Spieß, die dort auf ihn warteten.
Vereint zog man zum Fest-

platz, betrachtete die zahlreichen Stände der Gewerbetreibenden, Künstler, Organisationen und Parteien
und gab manchen passenden oder auch mal unpassenden Kommentar ab.
Schließlich landeten sie an
einem weithin duftenden
Bratstand. Zum Grillsteak
schmeckte ihnen ein kühles
Bier. Dabei hörten sie einer
Band zu, bei deren lautstarken Musik an eine Unterhaltung nicht zu denken
war. Nicht ganz so laut war
es in einem großen Bierzelt, das die drei Freunde
magisch anzog.
Auf Sven-Egon fiel die
Wahl, von der Theke drei
Bier zu holen, während die
beiden anderen für Sitzplätze sorgen sollten. Beide
Vorhaben gelangen. Als
Sven-Egon mit den Gläsern
in der Hand sich auf den
Weg zum Tisch der Freunde machen wollte, wurde er
von hinten kräftig angestoßen. Das Bier schwappte
über und ohne nach dem
Verursacher zu suchen
grollte er: „Was soll denn
das? Haste keine Augen im
Kopf?!“
Der Tonfall der gestotterten
Entschuldigung veranlasste
Sven-Egon nun aber doch,
sich umzudrehen und er
erblickte eine hübsche junge Frau, die sich nochmals
entschuldigte und dann mit
einem verlockenden Augenaufschlag sagte: „Und
was die Augen in meinem
Kopf angeht, können sie ja
mal nachgucken – wenn sie

Seite 8
sich trauen.“
Sven-Egon traute sich:
„Tatsächlich, da sind ja welche drin – und was für
schöne blaue noch dazu.“
„Danke für die Blumen.“
antwortete sie, „für wen
sind denn die Biere? Für
ihren Harem?“
„Nee, ich bin solo, bin mit
meinen Freunden hier. Und
sie haben ja auch einige
Gläser in der Hand?“
„Ja, ich bin auch mit meinen Freundinnen hier.“
„Das passt ja prima. Wollen
wir uns nicht zusammensetzen? Übrigens, ich heiße Sven-Egon.“
„Ist ja auch nicht gerade ein
Allerweltsname. Aber mir
geht es auch nicht viel anders. Ich heiße WallyClaudette.“
„Wally was?“
„Wally-Claudette. Meine
Eltern wollten das so und
ich muss damit leben.“
„Stimmt. Manche Eltern
wissen gar nicht, was sie
ihren Kindern mit solchen
Namen antun. Ich werde
kurz Klo zu ihnen sagen.“
„Unterstehen sie sich. Das
dürfen nur einige wenige
Privilegierte.“
„Gehöre ich nach dem Zusammenprall nicht schon
dazu?“
Inzwischen hatte SvenEgon seine Eroberung (Zwischenfrage: Wer hat
denn wen erobert?) – zum
Tisch der Freunde dirigiert,
wo sie nicht nur des Bieres
wegen mit großem Hallo
empfangen wurden. WallyClaudette holte ihre Freun-

Seite 9
dinnen nach, man rückte
etwas enger zusammen,
was die jungen Leute durchaus genossen und es wurde
ein langer gemütlicher
Abend.
Dass
WallyClaudette neben Sven-Egon
ihren Platz fand, war sicherlich kein Zufall. Als man sich
trennte, sagten alle „Du“
zueinander, hatten ihre Telefonnummern getauscht
und versprochen, sich bei
Gelegenheit wieder zu treffen.
Als Sven-Egon am nächsten
Morgen erwachte, fühlte er
schon ein leichtes Kribbeln
im Bauch. Was war das
gestern aber auch für ein
schöner Tag. „Ob ich Klo
mal anrufen soll? Vielleicht
denkt sie auch, dass er es
wohl sehr nötig hätte.“ An
den Knöpfen abzählen ging
auch nicht – sein Hemd hatte einen Reißverschluss.
Während er noch beim
Überlegen war, klingelte
sein Telefon. „Hallo, SvenEgon, ich bins, WallyClaudette. Ich wollte dir nur
sagen, dass es gestern ein
sehr schöner Tag war. Sollten wir mal wiederholen,
wenns dir recht ist.“ Und ob
THEMA:

www.magazin-spätlese.net
es ihm recht war. Und was
das Telefonat anging, schilderte er seine Entscheidungsprobleme wegen der
fehlenden Knöpfe am
Hemd. Jedenfalls endete
das morgendliche Gespräch mit einer Verabredung für den nächsten
Sonnabend. Treffpunkt 14
Uhr am U-Bahn-Ausgang
ABC-Straße.
„Von zuhause abholen
kommt noch nicht in Frage,
so weit sind wir noch nicht.
Aber du darfst Klo zu mir
sagen – das genügst fürs
Erste.“
Es war Sonnabend. Es war
14 Uhr. Sven-Egon stand
seit 1o Minuten am Ausgang des U-Bahnhofs ABCStraße. Wo blieb WallyClaudette? Leute kamen
die Treppe vom Bahnhof
herauf. Da hörte SvenEgon, wie eine Frau sagte:
„Hoffentlich sind wir am
richtigen Ausgang.“ Dieser
Satz traf Sven-Egon wie ein
Blitzschlag: „Richtiger Ausgang!“ Sie hatten doch tatsächlich vergessen abzusprechen an welchem der
vier Ausgänge sie sich treffen wollten. „Jetzt steht Klo

sicher an einem der anderen Zugänge und ist sauer
auf mich oder sie ist wohlmöglich schon wieder gegangen. – Wo ist mein
Handy? – Auch das noch,
der Akku ist leer.“
Da kamen zwei Schulkinder die Straße entlang.
Wenn es stimmt, dass heute fast jedes Kind ein Handy hat, könnte er sein Problem lösen. Und wirklich war
eines der Kinder bereit, ihm
sein Handy für einen Anruf
auszuleihen: „Macht 5 Euro
– ist ja private Nothilfe.“
Wally-Claudette meldete
sich sofort: „Sage mal,
Sven-Egon, wo bleibst du
denn. Bin echt sauer auf
dich – wollte schon gehen.
– Was sagst du? Du stehst
seit einer halben Stunde
am anderen Ausgang?“
Schnell war die Situation
geklärt. Fast noch schneller
war Sven-Egon auf dem
Weg zu dem Ausgang, an
dem Wally-Claudette auf
ihn wartete. Doch zuvor
gab er dem Kind das Handy zurück. „Danke schöndu hast ja fast mein Leben
gerettet.“ Worauf der geschäftstüchtige Schüler
noch eine Nachgebühr von
abermals 5 Euro verlangte.
„Na so viel müsste ihnen ja
ihr Leben wert sein.“

LANDWIRTSCHAFT

ERNTEDANKFEST
von Rudolf Winterfeldt
Die Menschheitsentwicklung
ist seit man denken kann
eng mit der Landwirtschaft
verbunden. Wird in der
Landwirtschaft doch die
Grundlage der Ernährung
der Menschen geschaffen.
Getreide, Obst und Gemüse

sind, neben der Tierhaltung,
die wichtigsten Nahrungsmittel. Nun ist allerdings der
Feldbau sehr stark vom
Wetter abhängig, und das
kann der Mensch nun einmal nicht beeinflussen.

In der vorchristlichen Zeit
dankte man deshalb nach
der Ernte dem jeweiligen
Gott für sein Zutun. Man
dankte ihm für das Wetter,
das eine gute Ernte wachsen ließ.

„Als SvenEgon am
nächsten
Morgen
erwachte,
fühlte er
schon ein
leichtes
Kribbeln“

Seite 10

SPÄTLESE

1972 beschloss die Bischofskonferenz, dass der
erste Sonntag im Oktober
als Erntedanktag begangen
werden sollte. So wird auch
bis zum heutigen Tage verfahren. In diesem Jahr feiern die Bauern das Erntedankfest am 02.Oktober.
Wir sollten an diesem Tage
auch daran denken, dass
unsere Ernährung unter anderem wesentlich vom Fleiß
der Bauern abhängt.

schlechten Ernte fiel die
So ist es nicht verwunderFeier spärlicher aus.
lich, dass das Erntedankfest vorherrschend mit der
Da jede Gemeinde, jedes
Kirche verbunden ist. Nach
Dorf selbst den Termin
der Ernte wurde in den Gedes Erntedankfesmeinden
tes bestimmte, gab
auf dem
es bereits um 1773
Lande
bindende
Festleeine Ern„Volksfest mit Jubel,
gungen zu einem
tekrone
Trubel und
gemeinsamen Tera u s Kinderbelustigungen.“
min des Festes. Im
F e l d sogenannten
früchten
„Dritten Reich“ legte
jeglicher
Hitler bereits fest,
Art gedass das Erntedankfest
bunden und in einer Art
am ersten Sonntag im
Prozession durch das Dorf
Oktober zu feiern ist
getragen. Verbunden waund dieser Tag ein
ren diese Feierlichkeiten
gesetzlicher Feiermit einem Volksfest, mit
tag war.
Jubel, Trubel und KinderDie
DDR
hatte
belustigungen. Es wurde
ebenso
einen
festen
gut gegessen und getrunTermin für dieses
ken und die Bauern waren
Fest, der, meines
froh, dass die schwere ArWissens, aber im
beit der Ernte vorbei war.
September lag und
Über das Ergebnis gab es
welches
Erntefest
dann oft unterschiedliche
genannt
wurde.
Meinungen. Bei einer
THEMA:

MAN

2011—DAS

SIEHT

DEN

INTERNATIONALE

WALD

VOR

LAUTER

JAHR

Foto: Ferdinand/Pixelio.de

DER

BÄUMEN

WÄLDER

NICHT...

von Ursula A. Kolbe
..sagt der Volksmund. Ein
paar Gedanken: Die Vereinten Nationen haben das
Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder ausgerufen. Sinnbildlich eingeleitet hatte es am Jahresanfang ein 13jähriger, der
Felix Finkbeiner aus dem
bayerischen Pähl, gemeinsam mit Generalsekretär
Ban Ki Moon, am Sitz der
Weltorganisation in New
York, USA. Seine persönliche Botschaft und die seiner Freunde: Buddeln statt
quatschen. Ihre Plant-forthe-Planet-Aktion, mit Unterstützung vom Umweltprogramm der Vereinten
Nationen, hat sich zum Ziel

gesetzt, eine Million Bäume zu pflanzen. Denn Reden allein stoppt das
Schmelzen der Gletscher
nicht. Natürlich weiß er,
dass man damit die Welt,
die Natur nicht retten kann.
Aber er weiß ganz genau,
dass Wald Lebens- und
Schutzraum ist, Schönheit
auf der einen, Nutzen auf
der anderen Seite.
Vergegenwärtigen wir uns:
30 Prozent der Erde sind
mit Wald bedeckt, Existenzgrundlage für 1,6 Mrd.
Menschen. Deutschland
selbst ist ein riesiges Reservoir und ebenfalls zu
einem Drittel bewaldet.
Berlin gilt übrigens mit

mehr als 28.000 Hektar als
Europas Waldmetropole
Nr.1, eine wahrhaft grüne
Lunge für seine 3,5 Millionen Einwohner und Gäste.
Was uns eine 100jährige
Eiche sagt
Würde mich jetzt jemand
fragen, wie viel Blätter eine
100jährige Eiche hat, ich
müsste hilflos mit den Achseln zucken. Experten haben aber auch darauf eine
Antwort: 130.000 Blätter.
Damit bindet sie jährlich
rund 5.000 kg Kohlendioxid
zu organischen Substanzen wie Holz, Blättern und
Rinden und gibt dabei bis

Seite 11
zu 4.500 kg Sauerstoff ab –
der Jahresbedarf von elf
Menschen.
Gleichzeitig arbeitet der
Baum wie eine Klimaanlage.
Die Wurzeln dieser Eiche
saugen jährlich rund 40 000
Liter Wasser aus dem Boden, und die Blätter verdunsten es wieder. Die dabei entstehende Verdunstungskälte sorgt dafür, dass
es im Wald angenehm kühl
ist. Außerdem filtern die
Blätter etwa eine Tonne
Staub und Verunreinigungen aus der Luft. Man
braucht kein Prophet sein,
um zu sagen, unser Wald ist
Klimaanlage und Staubsauger zugleich. Nicht nur für
uns Menschen, auch für
Tausende Tier- und Pflanzenarten.
Licht- und Schattenseiten
In den letzten vier Jahrzehnten hat in Deutschland der
Wald um ca. eine Million
Hektar zugenommen. Mit
68 Prozent wurde wieder ein
beachtlicher Laub- und
Mischwaldanteil erreicht.
Auch die über 80jährigen
Bestände sind auf ein Drittel
der Waldfläche angestiegen.
Die Statistiker konstatieren
weiter: Die Holzvorräte in
Deutschland liegen bei 320
Kubikmetern je Hektar und
belegen damit einen führenden Platz im europäischen

Foto: L. Steinacker, Bayerische Landesanstalt für
Wald und Forstwirtschaft

www.magazin-spätlese.net
Vergleich.
Es gibt aber auch eine
Kehrseite der Medaille.
Noch immer sind 64 Prozent der Bäume in
Deutschland krank. Das
Waldsterben rückte erst
Anfang der 80er Jahre in
den öffentlichen Fokus.
Und: Derzeit werden jährlich 13 Millionen Hektar
Wald (130.000 Quadratkilometer), vor allem in den
Tropen, gerodet. Das sind
unwiederbringliche Verluste
von Naturerbe und natürlicher Ressourcen, gefährdet
das Klima und den Naturhaushalt. Gewaltig sind die
Herausforderungen zur
nachhaltigen Bewirtschaftung aller Wälder der Erde,
dem faszinierenden Naturraum und lebendigen Wirtschaftszweig.
Aus dem UNESCO-Ticker
Fast noch taufrisch ist die
Meldung der UNESCO, die
fünf alte deutsche Buchenwälder zum Weltnaturerbe
erklärt und damit in einen
ähnlichen Rang erhoben
hat wie etwa den Grand
Canyon in den USA, das
Wattenmeer vor der niederländischen und deutschen
Nordseeküste, die Grube
Messel bei Darmstadt mit
den versteinerten Lebewesen der Vorzeit oder das
Große Barriere-Riff vor
Australien. Die so dokumentierten Wälder
finden wir im Nationalpark Jasmund auf Rügen, im hessischen
Nationalpark Kellerpark/Ederpark, im Nationalpark Müritz um
Serrahn, im Wald
Grumsin in Brandenburg und im thüringischen
Nationalpark

Hainich.
Apropos Grumsin. Dieser
Forst bei Angermünde in
der Uckermark, nur runde
80 km von Berlin entfernt,
kann wachsendes Besucherinteresse verbuchen.
Jetzt soll hier ein Naturerlebnisweg ausgebaut, Parkplätze geschaffen werden
(Infos: Tel. 03331/26 04
10).
Auch das 244 ha große Buchenwaldgebiet um Serrahn hat sich auf wachsenden Gäste- Zustrom eingestellt. Wissbegierige können mit Rangern starten,
bis zum 29. Oktober jeden
Samstag um 10 Uhr in Zinnow. Kostenlose Broschüre
unter Tel. Tourismusverband Mecklenburgische
Seenplatte
Tel.
039931/5380
oder
www.mecklenburgisches e e n p l a t t e . d e ;
www.nationalparkmueritz.de
Merken wir uns schließlich
die
Ausstellung
„Waldwelten“ vor. Am
1.Dezember wird sie im
Berliner Deutschen Historischen Museum, Unter den
Linden 2, eröffnet (Info-Tel:
030/20304 – 444). Mit diesem Spiegelbild der Kulturgeschichte des deutschen
Waldes und nach insgesamt über 5.000 Veranstaltungen werden wir am Jahresende sagen können: Ein
Jahr voller Waldkultur.
Dass uns in der Gewissheit
bestärkt hat, mit dem Wald,
der uns wärmt, schützt und
nährt, auch in Zukunft verantwortungsbewusst umzugehen. Wir verehren die
Eiche, wir lieben die Buche,
überhaupt alles, was uns
ein grünes schützendes
Dach über den Kopf gibt.

„Noch immer
sind 64 Prozent
der Bäume in
Deutschland
krank.“

SPÄTLESE
THEMA:

Seite 12

URLAUBSERLEBNIS

MEINE ERSTE REITSTUNDE
von Christ-Dorit Pohle

Dieses
Erlebnis
liegt sehr
lange zur ü c k .
M e i n e
Freundin
H e l g a
und ich
hatten
Foto: Zaubervogel/Pixelio.de
eine
Urlaubsreise nach Rostock
unternommen. In Warnemünde hatten wir leider kein
Quartier gefunden und so
fuhren wir fast jeden Tag mit
dem Zug dorthin. Unsere
Wirtin hatte sehr geschwärmt vom Rostocker
Zoo, also planten wir einen
Tag für den Zoo-Besuch
ein. Gleich am Eingang
konnten wir auf einer Informationstafel lesen, dass
Besucher sich zum Reitunterricht anmelden können
und dass auch Probestunden möglich sind. Helga
war begeistert. Einmal auf
dem Rücken eines Pferdes sitzen und versu„diese hatte ich
chen, oben bleiben zu
mir
können. Das wollte sie
vorsichtshalber
gerne einmal ausprobiein die
ren. Ich war einverstanHosentasche
den. So suchten wir den
gesteckt“
Pferdestall und sprachen
mit dem Reitlehrer. Sein
erster prüfender Blick fiel
auf unsere Schuhe. Okay
meinte er, weil wir Sportschuhe anhatten. Dann kam
sein Vorschlag, dass wir am
Nachmittag gegen 15.00
Uhr an der Kindertrainingsstunde (für Kinder bis 12
Jahre) teilnehmen können.
Ehrlich gesagt, von diesem
Vorschlag waren wir nicht
so begeistert. Wir wollten

uns nicht auslachen lassen. Wir erklärten dem
Reitlehrer, dass es uns
erst einmal um eine Probestunde ging, um in Erfahrung zu bringen, ob uns
Reitunterricht Spaß machen würde. Nun war er
einverstanden, dass wir
gleich anfangen konnten
und holte ein ruhiges Pferd
aus dem Stall. Ich wollte
Helga den Vortritt lassen,
aber sie meinte plötzlich,
ich sollte zuerst aufs Pferd.
Na gut, dann machte ich
eben den Anfang. Der
Reitlehrer erklärte mir, wie
ich aufsteigen müsste.
Aber leider klappte es
beim ersten und zweiten
Versuch noch nicht. Da
meinte er lächelnd, ich
könnte mich ja auch an der
Mähne festhalten, dann
ginge es vielleicht besser.
Das Pferd drehte den Kopf
zu mir, als wollte es sagen:
„Na, traust Dich wohl
nicht!“ Da riss ich mich am
Riemen, griff ganz zart in
die Mähne, schwang mein
Bein über den Pferderücken. Hurra, ich war oben.
Vorsichtshalber umfasste
ich mit meinen beiden Armen den Pferdehals, um
nicht wieder runter zu rutschen. Der Reitlehrer hatte
sich ja nicht verkneifen
können, vorher zu sagen,
dass die meisten Anfänger
kurze Zeit nach dem Aufstieg wieder im Sand landen. Ich hatte den Ehrgeiz,
auf jeden Fall für eine
Stunde auf dem Pferderücken zu bleiben und glücklicherweise gelang mir das
auch.

Ich hatte für mich selbst
einige Möhren zum Knabbern dabei, diese hatte ich
mir vorsichtshalber in die
Hosentasche gesteckt. Als
ich mich etwas sicherer
fühlte auf dem Pferderücken, ließ ich den Pferdehals los, gab dem Pferd die
Möhren und flüsterte ihm
leise zu: „Bitte, bitte nicht
abwerfen!“ Man sagt ja immer, dass Pferde sehr sensibel auf die Behandlung
durch den Menschen reagieren. Noch einmal wendete das Pferd
den Kopf zu mir
und nun spürte
ich, dass ich
dem Vierbeiner
vertrauen konnte. Ich saß zwar
etwas verkrampft
auf dem Pferderücken, aber ich Christa-Dorit Pohle
überstand
59
Minuten Rundlauf bei langsamer und auch schnellerer Gangart des Pferdes.
Dann durfte ich wieder absteigen. Ich war froh und
glücklich, dass ich es geschafft hatte, oben zu bleiben. Als der Reitlehrer
dann ein anderes Pferd für
Helga aus dem Stall holen
wollte, meinte sie, sie würde lieber verzichten, ihre
Angst wäre doch zu groß.
Als wir uns am nächsten
Tag in Warnemünde am
Strand tummeln wollten,
hatte ich einen starken
Muskelkater am Oberschenkel. Aber das verging
ja wieder und zurück blieb
die Erinnerung an den
Vierbeiner, der es gut mit
mir meinte.

Seite 13
THEMA:

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130JÄHRIGES JUBILÄUM
STRAßENBAHNEN

„WAT SOLLEN
von Ursula A. Kolbe

PFERDEÄPPEL

Hatte Werner von Siemens
vielleicht so ganz nebenbei
diesen flüchtigen Gedanken, als er vor 130 Jahren
die erste weltweit elektrisch
betriebene Straßenbahn
mit einer Geschwindigkeit
von 20 km pro Stunde auf
die Reise schickte? Die
Pferdebahn war ja schon
16 Jahre eher, genau seit
dem 22. Juni 1865, in Betrieb.
Für die Straßenbahner
vom Betriebshof BerlinMarzahn war das Jubiläum
jedenfalls in diesem Jahr
am 21. August ein doppelter Grund, ihre Tore in der
Landsberger Allee zum
Tag der offenen Tür zu öffnen, an dem sie nun schon
fast traditionsgemäß Einblick in ihren
Berufsalltag
geben, potenzielle Azubis
neugierig ma„470 000
chen wollen.
Fahrgäste [..]
Dazu fand eiGesamtlänge
ne tolle Gevon 430
Kilometern [..] burtstagsparty
für Jung und
8000
Alt statt. Auf
Haltstellen“
der
großen
Show-Bühne
z.B. ging zehn
Stunden lang
im wahrsten Sinne des
Wortes die Post ab. Nahverkehrsfans konnten an
historischen Fahrzeugen
bis hin zur nagelneuen modernen Flexity optisch die
Geschichte nachvollziehen.
Die Busflotte war ebenfalls
Anschauungsunterricht

DER

ZWISCHEN

pur. Und vieles, vieles mehr.
Wie gesagt, 130 Jahre ist es
her, dass der Tüftler Werner
von Siemens den Probebetrieb startete. Am 16. Mai
1881 fuhr die Elektrische
auf einer 2,5 km langen
Strecke durch Lichterfelde,
damals noch bei Berlin. Ab
1883 wurde der reguläre
Fahrbetrieb zwischen der
Preußischen Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde
West und dem Bahnhof
Lichterfelde, heute BerlinLichterfelde-Ost, aufgenommen. In Deutschland startete die erste Elektrische ab
1883 zwischen FrankfurtSachsenhausen und Offenbach.
Heute steigen täglich 470
000 Fahrgäste in die Hauptstädtischen Bahnen und
nutzen dabei das Gleisnetz
auf rund 190 Kilometern.
Alle 22 Linien zusammen
bringen es auf eine Gesamtlänge von 430 Kilometern.
Und um noch eine Zahl zu
nennen: Fast 8 000 Haltestellen werden angefahren.
Das Berliner Netz ist übrigens das weltweit drittgrößte.
Die Bahn, Tram oder auch
Bim, wie sie in einigen Gegenden genannt wird, ist
aus unserem Alltag nicht
mehr wegzudenken. Auch
wenn es in den letzten Jahrzehnten manchmal so
schien, dass ihre Ära keine
Zukunft mehr hat. Die
Trendwende setzte in den
80er Jahren ein. Die Akzeptanz in der Bevölkerung

ELEKTRISCHEN

DEN

GLEISEN?“

Foto: Siemens

hatte sich verändert, die
neue Niederflurtechnik – ein
Segen gerade für Mobilitätseingeschränkte – trug das
ihre dazu bei. Neue Verkehrsströme wurden erschlossen.
Nach der Wiedervereinigung
kam die Straßenbahn auch
wieder im Westteil der Stadt
in den Blickpunkt, war sie
doch dort nach dem Kriegsende sukzessive abgebaut
worden. Ein Segen für viele
ist zweifellos im Wedding die
Verlängerung der Strecke
von der Bornholmer Straße
bis zur Charitè, Virchow Klinikum, Eingang Seestraße .Auch für mich aus Marzahn z.B. Habe ich dort einen Termin, fahre ich mit der
M8 stadteinwärts, steige in
die M13 um und bin in etwa
50 Minuten , sagen wir einer
Stunde, dort.
Jetzt richten sich unsere Blicke zum Hauptbahnhof.
Noch praktischer wird es
werden, wenn ab Ende 2013
für die M6, M8 und M10 die
Endstation Hauptbahnhof
heißen wird. Nach jahrelangem Hick hack haben im Juni endlich die Arbeiten an

SPÄTLESE
der neuen Trasse begonnen.
Das grüne Licht für den Anschluss der Straßenbahn an
den ICE ist in greifbarer
Sicht. Mit hoffentlich auch
attraktiver Vorplatzgestaltung. Das ganze Umfeld
dümpelt ja seit der Inbetrieb-

nahme des modernen Bahnhofs im Jahre 2006 noch vor
sich hin. Aber ich bin optimistisch. Über diese erste Visitenkarte der BVG, der Hauptstadt überhaupt, bei der Ankunft der Reisenden in Berlin
habe ich im Kundenmagazin

Seite 14
gelesen, eine elegante Überdachung und Rolltreppen
sorgen dafür, dass Fahrgäste trockenen Fußes zu U-, Sund Fernbahn kommen. Das
klingt doch gut.

THEMA:KATASTROPHEN

HOCHWASSERALARM
von Rudolf Winterfeldt
Als ich im August 2010 die
Meldung über das NeißeHochwasser las, erinnerte ich
mich an das letzte große
Hochwasser in diesem Gebiet. Es war das Jahr 1981.
Die Funktion des Leiters der
Feuerwehr im Kreis Weißwasser hatte ich schon das
sechste Jahr inne und kannte
mich in allen Winkeln des
Territoriums meines Verantwortungsbereiches sehr gut
aus. Bei vielen Bränden und Hilfeleistungen war ich fast
überall gewesen.
„..in vier Tagen Über meinen direkten
Vorgesetzten,
ca. 200 Ltr./
den Leiter des Volksm²..“
polizei-Kreisamtes,
wurde ich informiert,
dass in der Kreiskat a s t r o p h e n Kommission eine Hochwasser-Warnung für die Lausitzer Neiße gegeben wurde.
Seit dem 17. Juli des Jahres
regnete es tagelang im
Grenzgebiet zur CSSR bis in
den Raum Görlitz hinein. In
Görlitz wurden z.B. in vier
Tagen ca. 200 Ltr./m2 gemessen. Es war also damit
zu rechnen, dass diese Wassermassen zu uns kommen
würden. Die Anweisung an
mich lautete: Sofortige Lageerkundung und alle notwendigen Kräfte und Mittel der
Feuerwehr in Alarmbereitschaft versetzen. Mit meinen

vier Instrukteuren machte ich mich auf den Weg
und fuhren in jede Gemeinde, um dort, gemeinsam mit dem Wehrleiter, die konkrete Lage
zu erkunden, die Gefahrenstellen zu ermitteln
und die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen
Feuerwehr zu sichern.
Klein Priebus war die
östlichste Gemeinde im
Kreis Weißwasser an der
Grenze zum Bezirk Dresden
und Köbeln der westlichste
Ortsteil zur Grenze zum Kreis
Forst. Dazwischen mussten
weitere vier Gemeinden und
die Stadt Bad Muskau abgesichert werden.
Auf einer topografischen Karte hatten wir alle Gefahrenpunkte und die Gebiete, die
nicht zu schützen waren, eingezeichnet. In den einzelnen
Gemeinden war es möglich,
die meisten Wohnhäuser zu
sichern. Einige Häuser aber
mussten geräumt werden.
Mit der Evakuierung wurde
sofort begonnen. Geeignete
Unterkünfte wurden bei
Nachbarn sowie in Schulen
und Kindergärten gefunden.
Vor der KreiskatastrophenKommission berichtete ich
über die Lage aus Sicht der
Feuerwehr und unterbreitete
gleichzeitig meine Vorschläge für die zu treffenden Maßnahmen. Mein Bericht und

Foto: Markus Dransfeld/Pixelio.de

die Vorschläge wurden bestätigt und der Vorsitzende
erteilte die entsprechenden
Anweisungen an die Bürgermeister und anderen beteiligten Institutionen. Die
LandwirtschaftlichenP r o d u k t i o n s Genossenschaften stellten
Traktoren mit Anhänger
zum Transport von gefüllten
Sandsäcken bereit. Kipper
brachten trockenen Sand in
die Gemeinden und LKW
versorgten die Gemeinden
aus dem Katastrophenlager
mit Sandsäcken und Schaufeln. Wir waren bereit und
warteten auf das Wasser.
Am 21. Juli 1981 war es
dann soweit. Klein Priebus
meldete den Anstieg des
Pegels. Die Welle kam also
auf uns zu.
Ein Hochwasser muss man
sich im Allgemeinen wie eine große Welle vorstellen.

Seite 15

Sie ist nicht so kurz und hoch
wie auf dem Meer, sondern oft
100 Kilometer lang. Der Wellenberg liegt naturgemäß in der
Mitte. Es gibt aber auch Wellen,
die kurz sind. So wurde z.B. ein
Wasseranstieg von vier Meter in
drei Stunden beobachtet.
In den betroffenen Gemeinden
und der Stadt Bad Muskau waren die Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr von mir als Abschnittsleiter eingesetzt. Sie befehligten ihre Einsatzkräfte und
arbeiteten mit den örtlich Verantwortlichen zusammen.

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einige Flächen aufgeben. In der
Stadt Bad Muskau gab es den
Schwerpunkt. Die F 115 (heute
die B 115) war teilweise überflutet und musste gesperrt werden.
Ebenso Gartenanlagen, Wiesen
und anderes Gelände. Ein Kindergarten sowie ein Betrieb wurden geräumt und letztendlich
dem Wasser überlassen.

Eine Abriegelung wäre mit unseren Mitteln in so kurzer Zeit
nicht möglich gewesen. Einige
Wohnhäuser, die direkt an der
Neiße standen, mussten ebenfalls evakuiert werden.
Wir hatten zwar versucht sie
Mit dem Anstieg des Pegels bevom Wasser abzuschirmen,
gannen sie die Sandsäcke an
aber es ist uns bei dem steigenden gefährdeten Stellen auszuden Wasserstand nicht gelunlegen und so kleine Deiche angen. Gegen Abend des zweiten
zulegen. Manche Maßnahme
Tages war dann der Pücklererwies sich als
Park ebenfalsch, weil sich
falls überfludas Wasser antet. Der Keldere Wege suchler eines Mu„..eine
große
Welle
[..]
te, als es unsere
seums konnoft 100 Kilometer lang.“
Vermutung war.
te rechtzeitig
So mussten die
geräumt werAbschnittsleiter
den
und
operativ umdispostand völlig
nieren, um Schaunter Wasden zu verhindern. In den Geser. Der dritte Tag brachte uns
meinden klappte es ganz gut.
den Höhepunkt der Katastrophe.
Fast 300 Feuerwehrleute und
eine Vielzahl von betroffenen
Der Pegel war über Nacht weiBürgern waren pausenlos im
ter gestiegen und erreichte,
Einsatz. Der erste Tag neigte
nach Vorhersagen von Expersich und wir hatten die Situation
ten, seinen Höhepunkt. Die
ganz gut im Griff, wie man so
Einsatzkräfte waren nun doch
sagt. In der Nacht stieg der Peschon etwas übermüdet und
gel weiter an und am Morgen
von der körperlich schweren Arsahen wir, dass unsere Maßbeit wie Sandsäcke schleppen
nahmen zwar richtig aber nicht
und verlegen, auch sehr erhoausreichend waren.
lungsbedürftig, um es vorsichtig
Wir mussten mit einem weiteren
auszudrücken.
Anstieg des Pegels rechnen und
Es wurde eine Ablösung der
somit die kleinen Deiche weiter
Kräfte organisiert aber da ja die
erhöhen und leider auch noch
Feuerwehrleute meist auch Ei-

gentümer der Wohnhäuser
waren, hatten sie natürlich
keine Ruhe zu Hause und
deshalb nur wenig geschlafen. Dramatische Situationen
gab es allerdings auch.
Plötzliche Wassereinbrüche
wurden uns gemeldet und
Sofortmaßnahmen mussten
eingeleitet werden.
Menschen und Material vor
Ort gebracht und wieder das
Legen der Sandsäcke.
Es musste auch fachgerecht
erfolgen, damit kein Leck
entstehen konnte. Aber unsere Feuerwehrmänner waren gut ausgebildet und beherrschten ihr Handwerk.
Menschen und Tiere kamen
nicht zu Schaden und die
Gebäude konnten nach dem
Hochwasser und einer entsprechenden Renovierung,
fast alle wieder benutzt werden.
Am 27.Juli 1981, nach sieben Einsatztagen, war der
Pegelstand wieder auf
„Normal“ gesunken und wir
konnten unseren Einsatz
beenden. Die Aufräumarbeiten nahmen noch einige Zeit
in Anspruch, weil die Sandsäcke wieder eingesammelt
und entleert werden mussten. Aber das war an keine
Zeit gebunden und wurde
nach und nach erledigt.

SPÄTLESE
THEMA:

DIE

Seite 16

TOURISMUS

SCHIFFSREISE

von Brigitte Foerster
Schon immer wollte ich eine Schiffsreise buchen,
ich brauchte auch nicht lange suchen,
ob MSC, AIDA oder Costa crociere,
sie alle führen Schiffe über die Weltmeere.
Eine Schiffsreise in das östliche Mittelmeer sollte es sein,
das Erlebnis der „totalen Sonnenfinsternis“ schloss ich mit ein.
Schon bald hieß es für mich „Einschiffungszeit“,
die Stewards standen für unseren Empfang bereit.
Schiffsbesichtigung und Rettungsübung folgten an Bord,
erst dann fuhr das große Schiff mit uns endlich fort.
Dies war die erste Kreuzfahrt in meinem Leben,
vielleicht wird es ja noch weitere geben.
Von Deck 12 sah ich auf das weite Meer,
nur ein paar Möwen kamen dem Schiff hinterher.
Ich blickte zum Himmel und dorthin wo er in das Meer versinkt,
es ist die Stelle, wo für mich die Unendlichkeit beginnt.
Und ich denke, wenn Träume jetzt Flügel kriegen,
würde ich fliegen und einfach die Schwerkraft besiegen.
Restaurant- und Theaterzeit sind angebrochen,
sie halten genau was ich mir versprochen.
Die Vielfalt der Speisen, der Service, alles wunderbar,
der Traum vom dinieren, hier wird er wahr.
Zum Mitternachts-Buffet bestaune ich nur die Eisskulptur,
denn allmählich habe ich Angst um meine Figur.
Und legt das Schiff in einem Hafen an,
dann sind für mich die Ausflüge dran.
Ob Venedig, Dubrovnik, Corfu oder Athen,
all diese Städte habe ich geseh’n.
Wie verzaubert lag sie da, die Insel Santorin,
vielleicht gehörte dort auch einst Atlantis hin.

Dann konnte ich die „totale Sonnenfinsternis“ erleben,
am 29.März 2006 hatte es sie gegeben.
Nur für Minuten hielt der Mond die Sonne fest
und hat uns in Abkühlung und Dunkelheit versetzt.
Schon nahm das Schiff seinen Kurs wieder auf
und zog dazu den gesetzten Anker hinauf.
Es war Seetag, von langer Weile keine Spur,
im Fitnessstudio begann meine sportliche Tour,
Schwimmen, Sauna und eine Massage schlossen sich an,
dann war an Deck die Sonnenliege dran.
Wieder sah ich in den Himmel und mir wurde klar,
dass dies eine ganz besondere Art von Urlaub war.
Der Kapitän lud zum Dinner ein,

Foto: Thomas Siepmann/Pixelio.de

Seite 17

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da schlüpfte ich in mein bestes Kleid hinein.
Er fragte, was hier mein besonderes Interesse wär,
ich erwiderte ihm, es ist für mich des Schiffes Flair.
Er antwortete nichts, aber lächelte sehr,
ist er doch die meiste Zeit wohl auf dem Meer.
Die Schiffsreise ging zu Ende und es war soweit,
in der Bordzeitung stand die Ausschiffungszeit.
Meine Kabine ganz oben war jetzt wieder frei,
ich war weit gereist, das Hotel immer dabei.
Erst unten auf der Straße wurde mir klar,
dass das nicht nur ein Schiff,
sondern eine schwimmende Kleinstadt war.

THEMA:

URLAUB

ZWISCHEN

LIFT

IN

SACHEN

UND

BARRIEREFREI

SCHWEJKSCHEM

HUMOR

von Ursula A. Kolbe
Der Satz klingt abgedroschen,
ist aber immer wieder wahr: Die
Sächsische Schweiz ist eine
Reise wert. Wir tauchen ein in
eine der faszinierendsten Landschaften Europas. Unwillkürlich
stutze ich aber, als ich den Slogan des Tourismusverbandes
lese: “Wenn Sie eigentlich Urlaub am Meer machen wollten,
dann kommen Sie etwa hundert
Millionen Jahre zu spät.“
Eine Erklärung muss her: Das
Gebirge, so wissen wir, besteht
aus Sandstein, der eben vor
hundert Millionen Jahren vom
Wasser des Kreidemeeres hier
abgelagert wurde. Das Kreidemeer wandelte sich im wahrsten
Sinne zum Felsenmeer. Aus
abgelagertem Sandstein entstanden freistehende Felstürme
und schroffe Steilwände, Tafelberge wie der Lilien-, König- und
Pfaffenstein, Schluchten und
Formationen wie die Schrammoder Affensteine und die Elbe
schlängelt immer mittenmang –
wohin das Auge blickt: Naturparadies pur.
Ich will hier keine Schönheiten
beschreiben, vielmehr deutlich
machen, dass auch solch gepriesene Gegenden für mobil
eingeschränkte Reisende kein

Hindernis sein müssen. Damit
dies immer stressfreier möglich
wird, haben sich die AG Barrierefreie Reiseziele in Deutschland und die Deutsche Bahn
verbündet. Sie wollen in Kooperation, prosaisch ausgedrückt,
Mobilitätspakete schnüren, mit
Bahn, praktischer Hilfestellung
und Angeboten für Übernachtung und Urlaubsgestaltung.
Die Broschüren „Mobil mit Handicap“ der DB (www.bahn.de/
handicup) und „Sächsische
Schweiz barrierefrei erleben“
vom Tourismusverband Sächsis c h e
S c h w e i z
(www.sächsische-schweiz.de) ,
einem der sieben AGMitglieder, liefern hier wertvolle
Tipps und Hinweise.
Traditionsreicher Kneippkurort
In Bad Schandau wird schon
seit 1920 gekurt, jedenfalls offiziell so vermerkt, und 16 Jahre
später darf sich der Ort dann
mit dem Zusatz Kneippkurort
schmücken. Erinnern wir uns
kurz: Sebastian Kneipp, bayerischer Priester und Hydrotherapeut, Namensgeber der
Kneipp-Medizin. Seine natürlichen Heilverfahren beruhen auf

Foto: Festung Königstein

Licht, Luft, Wasser, Diät, Ruhe
und Bewegung in verschiedenster Anwendung, wie hier in Bad
Schandau. Vor übrigens genau
190 Jahren wurde er geboren.
Heute ist Bad Schandau ein moderner Kurort mit zwei Kliniken im Kirnitzschtal und auf der Ostrauer Höhe. Die Toskana Therme lädt ein, ebenso das abwechslungsreiche Terrainkurwegenetz, der lauschige Kurpark
und die idyllische Elbpromenade. Herrlich der Ausblick über
das Elbtal, bequem zu erreichen
über den freistehenden Personenaufzug. Müßig, darauf zu
verweisen, dass man hier die
meisten Angebote der Region
für Mobilitätseingeschränkte findet. Dazu gehört u.a. das Apparthotel Am Schlossberg, das
sich zu Recht familienfreundlich

SPÄTLESE
und rollstuhlgerecht nennen
kann.
Gleich nebenan das NationalparkZentrum. Naturschutz und
Naturerleben, in diesen Räumen wird es überschaubar
sinnfällig. Man kann Stunden
hier drinnen verbringen. Der
Tourismus soll übrigens schon
200 Jahre alt sein, das
Bergsteigen ist seit 140 Jahren
verbürgt.
Ein mächtiges Bollwerk 250
Meter über der Elbe
Viele Geschichten, Geheimnisse und Mythen ranken sich um
die 750 Jahre alte Festung Königstein, 250 Meter hoch über
der Elbe. Erkunden wir sie. Bequem sind wir mit dem Aufzug
hochgekommen, um auf dem
9,5 ha großen Felsplateau, das
mehr als 50 Bauwerke beherbergt, mit sachkundiger, auch
THEMA:

IM

speziell ausgewiesener Führung in die Geschichte der
größten Bergfestung Europas
abzutauchen. Nicht zu vergessen die Kasematten, das ausgedehnte unterirdische Gewölbelabyrinth mit seinem berüchtigten Staatsgefängnis, Pulvermagazin und einstmals bestbehüteter Ort des Staatsschatzes.
Bei Bedarf nehmen Sie den
Autoguide oder den Prospekt
mit Tipps für den Rollstuhl mit
auf ihren Erkundungsgang.
Natürlich ließen wir uns im
Geiste August des Starken kulinarisch „In den Kasematten“
verwöhnen. Humorvoll wird der
Schmaus „ Zu Gast bei
Schwejk“ oder urig beim Kommandanten-Brunch am Wochenende und feiertags(Infos/
Reserv.: www.festung.com /
Tel: 035021 / 6 4 444).
Besuchen Sie die älteste Gar-

Seite 18
nisonskirche Sachsens. Sonntags erklingen hier kostenfreie
Kurzkonzerte. Eine inzwischen
feste Tradition ist der historisch-romantische Weihnachtsmarkt mit seinem längsten Adventskalender Deutschlands
geworden. Neu für mich war
auch, dass man hier droben
urlauben kann. Infos unter Tel:
03521 / 64 607; Belegungspläne:
www.festungk o e n i g s t e i n . d e
Immer wieder neue Dauerbrenner wird es geben. Auf der
Festung und der Sächsischen
Schweiz überhaupt.
Übrigens: Noch frisch ist folgende Meldung von der DB:
Ab 1. September haben
Schwerbehinderte (mit dem
grün-roten Ausweis und gültiger Wertmarke natürlich) in
Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn bundesweite Freifahrt.

GESUNDHEIT

KRANKENHAUS

von Brigitte Foerster
Wer kennt sich mit den Krankheiten aus,
wer geht schon gern in ein Krankenhaus?
Doch ist das nicht immer zu umgehen
und man wird dort zeitweise ein Bett belegen.
Ist das Aufnahmegespräch erst vorüber
und man liegt einem Patienten gegenüber,
ist man schon bestens intergriert
und hofft, daß sich der Schmerz wieder verliert.
Große Ziele hat sich hier die Orthopädie gestellt,
für mich ist es der größte "Knochendoktor" dieser Welt.
Zwei Lendenwirbel will man mir jetzt richten,
sonst muß ich für immer auf Arbeit verzichten.
Mit Abstandshaltern soll das geschehen,
nur so kann ich einer Besserung entgegensehen.
Diese Metallteile im Maschinenbau jedem bekannt,
werden jetzt in edelster Form für mich verwandt.
Die OP ist vollzogen, es wurde edles Platin verwendet,
da wird im Fernsehen etwas über Kat-Filter gesendet.
Der Platingehalt läßt sie zu Diebesgut werden,
müssen jetzt vielleicht auch Menschen sterben?

Foto: by.sassi/Pixelio.de

Seite 19

www.magazin-spätlese.net

Schnell verwerfe ich den Gedanken, es wird Zeit,
wichtig für mich ist jetzt folgende Angelegenheit.
Es ist die Entlassung, das Gespräch zum Schluß,
und der Hinweis, daß alles erst einheilen muß.
Im Krankenhaus war es für mich interessant,
viel Neues, viel Altes wurde wieder bekannt.
Für mich steht fest, in der Wertigkeit bin ich gestiegen,
doch bleibt dieses Geheimnis den anderen verschwiegen.

THEMA:

NATUR

SPÄTHERBST—BODENFROSTBEGINN
von Wolfgang Prietsch
Gewohnheitsgemäß, unnötig früh,
werd` ich um fünf Uhr wach
und blick` in den Garten:
Erster weißer Reif auf dem Dach.
Will nicht mehr lange warten
Winter, harter Gesell.
Sternenhell und kalt war diese Nacht.
Zeigt vor der Zeit schnell
schon einmal seine Macht,
Herr der vierten Jahreszeit.
Doch ist es noch nicht ganz soweit!
Von Osten her ein helles Band:
Sonnenwärme greift über das Land,
und im zunehmend hellen Licht
erglänzt das Gold an Baum und Strauch.
Dies alt- immer neue Farbengedicht
in gelb, rot und braun und auch
noch ein bisschen hellem Grün.
Entenscharen zieh`n
im blauen Luftozean über uns hin.
Wie Sonnenflöckchen tanzen Blätter im Wind.
Weit und leer und still sind die Wiesen am Fluss.
Wieder und wieder muss
ich kommen und hier steh`n.
Sah schon wieder ein Frühjahr, einen Sommer
kommen und geh`n,
und erwidere nun des Spätherbstes Gruß:
Diesem Land meinen Blick,
diese Stille mein Glück,
dem Windlied mein Ohr
und dem Waldstimmenchor,
aller Farbe und Form und
dem Leben ringsum meinen Gruß!
Und Dir, Geliebte, hier bei mir,
meinen Kuss.

Foto: Oliver Haja/Pixelio.de

Seite 20

SPÄTLESE
THEMA:

MIT

BUCHTIPP

DEM

REISEATLAS

ERNEUERBARE

ENERGIEN

ENTDECKEN

von Ursula A. Kolbe
Das Thema Energie ist ja
jetzt in aller Munde, sogar
höchstrichterlich, ist man
fast geneigt zu sagen,
denkt man nur an den abrupten Sinneswandel der
Staatsoberen in Sachen
Atomenergie. Doch nicht
darum geht es hier. Baedeker hat einen neuen Reiseführer herausgegeben:
„Deutschland – Erneuerbare Energien entdecken“.
Der vorliegende Band will
vielmehr Antwort auf die
Frage geben, wie Tourismus und erneuerbare
Energien
zusammenpassen. Autor
Martin
Frey sagt,
er solle kein
„Mehr als 160
Handbuch
Reiseziele..“
für Techniker
sein,
sondern für
THEMA:

WALTER

IN

EIGENER

HEIN

alle, die neugierig sind,
Lust auf’s Thema machen
und gleichzeitig erholsamen Urlaub mit einschließen.
Es lohnt sich zu blättern.
Mehr als 160 Reiseziele
sind zusammengetragen,
geordnet nach Touren und
Bundesländern. Man erfährt Wissenswertes zum
gesellschaftlichen Kontext,
hat einen historischen Abriss in der Hand und fährt
mit Reiseatlas. Stillen Sie
Ihre Neugierde auf den
Spuren von Sonne, Wind,
Biomasse und Geothermie,
erleben Sie spannende Besonderheiten – vom schleswig–holsteinischen Husum
bis zum Kloster Benediktbeuern in Bayern.
Das Thema Erneuerbare
Energien bleibt zweifellos
ein streitbares. Neuen Erkenntnissen begegnen wir

Foto: Karl Baedecker Verlag

auch im Urlaub. Halten
wir es mit Umweltminister
a. D. Prof. Dr. Klaus Töpfer, Schirmherr der Informationskampagne
„deutschland hat unendlich viel energie“ der
Agentur für Erneuerbare
Energien, der bekannte,
dies in seinem eigenen
Land zu erleben, sei so
richtig nach seinem Geschmack.
Erhältlich im Buchhandel,
www.baedeker.com

SACHE

VERLIEß

DIE

SONDER-SOZIALKOMMISSION

von Rudolf Winterfeldt

Foto: Ina Lilie

Ein verdienstvoller Mitarbeiter unserer Redaktion
„Spätlese“ hat sein Ehrenamt aus gesundheitlichen
Gründen beendet. Walter

Hein ist einer, der
die „Spätlese“ mit
aus der Taufe gehoben hat und seit
1994 aktiv in der
Redaktion mitgearbeitet hat. Über viele
Jahre war er der
wichtige Mann, der
die Texte der Autoren digitalisierte und
eng mit den Herausgebern zusammenarbeitete. Während der Zeit der
Druckversionen der Spätlese war das eine wichtige
Aufgabe für das pünktliche

Erscheinen des Magazins.
Ich persönlich und alle
Mitglieder der Redaktion
möchten uns auf diesem
Wege herzlich für die geleistete Arbeit bedanken
und „unserem Walter“ alles Gute für die Zukunft
wünschen. Ein besonderer Wunsch gilt seiner
weiteren Genesung, damit er noch viele schöne
Jahre an der Seite seiner
Gattin genießen kann.

DAS MAGAZIN FÜR AUFGEWECKTE
SENIORINNEN UND SENIOREN
BISHERIGE ONLINE-AUSGABEN

B E Z I R K S A M
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VON BERLIN
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Telefon:

(030)

90293-4371

Telefax: (030) 90293-4355

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SENIORENBÜRO
Mo

9-12

und

13-15

Uhr

Do 9-12 Uhr
E-Mail:
magazin-spaetlese@gmx.de
Internet:
www.magazin-spätlese.net

Die Spätlese ist das erste Seniorenmagazin aus Marzahn-Hellersorf im Internet. Ehrenamtliche Autorinnen und Autoren schreiben
lesenswerte Texte, die aus dem Leben gegriffen sind und persönliche Hintergründe haben. Ernste und auch humorvolle Geschichten,
Reiseberichte und Beschreibungen von Erlebnissen - für jeden ist etwas dabei. Seit Januar 2008 erschienen 20 Ausgaben des Online
Magazins unter der Homepage des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf www.marzahn-hellersdorf.de.
Die

Spätlese

hat

sich

als

Online-Magazin

etabliert,

denn

die

Vorteile

liegen

auf

der

Hand:

• die Spätlese ist vernetzt - zu anderen Portalen und Projekten
• die Spätlese ist flexibel - bei Aktualisierungen und bei der Anzahl von Artikeln
• die Spätlese ist werbefrei - und ein zeitgemäßes Informationsmedium
Die sechs Mitglieder der ehrenamtlichen Redaktion Spätlese treffen sich monatlich und stellen die Texte zur Veröffentlichung zusammen. Bei den Texten legen Sie besonderes Augenmerk auf gute Qualität und entsprechende Aussagekraft für Seniorinnen und Senioren.
        
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