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Periodical volume

Full text: Spätlese Issue 2009,1/2

Spätlese Ausgabe Januar/Februar 2009

Die neue Ausgabe der Spätlese erscheint
wieder als Onlinemagazin in der bewährten
Mischung von Information und
Unterhaltung.
Die Sonder-Sozialkommission „Redaktion
Spätlese“ bietet Ihnen auf den folgenden
Seiten lesenswerte Texte, die aus dem
Leben gegriffen sind und persönliche
Hintergründe haben.
Inhaltlich haben sie ernste und auch
humorvolle Seiten vor sich.

Das Magazin für aufgeweckte Seniorinnen und Senioren
Barbara Ludwig erhielt den Ehrenpreis der BVV Autor: Rudolf Winterfeldt
Standpunkt zum Bedingungslosen Grundeinkommen Autor:Barbara Ludwig
Tag der Regional- und Heimatgeschichte Autor: Rudolf Winterfeldt
Aus der Arbeit der Seniorenvertretung Autor: Karl Heinz Kriebisch
Der Mythos TITANIC Autor: Ursula A. Kolbe
„Wahre Kunst bleibt unvergänglich“ Autor: Ursula A. Kolbe
Winterwanderung Autor: Christa-Dorit Pohle
Exzellenz bringt Effizienz Autor: Ursula A. Kolbe
Wieder einmal tschechische Gemütlichkeit Autor: Ursula A. Kolbe
DDR- Museum Autor: Barbara Ludwig
Da kommen mir immer die Tränen Autor: Ursula A. Kolbe
Die Expolingua lud ein und viele kamen Autor: Ursula A. Kolbe

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Thema: Ehrenamt

Barbara Ludwig erhielt den
Ehrenpreis der BVV
von Rudolf Winterfeldt

Die Verleihung des „Preises der Bezirksverordnetenversammlung für ehrenamtliches
Engagement“ ist nun schon zu einer guten Tradition geworden. Zeigt sich doch hier
die Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit am deutlichsten.
Für die Preisträger ist es Anerkennung für ihre Arbeit und zugleich Ansporn für
weitere Aktivität. Die Vorsteherin der BVV, Frau Petra Wermke nahm die
Auszeichnung gemeinsam mit der Bezirksbürgermeisterin, Frau Dagmar Pohle, vor.
Frau Pohle würdigte in einer Ansprache die Leistungen der ehrenamtlich Tätigen in
unserem Bezirk und hob einzelne herausragende Beispiele hervor. In diesem Jahr
war Frau Barbara Ludwig unter den Ausgezeichneten. Das Bild zeigt sie im
Gespräch mit der Bezirksbürgermeisterin Frau Dagmar Pohle nach der
Auszeichnung. Frau Ludwig ist Mitglied der Sonder-Sozialkommission „Redaktion
Spätlese“ und hat in ihrer achtjährigen Zugehörigkeit über 90 Artikel für das
Senioren-Magazin geschrieben.
Ihre Lieblingsthemen sind Kultur und Literatur. Zu ihren Themen gehören aber auch
Gesellschaftskritik und Unterhaltung. Gewissenhafte Recherchen sorgen in ihren
Beiträgen für eine hohe Qualität und auch Anschaulichkeit. Auch an dieser Stelle ein
Dankeschön für ihre Arbeit und weiterhin viel Freude im Ehrenamt.
Thema: Politik

Standpunkt zum
Bedingungslosen
Grundeinkommen
von Barbara Ludwig

Foto: Klaus- Uwe Gerhard / Pixelio

Der Begriff Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ist nicht neu. Aber jetzt,
ausgelöst durch die Finanz- und Wirtschaftskrise, ist er sehr populär geworden, weil
die Armut, nicht nur in unserem Land, zunimmt und die Arbeitsplätze abnehmen; das
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in einer Gesellschaft, die ihren Lebenssinn seit jeher vor allem in bezahlter Arbeit
sieht.
Diese Diskrepanzen können jedoch aufgelöst werden! „Es gilt, ein Systemversagen
zu korrigieren.“, so Wolf-Dieter Just, Prof. für Ethik u. Sozialphilosophie, FH Rheinl.Westf.-Lippe, im ND v. 4.7.08 und fordert ein Bedingungsloses Grundeinkommen für
jedermann ohne Gegenleistung und ohne jede Bedingung, von der Geburt bis zum
Tod.
Rainer Roth, Prof. für Sozialwissenschaften, FH Frankfurt, hält dagegen und vertritt
die Meinung: „Das BGE als neues Sozialleistungssystem wäre auf dem Treibsand
eines Wirtschaftssystems gebaut, das seine Reichtümer immer wieder in
Überproduktions- und Finanzkrisen, in Finanzwetten und Firmenübernahmen
vergeudet, dessen Produktivität zu wachsender Existenzunsicherheit und Armut auch
von Arbeitenden führt.“
Aber gerade deshalb, meine ich, ist es doch wichtig und dringend notwendig,
Gesetze und Regeln sowie die zur Einhaltung erforderlichen Kontrollinstrumente zu
schaffen unter strenger staatlicher Aufsicht und nachhaltiger Konsequenzen.
Entsprechendes Denken und Handeln im Sinne von Menschenrechten, hier
insbesondere des „Menschenrechts auf Einkommen“, werden fällig für ein Leben in
Würde!
Kritiker warnen, das BGE verführe die Menschen zur Faulheit. Dem muss ich
widersprechen. Sie werden arbeiten, um ihren Lebensstandard aufzuwerten, um sich
selbst Genüge zu tun und um sich zu verwirklichen. Ehrgeiz wird sie beflügeln. Einige
„Faule“ muss sich die Gesellschaft leisten, denn Arbeitsplätze werden immer weniger
zur Verfügung stehen.
Prof. Just beurteilt: „Das Postulat: ‘Jedem nach seiner Leistung’, wird zu einer
realitätsfremden und inhumanen Bedingung.“ Dem ist, aufgrund des Mangels an
Arbeitsplätzen sowie unterbezahlter Tätigkeit, nichts hinzuzufügen. Der CDU-Slogan:
„Sozial ist, was Arbeit schafft“, ist unsinnig geworden, weil Arbeit allein keine
Existenz sichert, wenn nicht die zum Leben notwendige Entlohnung dahinter steht.
Immer mehr Beschäftigte können ihr Leben von ihrem Arbeitseinkommen nicht mehr
bestreiten.
Sie sind auf staatliche Hilfe angewiesen. Hinzu kommt der bereits genannte Fakt,
dass es ständig weniger Arbeitsplätze gibt, bedingt durch hohe Automatisierung, die
rasant vorwärts schreitet. Arbeit für alle ist zur Illusion geworden. Es sei denn, wie
auf dem Grundeinkommenskongress am 25.10.08 trotz der Einführung eines BGE
gefordert, die Arbeitszeit wird verkürzt unter Beibehalt des Lohnes oder Gehaltes,
das einem ordentlich bezahlten 8-Stunden-Tag gleich kommt.
Und trotz eines BGE besteht die weitere Forderung, den schon seit Jahren
angestrebten Mindestlohn festzuschreiben. Das Kapital ist vorhanden, aber nur sehr
wenige profitieren davon. Die Deutschen erarbeiten einen Reichtum, der es verbieten
müsste, dass ein Großteil in Armut lebt. Der Staat hat die Aufgabe, den Reichtum
zum Wohle des Volkes einzusetzen. Der Privatisierung von staatlichem Vermögen
muss Einhalt geboten werden.

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Politische Aufgabe sollte sein, die Vergesellschaftung von Eigentum voran zu
treiben. Mit den Banken könnte gestartet werden. Das bestehende
Gesellschaftssystem ist infrage zu stellen, um erforderlichen Korrekturen Gültigkeit
zu verschaffen, wird in der Bevölkerung argumentiert. Neu ist die Idee des BGE, wie
bereits erwähnt, nicht. Pilotprojekte fanden statt, wie im ND v. 25.10.08 berichtet.
Nicht in Europa oder gar Deutschland, sondern in Gemeinden Namibias und
Sambias mit Hilfe von Deutschland und künftig (hoffentlich) auch mit der
Großbritanniens, die im Schnitt auf zwei Jahre angelegt waren. Das Ergebnis
verzeichnete Erfolge. Die Wirtschaft blühte auf, die Selbständigkeit mit kleinen
Geschäften nahm zu, Häuser wurden repariert, Kinder gingen wieder zur Schule,
HIV-Erkrankte nahmen regelmäßig Medikamente, Holzdiebstähle und illegales Jagen
gingen zurück, Faule gab es nicht oder mehr Alkoholiker, wie befürchtet, ebenfalls
nicht.
Dazu ist jedoch zu berichten, dass aufgrund der kleinen Orte eine starke soziale
Kontrolle der Menschen untereinander stattfand. Jeder achtete auf jeden. Durch die
Unterbrechung der Tests ist nunmehr ein Rückgang des Fortschritts zu verzeichnen.
Auf dem dritten deutschsprachigen Grundeinkommenskongress am 25.10.08 wurde
eindeutig heraus gearbeitet, dass „ein BGE diesen Namen nur verdient, wenn es in
existenzsichernder Höhe ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Zwang zur
Gegenleistung ausgezahlt wird“.
Die Idee des BGE sollte stärker als bisher in die Bevölkerung getragen werden, denn
noch sind zu wenige über eine solche Möglichkeit informiert. Nur durch
Wissensaneignung und Diskussion ist demokratisches Mitwirken möglich.
Thema: Geschichte

Tag der Regional- und
Heimatgeschichte
von Rudolf Winterfeldt

Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle

Jedes Jahr wird dieser Tag durch den „Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V.“
vorbereitet und durchgeführt. In diesem Jahr, am 15. November, stand er unter dem
Thema: 30 Jahre Bezirksgründung Marzahn.
Der Vereinsvorsitzende Wolfgang Brauer eröffnete die Veranstaltung und begrüßte
namhafte Gäste aus Politik und Wirtschaft. Unter den Gästen die
Bundestagvizepräsidentin Petra Pau, die Vorsteherin der BVV, Petra Wermke und
die Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle.

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In seinen einleitenden Worten betonte Herr Brauer, dass die Gründung des Bezirkes
vor 30 Jahren ein Versuch war, der noch heute umstritten ist. Frau Pohle gab einen
Überblick zum heutigen Stadtbezirk von der Gründung bis zur Gegenwart. Schon vor
30 Jahren wurde der Bezirk territorial in den heutigen Grenzen gegründet.
Die DDR wollte bis 1990 die Wohnungsfrage als soziales Problem lösen und forcierte
aus diesem Grunde den Wohnungsbau am Rande Berlins. Marzahn-Hellersdorf war
einst, vom Alter seiner Bewohner her, der jüngste Stadtbezirk in Berlin. Da die
Anzahl der Kinder von ca. 29.000 auf 11.000 gesunken ist und eine Zunahme der
Geburten nur langsam zu verzeichnen ist, wird unser Stadtbezirk in dieser Hinsicht in
10 bis 15 Jahren der älteste Stadtbezirk in Berlin sein.
Flächenmäßig ist Marzahn-Hellersdorf heute so groß wie die Stadt Leipzig und hat
gegenwärtig 247.000 Einwohner. In insgesamt 7 Vorträgen wurde der Stadtbezirk
aus historischer Sicht beleuchtet und dabei Positives und Negatives kritisch bewertet.
Aus meiner Sicht war diese Veranstaltung sehr informativ, fachlich und sachlich sehr
kompetent und vor allen Dingen zukunftsorientiert.
Mein besonderes Gefallen fand die objektive Wertung der Vergangenheit. Hier wurde
nichts beschönigt aber auch nicht mit aller Gewalt etwas vernichtend zu Boden
diskutiert. Eine sehr gelungene Veranstaltung die man erlebt haben muss.
Wer sich für die Arbeit dieses Heimatvereins interessiert, der kann sich unter
www.heimatverein-marzahn.de viele Informationen holen. Die Materialien des
diesjährigen Tages der Regional- und Heimatgeschichte sollen ab Mitte 2009 unter
dieser Adresse eingestellt werden.
Thema: Seniorenarbeit

Aus der Arbeit der
Seniorenvertretung
von Karl Heinz Kriebisch

Liebe Leser, ich möchte Sie über die Arbeit der Seniorenvertretung des Bezirkes
Marzahn-Hellersdorf informieren.
Die monatliche Sitzung der Seniorenvertretung fand im November im Pflegeheim
Kursana Domizil, Märkische Allee 68, statt. Die Tagesordnung sah in einem Punkt
die Entgegennahme von Informationen über die Einrichtung vor.
Wir erhielten durch den Leiter, Herrn Sommerfeld, einen Einblick in das Geschehen
der täglichen Arbeit. Ein Objekt, welches inmitten des Wohngebietes liegt, schon
sehr lange besteht und im August 2008 einen runden Geburtstag feierte. Mit 105
Einzel- und 24 Doppelzimmern ist es ein modern ausgestattetes Haus. Zu unserer
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Beratung konnten wir auch Frau Donath vom Heimbeirat begrüßen.
Die Bindung von Fachärzten für die Heimbewohner stellt sich auch für dieses Haus
als Problem dar. Ein Rundgang durch das Haus beschloss unsere Sitzung. Wieder
einmal zeigte es sich, dass unsere Entscheidung, einmal im Vierteljahr die Sitzung in
einem Heim durchzuführen und uns vor Ort zu informieren, viel Wissenswertes
bringt.
Im Jahr 2009 hoffen wir, dass das Seniorenmitwirkungsgesetz den Bedürfnissen
unserer Arbeit angepasst wird. Berlin hat als einziges Bundesland ein solches
Gesetz. Übrigens treffen Sie uns zu Sozialtagen im Februar 2009 im Eastgate. Wir
freuen uns auf viele anregende Gespräche mit Ihnen.
An unsere Sprechstunden jeden 1. Montag im Monat im Stadtteilzentrum „Mosaik“,
Altlandsberger Platz 2 in 12685 Berlin, von 10.00 bis 12.00 Uhr, möchten wir
erinnern. Teilen Sie uns Ihre Sorgen und Nöte mit, nur dann können wir aktiv werden.
Thema: Geschichte und Gegenwart

Der Mythos TITANIC
von Ursula A. Kolbe

Die New Yorker Herald mit der Nachricht
vom Untergang der Titanic

Die TITANIC ist weltberühmt. Der Untergang des legendären Kreuzfahrtschiffes zieht
die Menschen immer noch in seinen Bann. Wie konnte es dazu kommen?
Der Reeder hatte den Kapitän des Überseedampfers auf seiner Jungfernfahrt nach
den USA im Jahre 1912 gezwungen, trotz Eiswarnung die Nordroute und
Höchstgeschwindigkeit zu fahren. Die Titanic stieß dabei mit einem Eisberg
zusammen und sank schnell.
1.500 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, ertranken, weil nicht genügend
Rettungsboote an Bord waren und das Bootsmanöver nicht ordnungsgemäß
durchgeführt worden ist. Dieses Unglück war übrigens der Anstoß zum
Internationalen Schiffssicherheitsvertrag.
In einer einmaligen Ausstellung ist der Mythos TITANIC nun nach Berlin gekommen.
Bis zum April dieses Jahres haben die Berliner, ihre Gäste und Touristen die
Möglichkeit, sie im Alexa am Alexanderplatz zu besuchen. Millionen Menschen
weltweit konnten diese Ausstellung schon sehen.

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Weltgeschichte packend inszeniert
Ein einzigartiges und emotionales Erlebnis erwartet die Besucher. Die Geschichten
der Passagiere und des legendären Schiffes werden durch die Ausstellung und eine
90minütige Audiotour erlebbar. Ein multimediales Erlebnis, das Weltgeschichte
packend inszeniert.
Der namhafte schwedische Marine-Historiker Claes-Göran Wetterholm hat in über 40
Jahren Arbeit eine wissenschaftlich fundierte Sammlung zusammengestellt, die ihres
Gleichen sucht. Über 150 Artefakte (lat. Kunsterzeugnisse – Geschichte ein aus
Stein, Kupfer oder Holz gefertigtes Produkt, sinnbildlich gesagt), darunter bisher nie
in der Öffentlichkeit gezeigte Objekte, werden präsentiert.
„Eine große Anzahl von historischen Originaldokumenten wie Postkarten und einem
Tagebuch, aber auch Schmuckstücke sowie Modelle rund um die TITANIC sind
neben Originalnachbauten zu sehen“, sagt Dirk Nishen von der Geschäftsleitung der
Kindercity Berlin und Ausstellungsmanager.
Lassen wir authentisch Carl mit seiner nun historischen Karte vom 10. April 1912 zu
Wort kommen, als er an Anna schrieb: “Wir befinden uns jetzt schon im Schiff. Es ist
das Schiff auf dem Foto der Postkarte. Es ist nicht gerade klein. Das Schiff hat 860
Mann in der Besatzung und kann 2.490 Passagiere befördern.
Auf dieser Reise sind wir mehr als 2.000 Passagiere, das Schiff läuft zum 1. Mal aus
und überquert den Atlantic. Wir leben hier wie in einem edlen Hotel. Es ist wirklich
wunderschön und es gibt Menschen aus allen Ländern. Für die Reise nach New York
sind wir 5 oder 6 Tage unterwegs…
Das Schiff ist so groß, dass ihm die haushohen Wellen nichts anhaben können, es
bewegt sich mit so viel Kraft, dass wir, obwohl es scheint, als hätten wir uns noch
nicht bewegt, schon viele Meilen zurückgelegt haben. Am 10. haben wir 12 Uhr
mittags in Southampton abgelegt und jetzt ist es 7 Uhr mittags, aber mit einem
Fernglas kann man schon die französische Küste sehen.
Wir werden dort halt machen, um weitere Passagiere einzuladen. Vielleicht denkt ihr,
die Reise ist anstrengend und langweilig, aber im Gegenteil, hätte ich gewusst, dass
alles so gut läuft, hätte ich Anna mitgenommen. Bis bald, Carl“
Alexa und die Kindercity
Die TITANIC- Ausstellung hat einen der besten Standorte mitten im Zentrum der
Hauptstadt, direkt am Alexanderplatz: im Alexa, im dritten und vierten Obergeschoss
in der Kindercity. Apropos Kindercity. Sie wurde im September 2007 eröffnet.
Spielend lernen – lernend spielen: Dieses erfolgreiche Konzept stammt aus Zürich.
Dort gilt das Projekt schweizweit als DER Anlaufpunkt für intelligente
Kinderunterhaltung. In Berlin stehen hierfür großzügige 6.000 Quadratmeter auf zwei
Etagen zur Verfügung. In den Wissenswegen und Ateliers können Kinder und Eltern
spielerisch Wissenschaft erlernen. Ein weiterer Grund, neben den vielen Geschäften
das Alexa zu besuchen.

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Thema: Messe

„Wahre Kunst bleibt
unvergänglich“
von Ursula A. Kolbe

Foto: Ars Nobilis

Treffende Worte von Ludwig van Beethoven, als er aufschrieb: „Wahre Kunst bleibt
unvergänglich“. Das traf auch für die 9. Herbstmesse Alter Kunst und Antiquitäten
„Ars Nobilis“ in Berlin zu.
In den Räumen der Konzernrepräsentanz der Volkswagen AG Unter den
Linden/Ecke Friedrichstraße war sie für Interessierte wieder eine Augenweide, eine
Bereicherung im Leben.
27 führende Kunsthändler und sechs zeitgenössische Fotografen aus ganz
Deutschland hatten zu einem Rundgang durch 500 Jahre Kunstgeschichte
eingeladen, wie immer bei freiem Eintritt. Zu sehen war eine exzellente Auswahl
kostbarer Gemälde, Skulpturen, Silber- und Goldschmiedearbeiten, Möbeln,
Porzellan, Glaskunst.
Die Stiftung Stadtmuseum Berlin präsentierte ein schmiedeeisernes Gitter der
Beyerschen Kapelle im Kaminsockel der Berliner Nikolaikirche, das zu einem der
prächtigsten Erbbegräbstätte des Berliner Barock gehörte, und warb mit diesem
Zeugnis barocker Schlosserkunst für Spenden zur Restaurierung dieses Kulturgutes.
Ein Schwerpunkt war das Thema „Skulpturen in der Fotografie“, womit die „Ars
Nobilis“ den Bogen zur zeitgleich statt gefundenen „Sculptura“ im Schlüterhof des
Deutschen Historischen Museums geschlagen hat. So werden Synergien zur
Förderung und Bewahrung der Alten Kunst in der Hauptstadt erschlossen.
Ein Anliegen der „Ars Nobilis“ seit der ersten Ausstellung ist, mit Partnern des
kulturellen Lebens zu kooperieren. Auf eine Rarität, die natürlich jedes der
Ausstellungsstücke für sich war, macht das Foto zu diesem Beitrag neugierig: Die
Kunstkammer Georg Laue präsentierte eine Sammlung von 25 Kabinettschränken
und Prunkkassetten aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Sie verdeutlicht die Vielfalt der höfischen Kunsttischlerei, die ausgesuchte Meister mit
bekannten Malern und Goldschmieden unter Verwendung kostbarer Materialien wie
exotische Hölzer, Silber, Gold, Elfenbein und Schildpatt hergestellt haben. Die 10.
Herbstmesse Alter Kunst „Ars Nobilis“ findet im November 2009 statt. Schauen Sie
doch mal rein!

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Thema: Erlebnisse

Winterwanderung
von Christa-Dorit Pohle

Winterwanderung, Foto: ds / Pixelio

Dieses Erlebnis liegt viele Jahre zurück. Wandern war damals mein Hobby. Durch
Bekannte lernte ich eine Wandergruppe kennen, ging einige Male als Gast mit und
fand das Wandern sehr wohltuend für meine Gesundheit.
Der Umgang mit sympathischen Naturfreunden, ein Wanderleiter, welcher uns mit
sehr interessanten und gut geplanten Wanderungen die wunderschöne Umgebung
von Berlin näher brachte und das Erfolgserlebnis, dass ich mich von 10 km
Wanderstrecke auf 30 km steigern konnte, beschwingte mich.
Bei den Wanderungen von 10 bis 15 km war die Wandergruppe meistens sehr groß.
Da wurden dann viele Tiere des Waldes schon verscheucht, ehe man sie
beobachten konnte. Als mir dann vorgeschlagen wurde, doch mal mit der Gruppe der
Fortgeschrittenen zu laufen, da entdeckte ich, dass ich in dieser Gruppe am besten
aufgehoben war.
12 – 15 Personen waren in dieser Gruppe. Jeden Sonnabend, ob Sommer oder
Winter, stand eine Wanderung auf dem Programm. Kameradschaft wurde groß
geschrieben, jeder fühlte sich für den anderen mit verantwortlich und achtete darauf,
dass niemand verloren ging im Wald. Besser konnte ich es nicht antreffen.
Nach der ersten Wanderung von 25 km hatte ich zwar gegen einen starken
Muskelkater anzukämpfen, aber ich wurde so herzlich aufgenommen in dieser
Truppe, dass ich dort blieb und nach einigen großen Wanderungen hielt sich der
Muskelkater von mir fern.
Es war Frühling, als ich mit dem Wandern anfing. Und dann kamen die ersten
Winterwanderungen, das hatte auch seine Reize. Wie unser Wanderleiter so treffend
bemerkte: „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur nicht richtig angezogene
Wanderer.“
Es war ein herrlicher Wintertag, blauer Himmel, frostklare Luft und Sonnenschein. An
diesem Tag starteten wir zu einer Wanderung in der Umgebung von Potsdam. Froh
gelaunt stapften wir durch 10 cm hohen Neuschnee, hatten alle rote Bäckchen und
warme Füße.
In Caputh war die Wanderung zu Ende und wir wurden zum Essen erwartet von
einem sehr freundlichen Wirt, welcher immer etwas besonders leckeres servierte,
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wenn die Wanderer kamen.
Wir saßen in der gemütlich warmen Gaststube, das Essen schmeckte vorzüglich und
niemand von uns konnte ahnen, was uns bei der Heimfahrt noch bevorstand. Ich war
schon immer ein stiller Beobachter und so entging mir nicht, dass der Wirt plötzlich
das Radio abschaltete, seiner Frau etwas zuflüsterte und dann das Lokal verließ.
Danach sah ich ihn mit einer Schubkarre und er streute Kies auf den Bürgersteig bis
zur nächsten Straßenecke. Zu diesem Zeitpunkt hatte man im Radio
Glatteiswarnungen für Potsdam und Berlin durchgegeben. Vielleicht hatte der Wirt
Befürchtungen, dass wir alle bei ihm übernachten wollten und ließ uns darum ohne
Vorwarnung gehen.
Ein Nieselregen hatte eingesetzt und als wir die Straßenecke erreichten, merkten wir
erst, wie gefährlich glatt es war auf der Straße. Der Weg bis zur Bushaltestelle war
gar nicht weit, aber nun mussten wir ja schleichen wie die Schnecken. Jeder war so
vorsichtig wie möglich, um ja nicht zu fallen.
Endlich hatten wir die Haltestelle erreicht. Der Bus kam angeschlittert und der
Busfahrer erklärte uns, dass er zwar zum Busbahnhof Potsdam fahren müsse, aber
bei dieser Glätte eigentlich keine Fahrgäste mehr befördern darf. Als er hörte, dass
wir nach Berlin müssen, taten wir ihm leid und er ließ uns einsteigen. Fahrgeld
verlangte er nicht, wir saßen mucksmäuschenstill auf unseren Plätzen und beteten,
dass alles gut geht bis Potsdam.
Die erste Hürde war genommen, unfallfrei hatten wir den Busbahnhof erreicht und
nun kam die Fahrt mit der Straßenbahn bis zum Hauptbahnhof von Potsdam. Die
Vereisung auf den Straßen hatte schon eine Stärke erreicht, dass es auch für die
Straßenbahnfahrer gefährlich wurde.
Es regnete immer weiter, auf dem Eis stand das Wasser. Jeder Schritt war Risiko
und wir atmeten auf, als wir den Hauptbahnhof erreicht hatten und im gut geheizten
Zug nach Berlin Platz nehmen konnten. Der Zug fuhr sehr langsam bis Karlshorst,
die Schienen hatten ja auch schon eine dünne Eisschicht.
In Karlshorst angekommen, merkten wir sofort, dass uns auch hier Schlittern und
Zittern bevorstand. Beim Übergang vom Fernbahnsteig zum S-Bahnsteig waren die
Geländer und Stufen so vereist, dass uns trotz Schneckentempo der kalte
Angstschweiß ausbrach. Die S-Bahn fuhr zum Glück, natürlich auch mit
gedrosseltem Tempo.
Es war schon nach 20.00 Uhr, als ich in Mahlsdorf eintraf. Außer mir war aus der SBahn niemand weiter ausgestiegen. Aber als ich die Treppe runter kam, saß ein
betrunkener, älterer Mann auf der Bank und sagte zu mir: „Mädchen, Du kannst auch
nicht nach Hause gehen, es ist viel zu glatt draußen. Setz Dich zu mir auf die Bank
und nimm einen Schluck aus meiner Flasche, dann wird Dir warm.“
Ich muss ehrlich gestehen, das war kein verlockendes Angebot für mich, Ich wollte
versuchen, ohne Bruchlandung nach Hause zu kommen und überlegte fieberhaft,
wie ich das schaffen könnte. Ich hatte immer einige größere Plastetüten in meiner
Wandertasche. Diese wurden vorher noch nicht gebraucht bei der Wanderschaft.
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Es war halt eine Vorsichtsmaßnahme von mir. Ich steckte 3 Tüten ineinander und
legte diese auf die Straße, das heißt auf die starke Eisschicht auf der das
Regenwasser stand und es regnete ja immer noch weiter. In Zeitlupe setzte ich mich
auf die Tüten.
Es fuhr kein Auto und Fußgänger waren auch nicht unterwegs. Mein Plan war, mich
auf der Straße durch Ruderbewegungen mit Händen und Füßen langsam heimwärts
zu bewegen und wie ein Wunder gelang mir das auch. Meine vier Buchstaben und
meine Hände waren eisig. Aber das war alles nicht so schlimm. Wenn ich einen
Knochenbruch vermeiden konnte.
Nun war ich vor unserem Grundstück angekommen, kroch auf allen Vieren bis zum
Zaun und konnte mich an diesem aufrichten. Da man ständig durch das Radio
Glatteiswarnungen gesendet hatte, war meine Mutter in Angst, dass mir auch etwas
zugestoßen sein könnte und war heilfroh als ich vor ihr stand.
Dann saß ich in der Badewanne und taute langsam wieder auf. In der Nacht im
Schlaf suchten meine Beine immer wieder, so hatte ich mich verkrampft beim Laufen.
Am nächsten Tag hörten wir dann im Radio, das so viele Knochenbrüche waren,
dass in den Krankenhäusern die Gipsvorräte ausgingen.
Diese Wanderung werde ich nicht vergessen und wenn es jetzt mal eine
Glatteiswarnung gibt, dann muss ich immer an die Rutschpartie auf der Plastetüte
denken.

Thema: Nachbetrachtung

Exzellenz bringt Effizienz
von Ursula A. Kolbe

Frankfurt/Main war der erste Flughafen, an dem die AirportTauglichkeit des A 380 getestet wurde, Foto: Fraport AG

Wieder einmal hatte der nunmehr 25. Deutsche LOGISTIK- Kongress der
Bundesvereinigung Logistik (BVL) mit rund 3.500 Teilnehmern aus Industrie, Handel,
Logistikdienstleistungen und Wissenschaft in Berlin stattgefunden, um sich über
wichtige Themen der Logistik auf der Straße, Schiene, zu Wasser und in der Luft mit
Blick auf die Herausforderungen einer globalisierten Wirtschaft auszutauschen, alte
Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.
BVL- Vorstandsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner dazu: In den letzten
beiden Jahren haben wir mit viel Euphorie Fahrt aufgenommen. Wir haben den
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Aufschwung genutzt, die positive Stimmung genossen. Jetzt gebe es keinen Anlass,
panisch zu reagieren, sondern es gelte, besonnen zu agieren.
Die Krise beinhalte Gefahren, aber auch Chancen für die Logistik. Aktuelle
Herausforderungen seien Umweltfragen, die Volatilität der Märkte und vor allem der
Finanzkrise. Nur wer sein Tagesgeschäft vollumfänglich beherrsche, wer
Transparenz und geeignete „Stellschrauben“ geschaffen habe, könne mit der
gebotenen Sensibilität reagieren. Operative Exzellenz garantiere den
Geschäftserfolg. Denn Exzellenz bringe Effizienz – im Kleinen wie im Großen.
„Wir stehen früher auf“
Auch für die Landes- und Kommunalpolitiker sind solche Maßstäbe unverzichtbar.
Unter dem Motto „Wir stehen früher auf“ üben z. B. Sachsen – Anhalt und die Region
Mitteldeutschland auf die Logistik-Branche eine attraktive Ausstrahlung aus, die, und
das ist ja besonders wichtig, Investoren anzieht.
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Sachsen – Anhalt zu einer Drehscheibe
moderner Warenlogistik geworden ist, erklärte Prof. Dr.-Ing. habil Michael Schenk,
Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und – Automatisierung IFF
Magdeburg. Kommentar vom Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Dr. rer.
nat. Karl-Heinz Daehre: Sachsen-Anhalt ist das neue Tor zum Osten.
Ein Handschuh als Lesegerät
Noch einmal zurück zum IFF. Eine der neuesten Entwicklungen des LogMotionLabs
ist der RFID- Handschuh – ein neuartiges Logistikinstrument für den hochflexiblen
Einsatz bei komplexen Lager- und Umlagerungsprozessen selbst von kleinsten oder
mehrteiligen Gütern. Seine neu entwickelte Antennen- und Sendereinheit ermöglicht
ein besonders unkompliziertes, schnelles und sicheres Lesen des RFID- Chips direkt
auf der Ware.
Der Handschuh wird vom Mitarbeiter getragen und scannt währenddessen
automatisch alle relevanten Informationen, mit denen die Güter versehen wurden.
Das erhöht nicht nur die Lesesicherheit, es spart auch weitere Infrastruktur
(Lesehardware) sowie immens viel Zeit und damit Kosten.
Bücher bewegen
Ich warte dringend auf eine Lektüre, die derzeit in meiner Buchhandlung nicht
vorrätig ist. Die Verkäuferin beruhigt mich. Sie kann diese bestellen, am nächsten
Morgen sei sie da. Für die Libri GmbH in Bad Hersfeld kein Problem. Deutschlands
Buchgroßhändler Nummer eins sorgt flächendeckend dafür, dass die georderte Ware
über Nacht in die Verkaufsstellen kommt.
Über 400.000 Artikel mit insgesamt rund 12 Millionen Exemplaren – vom
Unterrichtsheft über den Bestseller bis hin zum Hörbuch – lagern in dem 66.000
Quadratmeter großen Logistikzentrum an der A4 Bad Hersfeld – Erfurt. Geschätzter
Warenwert: deutlich mehr als 100 Millionen Euro. „Wir sind das Hintergrundlager für
den deutschen Buchhandel“, betont Geschäftsführer Dr. Gerhard Dust. Selbst
Branchenprimus Hugendubel kann kaum mehr als 100.000 Artikel in den großen
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Buchkaufhäusern präsentieren.
Es ginge hier zu weit, die einzelnen Arbeitsschritte im Libri- Lager nachzuvollziehen,
aber 750 Mitarbeiter sorgen dafür, dass täglich rund 250.000 Artikel das LogistikZentrum verlassen. Im Weihnachtsgeschäft noch weitaus mehr. Spitzenreiter war ein
Dezembertag im Jahre 2007, an dem 650.000 Artikel kommissioniert worden sind.
Airline und Airport Hand in Hand
Den Deutschen Logistik-Preis 2008 gewannen gemeinsam Fraport (Frankfurter
Flughafen) und Lufthansa mit ihrem Konzept der „Integrierten Passagier- und
Gepäcklogistik am Aviation- Hub Frankfurt/Main“. Ein Szenario: Ich bin in den Urlaub
geflogen, komme am Zielort an, aber ohne mein Gepäck.
Um hier die Fehlerquote weiter zu senken, wollen die beiden Partner gemeinsam
noch nachdrücklichere Effizienz entfalten.
Zum Vergegenwärtigen: Lufthansa fliegt von Frankfurt aus 169 Ziele in 75 Ländern
weltweit an. Eingeflogene Verspätungen oder technische Probleme von Flugzeugen
ziehen am Hub geänderte Umläufe oder Flugzeugwechsel nach sich und erfordern
sofortiges Gegensteuern, erklärt Dr. Karl-Rudolf Rupprecht, Leiter Hub Management
Frankfurt der Deutschen Lufthansa.
Eine eng verzahnte Logistikkette sei unabdingbar, wenn man bedenke, dass mehr
als die Hälfte der rund 54 Millionen gezählten Flugreisenden im Jahre 2007 Frankfurt
als Umsteigestation für ihre Reise genutzt haben. Ein in Frankfurt ankommender
Lufthansa-Flug habe Passagiere für bis zu 85 Anschlussflüge an Bord, fügt Dr.
Stefan Schulte, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, hinzu.
Das Thema ist so komplex, vielfältig – und interessant, nicht nur für die Experten.
Aber für sie sind Gradmesser die Reisenden – vom Kind bis zu den Großeltern.
Freuen wir uns auf den nächsten Logistik-Kongress im Oktober 2009.
Thema: Reisen

Wieder einmal tschechische
Gemütlichkeit
von Ursula A. Kolbe

Das Prebischtor ist das größte natürliche Felsentor auf
unserem Planeten, Foto: Julius Pufler

Spontan hatten wir uns zu einer Wochenend-Stippvisite in der Böhmischen Schweiz
entschlossen. Rund 15 km vom Grenzübergang Schmilka/Hrensko entfernt, fanden
wir Unterkunft in der Pension Kinskeho Dvur mit Restaurant in Vsemely
c.Jetrichovice. Ein Ort, der sich unendlich zu ziehen scheint.

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Vor allem Wanderern und viele unserer Leser sind sicher unter ihnen, bieten sich
viele Möglichkeiten, Land und Leute und natürlich die Natur zu erkunden bzw. noch
besser kennen zu lernen.
Das Elbsandsteingebirge mit den Nationalparks Böhmische und Sächsische
Schweiz, das Lausitzer Gebirge und die Vulkanmonumente des Böhmischen
Mittelgebirges fließen hier fast ineinander. Das sich zu beiden Seiten der Elbe
erstreckende Sandsteingebirge gehört zu den schönsten Mittelgebirgen und hatte es
uns sehr angetan.
Ruhe und Einsamkeit oder das pulsierende Leben wie am Prebischtor – für jeden ist
etwas dabei. Schlösser, Burgen, Klöster, Städte sind Anziehungspunkte – das Kolorit
ist bunt wie eine Farbpalette. Das Gebiet der Böhmisch Kamitzer Gemeinden wird als
das Tor zum Nationalpark Böhmische Schweiz bezeichnet.
Eine Landschaft langer Täler, tiefer Klamme, Felsenriffe und Ausblicke von den
Bergspitzen, zahlreiche Vulkankegel und ausgedehnte Wälder, reich an Wildfrüchten
– all das ist unverwechselbar. Die touristische Entwicklung übrigens begann in etwa
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Der Stamm Kinski und Clara Aldring machten zu jener Zeit ihre Güter zugänglich. Sie
bauten Fußstege, Brücken, Aussichtstürme und Touristenherbergen. Heute gibt es
ein breites Netz touristischer Wege und Stege zum Wandern, Rad oder Motorrad
fahren ebenso zum Bergsteigen. Das kurz am Rande.
Ausflugstipps
Das wohl meist besuchte Ausflugsziel ist zweifellos das Prebischtor. Die mächtigste
Felsbrücke Mitteleuropas bietet wunderschöne Aussichten. Und wir hatten Glück,
das Wetter „spielte“ mit. Dann natürlich nicht zu vergessen das Schloss Tetschen
(Decin).
Ursprünglich eine gotische Przemyslidenburg, wurde es im 16. Jahrhundert zu einem
Renaissance-Schloss umgebaut. Eine Dauerausstellung sowie das Kreisarchiv sind
heute hier beheimatet. Der Rosengarten, ein frühbarocker Ziergarten aus den 70er
Jahren des 17. Jahrhunderts gehört zu den wertvollsten Tetschener
Kunstdenkmälern.
Der lang gezogene Garten ist auf einem Ende durch eine Gloriette mit Treppen und
Terrassen, auf dem anderen durch eine Salla Terrana abgegrenzt. Nur zwei
Beispiele von vielen. Vielleicht noch ein Wort zu den Wanderrouten.
Ich möchte nur wenige nennen: Jetrichovicke skaly. Auf einem herrlichen
Sandsteinkamm mit weitem Blick erschließt sich dem Wanderer scheinbar
unberührte Natur, so auf den markanten Gipfel namens Marienfelsen oder die
Felsmassive auf der Westseite des Berges Kaliste hinter dem sog. Golem oder
oder…
Auch für den deutschen Teil des Elbsandsteingebirges bieten sich Touren an: zur
Bastei, zum Pfaffenstein, ins Bielatal, zu den Schrammsteinen, in das Tal des
Kirnitzschbaches. Ein Wanderführer macht auf die schönsten Tal- und
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Spätlese Ausgabe Januar/Februar 2009

Höhenwanderungen beiderseits der Elbe neugierig.
Und wie der Zufall es will, lernten wir in unserer Pension zwei Familien aus Marzahn
kennen, Barbara und Bernd Kärgel sowie Bettina und Torsten Siegert mit Tochter
Juliane. Sie feierten übrigens in deren Geburtstag hinein.
Was ihnen an dieser Gegend am besten gefällt? Einhellige Antwort: Die Natur, die
Ruhe, die Ausflugsziele, die Natürlichkeit der Menschen, das gute Essen und Bier,
eben die tschechische Gemütlichkeit.
Übrigens ist Karlstejn bei Prag fast unser zweites Zuhause. Das aber nur nebenbei.
Bemerken möchte ich an dieser Stelle: Die Böhmische Schweiz ist eine Reise wert.
Thema: Historie

DDR – Museum
von Barbara Ludwig

DDR- Museum, Foto: Jochen Sievert / Pixelio

Auf Werbeschildern in der historisch geprägten Mitte Berlins prangt in großen
Buchstaben ‘DDR’ und darunter entdeckt man in kleiner Schrift ‘Museum’. Es lohnt
sich, die drei Buchstaben hervor zu heben.
So wird Neugierde geweckt. Schließlich will man wissen, vor allem, wenn man
ausländischer Tourist ist, wie es sich so lebte im untergegangenen sozialistischen
Staat. Interessierte werden fündig; dürftig, wie ich meine.
Der Alltag der Bürger steht im Mittelpunkt. Es wird berichtet über einige Berufe und
deren Entlohnung. Zu sehen sind Medaillen der Titel ‘Aktivist’ oder ‘Brigade der
sozialistischen Arbeit’; Schultaschen bzw. Ranzen können durchwühlt werden; zum
Sportgeschehen wird einiges mitgeteilt und in einem Fach liegen in ungeordneter
Weise Sportmedaillen zur Ansicht, die Kinder bei Wettbewerben oder Spartakiaden
unter hohem persönlichen Einsatz errungen haben.
Der Verlauf der Mauer ist dargestellt, zur Staatssicherheit werden Informationen
bekannt gegeben, Fotos über das Schlange stehen oder die Freikörperkultur machen
auf sich aufmerksam, so auch Zeitschriften oder Aussagen zur Modegestaltung.
Gegenstände und elektrische Maschinen, die in jeder Küche gute Diente leisteten
und die damals heiß begehrte Schrankwand „Carat“, Fernseher, Radios und
Plattenspieler erzielen bei DDR-Bürgern eine ganz eigene Rückschau.
Leider werden viele Gebiete visuell nur angerissen.

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Spätlese Ausgabe Januar/Februar 2009

Ein umfassendes Bild sich anzueignen, ist aber auch in einem derart kleinen
Museum nicht gut möglich. So muss sich der Besucher zufrieden geben mit dem,
was präsentiert wird. Allerdings besteht die Möglichkeit, Dokumentationen zu hören.
Meine Meinung ist, dass erhebliche Informationen nur ungenügend zur Geltung
kommen, so zur Bildung der DDR, zur Geldwährung, zu internationalen
Verbindungen, zum Wohnungswesen, Sozialwesen, Bildungswesen,
Sportgeschehen, Subventionen u.a..
Doch Erinnerungen werden geweckt, gute und weniger gute. Schauen Sie selbst und
bilden Sie sich Ihre Meinung. Das Museum finden Sie direkt an der Spree in
unmittelbarer Nähe des Berliner Doms.
Thema: Wissenswertes über die Zwiebel

Da kommen mir immer die
Tränen
von Ursula A. Kolbe

Zwiebeln, Foto: Sergej Dimmel / Pixelio

Oh, Zwiebeln schneiden, da kommen mir im wahrsten Sinne des Wortes die Tränen.
Letztens sinnierte ich darüber, wo eigentlich ihre ursprüngliche Heimat ist.
Also: Die Zwiebel (Allinum cepa) auch Zwiebellauch, Bolle, Küchenzwiebel,
Gartenzwiebel oder Gemeine Zwiebel genannt, gehört zu zweijährigen
Kulturpflanzen aus der Gattung Lauch (Allinum).
Sie stammt aus den Steppengebieten des west- und mittelasiatischen Raumes und
wird seit mehr als 5.000 Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert. Im
Ägypten der Pharaonen wurde die Zwiebel ein Hauptnahrungsmittel.
Die nahe Verwandtschaft von Bärlauch und Knoblauch erwähnt übrigens auch
Homer oft in seinen epischen Versen. Bei den alten Ägyptern sind Zwiebeln den
Göttern als Opfergabe gereicht worden, waren eine Art Zahlungsmittel für die beim
Pyramidenbau eingesetzten Arbeiter und wurden den Toten als Wegzehrung für die
Reise ins Jenseits beigelegt.
Eine über 4.000 Jahre alte sumerische Keilschrift enthält Angaben zu Gurken- und
Zwiebelfeldern, und im Codex Hammurapi wurden Brot- und Zwiebelzuteilungen für
die Armen festgelegt. Im Mittelalter diente die Zwiebel auch als Amulett gegen die
Pest.

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Mit den Römern über die Alpen
150 nach Christus nahmen die Römer dieses Gemüse, deren Namen vom
lateinischen Wort „cebola“ (dann mittelhochdeutsch „zwiebolle“ und schließlich
deutsch „Zwiebel) abstammt, mit über die Alpen.
Und seit dem 12. Jahrhundert wird es in deutschen Landen angebaut. In unseren
Zeiten der leichten, gesunden und schmackreichen Küche ist die Zwiebel für viele
Gerichte die Grundlage für eine appetitliche Mahlzeit.
Saat- und Erntezeit
Sobald der Boden im März frostfrei ist, werden die Sommerzwiebeln ausgesät und
dann ab August bis Ende September geerntet. Spätsorten sind von fester Konsistenz
und bis Ende des folgenden Märzes lagerfähig. Wo milde Winter herrschen, erfolgt
im August die Aussaat von Überwinterungs-Zwiebeln.
Sie reifen im nächsten Frühjahr und Erntezeit ist im Juni/Juli. In Deutschland wird die
Zwiebel vor allem bei Frankenthal (Pfalz), Bamberg und Erfurt kultiviert. Sie
bevorzugt milden oder sandigen Lehm in sonniger, warmer Lage, gedeiht am besten
nach einer gut gedüngten Hackfrucht und verträgt eine Jauchedüngung.
Gute Nachbarn sind Bohnenkraut, Dill, Erdbeere, Gurke, Kamille, Kopfsalat, Möhre,
Rote Beete, Schwarzwurzel, Zuckerhut oder Chicoree; schlechte Bohne, Erbsen,
Kohl, Raps. Achtung: Für Hunde stellen Speisezwiebeln ein ernstes toxisches
Problem dar. Deshalb nicht mit zwiebelhaltigen Speiseresten füttern. Es könnte zu
Vergiftungserscheinungen führen.
Uns Menschen tun die Zwiebeln gut. Sie haben ein würziges Aroma und enthalten
neben einem hohen Gehalt an Vitamin B6 (hauptsächlich am
Aminosäurestoffwechsel beteiligt) und C die Mineralstoffe Calcium (für Aufbau und
Erhalt von Knochen und Zähnen) und Kalium (reguliert zusammen mit Natrium den
Wasserhaushalt im Körper).
Ob Zwiebelkuchen, Bollenfleisch, Zwiebelsuppe, als Fleischzartmacher oder viele
andere Möglichkeiten – die Zwiebel ist unverzichtbar geworden.
Thema: Messe

Die Expolingua lud ein und
viele kamen
von Ursula A. Kolbe

Foto: Peter Himsel (ICWE GmbH)

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Liebe Eltern oder Großeltern, sollten ihre Kinder oder Enkel in ihrer Berufswahl oder
Weiterbildung noch unentschieden sein, es sollte aber was mit Sprachen zu tun
haben, die EXPOLINGUA gehört sicher zu einem guten Ansprechpartner.
Ich gestehe es: Hätte ich nicht just einen Tag vor Beginn mit meiner Schulfreundin
und Lehrerin Marianne telefoniert, die 21. Internationale Messe für Sprachen und
Kulturen im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in der Berliner
Friedrichstraße wäre an mir vorbeigegangen.
Marianne unterrichtet in Belzig, Land Brandenburg, an der „Krause- TetschetschogOberschule“ Englisch und Russisch. Sie wollte mit interessierten Zehnklässlern nach
Berlin kommen, um auf dieser Messe zu „schnuppern“. Spontan verabredeten wir
uns, und wieder wurden Erinnerungen wach.
Erinnerungen an vier Jahre Erweiterte Oberschule und Internat in Belzig, wo wir das
Abitur ablegten. Es waren schöne, unbeschwerte, lehrreiche Jahre. Doch zurück zur
Messe. Ich denke, es hat sich für alle gelohnt, auch für mich. Über 175 Aussteller
vermittelten interessante Informationen über das Fremdsprachenlernen und –lehren.
Vertreter aus 33 Ländern gaben dafür an den drei Tagen ihr Bestes, suchten
freundlichen Kontakt. Ein Glück, dass mein Russisch und Englisch noch nicht ganz
eingerostet waren. In Russisch durften wir eine Schulstunde „auf der Bank“ sitzen.
Ich fühlte mich in Schul- und Studienzeit zurückversetzt.
Das breit gefächerte Vortragsprogramm animierte zu Themen wie Sprachenlernen
und Auslandsaufenthalte. In Mini-Sprachkursen konnten Sprachen direkt getestet
werden. Auch die jeweilige Landeskultur kam nicht zu kurz.
An einem Stand interessierte ich mich für die Bedingungen zum Einsatz als Au-pairMädchen.
Aber mir wurde lächelnd jede Aussicht genommen, nicht mehr jung genug zu sein.
Na ja, das wusste ich ja. Ich wollte nur mal die Reaktion testen. Die EXPOLINGUA
Berlin ist übrigens die einzige internationale Messe für Sprachen und Kulturen im
deutschsprachigen Raum.
Das erklärt sicher auch die große Resonanz der Aussteller. Sprachschulen aus dem
In- und Ausland, Sprachreiseveranstalter, Austauschorganisationen. Botschaften,
Kulturinstitute, Fremdenverkehrszentralen und Verlage waren vertreten.
Und was mich besonders beeindruckt hat, war der große Andrang der überwiegend
Jugendlichen, die offenkundig mit dem Interesse hergekommen waren, sich zu
informieren, vielleicht auch erste Kontakte zu knüpfen.
Intensiv und bezahlbar

Übrigens in diesem Zusammenhang: Die 12 Berliner Volkshochschulen sind der
größte Anbieter von Sprachkursen. Durch ihre Vernetzung gewährleisten sie ein
professionelles Lernprogramm für über 30 Sprachen – und, es sind bezahlbare
Angebote für jeden.

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Von den über 200 000 Teilnehmern, die jährlich Kurse belegen, erlernen etwa 40
Prozent eine Fremdsprache, entweder in Intensiv- oder Kompaktseminaren,
Bildungs- oder Wochenendveranstaltungen, mit unterschiedlichen Methoden durch
Lehrkräfte aus dem In- und Ausland.
Auch darauf sei noch kurz verwiesen: Das Bundesverwaltungsamt – Zentralstelle für
das Auslandsschulwesen (ZfA) – unterstützt weltweit 123 deutsche Schulen im
Ausland sowie weitere 461 von der Bundesrepublik geförderte Sprachdiplomschulen
und Deutsche Abteilungen an staatlichen Schulen.
Rund 1.900 Auslandsdienstlehrkräfte, Programmlehrkräfte (furchtbare Wörter) und
Fachberater arbeiten gegenwärtig an diesen Einrichtungen.
Lassen wir zum Schluss die Lehrerin Marianne Jobst und Schüler zu Wort kommen:
„Es war auch für mich als Lehrerin sehr interessant. Die Messe vermittelte neue
Impulse, Anregungen. Besonders auch das Esperanto. Davon hat man ja lange
nichts gehört. Ein junger Franzose hat es mir wieder ins Gedächtnis gerufen. Dann
die vielen Angebote, im Ausland die jeweilige Sprache zu verbessern und für mich
als Sprachlehrerin weiter zu vermitteln.“
Irna Detz fand die Messe sehr interessant, fand es toll, wie viele Sprachen
angeboten wurden. Und Irina Morosow hatte es besonders das Angebot an
Schnupperkursen angetan. Vor allem Französisch, die Gastsprache der
EXPOLINGUA.
Die 22. Internationale Messe für Sprachen und Kulturen findet vom 20. bis 22.
November 2009 in Berlin statt.
Weitere Infos: www.expolingua.com
Kontakt

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin
Riesaer Straße 94
12627 Berlin
Seniorenbüro
Telefon: (030) 90293-4352
Telefax: (030) 90293-4355
E-Mail: mario.naetke@ba-mh.verwalt-berlin.de
Redaktion Spätlese
Telefon: (030) 90293-4371
Telefax: (030) 90293-4355
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Sprechzeiten Seniorenbüro
Mo 9-12 und 13-15 Uhr
Do 9-12 Uhr

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Internet
http://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/verwaltung/soziales/spaetlese.html
Bisherige Online-Ausgaben 2008:

Bisherige Online-Ausgaben 2009:

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