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Volume Nr. 7, 15. April 1937

Full text: Stenographische Verhandlungsberichte über die Beratungen mit den Ratsherren der Reichshauptstadt Berlin (Public Domain) Issue4.1937 (Public Domain)

Sitzung am 15. April 1937. 
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Ich dachte mir, daß wir als großen Auftakt selbst 
verständlich auch unseren Gauleiter irgendwo sprechen 
lassen können, sagen wir in der Deutschlandhalle oder 
an der historischen Stätte des Sportpalastes, und daß 
auch selbstverständlich die SA. durch einen Aufmarsch 
oder durch irgendetwas in ähnlicher Richtung Liegendes 
hier noch zum Glanz des Festes beitragen wird. 
Ich möchte zusammenfassen: Wir werden dieses 
Rahmenprogramm selbstverständlich noch ausfüllen. 
Irgendein abschließendes Wort ist darüber nicht ge 
sprochen. Seien Sie aber versichert, wir werden nicht 
nur Konzerte machen, sondern wir werden noch sehr 
schöne andere Sachen machen. Ich möchte Sie bei 
dieser Gelegenheit bitten, meine Ratsherren, wenn 
Sie für Ihr Arbeitsgebiet oder für Ihre Verwaltungs 
bezirke, in denen Sie wohnen oder von Partei wegen 
tätig sind, besondere Vorschläge noch zu machen haben, 
dann tragen Sie sie entweder unmittelbar an mich 
heran oder besprechen Sie sie mit Ihren Bezirks 
bürgermeistern, die ja in ihrem Bezirk für die Fest 
vorbereitungen die Federführung haben. Dann glaube 
ich bestimmt, daß wir mit vereinten Kräften wirklich 
etwas Schönes zustande bringen, denn es kommt ja 
nicht darauf an, daß man zu einem solchen Fest mög 
lichst viel Geld ausgibt, sondern daraus, wie letzten 
Endes der Geist dieser ganzen Veranstaltung ist. 
Wenn schließlich auch noch die Partei mit allen ihren 
Gliederungen freudig mitzieht, dann glaube ich, ist die 
Gewähr dafür gegeben, daß eine sehr starke und er 
hebliche Resonanz für dieses 700-Jahrfest in Berlin 
ohne weiteres gesichert ist. 
Aber nochmals abschließend, Parteigenosse Protze, 
ich sagte schon, daß es zunächst ganz unverbindliche 
Vorschläge waren, ein Rahmen, wie man sich das un 
gefähr gedacht hat, damit wir überhaupt weiterarbeircn 
können und damit die Sache überhaupt anlaufen kann. 
Im übrigen haben wir ja fast noch ein Vierteljahr Zeit. 
Es ist also noch sehr viel Zeit gegeben, wirklich ver 
nünftige und wirklich Anregung bringende Wünsche 
in weitestgehendem Maße zu berücksichtigen. 
Parteigenosse Protze. 
Ratsherr Protze: Herr Oberbürgermeister! Ich 
möchte nur darauf aufmerksam machen: Wenn Sie 
lediglich einen „Tag der Bezirke" machen wollen, so 
glaube ich kaum, daß Sie damit weite Kreise der Wirt 
Berlin, den 
Dr. L i p p e r t 
Oberbürgermeister und Stadtpräsident. 
schaft interessieren. Es ist immer damit zu rechnen, daß 
ein solcher Tag gerade verregnet. Da die interessierten 
Kreise Mittel dazu investieren, mühte sich ein solches 
Volksfest, wenn wir es schon veranstalten, über mehrere 
Tage hinziehen und nicht lediglich auf einen Tag 
erstrecken. 
Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert: 
Als einen Teil des Volksfestes hatten wir natürlich 
auch den Stralauer Fischzug gedacht, der sich auf 
mehrere Tage erstreckt und den wir besonders historisch 
und glanzvoll ausgestalten wollten. Sie wissen ja 
schon, es wird in diesem Jahr auf der Stralauer Halb 
insel wieder eine Reihe von Grundstücken gekauft, die 
zu dem Festplatz zugeschlagen werden, so daß also der 
Rahmen dieses Stralauer Fischzuges immer größer 
wird. Wir haben ja auch einen historischen Festzug 
vorgesehen, der sich nicht nur ausschließlich auf Stralau 
oder den Osten erstrecken soll, sondern der tatsächlich 
auch — und das wird Ihnen am allermeisten am 
Herzen liegen, Parteigenosse Protze — die Innenstadt 
maßgeblich berührt, wenn ich mich so ausdrücken will. 
Aber, Parteigenosse Protze, wenn Sie für die Aus 
weitung dieser Volksbelustigung, wollen wir einmal 
sagen, mir Vorschläge machen wollen, bin ich wirklich 
gern bereit, sie positiv zu prüfen. 
Gegen eines würde ich mich allerdings wehren: 
daß man dies immerhin doch historische Fest, das ein 
gewisies Gewicht und auch eine gewisse Würde hat, 
nun lediglich, sagen wir einmal, vom Standpunkt der 
Volksbelustigung aus betrachtet. Ich glaube, das wäre 
auch nicht richtig. Deshalb haben wir, um jedem etwas 
zu geben, auch diese künstlerischen Veranstaltungen 
mit den Konzerten im Schlüterhof usw. mit hinein 
genommen, um auch den feierlichen Charakter 
dieser Angelegenheit zu betonen. Ich glaube, 
man kann bestimmt diese 700-Iahrfeier nicht so an 
sehen wie die Arrangierung des Weihnachtsmarktes 
oder ähnliche Sachen. Es gibt auch noch andere 
Dinge, die berücksichtigt werden müssen. Man 
muß eine einigermaßen gangbare Mittellinie finden, 
Parteigenosse Protze, nach dem Motto: Wer vieles 
bringt, wird jedem etwas bringen. 
Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. 
Ich danke Ihnen. Heil Hitler! 
(Schluß der Beratung 18 Uhr 16 Minuten) 
i. April 1937. 
Dr. Hunke Setter 
Ratsherren. 
Druck: BBA (Verwaltungsdruckerei der Reichshauptstadt Berlin), SO 16, Rungestr. 20
	        
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