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Full text: SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht Issue 2015

SBB Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsbericht.

2015

Inhaltsverzeichnis.

	

S 03	Konzernlagebericht

	

S 13	

	

S 29	Nachhaltigkeitsbericht

	

S 65	Finanzbericht

Corporate Governance

Cover: Alexandra Baumgartner, Sprecherin des Kundenbeirats, diskutiert mit Vitus Spescha
über Kundenfreundlichkeit.
Aus der «Unterwegs»-Sondernummer zum Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 03

Konzernlagebericht

Konzernlagebericht 2015.
Die Mobilität der Zukunft gestalten –
einfach, persönlich, vernetzt.

G4–1

Die SBB hat 2015 täglich 1,21 Mio. Passagiere be­fördert
(Vorjahr 1,18 Mio., +2,7 Prozent). Die Kundenzufriedenheit ist gestiegen. Der Konzerngewinn ver­ringerte sich
um CHF  127 Mio. auf CHF  246 Mio. Die Frankenstärke
belastete das Ergebnis mit CHF  80 Mio. SBB Cargo
verzeichnete einen Verlust von CHF  22 Mio. Die SBB
leistete 2015 Zusatzaufwendungen beim Unter­halt
am Schienennetz von CHF  109 Mio. Im Mischverkehrsnetz waren mehr Züge unterwegs als je zuvor, trotz
mehr Unterhalt und Baustellen. Die Kundenpünktlichkeit
konnte gehalten werden. Die SBB bleibt damit die
pünktlichste Bahn Europas.
Neue Technologien und Digitalisierung wandeln Kunden­
bedürfnisse und Mobilitätsverhalten grundlegend. Der
intermodale Wettbewerb wird sich verstärken in der
digitaler werdenden Welt. Das bedeutet für die SBB ,
sich auf die Stärken der Eisenbahn zu fokussieren und
für die Kunden einfacher zu werden. Zudem wollen wir
als Massen­transportmittel eine persönliche An­sprache
der Kunden finden und uns gezielter mit anderen Verkehrsträgern und Geschäftspartnern vernetzen. Mit
der Inbetriebnahme des neuen Gotthardtunnels gelingt
ein Jahrhundertbauwerk, das Nord- und Süd­europa
besser verbindet und einen substanziellen ­­­Zeit- und
Kapa­zi­täts­­­gewinn bringt.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 04

Konzernlagebericht

Die SBB 2015.
G4–4

Unsere mehr als fünf Mio. Kunden sind zufriedener mit den Angeboten und Dienstleistungen als im Vorjahr. Die Kundenzufriedenheit stieg insgesamt um 0,5 auf 74,8 ­Punkte.
Zufriedener waren unsere Kunden insbesondere mit dem Platzangebot (+2,5 auf
70,7 Punkte), der Haltung unserer Mitarbeitenden (+0,7 auf 77,8 Punkte), der Sauberkeit
im Zug (+0,7 auf 71 Punkte) und im Bahnhof (+1,2 auf 75,3 Punkte) sowie dem PreisLeistungs-Verhältnis (+0,9 auf 61,7 Punkte). Leicht verschlechtert haben sich die Wahrnehmung der Störungsbewältigung (–0,4 auf 61,2 Punkte) und die Zufriedenheit mit der
Pünktlichkeit (–0,4 auf 81,1 Punkte).
Die Netznutzungseffizienz – Züge pro Hauptgleis und Tag – stieg um 0,5 auf 101,5.
Damit waren so viele Züge unterwegs wie noch nie zuvor, bei gleichzeitig mehr Unterhalt
und Baustellen. 87,8 Prozent aller Reisenden erreichten 2015 pünktlich ihr Ziel, 0,1 Prozentpunkte mehr als 2014 – unseren Zielwert haben wir aber noch nicht erreicht. Während die Pünktlichkeit im Raum Zürich verbessert werden konnte, besteht insbeson­dere
auf der Süd-Nord-Achse und im Fernverkehrsnetz Handlungsbedarf, der in umfang­
reichen Programmen angegangen wird. Trotz weiter steigenden Unterhalts- und Bauarbeiten bleibt die SBB die pünktlichste Bahn Europas. Ihren Anschlusszug erreichten
97,0 Prozent der umsteigenden Kunden. Dies sind 0,1 Prozentpunkte weniger als im
Vorjahr. Für einzelne verspätete Züge wurden Anschlüsse nicht abgewartet, um Folgeverspätungen im Gesamtsystem zu vermeiden und damit die Pünktlichkeit aller Reisenden zu steigern.
Neun Zugunfälle mit mittlerem und grossem Ausmasspotenzial haben die insgesamt gute Sicherheitsbilanz 2015 getrübt. So kollidierten zwei Personenzüge seitlich in
Rafz  (ZH ) und ein Güterzug entgleiste in Daillens (VD ). Auch wenn die Unfallzahl im
langjährigen Durchschnitt liegt, zeigt sie doch, dass wir bei unseren Anstrengungen für
Sicherheit und Qualität nie nachlassen dürfen. Seit August 2015 warnt eine App die
Lokführer über iPad, wenn sie ihren Zug trotz Haltesignal beschleunigen. Die Entgleisung
in Daillens verstärkte die Anstrengungen aller Beteiligten, gemeinsam die Risiken von
Gefahrguttransporten zu vermindern.

Wichtige Meilensteine für Kunden erreicht.
Deutlich mehr Zug für die Kunden brachte der Fahrplanwechsel
von Ende 2015. Dank unseren Mitarbeitenden hat der grösste
Fahrplanwechsel seit Bahn 2000 weitgehend reibungslos funk­
tioniert. Dies zeigt eindrücklich die Stärke der integrierten Bahn.
Mit der Inbetriebnahme der zweiten Etappe der Zürcher Durchmesserlinie ist Zürich HB nun auch für Fernverkehrszüge kein
Sackbahnhof mehr. Der Fahrplan 2016 hat das Zugs­angebot im
Fernverkehr um 1 weiteres Prozent erhöht, im Regionalverkehr
sogar um 3,3 Prozent. Wichtige Ausbauprojekte sind 2015 vorangekommen, etwa «Léman 2030» oder der Vierspurausbau
zwischen Olten und Aarau. Auch das Jahrhundertprojekt Gotthard-Basistunnel ist auf
Kurs. Die Umstellung der Zulaufstrecken auf die Führerstandssignalisierung ETCS Level 2
ist in Rekordzeit gelungen, vereinzelt kam es zu Anmeldeproblemen von Lokomotiven,
was leider auch unsere Kunden hin und wieder zu spüren bekommen haben.
Das Grossprojekt Europaallee hat mit der Grundsteinlegung des Baufelds H ein
weiteres Etappenziel erreicht. Die benachbarte Sihlpost, ein Wahrzeichen der Stadt
Zürich, wurde umfassend saniert. Die Kunden in den Bahnhöfen erhielten mit dem
«SpeedyShop» einen Abholservice am Bahnhof.

Trotz weiter steigenden
Unterhalts- und Bau­
arbeiten bleibt die SBB
die pünktlichste Bahn
Europas.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 05

Konzernlagebericht

Netznutzung.
Mio. Trkm

Züge pro Hauptgleis und Tag

200

200

150

150

100

100

50

50

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

  Verkaufte Trassen – Reiseverkehr (Mio. Trkm)
  Verkaufte Trassen – Güterverkehr (Mio. Trkm)
  Netznutzungseffizienz (Züge pro Hauptgleis und Tag)

SBB Cargo verlängerte den Transitauftrag für den Transport inter­nationaler Güterzüge
durch die Schweiz mit DB Schenker vorzeitig bis 2020. Dies ist ein Lichtblick angesichts
des wirtschaftlich schwierigen Umfelds für SBB Cargo.
Mit der Einführung des SwissPass ist ein erster Schritt hin zu einfachen Angeboten
in der Mobilität eingeleitet. Nach und nach werden weitere Angebote in den SwissPass
integriert. 2017 soll eine Smartphone-Version folgen.

Immer digitaler unterwegs.
Gross ist die Nachfrage nach Mobilfunkverbindungen in und aus Zügen. Dank unserem
schon 2013 gestarteten Programm liegen wir bei der «Connectivity» heute europaweit
an der Spitze, wie unabhängige Untersuchungen gezeigt haben. Diesen Spitzenplatz
wollen wir behaupten. Im Fernverkehr sind alle Zugwagen mit Mobilfunkverstärkern
ausgerüstet, im Regionalverkehr steht dies noch an. Rund 80 Bahnhöfe sind bis Ende
2015 mit kostenlosem WiFi ausgerüstet worden.
Immer beliebter sind SBB MobileTickets: 2015 kauften unsere Kunden täglich rund
34 000 Tickets via Smartphone-App – über 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit total
12,3 Mio. Tickets, rund 14 Prozent der gesamten Verkäufe, ist SBB Mobile der ­«grösste
Bahnhof». Am Schalter wurden 19,8 Mio. Billetts verkauft, rund 1 Mio. weniger als 2014
(–5,5 Prozent). Die Online-Kanäle werden also immer wichtiger. Der persönlich b
­ ediente
Verkauf wird dennoch weiterhin eine grosse Bedeutung behalten. Herausfordernd bleibt
die Sanierung unserer Verkaufssysteme.
Die Kundeninformation haben wir auf der ganzen Reisekette weiter verbessert,
etwa mit LED -Generalanzeigern in grossen Bahnhöfen, die auch Sofortinformationen
im Störungsfall erlauben. Die App SBB Mobile entwickeln wir gemeinsam mit den K
­ unden
zum digitalen Reisebegleiter weiter. Zudem haben wir über 1000 neue Billettautomaten
installiert.
Kundenbedürfnisse sind im Wandel, die SBB passt sich laufend an. Per Ende 2015
haben wir uns aus dem Reisebürogeschäft zurückgezogen, weil die Nachfrage u. a.
wegen Online-Buchungen rückläufig war. Wegen veränderten Konsumverhaltens in
Zügen und steigender Verpflegung in Bahnhöfen haben wir das künftige Bahncatering
neu konzipiert: Die Zahl der Speisewagen steigt bis 2021 von heute 90 auf 120. Die
Bedienung am Platz in Teilen der 1. Klasse sowie das Take-away-Angebot sollen aus-

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 06

Konzernlagebericht

Konzernergebnis.
in Mio. CHF
500

250

0

–250

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

gebaut werden und ersetzen den stark defizitären Minibarservice ab Ende 2017 schrittweise. Zu tiefe Nachfrage hat auch dazu geführt, dass wir die Businesspoints in Bern
und Genf Ende März 2016 schliessen. Der jährliche Verlust in diesen drei Geschäfts­
feldern betrug rund CHF  20 Mio.
Auch der Güterverkehr wird digitaler: SBB Cargo erprobt «intelligente» Güterwagen,
die mit Sensoren und GPS ausgerüstet sind, während der Fahrt Daten senden und auch
Kunden laufend nützliche Informationen zur Verfügung stellen.

Konzernergebnis gesunken – finanzielle Lage bleibt anspruchsvoll.
Das Konzernergebnis der SBB sank gegenüber Vorjahr um CHF   127  Mio. auf
CHF   246  Mio. Ohne Auswirkungen der Frankenstärke wäre es rund CHF   80  Mio.
höher ausgefallen. Dank raschem und entschlossenem Handeln – Einstellungsstopps
und Karenzfrist bei offenen Stellen oder Nachverhandlungen beim Einkauf – konnten
wir die negativen Effekte in Grenzen halten. Höheren Personenverkehrs- und Miet­
erträgen standen tiefere Erträge im Güterverkehr gegenüber. Belastend wirkten auch
die ­zu­sätzlich benötigten Mittel für den Unterhalt bei Infrastruktur, die tieferen Gewinne
aus Immobilienverkäufen sowie ein gestiegener Personalaufwand und höhere Abschreibungen.
Der Free Cash Flow war erneut negativ und lag bei CHF   –523  Mio. (Vorjahr:
CHF  –205 Mio.). Die verzinsliche Nettoverschuldung erhöhte sich auf CHF  8252 Mio.
(Vorjahr: CHF  7720 Mio.), insbesondere wegen Investitionen in Regionalverkehrszüge,
Bahnhöfe, Anlageobjekte sowie wegen des Defizits von Infrastruktur Netz. Der Schuldendeckungsgrad (verzinsliche Nettoverschuldung/ EBITDA ) lag bei 6,9 (Vorjahr: 6,7). Ohne
Übernahme der Mehrkosten für den Infrastrukturunterhalt zwischen 2013 und 2015
durch die SBB , läge die Verschuldung unter 6,5.
Der Personalbestand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 270 Vollzeitstellen
auf 33 000 (+0,8 Prozent), allerdings weniger stark als geplant. Der Anstieg erfolgte z. B.
beim Lokpersonal und bei Infrastruktur wegen des gestiegenen Auftrags- und Investitionsvolumens. Beim Verkaufspersonal sind Stellen weggefallen wegen Schliessung der
Reisebüros, beim Betrieb Infrastruktur wegen Automation. Der Personalbestand in den
Konzernbereichen ist 2015 um gut 200 auf 4489 Stellen gestiegen, weil unsere Informatik für vorher extern vergebene Aufgaben Stellen geschaffen hat und die Bildungsaktivitäten weiter zusammengefasst worden sind. Seit 2007 bündelt die SBB aus Effizienzgründen Stellen auf Konzernstufe, die zuvor in verschiedenen Bereichen verstreut
waren. Wir planen, bis Ende 2020  im ganzen Unternehmen mindestens 900  Stellen
abzubauen, um das angestrebte Kostensenkungsziel bis 2020 zu erreichen. Es werden

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 07

Konzernlagebericht

aber auch Stellen aufgebaut, beispielsweise beim Lokpersonal aufgrund der Verkehrszunahme, bei Ingenieuren zur Bewältigung des zusätzlichen Unterhalts und vieler Ausbauten, im Bereich Innovation zur Bewältigung der Zukunftsthemen und schliesslich bei
den Lernenden.

Personenverkehr: im Fernverkehr mehr Wachstum
­ausserhalb der Stosszeiten.
Das Ergebnis des Personenverkehrs stieg auf CHF 131 Mio. (Vorjahr: CHF 104 Mio.). Ohne Auswirkungen der Frankenstärke wäre
es rund CHF 35 Mio. höher ausgefallen. Denn der internationale
Personenverkehr verzeichnete tiefere Erträge, die dank Ticketpreisanpassung etwas eingedämmt werden konnten. Zudem stieg
im internationalen Personenverkehr die Konkurrenz durch alternative Mobilitätsträger wie Fernbusse oder Billigfluglinien. Das
Ergebniswachstum ist vorab den höheren Verkehrserträgen im
Fern- als auch im Regionalverkehr zu verdanken. Im Fernverkehr
führte die Zunahme der Verkehrsleistung zu höheren Trassenkosten, die operativen
Kosten der Produktion nahmen leicht zu.
Der Kostendeckungsgrad des bestellten Regionalverkehrs lag bei 58,9  Prozent
und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1,4  Prozentpunkte verschlechtert: Die Verkehrserträge fielen zwar höher aus als im Vorjahr; noch stärker stiegen aber die Kosten,
unter anderem wegen der Inbetriebnahme neuer Linien und des Einsatzes von neuem
Roll­material. Die durchschnittliche Auslastung im R
­ egionalverkehr betrug 22,7 Prozent
(+0,2 Prozent), im Fernverkehr 31,6 Prozent (+0,7 Prozent).
Bei wiederum höherem Passagieraufkommen wuchs die Nachfrage in Hauptverkehrs- (+2 Prozent) und Nebenverkehrszeiten (+1,9 Prozent) ähnlich stark, gleich wie
2014. Im Fernverkehr nahm die Nachfrage erfreulicherweise in Nebenverkehrszeiten mit
1,8 Prozent erstmals stärker zu als in Hauptverkehrszeiten (+1,6 Prozent). Die Anstrengungen hin zu gleichmässigerer Auslastung scheinen zu greifen – dazu gehören Spar­
billette oder die Work-Smart-Initiative, mit der SBB und rund 60 andere Arbeitgeber
flexible Lebens- und Arbeitsformen fördern.
Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung sind Stammkunden der SBB : Rund
460 000 Kunden benützen ein Generalabonnement (+1,6 Prozent), 2,33 Mio. besitzen
ein Halbtaxabonnement (–0,5 Prozent). Ende 2015 waren bereits 887 000 SwissPassKarten im Umlauf.

Im Fernverkehr nahm
die Nachfrage erfreulicherweise in Nebenverkehrs­
zeiten erstmals stärker zu
als in Hauptverkehrszeiten.

SBB Immobilien: gutes Ergebnis – weniger Immobilienverkäufe.
SBB Immobilien verzeichnete mit CHF  342 Mio. ein tieferes Ergebnis vor Ausgleichszahlungen als im Vorjahr (CHF  395 Mio.). Die Gewinne aus Immobilienverkäufen fielen
tiefer aus (CHF  –48 Mio.); sie waren im Vorjahr aufgrund der Veräusserung von Bürogebäuden wie dem SBB Hauptsitz Bern Wankdorf aussergewöhnlich hoch ausgefallen.
SBB Immobilien profitierte aber nach wie vor von der Dynamik an seinen attraktiven
Zentrumslagen. Die Drittumsätze in den 32 grössten Bahnhöfen haben stärker zugelegt
als der gesamtschweizerische Detailhandel und sind um 2 Prozent auf CHF  1562 Mio.
gestiegen. Auch 2015 floss der Gewinn der Immobilien ins Bahnsystem zurück. Die
Mittel werden eingesetzt für die Stabilisierung der SBB Pensionskasse und jährliche
Zahlungen an SBB Infrastruktur von CHF  150 Mio.
Mit dem Spatenstich für das erste Gebäude des neuen Quartiers Pont-Rouge in
Genf oder der Grundsteinlegung Europaplatz Zürich sind wichtige Arealentwicklungen

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 08

Konzernlagebericht

v­ orangekommen. Rund 900 Mitarbeitende von SBB Cargo und SBB Infrastruktur bezogen den neuen Hauptsitz Aarepark in Olten mit modernen Arbeitsplätzen direkt
beim Bahnhof.

SBB Cargo leidet unter der Frankenstärke.
Mit einem Jahresergebnis von CHF  –22 Mio. (Vorjahr: CHF  33 Mio.)
konnte SBB Cargo die positiven Ergebnisse der beiden Vorjahre
nicht bestätigen. Zum einen belastete der starke Franken das
Ergebnis. Ohne dessen Auswirkungen wäre es um CHF  35 Mio.
höher ausgefallen. Gerade SBB Cargo International spürte, trotz
wiederum gestiegener Verkehrsleistung und des Gewinns von
Marktanteilen, die negativen Effekte aus der Umrechnung der
Euro-Erträge. Zum anderen führten die konjunkturelle Abschwächung und die zunehmende Deindustrialisierung zu einer geringeren Verkehrsleistung von SBB Cargo
Schweiz, wie sich im Rückgang der Nettotonnenkilometer um 3,5 Prozent auf 6334 Mio.
zeigt. Ausschlaggebend dafür war der Rückgang beim Wagenladungsverkehr (–3,4 Prozent) mit seinen hohen Fixkosten, auch weil das produzierende Gewerbe Produktionsstätten wegen der Frankenstärke ins Ausland verlagert hat.
Nach dem Verlust des Grosskunden Tamoil und dem Frankenschock belief sich
das Halbjahresergebnis von SBB Cargo bereits auf CHF   –25  Mio. Dank Spar- und
­Effizienzmassnahmen konnte im zweiten Halbjahr ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt
werden. Eine Entspannung des konjunkturellen Umfelds zeichnet sich aber nicht ab.
Aufgrund von Produktionsverlagerungen verloren gegangene Mengen werden lang­fristig
wegbleiben. Deshalb werden wir die Effizienz und Produktivität von SBB Cargo weiter
steigern und das Bediennetz im Wagen­ladungsverkehr weiter anpassen müssen.

Die SBB will die
Effizienz des Unterhalts
weiter steigern.

Infrastruktur: Mehrkosten im Unterhalt wiederum selbst finanziert.
SBB Infrastruktur verzeichnete erneut ein negatives Ergebnis von CHF  –96 Mio. (2014:
CHF  –66 Mio.). Dies ist vor allem auf zusätzlichen Unterhalt gegenüber den Annahmen
in der Leistungsvereinbarung 2013 bis 2016 zurückzuführen. Den Mehraufwand hat die
SBB 2015 wiederum aus eigenen Mitteln finanziert (CHF  109 Mio.), um eine hohe Verfügbarkeit und Sicherheit der Bahninfrastruktur zu gewährleisten. Der Mehrbedarf beim
Unterhalt der Fahrbahn ist anerkannt. In den nächsten Jahren wird dafür schrittweise
mehr ausgegeben. Gemäss Vereinbarung mit dem Bund übernimmt die SBB diese
Zusatzkosten, welche sie seit 2013 selbst trägt, im Jahr 2016 zum letzten Mal.
Die SBB hat die Zielerreichung ihrer Leistungsvereinbarung mit dem Bund gegenüber 2014 leicht verbessert und sieben von 15 Zielen erfüllt (2014: fünf). Über die H
­ älfte
der Zielindikatoren misst indessen nicht die effektiv erbrachten Leistungen der Infrastruktur oder kann durch diese nicht beeinflusst werden. Die SBB regt die Anpassung
dieser Indikatoren für die LV 2017 bis 2020 an.
Der Zustand der Bahninfrastruktur ist gemäss Netzzustandsbericht 2015 insgesamt
ausreichend bis gut, eine gute Sicherheit ist gewährleistet. Es gibt keine akut kritischen
Anlagen, hingegen ist der Zustand der Fahrbahn nur ausreichend. Der Nachholbedarf
konnte wie erwartet noch nicht nachhaltig stabilisiert werden: Er hat sich um CHF  275 Mio.
auf CHF  2796 Mio. (Vorjahr: CHF  2521 Mio.) erhöht, was gesamthaft nach wie vor rund
drei Prozent des Wiederbeschaffungswerts aller Anlagen entspricht.
Für die Leistungsvereinbarung 2017 bis 2020 haben sich SBB und BAV auf einen
Zahlungsrahmen geeinigt. Trotz 15 Prozent mehr Mitteln bleibt der Finanzrahmen eng,
da der Unterhaltsbedarf stark gestiegen ist und die Netzauslastung weiter zunimmt –

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 09

Konzernlagebericht

2015 ist die Anzahl verkaufter Trassenkilometer um 0,9 Prozent auf 175 Mio. gestiegen.
Auch werden mehr Anlagen wie der neue Gotthardtunnel in Betrieb genommen, und
gesetzliche Auflagen nehmen zu. Die SBB will die Effizienz des Unterhalts weiter steigern.
Dabei hat Unterhalt Vorrang vor Ausbau. Für den Ausbauschritt 2030, der voraussichtlich 2018 entschieden wird, müssen wir uns auf Ausbauten konzentrieren, die auch bei
zu erwartenden Veränderungen in der Mobilitätskette möglichst wirtschaftlich sind.
Verkehrsdichte und Belastung der Infrastruktur werden weiter steigen, ebenso der
Unterhaltsbedarf und damit die Zahl unserer Baustellen. Längere Bau- und Unterhaltsintervalle erlauben produktiveres Arbeiten. Hier gilt es, die Balance zu halten zwischen
Kundenpünktlichkeit, Zustand und Produktivität der Infrastruktur und einem a
­ ttraktiven
Angebot für Kunden, das Erträge im Personen- und Güterverkehr sicherstellt.

Ausblick.
Neuer Gotthardtunnel: Gelegenheit, über die Mobilität der Zukunft nachzudenken.
Am 1. Juni 2016 werden die Kameras der Welt auf das Gotthardmassiv gerichtet sein:
Der mit 57 Kilometern längste Eisenbahntunnel der Welt wird offiziell eröffnet. Die Inbetriebnahme folgt mit dem Fahrplanwechsel vom 10./11. Dezember. Generationen haben
am Jahrhundertbauwerk gearbeitet, 1992 hat das Schweizer Stimmvolk Ja gesagt zum
Alptransit-Beschluss, 1998 ja zur FinöV-Vorlage und damit zur Finanzierung. Der Güterverkehr profitiert von einer prognostizierten Steigerung der Transportkapazität um
59 Prozent bis 2030. Die Reise unserer Kunden zwischen Mailand und Zürich wird um
30 Minuten kürzer, ab 2020 um 60 Minuten.
Im grenzüberschreitenden Verkehr wollen wir die Kooperationen mit unseren Partnerbahnen weiter ver­stärken und die Eröffnung dazu nutzen, die grenzüberschreitende
Zuverlässigkeit im ÖV und zusätzliche Angebote voranzutreiben, insbesondere auf der
Süd-Nord-Achse. Mit Industriepartnern sowie Forschungs- und Entwicklungsnetzwerken wollen wir die Möglichkeiten des technologischen Fortschritts für die Weiterentwicklung unserer Bahn­systeme nutzen.

Grosse Herausforderungen – Stabilität und Agilität.
Kundenanforderungen und Mobilitätsverhalten sind im Wandel.
Schiene gegen Strasse war früher: Heute wollen Kunden durchgängige, einfache Angebote von Tür zu Tür. Jedoch tauchen neue
Elemente in der Mobilitätskette auf wie Fernbusse und perspektivisch selbst fahrende Fahrzeuge. Diese haben im Personenverkehr das Potenzial, zum öffentlichen Individualverkehr zu werden
und die Lücke des ÖV auf der klassischen letzten Meile zu schlies­
sen. Im Güterverkehr wird der Einzelwagenladungsverkehr zunehmend Konkurrenz
erhalten durch umweltfreundliche, flexible Angebote auf der Strasse, etwa mit «Platooning» – Fahren von Lastwagen mit geringem Abstand auf Autobahnen. Schon bald sind
weitere Verbesserungen punkto Sicherheit, Kapazität, Flexibilität und Umweltfreundlichkeit auch bei anderen Verkehrsträgern zu erwarten.
Der intermodale Wettbewerb – der Wettbewerb um den Platz in der Mobilitäts­
kette – nimmt zu: Kunden können Komfort und Preis-Leistungs-Verhältnis immer besser vergleichen. Die Gesamtsystemkosten der SBB steigen, andere Verkehrsträger
rechnen mit Einsparpotenzialen von 50 Prozent. Investitionspriorisierung und Realisierung von Produktivitätssteigerungen fordern uns. Die regulatorischen und raumplane-

Die SBB muss künftig ­
agiler und vor allem
auch einfacher werden.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 10

Konzernlagebericht

rischen Anforderungen an die Bahnen sind hoch und steigen tendenziell, beispiels­weise
aufgrund der Übernahme technischer Normen der EU , verschärfter Auflagen bei öffentlichen Beschaffungen oder Denkmalschutzvorschriften. Öffentliche Mittel werden angesichts anderer grosser Aufgaben wie Sozialversicherungen, Bildung u. a. m. knapper.
Bestehende Infrastrukturen können dank neuer Technologien aber auch besser
ausgenutzt werden, sowohl auf der Schiene als auch auf der Strasse. Falls die Auslastung in Zügen und Autos gesteigert werden kann, könnten sogar Ausbauten vermieden
und öffentlicher Raum gerade in Städten frei werden. Solche unternehmerischen und
volkswirtschaftlichen Perspektiven untersuchen wir zurzeit in Szenarien.
Dies alles zeigt: Die SBB muss künftig agiler und vor allem auch einfacher werden.
Es ist herausfordernd, gleichzeitig agil und stabil zu sein. Die Stärken der Eisenbahn
sind Sicherheit und Pünktlichkeit. Diese müssen wir pflegen und weiter verbessern,
damit das Bahnsystem auch weiterhin funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk oder eben
die SBB . Der zuverlässige Betrieb bleibt die Basis unserer Arbeit.
Wir wollen als Mobilitätsintegrator für unsere Kunden die Mobilitätskette einfacher
und persönlicher organisieren, sowohl auf der physischen als auch auf der digitalen
Ebene. Bei sich ändernden Kunden­bedürfnisse wird die SBB immer wieder neue Produkte und Dienstleistungen in kontrolliertem Rahmen ausprobieren und sich vorausschauend auf den Wandel ausrichten, wie wir es beispielsweise in Zusammenarbeit mit
Start-ups tun.
Eine noch engere Zusammenarbeit innerhalb der ÖV-Branche mit ihren rund
250 Transportunternehmen und Verbünden ermöglicht es, den grossen Vorteil im ÖV
Schweiz – eine Reise, ein Ticket, einfach buchbar – auszubauen. Innovationen müssen
wir gezielt vorantreiben und dabei an Geschwindigkeit zulegen. Als Rückgrat und treibende Kraft des Öffentlichen Verkehrs müssen wir noch stärker die betriebswirtschaftliche Sicht einbringen.

Die Mobilität der Zukunft konkret gestalten.
Mit dem Programm RailFit20/30 wollen wir ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für unsere Kunden und die Bezahlbarkeit des
Öffentlichen Verkehrs für die Besteller sicherstellen. Bis 2020
wollen wir das Kostenniveau gegenüber 2014 um mindestens
CHF  550 Mio. und bis 2030 um CHF  1,75 Mrd. senken. Dabei
werden wir bestehende Angebots- und Betriebskonzepte überprüfen und neue Konzepte andenken, beispielsweise «Tangential­
züge», welche nicht in die grossen Bahnhöfe hineinfahren. Wir
wollen nur dort sparen, wo es die Kunden nicht spüren – auch wenn wir uns bewusst
sind, dass notwendige Veränderungen von ihnen häufig mit Sparen gleichgesetzt w
­ erden.
Die Digitalisierung wollen wir verstärkt nutzen. So können wir nicht nur selber
Produktivitätsfortschritte erzielen, sondern auch unsere Dienstleistungen entlang der
ganzen Reisekette und von Tür zu Tür personalisieren. Unsere differenzierte OpenData-Strategie ermöglicht eine verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Marktteilnehmern
bezüglich SBB Daten: Neben dem Sollfahrplan veröffentlichen wir seit Oktober 2015
Daten zu Haltestellen, seit März 2016 die Anzahl Züge pro Streckenabschnitt und die
Passagierfrequenzen der Bahnhöfe, ab Fahrplanwechsel 2016 folgen die Ist-Fahrplandaten. Umgekehrt verlangen wir, dass andere Anbieter ihre Daten im Sinn von Reziprozität ebenso zur Verfügung stellen und deren Qualität garantieren.
Kundendaten geben wir weder an Dritte weiter, noch verkaufen wir sie. Das haben
wir in unseren Grundsätzen von 2015 festgehalten. Oberste Maxime ist für uns das
Vertrauen unserer Kunden im Umgang mit Daten. Um massgeschneiderte Mobilitäts­

Oberste Maxime ist
für uns das Vertrauen
unserer Kunden
im Umgang mit Daten.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 11

Konzernlagebericht

lösungen zu ermöglichen – z. B. das elektronische Ticketing – sind wir darauf angewiesen, mehr Daten von Kunden zu erhalten. Sie sollen dazu explizit ihr Einverständnis
geben können. Betreffend Datennutzung ist deshalb eine klare gesetzliche Grundlage
zu schaffen.
Neue Technologien verändern auch die Zusammenarbeit im Unternehmen. Alle
SBB Mitarbeitenden sind 2015 mit Smartphones oder Tablets ausgerüstet worden. Dies
vereinfacht Arbeitsabläufe und eröffnet neue Möglichkeiten, unsere Dienstleistungen
kundenorientiert zu erbringen. Ein Beispiel ist die Defect App: Mitarbeitende können
kundenrelevante Mängel mobil melden, diese werden rascher behoben. Das traditionelle Bahnwissen, über Jahrzehnte gewachsen und Stolz vieler Eisenbahner, bleibt ein
Erfolgsfaktor. Automatisierungen oder Roboter werden Bahn-Know-how nicht ersetzen
können. Deshalb werden wir gezielt in die Weiterbildung investieren. Unsere Führungskräfte sollen flexiblen Einsatz, etwa im Homework, ermöglichen. Dies erhöht die Lebens­
qualität der Mitarbeitenden und unsere Attraktivität als Arbeitgeber.
So blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft. Wir danken unseren Kunden herzlich
für ihr Vertrauen. Ebenso den 33 000 Mitarbeitenden aus 95 Nationen, die sich tagtäglich für die Kunden einsetzen. Unser Dank gilt auch Politik und Behörden, die uns unterstützen und uns auf dem Weg in die Mobilität der Zukunft begleiten. Gleichzeitig
bitten wir um Nachsicht, wenn es einmal nicht rundläuft: Im Bahnsystem können kleine
Ursachen grosse Auswirkungen haben. Wir setzen alles daran, aus Fehlern zu lernen
und die Qualität unserer Angebote und Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern.
Es ist für uns eine Ehre und eine Verpflichtung, für unsere Kunden und für die
Schweiz die Mobilität der Zukunft zu gestalten  – einfach, persönlich, vernetzt. Wir
­arbeiten täglich dafür, dass wir auch in Zukunft eine grosse Dividende an den Eigen­
tümer ausschütten können, nämlich einen Beitrag zur Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz.

	
Dr. Ulrich Gygi					
Präsident des Verwaltungsrates SBB AG

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

A ndreas Meyer
CEO SBB AG

S 12

Konzernlagebericht

SBB Konzern in Zahlen.
G4–8

Konzernerfolgsrechnung

(in Mio. Schweizer Franken)
2015

2014

Abweichung

8 786
–8 479
307
–198
142
251
–5
246

8 664
–8 350
314
–133
190
372
1
373

1,4 %
–1,5 %
–2,4 %
–49,3 %
–25,4 %
–32,6 %
–484,3 %
–34,1 %

2015

2014

Abweichung

131
342
–22
–96

104
395
33
–66

25,6 %
–13,3 %
–165,2 %
–46,3 %

2015

2014

Abweichung

1,21
18,6

1,18
18,2

2,7 %
1,8 %

Immobilien
Mietertrag Dritte (in Mio. CHF )

433

417

3,8 %

Güterverkehr
Nettotonnenkilometer (in Mrd.)

15,1

14,5

4,1 %

174,8

173,3

0,9 %

G4–9

Betriebsertrag
Betriebsaufwand
Betriebsergebnis/ EBIT
Finanzergebnis
Betriebsfremdes Ergebnis
Ergebnis vor Steuern
Steuern und Minderheitsanteile
Konzerngewinn

Segmentergebnisse

(in Mio. Schweizer Franken)

Personenverkehr
Immobilien*
Güterverkehr
Infrastruktur
* Vor allen Ausgleichszahlungen.

Mengen und Leistungen

Personenverkehr
Passagiere pro Tag (in Mio.)
Personenkilometer (in Mrd.)

Infrastruktur
Trassenkilometer (in Mio.)

Der vollständige SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015 kann
im Internet unter sbb.ch/geschaeftsbericht heruntergeladen werden.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Corporate Governance

Corporate Governance.
Offen und verständlich.
Die Unternehmensleitung der SBB pflegt gegenüber der
­Öffentlichkeit eine offene und verständliche Corporate
Governance: Sie setzt sich für ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen Verantwortung, ­Leistung und Entlöhnung ein.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 13

S 14

Corporate Governance

Rechtsform und Konzernstruktur.
  G4–7
  G4–17
 
Mit einer offenen Berichterstattung will die SBB den Erwar­
tungen und Bedürfnissen nach vermehrter Information und
erweiterter Transparenz gerecht werden. Obwohl die SBB ­keine
Publikumsgesellschaft ist, orientiert sich die Berichterstattung
in Bezug auf Gliederung und Organisation soweit möglich an
der Richtlinie betreffend Informationen zur Corporate Governance der SIX Swiss Exchange (September 2014) sowie am
Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance (September 2014). Im Hinblick auf die Besonderheiten der SBB
werden jedoch gewisse Anpassungen vorgenommen.

Bedeutende Aktionäre.

Rechtsform.

Kapitalstruktur.

  G4–5
Das Unternehmen «Schweizerische Bundesbahnen SBB » ist
eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft mit Sitz in Bern. Sie
basiert auf dem Bundesgesetz über die Schweizerischen
Bundes­bahnen (SBBG ) vom 20. März 1998.

Das Aktienkapital beträgt CHF   9  Mrd. und ist eingeteilt in
180 Mio. Namenaktien mit einem Nennwert von CHF  50.–. Die
Aktien sind voll liberiert. Es gibt kein genehmigtes oder bedingtes Kapital, keine Partizipations- oder Genussscheine sowie
keine Wandelanleihen oder Optionen. Diese Kapitalstruktur ist
seit der Umwandlung der SBB in eine Aktiengesellschaft am
1. Januar 1999 unverändert geblieben. Jede Aktie berechtigt
in der Generalversammlung zu einer Stimme. Es bestehen ­neben
derjenigen von Art. 7 Abs. 3 des SBBG weder gesetzliche noch
statutarische Übertragungsbeschränkungen.

G4–6

G4–3

Struktur.
Das Organigramm der SBB ist auf der Seite gegenüber zu
finden.
Die 100-Prozent-Tochtergesellschaft SBB Cargo AG ist
eine selbstständige juristische Person, wird jedoch wie eine
Division geführt. Alle vier Divisionen und die Konzernbereiche
führen eigene Rechnungen. Die Rechnungslegung erfolgt nach
Swiss GAAP FER .
Die zum Konsolidierungskreis der SBB gehörenden Konzern- und assoziierten Gesellschaften sind im Beteiligungsverzeichnis aufgeführt (vgl. Seite 106). Dabei handelt es sich ausnahmslos um nicht kotierte, privatrechtliche Gesellschaften.
Die Divisionen und Konzernbereiche sind für die ihnen zugeordneten Gesellschaften verantwortlich und führen diese
unter Berücksichtigung der konzernweit gültigen Vorgaben. Die
voll konsolidierten Tochtergesellschaften werden direkt geführt,
die übrigen durch die Vertretung der SBB in den jeweiligen
Verwaltungsräten und Generalversammlungen. Aufgrund einer
speziellen Vereinbarung mit dem Bund liegt die Führung der
AlpTransit Gotthard AG nicht bei der SBB . Die Beteiligung wird
deshalb nicht konsolidiert.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Seit der Gründung der SBB AG ist der Bund zu 100 Prozent
Eigentümer des Aktienkapitals. Gemäss Art. 7 Abs. 3 des SBBG
muss der Bund zu jeder Zeit die kapital- und stimmenmässige
Mehrheit besitzen.

Kreuzbeteiligungen.
Es bestehen weder bei der SBB noch bei ihren voll konsolidierten Tochtergesellschaften kapital- oder stimmenmässige Kreuzbeteiligungen.

S 15

Corporate Governance

Organigramm (1. Januar 2016).
G4–34

 

Interne Revision

Ulrich Gygi, Präsident des Verwaltungsrats

Stefan Raimann

Konzernleitung

Verwaltungsrat

Chief Executive Officer

Personenverkehr

Immobilien

SBB Cargo

Infrastruktur Finanzen

Human
Resources

Informatik

Kommunika­
tion

Jeannine
Pilloud

Jürg
Stöckli

Nicolas
Perrin

Philippe
Gauderon

Georg
Radon

Markus
Jordi

Peter
Kummer

Kathrin
Amacker

Vertrieb

F ahrplan und
Netzdesign

Corporate
Accounting

P ersonalpolitik

Solution Center Integrierte
Personenverkehr Kommunikation

A nlagen und
Technologie

C orporate
Controlling

Projekte

C orporate
Treasury

Solution Center
Topkader und
Infrastruktur
Konzernbereiche
Solution Center
A rbeitsmarktCargo, Konzernfähigkeit,
bereiche, ICT
Gesundheit und
Workplace
Soziales
Solution Center
Shared Service
Finanzen, HR ,
Center
Immobilien
U nternehmensSoftware
entwicklung
Engineering
Diversity
Operations
Management

P ortfolio-­
Regionalverkehr management
D evelopment
Operating

B ewirtschaftung
VerkehrsFernverkehr

management
Vertrieb und
Services

Immobilien­
rechte
RailClean

Finanzen

F inanzen

Human
Resources

H uman
Resources

U nternehmensentwicklung

Marketing und
Kommunikation

Ö ffentliche
Sicherheit

Recht,
Compliance und
Beschaffung

P roduktion
A sset
Management
F inanzen
H uman
Resources

Instandhaltung

U nternehmensentwicklung

E inkauf,
Supply Chain,
Produktion

Q ualität,
Sicherheit und
Umwelt

Qualität und
Sicherheit

* Geführt durch CFO.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Betrieb

E nergie
Finanzen
Human
Resources
U nternehmensentwicklung
R isiko,
Sicherheit,
Qualität, Umwelt

P rozessund Projektmanagement
Versicherungsmanagement
C orporate
Risk
Management
Shared Service
Organisation
Change
Management

Bildung SBB

Strategie,
Architektur
und Qualität
Security & Risk
Management

Personenverkehr
Immobilien
SBB Cargo

Infrastruktur
Public Affairs
und Regulation
Strategie,
Marketing,
Nachhaltigkeit
Markenführung/
-Erlebnis

Unternehmensentwicklung
Sicherheit
und Qualität
Recht und
Compliance
Supply
Chain
Management *

S o n s t i g e Ko n z e r n b e r e i c h e

Andreas Meyer

S 16

Corporate Governance

Ulrich Gygi, Verwaltungsratspräsident

Monika Ribar

Andrea Hämmerle

Conrad Löffel

Alexandra Post Quillet

Peter Siegenthaler

Hans-Jürg Spillmann

Daniel Trolliet

Pierre-Alain Urech

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Corporate Governance

S 17

Verwaltungsrat.
Mitglieder des Verwaltungsrats.  
G4–38

Die unten stehende Aufstellung gibt Aufschluss über die Zusam­
mensetzung des Verwaltungsrates am 31. Dezember 2015, die
Funktionen der einzelnen Mitglieder innerhalb der SBB , ihre
Nationalität und das Jahr der erstmaligen Wahl in den Verwaltungsrat. Zudem enthält sie Angaben zur beruflichen Laufbahn
und Ausbildung, das Geburtsjahr, weitere Tätigkeiten und Interessenbindungen wie Mandate in wichtigen Unternehmen,
­Organisationen und Stiftungen, ständige Funktionen in wichtigen
Interessengruppen sowie amtliche Funktionen und politische
Mandate.
Ulrich Gygi (1946, CH )
Verwaltungsratspräsident seit 2009, Dr. rer. pol., Vorsitzender
des Personal- und Organisationsausschusses. Mitglied des
Prüfungsausschusses, des Risikoausschusses und des Ausschusses Infrastruktur.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Schweizerische Radiound Fernsehgesellschaft, Bern, Präsident Investitionsausschuss,
Mitglied Audit Committee | AXA Winterthur, Winterthur, Präsident Audit- und Risikoausschuss | BNP Paribas (Suisse) SA,
Genf, Mitglied Audit Committee, Mitglied Kreditausschuss.
Monika Ribar (1959, CH )
Vizepräsidentin seit 2014, lic. oec., Vorsitzende des Risikoausschusses, Mitglied des Personal- und Organisationsausschusses und des Ausschusses Infrastruktur.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Lufthansa AG, Frankfurt,
Mitglied | Sika AG, Baar, Mitglied, Präsidentin Audit Committee |
Chain IQ, Zürich, Mitglied | Rexel SA, Paris, Mitglied | Capoinvest
Ltd, Mitglied.
Andrea Hämmerle (1946, CH ), Personalvertreter
Mitglied seit 2012, Dr. iur., alt Nationalrat, Mitglied des Personalund Organisationsausschusses.
Andere Mandate: Biosphärenreservat Val Müstair – Parc Naziunal, Mitglied | Verein Pro Origen (Origen Kulturfestival), Präsident.
Conrad Löffel (1946, CH )
Mitglied seit 2008, Diplomierter Wirtschaftsprüfer. Vorsitzender
des Prüfungsausschusses.
Verwaltungsratsmandat: Adimmo AG, Basel, Mitglied.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Alexandra Post Quillet (1967, CH )
Mitglied seit 2012, lic. oec., Crescendo Marketing Unternehmens­
beratung, Teilinhaberin. Mitglied des Personal- und Organisa­
tionsausschusses.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Universität Lausanne,
Mitglied Stiftungsrat | HUG AG, Mitglied.
Peter Siegenthaler (1948, CH )
Mitglied seit 2010, lic. rer. pol., Mitglied des Prüfungsausschusses, des Risikoausschusses und des Ausschusses Infrastruktur.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Schweizer Kulturstiftung
Pro Helvetia, Mitglied Stiftungsrat | Berner Kantonalbank AG,
Mitglied.
Hans-Jürg Spillmann (1945, CH )
Mitglied seit 2011, lic. rer. pol., selbstständiger Unternehmensberater (Spillmann Consulting GmbH), Vorsitzender des Ausschusses Infrastruktur.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Rhätische Bahn AG,
Mitglied | zb Zentralbahn AG, Mitglied | Alptransit Gotthard AG,
Mitglied | VMCV SA (Transports publics de la Riviera Vaudoise),
Mitglied.
Daniel Trolliet (1954, CH), Personalvertreter
Mitglied seit 2011, Mitglied des Personal- und Organisationsausschusses.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Gemeinderat Avenches,
Präsident  | Thermoréseau Avenches SA, Mitglied  | Avenches
Opéra, Mitglied Stiftungsrat | Fondation Général Henri Guisan,
Mitglied Stiftungsrat  | Grossrat Kanton Waadt, Mitglied  |
­Association Suisse-Sardaigne, Vizepräsident.
Pierre-Alain Urech (1955, CH)
Mitglied seit 2015, CEO Gruppe Romande Energie, Mitglied des
Ausschusses Infrastruktur.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Romande Energie Commerce SA, Präsident | FMHL SA (Forces Motrices de l’Hongrin
SA), Präsident | FMA SA (Forces Motrices de l’Avançon SA),
Präsident  | FGB SA (Forces Motrices Gd. St. Bernard SA),
Präsident | CTV SA (Centrale thermique de Chavalon), Präsident | Dransenergie SA, Vizepräsident | Hydro-Explotation SA,
Mitglied | TVG SA (Télé Villars-Gryon SA), Mitglied | regioGrid
(Verband kantonaler Elektrizitätsunternehmen), Vorstandsmitglied | Chambre vaudoise du commerce, Mitglied des Strategie­
ausschusses.

S 18

Corporate Governance

Weitere Tätigkeiten.

Interne Organisation.

  G4–41
 
Die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Konzernleitung
deklarieren ihre Interessenbindungen nach dem Prinzip der
Selbstdeklaration. Ein besonderer Ausschuss des Verwaltungsrates (Präsidium), zusammengesetzt aus Ulrich Gygi und ­Monika
Ribar, wacht darüber, dass die Interessenbindungen deklariert,
potenzielle Interessenkonflikte frühzeitig erkannt und die Ausstandsregeln eingehalten werden. Die Mitglieder des Verwaltungsrates üben keine Exekutivfunktionen innerhalb der SBB
aus. Sie gehörten in den drei der Berichtsperiode vorangegangenen Geschäftsjahren weder der Geschäftsführung der SBB
noch der Geschäftsführung von Tochter- oder Beteiligungs­
gesellschaften der SBB an. Sie standen auch persönlich nicht
in geschäftlichen Beziehungen zu der SBB (z. B. als Lieferant,
Kreditgeber).

G4–36
  G4–45
Der Verwaltungsrat konstituiert sich im Übrigen selbst, indem
er aus seiner Mitte den Vizepräsidenten, die Vorsitzenden der
Ausschüsse des Verwaltungsrates sowie deren Mitglieder wählt.
Der Verwaltungsrat bezeichnet einen Sekretär, der nicht Mitglied
des Verwaltungsrates zu sein braucht. Sämtliche Entscheide
werden vom Gesamtverwaltungsrat getroffen. Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Umsetzung der strategischen Ziele
des Bundesrates; er erlässt die Strategie des Konzerns für die
Umsetzung der strategischen Ziele unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen.
Der Verwaltungsrat hielt im Geschäftsjahr 2015 zehn ordentliche Sitzungen (davon 3 Klausursitzungen) ab.
Es bestehen folgende vorberatende Ausschüsse: Prüfungsausschuss (4  Sitzungen im Geschäftsjahr), Personal- und
­Organisationsausschuss (6 Sitzungen im Geschäftsjahr), Risiko­
ausschuss (2 Sitzungen im Geschäftsjahr) und der Ausschuss
Infrastruktur (6 Sitzungen im Geschäftsjahr). Der Präsident des
Verwaltungsrates ist in allen Ausschüssen vertreten. Der CEO
und die betroffenen Konzernleitungsmitglieder nehmen in der
Regel an diesen Sitzungen teil.
Der Prüfungsausschuss behandelt die VR -Geschäfte in den
Bereichen Rechnungslegung, finanzielle Berichterstattung, internes Kontrollsystem sowie bei Entscheidungen von grosser
finanzieller Tragweite. Er entscheidet zudem in denjenigen Geschäften, die vom Gesamtverwaltungsrat an den Prüfungsausschuss delegiert wurden (z. B. Festlegung des Jahresprüfprogramms der internen Revision). Er beurteilt zudem im Auftrag
des Verwaltungsrats die Unabhängigkeit und die Leistung der
internen und der externen Revisionsstelle.
Der Risikoausschuss behandelt die Erkennung, Beurteilung
und Überwachung der Toprisiken der SBB sowie das Risk
Mana­gement und dessen Weiterentwicklung. Er stimmt sich bei
der Wahrnehmung seiner Aufgaben periodisch mit dem Prüfungsausschuss ab (namentlich bei der Beurteilung der finanziellen Risiken). Zudem befasst er sich mit der Vorberatung des
jährlichen Corporate Risk Report, des Massnahmen-Controllings
und des Investitionsreportings z. H. des Verwaltungsrates sowie
mit der Beurteilung und Weiterentwicklung der Risk­-Mana­ge­
ment-Grundsätze (Risk Policy SBB ) und -Aktivitäten der SBB .
Ferner befasst sich der Risikoausschuss neu mit dem jährlich
erstatteten «Legal & Compliance»-Bericht.

G4–39

Wahl und Amtszeit.
G4–40

Der Verwaltungsrat und der Verwaltungsratspräsident werden
seit der Statutenrevision vom 9. Juni 2011 von der Generalversammlung für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt (vorher:
4  Jahre). Die maximal mögliche Amtszeit beträgt zwölf Jahre
(Amtszeitbeschränkung). Die Amtsdauer endet in jedem Fall
spätestens mit dem Erreichen der Altersgrenze, d. h. an der
ordentlichen Generalversammlung, die auf das Kalenderjahr
folgt, in dem das 70. Altersjahr vollendet worden ist.
Es finden jeweils gestaffelte Erneuerungswahlen statt. Die
nächsten Wahlen finden im Jahr 2016 statt.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 19

Corporate Governance

Der Personal- und Organisationsausschuss behandelt die VR Geschäfte, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Wahl
bzw. der Abberufung von Konzernleitungsmitgliedern sowie mit
deren Salarierung (inkl. Anstellungsbedingungen sowie Ausrichtung von Leistungskomponenten) stehen. Ferner behandelt er
alle das Personal betreffenden Geschäfte (bspw. Genehmigung
Gesamtarbeitsverträge). Ausserdem befasst er sich mit Fragen
der Organisation der Konzernspitze (CEO und erste Führungsebene) sowie mit weiteren wichtigen personellen und sozialen
Themen.
Der Ausschuss Infrastruktur behandelt die VR -Geschäfte
im Bereich Infrastruktur be­treffend Betrieb, Substanzerhalt,
Unter­halt und Ausbau des B
­ ahnnetzes sowie deren Finanzierung. Dazu gehören insbesondere die Befassung mit den Netzzustandsberichten, den Leistungs- und Umsetzungsverein­
barungen mit den Behörden, den Unterhaltskonzepten, den
Angebots- und Netzausbau­planungen sowie den daraus folgenden Investitionsentscheiden gemäss den Schwellenwerten
des Organisations- und Geschäftsreglements und alle diesbezüglichen Finanzierungsfragen.
Die Traktanden für die Verwaltungsratssitzungen werden
vom Verwaltungsratspräsidenten auf Vorschlag des Managements festgelegt, diejenigen der Ausschüsse vom jeweiligen
Vorsitzenden. Jedes Mitglied des Verwaltungsrates kann die
Aufnahme von Traktanden beantragen. Der CEO nimmt an den
Verwaltungsratssitzungen teil.
Einmal jährlich beurteilt der Verwaltungsrat die Leistungen
der Mitglieder der Konzernleitung. Der Verwaltungsrat führt
einmal jährlich eine Selbstevaluation durch.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Kompetenzregelung zwischen
Verwaltungsrat und Konzernleitung.
G4–35

Der Verwaltungsrat hat gemäss Art. 12 Abs. 1 SBBG und den
Statuten die Geschäftsführung an die Konzernleitung delegiert.
Die Kompetenzen beider Führungsorgane sind im Organisations- und Geschäftsreglement festgelegt. Darin sind die von
Gesetzes wegen unübertragbaren und unentziehbaren Auf­
gaben des Verwaltungsrates beschrieben und diejenigen Entscheidungen festgelegt, für welche sich der Verwaltungsrat
ausdrücklich die Zuständigkeit vorbehält.

Informations- und Kontrollinstrumente
gegenüber der Konzernleitung.
G4–44
  G4–48
  G4–49
  G4–50
Der Verwaltungsrat hat ein integriertes Planungs- und Reportingsystem eingerichtet. Ihm stehen insbesondere folgende Instrumente zur Überwachung der Geschäftsführung zur Verfügung:
–– Management Informationssystem (MIS ): institutionalisierte
finanzielle Berichterstattung an den Verwaltungsratssitzungen über die finanzielle Entwicklung des Konzerns;
–– Budget und Mittelfristige Unternehmensplanung (MUP );
Langfristplanung (LFP );
–– Forecast über die Erreichung der Budgetvorgaben (dieser
wird im Laufe des Geschäftsjahres regelmässig aktualisiert);
–– Genehmigung Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht zuhanden der Generalversammlung;
–– Genehmigung des Jahresberichts über die Erreichung der
strategischen Ziele zuhanden des Bundesrats;
–– Genehmigung jährlicher Revisionsplan für die interne
­Revision;
–– Kenntnisnahme der Revisionsberichte der internen und der
externen Revisionsstelle sowie Kenntnisnahme des umfassenden Berichts der externen Revisionsstelle;
–– Genehmigung jährlicher Corporate Risk Report; Kenntnisnahme des Massnahmen-Controllings; Kenntnisnahme des
«Legal & Compliance»-Berichts;
–– internes Kontrollsystem im Sinne von Art. 728a OR ;
–– Genehmigung jährliche Berichterstattung über die Betei­
ligungsgesellschaften der SBB ;
–– Kenntnisnahme jährlicher Netzzustandsbericht;
–– Genehmigung jährlicher Bericht zur Leistungsvereinbarung;
–– Genehmigung jährlicher Sicherheitsbericht (Security und
Safety).

S 20

Corporate Governance

Interne Revision.

Compliance.

Die Interne Revision unterstützt den Verwaltungsrat, den Prüfungsausschuss und die Konzernleitung bei der Wahrnehmung
ihrer Aufsichts- und Kontrollpflichten. Sie ist direkt dem Präsidenten des Verwaltungsrates unterstellt und damit von der
operativen Leitung des Konzerns unabhängig. Die Interne
­Revision erstattet dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses
laufend Bericht.

G4–56
  G4–57
  G4–58
Verwaltungsrat und Konzernleitung bekennen sich zu einer
Unter­nehmenskultur, die sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch hohen ethischen Ansprüchen genügt. Die SBB ist
sich der Verantwortung als fairer und korrekter Partner gegenüber Mitarbeitenden, Kunden, Geschäftspartnern sowie der
Öffentlichkeit bewusst. Im Verhaltenskodex («Code of Conduct»)
sind die Grundsätze, Werte und Verhaltensregeln festgelegt,
welche für alle Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten gleichermassen verbindlich sind. Tatsächliche oder vermutete Verstösse können vertraulich der neu organisierten ComplianceMelde­stelle oder auch anonym über ein sicheres webbasiertes
System von internen, aber auch von externen Personen gemeldet werden. Im Berichtsjahr wurde zudem besonderes Augenmerk auf die Integration der Compliance-Funktionen in die
bestehende Organisation sowie auf die Zusammenarbeit zwischen Interner ­Revision, Risk Management und Compliance
gelegt. Mit dem neu organisierten Compliance Management
System (CMS ) stellt die SBB eine wirksame Regel- und Gesetzeskonformität sicher.

Risikomanagement.
G4–46
  G4–47
Die SBB betreibt ein auf die Bedürfnisse des Verwaltungsrates
und der Konzernleitung ausgerichtetes, konzernweites Risikomanagement. Grundlage dafür ist die vom Verwaltungsrat verabschiedete Risk Policy SBB , die Ziele, Grundsätze sowie
Aufgaben und Verantwortungen im Risk Management der SBB
regelt. Im jährlichen Risk-Management-Prozess werden die
­Risiken identifiziert, beurteilt und Massnahmen zur Risikosteuerung ergriffen. Die Konzernleitung, der Risikoausschuss sowie
der Verwaltungsrat setzen sich mit den wesentlichen Risiken
und den Massnahmen auseinander. Entscheidungen auf dieser
Stufe werden in den nachfolgenden Risk-Management-Pro­
zessen berücksichtigt. Über die Durchführung der Risikobeurteilung wird gem. Art. 961c OR im Anhang zur Konzernrechnung
berichtet.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Corporate Governance

S 21

Konzernleitung.
Mitglieder der Konzernleitung.
 
Die unten stehende Aufstellung gibt Aufschluss über die Zusammensetzung der Konzernleitung am 31.  Dezember 2015,
die Funktionen der einzelnen Mitglieder, ihre Nationalität und
das Jahr ihrer Berufung in die Konzernleitung. Zudem enthält
sie Angaben zur beruflichen Laufbahn und Ausbildung, das
Geburtsjahr, weitere Tätigkeiten und Interessenbindungen wie
Mandate in wichtigen Unternehmen, Organisationen und Stiftungen, ständige Funktionen in wichtigen Interessengruppen
sowie amtliche Funktionen und politische Mandate.
G4–38

Andreas Meyer (1961, CH )
CEO (seit 2007), lic. iur., Rechtsanwalt, MBA INSEAD Fontainebleau (Frankreich), zuvor Rechtskonsulent/Projektleiter ABB
Schweiz, Baden, Geschäftsführer Babcock Rohrleitungsbau
GmbH, Oberhausen/Bitterfeld (D), und zuletzt bei der Deutschen
Bahn AG als Vorsitzender der Konzernleitung der DB Stadtverkehr GmbH und Mitglied der Geschäftsführung der DB Personenverkehr GmbH sowie Mitglied des Executive Board der
Deutschen Bahn AG .
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Verband öffentlicher
Verkehr (VöV), Vorstandsmitglied | Gemeinschaft der europäischen Bahnen (CER), Vizepräsident  | International Union of
Railways (UIR), Mitglied.
Jeannine Pilloud (1964, CH )
Leiterin Personenverkehr (seit 2011), dipl. Arch. ETHZ , Henley
Management College/INSEAD ; London Master of Business Administration (MBA ). Zuletzt Tätigkeit als Senior Vice President, ICT
Operations/Region Westeuropa bei T-Systems International GmbH.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Schweiz Tourismus, Vorstandsmitglied | Mitglied des Tourismusrates des Kantons GR.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Jürg Stöckli (1969, CH )
Leiter Immobilien (seit 2010), lic. iur., Fürsprecher, Executive
MBA Universität St. Gallen. Zuletzt Tätigkeit als Chief Operating
Officer der Privera AG . Vor 2007 Leiter Recht und Beschaffung
und Mitglied der Geschäftsleitung von SBB Immobilien.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: smeyers Holding AG,
Mitglied.
Nicolas Perrin (1959, CH )
Leiter Güterverkehr (seit 2008), diplomierter Bauingenieur ETH
Zürich. Zuvor Leiter des Geschäftsbereichs International und
stellvertretender Divisionsleiter (SBB Cargo AG ), ab August
2007 interimistischer Leiter SBB Cargo. Bei der SBB seit 1987.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: HPC, Hamburg Port
Consulting, Mitglied des Aufsichtsrates.
Philippe Gauderon (1955, CH )
Leiter Infrastruktur (seit 2009), lic. iur., Rechtsanwalt. Zuletzt
Tätigkeit als Leiter Operating sowie stellvertretender Divisionsleiter Personenverkehr. Bei der SBB seit 1996. Zuvor Vize­
direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV ).
Verwaltungsrats- und andere Mandate: ÖBB-Infrastruktur AG,
Wien, Mitglied des Aufsichtsrates | BLS Netz AG, Bern, Mitglied |
LITRA, Vorstandsmitglied | USIC, Mitglied des Beirates.
Georg Radon (1958, CH )
CFO (seit 2008), Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule
Zürich (HWV ), Swiss Certified Controller am Institut für Betriebs­
ökonomie Zürich sowie Advanced Management Programme an
der Harvard Business School in Boston. Zuletzt Tätigkeit als
Group Chief Financial Officer und Mitglied der Konzernleitung
von SR Technics in Zürich/Kloten.

S 22

Corporate Governance

Andreas Meyer, CEO

Jeannine Pilloud

Jürg Stöckli

Nicolas Perrin

Philippe Gauderon

Georg Radon

Markus Jordi

Peter Kummer

Kathrin Amacker

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 23

Corporate Governance

Markus Jordi (1961, CH )
Leiter Human Resources (seit 2007), lic. iur. Zuvor Tätigkeit als
Leiter Human Resources Schweiz der Basler Versicherungen
und Mitglied der Direktion sowie ab 2006 als Leiter Corporate
Human Resources der Bâloise Holding.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Behindertenheim
«Blumen­haus», Präsident Vorstand | Alters- und Pflegeheim «Am
Bach», Präsident Stiftungsrat.
Peter Kummer (1965, CH )
Leiter Informatik (seit 2010), lic. rer. pol. Bei der SBB seit 2007,
zuvor Leiter IT Architektur und Strategie bei der Mobiliar Ver­
sicherungsgesellschaft.
Kathrin Amacker (1962, CH )
Leiterin Kommunikation (seit 2013), Dr. phil. II . Zuvor diverse
Tätigkeiten bei Ciba-Geigy/Novartis (Projektleiterin Pharma­
zeutische Klinikproduktion und Entwicklung, Human Resources
Management). Zuletzt Chief Communication Officer der Swiss­
com AG sowie Mitglied der Konzernleitung von Swisscom.
Verwaltungsrats- und andere Mandate: Merian-Iselin Stiftung,
Basel, Mitglied des Stiftungsrats | Verein Regio Basiliensis, Präsidentin Vorstand | Universität Basel, Mitglied Universitätsrat.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Managementverträge.
Die SBB oder ihre Konzerngesellschaften haben per Stichtag
31.  Dezember 2015 keine Managementverträge mit Gesell­
schaften oder natürlichen Personen ausserhalb des Konzerns
ab­geschlossen.

Organisation und Aufgaben der Konzernleitung.
Die Konzernleitung besteht aus dem CEO , den Leitern der
Divisionen Infrastruktur, Personenverkehr, Güterverkehr, Immobilien sowie der Fachführungen Personal, Finanzen, Informatik
und Kommunikation.
Der CEO steht der Konzernleitung vor und ist gegenüber
dem Verwaltungsrat verantwortlich für den Gesamterfolg des
Unternehmens. Die Mitglieder der Konzernleitung sind ihm
­unterstellt. Der CEO führt zudem direkt auch die Leiter der
Fachführungen Sicherheit und Qualität, Unternehmensentwicklung, Recht & Compliance ausserhalb der Konzernleitung.
­Supply Chain Management wird durch den CFO geführt.

S 24

Corporate Governance

Entschädigungen.
  G4–52
  G4–53
Der Verwaltungsrat hat die Entschädigungen sowie Nebenleistungen seiner Mitglieder im Honorar- und Spesenreglement vom
5. November 2009 geregelt. Grundlage dazu bilden die S
­ tatuten
der SBB sowie die entsprechenden Vorgaben des Bundesrates.
Die Entschädigung der Mitglieder des Verwaltungsrates besteht
aus einer funktionsabhängigen, fixen Entschädigung, basierend
auf einer durchschnittlichen Belastung in Tagen pro Jahr, und
einer Spesenpauschale. Die Arbeit in Ausschüssen sowie
Sonder­aufgaben werden entsprechend den Bestimmungen im
Honorar- und Spesenreglement im Rahmen von Taggeldern
zusätzlich abgegolten. Die Nebenleistungen umfassen die
Gratis­abgabe von Generalabonnementen für die Mitglieder
des Verwaltungsrates sowie deren Lebenspartnerinnen und
Lebens­partner.
Die Entschädigung der Konzernleitungsmitglieder wird in
einem Reglement, das per 1. Januar 2010 überarbeitet wurde,
geregelt und setzt sich zusammen aus einem fixen Grundsalär,
einer erfolgs- und leistungsabhängigen Prämie sowie einer Spesenpauschale. Dazu erhält jedes Mitglied jährlich eine einmalige
Einlage in sein Pensionskassenguthaben. Die Nebenleistungen
umfassen die Gratisabgabe von Generalabonnementen für die
Mitglieder der Konzernleitung sowie deren Familienangehörige
resp. Lebenspartnerinnen und -partner. Für den CEO besteht
zusätzlich zur Pensionskasse SBB eine Risikoversicherung
­gegen die wirtschaftlichen Folgen von Invalidität und Tod.
Der Personal- und Organisationsausschuss unterbreitet
dem Verwaltungsrat jährlich einen Vorschlag für die Struktur des
Leistungs- und Erfolgsprämiensystems, die Definition der
­Kriterien der Zielerreichung und den anwendbaren Massstab.
Im Weiteren genehmigt der Verwaltungsrat die Zielerreichung
und die darauf abgestützten Leistungs- und Erfolgs­prämien für
das vorangegangene Geschäftsjahr. Die­­Entschädigungen der
Verwaltungsrats- und Konzernleitungsmitglieder werden im
Rahmen des Kaderlohnreportings1 an den Bund rapportiert.
G4–51

1	

Bericht an die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte über
die Entlöhnung und weitere Vertragsbedingungen der obersten Kader
und Leitungsorgane von Unternehmen und Anstalten des Bundes.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Entschädigungen an ehemalige Organmitglieder.
An ehemalige Mitglieder der Konzernleitung wurden im Berichtsjahr keine Entschädigungen (Vorjahr keine) ausgerichtet. Für die
früher ausgeschiedenen Mitglieder des Verwaltungsrates
­wurden im Berichtsjahr mit Ausnahme der Gratisabgabe von
Generalabonnementen (Präsident lebenslänglich, Mitglieder
während 4 Jahren nach Ausscheiden) keine Entschädigungen
ausbezahlt.

Aktienzuteilung, Aktienbesitz, Optionen.
Sämtliche Aktien befinden sich im Besitz des Bundes. Es bestehen keine Aktienbeteiligungs- oder Optionspläne.

Zusätzliche Honorare und Vergütungen,
­Organdarlehen.
Die Mitglieder des Verwaltungsrates und der Konzernleitung
haben keine Honorare oder andere Vergütungen für zusätzliche
Dienstleistungen zugunsten der SBB oder einer Konzerngesellschaft erhalten. Ebenso wenig wurden Darlehen, Vorschüsse
oder Kredite gewährt.

Höchste Gesamtentschädigungen.
Die Entschädigung für den Verwaltungsratspräsidenten und für
den CEO entspricht je der höchsten Summe der in den jeweiligen Gremien entrichteten Entschädigungen im Berichtsjahr.

S 25

Corporate Governance

 
Verwaltungsrat
G4–51

2015

CHF

Alle Mitglieder des Verwaltungsrates
Honorare
Zusatzhonorare/Zusatzspesen
Spesenpauschale
GA
Gesamtentschädigung

2014

810
98
79
77
1 065

834
226
084
653
797

812
120
79
80
1 092

500
211
082
460
253

Verwaltungsratspräsident
Honorar
Zusatzhonorare/Zusatzspesen
Spesenpauschale
GA
Gesamtentschädigung

225
26
22
8
282

000
129
500
830
459

225
29
22
8
285

000
000
500
640
140

Vizepräsident
Honorar
Zusatzhonorare/Zusatzspesen
Spesenpauschale
GA

90
16
7
8

000
493
000
823

97
12
7
11

500
000
582
965

495
55
49
60

834
604
584
000

490
79
49
59

000
211
000
855

Übrige sieben Mitglieder des Verwaltungsrates
Honorare
Zusatzhonorare/Zusatzspesen
Spesenpauschale
GA

Konzernleitung
2015

2014

Alle Mitglieder der Konzernleitung
Fixes Grundsalär
3 425 341
Leistungs- und erfolgsorientierter Lohnbestandteil 1 839 734
Sonderprämie
0
Spesenpauschale
178 800
Jährliche Einlage in die Pensionskasse
300 000
Risikoversicherung
19 505
GA
81 924
Gesamtentschädigung
5 845 304

3 395 338
1 991 778
20 000
178 800
300 000
19 505
82 375
5 987 796

CHF

CEO

Fixes Grundsalär
Leistungs- und erfolgsorientierter Lohnbestandteil
Spesenpauschale
Jährliche Einlage in die Pensionskasse
Risikoversicherung
GA
Gesamtentschädigung
1

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

593
336
25
60
19
11
046

333
270
200
000
505
878
186

580
375
25
60
19
11
1 072

000
463
200
000
505
855
023

Corporate Governance

Revisionsstelle.
Dauer des Mandats und Amtsdauer
des leitenden Revisors.
G4–33
 
Die Generalversammlung wählt die Revisionsstelle auf jeweils
ein Jahr. Seit der Gründung der SBB am 1. Januar 1999 übt
die Ernst & Young AG , Bern, dieses Amt aus. In der Regel ist
die Ernst & Young AG ebenfalls bei Konzerntochtergesellschaften als Revisionsstelle tätig. Die leitende Revisorin ist seit 2014
für die SBB verantwortlich.

Revisionshonorar und zusätzliche Honorare.
Der Basisauftrag beinhaltet die Prüfung der Einzelabschlüsse
der SBB und SBB Cargo AG sowie die Prüfung der Konzernrechnung. Prüfungen wurden auch bei Konzerngesellschaften
durchgeführt. Zusätzlich erfolgten ein Review des Zwischen­
abschlusses sowie weitere direkte Prüfungsaufträge. Im Geschäftsjahr 2015 wurde dafür ein Honorar von CHF  1 088 000
(Vorjahr CHF  1 173 070 ) in Rechnung gestellt. Für Beratungsaufträge im Bereich Rechnungswesen, Steuern, Organisation
und Management erhielt Ernst & Young 2015 kein zusätzliches
Honorar (Vorjahr CHF  596 115).

Aufsichts- und Kontrollinstrumente
gegenüber der externen Revision.
Der Prüfungsausschuss beurteilt die Leistung, die Unabhängigkeit und die Honorierung der externen Revisionsstelle. Er lässt
sich über den Prüfprozess, den Revisionsplan und den Umfang
der jährlichen Revisionsarbeiten orientieren, bespricht die Revi­
sionsergebnisse mit den Revisoren und macht sich ein Bild vom
Zusammenwirken zwischen der externen und der internen
­Revisionsstelle.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 26

S 27

Corporate Governance

Beziehungen zum Bund, Mitwirkungsrechte Aktionär.
Steuerung der SBB .
  G4–37
 
Die Befugnisse der Generalversammlung richten sich nach den
Vorschriften des Obligationenrechts. Die Statuten sehen im
Zusammenhang mit den Mitwirkungsrechten der Aktionäre
­(namentlich Stimmrechtsbeschränkungen und -vertretungen,
statutarische Quoren, Einberufung der Generalversammlung,
Traktandierung sowie Eintragungen im Aktienbuch) keine vom
Gesetz abweichenden Bestimmungen vor.
Solange der Bund alleiniger Aktionär bleibt, nimmt der
Bundes­rat die Befugnisse der Generalversammlung wahr
(Art. 10 Abs. 2 SBBG ). Der Bundesrat hat das Eidgenössische
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
(UVEK ) sowie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD )
mit der Ausübung der Aktionärsrechte beauftragt. Weil die SBB
dem Börsengesetz nicht unterstellt ist, bestehen keine spezifischen Regelungen zu Kontrollwechsel und Abwehrmassnahmen
(namentlich Angebotspflicht sowie Kontrollwechselklauseln).
G4–27

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Der Bund beschränkt sich bei der Führung der SBB auf die
politischen und finanziellen Vorgaben. Er verfügt insbesondere
über folgende Steuerungsinstrumente:
–– Festlegung der langfristigen Zielvorgaben im Eisenbahn­
gesetz;
–– Festlegung eines vierjährigen Zahlungsrahmens für Betrieb,
Substanzerhalt und Ausbau der Bahninfrastruktur durch
das Parlament;
–– Festlegung der strategischen Ziele für die SBB durch den
Bundesrat, der Verwaltungsrat sorgt für die Umsetzung
dieser Ziele. Genehmigung des Jahresberichts über die
Erreichung der strategischen Ziele durch den Bundesrat;
–– Festlegung der konkreten Verwendung von Verpflichtungskrediten für Erweiterungsinvestitionen in einer Umsetzungsvereinbarung zwischen UVEK und SBB ;
–– Festlegung der Ziele hinsichtlich Betrieb und Substanzerhalt
der Bahninfrastruktur in einer Leistungsvereinbarung zwischen dem Bundesamt für Verkehr und der SBB ;
–– Genehmigung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts
inkl. Jahres- und Konzernrechnung und der Gewinnverwendung durch die Generalversammlung (Bundesrat);
–– Wahl beziehungsweise Abwahl der Verwaltungsratsmit­
glieder durch die Generalversammlung (Bundesrat);
–– Entlastung der Verwaltungsratsmitglieder durch die Generalversammlung (Bundesrat);
–– regelmässige Berichterstattungen an UVEK /EFD .

S 29

Nachhaltigkeitsbericht

Nachhaltigkeit bei der SBB .
Unser Nachhaltigkeitsverständnis.
G4–1

«Der neue Gotthardtunnel, den wir Mitte Jahr übernehmen dürfen, ist ein Jahr­
hundertprojekt – und er passt ausgezeichnet zu uns: Die SBB ist von Grund auf zu
langfristigem, nachhaltigem Denken und Handeln verpflichtet. Die SBB baut und
unterhält nicht nur die Bahninfrastruktur über Jahrzehnte hinweg, sondern sie leistet
auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen in
unserem Land. So verfolgt die SBB als grösste Energieverbraucherin der Schweiz
ambitionierte Ziele bezüglich Energieeffizienz. Und wir wollen ab 2025 nur noch
Strom aus erneuerbaren Quellen verwenden. Auch unser Fokus auf Kunden­zu­
friedenheit trägt zur Nachhaltigkeit bei: Je mehr Kunden unser Angebot nutzen,
desto umwelt­freund­licher und sicherer wird die Mobilität der Schweiz. Wir wollen
die Mobilität der Zukunft gestalten – mit höchstem Anspruch an die Ökologie.»
Andreas Meyer, CEO SBB AG

Als nachhaltiges Unternehmen hat die SBB nicht nur den langfristigen wirtschaftlichen
Erfolg im Auge, sondern nimmt bei allen Entscheiden ihre ökologische und gesellschaftliche Verantwortung wahr:
–– 	Sie setzt ihre Ressourcen effizient, verantwortungsvoll und umweltschonend ein,
reduziert die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt und stellt eine
verantwortungsvolle Lieferkette sicher.
–– 	Sie ist für ihre Mitarbeitenden eine verantwortungsvolle und fortschrittliche Arbeitgeberin.
–– 	Sie bietet ihren Kunden umweltfreundliche und sichere Transportlösungen zu
marktgerechten Preisen. Im Personenverkehr ermöglicht sie zudem barrierefreie
Tür-zu-Tür-Mobilitätslösungen.
–– 	Sie leistet durch ihr Angebot und Engagement einen wichtigen Beitrag zu einer
nachhaltigen Entwicklung der Schweiz.

Strategische Stossrichtungen und Handlungsfelder.
Um ihren Nachhaltigkeitsvorteil zu erhalten und erste Wahl für nachhaltige Mobilitäts­
lösungen in der Schweiz zu werden, hat die SBB in Abstimmung mit internen Stakeholdern fünf strategische Stossrichtungen festgelegt. Diese fünf Stossrichtungen leiten
sich vom Nachhaltigkeitsverständnis der SBB ab und sind eng an die Wertschöpfungskette angelehnt. So stellen sie ein auf die Kernleistung und den Kunden ausgerichtetes
Vorgehen sicher. Zudem unterstützen die strategischen Stossrichtungen bestehende
Konzernziele.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 30

Nachhaltigkeitsbericht

Die SBB  …
1.	 stellt eine verantwortungsvolle Lieferkette sicher
2.	 sichert den Umweltvorteil gegenüber der Strasse
3.	 ist eine verantwortungsvolle Arbeitgeberin
4.	 gestaltet den Zugang zur Mobilität einfach und sicher
5.	 übernimmt Verantwortung für ihre Mobilitätsdienstleistungen und ermöglicht
eine nachhaltige Produktnutzung

G4–20

Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette.

G4–21

ökologische Verantwortung

Verantwortungsvolle
Lieferkette sicherstellen

Unternehmen SBB

Kunden
Nachhaltige Produktnutzung ermöglichen

Umweltvorteil stärken

Supply
Chain

Planung und
Leistungserstellung

Produkte und
Dienstleistungen

Verantwortungsvolle
Arbeitgeberin sein

Effizienter
Mitteleinsatz

Zugang zur Mobilität
einfach gestalten

wirtschaftlicher Erfolg

Lieferanten

gesellschaftliche Verantwortung

Für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der SBB ist es grundlegend, die verfüg­
baren finanziellen Mittel effizient einzusetzen. In diesem Sinne deckt die Finanzstrategie
alle relevanten finanziellen Gesichtspunkte ab. Im Gegenzug ist die SBB Nachhaltigkeitsstrategie darauf ausgerichtet, die ökologische und gesellschaftliche Verantwortung
zu wahren.
Den fünf strategischen Stossrichtungen der Nachhaltigkeitsstrategie sind Handlungsfelder untergeordnet. Diese Felder sind einerseits für die SBB Kunden von hoher
Relevanz. Andererseits tragen sie entscheidend dazu bei, den Nachhaltigkeitsvorteil der
SBB zu erhalten. Die betreffenden Handlungsfelder schliessen sich wie folgt an die fünf
strategischen Stossrichtungen an:

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 31

Nachhaltigkeitsbericht

G4–19

Vierzehn vorrangige Handlungsfelder konkretisieren
die fünf strategischen Stossrichtungen.
Erste Wahl für nachhaltige Mobilitätslösungen in der Schweiz.



G4–18







Umweltvorteil
stärken

Verantwortungsvolle
Arbeitgeberin sein

Zugang zur
Mobilität einfach
gestalten

Nachhaltige
Produktnutzung
ermöglichen

Nachhaltige
Beschaffung

Hohe Energieeffizienz

Attraktive und wettbewerbsfähige
Arbeitsbedingungen

Kombinierte
Mobilität

Grüne Produkte

Umweltschonende
Entsorgung

Aktiver
Klimaschutz

Gesunde und
leistungsfähige
Mitarbeitende

Barrierefreier
Zugang

Saubere Züge
und Bahnhöfe

Effektiver
Lärmschutz

Hohe Arbeitsund Betriebssicherheit

Sicheres
Bahnumfeld

Gleichmässige
Pendlerströme

Verantwortungsvolle Lieferkette
sicherstellen



Der vorliegende Bericht folgt der Struktur der fünf Stossrichtungen mit ihren jeweiligen
Handlungsfeldern.

Wesentlichkeitsanalyse und Überprüfung
der Nachhaltigkeitsstrategie.
G4–2
G4–27
G4–37

Die aktuelle Nachhaltigkeitsstrategie ist für die Jahre 2014–2016 festgelegt. Sie beruht
unter anderem auf einer umfangreichen Befragung der Stakeholder, die 2014 erfolgt ist.
Im Rahmen dieser Befragung gaben 1000  Kundinnen und Kunden sowie 13  Fach­
personen Auskunft darüber, welche ökonomischen, ökologischen und sozialen Nach­
haltigkeitsaspekte sie für die SBB als relevant erachten. Die Umfrage hat ergeben, dass
die Befragten das Kerngeschäft der SBB , nämlich die «Verkehrsverlagerung auf die
Schiene», als wichtigste Nachhaltigkeitsmassnahme ansehen. Diese und weitere
­wesentliche Massnahmen sind in den Stossrichtungen der Nachhaltigkeitsstrategie
abgebildet oder zumindest einem Handlungsfeld zugeordnet.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 32

Nachhaltigkeitsbericht

	Die drei wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte aus Stakeholdersicht
nach vorgegebenen Dimensionen.
Dimension

Aspekt

Ökologie

Verkehrsverlagerung auf die Schiene fördern

1

Energieeffizienz steigern

2

Erneuerbare Energien fördern

3

Lieferanten nach ökologischen und sozialen Kriterien überprüfen
und bewerten

1

Zertifizierte Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme etablieren

2

Transparente Führungsstrukturen schaffen

3

Die Gesundheit und Sicherheit der Angestellten fördern

1

Lohngleichheit zwischen Frau und Mann sicherstellen

2

Die Aus- und Weiterbildung der Angestellten ermöglichen

3

Kundengesundheit und -sicherheit gewährleisten

1

Angebote und Preise transparent kennzeichnen

2

Nachhaltig bauen

3

Wirtschaft

Anstellungsbedingungen
und Menschenrechte

Gesellschafts- und Produkt­
verantwortung

Ranking
pro
Dimension

Die SBB plant, ihre Nachhaltigkeitsstrategie 2016 zu aktualisieren. Dabei sollen die
bestehenden Handlungsfelder im Austausch mit den Stakeholdern überprüft und bei
Bedarf um weitere Themen ergänzt werden.

Einbezug von Stakeholdern.
G4–24
G4–25
G4–26

Als grösste Mobilitäts- und Transportdienstleiterin der Schweiz steht die SBB mit zahlreichen Anspruchsgruppen in Kontakt. Als wesentliche Anspruchsgruppen erachtet die
SBB Privatkunden und Geschäftskunden, den Bund als Eigner, die Kantone als B
­ esteller
von Regionalverkehrsleistungen, Mitarbeitende, Lieferanten, Sozialpartner, Fachver­
bände, Interessensgruppen im Bereich Umweltschutz, Behindertenverbände, Wissenschaft, Politik und die Öffentlichkeit.
Ebenso stehen die Fachstellen der SBB in regelmässigem Kontakt mit ihren zentralen Anspruchsgruppen. Die Formen des Dialogs sind vielfältig und reichen von
­anonymen Marktforschungen über informelle Treffen und Mitgliedschaften bis hin zu
Partnerschaften mit intensivem, regelmässigem Austausch. Eine besonders enge
­Zusammenarbeit findet zwischen der SBB und dem Eigner statt, mit den jeweiligen
Behörden sowie den relevanten parlamentarischen Gremien.
Für den Austausch mit ausgewählten Anspruchsgruppen hat die SBB zudem
spezielle Gremien ins Leben gerufen. Beispielsweise pflegt sie – zusätzlich zum SBB
Kundendienst und zu regelmässigen Befragungen zur Kundenzufriedenheit  – das
­Gespräch mit dem Kundenbeirat. Im Beirat erhalten ausgewählte Reisende eine Plattform zum Mitdenken, Hinterfragen und Mitgestalten. Daneben setzt die SBB im Kunden­
dialog verstärkt auf das Internet und auf Social-Media-Kanäle, die den Dialog mit weiten
Bevölkerungskreisen in den letzten Jahren wesentlich interaktiver gestaltet haben. Mit

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 33

Nachhaltigkeitsbericht

den Sozialpartnern besteht eine langjährige enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Die Umweltverbände erhalten von der SBB regelmässig Informationen und Angebote
zum Dialog.

Nachhaltigkeitsmanagement bei der SBB .
G4–34
G4–35
G4–36
G4–37

Das Nachhaltigkeitsteam des Konzerns legt die Nachhaltigkeitsstrategie der SBB fest
und sorgt in Zusammenarbeit mit den Themenverantwortlichen der Divisionen für die
Umsetzung. Um die Umsetzung zu überwachen und die Nachhaltigkeitsmassnahmen
erfolgreich zu steuern, betreibt die SBB ein Monitoring. Anhand strategischer Kenn­
zahlen für jedes Handlungsfeld überwacht und lenkt dieses Monitoring nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und umweltbezogene Unternehmensleistungen im
Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie. Der Umsetzungsstand der Strategie wird jährlich
der Konzernleitung mitgeteilt, die zusammen mit dem Verwaltungsrat die oberste Verantwortung für die nachhaltige Wirtschaftsleistung der SBB trägt.
Die Konzernleitung und die Angehörigen des obersten Kaders erhalten über neun
Konzernziele bonusrelevante Anreize. Vier dieser Ziele stehen direkt mit den Zielen der
Nachhaltigkeitsstrategie im Einklang. Es sind dies Personalmotivation, Sicherheit,
Kunden­zufriedenheit und allen voran die ökologische Nachhaltigkeit.
Kathrin Amacker, Leiterin Kommunikation und Konzernleitungsmitglied, vertritt das
Thema Nachhaltigkeit in der Konzernleitung. Damit die SBB erste Wahl für nachhaltige
Mobilitätslösungen wird, braucht es in erster Linie engagierte Mitarbeitende aus allen
Fachbereichen, die den Gedanken einer nachhaltigen SBB in ihrem Arbeitsalltag leben
und verbreiten. Aus diesem Grund hat die SBB bereits 2014 eine AmbassadorenCommunity für Mitarbeitende gegründet, die sich durch eine Affinität zu Nachhaltigkeits­
themen auszeichnen. Daraus sind mittlerweile über 140 Nachhaltigkeitsambassadoren
hervorgegangen, die sich in ihrem Arbeitsalltag für eine nachhaltige SBB einsetzen und
das Nachhaltigkeitsbewusstsein ihrer Kolleginnen und Kollegen schärfen.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 34

Nachhaltigkeitsbericht

Fortschritt bei der Erreichung strategischer Ziele.
Handlungsfeld

Strategische Ziele

Nachhaltige
Beschaffung

Verbindliche Verhaltensgrundsätze für
­L ieferanten und Anwendung sozialer und
ökologischer Kriterien in der Beschaffung.

Der Rollout der Verhaltensgrundsätze für Lieferanten soll im
Laufe des Jahres abgeschlossen
­w erden.

Umweltschonende
­E ntsorgung

Gezielte Vermeidung von Abfällen und
­o ptimale Bewirtschaftung wiederverwertbarer Materialien.

Die SBB plant, 2016 in Olten ein
auf Kreislaufwirtschaft basierendes
Recyclingcenter aufzubauen.

Hohe Energieeffizienz

Senkung des Energieverbrauchs in allen
Bereichen.

Steigerung der Energieeinspa­
rungen durch die Umsetzung von
über 250 Einzelprojekten, u. a.
das adaptive Lenkungssystem
( ADL ) und das Energiesparpaket 3
auf dem Rollmaterial der S-Bahn
Zürich ( DTZ ).

Aktiver Klimaschutz

Die Treibhausgasemissionen aus allen
­A ktivitäten werden konsequent minimiert.

Für Frühjahr 2016 ist geplant,
die neue Klimastrategie zu ver­
abschieden.

Effektiver Lärmschutz

Die SBB reduziert den durch den Bahn­
betrieb entstehenden Lärm und kommuniziert aktiv bei Bau­s tellenlärm.

Weitere Strategieumsetzung
(Lärmschutzwände, Massnahmen
an Schienen) gemäss Planung.

Attraktive und wett­
bewerbsfähige
­A rbeitsbedingungen

Die SBB möchte Arbeitgeberin erster
Klasse werden.

Die SBB überarbeitet dieses
­ hema im Rahmen der neuen SBB
T
HR -Strategie.

Gesunde und leistungs­
fähige Mitarbeitende

Die SBB schafft gesundheitsförderliche
Rahmenbedingungen und fördert gesundes Verhalten.

Die SBB überarbeitet dieses
­ hema im Rahmen der neuen SBB
T
HR -Strategie.

Hohe Arbeits- und
­B etriebssicherheit

Arbeits- und Betriebsunfälle sollen minimiert ­w erden.

Konzernweit werden über
3000 Teams in Sicherheits- und
Qualitätswerkstätten Verbesserungsmassnahmen in ihrem Bereich bestimmen und umsetzen.

Kombinierte Mobilität

Den Kunden werden die Tools und die
­Infrastruktur bereitgestellt, um ihre Mobi­
lität von Tür zu Tür optimal zu gestalten.

Als wichtiger Umsetzungsschritt
ist in der zweiten Jahreshälfte
die Lancierung eines Tür-zu-TürReiseplaners vorgesehen.

Barrierefreier Zugang

Personen mit eingeschränkter Mobilität
­k önnen alle Dienstleistungen der SBB
­a utonom und ­d iskriminierungsfrei nutzen.

Bis Ende Jahr verfügen alle Billettautomaten über ein taktiles Schild,
unter anderem zur Unterstützung
von Menschen mit Sehbehinderung.

Sicheres Bahnumfeld

Kunden nehmen Züge und ­B ahnhöfe
als sicher wahr und fühlen sich gut
­a ufgehoben.

Gemäss dem jährlichen SecurityProgramm werden gezielte Massnahmen umgesetzt.

Grüne Produkte

Die SBB unterstützt die Kunden mit ihren
Produkten dabei, ihren ökologischen
Fussabdruck zu reduzieren.

Die Entwicklung grüner Produktkonzepte, insbesondere im
­B ereich Umweltinformation, wird
­v orangetrieben.

Saubere Züge
und Bahnhöfe

Eine gute und benutzerfreundliche Entsorgungsinfrastruktur sorgt für saubere
Züge und Bahnhöfe.

Die überdurchschnittlich hohe
Trennquote der Reisenden soll
beibehalten und der Recycling­
prozess optimiert werden.

Gleichmässige
­P endlerströme

Innovative Lösungen sorgen für eine
­e ffiziente Verteilung der Pendlerströme
über den Tag.

Im 2016 sollen dank interner
­S ensibilisierung noch mehr SBB
Mitarbeitende und Vorgesetzte
von flexiblen Arbeitsformen überzeugt werden.

	
 	
	
  	

Jahresziel übertroffen	
Jahresziel erreicht/fast erreicht
geringer/kein Fortschritt
Leistung rückläufig

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Fortschritt
Strategieumsetzung
2015

Ausblick 2016

S 35

Nachhaltigkeitsbericht

Verantwortungsvolle Lieferkette
sicherstellen.
Nachhaltige Beschaffung.
G4–12

G4–EC 9

Die SBB ist einer der grössten Auftraggeber in der Schweiz und damit ein wichtiger
Motor für die Schweizer Wirtschaft. Als Einkäuferin hat sie 2015 Aufträge in der Höhe
von 4,8 Milliarden Franken an Dritte (2014: CHF  5,0 Milliarden) vergeben und mit rund
16 000 Lieferanten zusammengearbeitet.
Die Lieferkette der SBB ist aussergewöhnlich breit gefächert. Sie vereinigt ganz
unterschiedliche Bereiche wie etwa die Baubeauftragung, die eigenen Datennetze und
Energieanlagen oder die Flottenbeschaffung und den Flottenunterhalt. Die grosse Vielfalt der Lieferkette äussert sich ferner in verschiedenartigen Beschaffungsmethoden.
Diese reichen von Werkverträgen im Bau und Projektbeschaffungen für die Flotte über
Konsignationslager bis zur Direktanbindung des Lieferanten über Kataloge.

Die SBB als Auftraggeberin 2015.
Mrd. CHF
Tiefbau, Gleisbau, Fahrleitungen,
Sicherungsanlagen
Rollmaterial inklusive Unterhalt
Allgemeine Dienstleistungen
Hochbau
Betriebsmaterial und -leistungen
IT und Telekom
Produktions-, Betriebs- und
Elektroanlagen
Nicht zugeordnet
0,0

 Schweiz  

G4–DMA

0,5

1,0

1,5

2,0

 Ausland

Die SBB folgt den Vorgaben für Vergabeverfahren des öffentlichen Beschaffungswesens.
Sie richtet sich nach den unternehmensinternen Grundsätzen der finanziellen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit sowie nach definierten Mindestanforderungen hinsichtlich Qualität und Sicherheit. Abhängig vom Beschaffungsgegenstand können zusätzliche Anforderungen festgelegt werden, um die Nachhaltigkeit der Lieferkette
sicherzustellen.
Die SBB verfolgt das Ziel, bis 2016 verbindliche Verhaltensgrundsätze für
Lieferanten in ihre Verträge aufzunehmen. Die Einhaltung dieser Vereinbarungen
zu Sicherheit und Umwelt wird im Rahmen der Lieferantenbewertung regel­
mässig überprüft. Darüber hinaus berücksichtigt die SBB in ihren Warengruppen­
­­­­strategien soziale und ökologische Gesichtspunkte.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 36

Nachhaltigkeitsbericht

Entwicklung 2015.
Stakeholder-Befragungen und der Vergleich mit anderen Unternehmen belegen, dass
soziale, ethische und ökologische Kriterien bei der Auftragsvergabe immer bedeutender
werden. Im Berichtsjahr hat sich die SBB deshalb vertieft mit Fragen der Nachhaltigkeit
rund um ihre Warengruppen und Lieferanten auseinandergesetzt.
Die SBB hat 2015 in mehreren Bereichen konzernweit gültige Mindestanforderungen hinsichtlich Qualität und Nachhaltigkeit definiert. Diese Anforderungen bilden die
Grundlage bei öffentlichen Ausschreibungen.
Die Division Infrastruktur führt in diesem Zusammenhang das Projekt «Qualitätsund Nachhaltigkeitsanforderungen in der Beschaffung» durch. Mithilfe eines risiko­
basierten Ansatzes formuliert das Projekt pro Warengruppe konkrete Nachhaltigkeitsanforderungen, die in Ausschreibungen von Bedarfsträgern und Einkäufern angewandt
werden können.
In ökologischer Hinsicht hat die SBB detailliert analysiert, wie sich einzelne Waren­
gruppen auf die Umwelt auswirken. Wie wichtig eine nachhaltige Beschaffungspolitik
ist, zeigt sich beispielsweise beim Klimaschutz. Die indirekten Treibhausgasemissionen,
die durch den Einkauf von Produkten und Dienstleistungen entstehen, betragen bei der
SBB nach einer Schätzrechnung ein Mehrfaches der direkten Emissionen, die im Betrieb
anfallen.
Ab 2016 müssen alle Geschäftspartner und Lieferanten den SBB Verhaltenskodex
einhalten. Ihr Handeln soll sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch hohen
ethischen Ansprüchen genügen. Damit bürgt die SBB für Sicherheit, Qualität sowie
Nachhaltigkeit. Sie schafft ferner die Voraussetzungen für eine integre Arbeitsumgebung
und schützt ihre Reputation. Die SBB nimmt die Verpflichtung zur Einhaltung des Verhaltenskodex künftig explizit in ihre Verträge auf und wird in gewissen Fällen von ihren
Lieferanten eine zusätzliche schriftliche Integritätserklärung verlangen.

Nachhaltige Beschaffung von Schienenfahrzeugen bei SBB Infrastruktur.
SBB Infrastruktur hat 47 neue Rangier- und Streckenlokomotiven sowie 35 neue
Baudiensttraktoren bestellt. Bei der Beschaffung spielten erstmals Kriterien
der Energieeffizienz eine bedeutende Rolle. Die Anbieter mussten unter anderem
Unterlagen zu Energieverbrauchssimulationen für unterschiedliche Einsatz­zwecke
der einzelnen Fahrzeuggattungen einreichen. Die Resultate dieser Berech­
nungen flossen in die Lebenszykluskosten ein. Die Fahrzeughersteller erhielten
dadurch Anreize, energieeffiziente Lösungen zu entwickeln. Die auf Basis
der neuen Beurteilungskriterien bestellten Rangier- und Streckenloko­motiven
sind energieeffiziente 2-Kraft-Fahrzeuge. Sie verfügen neben dem Dieselmotor
über einen elektrischen Antrieb. Damit reduziert die SBB mass­geblich ihren
Dieselverbrauch und Kohlendioxidausstoss.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 37

Nachhaltigkeitsbericht

Umweltschonende Entsorgung.
G4–DMA
G4–EN 23

Jährlich fallen bei der SBB 467 722 Tonnen Sonder-, Betriebs- und Publikumsabfälle
an (davon 303 188 Tonnen Gleisaushub). Die Entsorgung und Wiederverwertung verwendeter Materialien ist für die SBB ein wichtiger Teil ihrer ökologischen Verantwortung
und geniesst deshalb hohe Priorität. Nachhaltig mit Materialien umzugehen, heisst für
die SBB , nach Möglichkeit Abfälle zu vermeiden beziehungsweise die Abfallmenge zu
reduzieren, Wertstoffe getrennt zu sammeln und wiederzuverwerten sowie den Restmüll
umweltgerecht zu entsorgen.
Konzernweit ist das «Kompetenzzentrum Entsorgung» (KPZ ) dafür verantwortlich,
eine einheitliche Abfallbewirtschaftung zu entwickeln, durchzusetzen und zu überwachen.
Die SBB verfolgt das Ziel, Abfälle zu vermeiden. Zu diesem Zweck setzt
sie Ressourcen gezielt ein und verwendet bewusst stofflich wiederver­wertbare
Materialien. Indem sie ein konzernweites Wertstoff- und Entsorgungsmana­
gement aufbaut und Abfallkosten sowie Wertstofferlöse aktiv bewirt­schaftet,
will sie die umwelt- und gesetzeskonforme Entsorgung aller Abfälle
sicherstellen.

Entwicklung 2015.
In der ersten Hälfte des Jahres 2015 hat das KPZ die Zusammenarbeit mit den Entsorgungspartnern vertieft und Abläufe kontinuierlich optimiert. Eine verbesserte Datentransparenz ermöglichte die Aufdeckung sowie Beseitigung von Leerläufen und
­erhöhte die Auslastung von Mulden und Containern. Zudem kamen, wo sinnvoll, vermehrt Presscontainer oder andere Verdichtungsgeräte zum Einsatz, was die Transportkosten senkte.
Das KPZ bildete im Berichtsjahr über 180  SBB Mitarbeitende in einer Kick-offSchulung sowie rund 125 Standortverantwortliche in Grundschulungen aus. Die Schulungen vertieften das Verständnis der Mitarbeitenden für das Thema Entsorgung und
veranschaulichten den Sinn und Nutzen von Abfalltrennung und Separatsammlungen.
Um die Mitarbeitenden beim Erkennen, Trennen und korrekten Entsorgen von Abfällen
und Wertstoffen noch stärker zu unterstützen, führte das KPZ zudem eine einheitliche
Beschriftung für Sammelgebinde ein.
Der 2014 eingeführte Webshop für Sonderabfälle wurde im Berichtsjahr ausgebaut
und erweitert. In diesem Zusammenhang digitalisierte das KPZ wesentliche Prozesse
rund um die Archivierung von VeVA -Begleitscheinen und reduzierte damit den administrativen Aufwand. Die Nachverfolgbarkeit der Sonderabfälle von der Entstehung bis zur
Entsorgung bleibt erhalten.
Das 2014 erfolgreich initiierte Pilotprojekt zur Bündelung der Kupferabfälle im
Zentrallager Dulliken wurde im Berichtsjahr in Zusammenarbeit mit SBB Anyway fortgesetzt. Durch das Poolen, das Recyclen und den Verkauf von Kupfer ergab sich bis
Ende Oktober 2015 – trotz schlechter Rohstoffpreise – ein beträchtlicher Mehrerlös von
knapp 125 000 CHF .

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 38

Nachhaltigkeitsbericht

G4–EN 1

Verbrauch umweltrelevanter Stoffe

2015

2014

∆%

Diesel

1 000 l

14 595

14 448*

1,0

Heizöl

1 000 l

8 237

8 221**

0,2

Schmierstoffe

t

740

704

5,1

Säuren, Laugen, Chemikalien

t

72

74

–2,7

Farben, Lacke und Verdünner

t

103

105

–1,9

Herbizide

t

2,8

2,2

29,0

*		 Wert rückwirkend korrigiert. Dieselverbrauch von SBB -Buslinien (inkl. Fernbus) neu berücksichtigt.
**	Wert rückwirkend korrigiert. Heizölverbrauch Infrastruktur neu berücksichtigt.

G4–EN 23

G4–EN 23

Industrieabfälle

Entsorgungsmethode

Gleisaushub (Schotter, Kiessand)

Recycling

2015

2014

∆%

t

258 288

265 700

–2,8

Deponie

t

44 900

68 450

–34,4

Altmetall

Recycling

t

68 473

85 231

–19,7

Holz

Verbrennung

t

16 205

17 273

–6,2

Sonderabfälle

Entsorgungsmethode

2015

2014

∆%

Stark belasteter Aushub

Verbrennung

t

40 593

58 356*

–30,4

Schlämme

Deponie

t

502

312

60,8

Altöle, Altfette

Verbrennung

t

885

351

152,3

Batterien

Recycling

t

240

299

–19,8

*	Wert rückwirkend korrigiert. Der Datenerfassungsprozess wurde verbessert.

Umweltvorteil stärken.
Hohe Energieeffizienz.

G4–DMA

Elektrische Energie spielt bei der SBB eine zentrale Rolle  – sei es der Bahnstrom
16,7 Hertz, der die Züge antreibt, oder der Haushaltsstrom 50 Hertz, der Bahnhöfe,
Bürogebäude und die Bahninfrastruktur versorgt. Die SBB baut ihr Bahnangebot in den
kommenden Jahren weiter aus, und damit wird der Energiebedarf trotz grosser Effizienz­
bemühungen weiter wachsen.
Die Energiestrategie der SBB bekennt sich dazu, die Energieeffizienz zu erhöhen.
Die Geschäftseinheit «Energiemanagement» steuert sämtliche Aktivitäten, die dazu
dienen, Energie zu sparen, Bahnstrom-Leistungsspitzen zu verringern und neue erneuerbare Energien zu fördern. Sie erkennt und prüft Sparpotenziale und steuert die konzernweite Umsetzung von Energiesparmassnahmen in den Bereichen Technik, Bahnproduktion und Angebotsgestaltung. Energiesparen entlastet nicht nur die Umwelt,
sondern auch das Budget.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 39

Nachhaltigkeitsbericht

Durch ein umfangreiches Massnahmenpaket will die SBB 20 Prozent des
prognostizierten Jahresenergieverbrauchs von 2025 beziehungsweise insgesamt
600 Gigawattstunden (GW h) sparen. Zudem sollen die Züge ab 2025 mit Strom
aus 100 Prozent erneuerbaren Energien fahren. Damit unterstützt die SBB
den Bund in seiner Energiestrategie 2050 und leistet einen wichtigen Beitrag
zur nachhaltigen Gestaltung der wachsenden Mobilität.

Entwicklung 2015.
G4–EN 6

2015 hat die SBB ihr ambitioniertes Energiesparprogramm weiter umgesetzt. Unterschiedliche Massnahmen haben im Berichtsjahr zu einer Energieeinsparung von
193 Giga­wattstunden geführt. Das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch
von knapp 50 000 Haushalten.
Der Erfolg der adaptiven Lenkung («grüne Welle für die Bahn») zeigt sich immer
deutlicher. Diese Leistung hat das Bundesamt für Energie mit dem Prix Watt d’Or 2016
ausgezeichnet. Darüber hinaus nahm die SBB gezielte Verbesserungen an den Fahrzeugen vor, um nicht nur die neu beschafften Züge, sondern auch die bestehenden
Flotten im Fahrbetrieb wie in der Parkstellung möglichst energieeffizient zu betreiben.
So optimierte sie Antriebe, stellte die Heizung in abgestellten Wagen auf den Stand-byBetrieb um, installierte in den Wagen sparsame, auf die Zahl der Reisenden r­ eagierende
Lüftungen und ersetzte bisherige Lampen durch LED -Beleuchtungen.

G4–EN 3

Energieverbrauch

2015

2014

∆%

Bahnstrom

GW h

1 844

1 836

0,4

Diesel für Bahntraktion

GW h

103

103

0,5

Kraftstoffe (Nichttraktion)

GW h

45

44*

1,4

Eigenverbrauch für Bahnstrombereitstellung

GW h

153

145

5,6

Strom für Gebäude und Anlagen

GW h

243

240**

1,3

Wärmeenergie für Gebäude

GW h

224

212***

5,5

Total

GW h

2 612

2 580

1,2

Spezifischer Energieverbrauch des Personen- und Güterverkehrs*

2015

2014**

∆%

Energieverbrauch pro Personenkilometer

Wh/pkm

74,5

75,5

–1,4

Wh/ntkm

53,5

54,1

–1,2

*			 Neu inklusive Dieselverbrauch SBB Buslinien.
**		 Neu inklusive zentraler Bereiche.
***	Neu ohne Heizgradtag-Korrektur und inkl. Verbräuchen SBB Infrastruktur.

G4–EN 5

Energieverbrauch pro Nettotonnenkilometer

*		 Gemäss DIN EN 16 258, Tank-to-Wheel.
**	Restate gegenüber GRI 2014 aufgrund des aktualisierten Bahnstrommixes.

Langfristig will die SBB bei ihrer Angebotsgestaltung Energieeffizienzkriterien berücksichtigen. Letztlich sind es aber die Mitarbeitenden, die durch ihre Unterstützung und
ihr Handeln dazu beitragen, das hochgesteckte Energiesparziel zu erreichen. Mit ihrem
Energiesparprogramm will die SBB daher intern einen Veränderungsprozess und Kultur­
wandel auslösen. Der schonende und damit wirtschaftliche Umgang mit Ressourcen
soll Teil der täglichen Professionalität sein. Die Basis dazu bildet die Verankerung der
Energieeffizienz in der Unternehmenskultur.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 40

Nachhaltigkeitsbericht

Fahrplanbasierte Bereitstellzeit.
Die HVZ -D-Flotte der Zürcher S-Bahn-Züge ist nur wenige Stunden pro Tag
im Einsatz, nämlich dann, wenn die meisten Reisenden rund um Zürich unterwegs sind. Dank einer neuen Software sind die Zugheizungen an den Tages­
fahrplan gekoppelt. Deshalb weiss das Fahrzeug, wann es im Einsatz stehen
wird, und heizt zur gewünschten Zeit autonom auf. Dadurch spart die SBB rund
fünf Gigawattstunden Energie pro Jahr, was dem jährlichen Stromverbrauch von
rund 1200 Haus­halten entspricht. Für die Kunden bleibt der Komfort erhalten.

Aktiver Klimaschutz.

G4–DMA

Die SBB trägt mit der Verkehrsverlagerung einen wesentlichen Teil zum Klimaschutz
der Schweiz bei. Jährlich vermeidet die Schweiz damit den Ausstoss von fünf Millionen
Tonnen CO 2, was zehn Prozent der Gesamtemissionen der Schweiz entspricht. Im
Rahmen ihrer Klimaschutzstrategie setzt sich die SBB zudem entschlossen dafür ein,
die Treibhausgasemissionen im Bahnbetrieb, in Bahnhöfen, Büro- und Werkgebäuden
sowie Anlagen zu senken.
Das Nachhaltigkeitsteam des Konzerns trägt bei der SBB die strategische Verantwortung für den Klimaschutz. Die operative Umsetzung der Massnahmen erfolgt in den
Divisionen.
Die SBB ruht sich nicht auf ihrem Umweltvorsprung gegenüber anderen
Verkehrs­trägern aus, sondern reduziert ihren CO 2 -Ausstoss weiterhin
­konti­nuierlich. Hierfür produziert die SBB den Bahnstrom spätestens bis
2025 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Der 50-Hertz-Strom
für ­Bahn­höfe, ­Bürogebäude und Anlagen soll bereits ab 2019 vollständig
aus erneuerbaren Energien stammen.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 41

Nachhaltigkeitsbericht

Entwicklung 2015.

Klimafreundliche SBB  – dank Wasserkraft.
Energieverbrauch

Treibhausgasemissionen

 Bahnstrom

  Kraftstoff (Nichttraktion)

 Eigenverbrauch für
Bahn­s trombereitstellung

  Strom für Gebäude und Anlagen
  Wärmeenergie für Gebäude

  Diesel für Bahntraktion

G4–EN 19

G4–EN 15

G4–EN 16

G4–EN 17

Treibhausgasemissionen nach Scopes*

2015

2014

∆%

Treibhausgasemissionen (Scope 1–3)

t CO 2 e

237 988

242 685

–1,9

Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1)

t CO 2 e

83 625

80 081

4,4

Brennstoffe (Wärme)

t CO 2 e

42 811

40 781

5,0

Kältemittel und Isoliergas ( SF 6)

t CO 2 e

4 220

3 008

40,3

Treibstoffe Schiene

t CO 2 e

27 585

27 449

0,5

Treibstoffe Strasse

t CO 2 e

9 009

8 843

1,9

Indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 2)

t CO 2 e

9 439

16 011

–41,0

Fernwärme

t CO 2 e

5 054

4 756

6,3

Strom 16,7 Hz (Bahnstrom)

t CO 2 e

1 652

1 612

2,5

Strom 50 Hz

t CO 2 e

2 734

9 643

–71,7

Andere relevante indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3)**

t CO 2 e

144 923

146 594

–1,1

Energielieferungen an Dritte

t CO 2 e

1 700

1 655

2,7

Energievorketten

t CO 2 e

43 731

44 461

–1,6

Entsorgung

t CO 2 e

1 197

1 626

–26,4

Geschäftsreisen und Arbeitswege

t CO 2 e

24 010

24 010

0,0

Materialeinkauf

t CO 2 e

74 285

74 841

–0,7

Treibhausgasemissionen aus Energieverbrauch (Scope 1–3)

t CO 2 e

132 575

137 545

–3,6

*		D ie in «Zahlen und Fakten» publizierten «Treibhausgasemissionen aus Energieverbräuchen» entsprechen
der Summe aus Scope 1 (ohne Kältemittel und Isoliergas), Scope 2 und Energievorkette.
**	D ie Scope-3-Emissionen sind nicht komplett erfasst. Insbesondere durch Einkauf von Dienstleistungen
und Materialien fallen nach einer Schätzrechnung bis sechs Mal mehr Emissionen an.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 42

Nachhaltigkeitsbericht

G4–EN 18

Spezifische CO 2 -Emissionen des Personen- und Güterverkehrs*

2015

2014**

∆%

CO 2 -Emissionen pro pkm

g CO 2 e/pkm

0,44

0,46

–4,2

CO 2 -Emissionen pro ntkm

g CO 2 e/ntkm

2,01

2,12

–5,1

2015

2014

∆%

kg ODP CFC 11-equivalents

0,55

0,83

–33

NO x

t

441

410

1

SO x

t

16

16

1

*		 Gemäss DIN EN 16258, Well-to-Wheel.
**	Restate gegenüber GRI 2014 aufgrund aktualisierter Treibhausgas-Emissionsfaktoren.

G4–EN 20

Weitere Luftschadstoffe*

G4–EN 21

Ozonabbauende Stoffe

*	D ie ausgewiesenen Werte beinhalten die direkten Emissionen des Energieverbrauchs. Sie sind mittels der
Standard-Emissionsfaktoren des BAFU berechnet.

Die SBB hat ihre Klimaschutzmassnahmen im Jahr 2015 einerseits auf Gebäude und
Anlagen ausgerichtet, andererseits setzt sie auf die Beschaffung von Hybridlokomotiven
und auf eine effiziente Fahrweise. SBB Immobilien zum Beispiel setzte bei Neubauten
und ­Sanierungen auf Massnahmen, welche die Energieeffizienz deutlich steigerten, und
­ersetzte fossilbetriebene Heizungen durch solche mit erneuerbaren Energien.
Die SBB verfügt mit dem Klimafonds über ein wirksames Instrument, um Projekt­
ideen von SBB Mitarbeitenden finanziell zu unterstützen, die zur Erreichung der hochgesteckten Klimaziele beitragen. Unter anderem hat der Fonds in den vergangenen
Jahren Holzpelletheizungen und Wärmepumpen gefördert sowie die Ausgabe vergünstigter Stromsparsteckleisten an die Mitarbeitenden ermöglicht.
Die SBB hat ihr seinerzeit auf 2020 angesetztes Klimaziel bereits per Ende 2014
erreicht. Daher wollte sie im Berichtsjahr ihre Klimastrategie aktualisieren. Ein laufendes
Projekt hat den Abschluss jedoch verzögert, weshalb die neue Strategie erst 2016
abgeschlossen wird. Die neue Klimastrategie soll über die direkten Emissionen im ­Betrieb
hinaus künftig Emissionen der vor- und nachgelagerten Versorgungskette berücksichtigen: so in erster Linie Emissionen bei Lieferanten, Auftragnehmern und Entsorgern
sowie im Rahmen der Mitarbeitendenmobilität und der Personalverpflegung.

Effektiver Lärmschutz.
G4–DMA

Der intensive Bahnbetrieb der SBB hat für Menschen und Umwelt wesentliche Vorteile.
Allerdings führt er am Rande zu einigen nachteiligen Emissionen. Hierzu gehört der
Lärm. Die SBB unternimmt deshalb seit Jahren grosse Anstrengungen, um Anwohnende vor übermässigem Bahnlärm zu schützen. Die Grundlage bildet das FinöV-Projekt
«Lärmsanierung der Eisenbahnen». Seit März 2014 ist ferner das revidierte Bundes­gesetz
über die Lärmsanierung der Eisenbahnen in Kraft. Dieses bestimmt, welche zusätzlichen
Lärmschutzmassnahmen in den kommenden Jahren mit den verbleibenden Mitteln aus
dem FinöV-Fonds umzusetzen sind.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 43

Nachhaltigkeitsbericht

Der Bund hat im Rahmen des FinöV-Projektes «Lärmsanierung der Eisen­
bahnen» ein für die SBB verbindliches Ziel festgelegt: Bei Abschluss
aller Massnahmen bis 2015 sollen 2 /3 der betroffenen Personen vor über­
mässigem Eisenbahnlärm geschützt werden.

Entwicklung 2015.
Die vom BAV rechtskräftig verfügten Massnahmen betreffend Rollmaterialsanierung und
Infrastruktur haben rund 64 Prozent der von Fahrlärm betroffenen Personen erreicht –
und damit das Ziel von 66  Prozent nur knapp verfehlt. Damit waren per Mitte 2015
insgesamt rund 150 000 der betroffenen 232 000 Personen gemäss den gesetzlichen
Vorgaben vor übermässigem Eisenbahnlärm geschützt. Zudem wurden bis Projekt­ende
schweizweit rund 80 000 Schallschutzfenster an bahnnahen Gebäuden installiert.

SBB als Vorreiterin im Lärmschutz.
in %

in km

100

500

80

400

60

300

40

200

20

100

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

  Lauflänge aller Lärmschutzwände
  Anteil des lärmarmen Rollmaterials bei SBB Personenverkehr
  Anteil der lärmarmen Güterwagen bei SBB Cargo

Die SBB erneuert die Personen- und Güterwagenflotte laufend. Bis Ende 2015 hat sie
bei rund 7500 älteren Fahrzeugen eine technische Lärmsanierung durchgeführt. Damit
gilt der Wagenpark der SBB nach heutigem Stand der Technik als leise und erfüllt die
entsprechenden internationalen Anforderungen. Mit wenigen Ausnahmen ist die Rollmaterialsanierung per Ende 2015 auch bei den im Privatbesitz befindlichen Güterwagen
erfolgt. Damit ist die SBB hinsichtlich des Schutzes der Bevölkerung vor dem Fahrlärm
europaweit eine Vorreiterin.
Im Berichtsjahr hat die SBB   – schwerpunktmässig in der Westschweiz  – zehn
Projekte zur Errichtung von Lärmschutzwänden umgesetzt. In Zug und Biel baute sie
Schienenschmieranlagen gegen das lästige Kurvenkreischen ein. Gegenwärtig sind
Studien in Arbeit, welche die Wirksamkeit solcher Anlagen nachweisen sollen.
Internationale Güterzüge auf den wichtigen Transitstrecken bestehen zu rund
50  Prozent aus lauten Güterwagen, die noch mit alten, lärmenden Bremssystemen
ausgestattet sind. Das Bundesgesetz über die Lärmsanierung sieht vor, dass bis 2020
keine lauten Güterwagen mehr auf dem Schweizer Bahnnetz verkehren dürfen. Es
­ermöglicht darüber hinaus lärmmindernde Massnahmen an der Schiene sowie Mittel
für die Innovationsförderung. All diese Massnahmen führen zur weiteren Senkung
des Fahrlärms.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 44

Nachhaltigkeitsbericht

Verantwortungsvolle
Arbeitgeberin sein.
Attraktive und wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen.
G4–10

Die SBB hat 2015 33 000 Mitarbeitende beschäftigt. Damit ist die SBB nicht nur die
grösste Reise- und Transportfirma, sondern auch eine der grössten Arbeitgeberinnen
in der Schweiz.

Entwicklung Personalbestand und Frauenanteil.
Vollzeitbeschäftigte
Tsd. F TE % MA
40

40

30

30

20

20

10

10

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

 Personenverkehr

 Güterverkehr

 Konzernbereiche

 Immobilien

 Infrastruktur

 Frauenanteil in % der
­M itarbeitenden

Zufriedene Mitarbeitende sind motiviert und leisten mehr. Sie verbessern zudem das
Arbeitgeberimage, das gut qualifizierte Stellensuchende zum Einstieg bei der SBB
­bewegt. Da die SBB in den nächsten Jahren in fast allen Funktionen Personal rekrutieren wird, ist ein erstklassiges Arbeitgeberimage für sie von grosser Bedeutung. Der
Schwerpunkt der Rekrutierung liegt auf den Berufsgruppen der Ingenieure, IT -Spezialisten, qualifizierten Handwerker, Finanzexperten sowie des Zug- und Lokpersonals. Pro
Jahr stellt die SBB durchschnittlich 2000 Mitarbeitende neu ein. Fünf Prozent der neu
eingestellten Mitarbeitenden sind älter als fünfzig Jahre. Die Neueinstellungen kompensieren in erster Linie die Austritte, die bei der SBB jährlich 7,6 Prozent betragen. Zunehmend wirkt sich die demografische Entwicklung in Form von Pensionierungen aus.


SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 45

Nachhaltigkeitsbericht

Die SBB ist Arbeitgeberin 1. Klasse: Sie gehört bereits heute zu den
­belieb­testen Arbeitgeberinnen. Um auch in Zukunft gut qualifizierte Arbeits­
kräfte zu gewinnen, erhöht die SBB ihre Attraktivität durch wettbewerbs­
fähige ­Anstellungsbedingungen.

Aufteilung der Belegschaft nach Geschlecht und Altersgruppe.
Anzahl Mitarbeitende im Jahresmittel 2015

60 und älter

50 bis 59

40 bis 49

30 bis 39

jünger als 30

10 000

7 500

 Männer  

5 000

2 500

0

2 500

 Frauen

	

Entwicklung 2015.

G4–DMA
G4–LA 13

Der Stiftungsrat der Pensionskasse SBB (PK SBB ) hat beschlossen, per Januar 2016
die technischen Grundlagen anzupassen. Notwendig gemacht haben diesen Beschluss
das Fehlen von Schwankungsreserven, tiefe Zinsen – und daher geringere zu erwartende Anlageerträge – sowie eine wachsende durchschnittliche Lebenserwartung. Als
verantwortungsvolle Arbeitgeberin wird die SBB mit entsprechenden Abfederungsmassnahmen verhindern, dass diese Anpassungen zu Renteneinbussen für die Versicherten
führen: einerseits, indem sie sich an der Erhöhung der Sparbeiträge beteiligt; andererseits, indem sie einmalig 690  Millionen Franken in die PK SBB einschiesst. Dieser
Betrag versetzt die PK SBB in die Lage, das Pensions­kassenguthaben für alle SBB
Mitarbeitenden um zwölf Prozent zu erhöhen. Somit ist die Höhe der Rente für jüngere
Versicherte wie für jene Mitarbeitenden, die kurz vor der Pensionierung stehen, gesichert.
Im Gegenzug beteiligen sich die SBB Mitarbeitenden ab Januar 2016 mit einem
­substanziellen Beitrag an der Rentensicherung. Die SBB hat diese Massnahmen mit
ihren Sozialpartnern abgestimmt.
Die SBB hat 2015 für ihr Lohnsystem von der Schweizerischen Vereinigung für
Qualitäts- und Management-Systeme (SQS ) das Zertifikat «Excellence in Fair Compensation» erhalten. Nach einer fundierten Analyse attestiert die SQS der SBB Lohngleichheit bezüglich Geschlecht, Alter und Nationalität. Damit erreicht die SBB als bisher
erstes Unternehmen die höchste Zertifizierungsstufe für ein gerechtes Lohnsystem.
Mit diversen Programmen treibt die SBB den Veränderungsprozess hin zu einem
TOP -Unternehmen voran. Im März 2015 ist das Programm TOP SBB II offiziell abgeschlossen worden. Im Rahmen dieses Projekts hat die SBB ihr Leitbild erarbeitet, ihre
Kundenorientierung vertieft und alle Mitarbeitenden mit der digitalen Welt verbunden.
Um die Kunden- und Ergebnisorientierung weiterhin kontinuierlich im Unternehmen zu
verankern, ist in der Folge das TOP -Programm «Transformation» angelaufen. Es ist

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 46

Nachhaltigkeitsbericht

darauf ausgerichtet, die Kundensicht entlang der ganzen Wertschöpfungskette noch
stärker zu berücksichtigen und im Unternehmen einen energetisierenden Führungsstil
zu etablieren. Denn nur begeisterte Mitarbeitende vermögen die Kunden zu begeistern.

SBB gegen Rassismus.

Bei der SBB arbeiten Mitarbeitende aus 95 Nationen. Die Zusammenarbeit
in gemischten sowie multikulturellen Teams ist ein wesentlicher Bestandteil der täglich erbrachten Leistung und Ausdruck der kulturellen Vielfalt bei
der SBB . Daher beteiligte sich die SBB im vergangenen Jahr an der Kampagne
«Bunte Schweiz» der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR ).
Lernende bereicherten während dreier Wochen den Facebook-Account
«We Are Swiss» mit Erfahrungen aus ihrem persönlichen Alltag. Markus Jordi,
Leiter Human Resources und Mitglied der Konzernleitung, bezog öffentlich
Stellung: «Wir heissen täglich Kunden unterschiedlichster Herkunft will­kommen.
Rassismus und Diskriminierung tolerieren wir nicht.»

Gesunde und leistungsfähige Mitarbeitende.
G4–DMA

Als sozial verantwortungsbewusstes Unternehmen fördert die SBB die Gesundheit und
die Arbeitsmarktfähigkeit ihrer Mitarbeitenden. Sie nimmt im betrieblichen Gesundheitsmanagement eine Pionierrolle ein: Als eines der ersten Schweizer Unternehmen hat sie
2010 eine umfassende Gesundheitsstrategie entwickelt und eingeführt. Diese Strategie
bildet den Rahmen für ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement. Dieses bezieht nicht
nur das Verhalten der Mitarbeitenden ein, sondern berücksichtigt ebenso stark die
Verhältnisse und Prozesse im Unternehmen.
Unterschiedliche Entwicklungen inner- und ausserhalb des Unternehmens
­(beispielsweise die Verdichtung der Arbeit oder der demografische Wandel)
stellen Herausforderungen für die Gesundheit der Mitarbeitenden dar. Es
ist daher das Ziel der SBB , Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Mitar­­­­
beitenden langfristig zu erhalten und die Anzahl an Ausfalltagen stabil zu
halten. Die Massnahmen des Gesundheitsmanagements leisten hierzu einen
wich­tigen Beitrag und vermeiden jährlich Personalkosten im Umfang von
rund 60 Millionen CHF .

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 47

Nachhaltigkeitsbericht

G4–LA 6

Entwicklung der Fehltage.
Kalendertage pro F TE
15

10

5

2011

2012

  Absenzen infolge Krankheit  

2013

2014

2015

  Absenzen infolge Unfall

	

Entwicklung 2015.
G4–LA 6
G4–LA 7

Körperlich belastende Tätigkeiten sind bei der SBB nach wie vor verbreitet. Rund
50 Prozent aller Langzeiterkrankungen im Unternehmen kommen aufgrund von muskulo­
skelettalen Beschwerden zustande. Daher hat die SBB 2015 ihre Fachspezialisten des
Bereichs Arbeitssicherheit und Qualität dafür geschult, ergonomische Risiken zu erkennen. Bis 2017 werden zudem alle Mitarbeitenden der SBB mit ergonomischen Arbeitstechniken vertraut gemacht. Ein professionelles Gesundheitsmanagement umfasst nicht
nur konzernweite, sondern ebenso zielgruppenspezifische Massnahmen. Beispiels­
weise hat die SBB 2015 die Schichtgestaltung der Transportpolizei erfolgreich optimiert,
die Tätigkeiten bei der Zugsreinigung hinsichtlich einer optimalen Belastung neu geplant
oder zur Vorbeugung von Erschöpfungssymptomen beim Schalterpersonal neu Kurzpausen eingeführt.
Pro Jahr betreut die SBB rund 1500 Mitarbeitende mit langen unfall- oder krankheitsbedingten Abwesenheiten. 58 Prozent der betroffenen Mitarbeitenden kehrten nach
abgeschlossener Betreuung wieder in ihre angestammte Funktion zurück (teils unter
sinnvollen Anpassungen der Tätigkeit); für 13 Prozent fand sich intern oder extern (teils
mit Hilfe von Umschulungsmassnahmen) eine neue Tätigkeit.
Im Jahr 2015 hat die SBB ihre Gesundheitsstrategie einer Überprüfung unterzogen
und auf neue Trends innerhalb des Unternehmens und in der Gesellschaft ausgerichtet.
Das Gesundheitsmanagement der SBB konzentriert sich so ab 2016 – über die Konsolidierung der bisherigen erfolgreichen Massnahmen hinaus  – auf die Frühinterven­
tion,  die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden sowie auf gesundheitsgerechte
Berufsbilder.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 48

Nachhaltigkeitsbericht

Aktiv in der Freizeit.
Seit Januar 2015 fördert die SBB über das Programm «SBB aktiv» das Engagement ihrer Mitarbeitenden ausserhalb des beruflichen Alltags. SBB Mitarbeitende können sportliche und kulturelle Aktivitäten für ihre SBB Kolleginnen und
Kollegen anbieten. Dabei unterstützt die SBB die Kursleitenden organisatorisch
und finanziell. «SBB aktiv» fördert damit die Eigeninitiative, ein gesundes Ver­
halten und die Vernetzung unter den SBB Mitarbeitenden. Bisher haben bereits
über 1000 Mitarbeitende dieses Programm genutzt.

Hohe Arbeits- und Betriebssicherheit.
G4–14
G4–DMA

Sicherheit  – das heisst ein unfallfreier Eisenbahnverkehr und die Unversehrtheit von
Kunden, Mitarbeitenden und Dritten – ist für die SBB ein zentrales Anliegen und gehört
zu den drei Topzielen. In jeder Sitzung der Konzernleitung ist Sicherheit daher ein Standardtraktandum, wobei die Sicherheitsabteilung direkt dem CEO unterstellt ist.
Um das Thema Sicherheit im Alltag aller Mitarbeitenden tief zu verankern und die
hohe Sicherheitskultur kontinuierlich zu festigen, setzt die SBB eine Vielzahl von Massnahmen um. Sie ist sich dabei bewusst, dass Sicherheit jeden Tag immer wieder neu
­geschaffen werden muss. Ein über Jahre stetig weiterentwickeltes Sicherheitsmanagementsystem unterstützt das Bestreben nach grösstmöglicher Sicherheit nachhaltig.
Die aktuelle Sicherheitsstrategie der SBB illustriert, wie sich das bereits über
Jahre hohe Sicherheitsniveau weiter steigern lässt. Die SBB will ihre aus­
gezeichnete Sicherheitskultur weiterentwickeln, jederzeit die Einhaltung aller
Sicherheits­regeln gewährleisten und dabei das Potenzial der Technik und
Innovationen nutzen, um die Sicherheit kontinuierlich zu erhöhen.

Entwicklung 2015.
G4–LA 8
G4–PR 1

Die Gesamtanzahl der gemessenen Sicherheitsindikatoren belegt, dass sich die konstanten Anstrengungen im Sinne der Sicherheit bewähren. 2015 ereigneten sich neun
Zugunfälle (Entgleisungen und Zusammenstösse) mit mittlerem oder grossem Ausmasspotenzial. Damit konnte die SBB zwar nicht an das Spitzenergebnis des Vorjahres
anknüpfen, erreichte aber ein Resultat im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Von
den neun Zugunfällen sind drei erwähnenswert: die Streifkollision zweier Personenzüge
in Rafz, die Entgleisung eines Güterzuges in Daillens und die Entgleisung eines Personenzuges aufgrund eines Felssturzes auf der Gotthardlinie.
Nach der Zugskollision in Rafz hat die SBB die Höchstgeschwindigkeit für startende und wendende Züge auf 40  km/h beschränkt, um das Risiko eines ähnlichen
Unfalls weiter zu verringern. Der Unfall in Daillens führte das erste Mal seit über zwanzig
Jahren zu einer Freisetzung einer grösseren Menge von Gefahrgut. Glücklicherweise
entstanden keine bleibenden Schäden für Mensch und Umwelt. Bei den weiteren
Sicherheits­indikatoren konnte die SBB die Signalfälle von 66 auf 44 stark reduzieren,
bei den Berufsunfällen erreichte die SBB bei einem langfristig sinkenden Trend das
gleiche Resultat wie im Vorjahr.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 49

Nachhaltigkeitsbericht

Entwicklung Eisenbahnbetriebsunfälle.
Anzahl

Anzahl/Mio. Trkm

40

0,4

30

0,3

20

0,2

10

0,1

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

 Entgleisungen

  Unfälle an Bahnübergängen

 Zusammenstösse mit
Beteiligung von Zugfahrten

 Unfälle von Reisenden oder
Dritten im Zugang zur Bahn

2014

2015

 Zusammenstösse mit
Beteiligung von Zugfahrten
pro Million Trassenkilometer

Die SBB hat ihr Sicherheitsniveau 2015 dank unterschiedlicher Massnahmen auf hohem
Stand gehalten. Die Ausrüstung von Signalen mit Zugbeeinflussung hat als technische
Massnahme weiterhin besonders hohe Priorität. Ebenso hat die SBB bei der Modernisierung von Anlagen und bei der Baustellensicherheit grosse Fortschritte erzielt. Schliesslich tragen innovative Ansätze dazu bei, die Sicherheit punktuell weiter zu erhöhen: Die
von der SBB entwickelte Warn-App warnt die Lokführer via iPad, falls diese ihren Zug
trotz Haltesignal beschleunigen.
Um die Risiken aus dem Chlortransport (ein Risiko mit enormem Ausmass) nachhaltig zu senken, hat die SBB alle wichtigen Stakeholder an einem Tisch vereint. Unter
der Leitung des Bundesamts für Umwelt und unter Einbezug von Bund, betroffenen
Kantonen, chemischer Industrie und SBB wurde ein Projekt initiiert. Dieses will gemeinsam die Rahmenbedingungen für eine Vor-Ort-Produktion schaffen, um künftig weit­
gehend auf Chlortransporte verzichten zu können.
Ausserdem hat die SBB 2015 einen besonderen Schwerpunkt auf die Suizid­
prävention gelegt. Sie verfolgt langfristig das Ziel, die Anzahl von Schienensuiziden mit
all ihren negativen Auswirkungen zu stabilisieren beziehungsweise gar zu reduzieren.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 50

Nachhaltigkeitsbericht

Intensive Sensibilisierung aller Mitarbeitenden mit der Sicherheits- und Qualitätswerkstatt.

G4–LA 8

Die SBB hat im Berichtsjahr die kundenorientierte Sicherheits- und Qualitätswerkstatt entwickelt und die ersten Pilotanlässe unter Teilnahme des CEO s
durchgeführt. Die SQ -Werkstatt bringt unternehmensweit Sicherheits- und
Qualitätsthemen zur Sprache und bearbeitet diese top-down vom Topkader bis
zu den Teams in der Fläche. Sie will dadurch die Sicherheits- und Qualitäts­
kultur auf allen Unternehmensstufen festigen und weiterentwickeln – und jeden
Mit­arbeitenden befähigen, zuverlässig seinen persönlichen Beitrag im Dienste
der Kunden zu leisten. Zu diesem Zweck identifizieren über 3000 Teams konkrete Handlungsfelder, bestimmen geeignete Massnahmen und verwirklichen diese,
um im Unternehmen kontinuierlich die Sicherheit und Qualität zu verbessern.

Zugang zu Mobilität einfach
gestalten.
Kombinierte Mobilität.
Mobil zu sein, ist in Zukunft nicht nur ein praktisches Erfordernis des Alltags, sondern
bleibt der Garant für Lebensqualität, wirtschaftliches Wachstum, persönliche Freiheit,
Selbstverwirklichung und einen hohen Freizeitwert.
Die SBB verfolgt das Ziel den Menschen in der Schweiz nahtlose Mobilität zu
ermöglichen. Damit positioniert sie sich verstärkt als Integratorin des öffentlichen
­Verkehrs. Auch wenn die SBB sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentriert, bietet
sie künftig vermehrt Reiseinformationen und eine Tür-zu-Tür-Buchung entlang der ganzen Reisekette an. Zwar will sie neue Mobilitätsangebote, die Kunden zum Bahnhof
hin- beziehungsweise vom Bahnhof wegtransportieren, nicht selbst entwickeln, aber
solche Angebote über Partner ermöglichen und fördern.
Die SBB sichert die Vernetzung der Bahn mit anderen Verkehrsträgern. Die
Bahnhöfe verfügen über attraktive, nutzerorientierte Angebote und sichern
die Anschlussmobilität. In Zusammenarbeit mit Partnern baut die SBB solche
Angebote auf und entwickelt sie weiter. Dies erlaubt es den Reisenden, ihre
Mobilitätskette von Tür zu Tür situativ und individuell zu gestalten.

Entwicklung 2015.
Die SBB hat 2015 an 19 Bahnhöfen 592 P+Rail-Parkplätze neu erstellt beziehungs­weise
369 Parkplätze saniert. In enger Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden errichtete sie an 24  Bahnhöfen 3670  Zweiradabstellplätze (Bike+Rail) neu beziehungs­
weise ­sanierte diese. Im April lancierte die SBB schweizweit die SBB P+Rail-App. Per
Ende 2015 konnten Kunden ihre Parkplatzgebühr an 350 Bahnhöfen via Smartphone
be­zahlen. Über 12 000 Autofahrer registrierten sich im Berichtsjahr für diesen Service.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 51

Nachhaltigkeitsbericht

In Zusammenarbeit mit Mobility hat die SBB 2015 zwei Vorhaben realisiert: Sie
hat einerseits im Rahmen eines Markttests in Basel «Catch a Car» – das stations­­­un­
gebundene Carsharing – mitbegründet und weiterentwickelt, andererseits das Mobility
Carsharing an den SwissPass angebunden. Seit August 2015 dient das ÖV-Abo neu
als Autoschlüssel für die Mobility-Flotte. Ebenso können Kunden ihren SwissPass als
Schlüssel für die Ausleihe eines Velos oder E-Bikes von PubliBike nutzen. Mehrere
grössere Städte haben begonnen, Bikesharing-Netze zu planen. Dadurch gewinnt die
Kombination von Velo und Zug weiter an Bedeutung.
2016 will die SBB rund 2500  Bike+Rail-Plätze und 200  P+Rail-Parkplätze neu
errichten beziehungsweise sanieren. Sie plant in der zweiten Jahreshälfte 2016 zudem
die Lancierung eines Tür-zu-Tür-Reiseplaners. Dieser Planer soll die Kunden in die Lage
versetzen, ihre Reise auf einer einheitlichen Plattform von Tür zu Tür effizient, da intermodal (unter Berücksichtigung aller Verkehrsmittel), zu planen und zu buchen. Der
­öffentliche Verkehr wird dadurch mit dem individuellen Verkehr verknüpft, und die
­Reisenden erhalten  – ohne mühevollen Koordinationsaufwand  – auf ihre Bedürfnisse
abgestimmte, verkehrsträgerübergreifende Reisevorschläge.

Barrierefreier Bahnzugang.
In Übereinstimmung mit dem Behindertengleichstellungsgesetz aus dem Jahr 2004
gewährleistet die SBB Reisenden mit Einschränkungen die Möglichkeit, sich autonom
mit der Bahn fortzubewegen. Sie nimmt dazu schrittweise Anpassungen beim Roll­
material, bei der Infrastruktur und bei der Fahrgastinformation vor.
Die SBB bekennt sich zu folgendem Ziel: Personen mit eingeschränkter
Mobi­lität, die sich im öffentlichen Raum selbstständig zurechtfinden, sollen alle
Dienstleistungen der SBB autonom und diskriminierungsfrei nutzen können.

Entwicklung 2015.
Die SBB erleichtert allen Menschen den Zugang zu Mobilität. Sie beseitigt fortlaufend
Hürden, die durch körperliche oder geistige Einschränkungen bedingt sind, und hat bis
heute über die Hälfte aller SBB Bahnhöfe behindertenkonform umgebaut. Davon profitieren heute bereits 82  Prozent unserer Kunden. Die SBB hat sich zudem zum Ziel
gesetzt, bis 2020 66  Prozent aller Bahnhöfe barrierefrei nutzbar zu machen, wovon
89 Prozent der Reisenden profitieren werden.
Bahnzugang

2015

2014

∆%

Bahnhöfe und Haltestellen

794

794

0,0

davon mit behindertengerechtem Bahnzugang

445

432

3,0

2015 hat die SBB eine neue Haltestelle (Neuhausen Rheinfall) eröffnet und Umbau­
arbeiten in 13 Bahnhöfen abgeschlossen, die nunmehr neu barrierefrei sind. Z
­ usätzlich
hat sie an 97 bestehenden Bahnhöfen taktil-visuelle Perronmarkierungen angebracht,
die vor allem Sehbehinderten die sichere Orientierung auf dem Perron ermöglichen.
Für gehbehinderte Kunden sowie für auf den Rollstuhl angewiesene Personen sind
Stufen beim Ein- und Ausstieg oft ein unüberwindbares Hindernis. Im vergangenen Jahr
hat die SBB in Sachen Niederflurwagen einen grossen Schritt nach vorne getan. Seit

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 52

Nachhaltigkeitsbericht

dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 verfügen alle Züge der Zürcher S-Bahn über
mindestens einen Niederflureinstig. Die einzige Ausnahme bilden einige Züge zu den
Hauptverkehrszeiten, die zusätzlich zu den normalen Verbindungen zirkulieren.
Der Billettautomat ist für die SBB der wichtigste Distributionskanal und soll sich
auch von sehbehinderten Kunden einfach bedienen lassen. Zu diesem Zweck rüstet
die SBB ihre Automaten mit taktilen Schildern aus. Ende 2015 haben bereits 1250 Auto­
maten über ein taktiles Schild verfügt. An jedem Verkaufspunkt steht damit mindestens
ein barrierefreier Automat zu Verfügung. Die restlichen rund 200 Auto­maten werden im
Laufe des Jahres 2016 umgerüstet, sodass bis Ende Jahr alle ­Automaten über ein
taktiles Schild verfügen.

15 Jahre Call Center Handicap.
Unter der Gratisnummer 0800 007 102 bietet das SBB Call Center Handicap
Reisenden mit eingeschränkter Mobilität seit 15 Jahren Hilfe und Unterstützung.
Der Service lässt sich täglich zwischen 6 und 22 Uhr und bis eine Stunde vor
Zugabfahrt an einem der 168 Stützpunktbahnhöfe in der ganzen Schweiz
anfordern. Das SBB Call Center Handicap erhält täglich im Schnitt 200 Anrufe
und hat seit seiner Gründung im Jahr 2000 1,88 Millionen Hilfeleistungen
orga­nisiert. Die Beratungsstelle im SBB Contact Center in Brig ist das Hauptkompetenzzentrum der schweizerischen Transportunternehmen zum Thema
«Barrierefreies Reisen im öffentlichen Verkehr».

Sicheres Bahnumfeld.
G4–DMA

Gesellschaftliche Entwicklungen haben zunehmend einen Einfluss auf die Sicherheit im
öffentlichen Raum. Zu ihnen gehören unter anderem ein verändertes Ausgeh- und
Trinkverhalten, eine erhöhte Gruppendynamik unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie eine zunehmende Gewaltbereitschaft. Diese Entwicklungen wirken sich
auch auf Züge und Bahnhöfe aus, und die SBB bleibt von Delikten wie Gewalt und
Vandalismus nicht verschont. Daher unternimmt die SBB grosse Anstrengungen, um
die Sicherheit im Bahnumfeld zu gewährleisten. Für die Sicherheit von Kunden sowie
des Personals in Bahnhöfen und Zügen sorgt die SBB Transportpolizei in enger Zusammenarbeit mit allen internen und externen Partnern. Zudem beobachtet und analysiert
die Öffentliche Sicherheit der SBB die Sicherheitslage laufend und leitet, wenn ­erforderlich,
geeignete Massnahmen ein. Zum sicheren Bahnumfeld gehören neben der Wahrung
der Sicherheit (Security) auch Massnahmen zur Unfall­prävention (Safety).

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 53

Nachhaltigkeitsbericht

Die Bahn gehört zu den sichersten Verkehrsmitteln. Damit dies so bleibt und
sich Kunden in Zügen und Bahnhöfen stets sicher fühlen, investiert die SBB seit
Jahren beträchtliche Mittel. Ebenso ist sie bestrebt, ihre Mitarbeitenden, das
Rollmaterial, die Anlagen und die Immobilien vor strafbaren Handlungen zu
schützen. Zudem betreibt sie gezielt Unfallprävention.

Entwicklung 2015.
G4–LA 8
G4–PR 1

Die Sicherheitslage ist 2015 stabil geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die
Ereigniszahlen  – entgegen den gesellschaftlichen Entwicklungen  – gesamthaft um
17  Prozent ab. Die sicherheitspolitische Lage in Europa und im Nahen Osten beeinflusste jedoch nachhaltig das subjektive Sicherheitsempfinden der Kunden. Das subjektive Sicherheitsempfinden im Zug lag mit 80,0 Indexpunkten 0,6 Punkte unter dem
für 2015 gesetzten Zielwert. Das Sicherheitsempfinden am Bahnhof stieg hingegen auf
einen historischen Höchstwert von 77,5 Indexpunkten.
Die Ereigniszahlen bezüglich Aggressionen gegen das Personal (Belästigungen,
Drohungen, Tätlichkeiten) entwickelten sich 2015 im Vergleich zu 2014 leicht rückläufig.
Von Tätlichkeiten gegen das Personal war nach wie vor das Zugpersonal am stärksten
betroffen. Die meisten Vorfälle von Tätlichkeiten gegen das Zugpersonal entstanden bei
Diskussionen mit Reisenden ohne gültigen Fahrausweis und durch renitente Reisende.
Tätlichkeiten

2015

2014

∆%

Tätlichkeiten gegen das Personal

184

194

–5,2

davon Zugpersonal

158

159

–0,6

Das Security-Gesamtkonzept und die jeweils getroffenen Massnahmen zeigten 2015
die gewünschte Wirkung. Beispielweise verringerten gezielte Massnahmen die durch
Kupferdiebstähle verursachten Schadenskosten im Vergleich zum Vorjahr um ungefähr
50  Prozent. Ebenso gelang es, die Täterschaft, die im Raum Solothurn wiederholt
­Gegenstände auf die Gleise gelegt hatte, zu ermitteln. Zudem wirkte sich die ganzheitliche Einsatzplanung und -führung der Transportpolizei günstig auf die Präsenz und
Leistungsfähigkeit der Sicherheitskräfte aus.
Daneben informierte der Schul- und Erlebniszug auch 2015 Kinder und Jugend­
liche über Gefahren im Bahnzugang und den sicheren Umgang mit der Bahn. Schliesslich sprach das SBB Personal Kunden, die sich Risiken aussetzten, jeweils gezielt an
und verteilte die Broschüre «Mit Sicherheit ankommen».
Die SBB Security passt sich stetig den laufenden Entwicklungen an. Sie entwickelt
das Lagecontrolling, die regionalen Securityzirkel sowie das Gewaltpräventionsprogramm
RailFair weiter und erhöht die Interventionsfähigkeit der SBB Transportpolizei. Präventionskampagnen leisten ihren Beitrag zur Bahnsicherheit (Security) der Reisenden und
der Mitarbeitenden. Zudem werden die Massnahmen im Bereich der Unfallprävention
(Safety) in den kommenden Jahren fortgesetzt. Fortschrittliche technische Systeme
erhöhen zudem die Sicherheit der Schutzpersonen (Reisende und Mitarbeitende)
­beziehungsweise Schutzobjekte (Objekte und Werte).

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 54

Nachhaltigkeitsbericht

Präventionskampagne in der Romandie «Gemeinsam gegen Taschendiebe».
Bereits im Vorjahr hatte die SBB Transportpolizei zusammen mit der Deutschen
Bundespolizei in der Region Deutschschweiz erfolgreich eine Präventionskampagne gegen Taschendiebstähle durchgeführt. Nach diesem Vorbild fand in
der Romandie im Februar 2015 erstmals eine Präventionskampagne statt, an
der sich die Britische Botschaft und der Flughafen Genf beteiligten. Die Kam­
pagne wandte sich gezielt an britische Staatsangehörige. Jährlich reisen viele
von ihnen über den Flughafen Genf in die Schweiz, wobei einige bereits bei
der Ankunft am Flughafen oder später in den Zügen Opfer von Trickdieben
werden. Mitarbeitende der Britischen Botschaft in Bern und der SBB Transport­
polizei verteilten am Stand im Flughafen Genf sowie in einigen Zügen von
Genf nach Lausanne Broschüren und gaben Tipps dazu, wie sich Reisende
vor Taschen­dieben schützen können. Die Wichtigkeit des Anliegens wurde
durch die britische ­Bot­­schaft in Bern unterstrichen, die selbst aktiv an der
Kam­pagne teilnahm.

Nachhaltige Produktnutzung
­ermöglichen.
Grüne Produkte.
Die Bahn ist das Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität in der Schweiz. Viele SBB ­Kunden
schätzen und wissen, dass eine Bahnfahrt meist die «grünste», das heisst die umweltfreundlichste Mobilitätsvariante darstellt.
In jüngster Zeit verstärkt die Automobilindustrie ihre Werbemassnahmen und setzt
auf technische Neuerungen, um ihre Produkte umweltfreundlicher zu gestalten. Daher
muss sich die SBB vermehrt proaktiv als «grüne» Mobilitätsvariante positionieren, um
ihre Legitimation bei ihren Kunden, aber auch beim Bund als Eigner zu wahren.
Die SBB stellt entlang der gesamten Reisekette jetzt und in Zukunft sicher,
dass die Nutzung ihrer Transportdienstleistungen möglichst geringe nachteilige
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt hat. Die SBB Transportdienstleis­tungen
verdienen daher die Bezeichnung als «grüne Produkte», deren geringe Umweltauswirkung in der Kommunikation aktiv zum Ausdruck kommen soll. Über die
bestehende Produktpalette hinaus will die SBB künftig weitere «grüne Produkte»
entwickeln und auf den Markt bringen.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 55

Nachhaltigkeitsbericht

Entwicklung 2015.
Aufbauarbeit hat das Jahr 2015 geprägt: So hat die SBB ein Portfolio von bestehenden
beziehungsweise zu entwickelnden «grünen Produkten» erarbeitet. Die im Portfolio
gesammelten Ideen werden nun bewertet und priorisiert. Besteht ein grosses Markt­
potenzial, werden Produktentwicklungen angestossen oder Angebote für die SBB
Kunden lanciert. Einzelne Produktentwicklungen sind bereits im Berichts­jahr angelaufen.
Ebenso hat die SBB 2015 damit begonnen, allen Interessierten verbesserte Umwelt­
informationen zu ihren Produkten zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck erneuert
die SBB den Umweltrechner im Fahrplan und entwickelt für den neuen Tür-zu-TürReiseplaner einen Umweltrechner in Form einer App. Ferner bereitet sie mit den Projektpartnern BFE , Swisscom und der Öbu den Relaunch von Mobitool vor  – einer
webbasierten Umweltbilanzierungsdatenbank, die unterschiedliche Verkehrsmittel im
betrieblichen Verkehr vergleicht. Die überarbeitete Website von Mobitool geht voraussichtlich Mitte 2016 online. Im Wesentlichen enthält sie aktualisierte Umweltfaktoren für
die Verkehrsmittelvergleiche und erscheint in modernem Auftritt.
Die SBB arbeitet bei der Entwicklung von neuen «grünen Produkten» mit CleantechStart-ups zusammen. Dass das Modell der Zusammenarbeit erfolgreich ist, hat zuletzt
die Lancierung von mobilen Handy-Lademöglichkeiten gezeigt. Sie ist zusammen mit
dem Unternehmen «Battere» erfolgt, das Fahrgästen zum Laden ihrer Mobilgeräte an
Kiosken mobile, mit Solarstrom aufgeladene Leihakkus zur Verfügung stellt.

Saubere Züge und Bahnhöfe.
G4–DMA

Rund 1300  SBB Mitarbeitende entfernen täglich über 100 Tonnen Abfälle aus Bahn­
höfen und Zügen. Der jährlich entsorgte Abfall würde damit rund 2700  Güterwagen
füllen. Das zeit- und fachgerechte Entsorgen der stetig wachsenden Abfallmenge stellt
für die SBB eine grosse Herausforderung dar.
Die SBB reduziert die Umweltbelastung durch Publikumsabfälle, indem sie
ihren Kunden eine geordnete, umweltfreundliche Abfall­entsorgung ermöglicht.
Zu diesem Zweck stellt sie eine benutzerfreundliche ­Infrastruktur bereit.

Entwicklung 2015.
Im November 2014 hat die SBB an den fünf grössten Bahnhöfen die Abfalltrennung mit
Recycling-Stationen eingeführt. Nach einem guten Jahr ist die Bilanz aus Sicht der SBB
ein voller Erfolg: Das Ziel, eine Trennquote von 25 Prozent zu erreichen, wurde deutlich
übertroffen. Ende 2015 betrug die Trennquote ausgezeichnete 42 Prozent.
G4–EN 23

Publikumsabfälle

Entsorgungsmethode

Kehricht

Verbrennung

Papier, Karton

Recycling

2015

2014

∆%

t

31 126

31 440

–1,0

t

6 126

6 120

0,1

Glas

Recycling

t

43

21

105,0

PET

Recycling

t

294

158

86,6

Aluminium

Recycling

t

47

21

123,8

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 56

Nachhaltigkeitsbericht

Die SBB hat deshalb beschlossen, das Abfalltrennkonzept im Jahr 2015 in vier weiteren
Bahnhöfen (Lausanne, St. Gallen, Winterthur und Zug) zu installieren. Ob das Konzept
in weiteren 25 – bereits vorbestimmten – Bahnhöfen zum Einsatz kommt, beschliesst
die SBB im laufenden Jahr. Die Entscheidung hängt unter anderem von der Transportlogistik ab. Denn eine effiziente Abfalltrennung im Bahnhof hört nicht im Publikums­bereich
auf, sondern erfordert viele Anpassungen hinter den Kulissen. Da der verfügbare Platz
an Bahnhöfen oft sehr knapp ist (und von Lagerung oder Anlieferung und Abtransport
von Waren stark beansprucht wird), stellt die Transportlogistik eine grosse Herausforderung dar. So hat die SBB am Bahnhof Bern eine neue stationäre Pressstation installiert, um die Abfälle zu verdichten.
Die SBB entleert die Recycling-Stationen in vorgegebenen Abständen – auch wenn
sie manchmal noch gar nicht voll sind. Sie möchte daher die Entleerung optimieren und
testet eine elektronische Füllstandmessung. Diese Messung zeigt den Mitarbeitenden
zentral an, welche Recycling-Stationen geleert werden müssen. Die Resultate des Tests
sollen im ersten Quartal 2016 vorliegen.
Die SBB hat im Sommer 2015 zusammen mit dem Kompetenzzentrum Integration
der Stadt Bern und im Rahmen eines Arbeitstrainingsprogramms zwölf Beschäftigungsplätze für Flüchtlinge, vorläufig aufgenommene Personen und Asylsuchende geschaffen.
Die am Programm Teilnehmenden reinigen die Abteile von Fernverkehrszügen in der
Region Bern, was bei Kunden auf grossen Anklang gestossen ist. Die Plätze im Programm sind gefragt. Die Teilnehmenden erhalten nicht nur eine Tagesstruktur, sondern
sammeln Erfahrungen in der Praxis und erwerben Kompetenzen sowie Referenzen für
den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die SBB und die Stadt Bern haben deshalb entschieden, den Versuch auf unbestimmte Zeit zu verlängern.

SBB Mitarbeitende packen selber mit an.

Über hundert SBB Mitarbeitende haben im September 2015 freiwillig am nationalen Clean-Up-Day teilgenommen und damit persönlich ein Zeichen gegen
Littering gesetzt. In Zügen und an Bahnhöfen sammelten die Mitarbeitenden
liegen gelassene Abfälle, Zeitungen, Zigarettenstummel, PET -Flaschen und Aludosen ein. In den Bahnhöfen entfernten sie zudem Kaugummireste vom Boden.
Gegen Schmutz und Zigarettenstummel packte im November auch CEO
­Andreas Meyer an und engagierte sich mit der Putzequipe des Clean-Up-Day
im Bahnhof Olten für die Sauberkeit im Gleisbett. Mit dieser Aktion bedankte
sich der CEO bei allen Kunden, die ihren Abfall korrekt entsorgen. Er machte
darüber hinaus auf die unermüdliche Arbeit von 1300 Mitarbeitenden aufmerksam, die sich täglich für saubere Züge und Bahnhöfe einsetzen.

Gleichmässige Pendlerströme.
Rund die Hälfte der SBB Kunden sind während 25 Prozent der Betriebszeit unterwegs:
nämlich vorwiegend morgens zur Arbeit und abends zurück nach Hause. Dies führt in
der Hauptverkehrszeit zu einer hohen Auslastung vieler Regional- und Fernverkehrs­
züge. Folgerichtig gehören freie Sitzplätze im Fernverkehr und auf längeren Strecken
zu den wichtigsten Bedürfnissen der Kunden.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 57

Nachhaltigkeitsbericht

Die SBB ist sich bewusst, welch wichtige Rolle die Mobilität für eine nachhaltige Raum­
entwicklung in der Schweiz einnimmt. Sie setzt sich in Zusammenarbeit mit anderen
Unternehmen und der öffentlichen Hand für ein sinnvolles Angebot an öffentlichem
Verkehr und eine gleichmässigere Verkehrsnachfrage im Tagesverlauf ein.

Um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden und die vorhan­­­­­­­­denen 
Kapazitäten noch effizienter zu nutzen, möchte die SBB die Auslastung
der Züge gleichmässiger über den ganzen Tag verteilen.

Entwicklung 2015.
Die SBB hat im Frühjahr 2015 zusammen mit anderen Arbeitgebern (Swisscom, Micro­
soft, Mobiliar, die Schweizerische Post, Witzig The Office Company) die Work Smart
Initiative ins Leben gerufen. Die Initiative fördert flexibles Arbeiten in der Schweiz. In
diesem Zusammenhang verfolgt sie unter anderem das Ziel, Ressourcen und Infrastrukturen klug zu nutzen.
2015 hat die Work Smart Initiative in erster Linie eine Charta herausgegeben, die
möglichst viele Unternehmen für die Initiative gewinnen sollte. Ende Jahr hatten bereits
55 Unternehmen die Charta unterzeichnet. Darüber hinaus boten die initiierenden Unternehmen während einer Aktionswoche reichhaltige Einblicke und Anregungen zum
Thema flexibles Arbeiten.
Um das Potenzial mobiler Arbeit im eigenen Unternehmen genau zu erfassen, hat
die SBB im Frühjahr 2015 eine Mitarbeitendenumfrage durchgeführt. Wie die Umfrage
ergibt, hat rund ein Drittel der Belegschaft (9500 Mitarbeitende) aufgrund des Job­profils
die Möglichkeit zu flexibler Arbeit. Dank flexibler Arbeitsmodelle meiden bereits heute
rund 3500 Mitarbeitende gelegentlich die Hauptverkehrszeiten.
Eine interne Offensive soll im kommenden Jahr noch mehr SBB Mitarbeitende und
Vorgesetzte sensibilisieren und von flexiblen Arbeitsformen überzeugen. Als Mitglied
der Work Smart Initiative setzt sich die SBB für eine weitere Verbreitung flexibler Arbeits­
formen in der Schweiz ein und fördert den Austausch unter den beteiligten Unternehmen.

Studie: «Verkehrsinfrastrukturen smarter nutzen dank flexibler Arbeitsformen».
Eine von der SBB , dem Kanton Bern sowie der Schweizerischen Post und
Swisscom in Auftrag gegebene Studie zeigt erstmals das quantitative Ent­
lastungspotenzial: Bei einer konsequenten Förderung flexibler Arbeitsformen
und teilweiser Anpassung der Schulzeiten lassen sich die Hauptverkehrszeiten
(HVZ ) morgens um 20 bis 30 Prozent, abends um 10 Prozent entlasten. Eine
solche Entlastung führt zu mehr Sitzplätzen für diejenigen Kunden, die weiterhin zur HVZ unterwegs sein müssen. Zudem lassen sich schweizweit jährlich
rund 140 Millionen CHF einsparen, die für Verstärkungsmassnahmen zur HVZ
­erforderlich sind.

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 58

Nachhaltigkeitsbericht

Grundsätze der Nachhaltigkeits­
berichterstattung.
Berichtsprofil.
G4–17
G4–23
G4–28
G4–29
G4–30
G4–31
G4–32
G4–33

Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht ist ein integrierter Bestandteil der SBB Jahresberichterstattung. Die SBB legt darin ihre wesentlichen ökonomischen, ökologischen
und sozialen Leistungen gemäss den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI )
offen. Dabei wurde der Bericht wie bereits im Vorjahr «in Übereinstimmung» mit den
GRI G4 Leitlinien erstellt («Kern»-Option).
Die SBB veröffentlicht jedes Jahr einen Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht. In
enger inhaltlicher Abstimmung erscheint parallel dazu eine Sonderausgabe des Mitarbeitendenmagazins «Unterwegs». Sämtliche Publikationen der Jahresberichterstattung
sind dreisprachig auf der SBB Website abrufbar.
Der SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015 bezieht sich auf den Zeitraum
vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2015. Den letzten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2014 hat die SBB am 26. März 2015 publiziert.
Wie im Vorjahr orientiert sich die Darstellung des Berichts an den Stossrichtungen und
Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich
dabei weder der Umfang der Berichterstattung noch die Berichtsgrenzen oder die verwendeten Messmethoden signifikant verändert. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahresbericht ist also gegeben.
Auf Seite 59 findet sich der tabellarische GRI Content Index mit den entsprechenden Seitenverweisen. Der vorliegende Geschäfts- und Nachhaltigkeits­bericht ­bezieht
sich auf das SBB Stammhaus (SBB AG und SBB Cargo, ohne Töchter und Beteiligungen). Falls Daten oder Informationen nur einen Teil (Division oder SBB AG ) des Unternehmens oder des gesamten Konzerns betreffen, wird dies gesondert vermerkt.
Dem vorliegenden Bericht liegt eine Content-Index-Überprüfung durch die Global
Reporting Initiative zugrunde. Die Überprüfung bestätigt, dass im GRI Content Index
auf alle deklarierten Berichtsinhalte gemäss den GRI G4 Leitlinien korrekt und vollständig verwiesen wird. Hinsichtlich der inhaltlichen Qualität und Vollständigkeit der ausgewiesenen Informationen ist keine externe «Assurance» eingeholt worden. Wo immer
zweckmässig, sind diejenigen Standards beigezogen, die für das interne Controlling
massgebend sind.

Kontakt für weitere Fragen:
Christina Meier
Leiterin Nachhaltigkeit
SBB AG
Hilfikerstrasse 1, 3000 Bern 65
christina.meier@sbb.ch

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 59

Nachhaltigkeitsbericht

GRI Content Index.

Details zu allgemeinen
­S tandardangaben

Externe Prüfung

Direkte Offenlegung

Seitenangabe SBB Website

Seitenangabe
SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht

Allgemeine ­S tandardangaben

Allgemeine Standardangaben.

Strategie und Analyse
G4–1

3
29

G4–2

31

Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken, Chancen und
Auswirkungen sind überall im vorliegenden Bericht
zu finden, insbesondere im Beschrieb der Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie.

❌

Erklärung des CEO zum Stellenwert von Nachhaltigkeit

❌

Auswirkungen der Organisation
auf die Nachhaltigkeit und Beeinflussung durch Nachhaltigkeits­
risiken und -chancen

❌
❌

Name der Organisation

❌
✓

Hauptsitz der Organisation

Organisationsprofil
G4–3

14

G4–4

4

G4–5

14

G4–6

14

G4–7

14

❌

Eigentümerstruktur und
­R echtsform

G4–8

12

Absatzmärkte

G4–9

12

Zahlen und Fakten

G4–10

44

Personal Stammhaus
Diversity

❌
❌
❌

G4–11

Bericht der Revisionsstelle im Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsbericht auf den Seiten 107–108

Personal Stammhaus

Personalbestand nach Arbeitsvertrag 2015
( SBB Stammhaus ohne Tochtergesellschaften):
GAV : 26 354 FTE ; OR : 1221 FTE

Wichtigste Marken, Produkte
und Dienstleistungen

Länder, in welchen die Organisa­
tion tätig ist

Grösse der Organisation
Anzahl Mitarbeitende nach
­K ategorien

❌

Von Kollektivvereinbarungen
­b etroffene Mitarbeitende

❌
✓

Lieferkette der Organisation

G4–12

35

G4–13

84

Bericht der Revisionsstelle im Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsbericht auf den Seiten 107–108

G4–14

48

Beim Betrieb der Infrastrukturen und bei Dienstleistungen der SBB spielt das Vorsorgeprinzip eine
­g rosse Rolle. Beispiele dafür sind die präventiven
Ansätze für Umwelt- und Arbeitsschutz im Betrieb.

❌

Anwendung des Vorsorgeprinzips

G4–15

Die SBB ist in zahlreichen nationalen und interna­
tionalen ­G remien ­v ertreten bzw. hat internationale
Vereinbarungen übernommen.
Zu erwähnen sind hierbei insbesondere:
– C ommunity of European Railway and Infrastructure
­C ompanies ( CER )
– U nion Internationale des Chemins de Fer ( UIC )
– Transparency International Schweiz
– F oreign Trade Association ( FTA )
– Ö bu (Schweizerische Vereinigung für ökologisch
bewusste Unter­n ehmensführung)

❌

Unterstützung externer Initiativen

G4–16

Die SBB ist national und international in rund
280 Gremien vertreten. Diese teilen sich auf in
­R egulations- (ca. 75), technische (ca. 110), Sicherheits- (7) und divisionsspezifische Gremien (ca. 85).

❌

Aktive Teilnahme in Interessen­
verbänden

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

Wesentliche Veränderungen
­w ährend der Berichtsperiode
­b ezüglich Grösse, Struktur oder
Eigentümern

S 60

Nachhaltigkeitsbericht

Ermittelte wesentliche Aspekte und Grenzen
G4–17

14
58

❌

In den Bericht eingeschlossene
Unternehmenseinheiten

G4–18

31

❌

Festlegung der Berichtsinhalte
und Abgrenzung von Aspekten

G4–19

31

❌

Wesentliche Aspekte bzw.
­B erichtsinhalte

G4–20

30

Die Handlungsfelder der strategischen Stoss­
richtungen
– Umweltvorteil gegenüber Strasse sichern
– Verantwortungsvolle Arbeitgeberin sein
haben unmittelbare Auswirkungen innerhalb
der SBB .

❌

Abgrenzung wesentlicher Aspekte
und Definition der Berichtsgrenzen
innerhalb der Organisation

G4–21

30

Die Handlungsfelder der strategischen Stoss­
richtungen
– Verantwortungsvolle Lieferkette sicherstellen
– Zugang zur Mobilität einfach gestalten
– N achhaltige Produktnutzung ermöglichen
sind insbesondere aufgrund ihrer grossen Aus­
wirkungen auf Kunden und Lieferanten für die
SBB relevant.

❌

Abgrenzung wesentlicher Aspekte
und Definition der Berichtsgrenzen
ausserhalb der Organisation

G4–22

84

Bericht der Revisionsstelle im Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsbericht auf den Seiten 107–108

✓

Angabe neuer Darstellungen
von Informationen gegenüber
dem Vorjahr und deren Gründe

G4–23

58

❌

Signifikante Veränderungen
­b ezüglich Umfang und Aspekten
gegenüber dem Vorjahr

Einbindung von Stakeholdern
G4–24

32

❌

Einbezug der Stakeholder
durch die Organisation

G4–25

32

❌

Identifikation und Auswahl
der Stakeholder

G4–26

32

❌

Vorgehen bei Einbindung von
­S takeholder-Gruppen

G4–27

27
31

❌

Durch Stakeholder vorgebrachte
Anliegen

Berichtszeitraum

Kundenbeirat
Politik und Gesellschaft

Berichtsprofil
G4–28

58

G4–29

58

G4–30

58

G4–31

58

❌
❌
❌
❌

G4–32

58

❌

Gewählte «In Übereinstimmung»Option

G4–33

26
58

❌

Externe Prüfung

Datum des letzten Berichts
Angabe zum Berichtszyklus
Ansprechpartner für Fragen
zum Bericht

Unternehmensführung
G4–34

15
33

❌

Führungsstruktur der Organisation
in Bezug auf wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen

G4–35

19
33

❌

Prozess für die Delegation von
Vollmachten für wirtschaftliche,
ökologische und soziale Themen

G4–36

18
33

❌

Verantwortung für wirtschaftliche,
ökologische und soziale Themen

G4–37

27
31
33

❌

Prozesse für Konsultation
­z wischen Stakeholdern und
Führungs­e bene

G4–38

17
21

❌

Zusammensetzung der höchsten
Führungsebene

G4–39

18

❌

Funktion der höchsten Führungsebene

G4–40

18

❌

Nomination und Auswahl der
höchsten Führungsebene

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 61

Nachhaltigkeitsbericht

G4–41

18

❌

Vermeidung und Bekanntgabe
von Interessenskonflikten in der
höchsten Führungsebene

G4–42

Die Nachhaltigkeitsstrategie der SBB wurde in
der KL diskutiert und im April 2014 von der KL
­g enehmigt. Die Nachhaltigkeitsleistung wird mit
­d efinierten KPI s pro Handlungsfeld jährlich an
die KL rapportiert.

❌

Rolle der höchsten Führungs­e bene
bei der Entwicklung der Unter­
nehmensstrategie in Bezug auf
wirtschaftliche, ökologische und
soziale Auswirkungen

G4–43

In wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen
­F ragen verfügen die Mitglieder der Verwaltungsrates
sowie der Konzernleitung über umfangreiches
­W issen. Aktuelle Entwicklungen werden im Rahmen
der Konzernzielüberprüfung sowie themenbezogen
periodisch ­t raktandiert.

❌

Weiterentwicklung der Kenntnisse
der höchsten Führungsebene
in Bezug auf wirtschaftliche, ökologische und soziale Themen

Neun Konzernziele machen die Leistungen der SBB
messbar. Die ­B alance von finanziellen und nicht
­f inanziellen Zielen garantiert, dass das Unternehmen ausgewogen geführt und gesteuert wird. Die
Ziel­e rreichung wird laufend gemessen und quartalsweise an die Konzernleitung und den Verwaltungsrat rapportiert. Die Erreichung der Konzernziele
ist bonusrelevant.

❌

Leistung der höchsten Führungsebene in Bezug auf wirtschaft­
liche, ökologische und soziale
­T hemen

G4–44

19

G4–45

18

❌

Rolle der höchsten Führungsebene
in Bezug auf Identifizierung und
Management von wirtschaftlichen,
ökologischen und sozialen Risiken
und Chancen

G4–46

20

❌

Rolle der höchsten Führungsebene
in Bezug auf Überprüfung des
­R isikomanagements zu wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen
Themen

G4–47

20

❌

Häufigkeit der Überprüfung der
wirtschaftlichen, ökologischen
und gesellschaftlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen durch
die höchste Führungsebene

G4–48

19

❌

Überprüfung und Genehmigung
des Nachhaltigkeitsberichts

G4–49

19

❌

Mitteilungsverfahren in Bezug auf
kritische ­A nliegen an die höchste
Führungsebene

G4–50

19

❌

Art und Anzahl kritischer Anliegen,
die der höchsten Führungsebene
mitgeteilt wurden

G4–51

24–25

❌

Entschädigungspolitik für
die höchste Führungsebene

G4–52

24

❌

Prozess zur Festlegung der
­E ntschädigung

G4–53

24

❌

Berücksichtigung der Meinung
von Stakeholdern bezüglich
­E ntschädigung

G4–54

Das Verhältnis der Jahresgesamtvergütung des
höchstbezahlten ­M itarbeiters zur Jahresgesamt­
vergütung des tiefsten Einkommens ­b etrug
2015 1:19.

❌

Verhältnis des höchsten Lohnes
innerhalb der Organisation zum
Medianlohn

G4–55

Die prozentuale Steigerung der Jahresgesamtver­
gütung des höchstbezahlten Mitarbeiters betrug
per 1.1.2015 –2,0 %, die prozentuale ­S teigerung
der Jahresgesamtvergütung aller Mitarbeitenden
0,4 %. Das ergibt ein Verhältnis von 1:–5.

❌

Verhältnis des prozentualen
­A nstiegs zwischen höchstem Lohn
und Medianlohn innerhalb der
­O rganisation

❌

Werte, Grundsätze sowie Ver­
haltensstandards und -normen
der Organisation

Ethik und Integrität
G4–56

20

G4–57

20

❌

Interne und externe Verfahren,
um zu ethischem und
­g esetzeskonformem Verhalten
Rat zu suchen

G4–58

20

❌

Interne und externe Mechanismen
zur Meldung unethischen oder
­g esetzeswidrigen Verhaltens

Code of conduct

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 62

Nachhaltigkeitsbericht

Details zu Indikatoren

Externe Prüfung

Auslassungen

Seitenangabe SBB Website

Seitenangabe
SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht

DMA und Indikatoren

Spezifische Standardangaben.

Kategorie: wirtschaftlich
Beschaffung
G4– DMA

35

G4– EC 9

35

Einkauf

❌

Allgemeine Angaben zum Mana­
gementansatz (Beschaffung)

❌

Anteil an Ausgaben für lokale
­L ieferanten an Hauptgeschäftsstandorten

❌

Allgemeine Angaben zum Mana­
gementansatz (Materialien)

Kategorie: ökologisch
Materialien
G4– DMA

37

G4– EN 1

38

Umweltkennzahlen

❌

Eingesetzte Materialien nach
­G ewicht oder Volumen

G4– DMA

38

Energie

❌

Allgemeine Angaben zum Mana­
gementansatz (Energie)

G4– EN 3

39

❌

Energieverbrauch innerhalb
der Organisation

G4– EN 5

39

Energieintensität

G4– EN 6

39

❌
❌

❌

Allgemeine Angaben zum Mana­
gementansatz (Emissionen)
Direkte THG -Emissionen (Scope 1)

Energie

Verringerung des Energie­
verbrauchs

Emissionen
G4– DMA

40

G4– EN 15

41

G4– EN 16

41

❌
❌

G4– EN 17

41

❌

Weitere indirekte THG -Emissionen
(Scope 3)
Intensität der THG -Emissionen

Klima

Indirekte energiebezogene THG Emissionen (Scope 2)

G4– EN 18

42

G4– EN 19

41

G4– EN 20

42

❌
❌
❌

G4– EN 21

42

❌

NO x, SO x und andere signifikante
Luftemissionen

❌

Allgemeine Angaben zum Mana­
gementansatz (Abwasser und
­A bfall)

❌

Gesamtgewicht des Abfalls nach
Art und Entsorgungsmethode

Reduzierung der THG -Emissionen
Emissionen Ozon abbauender
Stoffe

Abwasser und Abfall
G4– DMA

37
55

G4– EN 23

37
38
55

Abfall

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 63

Nachhaltigkeitsbericht

Kategorie: gesellschaftlich
Unterkategorie: Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
G4– DMA

46
48

G4– LA 6

47

G4– LA 7

G4– LA 8

❌

Allgemeine Angaben zum Mana­
gementansatz (Arbeitssicherheit
und Gesundheitsschutz)

❌

Art der Verletzung und Rate der
Verletzungen, Berufskrankheiten,
Ausfalltage und Abwesenheit
­s owie Gesamtzahl der arbeits­
bedingten Todesfälle nach Region
und Geschlecht

47

❌

Arbeiter mit hoher Erkrankungs­
rate oder -gefährdung im Zusammenhang mit ihrer Beschäftigung

48
50
53

❌

Gesundheits- und Sicherheits­
themen, die in förmlichen Vereinbarung mit Gewerkschaften
­b ehandelt werden

Personal Stammhaus

Gleicher Lohn für Frauen und Männer
G4– DMA

45

❌

Allgemeine Angaben zum Mana­
gementansatz (Gleicher Lohn
für Frauen und Männer)

G4– LA 13

45

❌

Verhältnis des Grundgehalts und
der Vergütung von Frauen zum
Grundgehalt und zur Vergütung
von Männern nach Mitarbeiter­
kategorie und Hauptgeschäftsstandorten

❌

Allgemeine Angaben zum Mana­
gementansatz (Kundengesundheit
und -sicherheit)

❌

Prozentsatz der massgeblichen
Produkt- und Dienstleistungskategorien, deren Auswirkungen auf
Gesundheit und Sicherheit geprüft
werden, um Verbesserungspotenziale zu ermitteln

Unterkategorie: Produktverantwortung
Kundengesundheit und -sicherheit
G4– DMA

42
48
52

G4– PR 1

48
53

Sicherheit

SBB Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015

S 65

Inhaltsverzeichnis.
Finanzbericht.
	

SBB Konzern
S 66	 Finanzieller Lagebericht
S 76	 Konzernerfolgsrechnung SBB
S 77	 Konzernbilanz SBB
S 78	 Konzerngeldflussrechnung SBB
S 79	 Konzerneigenkapitalnachweis SBB
S 80	 Anhang zur Konzernrechnung 2015
S 107	 Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung

	

SBB AG
S 109	Erfolgsrechnung SBB AG
S 110	Bilanz SBB AG
S 111	 Anhang zur Jahresrechnung SBB AG
S 120	 Antrag Verwaltungsrat über Verwendung Bilanzergebnis
S 121	 Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

SBB Finanzbericht 2015

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

S 66

Finanzieller Lagebericht.
Die SBB im Jahr 2015.
Gegenüber dem Vorjahr nahm das Konzernergebnis der SBB
von CHF  372,9 Mio. um CHF  127,2 Mio. auf CHF  245,7 Mio.
ab. Es wurde durch die Auswirkungen der Frankenstärke
(CHF  –80,0 Mio.) belastet, insbesondere internatio­naler Perso­
nenverkehr und Güterverkehr. Zusätzlich wirkten der höhere
Mittelbedarf für Substanzerhalt bei Infrastruktur (CHF  –30,5 Mio.)
sowie der tiefere Gewinn aus Veräusserung von Immobilien­
objekten (CHF   –48,2  Mio. ggü. Vorjahr, im V
­ orjahr Verkauf
­Bürostandorte Bern). Dank des höheren Verkehrsertrags im
nationalen Personenverkehr (höhere Nachfrage und Tarif­
massnahmen) sowie Gegensteuerungsmassnahmen (u. a.
­Nachverhandlungen im Einkauf, differenzierter Einstellungs­
stopp) konnte der Ergebnisrückgang auf CHF  127,2 Mio. limitiert
­werden.
	 Personenverkehr erzielte ein Ergebnis in Höhe von
CHF  130,5 Mio. (CHF  +26,6 Mio. ggü. Vorjahr). Die Personen­
verkehrserträge wuchsen insbesondere aufgrund einer gestie­
genen Nachfrage sowie der Tarifmassnahme im Dezember 2014.
	 Immobilien erreichte ein Ergebnis vor Ausgleichszahlungen
in Höhe von CHF   342,5  Mio. (CHF   –52,5  Mio. ggü. Vorjahr).
Davon wurden CHF  150,0 Mio. Ausgleichszahlungen zur Finan­
zierung der Infrastruktur und CHF  180,5 Mio. zur Sanierung der
Pensionskasse SBB verwendet.		
	 Nach erfolgreicher Sanierung und positiven Ergebnissen in
den Jahren 2013 und 2014 trafen die Frankenstärke und die
konjunktu­
relle Abschwächung insbesondere SBB Cargo
Schweiz hart. Güterverkehr fiel in einem sehr herausfordernden
Markt­umfeld zurück in die Verlustzone mit einem Ergebnis von
CHF  –21,5 Mio. (CHF  –54,6 Mio. ggü. Vorjahr). Dank Spar- und
Effizienzmassnahmen wurde im zweiten Halbjahr 2015 die Lage
stabilisiert und ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht.
	 Wie 2014 erbrachte Infrastruktur Netz auch 2015 zusätz­
lichen Substanzerhalt, welcher nicht vollständig durch die Mit­
tel der Leistungsvereinbarung gedeckt war. Das Ergebnis der
Infrastruktur lag bei CHF   –96,3  Mio. (CHF   –30,5  Mio. ggü.
Vorjahr).

SBB Finanzbericht 2015

Der Free Cash Flow lag bei CHF   –522,6  Mio. (2014:
CHF  –205,2 Mio.). Der negative Free Cash Flow war v. a. auf
die hohe Investitionstätigkeit und die im Vergleich zum Vorjahr
tieferen Zuflüsse aus der Veräusserung von Immobilienobjekten
zurückzuführen.
Die verzinsliche Nettoverschuldung betrug CHF  8,3 Mrd.
Die Zunahme um CHF  0,5 Mrd. war insbesondere auf Investi­
tionen in Rollmaterial im Fern- und Regionalverkehr sowie auf
die Über­nahme des Defizits bei Infrastruktur zurückzuführen.

S 67

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

Konzernergebnis 2011–2015.

Investitionen 2011–2015.

in Mio. CHF 

in Mio. CHF

600

4 000

3 596
3 500

500

1
2
3

3 000
400

2 500
2 000

246

307

300

200

1 500
1 000

100

500

2011

2012

2013

2014

2015

  Betriebsergebnis (EBIT )  
 Konzernergebnis

Das Konzernergebnis betrug CHF  245,7 Mio. und lag damit um
CHF  127,2 Mio. unter Vorjahr.
Der Betriebsertrag wuchs um CHF  121,8 Mio. (+1,4 %) auf
CHF   8786,2  Mio. aufgrund höherer Personenverkehrs­
erträge  (CHF   +109,8  Mio.), des Wachstums der Mieterträge
(CHF     +16,1  Mio.) sowie höherer Leistungen der öffentlichen
Hand. Dagegen gingen die Güterverkehrserträge um
CHF     44,5  Mio. zurück als Folge der Frankenstärke und der
konjunkturellen Abschwächung.
Der Betriebsaufwand (CHF  8479,3 Mio.) stieg gegenüber
Vorjahr aufgrund des höheren Personalaufwands und höherer
Abschreibungen um CHF  129,2 Mio. (+1,5 %).
Daraus resultierte gegenüber dem Vorjahr ein leicht tieferes
Betriebsergebnis von CHF  306,9 Mio. (CHF  –7,4 Mio., –2,4 %).
Das tiefere Finanzergebnis von CHF   –198,1  Mio.
(CHF   –65,4  Mio. ggü. Vorjahr) wurde insbesondere belastet
durch die Wertberichtigung von Europositionen in der Bilanz
sowie die Bewertung von Finanzanlagen.
Mit CHF  141,8 Mio. lag das betriebsfremde Ergebnis auf­
grund tieferer Gewinne aus Veräusserung von Immobilien­
objekten CHF  48,2 Mio. unter Vorjahr.

SBB Finanzbericht 2015

2011

2012

  Personenverkehr 	
 Immobilien 	
  Infrastruktur Netz	

2013

2014
	
	
3
	
1
2

2015

 Güterverkehr 
  Infrastruktur Energie 
 Übrige

Das Investitionsvolumen lag mit CHF   3596,4  Mio. um
CHF  133,9 Mio. über dem Vorjahr. Es wurde in Rollmaterial für
Personenverkehr, neue Bahninfrastruktur, Immobilienprojekte
sowie in Energieanlagen investiert.
Um das Angebot und den Fahrkomfort zu verbessern,
­i nvestierte Personenverkehr CHF   828,2  Mio. (2014:
CHF  848,2 Mio.) insbesondere in neue Züge (z. B. Regio-­Dosto
und ETR 610-Triebzüge) und in die Modernisierung von be­
stehendem Rollmaterial. Die Investitionen im Personenver­
kehr  teilen sich auf in Fernverkehr (CHF   229,0  Mio.; 2014:
CHF  310,2 Mio.), bestellter Regionalverkehr (CHF  498,5 Mio.;
2014: CHF   396,8 Mio.) sowie Unterhaltswerke und Verkaufs­
systeme (CHF  100,8 Mio.; 2014: CHF  141,1 Mio.).
Immobilien investierte C H F   550,6  Mio. (2014:
CHF  458,1 Mio.) in die Modernisierung und den Ausbau von
Bahnhofsgebäuden und in die Entwicklung von zentralen, bahn­
hofsnahen Lagen.
Insgesamt wurden CHF  2017,6 Mio. (2014: CHF  1962,7 Mio.)
in den Erhalt und Ausbau der Bahninfrastruktur, in die Verbes­
serung der Fahrplanstabilität sowie in die Erweiterung des Bahn­
angebots investiert.
Energie investierte CHF  122,7 Mio. (2014: CHF  121,6 Mio.)
in den Ausbau und Erhalt von Anlagen zur Energiegewinnung
und -übertragung.

S 68

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

Free Cash Flow vor und nach Finanzierung
durch die öffentliche Hand 2011–2015.

Leistungen der öffentlichen Hand 2011–2015.

in Mio. CHF

in Mio. CHF

1 000

3 750

3 388
3 000

–523

0

2 250
–1 000
1 500

–2 596

–2 000

750

–3 000

2011

2012

2013

2014

2015

 Free Cash Flow vor Finanzierung von Bahninfrastruktur
durch die öffentliche Hand
 Free Cash Flow nach Finanzierung von Bahninfrastruktur
durch die öffentliche Hand

Der Free Cash Flow nach Finanzierung durch die öffentliche
Hand war negativ (CHF  –522,6 Mio.). Im Vergleich zum Vorjahr
lag der Free Cash Flow um CHF   317,4  Mio. tiefer (2014:
CHF   –205,2  Mio.), aufgrund der höheren Investitionen, der
tieferen Zuflüsse aus Veräusserung von Immobilienobjekten
sowie des Defizits bei Infrastruktur.
2015 erhielt die SBB für die bestellten LV -finanzierten Er­
satzinvestitionen und die sonderfinanzierten Investitionen
CHF   2073,5  Mio. von der öf­fentlichen Hand. Die gegenüber
Vorjahr um CHF   188,6  Mio. höheren Zahlungen resultierten
insbesondere aus den sonderfinanzierten Investitionen für den
Ausbau von Cornavin–­Eaux-Vives–Annemasse und der Durch­
messerlinie Zürich.

SBB Finanzbericht 2015

2011

2012

2013

2014

2015

 Leistungen und Abgeltungen für Infrastruktur sowie Abgeltung
an Cargo für Schienengüterverkehr  
  Abgeltungen für Regionalen Personenverkehr  
  Darlehen von Bund und Kantonen für Infrastruktur

Die Leistungen des Bundes an die Infrastruktur umfassten die
durch die gesetzlich festgelegten Trassenpreise nicht gedeckten
Kosten für die Bereitstellung und den Betrieb des B
­ ahnnetzes
sowie den Beitrag für den Substanzerhalt des ­Netzes im Umfang
der ausgewiesenen Abschreibungen (CHF  1769,0 Mio.). Darin
enthalten war die Abgeltung an ­Cargo für den Schienengüter­
verkehr (CHF  19,0 Mio.).
Die Abgeltungen im Regionalen Personenverkehr entspra­
chen denjenigen Kosten des durch die öffentliche Hand bestell­
ten Angebots, die durch die Reisenden nicht gedeckt waren
(CHF   602,4 Mio.).
Aus dem Infrastrukturfonds und aus dem FinöV-Fonds wur­
den Darlehen hauptsächlich für den Ausbau der Linie Cornavin–­
Eaux-Vives–Annemasse, für Betriebsvorbereitungen Achse
Gotthard sowie für verschiedene Projekte im Rahmen der zu­
künftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur bereitgestellt
(CHF   1017,1 Mio.).

S 69

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

Betriebsertrag 2011–2015.

Betriebsaufwand 2011–2015.

in Mio. CHF

in Mio. CHF

10 000

10 000

8 786

8 479

8 000

8 000

6 000

6 000

4 000

4 000

2 000

2 000

2011

2012

 Verkehrserträge
 Leistungen öffentliche Hand
(ohne Darlehen)

2013

2014

2015

 Nebenerträge
 Eigenleistungen
  Mieterträge Liegenschaften

Der Betriebsertrag wuchs gegenüber Vorjahr um 1,4 % auf
CHF  8786,2 Mio.
Aufgrund von Nachfragewachstum sowie Tarifmassnahmen
stiegen die Personenverkehrserträge auf CHF   3154,7  Mio.
(+3,6 % ggü. Vorjahr). Der Rückgang der Güterverkehrserträge
um CHF  44,5 Mio. (–5,1 %) auf CHF  822,0 Mio. resultierte ins­
besondere aus direkten Preiseffekten aufgrund des starken
Frankens sowie aus einer niedrigeren Verkehrsleistung im
Binnen­­verkehr ­infolge einer Abschwächung der Schweizer Wirt­
schaft.
Die Leistungen der öffentlichen Hand beinhalteten die er­
folgswirksamen Komponenten für Betrieb und Substanzerhalt
der Infrastruktur und die Abgeltungen im Regionalverkehr sowie
im Güterverkehr (CHF  2291,0 Mio.). Die Zunahme gegenüber
dem Vorjahr um CHF   42,2  Mio. resultierte insbesondere aus
höheren Beiträgen für den Substanzerhalt.
Die Nebenerträge waren ebenfalls geprägt durch die
Franken­stärke: sie gingen gegenüber dem Vorjahr u. a. aufgrund
tieferer Erträge aus Rollmaterialvermietungen an ausländische
Bahnen um CHF  27,9 Mio. (–3,3 %) auf CHF  830,0 Mio. zurück.
Die Eigenleistungen (CHF  1116,2 Mio.) spiegelten den An­
teil der selbst erstellten Sachwerte in Investitionen wider. Die
Zunahme von CHF   24,9  Mio. (+2,3 %) war proportional zum
gestiegenen Investitionsvolumen.
Die Mieterträge bei Immobilien nahmen insbesondere
­infolge zusätzlicher Flächen um CHF   16,1  Mio. zu (+3,8 %
ggü. Vorjahr).

SBB Finanzbericht 2015

2011

2012

 Personalaufwand  
  Sonstiger Betriebsaufwand

2013

2014

2015

 Abschreibungen
 Materialaufwand

Der Betriebsaufwand stieg um CHF   129,2  Mio. (+1,5 %) auf
CHF  8479,3 Mio. gegenüber Vorjahr.
Das gestiegene Auftrags- und Investitionsvolumen bei In­
frastruktur sowie die Einführung neuer Pensionierungsmodelle
für besonders belastete Berufsgruppen mit tiefem Einkommen
führten zu einem um CHF  79,5 Mio. höheren Personalaufwand
(+2,0 % ggü. Vorjahr).
Insbesondere die Inbetriebnahme neuer Bahninfrastruktur
(Durchmesserlinie Zürich) und neuen Rollmaterials führte zu
einer Zunahme der Abschreibungen um CHF  86,4 Mio.

S 70

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

Finanzergebnis 2011–2015.
in Mio. CHF
0

–50

–100

–198

–150

–200

–250

2011

2012

2013

2014

2015

Im Jahr 2015 betrug das Finanzergebnis CHF  –198,1 Mio. (um­
fasst u. a. Zinsaufwendungen, Beteiligungserträge und Fremd­
währungseffekte). Das tiefere Finanzergebnis (CHF  –65,4 Mio.)
resultierte insbesondere aus der Wertberichtigung von Euro­
positionen in der Bilanz sowie der Bewertung von Finanz­
anlagen.

SBB Finanzbericht 2015

S 71

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

Bilanzstruktur Aktiven 2011–2015.

Bilanzstruktur Passiven 2011–2015.

in Mio. CHF

39 523

40 000

in Mio. CHF

32 000

32 000

24 000

24 000

16 000

16 000

8 000

8 000

2011

2012

 Sachanlagen
  Anlagen im Bau

2013

2014

2015

  Finanz- und Immaterielle Anlagen
 Umlaufvermögen

Die Sachanlagen und Anlagen im Bau nahmen von
CHF  34 275,7 Mio. im Jahr 2014 auf CHF  36 101,4 Mio. im Jahr
2015 (CHF   +1825,7  Mio. ggü. Vorjahr; +5,3 %) zu. Seit dem
Jahr 2011 war ein durchschnittliches jährliches Wachstum von
4,9 % zu verzeichnen. Die Zunahme im Berichtsjahr resultierte
in erster Linie aus dem Erhalt und Ausbau der Bahninfrastruktur
(CHF  +983,6 Mio. ggü. Vorjahr; +4,7 %). Zudem wurden neue
Regio-Dosto und ETR 610-Triebzüge in Betrieb genommen und
Baufortschritte bei Immobilienobjekten (u. a. Zürich Europaallee)
realisiert.
Die Finanz- und Immateriellen Anlagen betrugen im Jahr
2015 CHF  1448,0 Mio. (2014: CHF  1384,0 Mio.). Die Zunahme
ist insbesondere auf die Erneuerung der Software für die
Verkehrs­abrechnung zurückzuführen. Ein niedrigerer Bestand
an flüssigen Mitteln war hauptsächlich der Grund für das ­tiefere
Umlauf­vermögen (CHF  –473,1 Mio. ggü. Vorjahr).

SBB Finanzbericht 2015

39 523

40 000

2011

2012

 Eigenkapital
 Darlehen öffentliche Hand
(Bund und Kantone)

2013

2014

2015

  Verzinsliche Verschuldung
  Übriges Fremdkapital

Die Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung der Bahninfrastruktur nahmen insbesondere aufgrund der von Bund
und Kantonen bestellten Grossprojekte im Berichtsjahr um
CHF  1017,2 Mio. auf CHF  14 277,9 Mio. zu.
	
Die verzinsliche Nettoverschuldung (verzinsliche Finanzver­
bindlichkeiten abzüglich flüssiger Mittel) stieg im Vergleich zum
Vorjahr aufgrund von Investitionen in Rollmaterial und Immo­bilien
sowie zusätzlichen Unterhaltsaufwands für die Bahn­infrastruktur
um CHF  532,1 Mio. auf CHF  8252,1 Mio.
Der Schuldendeckungsgrad wird ab 2015 konsistent mit
den strategischen Zielen des Bundes für die SBB auf Basis
EBITDA ausgewiesen (verzinsliche Nettoverschuldung dividiert
durch EBITDA ; korrigiert um Abgeltungen für Abschreibungen
Infrastruktur) und stieg von 6,7 im Vorjahr auf 6,9 im Berichtsjahr.
Die Verbesserung im bereinigten EBITDA kompensierte
die Zunahme der verzinslichen Nettoverschuldung gegenüber
Vorjahr nur teilweise.
Das übrige Fremdkapital umfasste insbesondere Lieferan­
tenrechnungen, Passive Rechnungsabgrenzungen sowie Rück­
stellungen und lag mit CHF  4829,8 Mio. auf Vorjahresniveau.

S 72

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

Ergebnisse Segmente 2011–2015.
	Personenverkehr	

Immobilien*	

Güterverkehr	

Infrastruktur

in Mio. CHF

342

400

300

131

200

12**

100

−22

–96

0

–100

2011 12

13

14

15

2011 12

13

14

15

2011 12

13

14

15

2011 12

13

14

15

*	 vor allen Ausgleichszahlungen  
**	nach Ausgleichszahlungen

Personenverkehr.

Güterverkehr.

Das Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um CHF  26,6 Mio.
auf CHF  130,5 Mio. Die Ergebnisverbesserung war vor allem
auf höhere Personenverkehrserträge (CHF  +109,8 Mio.) sowohl
im Fern- als auch im Regionalverkehr (insbesondere Tarifmass­
nahme 2014 und Grundwachstum) zurückzuführen. Belastend
wirkten unter anderem höhere Abschreibungen (CHF  –21,9 Mio.)
sowie die Auswirkungen der Frankenstärke.

Das Ergebnis lag bei CHF   –21,5  Mio. (CHF   –54,6  Mio. ggü.
Vorjahr). Aufgrund der Frankenstärke sowie der konjunkturellen
Abschwächung der Schweizer Wirtschaft fiel der Güterverkehr
nach zwei Jahren mit positiven Ergebnissen zurück in die Ver­
lustzone.

Infrastruktur.
Immobilien.
Immobilien erreichte ein Ergebnis vor Ausgleichszahlungen von
CHF   342,5  Mio. (CHF   –52,5  Mio. ggü. Vorjahr). Insgesamt
­flossen CHF  150,0 Mio. als Ausgleichszahlung zur Finanzierung
der Infrastruktur und CHF  180,5 Mio. zur Sanierung der Pen­
sionskasse. Das tiefere Ergebnis ist insbesondere auf einen
tieferen Gewinn aus der Veräusserung von Immobilienobjekten
(CHF  –48,2 Mio.) zurückzuführen.

SBB Finanzbericht 2015

Das Jahresergebnis betrug CHF  –96,3 Mio. (CHF  –30,5 Mio.
ggü. Vorjahr).
Die Bahninfrastruktur ist belastet durch den geringen prä­
ventiven Unterhalt in der Vergangenheit bei gleichzeitig hoher
Auslastung. Um die nachhaltige Qualität und Sicherheit der
Fahrbahn zu gewährleisten, erbrachte Infrastruktur Netz auch
2015 höhere Leistungen für Substanzerhalt, welche nicht voll­
ständig durch die Mittel der Leistungsvereinbarung gedeckt
waren. Gemäss Vereinbarung mit dem Bund übernimmt die
SBB diese Zusatzkosten nach 2014 und 2015 im Jahr 2016
zum letzten Mal.

S 73

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

Free-Cash-Flow-Segmente 2011–2015
(vor Finanzierung durch die öffentliche Hand und nach Ausgleichszahlungen).
	Personenverkehr	

Immobilien	

Güterverkehr	

Infrastruktur

in Mio. CHF

1

500

–500

–337

–184

0

–1 000

–2 169

–1 500

–2 000

–2 500

2011 12

13

14

15

2011 12

13

14

15

2011 12

13

14

15

2011 12

13

14

15

Personenverkehr.

Güterverkehr.

Im Geschäftsjahr betrug der Free Cash Flow vor Finanzie­
rung  durch die öffentliche Hand CHF   –184,4  Mio. (2014:
CHF  –164,2 Mio.). Die Investitionen in das Rollmaterial im Fernund Regional­verkehr wurden nicht vollständig aus dem opera­
tiven Betrieb erwirtschaftet.

Der Free Cash Flow lag im Geschäftsjahr bei CHF  1,1 Mio. Der
Rückgang gegenüber dem Vorjahr ( CHF   71,3  Mio.) um
CHF  70,2 Mio. war die Folge des schwierigen Geschäftsverlaufs.

Infrastruktur.
Immobilien.
Der Free Cash Flow lag bei CHF   –336,5  Mio. und damit um
CHF  159,7 Mio. tiefer als im Vorjahr (CHF  –176,8 Mio.). Inves­
titionen in kundenfreundliche Bahnhöfe und ausgewählte
Anlage­objekte zur Steigerung der Ertragskraft wurden aus dem
operativen Geschäft finanziert. Der negative Free Cash Flow
resultierte aus der Ausgleichszahlung an Infrastruktur sowie
aus der Amortisation des Darlehens für die Pensionskasse
(CHF  330,5 Mio.).

SBB Finanzbericht 2015

Der Free Cash Flow vor Finanzierung durch die öffentliche Hand
und nach Ausgleichszahlungen lag bei CHF   –2168,7  Mio.
­Grösste Positionen waren insbesondere die vom Bund bestell­
ten Investitionen (CHF   –2040,0  Mio.) zur Verbesserung des
Angebots (u. a. das Grossprojekt Cornavin–Eaux-Vives–Anne­
masse) sowie das Defizit von Infrastruktur Netz (CHF  –140,5 Mio.).
Damit lag der Free Cash Flow vor Finanzierung öffentliche Hand
um CHF  64,1 Mio. tiefer als im Vorjahr (2014: CHF  –2104,6 Mio.).

Die SBB im Jahr 2015
Finanzieller Lagebericht

Ausblick.
Die SBB investiert in modernes Rollmaterial und die Weiter­
entwicklung der Bahnhöfe, um den Kundennutzen nachhaltig
zu verbessern. Wichtige Meilensteine dabei sind die Inbetrieb­
nahmen des Gotthardbasistunnels 2016 und des Ceneri­
basistunnels 2020. Ab 2017 sollen die ersten neuen Fern­­­ver­­­­
kehrs-Doppelstockzüge auf der Ost-West-Achse fahren. Die
Wettbewerbsfähigkeit des Bahnsystems zu erhalten und aus­
zubauen fordert dauerhaft hohe Anstrengungen durch die SBB .
Der öffentliche Mittelbedarf wird aufgrund der Ausbauten bei
der Infrastruktur und im Regionalverkehr weiter zunehmen. Mit
dem Programm RailFit20/30 zur Senkung der Kosten in allen
Bereichen sichert die SBB eine finanziell stabile Basis im
kompeti­tiven Verkehrsmarkt. Dies erfordert die weitere Erhöhung
der Produktivität und Beweglichkeit für zukünftige Heraus­
forderungen wie z. B. im Bereich Digitalisierung. Damit will die
SBB ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für ihre Kunden und
die Bezahlbarkeit des öffentlichen Verkehrs für die Besteller
sicherstellen.

SBB Finanzbericht 2015

S 74

S 76

SBB Konzern
Konzernerfolgsrechnung

Konzernerfolgsrechnung SBB .

Für die Periode vom 1. Januar bis 31. Dezember.
Mio. CHF
Betriebsertrag
Verkehrserträge
Leistungen der öffentlichen Hand
Mieterträge Liegenschaften
Nebenerträge
Eigenleistungen
Total Betriebsertrag
Betriebsaufwand
Materialaufwand
Personalaufwand
Sonstiger Betriebsaufwand
Abschreibungen auf Sachanlagen
Abschreibungen auf Immateriellen Anlagen
Total Betriebsaufwand

Anmerkung

2015

2014*

1

4 108,9
2 291,0
440,1
830,0
1 116,2
8 786,2

4 042,4
2 248,8
424,0
857,9
1 091,3
8 664,4

–751,1
–4 121,0
–1 667,1
–1 812,1
–127,9
–8 479,3

–750,6
–4 041,5
–1 704,4
–1 735,8
–117,8
–8 350,1

306,9

314,3

2
3
4
5

6
7
8
9, 20
9, 21

Betriebsergebnis/ EBIT
Finanzergebnis
Ordentliches Ergebnis

10

–198,1
108,8

–132,7
181,6

Betriebsfremdes Ergebnis
Gewinn vor Steuern

11

141,8
250,5

190,0
371,6

Ertragssteuern
Minderheitsanteile
Konzerngewinn

12

–5,4
0,5
245,7

5,2
–3,9
372,9

* angepasst siehe Anmerkung 0.3
Die Erläuterungen im Anhang sind Bestandteil der Konzernrechnung.

SBB Finanzbericht 2015

13

S 77

SBB Konzern
Konzernbilanz

Konzernbilanz SBB .

Aktiven.
Anmerkung

31. 12. 2015

31. 12. 2014

14

540,2
405,9
183,5
327,9
516,0
1 973,5

880,1
515,9
160,2
364,5
525,9
2 446,6

484,9
28 223,5
7 877,8
963,1
37 549,3

496,2
27 236,5
7 039,2
887,8
35 659,7

39 522,8

38 106,3

Anmerkung

31. 12. 2015

31. 12. 2014

22

273,0
39,3
673,6
135,8
1 523,9
970,6
3 616,2

309,1
12,5
875,8
163,7
1 571,3
252,1
3 184,5

8 519,4
14 238,6
980,9
545,0
24 283,8

8 290,9
13 248,3
1 729,1
276,0
23 544,3

Total Fremdkapital

27 900,0

26 728,8

Eigenkapital
Gesellschaftskapital
Kapitalreserven
Gewinnreserven/Kumulierte Verluste
Konzerngewinn
Eigenkapital exkl. Minderheitsanteile

9 000,0
2 069,1
217,3
245,7
11 532,1

9 000,0
2 069,1
–153,6
372,9
11 288,4

90,8
11 622,8

89,1
11 377,5

39 522,8

38 106,3

Mio. CHF
Umlaufvermögen
Flüssige Mittel
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Andere Forderungen
Vorräte und angefangene Arbeiten
Aktive Rechnungsabgrenzungen
Total Umlaufvermögen
Anlagevermögen
Finanzanlagen
Sachanlagen
Sachanlagen im Bau
Immaterielle Anlagen
Total Anlagevermögen

15
16
17
18

19
20
20
21

Total Aktiven
Die Erläuterungen im Anhang sind Bestandteil der Konzernrechnung.

Passiven.
Mio. CHF
Fremdkapital
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Kurzfristige Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Andere kurzfristige Verbindlichkeiten
Passive Rechnungsabgrenzungen
Kurzfristige Rückstellungen
Total kurzfristiges Fremdkapital
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Langfristige Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur
Andere langfristige Verbindlichkeiten
Langfristige Rückstellungen
Total langfristiges Fremdkapital

Minderheitsanteile
Total Eigenkapital
Total Passiven
Die Erläuterungen im Anhang sind Bestandteil der Konzernrechnung.

SBB Finanzbericht 2015

23
24
25
26
27

22
23
25
27

13

S 78

SBB Konzern
Konzerngeldflussrechnung

Konzerngeldflussrechnung SBB .

Für die Periode vom 1. Januar bis 31. Dezember.
2015

2014

245,7
1 931,6
8,5

372,9
1 850,0
3,6

21,7
–61,1
–155,5
0,3
–0,5
–130,6

–19,0
–86,1
–196,5
16,8
3,9
–7,3

1 860,1
–1 057,6

1 938,4
–1 025,3

802,5

913,0

–6,3
–3 404,7
208,1
–8,5
6,3
–199,0
5,7
–3 398,5

0,0
–3 243,5
374,3
–54,0
99,0
–213,7
34,8
–3 003,1

1 057,6
1 015,9
–162,9
345,9
–0,8
0,8
2 256,3

1 025,3
859,6
–444,9
939,3
–2,9
0,0
2 376,5

Total Geldfluss

–339,7

286,4

Flüssige Mittel per 1. Januar
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz
Flüssige Mittel per 31. Dezember
Veränderung flüssige Mittel

880,1
–0,2
540,2
–339,7

593,8
–0,1
880,1
286,4

2015

2014

802,5
–3 398,5
–2 596,0

913,0
–3 003,1
–2 090,1

2 073,4
–522,6

1 885,0
–205,2

182,9

491,5

–339,7

286,4

Mio. CHF

Anmerkung

Konzerngewinn
Abschreibungen auf dem Anlagevermögen
Verluste aus Wertbeeinträchtigungen
Zunahme/Abnahme Rückstellungen
Sonstige fondsunwirksame Erträge
Gewinn aus Abgängen des Anlagevermögens
Anteilige Verluste aus Anwendung Equity-Methode
Ergebnis Minderheitenanteile
Geldwirksame Veränderung Nettoumlaufvermögen
Geldfluss aus Betriebstätigkeit (operativer Cash Flow)
mit Leistungen des Bundes für Abschreibungen SBB Infrastruktur
Leistungen des Bundes für Abschreibungen SBB Infrastruktur
Geldfluss aus Betriebstätigkeit (operativer Cash Flow)
ohne Leistungen des Bundes für Abschreibungen SBB Infrastruktur
Mittelabfluss aus Veränderungen des Konsolidierungskreises
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und Anlagen im Bau
Einzahlungen aus Devestitionen von Sachanlagen
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen
Einzahlungen aus Devestitionen von Finanzanlagen
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Anlagen
Einzahlungen aus Devestitionen von immateriellen Anlagen
Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Finanzierung der Bahninfrastrukturinvestitionen über A-fonds-perdu-Mittel des Bundes
Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur
Rückzahlung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten
Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten
Dividendenzahlungen an Minderheitsaktionäre
Kapitaleinzahlungen von Minderheitsaktionären
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

28

Die Erläuterungen im Anhang sind Bestandteil der Konzernrechnung.

Frei verfügbarer Cash Flow.
Mio. CHF
Geldfluss aus Betriebstätigkeit (operativer Cash Flow)
Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Free Cash Flow vor Finanzierung von Bahninfrastruktur durch die öffentliche Hand
Geldfluss aus Finanzierung von Bahninfrastrukturinvestitionen durch die öffentliche Hand
Free Cash Flow nach Finanzierung von Bahninfrastruktur durch die öffentliche Hand
Geldfluss aus Finanzierungen für kommerzielle Investitionen und Sanierung Pensionskasse
Total Geldfluss

SBB Finanzbericht 2015

S 79

SBB Konzern
Konzerneigenkapitalnachweis

Konzerneigenkapitalnachweis SBB .

Mio. CHF

Gesellschafts­
kapital

Kapital­r eserven
(Agio)

Gewinn­-­
reserven

Fremd­
währungs­
umrechnungs­
differenzen

Total exkl.
Minderheits­
anteile

Minderheits­
anteile

Total inkl.
Minderheits­
anteile

Eigenkapital per 1. 1. 2014

9 000,0

2 069,1

–147,2

–6,0

10 915,9

88,0

11 003,9

Dividenden
Veränderung Minderheiten
Konzerngewinn
Fremdwährungsdifferenzen
Eigenkapital per 31. 12. 2014

0,0
0,0
0,0
0,0
9 000,0

0,0
0,0
0,0
0,0
2 069,1

0,0
0,0
372,9
0,0
225,7

0,0
0,0
0,0
–0,4
–6,4

0,0
0,0
372,9
–0,4
11 288,4

–2,9
0,2
3,9
–0,1
89,1

–2,9
0,2
376,8
–0,5
11 377,5

Änderung Konsolidierungskreis
Dividenden
Veränderung Minderheiten
Konzerngewinn
Fremdwährungsdifferenzen
Eigenkapital per 31. 12. 2015

0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
9 000,0

0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
2 069,1

0,0
0,0
0,0
245,7
0,0
471,4

0,0
0,0
0,0
0,0
–2,0
–8,4

0,0
0,0
0,0
245,7
–2,0
11 532,1

2,7
–0,2
0,0
–0,5
–0,3
90,8

2,7
–0,2
0,0
245,2
–2,3
11 622,8

Das Aktienkapital ist in 180 Mio. Namenaktien zu je CHF  50 Nennwert eingeteilt und voll liberiert. Der Bund ist Alleinaktionär.
Der Betrag der nicht ausschüttbaren, statutarischen und gesetzlichen Reserven per 31. 12. 2015 beträgt CHF  2379,1 Mio. (Vorjahr: CHF  2517,4 Mio.).

SBB Finanzbericht 2015

S 80

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Anhang zur Konzernrechnung 2015.
Konsolidierungsgrundsätze.
Allgemeines.
Die für die vorliegende Konzernrechnung angewandten Grundsätze der Rechnungslegung und Berichterstattung erfüllen die Anforderungen des
schweize­r ischen Aktienrechts und der gesamten Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss GAAP FER ) und vermitteln ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Abschlussdatum.
Das Berichtsjahr umfasst für alle in die Konsolidierung einbezogenen Gesellschaften zwölf Monate. Mit Ausnahme der Kraftwerk RupperswilAuenstein AG (Abschluss per 30. September) ist das Geschäftsjahr von sämtlichen einbezogenen Einheiten identisch mit dem Kalenderjahr.

Konsolidierungskreis.
Die Konzernrechnung umfasst die Jahresrechnungen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB ( SBB AG ) und der Beteiligungen, an welchen die
SBB AG direkt oder indirekt die Stimmenmehrheit besitzt.
Die 100 %-Beteiligung an der AlpTransit Gotthard AG wird nicht konsolidiert, sondern nach der Equity-Methode einbezogen. Die Leitung dieser
Beteiligung liegt aufgrund einer Vereinbarung zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der SBB direkt beim Bund, weshalb das Kriterium
der Beherrschung nicht gegeben ist.
Die 74,42 %-Beteiligung an der öV Preis- und Vertriebssystemgesellschaft AG wird nicht konsolidiert, sondern nach der Equity-Methode einbezogen.
Aufgrund der Stimmrechtsbestimmungen in den Statuten ist das Kriterium der Beherrschung nicht gegeben.
Die SBB verfügt im Zusammenhang mit der Abwicklung von Cross-Border-Leasingtransaktionen über Verbindungen zu Zweckgesellschaften ( SPE ).
Die SBB hat weder Anteile noch Optionen auf Anteile noch Stimm- oder andere allgemeine Rechte an diesen Zweckgemeinschaften, weshalb ein
Einbezug in den Konsolidierungskreis entfällt. Diese Geschäfte werden als Financial Lease bilanziert.
Die zum Konsolidierungskreis gehörenden Gesellschaften können dem Beteiligungsverzeichnis auf Seite 106 entnommen werden.

Konsolidierungsmethode.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der angelsächsischen Purchase-Methode. Konzerninterne Aktiven und Passiven sowie Aufwendungen und
Erträge werden gegeneinander verrechnet. Noch nicht durch Verkäufe an Dritte realisierte Zwischengewinne auf konzerninternen Lieferungen werden
im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.
Bei der erstmaligen Konsolidierung einer Gesellschaft werden deren Vermögen und deren Verbindlichkeiten nach einheitlichen Grundsätzen neu
bewertet. Die Differenz zwischen dem sich ergebenden Eigenkapital und dem Kaufpreis (Goodwill bzw. Badwill) wird bilanziert und über fünf Jahre
linear abgeschrieben.
Für alle Gesellschaften, an denen die SBB AG direkt oder indirekt mit mehr als 50 % beteiligt ist, wird die Methode der Vollkonsolidierung angewendet.
Die Aktiven und Passiven sowie Aufwendungen und Erträge werden zu 100 % erfasst; die Anteile von Drittaktionären am Eigenkapital und am Ergebnis
werden gesondert ausgewiesen.
Handelt es sich bei einer Beteiligung um ein Unternehmen unter gemeinschaftlicher Kontrolle (echtes Joint Venture), so wird die Methode der
Quotenkonsolidierung angewendet. Dabei haben die Partner einen absolut gleichwertigen Einfluss und eine gleichwertige Kontrolle über die Gesell­
schaft. Die Aktiven und Passiven sowie die Aufwendungen und Erträge werden dabei quotal erfasst.
Nach der Equity-Methode einbezogen werden assoziierte Gesellschaften mit einer Beteiligung zwischen 20 % und 50 % oder Gesellschaften mit genau
50 %, welche die Bedingungen der Quotenkonsolidierung nicht erfüllen.

Minderheitsanteile.
Die ausgewiesenen Minderheitsanteile am Konzerneigenkapital und -erfolg entsprechen den aufgrund der geltenden Beteiligungsverhältnisse
ermittelten Fremdanteilen am Eigenkapital und Erfolg der entsprechenden Gesellschaften.

Fremdwährungsumrechnung.
Die Umrechnung der zu konsolidierenden Jahresrechnungen in fremder Währung erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Aktiven und Fremdkapital
werden zum Umrechnungskurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Das Eigenkapital wird zum historischen Kurs bewertet, Erträge, Aufwendungen und
Geldflüsse werden zum Durchschnittskurs des Jahres umgerechnet. Die aus der Anwendung dieser Methode entstehenden Umrechnungsdifferenzen
werden erfolgsneutral mit den Gewinnreserven verrechnet.
Es wurden folgende Umrechnungskurse angewandt:

EUR

SBB Finanzbericht 2015

Durchschnittskurs

Durchschnittskurs

Stichtagskurs

Stichtagskurs

2015

2014

31. 12. 2015

31. 12. 2014

1,07

1,21

1,08

1,20

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

S 81

Bewertungs- und Gliederungsgrundsätze der Konzernrechnung.
Allgemeines.
Die Konzernrechnung basiert auf den nach einheitlichen Bewertungs- und Gliederungsgrundsätzen erstellten Jahresabschlüssen der Konzerngesell­
schaften. Es gilt der Grundsatz der Einzelbewertung von Aktiven und Passiven.
Der Ausweis erfolgt in Millionen CHF  auf eine Nachkommastelle gerundet. Daraus können sich unwesentliche Rundungsdifferenzen ergeben.

Umlaufvermögen.
Die Flüssigen Mittel setzen sich aus Kassenbeständen, Post- und Bankguthaben sowie aus kurzfristig realisierbaren Geldanlagen mit einer Restlauf­
zeit von bis zu drei Monaten zusammen. Sie sind zum Nominalwert bewertet. Das in den von der SBB betriebenen Bankomaten liegende Bargeld wird
unter der Position «Transferkonten» in den Flüssigen Mitteln ausgewiesen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Anderen Forderungen sind zum Nominalwert abzüglich betriebswirtschaftlich notwen­
diger Wertberichtigung ausgewiesen. Konkrete Bonitätsrisiken werden einzeln berücksichtigt. Den latenten Ausfallrisiken wird mit einer Wertberich­
tigung nach Altersgliederung und aufgrund von Erfahrungswerten Rechnung getragen.
Vorräte und angefangene Arbeiten, die grösstenteils dem Eigenbedarf dienen, werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten abzüglich erhaltener
Skonti unter Beachtung des Niederstwertprinzips bilanziert. Risiken aus langer Lagerdauer oder reduzierter Verwertbarkeit wird mittels Wertberich­
tigungen Rechnung getragen.

Anlagevermögen.
Die Finanzanlagen enthalten langfristig gehaltene Wertschriften, die im Zusammenhang mit Rückkaufsoptionen für Leasingverbindlichkeiten stehen,
sowie nicht konsolidierte Beteiligungen. Die Bewertung erfolgt zum Anschaffungswert abzüglich angemessener, betriebswirtschaftlich notwendiger
Abschrei­b ungen. Die Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften beinhalten nicht konsolidierte Beteiligungen mit einem Stimmrechtsanteil ab 20 %,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die langfristigen Darlehen gegenüber Dritten und gegenüber assoziierten Beteiligungen werden zum
Nominalwert abzüglich Wertberichtigung für konkrete Bonitätsrisiken ausgewiesen. Aktiven aus Vorsorgeeinrichtungen und Arbeitgeberbeitragsreser­
ven werden ebenfalls unter den Finanzanlagen bilanziert. Sofern ein bedingter Verwendungsverzicht auf Arbeitgeberbeitragsreserven vorliegt, erfolgt
eine Wertberichtigung. Aktive latente Steuern auf zeitlich befristeten Differenzen und auf steuerlichen Verlustvorträgen werden dann bilanziert, wenn
es wahrscheinlich ist, dass diese durch zukünftige steuerliche Gewinne realisiert werden können.
Die Aktivierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten. Bei der Folgebewertung werden die betriebswirtschaftlich notwen­
digen kumulierten Abschreibungen und Wertbeeinträchtigungen abgezogen. Die Abschreibungen erfolgen linear über die voraussichtliche Nutzungs­
dauer der Objekte. Die geschätzten Nutzungsdauern betragen in Jahren:
Fahrzeuge	
– Schienenfahrzeuge	
– Strassen- und übrige Fahrzeuge		
Unterbau/Oberbau/Bahntechnik
– Unterbau
– Oberbau
– Bahntechnik
– Übertragungsleitungen
Übrige Sachanlagen
– Erschliessung, Versorgungs- und Entsorgungsanlagen
– Druckleitungen, Wasserfassungen/Entsander
– Übrige wassertechnische Bauten
– Werkzeuge, Mobiliar, Geräte
– EDV -Hardware
– Telecom
– Technische, elektrotechnische und mechanische Einrichtungen
Gebäude
– Wohn-/Verwaltungs-/­G eschäfts- und Bürogebäude
– Übrige Gebäude

Nutzungsdauer in Jahren
20–33
5–20
50
25
15–25
33
15–25
40–50
80
5–20
2–8
2–20
15–25
55–75
40–60

Zinsaufwendungen, welche bei der Erstellung von Vermögenswerten anfallen, werden aktiviert, wenn ein beträchtlicher Zeitraum für den Bau bis
zur Inbetriebnahme des Vermögenswertes erforderlich ist. Die Aktivierung erfolgt auf dem durchschnittlichen Anlagewert zum durchschnittlichen Satz
des Fremdkapitals.
Geleaste Anlagewerte, welche wirtschaftlich gesehen einem Anlagekauf gleichkommen (Financial Lease), werden unter dem Sachanlagevermögen
aktiviert und über die gleiche Nutzungsdauer wie artverwandte Anlagen abgeschrieben. Die Leasingverpflichtungen werden unter den Finanz­v erbin­
dlich­k eiten ausgewiesen. Gewinne aus Sale-and-lease-back-Transaktionen werden zurückgestellt und über die Dauer des Vertrags aufgelöst.

SBB Finanzbericht 2015

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

S 82

Als unbebaute Grundstücke gelten Grundstücke, die innerhalb einer Bauzone liegen und auf denen keine Bauten errichtet sind.
Die Sachanlagen im Bau beinhalten die aufgelaufenen aktivierbaren Projektkosten zu Sachanlagen. Nicht aktivierbare Projektkosten werden im
Zeitpunkt des Anfalls der Erfolgsrechnung belastet.
Die Immateriellen Anlagen umfassen erworbene immaterielle Werte (Goodwill, Wassernutzungs-, Durchleitungs- und übrige Rechte sowie Software),
die linear über die entsprechenden Nutzungsdauern abgeschrieben werden. Es bestehen keine selbst erarbeiteten immateriellen Anlagen. Die
geschätzten Nutzungsdauern der immateriellen Anlagen in Jahren betragen:
Goodwill
Rechte
Software

5
gemäss Vertrag
5–8

Die aufgelaufenen aktivierbaren Projektkosten werden unter den Immateriellen Anlagen im Bau ausgewiesen. Nicht aktivierbare Projektkosten werden
im Zeitpunkt des Anfalls der Erfolgsrechnung belastet.
Bei allen Aktiven wird auf jeden Bilanzstichtag geprüft, ob Anzeichen dafür bestehen, dass der Buchwert des Aktivums den erzielbaren Wert (der
höhere Wert von Marktwert und Nutzwert) übersteigt (Wertbeeinträchtigung, Impairment). Falls eine Wertbeeinträchtigung vorliegt, ist der Buchwert
auf den erzielbaren Wert reduziert worden, wobei die Wertbeeinträchtigung dem Periodenergebnis belastet wird.

Fremdkapital.
Das Fremdkapital wird ausser den Rückstellungen zu Nominalwerten bilanziert. Als langfristig gelten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr
als zwölf Monaten.
Die Finanzverbindlichkeiten umfassen kommerzielle Darlehen sowie Vorschüsse von Dritten und vom Bund wie Bankschulden, Leasingverbindlich­
keiten, Obligationsanleihen und Verbindlichkeiten gegenüber der SBB Personalkasse.
Die Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur betreffen Darlehen von Bund und Kantonen. In der Regel handelt es
sich dabei um unverzinste Darlehen.
Rückstellungen werden gebildet, wenn rechtliche oder faktische Verpflichtungen gemäss den Vorschriften von Swiss GAAP FER 23 vorliegen. Übt
der Faktor Zeit einen wesentlichen Einfluss aus, wird der Rückstellungsbetrag diskontiert. Die Diskontierung erfolgt zum Refinanzierungssatz gegenüber
dem Bund.
Die unter den langfristigen Rückstellungen bilanzierten Steuerrückstellungen umfassen latente Steuern. Sie berücksichtigen sämtliche ertragssteuer­
lichen Auswirkungen, die sich aus den unterschiedlichen handelsrechtlichen bzw. lokalen steuerlichen sowie den konzerninternen Bewertungsgrund­
sätzen ergeben. Die Rückstellung wird nach der «Liability»-Methode gebildet und periodisch an allfällige Änderungen der lokalen Steuergesetzgebung
angepasst.
Die berufliche Vorsorge der Mitarbeitenden der SBB AG , SBB Cargo AG sowie einzelner Tochtergesellschaften wird durch die seit 1. Januar 1999
selbstständige Stiftung Pensionskasse SBB getragen. Die Pensionskasse SBB beruht auf dem Prinzip des Beitragsprimats. Die übrigen Tochtergesell­
schaften verfügen über Anschlussverträge mit anderen Vorsorgeeinrichtungen bzw. über eigene Vorsorgeeinrichtungen.
Swiss GAAP FER 16 regelt die wirtschaftlichen Auswirkungen aus Vorsorgeverpflichtungen unabhängig von der rechtlichen Ausgestaltung der
Vorsorge­p läne und -einrichtungen. Diese wirtschaftliche Betrachtungsweise erfordert das Erfassen von Passiven oder Aktiven aus Vorsorgeeinrich­
tungen in den Jahresrechnungen der angeschlossenen Gesellschaften, obwohl sich daraus keine rechtsverbindliche Wirkung zugunsten oder zulasten
der Vorsorge­e inrichtungen ergibt.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Über- oder Unterdeckungen werden basierend auf den letzten vorliegenden (Zwischen-)Abschlüssen der
Vorsorgeeinrichtungen bestimmt. Dabei wird geklärt, ob im Zeitpunkt des Bilanzstichtages zusätzlich zu den berücksichtigten Beitragsleistungen und
den damit zusammenhängenden Abgrenzungen weitere Aktiven (wirtschaftlicher Nutzen) oder Passiven (wirtschaftliche Verpflichtungen) bestehen.
Wirtschaftlicher Nutzen besteht in der Möglichkeit, infolge einer Überdeckung in der Vorsorgeeinrichtung eine positive Auswirkung auf den zukünftigen
Geldfluss der Gesellschaft auszuüben (z. B. über Beitragssenkungen), wogegen wirtschaftliche Verpflichtungen in der Möglichkeit bestehen, wegen
einer Unterdeckung in der Vorsorgeeinrichtung eine negative Auswirkung auf den künftigen Geldfluss zu haben, indem die Gesellschaft an der
Finanzierung mitwirken will oder muss (z. B. über Sanierungsbeiträge). Veränderungen dieser wirtschaftlichen Auswirkungen werden erfolgswirksam
im Personalaufwand ausgewiesen.

Erfolgsrechnung.
Die wichtigsten Erlösquellen der SBB sind die Verkehrserträge, die Immobilienerträge und die Leistungen der öffentlichen Hand. Die Erlöse aus
Verkehrserträgen umfassen hauptsächlich die Erlöse aus Personen- und Güterverkehr. Die Erlöse aus dem Personenverkehr werden aufgrund der
verkauften Billette und der konsumierten Personenkilometer erfasst. Die Erlöse aus dem Güterverkehr werden aufgrund der geleisteten Transporte
erfasst.
Der Effekt aus Währungsabsicherungen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

SBB Finanzbericht 2015

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

S 83

Derivative Finanzinstrumente.
Die Tresoreriepolitik der SBB ist auf Risikominimierung ausgerichtet. Deshalb werden derivative Finanzinstrumente nur zur Absicherung von Grund­
geschäften abgeschlossen.
Die Bewertung der Absicherungsinstrumente erfolgt analog dem abgesicherten Grundgeschäft, wobei die erfolgswirksame Verbuchung im Zeitpunkt
der Realisierung des Grundgeschäfts erfolgt.

Eventualverpflichtungen und -forderungen.
Unter den Eventualverpflichtungen werden Bürgschaften, Garantieverpflichtungen, Pfandbestellungen sowie weitere Verpflichtungen mit Eventual­
charakter verstanden. Diese werden zum Nominalwert ausgewiesen. Eventualforderungen werden ausgewiesen, wenn die Möglichkeit eines Zuflusses
von wirtschaftlichem Nutzen entsteht.

Weitere nicht zu bilanzierende Verpflichtungen.
Hierunter werden alle weiteren eingegangenen Verpflichtungen aufgeführt, die nicht innerhalb eines Jahres gekündigt werden können. Sie werden
zum Nominalwert offengelegt. Dies beinhaltet im Wesentlichen Investitionsverpflichtungen und Energieabnahmeverpflichtungen.

SBB Finanzbericht 2015

S 84

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Anmerkungen zur Konzernrechnung.
G4–13

 

G4–22

0.1 Änderungen in den Rechnungslegungsgrundsätzen.
Aus den Änderungen in den Swiss GAAP FER für das Jahr 2015 ergeben sich keine Anpassungen der SBB Konzernrechnung.
				

0.2 Änderungen im Konsolidierungskreis.
Seit dem 1. Januar 2015 hat sich der Konsolidierungskreis wie folgt verändert:
– Erhöhung des Anteils von 50 % auf 90 % und Änderung von Equity- auf Vollkonsolidierung Kraftwerk Wassen AG , Wassen (Januar 2015)
– Gründung öV Preis- und Vertriebssystemgesellschaft AG , Bern (Juni 2015)
– Gründung Gateway Basel Nord AG , Basel (Juli 2015)
– Gründung Ritom SA , Quinto (September 2015)
– Gründung ChemOil Logistics GmbH, Weil am Rhein (Dezember 2015)

0.3 Änderungen in der Darstellung.
Personalaufwand.
Die SBB setzt für den Spitzenausgleich externe Mitarbeiter ein, welche weder einen Arbeitsvertrag noch einen Werkvertrag mit der SBB haben.
Aufgrund einer Präzisierung dieser Kapazitätserweiterungen erfolgt eine wesentliche, ergebnisunwirksame Verschiebung vom übrigen Betriebsaufwand
in den Personalaufwand. Als Folge des höheren Pesonalaufwandes fallen auch die aktivierten Eigenleistungen höher aus. Um die Vergleichbarkeit zu
gewährleisten, wurden die Vorjahreszahlen angepasst.

Finanzergebnis.
Die SBB weist Kursgewinne und -verluste, welche aus Fremdwährungsumrechnungen entstehen, neu als Nettobetrag aus, da es sich um Gewinne
und Verluste in den gleichen Währungen handelt. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden die Vorjahreszahlen angepasst.

1 Verkehrserträge.
Mio. CHF
Personenverkehr
 Fernverkehr
 Regionalverkehr
Güterverkehr
Betriebsleistungen
Infrastruktur (Trassenertrag)
Verkehrserträge

2015

2014

3 154,7
2 340,4
814,3
822,0
44,3
87,9
4 108,9

3 044,9
2 257,7
787,2
866,5
47,3
83,6
4 042,4

Die Verkehrserträge verzeichneten gesamthaft eine Zunahme um CHF  66,5 Mio. (+1,6 %).
Der Personenverkehrsertrag stieg durch Tarifmassnahmen und Angebotserweiterungen (u. a. Inbetriebnahme der Strecke Mendrisio–Stabio, Halb­
stundentakt Yverdon–Romont) um CHF  109,8 Mio. (+3,6 %).
Die Güterverkehrserträge nahmen aufgrund der Auswirkung der Frankenstärke um CHF  44,5 Mio. (–5,1 %) ab.

SBB Finanzbericht 2015

S 85

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

2 Leistungen der öffentlichen Hand.
Mio. CHF
Abgeltungen für den Regionalen Personenverkehr ( RPV )
Bund
Kantone
Total Abgeltungen für den Regionalen Personenverkehr
Leistungen des Bundes an die Infrastruktur der SBB AG aus der Leistungsvereinbarung
Abschreibung Infrastruktur
Nicht aktivierbare Investitionsanteile
Betriebsbeitrag Infrastruktur
Total Leistungen des Bundes aus der Leistungsvereinbarung
Leistungen für nicht aktivierte Anteile an sonderfinanzierten Investitionen
Bund
Kantone
Total Leistungen für sonderfinanzierte Investitionen
Abgeltungen für die Infrastruktur der Tochtergesellschaften im RPV
Bund
Kantone
Total Abgeltungen für die Infrastruktur der Tochtergesellschaften
Total Leistungen für die Bahninfrastruktur
Abgeltungen des Bundes an Cargo für den Schienengüterverkehr
Total Leistungen für den Güterverkehr
Leistungen der öffentlichen Hand

2015

2014

280,3
322,1
602,3

276,0
310,6
586,6

1 057,6
165,5
286,5
1 509,5

1 025,3
182,3
278,9
1 486,5

82,9
35,7
118,5

101,4
8,5
109,9

33,3
8,3
41,6

32,6
8,4
41,0

1 669,7

1 637,4

19,0
19,0

24,8
24,8

2 291,0

2 248,8

Die Abgeltungen für die bestellten Leistungen des regionalen Personenverkehrs ( RPV ) kompensieren die Kosten, welche durch die Reisenden nicht
gedeckt sind.
Ausschlaggebend für die Zunahme der Leistungen der öffentlichen Hand für die Bahninfrastruktur im Umfang von CHF  32,3 Mio. (+2,0 %) war die
Erhöhung des Beitrages für den Substanzerhalt als Folge höherer Abschreibungen.
Die Leistungen des Bundes für Infrastruktur beinhalten ferner Zahlungen an die SBB zugunsten des Zürcher Verkehrsverbundes ZVV («Vorteilsab­
geltung») in der Höhe von CHF  52,0 Mio. (Vorjahr: CHF  52,0 Mio.). Dieser Betrag steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Leistungserbringung
der SBB und wird gemäss vorgeschriebener Ausweispraxis des Bundesamtes für Verkehr ( BAV ) von den Abgeltungen für den regionalen Personen­
verkehr ­K antone in Abzug gebracht und vollumfänglich an den ZVV weitergeleitet.

3 Mieterträge Liegenschaften.
Die Neueröffnungen in den Bahnhöfen Zürich Löwenstrasse und Genève Cornavin sowie die Erstvermietung der Neubauten in Zürich Altstetten und
der Europaallee führten zu einem Wachstum der Mieterträge um CHF  16,1 Mio. (+3,8 %).

SBB Finanzbericht 2015

S 86

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

4 Nebenerträge.
Mio. CHF
Dienstleistungen
Wartungs- und Unterhaltsarbeiten
Erträge aus Vermietungen
Energieertrag
Geldwechsel
Provisionen
Drucksachen- und Materialverkäufe
Kostenbeteiligungen
Übrige Nebenerträge
Nebenerträge

2015

2014

249,8
40,6
66,5
77,3
39,0
91,0
31,5
124,4
109,8
830,0

262,6
43,9
81,3
73,3
40,3
85,4
37,3
184,7
49,0
857,9

Die Nebenerträge nahmen gegenüber dem Vorjahr um CHF  27,9 Mio. (–3,3 %) ab.
Die Erträge aus Vermietungen nahmen aufgrund der geringeren Fahrzeugmiete ausländischer Bahnen als Folge der Frankenstärke ab.

5 Eigenleistungen.
Mio. CHF
Investitionsaufträge
Lageraufträge
Eigenleistungen

2015

2014

731,9
384,3
1 116,2

724,4
366,8
1 091,3

Die Vorjahreszahl der Eigenleistungen für Investitionsaufträge wurden um CHF  122,3 Mio. angepasst (vergleiche Anmerkung 0.3).

Die weiterhin steigende Investitionstätigkeit in Bahninfrastruktur führte zu höheren Eigenleistungen.

6 Materialaufwand.
Der Materialaufwand für den Unterhalt der Bahninfrastrukturanlagen und auch für den Unterhalt der Fahrzeuge blieb nahezu unverändert.

7 Personalaufwand.
Mio. CHF
Lohnaufwand
Personalmiete
Sozialversicherungsaufwand
Personalaufwand Arbeitsmarktcenter ( AMC )
Übriger Personalaufwand
Personalaufwand

2015

2014

3 015,2
360,2
564,7
7,9
173,1
4 121,0

2 974,0
367,8
530,6
6,4
162,8
4 041,5

Die Vorjahreszahl der Personalmiete wurde um CHF  237,0 Mio. angepasst (vergleiche Anmerkung 0.3).

Der Personalaufwand wuchs um CHF  79,5 Mio. (+2,0 %). Der Grund für diese Zunahme waren neu geschaffene Stellen in diversen produktiven und
sicherheitsrelevanten Bereichen sowie die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen. Die Anzahl der Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt erhöhte
sich um 270 auf 33 000.

SBB Finanzbericht 2015

S 87

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

8 Sonstiger Betriebsaufwand.
Mio. CHF
Bahnbetriebsleistungen
Miete von Anlagen
Fremdleistungen für Unterhalt, Reparaturen, Ersatz
Fahrzeugaufwand
Energieaufwand
Verwaltungsaufwand
Informatikaufwand
Werbeaufwand
Konzessionen, Abgaben, Gebühren
Vorsteuerkürzungen Abgeltungen/Leistungen der öffentlichen Hand
Übriger Betriebsaufwand
Sonstiger Betriebsaufwand

2015

2014

287,5
52,1
437,6
124,6
135,1
95,4
188,7
71,7
79,6
82,5
112,3
1 667,1

285,9
47,6
474,3
113,7
156,1
97,0
200,4
67,8
75,9
81,4
104,4
1 704,4

Die Vorjahreszahlen der Fremdleistungen für Unterhalt wurden um CHF  –100,0 Mio. und der Informatikaufwand um CHF  –14,7 Mio. angepasst (vergleiche Anmerkung 0.3).

Der sonstige Betriebsaufwand nahm gegenüber dem Vorjahr um CHF  37,3 Mio. (–2,2 %) ab.
Der Energieaufwand reduzierte sich um CHF  21,0 Mio. (–13,5 %) aufgrund tieferer Netznutzungsentgelte und tieferer Einkaufspreise.
Die in der Position «Vorsteuerkürzungen Abgeltungen/Leistungen der öffentlichen Hand» enthaltenen Aufwendungen basieren auf den für die
öffentlichen Transportunternehmen geltenden Regelungen bei der Mehrwertsteuer. Anstelle einer im Verhältnis der Zusammensetzung des Gesamt­
umsatzes berechneten Vorsteuerkürzung erfolgt die Vorsteuerkürzung mittels Pauschalsteuersätzen auf den ihr zufliessenden Leistungen der
öffentlichen Hand.

9 Abschreibungen auf Finanz-, Sach-, Immaterielle Anlagen.
Mio. CHF
Abschreibungen auf Finanzanlagen
Abschreibungen auf Sachanlagen
Abschreibungen auf Immateriellen Anlagen
Abschreibung Restbuchwerte aus Anlagenabgängen
Abschreibungen auf Finanz-, Sach-, Immaterielle Anlagen

2015

2014

0,4
1 758,5
125,1
56,0
1 940,1

0,0
1 686,1
117,5
49,9
1 853,6

Die verstärkte Investitionstätigkeit in Infrastrukturvorhaben und Rollmaterial führte zu einer Zunahme der Abschreibungen um CHF  86,5 Mio. (+4,7 %).

10 Finanzergebnis.
Mio. CHF
Zins- und Beteiligungsertrag Dritte
Zinsertrag assoziierte Gesellschaften
Zinsaufwand Dritte
Zinsaufwand Aktionärsdarlehen
Anteil am Ergebnis von assoziierten Gesellschaften
Fremdwährungserfolg
Übriger Finanzerfolg
Finanzergebnis

2015

2014

2,6
0,4
–119,5
–48,9
5,6
–41,3
3,1
–198,1

2,4
1,5
–127,2
–40,6
6,9
–3,0
27,3
–132,7

Im Zinsaufwand Dritte ist der Zinsaufwand für die Verbindlichkeiten gegenüber der Vorsorgeeinrichtung enthalten (vgl. «Transaktionen mit nahestehenden Personen»).

SBB Finanzbericht 2015

S 88

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

11 Betriebsfremdes Ergebnis.
Mio. CHF
Gewinn aus Veräusserung von Immobilien
Verlust aus Veräusserung von Immobilien
Betriebsfremdes Ergebnis

2015

2014

142,3
–0,5
141,8

190,4
–0,3
190,0

2015

2014

6,0
–0,6
5,4

–5,1
–0,1
–5,2

Der Erfolg aus der Veräusserung von Immobilien dient vollumfänglich der Sanierung der Pensionskasse SBB .

12 Ertragssteuern.
Mio. CHF
Laufende Ertragssteuern
Latente Ertragssteuern
Ertragssteuern

Der latente Steueranspruch für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge von Tochtergesellschaften beträgt CHF  0,6 Mio. (Vorjahr: CHF  0,7 Mio.).

Mit Ausnahme der Nebenbetriebe und Liegenschaften, die nicht im Zusammenhang mit der konzessionierten Transporttätigkeit stehen, ist die SBB AG
auf Bundes- und kantonaler Ebene von den Gewinn- und Kapitalsteuern, den Grundstückgewinnsteuern sowie den Liegenschaftssteuern befreit.
Basierend auf der Revision der Erlasse über den öffentlichen Verkehr (Rö VE ) wurde im Sommer 2013 eine Steuervereinbarung mit dem Bund und den
Kantonen vereinbart. Durch diese erhöhte Rechtssicherheit konnten Steuerabgrenzungen aufgelöst werden. Dies führt zu einem Ertrag aus Steuern.

13 Minderheitsanteile.
Mio. CHF
Stand 1. 1.
Änderung Konsolidierungskreis
Dividenden
Veränderung Minderheitsanteile
Gewinnanteil
Fremdwährungsdifferenzen
Stand 31. 12.

31. 12. 2015

31. 12. 2014

89,1
2,7
–0,2
0,0
–0,5
–0,3
90,8

88,0
0,0
–2,9
0,2
3,9
–0,1
89,1

31. 12. 2015

31. 12. 2014

71,1
189,1
108,0
50,0
122,0
540,2

75,1
332,1
332,2
8,9
131,8
880,1

14 Flüssige Mittel.
Mio. CHF
Kasse
Post
Banken
Festgelder
Transferkonten
Flüssige Mittel

SBB Finanzbericht 2015

S 89

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

15 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Mio. CHF
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
gegenüber assoziierten Gesellschaften
Wertberichtigungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31. 12. 2015

31. 12. 2014

394,8
26,2
–15,1
405,9

561,7
25,6
–71,4
515,9

Die Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruht im Wesentlichen auf tieferen Forderungsbeständen gegenüber Reisenden
ohne gültigen Fahrausweis.

16 Andere Forderungen.
Die anderen Forderungen beinhalten Vorsteuerguthaben aus Mehrwertsteuer, Verrechnungssteuern und Vorauszahlungen an Lieferanten.

17 Vorräte und Angefangene Arbeiten.
Mio. CHF
Vorräte
Angefangene Arbeiten
Wertberichtigungen
Vorräte und Angefangene Arbeiten

31. 12. 2015

31. 12. 2014

498,7
27,7
–198,5
327,9

512,9
55,8
–204,2
364,5

Im Berichtsjahr bestehen keine Anzahlungen für Kundenaufträge (Vorjahr: CHF  34,2 Mio. in den Angefangenen Arbeiten).

18 Aktive Rechnungsabgrenzungen.
Die Aktiven Rechnungsabgrenzungen umfassen die noch nicht abgerechneten Leistungen mit anderen Verkehrsunternehmen, derivative Finanzinstru­
mente und abgegrenzte Erträge.

SBB Finanzbericht 2015

S 90

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

19 Finanzanlagen.
Mio. CHF

Wertschriften

Beteiligungen
an assoziierten
Gesellschaften

Darlehen
­g egenüber
­D ritten

Darlehen
gegenüber
assoziierten
Gesellschaften

Aktiven aus
Vorsorge­
einrichtungen

Total

Nettobuchwert 1. 1. 2014

240,0

151,6

85,1

45,2

1,2

523,1

Anschaffungswerte
Stand 1. 1. 2014
Bewertungsänderung
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2014

249,3
28,4
0,8
–70,0
0,0
208,6

151,6
–16,8
54,4
0,0
0,0
189,1

86,0
–0,6
6,2
–27,7
–0,3
63,6

45,2
0,0
0,0
–1,3
0,0
43,9

2,1
0,0
0,0
–0,3
0,0
1,9

534,2
11,1
61,4
–99,2
–0,3
507,1

–9,4
0,3
–9,1

0,0
0,0
0,0

–0,9
0,0
–0,9

0,0
0,0
0,0

–0,9
0,0
–0,9

–11,2
0,3
–10,9

Nettobuchwert 31. 12. 2014

199,5

189,1

62,7

43,9

1,0

496,2

Anschaffungswerte
Stand 1. 1. 2015
Änderung Konsolidierungskreis
Bewertungsänderung
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2015

208,6
0,0
2,4
0,3
–0,2
0,0
211,2

189,1
–9,7
–0,3
0,1
0,0
0,0
179,3

63,6
0,0
–3,4
12,0
–5,8
–0,3
66,1

43,9
–6,6
0,0
0,0
0,0
0,0
37,3

1,9
0,0
0,0
0,8
–0,3
0,0
2,3

507,1
–16,2
–1,3
13,3
–6,3
–0,3
496,2

–9,1
–0,4
–9,5

0,0
0,0
0,0

–0,9
0,0
–0,9

0,0
0,0
0,0

–0,9
0,0
–0,9

–10,9
–0,4
–11,3

201,7

179,3

65,2

37,3

1,4

484,9

Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 1. 1. 2014
Abgänge
Stand 31. 12. 2014

Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 1. 1. 2015
Zugänge
Stand 31. 12. 2015
Nettobuchwert 31. 12. 2015

In der Position Wertschriften sind übrige Beteiligungen mit einem Nettobuchwert von CHF  38,6 Mio. (Vorjahr: CHF  38,7 Mio.) enthalten.

Die Wertschriften des Anlagevermögens beinhalten langfristig strukturierte Finanzanlagen, die im Zusammenhang mit Rückkaufoptionen in den
Leasingverbindlichkeiten stehen. Diese verzeichneten eine höhere Marktbewertung von CHF  0,2 Mio. (Vorjahr: CHF  4,9 Mio.). Bei Finanzanlagen
ohne Rückkaufoptionen betrug die erfolgswirksame Aufwertung für wieder eingebrachte Wertberichtigungen CHF  2,2 Mio. (Vorjahr: CHF  23,5 Mio.).

Entwicklung Beteiligung an assoziierten Gesellschaften.
Anteiliges Eigenkapital

Nettobuchwert 1. 1. 2015
Zugang öV Preis- und Vertriebssystemgesellschaft AG
Abgang aus Änderung von Equity- auf Vollkonsolidierung Kraftwerk Wassen AG
Erhaltene Dividenden	
Anteile am Ergebnis			
Nettobuchwert 31. 12. 2015

SBB Finanzbericht 2015

189,1
0,1
–9,7
–5,9
5,6
179,3

S 91

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

20 Sachanlagen und Anlagen im Bau.
Mio. CHF

Nettobuchwert 1. 1. 2014
Anschaffungswerte
Stand 1. 1. 2014
Investitionen
Abgänge Anlagen
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2014
davon Leasing
davon Renditeobjekte
davon unbebaute Grundstücke
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 1. 1. 2014
Planmässige Abschreibungen
Wertbeeinträchtigungen
Abgänge
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2014
davon Leasing
davon Renditeobjekte
davon unbebaute Grundstücke
Nettobuchwert 31. 12. 2014
Anschaffungswerte
Stand 1. 1. 2015
Fremdwährungsumrechnung
Änderung Konsolidierungskreis
Investitionen
Abgänge Anlagen
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2015
davon Leasing
davon Renditeobjekte
davon unbebaute Grundstücke
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 1. 1. 2015
Fremdwährungsumrechnung
Änderung Konsolidierungskreis
Planmässige Abschreibungen
Wertbeeinträchtigungen
Abgänge
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2015
davon Leasing
davon Renditeobjekte
davon unbebaute Grundstücke
Nettobuchwert 31. 12. 2015

SBB Finanzbericht 2015

Fahrzeuge
(inkl. ­L easing)

Unterbau/
Oberbau/
Bahntechnik

Übrige
­S achanlagen

Grundstücke

Gebäude

Total
­S achanlagen

Sachanlagen
im Bau und
Anzahlungen

Total

7 060,6

12 773,5

2 171,8

1 595,2

2 473,3

26 074,4

6 871,5

32 945,9

16 006,6
1,9
–306,9
645,2
16 346,8
490,4

21 414,1
–0,1
–168,8
1 762,1
23 007,2

6 615,6
3,6
–123,7
306,3
6 801,8

1 604,0
0,0
–32,3
5,2
1 576,9

4 609,5
0,4
–195,3
365,9
4 780,5

6 876,8
3 243,0
0,0
–3 078,3
7 041,6

106,4
46,1

71,3

50 249,7
5,8
–827,0
3 084,7
52 513,1
490,4
177,7
46,1

57 126,6
3 248,8
–827,0
6,4
59 554,7
490,4
177,7
46,1

–8,7
0,0
–0,7
1,0
0,0
–8,5

–2 136,2
–111,7
0,0
40,0
–2,9
–2 210,8

–24 175,3
–1 682,5
–3,6
587,6
–2,7
–25 276,6
–311,5
–12,3
–0,5

–5,3
0,0
0,0
0,0
3,0
–2,4

–24 180,6
–1 682,5
–3,6
587,6
0,2
–25 279,0
–311,5
–12,3
–0,5

–8 945,9
–545,1
–0,5
301,7
–15,4
–9 205,1
–311,5

–8 640,6
–743,5
–2,4
128,9
0,1
–9 257,6

–4 443,8
–282,2
0,0
116,0
15,5
–4 594,5

–12,3
–0,5
7 141,7

13 749,6

2 207,3

1 568,3

2 569,7

27 236,5

7 039,2

34 275,7

16 346,8
0,0
0,1
2,3
–223,6
635,5
16 761,1
490,7

23 007,2
0,0
0,0
–0,1
–175,5
1 019,5
23 851,1

6 801,8
–0,2
74,0
2,9
–232,0
434,1
7 080,6

1 576,9
0,0
0,3
0,1
–18,2
5,8
1 564,8

4 780,5
–0,2
9,6
0,0
–80,3
457,0
5 166,6

7 041,6
0,0
0,0
3 392,2
0,0
–2 554,7
7 879,1

101,4
43,9

165,9

52 513,1
–0,4
83,9
5,2
–729,6
2 551,9
54 424,2
490,7
267,3
43,9

59 554,7
–0,4
84,0
3 397,4
–729,6
–2,8
62 303,2
490,7
267,3
43,9

–8,5
0,0
0,0
0,0
–0,1
0,2
0,0
–8,4

–2 210,8
0,2
–5,8
–123,3
–2,6
27,6
–1,0
–2 315,6

–25 276,6
0,3
–49,9
–1 752,5
270,3
608,8
–1,1
–26 200,6
–328,8
–15,6
–0,5

–2,4
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1,1
–1,2

–25 279,0
0,3
–49,9
–1 752,5
270,3
608,8
0,0
–26 201,9
–328,8
–15,6
–0,5

28 223,5

7 877,8

36 101,4

–9 205,1
0,0
–0,1
–556,9
–0,5
218,9
0,0
–9 543,6
–328,8

–9 257,6
0,0
0,0
–770,7
–2,9
142,8
0,6
–9 887,9

–4 594,5
0,2
–44,1
–301,6
276,3
219,3
–0,6
–4 445,1

–15,6
–0,5
7 217,4

13 963,2

2 635,6

1 556,4

2 851,0

S 92

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

In den Sachanlagen im Bau sind CHF  1005,2 Mio. Anzahlungen enthalten (Vorjahr: CHF  800,2 Mio.).
In den Investitionen sind Investitionsförderungen der öffentlichen Hand wie Lärmsanierung und Massnahmen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz in der Höhe von
CHF  80,3 Mio. (Vorjahr: CHF  97,4 Mio.) enthalten.
Angaben zu liquiditätsunwirksamen Investitionstätigkeiten:
In den Investitionen in Sachanlagen im Bau sind geldunwirksame Transaktionen von CHF  6,6 Mio. (Vorjahr: CHF  5,3 Mio.) enthalten, hiervon wurden Sachanlagen in der Höhe von
CHF  1,3 Mio. an die zb Zentralbahn AG (Tieflegung Zufahrt Bahnhof Luzern) zusammen mit einem Bundesdarlehen übertragen.
Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalkosten in der Höhe von CHF  11,1 Mio. aktiviert (Vorjahr: CHF  16,3 Mio.).
Angaben zur Wertbeeinträchtigung: Die Bildung von Wertberichtigungen betreffen Einzelanlagen nach Swiss GAAP FER 18. Die Auflösung der Wertbeeinträchtigung betrifft das
Impairment des Kraftwerks Amsteg, welches per 31. 12. 2015 über den Energieaufwand aufgelöst wurde (vgl. Anmerkung 27 Rückstellungen).

Der Anstieg des Sachanlagenwertes war in erster Linie auf die Erneuerung und den Ausbau von Infrastrukturanlagen ( ZEB  – Zukünftige Entwicklung
Bahninfrastruktur), auf die Erweiterung der Fahrzeugflotte im Regional- und Fernverkehr sowie auf den Neubau von Anlageobjekten (Zürich Europa­
allee, Altstetten West Link Plaza) und von Bahnhöfen in Zürich, Bern und Genf zurückzuführen.

21 Immaterielle Anlagen.
Mio. CHF

Goodwill

Rechte

Software

Immaterielle
Anlagen im Bau

Total

0,0

127,6

285,9

419,5

833,0

10,8
0,0
–0,9
0,0
9,9

263,5
0,0
–34,5
41,0
270,1

873,6
0,3
–51,3
126,6
949,2

419,5
213,3
0,0
–174,1
458,7

1 567,5
213,7
–86,8
–6,5
1 687,9

–10,8
0,0
0,9
0,0
–9,9

–136,0
–11,3
0,0
0,0
–147,3

–587,7
–106,2
51,1
–0,1
–642,9

0,0
0,0
0,0
0,0
0,0

–734,5
–117,5
51,9
–0,1
–800,1

Nettobuchwert 31. 12. 2014

0,0

122,8

306,2

458,7

887,8

Anschaffungswerte
Stand 1. 1. 2015
Änderung Konsolidierungskreis
Investitionen
Abgänge Anlagen
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2015

9,9
0,0
0,0
0,0
0,0
9,9

270,1
1,8
0,0
–0,5
12,1
283,4

949,2
0,0
0,5
–35,0
218,2
1 132,8

458,7
0,0
198,5
0,0
–227,4
429,8

1 687,9
1,8
199,0
–35,6
2,9
1 855,9

–9,9
0,0
0,0
0,0
0,0
–9,9

–147,3
–0,6
–11,1
0,0
0,4
–158,6

–642,9
0,0
–111,6
–2,5
32,6
–724,4

0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0

–800,1
–0,6
–122,6
–2,5
33,0
–892,9

0,0

124,8

408,4

429,8

963,1

Nettobuchwert 1. 1. 2014
Anschaffungswerte
Stand 1. 1. 2014
Investitionen
Abgänge Anlagen
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2014
Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 1. 1. 2014
Planmässige Abschreibungen
Abgänge
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2014

Kumulierte Wertberichtigungen
Stand 1. 1. 2015
Änderung Konsolidierungskreis
Planmässige Abschreibungen
Wertbeeinträchtigungen
Abgänge
Stand 31. 12. 2015
Nettobuchwert 31. 12. 2015

In den Immateriellen Anlagen im Bau sind CHF  68,5 Mio. Anzahlungen enthalten (Vorjahr: CHF  68,5 Mio.).

Die Kategorie Rechte beinhaltet Rechte an internationalen Kooperationsverkehren, Wassernutzungskonzessionen, Baurechte sowie Rechte an
Untertunne­lungen, Durchleitungen usw. Die Anlagen im Bau umfassen Softwareprojekte und Anzahlungen für Wassernutzungskonzessionen.

SBB Finanzbericht 2015

S 93

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

22 Finanzverbindlichkeiten.
31. 12. 2015

31. 12. 2014

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Bankverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
Darlehen von Dritten
Darlehen von Bund (kommerziell)
Total kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

228,5
39,2
5,2
0,0
273,0

175,0
58,9
5,2
70,0
309,1

Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Bankverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
Obligationenanleihen
Personalkasse
Darlehen von Dritten
Darlehen von Bund (kommerziell)
Darlehen von Vorsorgeeinrichtungen
Total langfristige Finanzverbindlichkeiten

1 931,3
367,2
150,0
1 455,0
126,5
3 020,0
1 469,3
8 519,4

1 817,5
362,3
150,0
1 478,0
126,5
2 820,0
1 536,6
8 290,9

Finanzverbindlichkeiten

8 792,3

8 600,1

Mio. CHF

Angaben zu liquiditätsunwirksamen Finanzierungstätigkeiten: Es wurden CHF  127,1 Mio. langfristige Finanzverbindlichkeiten in kurzfristige Finanzverbindlichkeiten umgegliedert
(Vorjahr: CHF  304,3 Mio.).
Die geldunwirksamen Marktwert- und Fremdwährungsanpassungen auf den kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten betrugen CHF  –0,4 Mio. (Vorjahr: CHF  –11,6 Mio.).
Der Bund gewährt der SBB AG kommerzielle Darlehen zu marktüblichen Konditionen.

Die verzinsliche Verschuldung erhöhte sich im Berichtsjahr um CHF  192,2 Mio. auf CHF  8792,3 Mio.
Investitionen in Rollmaterial und Immobilien führten zu einer Zunahme der Darlehen beim Bund von CHF  130,0 Mio. sowie der Bankverbindlichkeiten
von CHF  167,3 Mio.
Das Darlehen von Vorsorgeeinrichtungen nahm um CHF  67,3 Mio. ab (Vorjahr: CHF  64,7 Mio.). Zur Sicherung dieses Darlehens wurden sämtliche
Forderungen aus den gegenwärtigen und zukünftigen Mietverhältnissen der SBB Grossbahnhöfe mit allen damit verbundenen Neben- und Vorzugs­
rechten an die Pensionskasse SBB zediert.
Die Obligationenanleihen beinhalten Anleihen des Kraftwerks Amsteg AG (vgl. «Weitere Angaben» Abschnitt «Obligationenanleihen»).

SBB Finanzbericht 2015

S 94

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

23 Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur.
31. 12. 2015

31. 12. 2014

Kurzfristige Darlehen
Darlehen von Bund (unverzinst)
Darlehen von Kantonen (unverzinst)
Total kurzfristige Darlehen

0,3
39,0
39,3

0,3
12,2
12,5

Langfristige Darlehen
Darlehen von Bund (unverzinst)
Darlehen von Kantonen (verzinst)
Darlehen von Kantonen (unverzinst)
Total langfristige Darlehen

12 827,1
11,0
1 400,5
14 238,6

11 955,0
11,0
1 282,3
13 248,3

Darlehen öffentliche Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur

14 277,9

13 260,7

Mio. CHF

Zur Veränderung der Darlehen vom Aktionär Bund wird auf die Zusammenstellung der Verbindlichkeiten gegenüber dem Aktionär Bund verwiesen
(siehe nachfolgend).
Die Zunahme der unverzinsten Darlehen gegenüber Kantonen stammt aus der Finanzierung der Bahnverbindung Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse
( CEVA ) und weiterer Projekte zur Entlastung des Agglomerationsverkehrs.

Zusammensetzung der Verbindlichkeiten gegenüber dem Aktionär Bund.
Mio. CHF
Variabel verzinsliche Darlehen Infrastruktur Grundbedarf
Variabel verzinsliche Darlehen FinöV-Fonds
Variabel verzinsliche Darlehen Infrastrukturfonds
Variabel verzinsliche Darlehen von Tochtergesellschaften
Kommerzielle Darlehen (siehe Anmerkung 22)
Total

31. 12. 2015

31. 12. 2014

3 758,2
7 471,1
1 220,6
377,4
3 020,0
15 847,4

3 544,4
6 984,9
1 075,5
350,4
2 890,0
14 845,2

Die Darlehen zur Deckung des Grundbedarfs der SBB Infrastruktur nahmen im Rahmen der Leistungsvereinbarung um CHF  213,8 Mio.
(Vorjahr: CHF  143,6 Mio.) zu. Damit werden kleinere Erweiterungsinvestitionen finanziert.
Die Erhöhung der Darlehen aus dem FinöV-Fonds resultierte primär aus Sonderfinanzierungen für Investitionen in die AlpTransit-Zufahrten und
in verschiedene Projekte im Rahmen der zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur ( ZEB ).
Investitionen in Agglomerationsprojekte, insbesondere in das Projekt CEVA im Grossraum Genf und in die Durchmesserlinie Zürich, führten
zur Zunahme der Darlehen aus dem Infrastrukturfonds.

24 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Mio. CHF
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
gegenüber assoziierten Gesellschaften
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

SBB Finanzbericht 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2014

658,2
15,3
673,6

869,7
6,0
875,8

S 95

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

25 Andere Verbindlichkeiten.
31. 12. 2015

31. 12. 2014

Andere kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber staatlichen Stellen
Übrige Verbindlichkeiten
Total andere kurzfristige Verbindlichkeiten

84,6
51,2
135,8

83,7
80,0
163,7

Andere langfristige Verbindlichkeiten
Langfristige Erlösabgrenzungen
Passiven aus Vorsorgeeinrichtungen FER 16
Total andere langfristige Verbindlichkeiten

82,1
898,8
980,9

88,3
1 640,8
1 729,1

1 116,7

1 892,8

Mio. CHF

Andere Verbindlichkeiten

Die anderen Verbindlichkeiten nahmen im Berichtsjahr um CHF  776,1 Mio. auf CHF  1116,7 Mio. ab.
Die Abnahme der Position Passiven aus Vorsorgeeinrichtungen FER 16 resultiert vor allem aus der Umgliederung von CHF  690,0 Mio. in die kurz­
fristigen Rückstellungen.
Zudem wurden im Rahmen der Sanierung der Pensionskasse SBB im Umfang der Sanierungsleistungen in der Höhe von CHF  52,0 Mio.
(Vorjahr: CHF  51,7 Mio.) Passiven aus Vorsorgeeinrichtungen FER 16 in Anspruch genommen.

26 Passive Rechnungsabgrenzungen.
Mio. CHF
Abgrenzung Fahrausweise
Abgrenzung Zinsaufwendungen
Abgrenzung laufende Ertragssteuerverpflichtungen
Übrige Abgrenzungen
Passive Rechnungsabgrenzungen

31. 12. 2015

31. 12. 2014

629,7
44,5
1,5
848,2
1 523,9

666,9
44,6
4,8
854,9
1 571,3

Die Position «Abgrenzung Fahrausweise» umfasst die Abgrenzung der Restgültigkeitsdauer der im Umlauf befindlichen General-, Halbtax- und
Strecken­a bonnemente sowie die Abgrenzung von Mehrfahrtenkarten.
Die übrigen Abgrenzungen enthalten Anteile an Einnahmen von Verkaufspunkten wie Billettschaltern und -automaten, die anderen konzessionierten
Transportunternehmen gutgeschrieben werden, sowie noch nicht erhaltene Kreditorenrechnungen und Steuerabgrenzungen.

27 Rückstellungen.
Mio. CHF
Kurzfristige Rückstellungen
Langfristige Rückstellungen
Rückstellungen

SBB Finanzbericht 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2014

970,6
545,0
1 515,6

252,1
276,0
528,1

S 96

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Aufteilung der Rückstellungen nach Verwendungszweck.
Mio. CHF

Bestand 1. 1. 2014
Bildung
Inanspruchnahme
Auflösung
Umbuchung
Bestand 31. 12. 2014
davon kurzfristig
davon langfristig
Bestand 1. 1. 2015
Fremdwährungsumrechnung
Bildung
Inanspruchnahme
Auflösung
Umbuchung
Bestand 31. 12. 2015
davon kurzfristig
davon langfristig

Vorsorgeverpflich­
tungen

Umwelt­
altlasten

Energie­
bereich

Ferien/­
Überzeit

Restruk­
turierung

Latente
Steuern

Übrige
Rück­
stellungen

Total

0,4
0,1
0,0
0,0
0,0
0,4
0,0
0,4

48,8
0,0
–4,6
0,0
0,0
44,2
3,4
40,7

191,9
0,0
–5,1
0,0
0,0
186,8
15,6
171,2

106,3
4,3
–8,4
0,0
0,0
102,2
102,2
0,0

41,4
6,5
–6,1
–3,5
0,0
38,3
6,7
31,5

3,1
0,1
–0,3
0,0
0,0
2,9
0,0
2,9

155,4
75,0
–40,7
–36,6
0,3
153,4
124,1
29,3

547,2
86,0
–65,2
–40,1
0,3
528,1
252,1
276,0

0,4
0,0
0,1
0,0
0,0
690,0
690,5

44,2
0,0
0,0
–1,7
–11,0
0,0
31,4

186,8
0,0
276,3
–5,5
0,0
0,0
457,5

102,2
–0,2
9,1
–3,8
0,0
0,0
107,4

38,3
–0,1
28,1
–1,5
–10,9
0,0
53,9

2,9
0,0
0,2
–0,9
0,0
0,0
2,3

153,4
–0,3
112,8
–59,7
–33,7
0,1
172,5

528,1
–0,6
426,7
–73,1
–55,7
690,1
1 515,6

690,0
0,5

11,8
19,6

23,5
434,0

107,4
0,0

11,4
42,6

0,0
2,3

126,5
46,0

970,6
545,0

Für die Zahlung an die Pensionskasse SBB im Rahmen des Massnahmenpaketes 2016 wurden CHF  690,0 Mio. aus den Passiven aus Vorsorgeeinrich­
tungen in die kurzfristigen Rückstellungen umgebucht.
Im Zuge der Ausgliederung der SBB vom Bund im Jahr 1999 wurde eine Rückstellung für die Sanierung von Umweltaltlasten in der Höhe von
CHF  110,0 Mio. gebildet. Im Jahr 2015 wurden CHF  1,7 Mio. für Arbeiten zur Altlastensanierung verwendet und CHF  11,0 Mio. ohne Bezug zu
konkreten Sanierungsobjekten aufgelöst.
Für die Sanierung des Energiebereichs wurde im April 2001 ein Rückstellungsbedarf von CHF  1,2 Mrd. ermittelt. Die Rückstellung hat sich seither
durch die Verwendung für Verluste aus Verkäufen von Kraftwerken und Beteiligungen, durch die Erfassung von Wertberichtigungen auf Anlagen sowie
durch die Inanspruchnahme für die über dem Marktpreis liegenden Energiegestehungskosten reduziert.
Die stromproduzierenden Anlagen wurden in neue Portfolios überführt und bewertet. Für die Bahnstrom produzierenden Anlagen liegt keine Rück­
stellung bzw. keine Wertbeeinträchtigung vor, da die Gestehungskosten durch den regulierten Bahnstrompreis gedeckt sind. Aus diesem Grund wurde
im Berichtsjahr das Impairment des Kraftwerks Amsteg erfolgswirksam aufgelöst. Bei den Haushaltstrom produzierenden Anlagen ergibt die
Bewertung zu Marktpreisen eine Erhöhung der Rückstellung für belastende Verträge auf CHF  457,5 Mio. Die Anpassung erfolgte über den Energie­
aufwand.
Aufgrund von Effizienzsteigerungsprogrammen, insbesondere bei der Infrastruktur und dem Güterverkehr, wurden CHF  28,1 Mio. Restrukturierungs­
rückstellungen gebildet. Die Auflösung im Umfang von CHF  10,9 Mio. erfolgte, da für betroffene Mitarbeitende innerhalb der SBB oder anderswo auf
dem Arbeitsmarkt eine Beschäftigung gefunden werden konnte.
Die übrigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Geschäfts- und Prozessrisiken sowie Versicherungsrückstellungen für Schadenfälle. Für
neue Schäden im Jahr 2015 wurden CHF  76,2 Mio. gebildet. Für Schadenregulierungen wurden CHF  45,5 Mio. verwendet. Versicherungsrückstel­
lungen in der Höhe von CHF  22,1 Mio. wurden dank günstiger Schadenabwicklungen aufgelöst.

28 Geldwirksame Veränderung Nettoumlaufvermögen.
Mio. CHF
Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Abnahme/Zunahme Vorräte und angefangene Arbeiten
Zunahme übriges Umlaufvermögen
Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Abnahme/Zunahme übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Veränderung Nettoumlaufvermögen

SBB Finanzbericht 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2014

110,0
36,7
–11,1
–201,7
–64,4
–130,6

54,7
–12,9
–98,7
–43,8
93,4
–7,3

S 97

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Angaben zu Vorsorgeeinrichtungen.
Arbeitgeberbeitragsreserve ( AGBR )

Mio. CHF
Vorsorgeeinrichtungen
Total

Wirtschaftlicher Nutzen/­w irtschaftliche ­
Verpflichtung und Vorsorgeaufwand
Mio. CHF
Patronale Fonds
Vorsorgepläne ohne Über-/Unterdeckung
Total

Nominalwert

Verwen­
dungsverzicht

Bilanz

31. 12. 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2015

1,9
1,9

–0,9
–0,9

1,1
1,1

Über-/
Unter­
deckung

Wirtschaft­
licher
Anteil der
Orga­n i­s a­t ion

Wirtschaft­
licher
Anteil der
Organi­s ation

31. 12. 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2014

0,4
0,0
0,4

0,4
–1 588,8
–1 588,4

–1 640,8
– 1 640,6

0,2

Bilanz

Ergebnis aus
AGBR im
Personal­
aufwand

Ergebnis aus
AGBR im
Personal­
aufwand

31. 12. 2014

2015

2014

0,5
0,5

0,8
0,8

–0,2
–0,2

–0,2
–0,2

Erfolgswirk­
same
Ver­ä nderung
zum Vorjahr

Auf die
­P eriode
­a b­g egrenzte
Beiträge

Vorsorge­
aufwand im
Personal­
aufwand

Vorsorge­
aufwand
im Personal­
aufwand

2015

2014

–0,1
–283,8
–283,9

–0,1
–272,5
–272,5

Bildung
2015

0,2
52,0
52,1

–0,3
–335,8
–336,1

Vom wirtschaftlichen Anteil der Organisation von CHF  1588,8 Mio. sind CHF  690,0 Mio. unter den kurzfristigen Rückstellungen ausgewiesen. Diese werden im Rahmen des
Massnahmenpaketes 2016 im Jahr 2016 an die Pensionskasse SBB überwiesen.

Der Deckungsgrad der Pensionskasse SBB ( PK SBB ) reduzierte sich infolge der ungenügenden Anlagerendite per 31. Dezember 2015 auf 105,7 %
(Vorjahr: 107,3 %).
Die PK SBB bleibt weiterhin nicht nachhaltig saniert. Bis zum Abschluss der nachhaltigen Sanierung, welche die vollständige Äufnung einer Wert­
schwankungsreserve voraussetzt, bleibt die Position Passiven aus Vorsorgeverpflichtungen FER 16 mit Ausnahme der Inanspruchnahme für die
l­a ufenden Sanierungen bestehen.
Aus den Sanierungen der Jahre 2007 und 2010 besteht noch eine Darlehensschuld von CHF  1469,3 Mio. gegenüber der Pensionskasse SBB .
Zur langfristigen Sicherung der heutigen und künftigen Renten wurden im Rahmen des «Massnahmenpakets 2016» die Senkung des technischen
Zinssatzes, die Einführung von Generationentafeln und daraus folgend die Senkung des Umwandlungssatzes beschlossen. Zur Abfederung dieser
Massnahmen wird die SBB im Jahr 2016 eine Stabilisierungszahlung von CHF  690,0 Mio. leisten. Dafür wurden Passiven aus Vorsorgeverpflichtungen
in die kurzfristigen Rückstellungen für Vorsorgeverpflichtungen umgebucht.

SBB Finanzbericht 2015

S 98

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Nettoverschuldung.
Mio. CHF
Finanzverbindlichkeiten
Darlehen zur Finanzierung Bahninfrastruktur
Total Finanzverbindlichkeiten
./. Flüssige Mittel und kurzfristige Finanzforderungen
Nettoverschuldung
Veränderung gegenüber Vorjahr

Anmerkung

31. 12. 2015

31. 12. 2014

22

8 792,3
14 277,9
23 070,2

8 600,1
13 260,7
21 860,8

–540,2
22 530,0

–880,1
20 980,7

1 549,3

1 074,6

23

Die verzinsliche Nettoverschuldung betrug CHF  8252,1 Mio. (Vorjahr: CHF  7720,0 Mio.).

Die Nettoverschuldung nahm im Berichtsjahr um CHF  1549,3 Mio. (+7,4 %) zu. Die Zunahme umfasste insbesondere Darlehen von Bund und
Kantonen, die Mittel im Umfang von CHF  1017,2 Mio. für die Finanzierung von bestellten Infrastrukturprojekten zur Verfügung stellten. Ferner wurden
beim Bund kommerzielle Darlehen in der Höhe von CHF  130,0 Mio. sowie bei Bankinstituten Darlehen in der Höhe von CHF  167,3 Mio. aufgenommen.
Die zusätzlich aufgenommenen Finanzverbindlichkeiten werden für Investitionen, die nicht von der öffentlichen Hand gedeckt werden, sowie zur
Finanzierung des zusätzlichen Unterhalts der Bahninfrastruktur eingesetzt.

Weitere Angaben.
Eventualverpflichtungen und belastete Aktiven.
Mio. CHF
Bürgschaften, Garantieverpflichtungen
Fahrzeuge eingebunden als Sicherheit für EUROFIMA -Miete-Kauf-Verträge
Weitere quantifizierbare Verpflichtungen
Total

31. 12. 2015

31. 12. 2014

7,0
1 594,0
317,3
1 918,2

7,5
1 402,0
273,4
1 683,0

Die SBB hat als Sicherheit für Kredite von EUROFIMA Fahrzeuge zum Nettobuchwert von CHF  1594,0 Mio. in die Finanzierung eingebunden.
Die weiteren quantifizierbaren Verpflichtungen umfassen statutarische Haftungsklauseln, nicht liberiertes Aktienkapital von Beteiligungen, Rück­
zahlungsverpflichtungen bei einfachen Gesellschaften und Prozessrisiken.

Weitere nicht zu bilanzierende Verpflichtungen.
Mio. CHF
Investitionsverpflichtungen
Energieabnahmeverpflichtungen
Übrige
Total

31. 12. 2015
7
1
1
10

474,0
340,8
620,5
435,3

31. 12. 2014
7
1
1
10

384,6
294,4
384,4
063,3

Die Zunahme der übrigen nicht bilanzierten Verpflichtungen um CHF  236,1 Mio. (+17,1 %) ist im Wesentlichen auf neu abgeschlossene langfristige
Verträge für Bauleistungen bei der Infrastruktur zurückzuführen.

SBB Finanzbericht 2015

S 99

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Nicht bilanzierte Leasingverbindlichkeiten.
Mio. CHF
Fällig innerhalb von 1 bis 5 Jahren
Total

31. 12. 2015

31. 12. 2014

6,8
6,8

8,2
8,2

31. 12. 2015

31. 12. 2014

150,0
150,0

150,0
150,0

Obligationenanleihen.
Mio. CHF
2,375 %-Anleihe Kraftwerk Amsteg AG 2006 bis 2018
Total

Transaktionen mit nahestehenden Personen.
Transaktionen mit dem Aktionär.
Der Bund hält 100 % der Aktien der SBB AG . Zu den Transaktionen mit dem Aktionär verweisen wir auf die Übersicht betreffend die Leistungen der
öffentlichen Hand.

Übersicht öffentliche Hand.
Die SBB hat im Berichtsjahr Leistungen im Umfang von CHF  2843,3 Mio. (Vorjahr: CHF  2682,5 Mio.) vom Bund für bestellte Leistungen im regionalen
Personenverkehr, für Güterverkehrsleistungen zur Unterstützung der Erreichung des Verlagerungsziels sowie für Investitionen in das Bahnnetz inklusive
seines Unterhalts und Betriebs, erhalten. Diese verteilen sich wie folgt:
2015

2014

Abgeltungen für den Regionalen Personenverkehr ( RPV )
Leistungen des Bundes LV für Infrastruktur – Abschreibungen
Leistungen des Bundes LV für Infrastruktur – nicht aktivierbare Anteile
Leistungen des Bundes LV für Infrastruktur – Betriebsbeitrag
Leistungen für nicht aktivierte Anteile an sonderfinanzierten Investitionen
Abgeltungen für die Infrastruktur der Tochtergesellschaften im RPV
Abgeltungen des Bundes an Cargo für den Schienengüterverkehr
Total erfolgswirksame Leistungen Bund
Zunahme Darlehen Bund zur Finanzierung von Bahninfrastruktur
A-fonds-perdu-Beiträge für Investitionen
Total Leistungen Bund

280,3
1 057,6
165,5
286,5
82,9
33,3
19,0
1 924,9
872,1
46,3
2 843,3

276,0
1 025,3
182,3
278,9
101,4
32,6
24,8
1 921,3
704,3
56,9
2 682,5

Zusätzlich hat die SBB von den Kantonen erhalten:
Abgeltungen für den Regionalen Personenverkehr
Leistungen für nicht aktivierte Anteile an sonderfinanzierten Investitionen
Abgeltungen für die Infrastruktur der Tochtergesellschaften im RPV
Total erfolgswirksame Leistungen Kantone
Zunahme Darlehen Kantone zur Finanzierung von Bahninfrastruktur
A-fonds-perdu-Beiträge für Investitionen
Total Leistungen Kantone

322,1
35,7
8,3
366,1
145,0
34,1
545,1

310,6
8,5
8,4
327,5
157,7
40,5
525,7

3 388,5

3 208,2

Mio. CHF

Total Leistungen der öffentlichen Hand

Für Detailangaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber dem Aktionär Bund verweisen wir auf die Aufstellung in Anmerkung 23.
Betreffend die Vorteilsanrechnung Zürcher Verkehrsverbund ( ZVV ) verweisen wir auf Anmerkung 2.

SBB Finanzbericht 2015

S 100

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Verbindlichkeiten gegenüber Personalvorsorgeeinrichtungen.
Mio. CHF
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten
Total

31. 12. 2015

31. 12. 2014

1,6
1 469,3
1 470,9

2,4
1 536,6
1 538,9

Das Darlehen gegenüber der Personalvorsorgeeinrichtung stammt aus den in den Jahren 2007 und 2010 beschlossenen Sanierungspaketen.
Im Berichtsjahr wurden Amortisationszahlungen in der Höhe von CHF  67,3 Mio. (Vorjahr: 64,7 Mio.) geleistet. Der Zinsaufwand betrug CHF  61,5 Mio.
(Vorjahr: CHF  64,1 Mio.).

Transaktionen mit der AlpTransit Gotthard AG .
Die SBB AG hält 100 % der Aktien der AlpTransit Gotthard AG . Da die Leitung dieser Gesellschaft beim Bund liegt, wird sie nicht konsolidiert.
Im Berichtsjahr hat die SBB AG im Zusammenhang mit dem Bau von Anschlussgleisen an den Gotthardbasistunnel Arbeiten im Umfang von
CHF  49,6 Mio. (Vorjahr: CHF  30,6 Mio.) für die AlpTransit Gotthard AG zu marktüblichen Bedingungen geleistet.

Finanzinstrumente.
Das langfristig ausgelegte Investitionsprogramm der SBB im Zusammenhang mit Rollmaterialbeschaffungen und Immobilienentwicklungsprojekten wird
möglichst fristenkongruent refinanziert.
Dabei werden gegenwärtige, aber auch geplante Investitionsprogramme mit entsprechenden Finanzierungen zins- und währungsbezogen abgesichert.
Variabel verzinste Finanzierungen werden in der Regel mit Zinssatzswaps abgesichert. Zukünftige geplante Finanzierungen werden mittels bereits
heute abgeschlossener Zinssatzswaps abgesichert. Zu einem kleineren Teil werden auch Optionsstrategien eingesetzt.
Währungsabsicherungen werden individuell für grössere, mehrjährige Projekte vorgenommen. Kurzfristiger Liquiditätsbedarf und Geldflüsse aus dem
Tagesgeschäft werden im Konzern ausgeglichen, und nur Fremdwährungsrisiken der verbleibenden Nettopositionen werden im Markt abge­s ichert.
Zur Absicherung der Fremdwährungs-, Zins- und Energiepreisrisiken bestehen per Bilanzstichtag folgende offene derivative Finanzinstrumente:

Instrument

Motiv

Mio. CHF
Währungen
Zinsen
Übrige Basiswerte
Total

Absicherung
Absicherung
Absicherung

Kontrakt­
volumen

Werte
aktiv

Werte
passiv

Kontrakt­
volumen

Werte
aktiv

Werte
passiv

31. 12. 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2014

31. 12. 2014

31. 12. 2014

1 110,8
1 420,3
6,7
2 537,8

9,7
8,9
0,0
18,6

20,3
357,2
0,0
377,5

657,4
1 273,4
6,7
1 937,6

17,4
5,8
0,0
23,2

8,5
333,6
0,0
342,1

Aufgrund der weiterhin tiefen Langfristzinsen und der Unsicherheiten bezüglich der mittel- und langfristigen Entwicklung verfolgt die SBB unverändert
eine vorsichtige Finanzierungspolitik.
Neue Finanzierungen wurden mehrheitlich in Form von langfristigen Festzinskrediten aufgenommen. Die variabel verzinslichen Finanzierungen wurden
nach wie vor über Zinssatzswaps abgesichert.
Die gegenüber dem Vorjahr höheren passiven Werte der Zinsabsicherungsinstrumente resultierten aus einem deutlichen Zinsrückgang über alle
Laufzeiten während des Berichtsjahres. Die sehr tiefen, teilweise negativen, langfristigen Zinsen in der Schweiz sind weiterhin für die negative
Bewertung der verbleibenden Zinsabsicherungsinstrumente verantwortlich.

SBB Finanzbericht 2015

S 101

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Konzerninterne Absicherung von Transaktionsrisiken.
Corporate Treasury ist verantwortlich für das konzernweite Management von Währungsrisiken. Die aus den Geschäften der Divisionen und Konzern­
gesellschaften resultierenden Nettowährungsrisiken werden zentral über Corporate Treasury abgesichert.
Aus der konzerninternen Fremdwährungsabsicherung resultierten im Berichtsjahr die folgenden erfolgswirksamen Effekte auf die Divisionen:
Mio. CHF

 2015

 2014

Personenverkehr
Immobilien
Güterverkehr
Infrastruktur

–13,2
0,0
17,3
–15,7

–2,6
0,0
1,7
–0,4

SBB Finanzbericht 2015

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

S 102

Angaben über die Durchführung einer Risikobeurteilung.
Risikomanagement.
Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB betreiben ein an den Bedürfnissen von Verwaltungsrat und Konzernleitung ausgerichtetes und auf die
mittelfristige Unternehmensplanung abgestimmtes konzernweites Risikomanagement. Im Risikomanagementprozess werden regelmässig die
wesentlichen Risiken identifiziert und beurteilt sowie Massnahmen zur Risikosteuerung definiert.
Die Verantwortung für das Risikomanagement liegt bei den Führungskräften der SBB . Diese sind als Risk Owner für die operative Umsetzung des
Risikomanagements in ihrem Verantwortungsbereich zuständig. Dies beinhaltet die regelmässige und systematische Identifikation, Bewertung und
Steuerung der Risiken in ihrem Verantwortungsbereich.

Corporate Risk Management.
Die Risikoeinschätzung der Konzernleitung zuhanden des Verwaltungsrates erfolgt jährlich mit dem Corporate Risk Report. Dieser umfasst die
aktuellen Toprisiken der SBB . Eine konzernweit einheitliche Risikolandschaft und Risikobewertungsmatrix bildet dabei die Grundlage für eine
standardisierte Kategorisierung, Bewertung und Berichterstattung der Risiken der SBB . Diese Risikomanagementinstrumente sind in Übereinstimmung
mit der Risk Policy SBB und der Konzernweisung implementiert.
Der Verwaltungsrat hat den Corporate Risk Report 2015 am 14. Dezember 2015 genehmigt, nachdem sich der Risikoausschuss des Verwaltungsrates
eingehend damit befasst hatte.

Risikomanagement und Internes Kontrollsystem (IKS ) SBB .

Mit dem implementierten Internen Kontrollsystem ( IKS ) ist sichergestellt, dass die Prozess-Owner die Finanzprozesse jährlich einer Risikobewertung
unterziehen.

Finanzielles Risikomanagement.
Mit der vorliegenden Jahresrechnung 2015 sind folgende spezifische Finanzrisiken verbunden:

Marktrisiken.
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist die SBB Finanzrisiken wie Liquiditäts-, Gegenpartei-, Zinsänderungs-, Währungs- und Energiepreisschwankungs­r isiken ausgesetzt.

Liquiditätsrisiken.
Ein Liquiditätsrisiko ist das Risiko, den gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht zeitgerecht bzw. nicht in voller Höhe nach­
kommen zu können.
Zur systematischen Erfassung der Liquiditätsrisiken führt die SBB eine laufend aktualisierte, rollende Liquiditäts-, Devisen- und Finanzplanung durch.
Die vorhandene Liquidität wird über zentrale Cash-Pools, bei welchen die wichtigsten Konten der SBB in Schweizer Franken und Euro konzentriert
werden, und über kurzfristige Festgeldanlagen gesteuert. Dabei erfolgt die Anlage der Überschussliquidität bei verschiedenen Finanzinstituten,
die über ein Kurzfristrating von mindestens A2 bei der Ratingagentur Standard & Poor’s verfügen.
Die externe Finanzierung der SBB für kommerzielle Investitionen erfolgt zum grössten Teil bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung und bei der
EUROFIMA . Diese ist eine Finanzierungsgesellschaft der europäischen Staatsbahnen mit zusätzlicher Garantie von deren Eignern. Sie vergibt Kredite
ausschliesslich an ihre Aktionäre oder an Transportunternehmen, die über eine Garantie eines EUROFIMA -Aktionärs verfügen.
Die Verfügbarkeit der Bundesfinanzierung ist in der jeweils gültigen Leistungsvereinbarung und in den Strategischen Zielen des Bundesrates für
die SBB geregelt.
Im Weiteren verfügt die SBB über Betriebsmittellinien bei diversen Banken.

Gegenparteirisiken (Kreditrisiken).
Das Kreditrisiko stellt das Risiko möglicher Verluste dar, welche dadurch entstehen, dass Gegenparteien ihren Verbindlichkeiten nicht mehr nachkom­
men. Zur Minimierung derartiger Ausfälle werden Anlagen und Absicherungsgeschäfte nur bei Finanzinstituten getätigt, die bei Standard & Poor’s über
mindestens ein Rating von A2 verfügen oder durch entsprechende Sicherungsstrukturen geschützt sind. Zur Risikominimierung bestehen zusätzlich
klare Vorgaben über die Kreditlimite pro Gegenpartei.

SBB Finanzbericht 2015

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

S 103

Zinsänderungsrisiken.
Marktzinsschwankungen beeinflussen direkt die Anlageerträge und Finanzierungsaufwendungen der SBB . Dieses Risiko wird von Corporate Treasury
durch Abstimmung der Fälligkeitsprofile und durch Beeinflussung des Mix aus langfristigen festverzinslichen Finanzierungstranchen und variablen
Finanzierungen, kombiniert mit zusätzlichen Absicherungsinstrumenten (Swaps), gemanagt.

Währungsrisiken.
Die aus den Geschäften der Divisionen und Konzerngesellschaften resultierenden Nettowährungsrisiken werden zentral über das Corporate Treasury
abgesichert. Corporate Treasury sichert die Währungsrisiken ihrerseits bei ausgesuchten Banken ab. Sie führt ein internes und externes Limitensystem
und prüft dessen Einhaltung.

Energiepreisrisiken.
Durch die Verkäufe von Energieüberschüssen und die Zukäufe zur Überbrückung von Stromspitzenbedarfszeiten unterliegt die SBB trotz weitgehender
Selbstversorgung teilweise den Preisschwankungen am Energiemarkt. Dieses Risiko wird durch Termingeschäfte, Swaps und Forwards sowie in
geringem Umfang durch Optionen auf künftigen Energiepreisen limitiert.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Die Konzernrechnung wurde vom Verwaltungsrat am 11. März 2016 genehmigt. Bis zu diesem Datum sind keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
eingetreten, die Einfluss auf die Jahresrechnung haben.

Ausgleichszahlungen von Immobilien an Infrastruktur.
Im Rahmen der Eignerstrategie 2015–2018 vereinbarte der Bund mit der SBB Ausgleichszahlungen vom Immobilienbereich zur Infrastruktur. Die
jährlichen Ausgleichszahlungen wurden in der Leistungsvereinbarung mit dem Bund auf CHF  150,0 Mio. pro Jahr festgelegt.
Dieser Betrag setzt sich zusammen aus direkten Ausgleichszahlungen an die Infrastruktur in der Höhe von CHF  117,7 Mio. sowie aus Zinszahlungen
an die Konzernbereiche in der Höhe von CHF  32,3 Mio. Die Konzernbereiche leiten diese Zinseinnahmen in Form von Ausgleichszahlungen an die
Infrastruktur weiter.

Ausgleichszahlungen von Immobilien zur Sanierung der PK SBB .
Die Sanierungsleistung in der Höhe von CHF  1493,0 Mio., welche die SBB im Jahr 2007 erbracht hat, muss gemäss Botschaft des Bundesrates
zur Sanierung der PK SBB vom 5. März 2010 durch Immobilien finanziert werden. Für diese Amortisations- und Zinszahlungen leistet Immobilien im
Rahmen ihres Ergebnisses eine Ausgleichszahlung an die Konzernbereiche. Im Berichtsjahr betrug diese CHF  180,5 Mio. (Vorjahr: CHF  233,7 Mio.).

Segmentberichterstattung.
Der Segmentbericht wird nach den Segmenten Personenverkehr, Immobilien, Güterverkehr, Infrastruktur und Konzernbereiche erstellt. Die Geschäfts­
tätigkeit bezieht sich nach wie vor überwiegend auf die Schweiz, weshalb auf eine geografische Segmentierung verzichtet wird. Die Segmente
beinhalten die Konzerngesellschaften gemäss Beteiligungsverzeichnis auf Seite 106.
In der Position Übriger Erfolg sind das Finanzergebnis, das betriebsfremde Ergebnis, die Ertragssteuern sowie die Minderheitsanteile enthalten.

SBB Finanzbericht 2015

S 104

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Segmentinformation SBB Konzern.
Für die Periode vom 1. Januar bis 31. Dezember.
Mio. CHF

Personenverkehr

Angaben zur Erfolgsrechnung
Betriebsertrag
davon
– Verkehrserträge
– Leistungen der öffentlichen Hand
– Mieterträge Liegenschaften
Betriebsaufwand
davon
– Personalaufwand
– Abschreibungen
– Bahnbetriebsleistungsaufwand
Betriebsergebnis/ EBIT
Übriger Erfolg
Ausgleichszahlungen Infrastruktur/ PK -Darlehen
Konzernergebnis

Immobilien

Güterverkehr

2015

2014

2015

2014

2015

2014

4 899,1

4 730,5

778,2

731,4

951,3

986,2

3 256,1
643,9
9,0

3 144,3
627,6
8,8

0,0
0,0
589,3

0,0
0,0
564,4

870,0
19,0
0,9

896,5
24,8
0,9

–4 661,3

–4 551,7

–554,9

–525,6

–980,0

–949,2

–1 757,6
–583,1
–1 033,5

–1 759,3
–561,1
–1 021,3

–126,2
–160,9
–12,1

–117,3
–143,2
–14,0

–396,9
–49,1
–284,5

–381,3
–45,7
–291,0

237,8
–107,2
0,0

178,8
–74,9
0,0

223,3
86,8
–298,2*

205,8
146,0
–340,6*

–28,8
7,2
0,0

37,0
–3,9
0,0

130,5

103,9

11,9

11,3

–21,5

33,1

* Ausgleichszahlung exklusive Zinsanteil ( CHF  32,3 Mio., Vorjahr: CHF  43,1 Mio.); Ausgleichszahlung inklusive Zinsanteil beträgt CHF  330,5 Mio. (Vorjahr: CHF  383,7 Mio.).

Angaben zum Cash Flow
Cash Flow aus Betriebstätigkeit
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
Free Cash Flow vor Finanzierung von
­B ahninfrastruktur durch die öffentliche Hand
Finanzierung von Bahninfrastruktur durch
die öffentliche Hand
Free Cash Flow nach Finanzierung von
Bahninfrastruktur durch die öffentliche Hand

Angaben zur Bilanz
Aktiven
Umlaufvermögen
Anlagevermögen
davon
– Fahrzeuge
– Unterbau/Oberbau/Bahntechnik
– Grundstücke und Gebäude
– Sachanlagen im Bau
Passiven
Fremdkapital
davon
– Finanzverbindlichkeiten
– D arlehen öffentliche Hand zur Finanzierung
von Bahninfrastruktur	

SBB Finanzbericht 2015

642,2
–826,6

684,4
–848,6

16,4
–352,9

–84,5
–92,3

24,3
–23,2

75,2
–4,0

–184,4

–164,2

–336,5

–176,8

1,1

71,3

19,9

–13,1

0,0

0,0

0,3

–0,1

–164,5

–177,3

–336,5

–176,8

1,4

71,2

31. 12. 2015

31. 12. 2014

31. 12. 2015

31. 12. 2014

31. 12. 2015

31. 12. 2014

10 846,4
2 543,9
8 302,6

10 655,9
2 599,1
8 056,8

4 872,8
34,4
4 838,4

4 587,9
73,4
4 514,4

854,2
188,2
666,0

890,0
202,1
687,9

6 245,8
484,9
80,2
951,9

6 108,3
466,9
79,5
934,3

4,2
4,1
3 102,1
1 293,0

3,2
2,9
2 976,8
1 152,7

548,2
4,5
13,5
21,3

585,2
7,0
13,5
11,1

10 846,4
5 816,9

10 655,9
5 755,8

4 872,8
4 088,2

4 587,9
3 815,1

854,2
551,3

890,0
563,5

3 822,2

3 623,9

3 900,1

3 563,6

375,3

387,2

510,3

489,1

0,0

0,0

1,1

0,9

S 105

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Infrastruktur

Konzernbereiche

Eliminationen

Total SBB

2015

2014

2015

2014

2015

2014

2015

2014

3 906,8

3 842,4

1 011,4

977,5

–2 760,5

–2 603,7

8 786,2

8 664,4

1 122,5
1 628,1
0,6

1 110,5
1 596,4
1,0

0,0
0,0
0,0

0,0
0,0
0,4

–1 139,8
0,0
–159,7

–1 109,0
0,0
–151,5

4 108,9
2 291,0
440,1

4 042,4
2 248,8
424,0

–4 123,9

–4 047,8

–947,4

–908,1

2 788,2

2 632,4

–8 479,3

–8 350,1

–1 542,5
–1 115,6
–56,5

–1 530,1
–1 073,6
–34,1

–476,6
–32,4
–2,2

–451,9
–30,8
–2,0

178,6
0,9
1 101,3

198,4
0,9
1 076,5

–4 121,0
–1 940,1
–287,5

–4 041,5
–1 853,6
–285,9

–217,1
–29,2
150,0

–205,4
–10,4
150,0

64,1
8,0
148,2

69,4
29,9
190,6

27,7
–26,8
0,0

28,7
–28,1
0,0

306,9
–61,2
0,0

314,3
58,6
0,0

–96,3

–65,8

220,2

289,8

0,9

0,6

245,7

372,9

–26,8
–2 141,9

–6,4
–2 098,2

146,3
–53,8

244,3
39,9

0,0
0,0

0,0
0,0

802,5
–3 398,5

913,0
–3 003,1

–2 168,7

–2 104,6

92,5

284,2

0,0

0,0

–2 596,0

–2 090,1

2 053,3

1 898,1

0,0

0,0

0,0

0,0

2 073,4

1 885,0

–115,4

–206,4

92,5

284,2

0,0

0,0

–522,6

–205,2

31. 12. 2015

31. 12. 2014

31. 12. 2015

31. 12. 2014

31. 12. 2015

31. 12. 2014

31. 12. 2015

31. 12. 2014

23 817,5
485,6
23 331,9

22 488,2
479,4
22 008,8

10 043,6
1 600,2
8 443,4

9 494,9
1 071,3
8 423,6

–10 911,7
–2 878,9
–8 032,9

–10 010,5
–1 978,8
–8 031,7

39 522,8
1 973,5
37 549,3

38 106,3
2 446,6
35 659,7

418,1
13 469,7
1 194,2
5 608,4

444,1
13 272,7
1 065,3
4 928,4

1,0
0,0
19,2
3,3

0,9
0,0
5,8
12,7

0,0
0,0
–1,9
0,0

0,0
0,0
–2,8
0,0

7
13
4
7

7
13
4
7

23 817,5
15 786,4

22 488,2
14 504,6

10 043,6
12 159,9

9 494,9
11 690,2

–10 911,7
–10 502,7

–10 010,5
–9 600,5

39 522,8
27 900,0

38 106,3
26 728,8

886,9

840,2

10 195,7

9 650,1

–10 387,8

–9 465,0

8 792,3

8 600,1

13 766,4

12 770,7

0,0

0,0

0,0

0,0

14 277,9

13 260,7

SBB Finanzbericht 2015

217,4
963,2
407,3
877,8

141,7
749,6
138,0
039,2

S 106

SBB Konzern
Anhang zur Konzernrechnung 2015

Beteiligungsverzeichnis SBB .
Konzern- und assoziierte Gesellschaften.
Firmenname

Aktienkapital
Mio.

Schweizerische Bundesbahnen SBB AG , Bern
Schweizerische Bundesbahnen SBB Cargo AG , Olten
Etzelwerk AG , Einsiedeln
SBB Insurance AG , Vaduz
Elvetino AG , Zürich
AlpTransit Gotthard AG , Luzern
SBB GmbH, Konstanz
ChemOil Logistics AG , Basel
ChemOil Logistics GmbH, Weil am Rhein
Kraftwerk Amsteg AG , Silenen
Thurbo AG , Kreuzlingen
Kraftwerk Wassen AG , Wassen
RailAway AG , Luzern
SBB Cargo International AG , Olten
SBB Cargo Italia S.r.l., Gallarate
SBB Cargo Deutschland GmbH, Duisburg
Ritom SA , Quinto
öV Preis- und Vertriebssystemgesellschaft AG , Bern
RegionAlps SA , Martigny
login Berufsbildung AG , Olten
zb Zentralbahn AG , Stansstad
Sensetalbahn AG , Bern
Swiss Travel System AG , Zürich
Kraftwerk Rupperswil-Auenstein AG , Aarau
Securitrans Public Transport Security AG , Bern
Gateway Basel Nord AG , Basel
TILO SA , Bellinzona
Rail Europe 4A SNC , Paris
Cisalpino AG , Muri bei Bern
Parking de la Gare de Neuchâtel SA , Neuchâtel
Transferis SAS , Annemasse
Rheinalp GmbH, Freiburg im Breisgau
Kraftwerk Göschenen AG , Göschenen
Nant de Drance SA , Finhaut
Grosse Schanze AG , Bern
RA lpin AG , Olten
BOS Management AG , Altstätten
Terminal Combiné Chavornay SA ( TERCO ), Chavornay
Lyria SAS , Paris
Trasse Schweiz AG , Bern
STC Switzerland Travel Centre AG , Zürich
Hupac SA , Chiasso
Parking de la Place de Cornavin SA , Genève

Erfassung:
V = Vollkonsolidiert
E =  Mittels Equity-Methode erfasst
Q = Quotenkonsolidiert

SBB Finanzbericht 2015

Seg
G
I
IM

= Segment:
= Güterverkehr
= Infrastruktur
= Immobilien

CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
EUR
CHF
EUR
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
EUR
EUR
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
EUR
CHF
CHF
EUR
EUR
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
EUR
CHF
CHF
CHF
CHF

9 000,00
314,00
20,00
12,50
11,00
5,00
1,50
1,00
0,03
80,00
75,00
16,00
0,10
25,00
13,00
1,50
46,50
1,00
6,65
1,00
120,00
2,89
0,30
12,00
2,00
0,10
2,00
0,92
0,10
0,10
0,04
0,03
60,00
300,00
2,95
4,53
0,10
1,04
0,08
0,10
5,25
20,00
10,00

Beteiligung SBB
Mio.

9 000,00
314,00
20,00
12,50
11,00
5,00
1,50
1,00
0,03
72,00
67,50
14,40
0,09
18,75
9,75
1,13
34,88
0,74
4,66
0,69
79,20
1,89
0,18
6,60
1,02
0,05
1,00
0,46
0,05
0,05
0,02
0,01
24,00
108,00
1,00
1,50
0,03
0,28
0,02
0,03
1,26
4,77
2,00

P = Personenverkehr
KB = Konzernbereiche

Beteiligung SBB
 %

Beteiligung SBB
 %

31. 12. 2015

31. 12. 2014

100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
90,00
90,00
90,00
86,00
75,00
75,00
75,00
75,00
74,42
70,00
69,42
66,00
65,47
60,00
55,00
51,00
51,00
50,00
50,00
50,00
50,00
50,00
50,00
40,00
36,00
33,90
33,11
30,60
27,04
26,00
25,00
24,01
23,85
20,00

100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
0,00
90,00
90,00
50,00
86,00
75,00
75,00
75,00
0,00
0,00
70,00
69,42
66,00
65,47
60,00
55,00
51,00
0,00
50,00
50,00
50,00
50,00
50,00
50,00
40,00
36,00
33,90
33,11
30,60
27,04
26,00
25,00
24,01
23,85
20,00

Seg

V
V
V
V
V
E
V
V
V
V
V
V
V
V
V
V
V
E
V
V
V
V
V
V
V
V
Q
E
E
E
E
E
E
E
E
E
E
E
E
E
E
E
E

G
I
KB
P
I
P
G
G
I
P
I
P
G
G
G
I
P
P
KB
P
P
P
I
I
G
P
P
P
IM
P
P
I
I
IM
G
P
G
P
I
P
G
IM

S 107

SBB Konzern
Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung

Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung.

Ernst & Young AG
Belpstrasse 23
Postfach
CH-3001 Bern

Telefon
+41 58 286 61 11
Fax
+41 58 286 68 18
www.ey.com/ch

An die Generalversammlung der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB, Bern

Bern, 11. März 2016

Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung
Als Revisionsstelle haben wir die Konzernrechnung der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, bestehend aus Konzernerfolgsrechnung, Konzernbilanz, Konzerngeldflussrechnung, Konzerneigenkapitalnachweis und Anhang zur Konzernrechnung (Seiten 76 bis 106), für das am 31. Dezember 2015 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft.
Verantwortung des Verwaltungsrates
Der Verwaltungsrat ist für die Aufstellung der Konzernrechnung in Übereinstimmung mit Swiss GAAP
FER und den gesetzlichen Vorschriften verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Konzernrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder
Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Verwaltungsrat für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich.
Verantwortung der Revisionsstelle
Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Konzernrechnung
abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den
Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Konzernrechnung frei von
wesentlichen falschen Angaben ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Konzernrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl
der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung
der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Konzernrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Konzernrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit
der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Konzernrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die
von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden.
Prüfungsurteil
Nach unserer Beurteilung vermittelt die Konzernrechnung für das am 31. Dezember 2015 abgeschlossene Geschäftsjahr ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage in Übereinstimmung mit den Swiss GAAP FER und entspricht dem schweizerischen
Gesetz.

SBB Finanzbericht 2015

S 108

SBB Konzern
Bericht der Revisionsstelle zur Konzernrechnung

2

Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften
Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht
vereinbaren Sachverhalte vorliegen.
In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem
für die Aufstellung der Konzernrechnung existiert.
Wir empfehlen, die vorliegende Konzernrechnung zu genehmigen.

Ernst & Young AG

Bernadette Koch

Zugelassene Revisionsexpertin
(Leitende Revisorin)

SBB Finanzbericht 2015

Florian Baumgartner

Zugelassener Revisionsexperte

S 109

SBB AG
Erfolgsrechnung

Erfolgsrechnung SBB AG .

Für die Periode vom 1. Januar bis 31. Dezember.
Anmerkung

2015

2014*

1

3 339,8
2 086,1
448,4
976,8
1 095,2
7 946,2

3 241,7
2 033,8
434,6
902,3
1 078,3
7 690,6

–723,1
–3 521,9
–1 544,7
–1 681,9
–139,7
–7 611,3

–716,5
–3 481,0
–1 531,5
–1 613,5
–79,4
–7 421,8

Betriebsergebnis/ EBIT

334,9

268,8

Finanzertrag
Finanzaufwand
Ordentliches Ergebnis

33,2
–211,1
156,9

81,5
–162,5
187,7

140,6
297,6

190,1
377,9

–4,2
293,3

7,2
385,1

Mio. CHF
Betriebsertrag
Verkehrserträge
Leistungen der öffentlichen Hand
Mieterträge Liegenschaften
Nebenerträge
Eigenleistungen
Total Betriebsertrag
Betriebsaufwand
Materialaufwand
Personalaufwand
Sonstiger Betriebsaufwand
Abschreibungen auf Sachanlagen	
Abschreibungen auf Immateriellen Anlagen
Total Betriebsaufwand

2
3

4
5

Betriebsfremder Ertrag
Gewinn vor Steuern
Ertragssteuern
Jahresgewinn
* angepasst siehe Anmerkung 0.0

SBB Finanzbericht 2015

6

S 110

SBB AG
Bilanz

Bilanz SBB AG .

Aktiven.
Mio. CHF
Umlaufvermögen
Flüssige Mittel
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Kurzfristige verzinsliche Forderungen
Andere Forderungen
Vorräte und angefangene Arbeiten
Aktive Rechnungsabgrenzungen
Total Umlaufvermögen

31. 12. 2015

31. 12. 2014

455,2
299,9
301,1
145,8
314,8
481,1
1 997,8

813,7
414,0
97,7
118,7
353,3
494,6
2 292,1

1 052,4
722,8
26 010,4
7 797,0
903,3
36 485,9

1 197,0
702,1
25 262,3
6 992,8
839,7
34 993,9

38 483,7

37 285,9

Anmerkung

31. 12. 2015

31. 12. 2014

9

629,2
392,9
38,6
119,2
1 432,2
890,4
3 502,6

844,0
395,5
11,8
138,9
1 471,6
186,0
3 047,8

8 317,9
13 762,8
979,4
508,1
23 568,1

8 064,4
12 798,9
1 726,3
528,9
23 118,5

27 070,8

26 166,3

9 000,0

9 000,0

2 000,0

2 000,0

Anmerkung

7

Anlagevermögen
Finanzanlagen
Beteiligungen
Sachanlagen
Sachanlagen im Bau
Immaterielle Anlagen
Total Anlagevermögen

8

Total Aktiven

Passiven.
Mio. CHF
Fremdkapital
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten
Kurzfristige Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von ­B ahninfrastruktur
Andere kurzfristige Verbindlichkeiten
Passive Rechnungsabgrenzungen
Kurzfristige Rückstellungen
Total kurzfristiges Fremdkapital
Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten
Langfristige Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur
Andere langfristige Verbindlichkeiten
Langfristige Rückstellungen
Total langfristiges Fremdkapital
Total Fremdkapital

10
11
12
13

10
11
12
13

Eigenkapital
Gesellschaftskapital
Gesetzliche Kapitalreserve
  Reserven aus Kapitaleinlage
Gesetzliche Gewinnreserve
 Reserven EBG 67
 Reserven PBG 36
Kumulierte Gewinne/Verluste
 Verlustvortrag
 Jahresgewinn
Total Eigenkapital

84,4
163,5

225,2
162,3

–128,3
293,3
11 412,9

–652,9
385,1
11 119,6

Total Passiven

38 483,7

37 285,9

SBB Finanzbericht 2015

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

S 111

Anhang zur Jahresrechnung SBB AG .
Anmerkungen zur Jahresrechnung.
0.0 Erstanwendung des neuen Rechnungslegungsrechts.
Die vorliegende Jahresrechnung der Schweizerischen Bundesbahnen SBB , Bern, wurde erstmals gemäss den neuen Vorschriften des schweizerischen
Gesetzes, insbesondere der Artikel über die kaufmännische Buchführung und Rechnungslegung des Obligationenrechts (Art. 957 bis 962a), erstellt.
Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurde die Vorjahresdarstellung angepasst. Ebenfalls wurden im Vorjahr die Positionen Eigenleistungen,
Personalaufwand und Sonstiger Betriebsaufwand angepasst. Auf die Vermögens- und Ertragslage sowie auf den Jahresgewinn des Unternehmens
hat die Anwendung dieser neuen Vorschriften keine Auswirkungen.

0.1 Allgemeines.
Die SBB AG wendet grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie der SBB Konzern an (vgl. Bewertungsgrundsätze der
Konzernrechnung ab Seite 81), jedoch wird die Einhaltung des Imparitätsprinzips sichergestellt.
Als Beteiligungen gelten Gesellschaften, welche in der Jahresrechnung des SBB Konzerns voll- oder quotenkonsolidiert respektive nach der
Equity-Methode einbezogen werden. Beteiligte sind der Bund als Aktionär der SBB AG sowie die Organisationen, welche vom Bund beherrscht
werden.

0.2 Vorsorgeverpflichtungen.
Für die berufliche Vorsorge ist die SBB AG der Pensionskasse SBB angeschlossen. Die Pensionskasse SBB weist per 31. Dezember 2015 einen
Deckungsgrad von 105,7 % (Vorjahr: 107,3 %) aus. Per 31. Dezember 2015 besteht eine passivierte Vorsorgeverpflichtung von CHF  898,8 Mio.
(Vorjahr: CHF  1640,8 Mio.). Für die Zahlung an die Pensionskasse SBB im Rahmen des Massnahmenpaketes 2016 wurden CHF  690,0 Mio. aus
den Passiven aus Vorsorgeeinrichtungen in die kurzfristigen Rückstellungen umgebucht.
Für weitere Angaben zu den Vorsorgeverpflichtungen wird auf den Anhang zur Konzernrechnung verwiesen.

0.3 Vorteilsanrechnung Zürcher Verkehrsverbund (ZVV ).
Die Leistungen des Bundes für Infrastruktur beinhalten Zahlungen an die SBB zugunsten des Zürcher Verkehrsverbundes ZVV («Vorteilsabgeltung»)
in der Höhe von CHF  52,0 Mio. (Vorjahr: CHF  52,0 Mio.). Dieser Betrag steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Leistungserbringung der SBB
und wird gemäss vorgeschriebener Ausweispraxis des Bundesamtes für Verkehr ( BAV ) von den Abgeltungen für den regionalen Personenverkehr
Kantone in Abzug gebracht und vollumfänglich an den ZVV weitergeleitet.

0.4 Rückstellung Energiebereich.
Für die Sanierung des Energiebereichs wurde im April 2001 ein Rückstellungsbedarf von CHF  1,2 Mrd. ermittelt. Die Rückstellung hat sich seither
durch die Verwendung für Verluste aus Verkäufen von Kraftwerken und Beteiligungen und durch die Inanspruchnahme für die über dem Marktpreis
liegenden Energiegestehungskosten auf CHF  457,5 Mio. reduziert. Im Berichtsjahr wurden CHF  15,6 Mio. in Anspruch genommen.

0.5 Umweltaltlasten.
Ein externes Fachgutachten ermittelte für die SBB eine notwendige Rückstellung für Umweltaltlasten per 1. Januar 1999 von CHF  393,0 Mio. In
Anbetracht der grossen Unsicherheiten bei der Festlegung dieser Rückstellung wurde mit dem Bund vereinbart, keine vollumfängliche Rückstellung
in der Eröffnungsbilanz zu berücksichtigen, sondern für anfallende Sanierungskosten eine Rückstellung von CHF  110,0 Mio. einzustellen. Die Arbeiten
zur Altlastensanierung wurden im Jahr 2015 weitergeführt und die Kosten von CHF  1,7 Mio. der Rückstellung belastet. Die Rückstellung beträgt per
Bilanzstichtag noch CHF  31,3 Mio.

0.6 Ertragssteuern.
Mit Ausnahme der Nebenbetriebe und Liegenschaften, welche nicht im Zusammenhang mit der konzessionierten Transporttätigkeit stehen, ist die
SBB AG auf Bundes- und kantonaler Ebene von den Gewinn- und Kapitalsteuern, den Grundstückgewinnsteuern sowie den Liegenschaftssteuern
befreit.

SBB Finanzbericht 2015

S 112

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

Detailangaben zu Bilanz- und Erfolgsrechnungspositionen.
1 Verkehrserträge.
2015

2014

3 015,5
58,5
265,8
3 339,8

2 909,6
61,5
270,6
3 241,7

2015

2014

210,3
247,8
458,1

202,6
234,7
437,3

1 057,6
165,5
286,5
1 509,5

1 025,3
182,3
278,9
1 486,5

82,9
35,7
118,5

101,4
8,5
109,9

Total Leistungen für die Bahninfrastruktur

1 628,1

1 596,4

Leistungen der öffentlichen Hand

2 086,1

2 033,8

2015

2014

196,7
143,4
56,8
76,1
39,0
82,5
60,3
141,4
180,7
976,8

207,4
124,5
70,5
71,0
40,2
76,9
66,0
185,9
59,9
902,3

Mio. CHF
Personenverkehr
Betriebsleistungen
Infrastruktur (Trassenertrag)
Verkehrserträge

2 Leistungen der öffentlichen Hand.
Mio. CHF
Abgeltungen für den Regionalen Personenverkehr
Bund
Kantone
Total Abgeltungen für den Regionalen Personenverkehr
Leistungen des Bundes an die Infrastruktur der SBB AG aus der Leistungsvereinbarung
Abschreibung Infrastruktur
Nicht aktivierbare Investitionsanteile
Betriebsbeitrag Infrastruktur
Total Leistungen des Bundes aus der Leistungsvereinbarung
Leistungen für nicht aktivierte Anteile an sonderfinanzierten Investitionen
Bund
Kantone
Total Leistungen für sonderfinanzierte Investitionen

3 Nebenerträge.
Mio. CHF
Dienstleistungen
Wartungs- und Unterhaltsarbeiten
Erträge aus Vermietungen
Energieerträge
Geldwechsel
Provisionen
Drucksachen- und Materialverkäufe
Kostenbeteiligungen
Übrige Nebenerträge
Nebenerträge

SBB Finanzbericht 2015

S 113

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

4 Personalaufwand.
2015

2014

Lohnaufwand

2 492,3

2 453,2

Personalmiete
Sozialversicherungsaufwand
Personalaufwand Arbeitsmarktcenter ( AMC )
Übriger Personalaufwand
Personalaufwand

414,6
460,6
5,7
148,6
3 521,9

448,8
431,6
3,2
144,2
3 481,0

2015

2014

171,8
48,9
444,8
105,6
185,6
94,8
184,0
56,9
69,7
74,8
107,9
1 544,7

155,1
46,9
466,3
93,7
191,9
94,2
196,2
49,5
62,3
73,4
102,1
1 531,5

Mio. CHF

Die Vorjahreszahl der Personalmiete wurde um CHF  297,0 Mio. angepasst (vergleiche Anmerkung 0.0).

5 Sonstiger Betriebsaufwand.
Mio. CHF
Bahnbetriebsleistungen
Miete von Anlagen
Fremdleistungen für Unterhalt, Reparaturen, Ersatz
Fahrzeugaufwand
Energieaufwand
Verwaltungsaufwand
Informatikaufwand
Werbeaufwand
Konzessionen, Abgaben, Gebühren
Vorsteuerkürzungen Abgeltungen/Leistungen der öffentlichen Hand
Übriger Betriebsaufwand
Sonstiger Betriebsaufwand

Die Vorjahreszahlen der Fremdleistungen für Unterhalt wurden um CHF  –150,0 Mio. und der Informatikaufwand um CHF  –17,8 Mio. angepasst (vergleiche Anmerkung 0.0).

6 Jahresgewinn.
Mio. CHF
Ergebnisse aus abgeltungsberechtigten Sparten
Regionaler Personenverkehr ( RPV ) gemäss Art. 36  PBG
Infrastruktur gemäss Art. 67  EBG
Jahresgewinn aus nicht abgeltungsberechtigten Sparten
Jahresgewinn

SBB Finanzbericht 2015

2015

2014

–5,0
–140,8
439,0
293,3

1,2
–93,1
477,0
385,1

S 114

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

7 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
31. 12. 2015

31. 12. 2014

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
gegenüber Beteiligten
gegenüber Beteiligungen

254,5
33,6
22,3

266,4
180,0
32,6

Wertberichtigungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

–10,6
299,9

–65,0
414,0

31. 12. 2015

31. 12. 2014

200,8
64,9
749,3
37,3
1 052,4

198,7
62,4
892,0
43,9
1 197,0

31. 12. 2015

31. 12. 2014

581,0
15,5
32,7
629,2

774,9
49,8
19,4
844,0

31. 12. 2015

31. 12. 2014

2 215,1
406,4
1 455,0
144,9
3 020,0
1 469,3
8 710,7

1 972,7
421,2
1 478,0
161,4
2 890,0
1 536,6
8 459,9

Mio. CHF

8 Finanzanlagen.
Mio. CHF
Wertschriften des Anlagevermögens
Darlehen gegenüber Dritten
Darlehen gegenüber Konzerngesellschaften
Darlehen gegenüber assoziierten Gesellschaften
Finanzanlagen

9 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Mio. CHF
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten
gegenüber Beteiligten
gegenüber Beteiligungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

10 Kurz- und langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten.
Mio. CHF
Bankverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
Personalkasse
Verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften
Darlehen des Bundes (kommerziell)
Darlehen der Vorsorgeeinrichtung
Kurz- und langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten

SBB Finanzbericht 2015

S 115

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

11 Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur.
31. 12. 2015

Mio. CHF
Darlehen Bund Infrastruktur Grundbedarf
Darlehen Bund FinöV-Fonds
Darlehen Bund Infrastrukturfonds
Darlehen Kantone
Darlehen der öffentlichen Hand zur Finanzierung von Bahninfrastruktur

3
7
1
1
13

758,2
471,1
220,6
351,5
801,4

31. 12. 2014
3
6
1
1
12

544,4
984,9
075,5
205,9
810,7

12 Andere kurz- und langfristige Verbindlichkeiten.
Mio. CHF
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber staatlichen Stellen
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Langfristige Erlösabgrenzungen
Passiven aus Vorsorgeeinrichtungen 1
Andere kurz- und langfristige Verbindlichkeiten
1

31. 12. 2015

31. 12. 2014

71,9
47,3
80,6
898,8
1 098,6

67,2
71,7
85,6
1 640,8
1 865,2

Vgl. Anmerkung 0.2 Vorsorgeverpflichtungen sowie Erläuterungen zu den Passiven aus Vorsorgeeinrichtungen im Anhang zur Konzernrechnung.

13 Kurz- und langfristige Rückstellungen.
31. 12. 2015

31. 12. 2014

690,0
31,3
457,5
85,5
21,6
112,6
1 398,5

0,0
44,1
473,1
78,7
11,0
108,0
714,9

Anmerkung

31. 12. 2015

31. 12. 2014

10

8 710,7
13 801,4
22 512,2

8 459,9
12 810,7
21 270,6

–756,3
21 755,8

–911,5
20 359,2

1 396,7

1 097,8

Mio. CHF
Vorsorgeverpflichtungen
Umweltaltlasten
Energiebereich
Ferien/Überzeit
Restrukturierung
Übrige Rückstellungen
Rückstellungen

14 Nettoverschuldung.
Mio. CHF
Verzinsliche Verbindlichkeiten
Darlehen zur Finanzierung Bahninfrastruktur
Total Finanzverbindlichkeiten
./. Flüssige Mittel und kurzfristige verzinsliche Forderungen
Nettoverschuldung
Veränderung gegenüber dem Vorjahr

SBB Finanzbericht 2015

11

S 116

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

15 Weitere Angaben.
Vollzeitstellen.
Die Anzahl der Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt lag im Berichtsjahr bei 25 094 (Vorjahr: 25 025).

Liquiditätsmanagement.
Die SBB führen ein konzernweites Cash Pooling. Die SBB AG ist Teilnehmer im Cash Pooling und Pool Leader. Die (Pool-)Bank kann zur Sicherung
ihrer Ansprüche gegenüber den Poolteilnehmern ein Pfandrecht auf die Guthaben (Poolteilnehmerkonten) ausüben.

Restbetrag der nicht bilanzierten Leasingverbindlichkeiten.
Mio. CHF
Fällig innerhalb von 1 bis 5 Jahren
Total

31. 12. 2015

31. 12. 2014

6,5
6,5

7,8
7,8

31. 12. 2015

31. 12. 2014

8 703,4
1 655,4
10 358,8

7 698,2
2 299,2
9 997,5

Weitere nicht bilanzierte Verpflichtungen.
Mio. CHF
Fällig innerhalb von 1 bis 5 Jahren
Fällig später als 5 Jahre
Total

In den weiteren nicht bilanzierten Verpflichtungen sind unter anderem Investitionsverpflichtungen, Energieabnahmeverpflichtungen und langfristige
Mieten für Immobilien und sonstige Anlagen enthalten.

Für Verbindlichkeiten Dritter bestellte Sicherheiten.
Mio. CHF
Bürgschaften und Garantien
Total

31. 12. 2015

31. 12. 2014

115,7
115,7

103,9
103,9

Zur Sicherung eigener Verbindlichkeiten verwendete Aktiven und Aktiven unter Eigentumsvorbehalt.
Mio. CHF
Leasinganlagen
Fahrzeuge eingebunden als Sicherheit für EUROFIMA -Miete-Kauf-Verträge
Total

SBB Finanzbericht 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2014

161,9
1 222,8
1 384,8

179,0
953,7
1 132,7

S 117

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

Eventualverbindlichkeiten.
Mio. CHF
Verpflichtungen aus nicht einbezahltem Gesellschaftskapital
Statutarische Haftungsklauseln
Andere
Total

31. 12. 2015

31. 12. 2014

147,2
130,0
163,1
440,3

147,2
130,0
116,6
393,8

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Die Jahresrechnung der SBB AG wurde vom Verwaltungsrat am 11. März 2016 genehmigt. Bis zu diesem Datum sind keine Ereignisse nach dem
Bilanzstichtag eingetreten, die Einfluss auf die Jahresrechnung haben.

SBB Finanzbericht 2015

S 118

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

16 A
 ngaben gemäss Verordnung des UVEK über das Rechnungswesen der konzessionierten
Unternehmen (RKV ).
Die SBB AG untersteht der Verordnung des UVEK über das Rechnungswesen der konzessionierten Unternehmen ( RKV ).

Deckungssummen der Sach- und Haftpflichtversicherungen (Art. 3 RKV ).
Die SBB AG hat für alle Geschäftsbereiche Sachversicherungen mit einer Deckungssumme von CHF  300 Mio. (gegenüber dem Vorjahr unverändert)
und Haftpflichtversicherungen mit einer Deckungssumme von CHF  400 Mio. (gegenüber dem Vorjahr unverändert) abgeschlossen.

Anlagen und Anlagen im Bau der Sparte Infrastruktur (Art. 7 RKV ).
Mio. CHF

Fahrzeuge

Unterbau/
Oberbau/
Bahn­
technik

Übrige
Sach­
anlagen

Grund­
stücke

Gebäude

Immat.
Anlagen

Total
Sach­
anlagen
und Immat.
Anlagen

Anlagen im
Bau und
Anzah­
lungen (inkl.
Immat. AV )

Total

Nettobuchwert 1. 1. 2015

427,1

13 043,9

1 225,3

617,4

357,2

269,7

15 940,7

4 798,3

20 738,9

Anschaffungswerte
Stand 1. 1. 2015
Investitionen
Abgänge Anlagen
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2015

904,8
0,0
–13,6
18,1
909,3

21 641,9
0,0
–174,9
973,2
22 440,1

3 125,3
0,0
–116,7
201,7
3 210,3

617,5
0,0
–0,5
2,7
619,7

651,9
0,0
–4,3
141,6
789,3

542,2
0,0
–21,9
85,9
606,2

27 483,6
0,0
–332,0
1 423,2
28 574,8

4 798,3
2 015,5
0,0
–1 392,3
5 421,4

32 281,9
2 015,5
–332,0
30,9
33 996,3

Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. 1. 2015
Abschreibungen
Abgänge
Umbuchungen
Stand 31. 12. 2015

–477,7
–41,7
12,4
0,0
–506,9

–8 598,0
–730,4
141,7
0,0
–9 186,8

–1 900,0
–165,0
109,0
0,0
–1 956,0

–0,1
0,0
0,0
–0,1
–0,2

–294,7
–19,7
3,7
0,0
–310,7

–272,5
–60,2
19,8
–0,3
–313,2

–11 542,9
–1 017,0
286,6
–0,4
–12 273,7

0,0
0,0
0,0
0,0
0,0

–11 542,9
–1 017,0
286,6
–0,4
–12 273,7

Nettobuchwert 31. 12. 2015

402,3

13 253,3

1 254,4

619,5

478,6

293,0

16 301,1

5 421,4

21 722,5

In den Umbuchungen sind Zugänge von Anlagen aus anderen Sparten der SBB von netto CHF  30,5 Mio. enthalten.

Abschreibungen Sach- und Immaterielle Anlagen der Sparte Infrastruktur (Art. 7 RKV ).
Mio. CHF
Abschreibungen auf Sachanlagen
Abschreibungen auf Immateriellen Anlagen
Abschreibung Restbuchwerte aus Anlagenabgängen
Total

 2015

2014

956,8
60,2
38,9
1 055,9

920,3
56,2
41,9
1 018,3

 2015

 2014

2 015,5
30,5
284,0
2 330,0

1 960,8
4,3
292,2
2 257,3

Investitionen der Sparte Infrastruktur (Art. 3 RKV ).
Mio. CHF
Investitionen für Anlagen
Von anderen Sparten der SBB übernommene Anlagen
Nicht aktivierte Investitionskosten
Total

In den Investitionen sind Investitionsförderungen vom Bund wie Lärmsanierung und Massnahmen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG)
sowie von Kantonen in der Höhe von CHF  80,3 Mio. (Vorjahr: CHF  97,4 Mio.) enthalten.

SBB Finanzbericht 2015

S 119

SBB AG
Anhang zur Jahresrechnung

17 Beteiligungen.
Firmenname

Aktienkapital
Mio.

Kapital- und
Stimmenanteil SBB
Mio.

Kapital- und
Stimmenanteil SBB
 %

Kapital- und
Stimmenanteil SBB
 %

31. 12. 2015

31. 12. 2014

Personenverkehr und Tourismus
Elvetino AG , Zürich
SBB GmbH, Konstanz
Thurbo AG , Kreuzlingen
RailAway AG , Luzern
öV Preis- und Vertriebssystemgesellschaft AG , Bern
RegionAlps SA , Martigny
zb Zentralbahn AG , Stansstad
Sensetalbahn AG , Bern
Swiss Travel System AG , Zürich
TILO SA , Bellinzona
Rail Europe 4A SNC , Paris
Cisalpino AG , Muri bei Bern
Transferis SAS , Annemasse
Rheinalp GmbH, Freiburg im Breisgau
Lyria SAS , Paris
STC Switzerland Travel Centre AG , Zürich

CHF
EUR
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
EUR
CHF
EUR
EUR
EUR
CHF

11,00
1,50
75,00
0,10
1,00
6,65
120,00
2,89
0,30
2,00
0,92
0,10
0,04
0,03
0,08
5,25

11,00
1,50
67,50
0,09
0,74
4,66
79,20
1,89
0,18
1,00
0,46
0,05
0,02
0,01
0,02
1,26

100,00
100,00
90,00
86,00
74,42
70,00
66,00
65,47
60,00
50,00
50,00
50,00
50,00
50,00
26,00
24,01

100,00
100,00
90,00
86,00
0,00
70,00
66,00
65,47
60,00
50,00
50,00
50,00
50,00
50,00
26,00
24,01

Güterverkehr und Spedition
Schweizerische Bundesbahnen SBB Cargo AG , Olten
SBB Cargo International AG , Olten (indirekt)

CHF
CHF

314,00
25,00

314,00
18,75

100,00
75,00

100,00
75,00

Kraftwerke
Etzelwerk AG , Einsiedeln
Kraftwerk Amsteg AG , Silenen
Kraftwerk Wassen AG , Wassen
Ritom SA , Quinto
Kraftwerk Rupperswil-Auenstein AG , Aarau
Kraftwerk Göschenen AG , Göschenen
Nant de Drance SA , Finhaut

CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF

20,00
80,00
16,00
46,50
12,00
60,00
300,00

20,00
72,00
14,40
34,88
6,60
24,00
108,00

100,00
90,00
90,00
75,00
55,00
40,00
36,00

100,00
90,00
50,00
0,00
55,00
40,00
36,00

Liegenschaften und Parking
Parking de la Gare de Neuchâtel SA , Neuchâtel
Grosse Schanze AG , Bern
Parking de la Place de Cornavin SA , Genève

CHF
CHF
CHF

0,10
2,95
10,00

0,05
1,00
2,00

50,00
33,90
20,00

50,00
33,90
20,00

CHF
CHF
CHF
CHF
CHF

12,50
5,00
1,00
2,00
0,10

12,50
5,00
0,69
1,02
0,03

100,00
100,00
69,42
51,00
25,00

100,00
100,00
69,42
51,00
25,00

Diverses
SBB Insurance AG , Vaduz

AlpTransit Gotthard AG , Luzern
login Berufsbildung AG , Olten
Securitrans Public Transport Security AG , Bern
Trasse Schweiz AG , Bern

						

18 Genehmigung der Jahresrechnung durch das Bundesamt für Verkehr.
In Übereinstimmung mit Art. 37 Personenbeförderungsgesetz ( PBG ) hat das Bundesamt für Verkehr im Rahmen der subventionsrechtlichen Prüfung
mit Bericht vom 29. Februar 2016 die Jahresrechnung 2015 ohne Vorbehalte genehmigt.

SBB Finanzbericht 2015

S 120

SBB AG
Antrag Verwaltungsrat über Verwendung Bilanzergebnis

Antrag Verwaltungsrat über Verwendung Bilanzergebnis.
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung den Bilanzgewinn per 31. Dezember 2015 wie folgt zu verwenden:
Mio. CHF
Verlustvortrag Vorjahr
Jahresgewinn
Reserveentnahme zur Deckung des Verlustes 2015		
– Sparte Infrastruktur gemäss Art. 67 EBG
Bilanzgewinn zur Verfügung der Generalversammlung
Verwendung des verbleibenden Bilanzgewinns
Reserveentnahme aus Ergebnis 2015		
– Regionaler Personenverkehr gemäss Art. 36 PBG
Vortrag auf neue Rechnung

SBB Finanzbericht 2015

31. 12. 2015

31. 12. 2014

–269,1
293,3

–746,0
385,1

140,8
165,0

93,1
–267,9

5,0

–1,2

170,0

–269,1

S 121

SBB AG
Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung.

Ernst & Young AG
Belpstrasse 23
Postfach
CH-3001 Bern

Telefon
+41 58 286 61 11
Fax
+41 58 286 68 18
www.ey.com/ch

An die Generalversammlung der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB, Bern

Bern, 11. März 2016

Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung
Als Revisionsstelle haben wir die Jahresrechnung der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, bestehend
aus Erfolgsrechnung, Bilanz und Anhang (Seiten 109 bis 119), für das am 31. Dezember 2015 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft.
Verantwortung des Verwaltungsrates
Der Verwaltungsrat ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen
Vorschriften und den Statuten verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer
Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern
ist. Darüber hinaus ist der Verwaltungsrat für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich.
Verantwortung der Revisionsstelle
Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz und den
Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl
der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung
der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit
es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden
Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen
Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine
Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil
bilden.
Prüfungsurteil
Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2015 abgeschlossene Geschäftsjahr dem schweizerischen Gesetz und den Statuten.

SBB Finanzbericht 2015

S 122

SBB AG
Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

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Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher Vorschriften
Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht
vereinbaren Sachverhalte vorliegen.
In Übereinstimmung mit Art. 728a Abs. 1 Ziff. 3 OR und dem Schweizer Prüfungsstandard 890 bestätigen wir, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem
für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert.
Ferner bestätigen wir, dass der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes dem schweizerischen
Gesetz und den Statuten entspricht, und empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

Ernst & Young AG

Bernadette Koch

Zugelassene Revisionsexpertin
(Leitende Revisorin)

SBB Finanzbericht 2015

Florian Baumgartner

Zugelassener Revisionsexperte

Impressum.
Der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015 der SBB ist auf der
Website sbb.ch/geschaeftsbericht in deutscher, französischer und
italienischer Sprache abrufbar. Massgebend ist die deutsche Version.
Herausgeber.
SBB AG
Hilfikerstrasse 1
3000 Bern 65, Schweiz

Zwei weitere Publikationen komplettieren
die SBB Jahresberichterstattung 2015:
Unterwegs
Sondernummer des Mitarbeitendenmagazins der SBB
zum Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2015.
Zahlen und Fakten
Unternehmensstatistik mit Informationen zu Geschäft,
Kunden und Mitarbeitenden.

SBB AG
Kommunikation
Hilfikerstrasse 1
3000 Bern 65, Schweiz
+41 51 220 41 11
press@sbb.ch
sbb.ch/geschaeftsbericht

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No. 01-16-274564 – www.myclimate.org
© myclimate – The Climate Protection Partnership
        
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