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Periodical volume

Full text: Das Jahr in Zahlen Issue 2015

Inhaltsverzeichnis

Kennzahlen 2015

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Vorwort Dr. Matthias Kollatz-Ahnen, Vorsitzender des Aufsichtsrates

5

Wir gestalten Berlins Zukunft – der Vorstand im Gespräch

6

Wir	leben	Qualität
Attraktive Wasserforschung zieht Fördergelder an

9

Detektive mit feinem Gespür

10

Trotz guter Noten: Wir wollen noch besser werden!

12

Gourmettauglich und zum unschlagbaren Preis

14

Wir	gestalten	Stadt
Investitionen 2015

15

Berlin wächst – unsere Infrastruktur wächst mit

16

Achtung, Wolkenbruch!

17

Entlastung für Anwohner, Verkehr und Einzelhandel

18

Für eine starke Stadt Berlin

19

Schnelle Hilfe für Geflüchtete

20

Wir	wirtschaften	nachhaltig
Aus Klärschlamm machen wir Ökostrom

21

Mehr Wasser, weniger Energie, weniger CO2

22

Berliner Stadtwerke – „unsere Jüngste“ läuft!

24

Wir	sind	die	Wasserbetriebe	
Gute Arbeit, gute Leute

25

Wir leben Vielfalt

26

Die Besten finden das Beste bei uns

28

Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2015

29

Bilanz 2015

30

Impressum

31

Das Jahr in Zahlen

Insgesamt 126,1 Kilometer Rohre und Kanäle
wurden 2015 saniert und erweitert.

4.430 qualifizierte Beschäftigte engagieren
sich für das Berliner Wasser.

An 2.500 Messstellen und 700 Brunnen prüfen
wir die Qualität unseres Grundwassers.

Kennzahlen 2015
Wasser und Abwasser

199,2

241,8

Millionen Kubikmeter
Trinkwasser verkauft

Millionen Kubikmeter
Abwasser gereinigt

Investitionen

Beschäftigte

253,5

4.430

Millionen Euro wurden
zum Erhalt und zur Erweiterung des
Anlagevermögens aufgewendet

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
beschäftigen die Berliner Wasserbetriebe
insgesamt (1.386 Frauen und 3.044 Männer)

Bau und Sanierung

126,1

Kilometer Sanierung und Erweiterung

126,1 km Sanierung und Erweiterung – das entspricht etwa der dreifachen Breite von Berlin (  = 5 km)
Kanäle (66,3 km)
Trinkwasserleitungen (54,6 km)
Abwasserdruckleitungen (5,2 km)

4

Liebe Leserinnen und Leser,
die wachsende Metropole Berlin kann auf ihre Wasserbetriebe
zählen. Zehntausende neue Einwohner jährlich, Millionen
Touristen aus aller Welt, Unternehmen und Gründer: Sie alle
kommen nach Berlin und finden hier exzellente Bedingungen
zum Arbeiten, Leben und Erholen. Das Wachstum ist eine große
Chance. Es birgt aber auch Herausforderungen für alle, die hier
leben, und für alle, die in der Stadt Verantwortung tragen.
Die Berliner Wasserbetriebe gestalten dieses Wachstum an zentraler Stelle: Mit
ihren Investitionen, als zuverlässiger Partner der regionalen Bauwirtschaft und als
attraktiver Arbeitgeber für tausende Menschen. Wenn neue Wohnquartiere oder
Gewerbeflächen entwickelt werden, wenn sich Baulücken schließen oder wenn
in lange brach liegenden Kasernen, Sporthallen und anderen Flächen schnell
Geflüchtete untergebracht werden müssen, die Berliner Wasserbetriebe schaffen
stets die Grundlage für alle diese Entwicklungen.
Und weil in der wachsenden Stadt auch die Abwassermenge stetig wächst,
treiben die Wasserbetriebe die Sanierung der Kanalisation und die erforderliche
Erweiterung der Klärwerke weiter voran.
Diese gewaltige Steigerung an Investitionen stemmen die Wasserbetriebe aus
eigener Kraft, bei konstanten Preisen und mit hohem Ertrag für das Land Berlin –
ohne bei Qualität und Service zu sparen.
Die Wasserbetriebe erledigen ihre Aufgabe ausgezeichnet. Ich danke den
Wasserbetrieben, ihrer Belegschaft und ihren Führungskräften im Namen des
Landes Berlin herzlich für ihre engagierte und gute Arbeit.
Ihr Dr. Matthias Kollatz-Ahnen

DR. MATTHIAS KOLLATZ-AHNEN ist Senator für Finanzen des Landes Berlin und
Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe.

5

Wir gestalten Berlins Zukunft –
	
der Vorstand im Gespräch
Was hat Berlin von seinen Wasserbetrieben, Herr Simon?
SIMON Berlin ist eine Wasserstadt, ein Viertel des Stadtgebiets
ist dem Wasserschutz gewidmet, Wasser- und Grünflächen
prägen den Charakter der Stadt. Dies erlaubt es, bestes Trinkwasser sozusagen aus „eigenem Anbau“ zu fördern – für eine
Metropole dieser Größenordnung keine Selbstverständlichkeit,
sondern ein hohes Gut, das wir beständig pflegen. Ebenso wie
unsere Infrastruktur. Wir bauen unsere Rohr- und Kanalnetze
aus, sanieren deren Bestand und sind ein hochmoderner
Dienstleister, der die Entwicklung Berlins zur „Smart City“
vorantreibt. Mit unserer Forschung und Entwicklung sind wir
Vorreiter und Vorbild auf nationaler und internationaler Ebene.
Last, but not least leisten wir mit den Berliner Stadtwerken
einen Beitrag für die Umsetzung der Energiewende in unserer
Stadt.
BRUCKMANN Wir wirtschaften werterhaltend. Unsere Investitionen erhalten und steigern die Funktion unserer Netze und
Anlagen und kommen auch der regionalen Wirtschaft zugute.
Davon – und vom guten Ergebnis der Wasserbetriebe – profitiert
auch das Land Berlin.
OSTER Nicht zu unterschätzen ist, dass wir ein krisenfester
Arbeit- und Auftraggeber sind. Wasser ist ein tägliches Gebrauchsgut, das immer in höchster Qualität benötigt wird. Wir
werden also nicht an unseren Beschäftigten sparen. Und auch
nicht an notwendigen Sanierungsmaßnahmen, die wir nach
Möglichkeit an lokale und regionale Unternehmen vergeben.

6

Inzwischen ziehen Jahr für Jahr gut 40.000 neue Menschen nach
Berlin, die Touristenzahlen brechen einen Rekord nach dem
anderen und wir haben viele Flüchtlinge untergebracht: Die Stadt
wächst immer weiter und immer schneller – was heißt das für die
Berliner Wasserbetriebe?
SIMON Die wachsende Stadt stellt uns vor ganz unterschied­
liche Herausforderungen, denen wir professionell begegnen und
denen wir uns auch gern stellen. Etwa, indem wir die Voraussetzungen für den Anschluss neuer Wohngebiete an unsere Netze
schaffen, Flüchtlingsunterkünfte schnell und unbürokratisch an
die erforderliche Infrastruktur anschließen. Und indem wir
unsere Werke so auslegen, dass sie die wachsende Menge an
Wasser und Abwasser problemlos bereitstellen und nach hohen
Standards reinigen können. Aufgrund der historischen Ausgangslage – in Berlin haben die Menschen früher deutlich mehr Wasser
verbraucht – und unseres Know-hows gelingt uns dies gut.
Frau Oster, stellt diese neue Vielfalt das Personalwesen vor
Herausforderungen?
OSTER Die Wasserbetriebe leben diese Vielfalt seit Jahren: Bei
uns arbeiten Menschen unterschiedlichster Herkunft und
Religion sowie mit verschiedensten Fähigkeiten. Wir befördern
diese Vielfalt auch gezielt, etwa durch Kooperationen mit
Einrichtungen für behinderte Menschen, aber auch durch unser
Projekt Horizont, in dem wir jährlich sechs jungen Menschen
mit schwieriger Schulbiografie die Chance auf einen Ausbildungsplatz geben. Denn wir suchen keine Schulnoten, sondern
Menschen. In diesem Jahr haben wir dieses Angebot erstmals
auf sechs junge Geflüchtete ausgedehnt. So nehmen wir
einerseits unsere Verantwortung als Landesunternehmen wahr,
andererseits begegnen wir hier dem demografischen Wandel
und dem Fachkräftemangel ganz aktiv und innovativ.

Die Erschließung der Stadt ist so gut wie abgeschlossen. Warum
sind die Investitionen der Berliner Wasserbetriebe weiter auf
Rekordniveau?

Wenn die Aufgaben durch Wachstum zunehmen, brauchen Sie
dann nicht unglaublich viel mehr Personal in den nächsten
Jahren?

BRUCKMANN Nun, zum einen sind wir kein Unternehmen, das
sich mit Erreichtem einfach zufrieden gibt. Zum anderen
steigen auch die Anforderungen, etwa durch strengere Umweltvorschriften, stetig. Dem stellen wir uns durch kontinuierliche
Verbesserung und Investitionen in unsere Anlagen.

OSTER Es geht dabei eher um die Frage, welche Qualifikationen
wir brauchen. Entsprechend passen wir unsere Ausbildungsund Entwicklungskonzepte an die neuen fachlichen Anforderungen an. Auch unser Talentmanagement bietet vielen
Beschäftigten lebenslange Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
Neben der Gewinnung von rar gesäten Fachkräften setzen
wir auch auf eine langfristige Bindung unserer Beschäftigten,
indem wir als landeseigenes Unternehmen viel Sicherheit
und gute Perspektiven bieten.

SIMON Ein konkretes Beispiel: Ab 2025 darf Klärschlamm nicht
mehr auf die Felder. Dahin kommt der aus Berlin ohnehin nicht,
weil wir die Hälfte in Ruhleben verbrennen und für die Entsorgung der anderen Hälfte in Kraft- und Zementwerken zahlen.
Das Verbot der agrarischen Nutzung wird diese Preise aber
treiben, sodass wir in eine zweite Anlage zur thermischen
Verwertung investieren wollen, um 2025 vorbereitet zu sein. Im
Kanalnetz läuft eine umfangreiche Sanierung – auch das
erfordert natürlich Investitionen. Die Preise werden wir aber in
den nächsten Jahren stabil halten können.

Frank Bruckmann,
Finanzvorstand

Jörg Simon,
Vorstandsvorsitzender

Kerstin Oster, Vorständin
Personal und Soziales
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Sie setzen auf eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf –
was waren die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Audit, das Sie
durchgeführt haben?
OSTER Wichtig ist vor allem, die Interessen des Unternehmens
mit denen der Beschäftigten in Einklang zu bringen. Denn nur
zufriedene Beschäftigte bringen auch die Leistung, die das
Unternehmen benötigt. Wir haben bereits eine ganze Reihe von
Instrumenten entwickelt, die der Work-Life-Balance dienen, wie
etwa flexible Arbeitszeiten und -orte. Alles in allem bieten wir
unseren Beschäftigten – heutigen und zukünftigen – einen
sicheren und attraktiven Arbeitsplatz.

sind nur sehr schwer aus dem Wasserkreislauf zu entfernen.
Durch den Austausch mit dem Kundenbeirat wurde klar, dass
die Kunden das nicht wissen und wir darüber mehr informieren
müssen.
Warum sind die Berliner Wasserbetriebe für die Zukunft gut
aufgestellt?
SIMON Weil wir Zukunft aktiv gestalten, Anlagen und Netze
nicht nur stetig modernisieren, sondern auch durch unsere
angewandte Forschung fit für kommende Anforderungen
machen. So sichern wir die Lebensgrundlage für zukünftige
Generationen. Das ist unser täglicher Antrieb.

Sie tun eine Menge für die Stadt. Honorieren das auch die Kunden?
BRUCKMANN Auf jeden Fall. Deren Zufriedenheit mit den
Wasserbetrieben ist deutlich gestiegen. Das merken wir zum
Beispiel an einem Rückgang der Beschwerden, aber auch an Lob,
das uns via Brief oder Internet erreicht.
Ein Instrument für die Qualitätssicherung ist der vor eineinhalb
Jahren gegründete Kundenbeirat – wie lautet Ihre Zwischenbilanz
aus der Zusammenarbeit?
BRUCKMANN Die Entscheidung, das Unternehmen für direkte
Anregungen aus dem Kreis der Kunden zu öffnen, war gut und
richtig. Dies bekommen wir auch aus dem Beirat so gespiegelt.
Im Übrigen arbeitet der Kundenbeirat weitestgehend autark, er
setzt sich selbst die Themen und bearbeitet sie zusammen mit
uns. Wir sind Gastgeber und stellen auf Wunsch Know-how und
Ansprechpartner zur Verfügung. So lernen die Mitglieder des
Beirats mehr über die Arbeit hinter den Kulissen – und wir
erfahren mehr über unsere Kunden. Ein Beispiel: Die Entsorgung
von Medikamenten über die heimische Toilette stellt unsere
Klärwerke vor echte Herausforderungen. Diese Spurenstoffe

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BRUCKMANN Wir messen uns ständig mit den besten Unternehmen aus verschiedenen Bereichen und Branchen. Damit
sorgen wir dafür, dass wir auch zukünftig in der obersten Liga
mitspielen, zum Beispiel in Sachen Kundenorientierung.
OSTER Wir begegnen dem demografischen Wandel aktiv. Wir
bilden unsere eigenen Fachkräfte aus, steigern gleichzeitig
unsere Attraktivität für Externe und stellen sicher, dass das
wertvolle Wissen der Beschäftigten, die uns altersbedingt
verlassen, nicht verloren geht.

JÖRG SIMON ist Vorstandsvorsitzender der Berliner
Wasserbetriebe.
FRANK BRUCKMANN ist Finanzvorstand der Berliner
Wasserbetriebe.
KERSTIN OSTER ist Vorständin Personal und Soziales
der Berliner Wasserbetriebe.

Attraktive Wasserforschung zieht Fördergelder an
Themenfelder

7,3
Trinkwassergebrauch &
Stoffeintrag
Abwasserableitung
& Regenwasserbewirtschaftung

Trinkwasserverteilung

Wasseraufbereitung

2013 – 2018

Wassergewinnung

83,2

25,2

Abwasserreinigung

Schlammbehandlung
Gewässerbewirtschaftung

Forschungsgelder der Berliner Wasserbetriebe
Anteil Dritter
Gesamtfördermittel von öffentlichen Stellen (Land, Bund, EU) und Verbänden
Alle Angaben in Millionen Euro
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Wir

leben Qualität

Detektive mit
feinem Gespür
Berliner Trinkwasser ist ein Naturprodukt, das wir komplett aus unserem
Grundwasser gewinnen. Auf seine Qualität sind wir stolz. Dafür kontrollieren
wir unser Wasser ständig – und das entlang des gesamten Wasserkreislaufs.
Dabei helfen uns Minikrebse als Schadstoff-Detektive mit feinem Gespür.

Mit einer Vielzahl von chemischen, physikalischen und biologischen Labortests und einem dichten Netz aus Geräten messen
wir in Echtzeit die Qualität unseres Trinkwassers. Zusätzlich
überwachen in unseren Wasserwerken Moderlieschen – kleine
Fische – die Wassergüte. Die Fische werden nun von noch
kleineren, aber ebenso wachsamen Gesellen abgelöst: Bachflohkrebsen. Die kaum zwei Zentimeter kleinen Tiere würden, wenn
etwas nicht stimmt, dies sofort anzeigen.
Ihren Arbeitsplatz haben die Krebse in einem so genannten
Toximeter. Es hat acht Kammern, in denen je einer der Minikrebse seinen „Dienst“ verrichtet. Integrierte Sensoren registrieren
hektische Bewegung der Tiere und übermitteln die Daten an
eine Zentralstation, die automatisch Alarm schlägt, wenn ein
bestimmter Level erreicht wird. Seit Mai 2015 sind Krebs-Toximeter in den Wasserwerken Beelitzhof und im Zwischenpumpwerk
im Kleistpark im Regelbetrieb. Später sollen sie in allen Wasserwerken und – als eine Art mobiles Einsatzkommando – auch im
Rohrnetz in der Stadt eingesetzt werden.
Der Vorteil dieses Frühwarnsystems ist, dass die Krebse unmittelbar reagieren. Leitungen, aus denen das Wasser nicht in der
gewünschten Qualität fließt, können sofort gesperrt werden,
noch bevor aufwändige Laboruntersuchungen ergeben haben,
welches Risiko genau besteht.

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Auch die Bachflohkrebse haben geregelte Arbeitszeiten. Nach
jeweils einer Woche haben sich die Tiere, die bis zu zehn Tage
ohne Nahrung auskommen können, eine Erholungspause in
einem Sammelbecken verdient, wo sie sich in Ruhe satt fressen
können. Von Tierschützern wurde das Verfahren übrigens als
unbedenklich bewertet.
Neben diesem zusätzlichen Sicherungssystem nehmen wir eine
ganze Reihe kontinuierlicher Messungen und Untersuchungen
in unseren Wasserwerken und im Rohrnetz vor. Unser zertifiziertes Labor beprobt und analysiert kontinuierlich mehrmals
wöchentlich das gesammelte Rohwasser und das Trinkwasser in
den Wasserwerken und mindestens einmal jährlich an den etwa
700 Brunnen und 2.500 Qualitätsmessstellen im Einzugsgebiet
der Wasserwerke. Die gleiche Sorgfalt gilt der Qualitätskontrolle
unserer Klärwerke.

Wir beugen Schäden vor
Unternehmen dürfen Abwasser nur dann in die Kanalisation
einleiten, wenn seine Beschaffenheit der von Abwasser aus
Privathaushalten entspricht. Wer Stoffe benutzt, die nicht in die
Kanalisation dürfen, muss eigene Abwasserreinigungsanlagen
– beispielweise Kreislaufsysteme, Abbauanlagen oder Filter –
betreiben, die das sicherstellen. Damit soll verhindert werden,
dass Schadstoffe ins Abwasser gelangen, die in unseren
Klärwerken nicht oder nur schwer entfernt werden können.

Mitarbeiter unserer Indirekteinleiter-Überwachung sind ständig
in der Stadt unterwegs, um die Einhaltung dieser Auflagen zu
prüfen und Unternehmen zu beraten, wie sie die Einleitung von
Schadstoffen verhindern können. 2015 haben wir über 2.200 Proben entnommen, 515 Firmen besucht und beraten und in
540 Fällen Verpflichtungen ausgesprochen.
Aber wir gehen auch zu Privathaushalten, etwa in Wasserschutzgebieten, und überprüfen regelmäßig Abwasser-Anschlusskanäle auf ihre Dichtheit. Wir wollen sicherstellen, dass
diese Rohre dicht sind und aus ihnen nichts ins Grundwasser
sickern kann. Allein 2016 werden wir mit kleinen Kameras die
Schächte und Abwasseranschlüsse von ca. 2.500 Haushalten
überprüfen.

Forschung für die Qualität der Zukunft
Um die lebenswichtige Ressource Wasser immer besser zu
schützen, investieren wir erhebliche Beträge in die Forschung.
Das ist gut fürs Wasser und gut für den Wissenschaftsstandort
Berlin-Brandenburg, dem wir so einen immensen Mittelzufluss
ermöglichen. Von 2013 bis 2018 investieren wir selbst knapp
7,3 Millionen Euro in praxisorientierte Forschung, die durch
Aufstockung mit Förder- und Drittmitteln Projekte im Umfang
von mehr als 115 Millionen Euro ermöglichen.

Beispielhaft dafür ist das 2011 von uns zusammen mit der
TU Berlin, dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin und weiteren
Partnern gestartete Projekt ASKURIS, das vom Bundesministerium
für Bildung und Forschung gefördert wurde. Das Projekt
untersucht, wie sich Spurenstoffe – Arzneimittel, Süßstoffe und
andere chemische Verbindungen im Millionstel-Gramm-Bereich –
effizient aus dem Wasser entfernen lassen. Im Pilottest hat sich
die Verfahrenskombination aus dem Einsatz von Ozon und
Pulveraktivkohle als die beste Variante herausgestellt. Diese
Ergebnisse werden jetzt bis Ende Oktober 2016 in einem
großtechnischen Versuch überprüft.
Aber natürlich messen wir auch mit Labormethoden in unseren
Wasserwerken und im Rohrnetz. Wir sichern die Qualität
entlang der gesamten Aufbereitungskette vom Grundwasser in
700 Brunnen und 2.500 Qualitätsmessstellen über die Wasserwerke und das Rohrnetz bis hin zu den Wasserhähnen in der
Stadt. Dabei checkt unser zertifiziertes Labor jährlich mehr als
15.000 Proben.

11

Wir

leben Qualität

Trotz guter Noten: Wir
	
wollen noch besser werden!
Wie zufrieden sind unsere Kunden? Wir haben mehr als 600 gefragt. Das
Ergebnis ist schon klasse. Aber wir wollen noch besser werden, mit neuen
Angeboten, schnelleren Reaktionen und smarten Technologien.

Unser Kundenbeirat ist ein wichtiges Instrument unserer
Unternehmenspolitik. Wir wollen immer besser werden. Unser
Kundenbeirat hilft uns dabei.
Und unsere Kunden hatten auch eine Menge Ideen für uns, an
deren Umsetzung wir bereits arbeiten. So werden wir Antwortzeiten und das Design unserer Onlineauftritte verbessern.
Unsere Schreiben sollen den Empfänger noch individueller
ansprechen und sich inhaltlich am Informationsnutzen für den
Kunden orientieren. So wollen wir unseren Kunden noch
besseren Service bieten.

Smarte Dienstleistungen für unsere Kunden
Wir können Zählermanagement. Als größter integrierter
Wasserver- und Abwasserentsorger in Deutschland betreuen
wir rund 270.000 Messstellen.

Unsere Dienstleistungen erbringen wir insbesondere für
Wohnungsbaugesellschaften, Industriekunden, Liegenschaftsfonds und für andere Versorgungsunternehmen. Das machen
wir spartenübergreifend für Strom, Gas, Wasser und Wärme.
Dabei setzen wir zunehmend auf smarte Technologien.

Smarte Lösungen für Hausverwaltungen
Mit unserer neuesten Zählergeneration können wir für alle
Medien die Verbräuche buchstäblich „im Vorbeifahren“ aus der
Ferne ablesen. Das funktioniert auf Basis von Nah- oder
Mobilfunktechnologie. Die Daten werden direkt in unser System
„Zählerstand online“ übertragen, zu dem unsere Kunden einen
persönlichen und geschützten Zugang bekommen. Über dieses
Portal können sie leicht alle Messstellen in ihren Häusern und
Grundstücken erfassen und überwachen, die Daten ihrer Zähler
verwalten und individuelle Verbrauchsanalysen erstellen. Mit
dem System lassen sich auch Grenzwerte festsetzen, die
ungewöhnliche Mengen sofort melden. So können zum Beispiel
Lecks schnell erkannt und entsprechend schnell behoben
werden.
Mit dem neuen Serviceportal H2PRO haben wir auch ein
Angebot für die Hausverwaltungen, die noch nicht mit den
smarten Zählern arbeiten. Das Portal bietet die Möglichkeit,
Zählerstände online einzugeben und Adressdaten zu verwalten.

12

Hauseigentümer bzw. die für sie tätigen Verwalter von Immobilien gelten rechtlich als Trinkwasserversorger wie wir. Denn in
ihrer Obhut liegen die letzten Rohr-Meter vor dem Wasserhahn.
Die Trinkwasserverordnung schreibt in diesem Rahmen auch
regelmäßige Untersuchungen der Hausinstallation auf Legionellen vor, von der im Prinzip nur Einfamilienhäuser ausgenommen sind.
Mit unserem „Systemcheck Trinkwasser“ sind wir hier Dienstleister. Und wenn wir Legionellen finden sollten, dann helfen wir
dabei, das Problem zu beseitigen. Darüber hinaus übernehmen
wir für unsere Kunden auch die Übermittlung unserer Testergebnisse an das Gesundheitsamt sowie die Archivierung der
Werte.

Dem Berliner Wasser auf den Grund gegangen
Wer genauer wissen will, wie sich Wasser zusammensetzt, kann
unsere zertifizierten Speziallabore mit einer Analyse beauftragen. Wir suchen bis in den Milliardstel-Gramm-Bereich oder
nach dem einzelnen Keim.
Unser Trinkwassernetz ist bleifrei. In alten Häusern aber gibt es
mitunter noch Reste alter Rohre. Wer hier sichergehen will, kann
uns eine Probe seines Wassers bringen. Für Haushalte, in denen
Schwangere oder Säuglinge im Alter von bis zu zwölf Monaten
leben, ist diese Blei-Analyse sogar kostenlos.

Der Großteil unserer Laborkunden kommt aus Unternehmen,
Kommunen, Behörden sowie Forschungseinrichtungen. Für
diese finden wir heraus, wie ihr Grund-, Trink- oder Abwasser
beschaffen ist, welche Auswirkungen bestimmte Chemikalien
oder Stoffe auf Umwelt und Grundwasser haben können oder
welche Korrosionswahrscheinlichkeit für Trink- oder Abwasseranlagen besteht. Für Wasserproben aus Gewässern oder
Grundwasserleitern setzen wir unsere speziell ausgerüsteten
Fahrzeuge ein. Darüber hinaus erstellen wir Toxizitätsabschätzungen und führen Audits zur Qualitätssicherung durch.

Smart und mobil für Privatkunden
Wer gesund und fit im Kopf bleiben will, muss genug trinken.
Was aber ist genug? Mit dem „Trinklotsen“, unserer ersten App,
kann jeder bequem auf dem Handy oder Tablet sehen, ob genug
getrunken wurde oder nicht. In Kürze kommt unsere zweite App,
mit der die Wasserqualität nach Postleitzahl oder Standort
abgerufen werden kann, Zählerstände übermittelt oder eigene
Verbrauchsstatistiken erstellt werden können. Aktuelle Meldungen und Veranstaltungshinweise werden ihr Serviceangebot
komplettieren. Auch diese App wird kostenlos für Android und
iOS in den entsprechenden Stores und auf unserer Website zum
Download bereitstehen.

13

Wir

leben Qualität

Gourmettauglich und
	
zum unschlagbaren Preis
Ritterschlag fürs Berliner Trinkwasser: 2016 waren wir Kooperationspartner des
Gourmet-Festivals eat! Berlin. Unser Wasser hat es nun auch offiziell in die Feinschmeckerküche geschafft. Und das zu Recht, es ist von bester Qualität und dazu
besonders nachhaltig. Es muss nicht extra verpackt, transportiert und gekühlt
werden, sondern kommt immer frisch und kühl aus dem Wasserhahn.

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Berliner Trinkwasser ist nicht nur gesund und lecker: Verglichen
mit allen anderen Getränken ist es mit weniger als einem
halben Cent pro Liter auch unschlagbar preiswert, seine
Entsorgung schon inbegriffen. „Wie frisches Quellwasser aus
dem Berg“ beschreibt eat!-Berlin-Chef Bernhard Moser das
Berliner Trinkwasser. Das sehen nicht nur Sterneköche, sondern
auch immer mehr Restaurantbetreiber so. Zur tadellosen
Qualität gesellt sich auch hier die Nachhaltigkeit des regionalen
Produkts.

Neun davon haben Berlinerinnen und Berliner buchstäblich
erlaufen. Als Teilnehmer unserer Aktion BRUNNEN RUN können
sie mitbestimmen, wie viele Trinkbrunnen in der Stadt stehen.
Wer bei einer offiziellen Laufveranstaltung mitmacht, kann
seine gelaufenen Kilometer spenden. Wir sammeln die gespendeten Distanzen aller Läuferinnen und Läufer und bauen pro
10.000 Kilometer einen Trinkbrunnen in der Stadt – seit Beginn
der Aktion bereits neun Brunnen, und 2016 sollen weitere vier
hinzukommen.

Damit sich möglichst viele Berlinerinnen und Berliner selbst
davon überzeugen können, wie gut Berliner Leitungswasser
schmeckt, sind wir mit Wasserbars und Wasserspendern auf
vielen Sport- und Kulturveranstaltungen präsent. Dort wird
jeweils direkt aus der Leitung gezapft, zusätzlich gekühlt und
aufgesprudelt. Darüber hinaus haben wir an 31 Orten der Stadt
öffentliche Trinkbrunnen aufgestellt.

Unsere Wasserspender sind zudem in vielen Unternehmen,
Behörden und öffentlichen Einrichtungen im Einsatz: mehr als
1.500 stadtweit, davon allein in Berliner Schulen bereits über
100. Damit diese auch genutzt werden, erhalten die Berliner
Erstklässler im Rahmen der Einschulungsaktion „Bio-Brotbox“,
an der wir schon seit 14 Jahren teilnehmen, von uns Trinkflaschen als Erstausstattung dazu.

Investitionen 2015
Wir investieren weiter – Schwerpunkt auf Kanalsanierung und Ausbau unserer Kläranlagen
Sonstiges und Beschaffungen

5,7
49,2 
Rohrnetz
54,8 
Werke

253,5

20,0 
Werke

15,4 
Sonstiges und
Beschaffungen

108,4 
Kanal- und
Druckrohrnetz

Wasserversorgung (84,6)
Abwasserentsorgung (168,9)
Alle Angaben in Millionen Euro

15

Wir

gestalten Stadt

Berlin wächst – unsere
Infrastruktur wächst mit
Schon bald wird Berlin vier Millionen Einwohner haben. Das bedeutet
mindestens 15 Millionen Kubikmeter Trinkwasser mehr im Jahr.
Damit dieses Wasser von höchster Qualität bleibt, tun wir eine Menge.

Unsere Investitionen in die Infrastruktur werden wir in den
nächsten Jahren kräftig ausweiten. Dabei setzen wir deutliche
Akzente vor allem im „grünen Bereich“, also in der Abwasserentsorgung. Allein im Bereich der Kläranlagen verdreifachen sich
unsere Investitionen gegenüber dem Jahr 2015. Auch die
Wasserwerke erhalten einen Zuwachs um zwei Drittel. Beim
Rohrnetz können wir das Investitionsniveau halten. Denn seine
Schadensrate liegt auf dem Niveau von 1967, obwohl es heute
fast 1.300 Kilometer länger als damals ist.
Mehr Wasser für mehr Menschen – unser Rohrnetz schafft das
problemlos. Schließlich gab es schon Zeiten, in denen in Berlin
deutlich mehr Wasser durch unsere Netze geflossen ist als
heute. Wenn Berlin weiter wächst, heißt das mehr Wohnungen,
mehr Gewerbeflächen. Wir schließen Lücken im Bestand und
erschließen neue Quartiere. Das bedeutet zum Teil Netzausbau
und viele neue Hausanschlüsse. Das schaffen wir. Mehr
Menschen produzieren mehr Abwasser, das gereinigt werden
muss. Die zunehmende Versiegelung von Flächen führt dazu,
dass mehr Wasser von den Straßen samt Schmutz in die
Kanalisation abfließt. Beides sorgt dafür, dass unsere Klärwerke
deutlich mehr Abwasser verarbeiten müssen.

16

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Qualität der
Abwasserreinigung. Spree und Havel sollen durch noch weniger
Phosphor und Stickstoff klarer werden. Und Spurenstoffe, winzige
Reste von Medikamenten oder Chemikalien, rücken immer stärker
in den Fokus. Das schaffen wir nur durch eine Verbesserung der
Reinigungsmethoden, weshalb wir mittelfristig in allen Klärwerken eine vierte Reinigungsstufe einführen müssen.
Viele Herausforderungen sind lösbar. Aber nicht allein von uns.
Deswegen sensibilisieren wir die Politik und arbeiten gemeinsam mit den Verursachern mancher Einträge an Lösungen. Das
gilt zum Beispiel für das Sulfat aus dem Braunkohletagebau in
der Lausitz. Das gilt auch für Spurenstoffe, etwa aus der
Medizin. Hier geht es darum, zu verhindern, dass diese Stoffe in
den Wasserkreislauf gelangen, aus dem wir sie dann aufwändig
entfernen müssten. Denn bei der Qualität machen wir keine
Kompromisse.

Achtung,
Wolkenbruch!
Regen in Berlin. Das Wasser strömt in die Gullys und nimmt den Dreck
der Straße mit: Hundekot, Reifenabrieb, Zigarettenkippen und vieles mehr.
In der Innenstadt, wo es sich in den Kanälen unter der Straße mit dem
Abwasser der Stadt mischt, können Wolkenbrüche diese so genannten
Mischwasserkanäle ans Limit bringen. Dann läuft ein Teil des schmutzigen
Gemischs über. Aber in den Gewässern wollen wir es nicht haben.
Deswegen brauchen wir ein gutes Regenwassermanagement.

Mit dem Regenwasser werden Nähr- und Schadstoffe in die
Kanalisation geschwemmt. Gelangen diese in die Seen und
Flüsse, lassen sie Algen wachsen und brauchen den Sauerstoff
auf, was Fische sterben lassen kann. Dagegen tun wir viel. Im
Mischsystem der City lenken wir die Abwasserströme mit den
zentral vernetzten Pumpwerken so, dass die Klärwerke bei
Regen maximal ausgelastet werden. Für den Fall, dass das nicht
reicht, bauen wir unter der Stadt Speicher in und neben den
Kanälen. Dort können wir viel Abwasser parken, bis es oben
trocken ist und die Klärwerke wieder Platz haben.

In den Außenbezirken, wo es für Regen- und Schmutzwasser
getrennte Kanäle gibt, bauen wir Retentionsbodenfilter. Das
sind Kläranlagen für schmutziges Regenwasser. Sie sind höchst
wirkungsvoll, wie der inzwischen wieder badetaugliche
Halensee beweist. Ungefiltert hatte der See davor das Regenwasser der Stadtautobahn schlucken müssen. Und eine
Augenweide sind die mit Schilf wie große Beete bepflanzten
Bodenfilter auch. Vier haben wir in Biesdorf, Blankenburg,
Adlershof und Halensee selbst gebaut, ein Dutzend weitere tun
ihre Arbeit an den Berliner Autobahnen und der nächste
entsteht 2017 in Lichtenberg.

17

Wir

gestalten Stadt

Entlastung für Anwohner,
	
Verkehr und Einzelhandel
Wir investieren immer mehr in unsere fast 19.000 Kilometer Trinkund Abwasserleitungen. Durch den verstärkten Einsatz grabenloser
Bauverfahren und eine bessere Koordination mit allen Beteiligten
entstehen weniger Beeinträchtigungen für Autofahrer, Anwohner
und Gewerbetreibende. Das hilft auch der Umwelt.

2015 haben wir mit mehr als 600 Baustellen das Rohr- und
Kanalnetz instand gehalten. Insgesamt wurden 126 Kilometer
Leitungen neu gebaut oder erneuert, darunter allein 66 Kilometer Abwasserkanäle. Aber nicht für jede Leitung muss der
Boden aufgegraben werden. Möglich gemacht haben das unter
anderem so genannte Inliner. Das sind Innenrohre, mit denen
die alten Kanäle ausgestattet und wieder fit für die nächsten
Jahrzehnte gemacht werden. Inliner werden zwischen den
vorhandenen Einstiegsschächten in die Kanalisation eingebracht – Deckel auf, Kanal reinigen, Inliner einbauen, fertig. Ein
großer Teil der 2015 erneuerten Kanalkilometer wurden auf
diese Weise saniert.
Die Inliner sind zentraler Teil der Kanalsanierungsstrategie der
Berliner Wasserbetriebe, die auf effiziente und ökologische
Verfahren setzen. Damit sollen Staus und Lärm vermieden und
Bauvorhaben schneller und kostengünstiger realisiert werden.
Auch die Klimabilanz dieser Bauweise ist positiv, 2015 konnte der
Ausstoß von etwa 3.000 Tonnen CO2 vermieden werden – die
Verkehrsentlastung, geschonte Nerven und Baumwurzeln nicht
mitgerechnet.

18

Aber die Berliner Wasserbetriebe sind nicht das einzige Unternehmen, das unter Berlins Straßen eine Infrastruktur instand
hält. Um Bauvorhaben besser zu koordinieren, haben sie – gemeinsam mit dem Land, den Netzgesellschaften für Strom, Gas,
Fernwärme und Stadtlicht und den Verkehrsbetrieben – den
Berliner Baustellenatlas initiiert. Die Idee: Eine gemeinsame
Gesellschaft – die infreSt – entwickelt ein Portal, in das alle
Beteiligten ihre Bauvorhaben einbringen. So kann abgestimmt
und sparsamer, weil gemeinsam gebaut werden, smarter eben.
Die Projektteilnehmer können ihre anstehenden Bauvorhaben
im Baustellenatlas eintragen und darüber Projektpartnerschaften aufbauen. So kann beispielsweise eine ohnehin geplante
Öffnung der Straßendecke zum Beispiel von verschiedenen
Netzbetreibern für erforderliche Modernisierungsmaßnahmen
mit genutzt werden. Die Folgen: weniger Straßensperrungen,
weniger Lärm- und Umweltbelastungen und eine spürbare
Entlastung für Umwelt, Anwohner und Einzelhandel.

Für eine starke
	
Stadt Berlin
Als Landesunternehmen sind wir dem Wohl der Stadt und
ihrer Menschen verpflichtet. Für rund 300 Millionen Euro bestellen
wir Bau- und Dienstleistungen sowie Waren in unserer Region.

Mit rund 368 Millionen Euro Einkaufsvolumen sind wir einer der
größten Auftraggeber in Berlin und Brandenburg. Bei der
Vergabe von Aufträgen gibt es klare Regeln, Qualität und
Wirtschaftlichkeit stehen ganz oben. Wir garantieren, dass es
bei der Vergabe von Aufträgen fair zugeht. Dazu sind wir
gegenüber dem Gesetz, unseren Geschäftspartnern, aber
auch gegenüber dem Land Berlin und den Berlinerinnen und
Berlinern verpflichtet. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit
300 Millionen Euro rund 82 Prozent unserer Aufträge an
Unternehmen aus der Region vergeben konnten.

Und diese Ausgaben werden in den kommenden Jahren
wachsen, weil die Investitionen kräftig steigen. Das kommt vor
allem den Bauunternehmen zugute, denn deren Leistungen
sind bei der Kanalsanierung und beim Ausbau der Klärwerke
– unseren Hauptwachstumsfeldern – gefragt. Viel Arbeit für
viele Jahre. Denn unsere Rohr- und Kanalnetze halten mit
dem Wachstum der Stadt Schritt und alle sechs Klärwerke
bekommen eine zusätzliche 4. Reinigungsstufe.

Wichtiger Auftraggeber für die Region
Übrige (Deutschland und Europa)

68

368
Einkaufsvolumen

300

Berlin und Brandenburg

82 Prozent unseres Einkaufsvolumens fließen in die Region.
Alle Angaben in Millionen Euro
19

Wir

gestalten Stadt

Schnelle Hilfe
	
für Geflüchtete
Fast 80.000 Geflüchtete sind 2015 in Berlin angekommen.
Ihre Versorgung hat die Stadt vor große Herausforderungen
gestellt. Viele Berlinerinnen und Berliner haben angepackt
und geholfen – wir auch.

20

Gerade in den heißen Sommermonaten galt es, die Geflüchteten schnell und unkompliziert mit Trinkwasser zu versorgen.
Deshalb haben wir ganz pragmatisch Sofort-Hilfe geleistet und
die wartenden Menschen vor dem Landesamt für Gesundheit
und Soziales (LaGeSo) mit Trinkwasser versorgt. Wir haben
kurzfristig die Erschließung von Flüchtlingsunterkünften sichergestellt, sodass die neu ankommenden Menschen in ihren oft
improvisierten Unterkünften zumindest auf frisches Wasser
nicht verzichten müssen.

Für Kleider- und Sachspenden standen Räume bereit. Viele
unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollten Geld
spenden. Das Personalmanagement entwickelte daraufhin die
einfache und unbürokratische Idee der Cent-Spende vom
Gehalt. Wer will, kann den Nachkomma-Cent-Betrag des
monatlichen Netto-Einkommens für die Flüchtlingshilfe
spenden. Diese Beträge – einzeln zwischen 1 und 99 Cent
monatlich, in der Summe viel – fließen dann an einen gemeinnützigen Verein der Flüchtlingshilfe.

Auch viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagierten sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Dieses Engagement unterstützen wir mit Freistellungen, Material und Logistik
im Rahmen unserer Initiative „Wir helfen!“, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst koordiniert wird.

Aber wir sind auch über die Sofort-Hilfe hinaus aktiv. Zum
Beispiel mit unserem Einstiegsqualifizierungsprogramm
„Horizonte“. Seit Januar 2016 bieten wir gemeinsam mit der
Bundesagentur für Arbeit, der Initiative Arrivo und der Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen Geflüchteten die
Chance, sich für eine Ausbildung zu qualifizieren. Dafür haben
wir sechs Jugendliche ausgewählt, die bis zum Sommer Praktika
absolvieren und begleitend Deutschkurse, schulische Unterstützung und sozialpädagogische Betreuung erhalten. Ergänzend
coachen wir unsere Ausbilder, um sie auf diese besondere
Situation vorzubereiten. Die ersten Erfahrungen sind durchweg
positiv. Die neuen Auszubildenden ziehen voll mit und motivieren mit ihrem Engagement und ihrer Begeisterung auch ihre
Kolleginnen und Kollegen.

Aus Klärschlamm machen wir Ökostrom
Energiedaten 2015*

302,0 
Energieeinkauf

384,7
Energiebedarf

82,7 
Eigene Erzeugung

Die Berliner Wasserbetriebe erzeugen
fast ein Viertel ihres benötigten Stroms
selbst aus erneuerbaren Energien.

47,7
Blockheizkraftwerke

25,0
Turbinengeneratoranlage

0,01 Photovoltaik
2,3 Mikrogasturbine
7,7 Windenergieanlage

Alle Angaben in Gigawattstunden
* Stand: 15.03.2016.

21

Wir

wirtschaften nachhaltig

Mehr Wasser, weniger
Energie, weniger CO2
Bis 2020 will Berlin seinen CO2-Ausstoß um 40 Prozent senken, bis 2050
will die Stadt klimaneutral sein. Als Landesunternehmen leisten wir
unseren Beitrag zur Umsetzung der Berliner Klimaziele. Das machen wir,
indem wir unseren Energieverbrauch reduzieren und gleichzeitig mehr
Energie selbst produzieren. Damit sparen wir Geld, schützen das Klima
und treiben die Energiewende voran.

Im Jahr 2015 konnten wir unseren Energieverbrauch gegenüber dem Vorjahr um mehr als eine Million Kilowattstunden
reduzieren. Das entspricht dem Jahresverbrauch von
450 Zweipersonenhaushalten. Und das, obwohl Berlins
Wachstum und der trockene Sommer den Trinkwasserbedarf
und damit auch die zu reinigende Abwassermenge erstmals

seit 1989 wieder ansteigen ließen. Insgesamt haben wir
216 Gigawattstunden – ausschließlich Ökostrom – eingekauft. Weitere 83 Gigawattstunden haben wir selbst aus
Klärschlamm, Wind und Sonne erzeugt. Damit sind wir der
zweitgrößte Energieproduzent der Stadt und leisten einen
erheblichen Beitrag zur Energiewende in Berlin.

Abwassermengen und Stromverbrauch

Energieeinsatz für die Trinkwasserbereitstellung

241.790

239.766
199.844

187.365

210.591

203.425

0,51

136.307
104.756

2010

2015

Steigende Abwassermengen mit weniger Strom gereinigt.
Der Anteil an selbst produziertem Strom steigt.
Gereinigte Abwassermenge (Tm3)
Stromverbrauch gesamt (MWh)
22

Strombezug fremd (MWh)

0,47
102.752

2010

99.466

2015

Sinkender Stromverbrauch pro Kubikmeter
bereitgestelltem Trinkwasser.
Trinkwassermenge (Tm3)
Strombedarf (MWh)
Strombedarf je Kubikmeter (KWh)

In den Klärwerken Waßmannsdorf und Wansdorf haben wir
2015 die Blockheizkraftwerke erneuert und dadurch ihren
Wirkungsgrad optimiert. In der Folge konnten wir hier mehr
Strom erzeugen als in den Jahren davor. Und in der Kläranlage
Schönerlinde konnten wir aus Klärschlamm und Wind so viel
Strom erzeugen, dass damit 83 Prozent des Bedarfs dieses
großen Werks gedeckt wurden.

Diesel oder Benzin brauchen, aber die PKW-Flotte kann auch
mit Strom fahren. Deshalb rüsten wir sie nach und nach um.
Mittlerweile haben wir schon 21 E-Autos im Einsatz – ein
Zehntel unseres Fuhrparks. Zudem haben wir die Gesamtzahl
der Fahrzeuge reduziert und durch Pooling und ein zentrales
Buchungssystem die Auslastung der einzelnen Fahrzeuge
deutlich erhöht.

Mit einer Fülle von Maßnahmen haben wir unsere Energiebilanz
aus verbrauchter und selbst produzierter Energie weiter
verbessert. Zum Beispiel durch den Einsatz von energieeffizienter Technik. Bei der Grundwasserförderung setzen wir neue,
sparsamere Unterwasserpumpen ein, immer mehr Anlagen und
Gebäude werden durch sparsame LED-Lampen beleuchtet. Und
die Oberflächenwasseraufbereitungsanlage in Tegel wird durch
die warme Abluft von Umspannungsanlagen für Strom beheizt.

Die Folgen unserer Maßnahmen: geringere Kosten und weniger
Emissionen. Die CO2-Emissionen unseres eingekauften Stroms
haben wir kompensiert und damit auf null reduziert, indem wir
Herkunftsnachweise des Stroms aus erneuerbaren Energien
beschafft haben. Unsere Anstrengungen zur energetischen
Optimierung haben wir 2015 systematisch untersucht. Für den
Nachweis der Energieeffizienzverbesserungen werden im
Bereich Wasserversorgung Energie-Audits nach DIN EN 16247-1
nach dem Energiedienstleistungsgesetz durchgeführt. Dabei
konnten wir weitere Energiesparpotenziale identifizieren, die
wir in den kommenden Jahren nach und nach nutzen werden.
Im Bereich der Abwasserentsorgung wird mit einer bundesweit
einheitlichen Methode nach DWA-A 216 die Energieeffizienz von
Abwasseranlagen eingeschätzt.

Unterwegs mit unserer E-Flotte
Rund 6,5 Millionen Kilometer legen wir pro Jahr mit unseren
Fahrzeugen auf Berlins Straßen zurück. Damit wir möglichst
emissionsarm und leise unterwegs sind, setzen wir schon lange
auf sparsame Autos und seit 2015 auch auf Elektromobilität.
Unsere großen Spezialfahrzeuge werden zwar auch künftig

23

Wir

wirtschaften nachhaltig

Berliner Stadtwerke –
	
„unsere Jüngste“ läuft!
2014 haben wir die Berliner Stadtwerke GmbH gegründet. Ihre Aufgabe ist
die lokale, dezentrale und verbrauchernahe Erzeugung von erneuerbaren
Energien. Damit sind sie zentraler Baustein der Berliner Energiewende-Ziele.
Anfang 2016 hatten die Stadtwerke bereits Kapazitäten zur Versorgung von
10.000 Haushalten mit regional erzeugter Öko-Energie. Tendenz steigend.

Immer mehr Berliner Haushalte sind von berlinStrom überzeugt. Strom, der von der Wasserbetriebe-Tochter Stadtwerke
ausschließlich mit eigenen Anlagen und nur aus erneuerbaren
Quellen produziert wird. Im Idealfall ist das Mieterstrom,
gewonnen mit einer Solaranlage auf dem Dach, genutzt in den
Wohnungen darunter. Sonnenenergie ohne lange Wege übers
Netz. Ökologischer geht’s nicht, preiswerter kaum. Damit es
nachts nur draußen dunkel ist, fließt zudem Windstrom in die
Steckdosen der Stadtwerke-Kunden. Strom aus Windrädern, die
rund um Berlin in den Himmel wachsen.
Kommunale Partner haben den Start der Stadtwerke begleitet.
Pachtverträge mit den Berliner Stadtgütern ermöglichen
Windparks. Und Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften wie der Gesobau und der Stadt und Land sind Basis für
große Photovoltaikanlagen. Sie stellen die Dachflächen bereit,
auf denen die Berliner Stadtwerke dann die Solarzellen montieren, um die Mieter günstig zu versorgen.
Premiere war im Oktober 2015, als die erste Solaranlage der
Berliner Stadtwerke auf einem Dach der Gesobau an der
Pankower Rolandstraße in Betrieb ging. 800 m2 groß und mit
einer Leistung von 100 kWp können damit 180 Wohnungen
an den Solarstrom angeschlossen werden. Eine zweite,
deutlich größere Photovoltaikanlage liefert seit Anfang 2016
„berlinStrom“ von Dächern der Wohnungsbaugesellschaft
Stadt und Land im Hellersdorfer Rathausviertel. Insgesamt sind

24

dort im ersten Bauabschnitt 2.650 m2 Solarzellen mit einer
Leistung von 330 kWp installiert worden. Das entspricht einer
Größe von zehn Tennisplätzen. Im zweiten Halbjahr 2016 wird
diese Fläche auf 4.500 m2 ausgebaut. Bis zu 948 Wohnungen
können dann ihren Strom vom eigenen Dach beziehen.
Und wenn die Sonne einmal nicht genug scheint, gewinnen die
Berliner Stadtwerke den für die Vollversorgung notwendigen
Ökostrom aus anderen eigenen erneuerbaren Energiequellen,
bisher vor allem aus Windkraftanlagen. Dafür sind sie im
Umfang von 8,7 Megawatt an einer Windparkgesellschaft der
EnBW beteiligt, die vor allem in Brandenburg, Sachsen-Anhalt
und Niedersachsen Windräder baut und betreibt. Darüber
hinaus steht der Erwerb von Windrädern bevor und weitere
Windparks bei Teltow und Bernau sind in Planung.
Die Kooperation der Landesunternehmen schafft einen echten
Mehrwert für Berlin und den Klimaschutz. Bereits jetzt ersparen
allein die gebauten Photovoltaikanlagen der Berliner Luft einen
CO2-Ausstoß von jährlich 1.088 Tonnen. Zudem werden die
Übertragungsnetze entlastet, da die Mieter direkt versorgt
werden und der Strom so keinen Umweg nehmen muss. In den
nächsten anderthalb Jahren werden die Berliner Stadtwerke die
Energiewende weiter vorantreiben. Geplant ist, auf den Dächern
von Gesobau und Stadt und Land Kollektorenflächen von
insgesamt 18.100 m2 Größe zu errichten. Sie werden eine Gesamtleistung von 2.253 kWp erbringen. Ökostrom – made in Berlin.

Gute Arbeit, gute Leute
8,2 %
Quote der Beschäftigten
mit Behinderung oder
Gleichstellung

13.959
Weiterbildungstage
insgesamt

31,3 %
aller Beschäftigten
sind Frauen

4.430

41 %

Beschäftigte
(1.386 Frauen und
3.044 Männer)

6,1 %
Ausbildungsquote
(das sind 241 Auszubildende)

der Führungskräfte,
die direkt an den Vorstand
berichten, sind Frauen

25

Wir

sind die Wasserbetriebe

Wir leben
Vielfalt
Bei uns arbeiten 4.430 Frauen und Männer. Sie alle bringen die verschiedensten
Hintergründe, Erwartungshaltungen, Fähigkeiten, Lebensentwürfe und
Bedürfnisse mit. Unsere Aufgabe ist es, ihre Bedürfnisse mit den Anforderungen
in unserem Unternehmen in Einklang zu bringen, ihre Entwicklung zu fördern
und neue Talente für uns zu gewinnen.

Wir legen Wert darauf, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
an uns zu binden, und wir wollen unseren künftigen Fachkräftebedarf decken. Dafür bieten wir ein attraktives Arbeitsumfeld, in
dem unterschiedliche Karrierewege und -perspektiven offenstehen. Gleichzeitig sollen genügend Freiräume für das Privatleben und die persönliche Entwicklung bleiben. Denn nur, wer
immer wieder auftanken kann, bleibt gesund, leistungsfähig
und motiviert. Work-Life-Balance ist daher für uns kein Schlagwort, sondern ein definiertes Ziel unserer Personalpolitik und
-entwicklung. Um diese Balance zwischen Beruf und Privatleben
herzustellen, setzen wir auf vor allem vier Säulen:
Flexible Arbeitszeiten – diese gewährleisten wir über
klassische Teilzeitangebote, aber auch über unser an den
Lebensphasen orientiertes Wertkontenprogramm „My
Time“. In dessen Rahmen können Teile des Gehalts
angespart und später als freie Zeit bei Entgeltfortzahlung
eingelöst werden. Dies kann zum Beispiel bei der Verlängerung einer Elternzeitphase, für die Aufstockung
eines Teilzeitgehaltes oder aber auch für die Pflege von
Angehörigen oder die Altersteilzeit relevant werden. Für
die unterschiedlichen Lebensphasen bieten sich unterschiedliche Wertkontenmodelle an, die durch „My Time“
abgedeckt werden.

26

Flexible Orte – wenn die technischen und räumlichen
Voraussetzungen stimmen, bieten wir Telearbeit an,
sodass – eine dafür geeignete Tätigkeit vorausgesetzt – bis
zu 50 Prozent der Arbeitszeit von zu Hause aus erledigt
werden können. Darüber hinaus halten wir ein ElternKind-Büro bereit, mit dem kurzfristig entstehende
Notfallsituationen in der Kinderbetreuung überbrückt
werden können.
Finanzielle Unterstützung – wir erstatten Kosten, wenn
aus dienstlichen Gründen für betreuungsbedürftige
Angehörige Pflegekräfte einspringen müssen, und
unterstützen finanziell das ehrenamtliche Engagement
unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darüber hinaus
bieten wir finanzielle Unterstützung an, indem wir
Studien- und Weiterbildungsgebühren übernehmen.
Beratungsleistungen – dazu zählen diverse interne und
externe Beratungsangebote, die auf ganz unterschiedliche
Herausforderungen zugeschnitten sind. Das kann die
Unterstützung bei der Suche nach einer Kinderbetreuung
sein, die Beratung und Betreuung in psychischen Notlagen
oder aber eine Ernährungsberatung als Teil unseres
Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Auch hier gilt:
Wir greifen die Vielfalt der Bedürfnisse auf und versuchen
passgenaue Beratungsleistungen anzubieten.

So unterschiedlich wie die Menschen in Berlin, so unterschiedlich sind ihre Werdegänge. Wir sind davon überzeugt, dass auch
junge Menschen mit ungewöhnlichen Schulbiografien Fähigkeiten mitbringen, die bei uns gebraucht werden. Mit unserem
Einstiegsqualifizierungsprogramm „Horizonte“ bieten wir ihnen
die Möglichkeit, einen Einblick in die Tätigkeiten bei den Berliner
Wasserbetrieben zu bekommen und sich für den Einstieg in eine
Berufsausbildung zu qualifizieren.
Darüber hinaus beteiligen wir uns an der Initiative „Berlin
braucht dich!“. Sie führt Jugendliche mit Migrationshintergrund
an einen Ausbildungsplatz heran. Angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels ist das für beide Seiten vorteilhaft.
Wir sprechen die Jugendlichen schon in der 7. Klasse an und
bieten ihnen in den Folgejahren jährlich stattfindende Praktika
an. So lernen sie uns kennen und gewinnen schon frühzeitig
einen Einblick in das Berufsleben. Und wir haben die Chance,
junge Berlinerinnen und Berliner für unser Unternehmen zu
interessieren und sie mit unserer Begeisterung für das Thema
Wasser anzustecken.

8,2 Prozent unserer Belegschaft sind Menschen mit Behinderungen. Das ist viel, weit über dem Durchschnitt. In Zusammenarbeit mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement
versuchen wir, für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter
einen passfähigen Arbeitsplatz zu finden, seine Stärken zu
fördern und dafür zu sorgen, dass das jeweilige Handicap im
Arbeitsalltag möglichst keine Einschränkung darstellt.
Männer und Frauen haben bei uns gleiche Chancen. Der Frauenanteil von 31,3 Prozent kann sich für ein hochtechnologisches
Unternehmen wie unseres sehen lassen. Gleichbehandlung von
Frauen und Männern im Hinblick auf ihre Bezahlung ist für uns
selbstverständlich.

27

Wir

sind die Wasserbetriebe

Die Besten finden
	
das Beste bei uns
Als Unternehmen der kommunalen Daseinsvorsorge tragen wir eine hohe
Verantwortung gegenüber den Berlinerinnen und Berlinern und gegenüber dem
Land. Um dem gerecht zu werden, brauchen wir auch in Zukunft die besten
Fachkräfte. Das ist kein Selbstläufer, denn wegen des demografischen Wandels
sind die knapp. Aber im Wettbewerb um die besten Köpfe haben wir als
Arbeitgeber gute Argumente.

28

Wir wissen, wie wertvoll unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns sind. Und wir wissen, dass sie nur ihr Bestes geben
können, wenn wir dafür den Rahmen schaffen. Im Kern geht es
um drei Dinge: Wir müssen neue Fachkräfte von uns überzeugen und für uns gewinnen. Wir müssen unsere Stammbelegschaft fördern und ihr insbesondere angesichts des vergleichsweise hohen Durchschnittsalters von 50 Jahren helfen, die
Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Und wir müssen das
Wissen und die Erfahrungen derer, die uns bald altersbedingt
verlassen, für das Unternehmen erhalten.

Wir helfen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ihre
Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Das bedeutet für uns mehr
als den Erhalt der körperlichen und seelischen Gesundheit und
einer guten Work-Life-Balance. Wer zu uns kommt, bleibt oft ein
ganzes Arbeitsleben lang im Unternehmen. Das sind Jahre, in
denen sich Technologien, Prozesse und Rahmenbedingungen
ändern. Wir erwarten von unseren Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, dass sie mit diesen Entwicklungen Schritt halten.
Mit individueller Förderung und umfangreichen Weiterbildungsangeboten unterstützen wir sie dabei.

Den überwiegenden Teil unserer neuen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter – rund 60 Prozent – wollen wir künftig selbst
ausbilden, rund 40 Prozent auf dem Arbeitsmarkt rekrutieren.
Die Wasserwirtschaft genießt eine hohe Reputation, denn
Wasserversorgung bedeutet Dienstleistung und Umweltschutz,
aber auch Sicherheit. Wir bieten Berufe mit Perspektive. Denn
ohne Wasser können Mensch und Umwelt nicht leben, Unternehmen nicht wirtschaften und Städte nicht funktionieren.
Zwar wandeln sich auch unsere Rahmenbedingungen und
damit auch die Anforderungen an uns. Unseren Beschäftigten
bietet das die Chance, im Laufe ihres Berufslebens neue
Aufgaben zu übernehmen und Spezialwissen zu entwickeln, das
über ihren ursprünglich erlernten Beruf hinausgeht.

Wer viele Jahre bei uns gearbeitet hat, verfügt über einen
wertvollen Erfahrungsschatz. Wir schätzen den Wert dieses
Wissens und unternehmen vieles, um es für das Unternehmen
zu sichern. Deshalb gibt es bei uns kein altes Eisen, ältere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bis zum letzten Tag im
Unternehmen unverzichtbare Teammitglieder, die in unsere
Prozesse aktiv eingebunden sind.
Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wird härter. Wir
nehmen diese Herausforderung selbstbewusst an. Mit guten Angeboten und Perspektiven sowie einer Kultur der Wertschätzung.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2015
		
	
	

2015 [T€]	

2014 [T€]

1.049.806	

1.119.597

– 1.169	

– 442

Andere aktivierte Eigenleistungen 	

48.660	

49.011

Sonstige betriebliche Erträge 	

95.800	

65.346

Umsatzerlöse	
Verminderung des Bestandes an unfertigen Leistungen 	

Gesamtleistung	

1.193.097	

1.233.512

Materialaufwand	

– 213.437	

– 216.226

Personalaufwand 	

– 300.644	

– 294.663

Abschreibungen 	

– 297.156	

– 282.149

Sonstige betriebliche Aufwendungen und sonstige Steuern	

– 87.676	

– 93.866

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT)	

294.184	

346.608

46	

32

Zinsergebnis	

– 113.582	

– 93.012

Ergebnis vor Ertragssteuern und Effekten aus der stillen Gesellschaft 	

Beteiligungsergebnis	

180.648	

253.628

Aufwendungen aus Teilgewinnabführungsverträgen	

0	

– 110.876

Verlustübernahme stille Gesellschafterin	

0	

7.645

Ertrag aus Beendigung stille Gesellschaft	

212.241	

0

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag	

– 71.975	

– 12.060

Jahresüberschuss	

320.914	

138.337

Einstellung in andere Gewinnrücklagen	

231.793	

38.546

Bilanzgewinn	

89.121	

99.791

Nachrichtlich: Verwendung des Bilanzgewinns zur Ausschüttung an das Land Berlin	

89.121	

99.791

29

Bilanz 2015
		
	
	

31.12.2015 [T€]	

31.12.2014 [T€]

Anlagevermögen	

6.238.477	

5.794.648

Umlaufvermögen	

833.158	

840.495

Rechnungsabgrenzungsposten	

2.715	

1.542

Aktive latente Steuern	

12.811	

2.035

Aktiva	

7.087.161	

6.638.720

Eigenkapital	

1.448.947	

2.221.133

Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens und von Baukostenzuschüssen	

700.951	

707.816

Rückstellungen	

244.201	

213.199

Verbindlichkeiten	

4.599.607	

3.477.064

Rechnungsabgrenzungsposten	

14.383	

15.498

Passive latente Steuern	

79.072	

4.010

7.087.161	

6.638.720

Passiva	

30

Impressum
Herausgeber:
Berliner Wasserbetriebe, Neue Jüdenstraße 1, 10179 Berlin,
Telefon: 0800.292.7587, Telefax: 030.8644.2810
E-Mail: service@bwb.de, www.bwb.de
Verantwortlich:
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E-Mail: steffi.wuerzig@bwb.de
Text und Gestaltung:  
komm.passion GmbH, Berlin
Druck:  
grass und partner, Wuppertal
Bildnachweis:
Matthias Heynen, Senatsverwaltung für Finanzen,
Berliner Wasserbetriebe
Auflage:
600
Haftungsausschluss:  
Die in diesem Bericht enthaltenen Informationen und
Kennzahlen haben wir mit größter Sorgfalt erhoben. Alle
Berichtsinhalte wurden von den dafür verantwortlichen
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können wir nicht vollständig ausschließen. Der Bericht
und die darin enthaltenen Informationen stellen keine
Prüfung der Compliance mit geltendem Recht, Rechtsvorschriften oder anerkannten Nachhaltigkeitspraktiken
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