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Periodical volume

Full text: Pankower Register ... zur Erfassung rassistisch, antisemitisch, homophob und rechtsextrem motivierter Vorfälle, Angriffe und Propaganda Issue 2013

Pankower Register 2013

Pankower
Register
2013

1

04.01.2013
Schmiererei
in der Brache entdeckt +++ 11.01.2013 Anhänger der „rechten Szene“ überprüf
+++ 15.01.2013 Neonazistische Schmierereien in Berlin-Buch +++ 17.1.2013 Unbekannter
beleidigt Fahrgäste rassistisch +++ 29.1.2013
Neonazistische Schmierereien in Berlin-Buch
+++ 29.01.2013 Identitäre Aufkleber entfernt +++
31.01.2013 NPD Aufkleber entdeckt und entfernt
+++ 02.02.2013 Neonazistische Schmierereien in
Berlin-Buch +++ 05.02.2013 Neonazi Aufkleber und
Plakate in Berlin-Buch entdeckt +++ 06.02.2013 Rassistische Beleidung und Angriff +++ 08.02.2013 Neonazis
skandieren „Sieg Heil“ +++ 10.02.2013 Neonazistische
Schmierereien in Berlin-Buch +++ 12.02.2013 Hausdurchsuchung bei
Pankower Neonazi +++ 12.02.2013 Flugblätter für Neonaziaufmarsch
in
Dresden gefunden +++ 14.02.2013 Identitäre Aufkleber entfernt +++ 19.01.2013
Container der Initiative gegen Thor Steinar beschmiert +++
21.02.2013 Behindertenfeindlicher Angriff +++ 21.02.2013 Mahnmal am Weißen See beschmiert +++ 23.02.2013 Kranznie- derlegung zum Todestag von Horst Wessel +++ 24.02.2013
Neonazistische Drohung gegen den Kiezspaziergang +++ 01.03.2013 NPD-Briefkastenaktion in Berlin-Buch
+++ 02.03.2013 NPD Aufkleber in Gartensiedlung entfernt +++ 02.03.2013 Kiezspaziergang in Berlin-Buch +++
06.03.2013 Container gegen den Thor-Steinar-Laden beschmiert +++ 11.03.2013 Erneut Identitäre Aufkleber
entdeckt +++ 12.03.2013 Briefkastenaktion der NPD in Buch +++ 12.03.2013 Die Freiheit agitiert gegen Fabrik in
Heinersdorf +++ 13.03.2013 Neonazis quatschen Schüler_innen wegen CD an +++ 15.03.2013 Rassistisches Flugblatt
im Briefkasten gefunden +++ 18.03.2013 Antimuslimischer Autoaufkleber gesehen +++ 19.03.2013 Hakenkreuzschmierereien in Berlin-Buch +++ 20.03.2013 Neonazi Schmierereien und Aufkleber in Buch +++ 21.03.2013 Hitlergruß und
„Sieg Heil“ +++ 22.03.2013 Neonazis jagen Menschen durch Buch +++ 26.03.2013 Denkmal für die Opfer der NS-Euthanasie geschändet +++ 26.03.2013 Hakenkreuz-Schmiererei entdeckt +++ 26.03.2013 Neonazistische Schmierereien
entdeckt +++ 09.04.2013 NPD Plakate und JN Aufkleber entdeckt +++ 12.04.2013 Container der Initiative gegen Thor
Steinar beschmiert +++ 15.04.2013 Anti-Antifa Schmiererei in Berlin-Buch entdeckt +++ 17.04.2013 Weitere neonazistische Aufkleber in Berlin-Buch entdeckt +++ 18.04.2013 NPD-Flyer zum 1. Mai +++ 18.04.2013 Postkasten des
Kinderclubs „Der Würfel“ mit neonazistischen Aufklebern beklebt +++ 20.04.2013 Neonazis und neonazistische
Symbole auf Wikinger- und Mittelalterspektakel +++ 25.04.2013 Rassistische Beleidigung +++ 01.05.2013 Mitarbeiter_in eines Imbisses rassistisch bedroht +++ 05.05.2013 Anti-Antifa-Fotografen versuchen, politische Gegner_innen einzuschüchtern +++ 08.05.2013 sowjetisches Ehrenmal beschmiert +++ 08.05.2013 Container der Initiative
gegen Thor Steinar beschmiert +++ 14.05.2013 JN verteilt Flyer vor der Robert-Havemann-Oberschule +++
14.05.2013 NPD-Aufkleber entdeckt und entfernt +++ 17.05.2013 Rassistischer Angriff auf Jugendliche +++
19.05.2013 Putzspaziergang in Buch entfernt neonazistische Aufkleber und Graffiti +++ 22.05.2013 Graffito mit dem
Slogan „Gegen Nazis“ beschmiert +++ 24.05.2013 Flaschenwurf, Hitlergruß und Anti-Antifa- Fotografphien am
Rande der Dieter-Eich-Gedenkdemonstration +++ 04.06.2013 JN- und NPD-Aufkleber entdeckt und entfernt +++
05.06.2013 Hitlergruß am Antonplatz +++ 11.06.2013 Farbattacke auf Wahlkreisbüro +++ 13.06.2013 Container der Initiative gegen Thor Steinar beschmiert +++ 14.06.2013 Hitlergruß beim Döner-Imbiß +++ 15.06.2013 Rassistische Beleidigung eines Taxisfahrers +++ 15.06.2013 Sprung in den Rücken +++ 16.06.2013 Alternativer Jugendlicher angepöbelt und
Bierflasche hinterher geworfen +++ Mitte Juni 2013 Neonazi auf Schulhofbaustelle +++ 17.06.2013 NPD- und „Recht und
Wahrheit“-Aufkleber entdeckt +++ 19.06.2013 NPD-, JN- und RNF-Aufkleber entdeckt +++ 19.06.2013 NPD- und „Recht und Wahrheit“Aufkleber entdeckt +++ 19.06.2013 Rassistischer Angriff in der S-Bahn +++ 20.06.2013 Gründung des Bezirksverbandes Pankow der
Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) +++ 22.06.2013 „Alternative für Deutschland“ führt Informationsstand durch +++ 24.06.2013
Neonazistische Aufkleber entdeckt +++ 25.06.2013 NPD Wurfsendung in Briefkästen +++ 26.06.2013 NPD verteilt Flyer +++
26.06.2013 RNF und FK Berlin-Neukölln Aufkleber entdeckt +++ 27.06.2013 „Alternative für Deutschland“ führt Informationsstand durch +++ 29.06.2013 NPD-Aufkleber entdeckt +++ 30.06.2013 „Heil Hitler“-Rufe in der Nacht +++ 11.07.2013 Container der Initiative gegen Thor Steinar beschmiert +++ 15.07.2013 Rassistische Beleidigung im Streit von Jugendlichen
+++ 15.07.2013 Rassistische Hetze der NPD gegen Asylbewerber_innen +++ 24.07.2013 Hakenkreuze an Friedhofsmauer +++ 26.07.2013 Rassistische Hetze der NPD gegen Asylbewerber_innen und Moschee +++ 26.07.2013
Trans-/homophobe Bedrohung an der Tramhaltestelle +++ 29.07.2013 NPD/JN flyert in Niederschönhausen
+++ 29.07.2013 NPD gratuliert NS-Kriegsverbrecher +++ 29.07.2013 Rassistische Pöbelei auf Schulhofbaustelle +++ 30.07.2013 NPD agitiert gegen das Denkmal für die Opfer der NS-Zwangssterilisation +++
01.08.2013 Erneut Hakenkreuze an Friedhofsmauer +++ 04.08.2013 NPD steckt rassistische Flugblätter in Briefkästen +++ 05.08.2013 Wahlplakate der Linkspartei überklebt +++ 05.08.2013 NPD
steckt antiziganistische Flugblätter in Briefkästen +++ 05.08.2013 Versuchte Unterwanderung
des „Runden Tisches Geschichte Buch“ +++ 05.08.2013 Rassistischer Übergriff auf Zwölfjährigen +++ 06.08.2013 NPD hängt Wahlplakate auf und bedroht Nazi Gegner_innen +++
07.08.2013 Hakenkreuze und neonazistische Schmierereien +++ 08.08.2013 NPD verteilt
Flugblätter in Briefkästen +++ 11.08.2013 NPD hetzt gegen Gedenkstein +++ 12.08.2013 NPD
verteilt Flugblätter rund um den Ernst-Thälmann Park +++ 13.08.2013 Wahlplakate von
demokratischen Parteien werden abgehängt +++ 13.08. 2013 JN Aufkleber entdeckt und
entfernt +++ 14.08.2013 Republikaner führen Verteilaktion durch +++ 17.08.2013 NPD verteilt antiziganistische Flugblätter +++ 18.08.2013 Davidsterne an Hausfassade +++
18.08.2013 „Alternative für Deutschland“ führt Wahlveranstaltung durch +++ 19.08.2013
Aufkleber der Identitären entdeckt +++ 20.08.2013 NPD Pankow hetzt gegen Flüchtlingsunterkunft +++ 22.08.2013 NPD Pankow agitiert gegen neu entstehende Flüchtlingsunter-

zur Erfassung rassistisch, antisemitisch, homophob und
rechtsextrem motivierter Vorfälle, Angriffe und Propaganda

2

Das Pankower Register ist ein Projekt von
[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Vielfalt
der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH.
Gefördert durch das Bezirksamt Pankow von Berlin.

Herausgeber_in:
[moskito] – Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Vielfalt
im Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz
Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH
Fehrbelliner Str. 92 | 10119 Berlin
Tel +49 30 443 83-459 I Fax +49 30 443 71 71
moskito@pfefferwerk.de I www.pankower-register.de
Spendenkonto: Pfefferwerk Stadtkultur gGmBH | Verwendungszweck: moskito
Bank für Sozialwissenschaft AG | BLZ 100 205 00 | Konto Nr. 30 668-03
Berlin 2014

Pankower Register 2013

Inhaltsverzeichnis
1.	

WAS IST DAS PANKOWER REGISTER?	

4

2.	

GESAMTAUSWERTUNG	

6

2.1.	 Generelle Einordnung von Vorfällen	
	
Nach welchen Arten werden die Vorfälle verzeichnet?	
	

 elchen Inhalt kann eine Meldung haben, um im Register 	
W
aufgenommen zu werden?	

2.2.	 Überblick zu den Vorfällen	
	
Tatorte	
	
	
	

 atmotive	
T
Tatkategorien	
Tatmonate 	

2.3.	Die Entwicklung vom Rechtspopulismus bis hin zum
	
Neonazismus im Bezirk Pankow	
	
	
	

 eonazismus	
N
Neue Rechte	
Rechtspopulismus	

6
6
7

8
8
9
10
11

12
12
14
15

2.4.	 Aktivitäten gegen Flüchtlingsunterkünfte	

16

2.5.	 Detaillierte Auswertung der Vorfälle in Pankow	
	
Angriffe	
	
Bedrohung, Beleidigung, Pöbelei	
	
S achbeschädigung	
	
Propaganda	

18

2.6.	 Arbeitsthesen 2014	

23

18
19
21
22

3.	

CHRONIK DES JAHRES 2012	

25

4.	

GLOSSAR UND BEGRIFFSKLÄRUNG	

41

	
	

5.	

 lossar zu rechten Gruppen, Personen, Codes und Symbolen 	
G
Zentrale Begrifflichkeiten im Kontext der Arbeit 	

DIE ANLAUFSTELLEN IN PANKOW 	

41
47

50

3

4

Was ist das
Pankower Register?
Das Pankower Register wurde im April 2005
im Rahmen der Umsetzung des Lokalen Aktionsplans (LAP) Pankow entwickelt. Es wird
seitdem durch [moskito] – Netzwerkstelle
gegen Rechtsextremismus, für Demokratie
und Vielfalt betreut. Inzwischen läuft die
Förderung über das Bezirksamt Pankow.
Als Pankower Register tragen wir nicht nur
die Vorfälle zum Thema Rechtsextremismus
zusammen, sondern sensibilisieren auch
durch verschiedene Veranstaltungen und
Fortbildungen zum Thema Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit und gewinnen
neue Anlaufstellen.
Ausschlaggebendes Kriterium für die Erfassung eines Vorfalls ist ein offenkundiges Motiv, dem unterschiedliche Formen
sogenannter Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (wie Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Transphobie, Behinderten- und Obdachlosenfeindlichkeit)
und/oder einer insgesamt rechtspopulistischen, rechtsextremen bis neonazistischen
Einstellung zu Grunde liegen. Ausschlaggebend für die Bewertung als Vorfall ist dabei
die Perspektive der bzw. des Betroffenen.
Das Pankower Register möchte sowohl Betroffene unterstützen und ihre Erfahrungen
sichtbar machen als auch die Bürger_innen
für demokratiefeindliche Entwicklungen
sowie für die Formen und das Ausmaß von
Diskriminierungen in ihrem Bezirk sensibilisieren. Ziel ist es, „alltägliche“ Diskriminierungen sowie rechtsextreme Aktivi-

täten, auch jenseits einer strafrechtlichen
Relevanz, zu erfassen, um ein möglichst
genaues Bild über den Bezirk Pankow zu
erhalten, um (der Entstehung von) Angsträumen1 frühzeitig entgegenwirken zu
können. Langfristiges Ziel ist es, auf einer
breiten gesellschaftlichen Ebene Ausgrenzungen, Stigmatisierungen, Diskriminierungen und rechtsextremen Denkweisen
entgegenzuwirken.

Zusammenarbeit mit anderen Berliner Registern
Neben der bezirklichen Arbeit ist die Vernetzung mit anderen Berliner Registerstellen ein wesentlicher Bestandteil der
Arbeit des Pankower Registers. In Berlin
arbeiten bisher Registerstellen in den Bezirken Treptow-Köpenick, FriedrichshainKreuzberg, Lichtenberg und Charlottenburg-Wilmersdorf sowie das Verzeichnis
in Marzahn-Hellersdorf zusammen. In der
landesweiten Vernetzung mit den anderen
Registerstellen werden gemeinsame Standards festgelegt, um die jeweiligen bezirklichen Sozialraumanalysen miteinander vergleichen zu können. Darüber hinaus wollen
wir eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit
herstellen – u.a. durch eine gemeinsame
Internetpräsenz – sowie aktuelle Analysen
austauschen. Sollten Sie also in einem anderen Bezirk arbeiten und einen Vorfall bemerken, können Sie diesen auch gerne an
das Pankower Register melden. Wir werden
Ihre Meldung dann an das entsprechende
Register weiterleiten.

1 Unter Angsträumen sind Orte zu verstehen, die potenzielle Opfer rechtsextremer Übergriffe zu meiden versuchen. Häufig
handelt es sich hierbei um S-und U-Bahnhöfe, Parks oder öffentliche Plätze, an denen Rechtsextreme auf unterschiedliche
Weise ihre Präsenz demonstrieren.

Pankower Register 2013

Machen Sie mit!
Für das Pankower Register ist das Mitwirken
möglichst vieler Pankower_innen von großer Bedeutung. Nur was Sie uns, der Netzwerkstelle [moskito], und den über ganz
Pankow verteilten weiteren öffentlichen
Anlaufstellen, der Polizei oder zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Gruppen melden, kann in das Pankower Register
aufgenommen werden. Nur so werden diese Vorfälle und gesellschaftlichen Zustände
einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Bitte melden Sie sich bei uns,
wenn Sie z.B. homophobe
Parolen hören, rassistisch
motivierter Diskriminierung
auf Ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind, antisemitische
Schmierereien oder neonazistische Propaganda sehen
oder entsprechende Angriffe
mitbekommen!

Das Pankower Register sucht weitere demokratische, zivilgesellschaftliche Initiativen, Einrichtungen und Projekte, die im
Netzwerk des Registers mitmachen wollen. Sie können als öffentliche oder interne Anlaufstelle Teil des Pankower Registers
werden, uns für Veranstaltungen oder
Workshops zu den Themenbereichen (z.B.
Argumentationstrainings) zu sich einladen
oder aber die Postkarten, Flyer und Aufkleber des Pankower Registers bei sich auslegen. Wenn Sie Fragen haben, wenden
Sie sich gerne an uns.

Auch wenn Sie in Ihrem Kiez
gegen Ausgrenzung, rechte
Bedrohung und Diskriminierung aktiv werden möchten,
unterstützen wir Sie gerne.
[moskito] – Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Vielfalt

5

6

2. Gesamtauswertung des
Pankower Registers
Die[mosktio] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Vielfalt
registrierte im Jahr 2013 insgesamt 154
Vorfälle, denen als Motiv Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (Rassismus,
Antisemitismus, Homo-/Transphobie o.ä.)
und/oder eine rechtspopulistische, rechtsextreme bis neonazistische Einstellung zu
Grunde lagen. Gegenüber dem Vorjahr sind
dies über 50 Meldungen mehr (2012: 95)
und gegenüber dem Jahr 2011 (116) stellt
dies ebenfalls eine signifikante Steigerung
dar. Zusammenhänge können in den verstärkten neonazistischen Aktivitäten in
Berlin-Buch, aber auch in der Reaktivierung
des NPD-Kreisverbandes 8 im Zuge des
Bundestagswahlkampfes gesehen werden.
Ebenso gab es im Zusammenhang mit der
Einrichtung einer neuen Flüchtlingsunterkunft in Alt-Pankow Meldungen an das
Pankower Register.

2.1. Generelle Einordnung von
Vorfällen
Im Folgenden wird kurz die Arbeitsweise
des Pankower Registers erläutert. Der Text
basiert auf einer gemeinsamen Ausarbeitung von Standards in der Vernetzung mit
anderen bestehenden Registerstellen in
Berlin und wird so auch in der gemeinsamen Broschüre erscheinen.
Nach welchen Arten werden die Vorfälle
verzeichnet?
Insgesamt existieren sieben Kategorien, in
die die unterschiedlichen Arten von Vorfällen eingeordnet werden. Die erste stellt
alle Formen dar, die sich direkt gegen eine
Person richten und im schlimmsten Fall

die körperliche Unversehrtheit einer oder
mehrerer Personen in Frage stellt und wird
aus diesem Grund als Angriff bezeichnet.
Hierzu zählen alle Formen der Körperverletzung, aber auch Anspucken, Schubsen,
Rempeln oder Flaschen-hinterher-Werfen.
Eine etwas abgeschwächte Form des Angriffes stellt die Kategorie Bedrohung, Beleidigung und Pöbelei dar. Sie kann sich
direkt gegen anwesende, aber auch gegen
nicht anwesende Personen oder Personengruppen richten und stellt im ersten Moment nicht die direkte Unversehrtheit der
Person in Frage. Eine Äußerung in der Tram,
die beinhaltete, dass „wir sie alle fertig
machen werden“ (in Bezug auf Menschen
nicht-deutscher Herkunft) zählt hier zu,
aber auch das Abfotografieren von Menschen, die sich an einer Anti-Nazi-Aktivität
beteiligen.
Wenn sich Vorfälle gegen Sachen bzw. Dinge richten und in ihrer Form strafrechtlich
relevant sind, so wird dies als Sachbeschädigung verzeichnet. Hierunter fallen rassistische Sprühereien ebenso wie Beschädigungen an Gedenktafeln, beschmierte
Stolpersteine – z.Bsp. wenn diese durch
schwarze Farbe unkenntlich gemacht werden - oder zerstörte Fensterscheiben.
Handelt es sich bei dem Vorfall um Aufkleber, Plakate, Transparente oder Flugblätter,
so wird er bei der Kategorie Propaganda
eingeordnet. Darunter fallen aber auch
Bekleidungsgegenstände, Tattoos und das
Zeigen des Hitlergrußes.
Geht es hingegen um Demonstrationen,
Konzerte oder Informationsstände, so wird
dies als Veranstaltung bezeichnet und kategorisiert.

Pankower Register 2013

Eine besondere Form der Veranstaltung
und deswegen als eine eigene Kategorie
werden Wortbeiträge und Anträge von
rechtsextremen und rechtspopulistischen
Parteien in den Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) gewertet. Diese erscheinen in der Kategorie BVV.
Im Pankower Register 2013 gab es desweiteren noch Meldungen mit der Einordnung
Internet.
Dies stellen Meldungen dar, die auf Homepages oder Facebook-Seiten getätigt wurden und sich auf Pankow beziehen. Alle weiteren Formen und Arten von Meldungen,
die nicht unter den genannten verzeichnet
werden können, werden unter Sonstiges
einsortiert. Nachdem der Registereintrag
einer Kategorie zugeordnet wurde, wird
der Inhalt des Vorfalles näher betrachtet.
Welchen Inhalt kann eine Meldung haben, um im Register aufgenommen zu
werden?
Ein grobe inhaltliche Zuordnung findet
nach zwei Themenkomplexen statt. Der
erste Komplex bezeichnet alle Motive,
die einen Bezug zu Rechtsextremismus/
Rechtspopulismus haben, und beinhaltet
Rechte Selbstdarstellungen, die Aufkleber,
Parolen, Plakate o.ä. von rechten Parteien, Organisationen oder Gruppen enthalten. Zur genauen Analyse werden diese
Darstellungen nochmals unterschieden
zwischen rechtsextrem und rechtspopulistisch. Ebenfalls im ersten Themenkomplex
enthalten ist das Motiv Verharmlosung/
Verherrlichung des Nationalsozialismus,
worunter alle Symbole oder Äußerungen
fallen, die einen positiven Bezug zum Na-

tionalsozialismus haben, und/oder eine
revisionistische Verlautbarung darstellen.
Dies kann u.a. die Ehrung von NS-Größen,
die Leugnung des Holocausts und die Forderung nach der Rückgabe von Gebieten
im jetzigen Polen sein. Als drittes Motiv
im ersten Themenkomplex fallen alle direkten und indirekten Äußerungen oder
Handlungen, die als Ziel die Politischen
Gegner_innen haben. Dies kann das Einwerfen der Fensterscheiben von Wahlkreisbüros sein, das Abfotografieren von
Anti-Nazi-Aktivist_innen darstellen oder
ein Aufkleber sein, der die Gegner_innen
direkt adressiert.
In den zweiten Themenkomplex von
Motiven fallen alle Vorfälle, die einen
Hintergrund in Bezug auf die Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit haben.
Dieses Konzept wurde von Prof. Wilhelm
Heitmeyer u.a. entworfen und bezeichnet verschiedene Formen der Desintegration, also Formen, die durch Menschen
von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen werden und werden sollen.
Dies betrifft Formen des Rassismus, z.B.
antimuslimischen und antiziganistischen
Rassismus. Ebenso werden Antisemitismus,
Behindertenfeindlichkeit oder Sozialchauvinismus z.B. Diskriminierung gegenüber
Wohnungslosen aufgenommen. Aber
auch Sexismus und LGBTIQ*Feindlichkeit,
also Feindlichkeit aufgrund der sexuellen
Orientierung und der Geschlechtsidentität, können Motivationen darstellen. Meldungen, die den bisherigen Motiven nicht
zugeordnet werden können, werden unter
Sonstiges zusammengefasst.

7

8
2.2. Überblick zu den Vorfällen

Tatorte
Werden die Tatorte der Einträge im Pankower Register analysiert, zeigt sich, dass dem
Ortsteil Berlin-Buch mit 53 Meldungen mit
Abstand die meisten Vorfälle zugeordnet
werden müssen. Dieser Trend setzt sich seit
den Vorjahren (2012: 23, 2011: 5) kontinuierlich fort und verdeutlicht, dass es hier im
Jahr 2013 verstärkt diskriminierende und
rechtsextreme Aktivitäten gegeben hat.

Im Folgenden wurden die gemeldeten Vorfälle aufgeschlüsselt nach Tatort, Tatmotiv,
Tatkategorie und Tatmonat ausgewertet.
Eine detailliertere Darstellung der Vorfälle mit zugeordneten Beispielen finden Sie
unter 2.3.

0

10

Blankenburg

20

30

40

50

60

1
1
5

Buch

23
53
9

Heinersdorf

0
4
1

Karow

0
2
6

Niederschönhausen

2
1
17

Pankow

8
27
35

Prenzlauer Berg

30
27
30

Weißensee

26
23
3
1

Französisch Buchholz
0

1

Rosenthal

0
0
5

Gesamt Pankow

2011

4
4

2012

4

Internet

2013

0
17

0

10

20

30

40

50

60

(Zahlenangaben der Grafik spiegeln die Anzahl der jeweiligen Vorfälle wider und sind keine Prozentangaben)

Pankower Register 2013

2011: 30) zu verzeichnen. Hier stellt das
Motiv der Sachbeschädigung den Großteil
der Einträge dar, die auf die Beschädigung
des Containers vom Bündnis gegen den
Thor-Steinar-Laden zurückzuführen sind.
Auffällig ist die Zunahme von Meldungen
mit der Einordnung Internet, die sich inhaltlich auf den Großbezirk Pankow beziehen.
Hier gab es eine Steigerung auf 12 Meldungen (2012: 0, 2011: 4). Dies ist ausschließlich auf die Reaktivierung der NPD Pankow
und das Facebook-Profil der Jungen Nationaldemokraten (JN) zurückzuführen.

Dabei ist ein besonders starker Anstieg
zwischen dem Sommer 2012 und dem
Sommer 2013 zu verzeichnen, seit dem
Herbst 2013 ist ein leichter Rückgang zu
verzeichnen.
An zweiter Stelle steht die Bezirksregion
Pankow, hier wurden 27 aller Einträge verzeichnet. Dies stellt im Vergleich zu 2012
(8) eine Verdreifachung und im Vergleich
zu 2011 (17) ein leichter Anstieg der Vorfälle dar. Als Ursache dafür können die
gestiegenen Aktivitäten der NPD Pankow
im Bundestagswahlkampf gesehen werden, aber auch das Vorgehen gegen die
neu entstandene Flüchtlingsunterkunft in
Alt-Pankow ist zu berücksichtigen.
In der Bezirksregion Prenzlauer Berg nahmen die Vorfälle über die Jahre kontinuierlich (2012: 30, 2011:35) auf insgesamt
27 im Jahr 2013 ab. Trotz dieser sinkenden
Zahlen werden im Vergleich zu anderen
Ortsteilen hier die meisten Angriffe aufgeführt. In Weißensee ist ebenfalls eine kontinuierliche Abnahme (2013: 23, 2012: 26,

Tatmotive
Rechte Selbstdarstellung ist das Motiv, das
den meisten Meldungen zu Grunde gelegt
wird. Insgesamt wurde dies 54 Mal verzeichnet; das bedeutet eine hohe Zunahme
im Vergleich zu den Vorjahren (2012: 21,
2011: 43). Diese Selbstdarstellung wurde
zum Großteil neonazistischen Täter_innen
zugeordnet.
Die Nennung des Motivs Rassismus hat je-

60

60
2011
54

50

2012

50

2013
40

43

41

40

36

30

30
25
22

21

0 0 3

0

es

0

st
So
n

sm
nc

hi

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sp

ie

2

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bi

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0

ig

3 0 3

(M
)

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te

10
4 3 4

hu
ng

h
nd
l

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nd
er
hi

tis

be

An

13

2

ic

us

0 0

Po
lit
i

4 4

0

he
r

7

16

va

14

10

20

21

20

Re

20

(Zahlenangaben der Grafik spiegeln die Anzahl der jeweiligen Vorfälle wider und sind keine Prozentangaben)

9

10
zu den letzten drei Motiven weisen jedoch
darauf hin, dass solche Vorfälle nicht dem
Pankower Register gemeldet werden. Es
ist davon auszugehen, dass die Fallzahlen
in diesem Bereich viel höher liegen, aber
unbekannt geblieben sind.

doch am stärksten zugenommen. Gab es
2011 insgesamt 20 Einträge mit diesem
Motiv und 2012 insgesamt 13 Einträge, so
stieg die Zahl auf 41 Meldungen im Jahr
2013. Dieser Anstieg ist mit dem stark rassistisch geprägten Wahlkampf der NPD/
JN verbunden, aber auch mit Aktivitäten
gegen die neu entstandene Flüchtlingsunterkunft.
Gestiegen ist ebenso die Zahl der Vorfälle, die sich gegen Politische Gegner_innen
richten. So gab es eine Zunahme von 14
Meldungen im Jahr 2011 und 16 im Jahr
2012 auf 22 Meldungen im Jahr 2013. Eine
ähnlich hohe Anzahl an Nennungen hat das
Motiv der NS-Verherrlichung, das aber im
Vergleich zum letzten Jahr stark abgenommen hat (2012: 36, 2011: 25).
Vorfälle von Antimuslimischem Rassismus
sind über die Jahre gleichgeblieben und die
Meldungen zu Antisemitismus sind relativ
gleichbleibend (2013: 4, 2012: 4, 2011:
7). Trans-/Homophobie als Tatmotiv wurde
dreimal gemeldet. Die geringen Angaben

Tatkategorien
Die Zahl der Angriffe ist über die Jahre
hinweg relativ gleich geblieben. Dennoch
ist ein starker Anstieg im Vergleich zum
Vorjahr zu verzeichnen (2013: 21, 2012:
10, 2011: 13). Vorfälle von Bedrohungen,
Beleidigungen und Pöbeleien haben sich
im Vergleich zum Vorjahr mindestens verdoppelt (2013: 10, 2012: 5, 2011: 11). Die
Meldungen von Sachbeschädigungen haben
gegenüber 2012 (18) zwar abgenommen,
aber im Vergleich zu 2011 (7) gab es erneut einen starken Anstieg (2013: 13).
Die Meldungen von Veranstaltungen mit
diskriminierendem, rechtsextremem Inhalt
haben sich im Vergleich zum Vorjahr auf
insgesamt 11 verdoppelt. Den Großteil

100

100
2011

97

2012

80

2013

60

80

60

63
55

40

40

1

0

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5

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21
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18

So

21

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ra
n

20

(Zahlenangaben der Grafik spiegeln die Anzahl der jeweiligen Vorfälle wider und sind keine Prozentangaben)

Pankower Register 2013

0

5

10

15

20

25

30

5
5

Januar

2011

7

2012

8
6

Februar

35

2013

13
6
3

März

18
12
5

April

7
18
7

Mai

12
14
16

Juni

22
3

Juli

10
10

August

10

22
33
15
7

September

11
6
13

Oktober

3
4
8

November

10
3
5

Dezember

8

0

5

10

15

20

25

30

35

(Zahlenangaben der Grafik spiegeln die Anzahl der jeweiligen Vorfälle wider und sind keine Prozentangaben)

aller Meldungen stellen mit insgesamt 97
Einträgen die Propagandadelikte dar. Hier
gab es im Vergleich zu den Vorjahren eine
drastische Steigerung (2012: 55, 2011: 63).
Tatmonate
Die Zahl der Vorfälle im Monat Januar ist
über die Jahre hinweg relativ gleich geblieben. Die Zahlen in den Monaten Februar
und März zeigen im Vergleich zu den Vorjahren einen starken Anstieg im Jahr 2013.
Genauso auffällig erscheint der Monat Juni,

in diesem Monat sind verstärkt Einträge
verzeichnet worden. Im Monat der Bundestagswahl, im August, gab es die meisten
Vorfälle - mit 33 Meldungen waren das
sogar mehr als im Wahljahr 2011. Jedoch
zeigt sich eine signifikante Abnahme der
Meldungen im Monat September, obwohl
dieser ebenfalls vom Wahlkampf geprägt
war. Der Oktober zeigt im Vergleich zu den
anderen Jahren eine starke Abnahme der
Meldungen.

11

12
2.3. Die Entwicklung vom
Rechtspopulismus bis hin zum
Neonazismus im Bezirk Pankow
2.3.1. Neonazismus
Generell wird als Neonazismus zum einen
ein politisch-organisatorisches Spektrum
von Parteien und Gruppierungen bezeichnet, zum anderen steht dieser Begriff für
eine politische Einstellung bzw. Orientierung und für eine Ideologie, die sich nach
der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus (NS) weiter positiv auf den NS
bezieht, ihn dabei einerseits verherrlicht
und andererseits verharmlost. Kern der
neonazistischen Ideologie ist die Vorstellung von einer natürlichen Ungleichheit
der Menschen. Zu dieser gehört auch die
Befürwortung eines ethnisch homogenen
Volkes und damit einhergehend die Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen,
die nicht in dieses Weltbild passen (z.B.
Migrant_innen, Homosexuelle, Juden und
Jüdinnen, Behinderte oder Obdachlose).
Propagiert und in der eigenen politischen
Organisation realisiert werden streng hierarchische, autoritäre und diktatorische
Verhältnisse.
Als zentrale neonazistische Akteur_innen
in Berlin können die Nationaldemokratische
Partei Deutschlands (NPD), ihre Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN),
das Spektrum der Autonomen Nationalist_
innen (AN) sowie die Partei Die Rechte gesehen werden. Insgesamt 50 Vorfälle sind der
NPD/JN zuzurechnen. Beide Strukturen,
Partei und Jugendorganisation, werden im
Kommenden zusammen betrachtet, da sich
eine starke Verbindung der NPD Pankow
und der JN abzeichnete. Die hohe Anzahl
von Meldungen im Gegensatz zu neun
Meldungen im Jahr 2012 lässt sich relativ

eindeutig auf den Bundestagswahlkampf
und die damit einhergehende Reaktivierung des NPD KV 8 Pankow zurückführen.
Den AN können 46 der eingegangenen
Meldungen zugerechnet werden, sodass
mit 96 Einträgen bei gut zwei Dritteln aller
Vorfälle von einem neonazistischen Hintergrund ausgegangen werden muss. Die enge
Verbindung der NPD mit den AN konnte
bereits 2011 und 2012 anhand der registrierten Meldungen festgestellt werden. Für
Gesamt-Berlin und auch für Pankow hat
der Wegfall der abgeschalteten Internetseite des Netzwerkes Nationaler Widerstand
(NW) Berlin dem Spektrum der AN ihre
wichtigste Form der Außendarstellung genommen. Gleichzeitig entstand aktuell das
Facebook-Profil der JN, das sich in Form
und Inhalt sehr stark an der früheren Seite
des NW Berlin orientiert.
Die Nationaldemokratische Partei
Deutschland (NPD)
Zwei der insgesamt 50 Vorfälle der NPD
waren Bedrohungen, Beleidigungen oder
Beschimpfungen. Darunter fällt eine Meldung, bei der NPD-Anhänger_innen beim
Aufhängen von Wahlkampfmaterial dem
Vorgang beiwohnende Partei-Gegner_innen bedrohten. In dem anderen Fall verschickte die NPD Berlin einen Brief an einen
Wahlkreiskandidaten der Piratenpartei mit
einem symbolischen Flugticket, auf dem
„Heimreise“ stand. So forderten sie den
Kandidaten auf, Deutschland zu verlassen
und nicht zurückzukehren.
16.09.2013 – NPD verschickt rassistischen Brief an Direktkandidaten der
Piratenpartei
Die NPD hat einen rassistischen Brief an
den Wahlkreiskandidaten der demokratischen Piratenpartei verschickt, in dem sie

Pankower Register 2013

ihn aufgefordert hat, das Land zu verlassen. Die „menschenverachtende multikulturelle Politik des machthabenden
Regimes“ und die „luxeriöse Gastfreundschaft“ habe dieser lang genug „genossen“ und solle nun nach „Hause“ zurück
fliegen. Beigelegt war ein Flugticket von
„Deutschland“ nach „Heimat“. Es wurde
Strafanzeige gegen die NPD gestellt.
Quelle: Prenzlauer Berg Nachrichten vom
16.09.2013 & Homepageeintrag der Piratenpartei
Pankow vom 17.09.2013

Wie im Wahlkampf 2011 bildeten die
Themen Asyl und Flucht sowie die Zuwanderung von Menschen aus Osteuropa
den Schwerpunkt der NPD im Bundestagswahlkampf 2013. Auch die Pankower NPD
griff diese Themen im Wahlkampf auf; die
häufige Nennung des Tatmotivs Rassismus
lässt sich darauf zurückführen. Hier fielen
allein 20 Meldungen auf die NPD/JN. Weitere vier Meldungen wurden der NS-Verherrlichung zugeordnet. Darunter fiel zum
einen das Agitieren gegen ein Mahnmal für
die Opfer der NS-Zwangssterilisation. Zum
anderen die Verharmlosung und gleichzeitige Ehrung des NS-Kriegsverbrechers
Erich Priebke. Weitere 21 Einträge haben
als Tatmotiv Rechte Selbstdarstellung und
drei weitere Fälle richteten sich gegen Politische Gegner_innen.
25.08.2013 – NPD steckt antiziganistische Flugblätter
In mehrere Briefkästen in Prenzlauer Berg
steckte die NPD antiziganistische Flugblätter mit dem Slogan „Geld für Oma
statt für Sinti und Roma“.
Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow
vom 25. August 2013

Neonazis/Autonome Nationalist_innen
Aus dem Spektrum der Neonazis/ AN gab
es insgesamt 46 gemeldete Vorfälle. Darunter zwei Angriffe und fünf Bedrohungen,
Beschimpfungen oder Beleidigungen. Zu den
Angriffen gehört eine Menschenjagd, eine
Person in Berlin-Buch wurde dabei über
eine längere Strecke hinweg verfolgt und
am Rande einer Gedenkdemonstration in
Berlin-Buch wurden Teilnehmende mit
einer Flasche beworfen. Als Bedrohungen
wurden bewertet: die Provokation gegenüber Betreiber_innen des Wahlkampfstandes von DIE LINKE, das Abfotografieren der
Politischen Gegner_innen bei Veranstaltungen oder Demonstrationen, die Beleidigung und Bedrohung eines Imbissbetreibers sowie die versuchte Unterwanderung
des „Runden Tisches Geschichte Buch“.
23.08.2013 – Provokation am Wahlkampfstand von DIE LINKE
Am 23.08.2013 hielt die Partei DIE LINKE von 14 bis 16 Uhr einen Wahlkampfstand am S-Bhf Buch ab. Gegen 14:30
Uhr erschienen zwei im Ortsteil bekannte
Neonazis, die erst durch fotografieren
die Personen am Informationsstand
bedrohten und provozierten. Auch kam
es zu einem fast tätlichen Angriff auf
den Wahlkreiskandidaten Stefan Liebich.
Ein Neonazi näherte sich ihm soweit,
dass kaum ein Stück Papier zwischen die
beiden Personen passte. Daraufhin wurde
die Polizei alarmiert. Bis die Polizei kam,
versuchten die Neonazis den Wahlkampftisch „abzuräumen“.
Quelle: DIE LINKE Pankow

Ein weiterer Schwerpunkt aus diesem
Gruppenspektrum war die Sachbeschädigung, die sich primär gegen den in Weißen-

13

14
see aufgestellten Container des Bündnisses
gegen den Thor-Steinar Laden richtete. Allein sechs von sieben Sachbeschädigungen,
die diesem Spektrum zugeordnet wurden,
richteten sich gegen den Container.
06.03.2013 – Container gegen den
Thor-Steinar-Laden beschmiert
Am Morgen des 6. März wurde festgestellt, dass die Container am Antonplatz,
die dazu einladen, Thor-Steinar-Kleidung
fachgerecht zu entsorgen, wieder neu
beschmiert wurden. So haben Unbekannte aus dem Schriftzug „Thor Steinar
entsorgen“ „Linke entsorgen“ gemacht;
statt „Kein Kiez für Nazis“ „Kein Kiez für
Linke“ zu lesen. Das Thor-Steinar-Logo,
das symbolisch in den Papierkorb geworfen wird, wurde übermalt.
Quelle: [moskito] - Netzwerkstelle
gegen Rechtsextremismus

Ein weiteres häufiges Tatmotiv stellt mit 15
Vorfällen das Vorgehen gegen Politische
Gegner_innen dar, gefolgt von dem Motiv
Rechte Selbstdarstellung mit 15 Meldungen. Mit insgesamt 13 Meldungen steht die
NS-Verherrlichung als Tatmotiv an dritter
Stelle. Das Motiv Rassismus wurde nur ein
Mal genannt.
02.02.2013 – Neonazistische Schmierereien in Buch
Anwohner_innen entdeckten eine neonazistische Schmiererei mit der Parole
„Anti-Antifa Berlin“ auf einem Kleidercontainer in der Nähe vom Norma-Marktes sowie eine Hakenkreuz-Schmiererei
ebenfalls in der Nähe des Marktes. Auch
wurden Schmierereien in der WolfgangHeinz-Straße und in der Bruno-ApitzStraße entdeckt.
Quelle: DIE LINKE Pankow

2.3.2. Neue Rechte
Die Neue Rechte ist eine ideologische
Strömung von eher intellektuellen Konservativen, die sich vom alt-rechten, neonazistischen und gewaltbereiten Spektrum
bewusst abgrenzen wollen. Im Kern der
Ideologie wird eine Art „Ethnopluralismus“
vertreten, der aber auf politische Homogenität statt auf innergesellschaftlichen Pluralismus setzt. Als eine Art Think Tank der
Neuen Rechten fungiert dabei das „Institut
für Staatspolitik“. Auf dem sogenannten
„Zwischentag“, der 2013 in Berlin stattfand, trafen sich bis zu 700 Neonazis bis
Rechts-Konservative um eine gemeinsame
Vernetzung voranzutreiben.
Eine Vertreterin dieses Spektrums ist die
Ende 2012 in Deutschland und Berlin
hauptsächlich bei Jugendlichen unter dem
Namen Identitäre Bewegung. Sie übernahm
hierbei das Modell des in Frankreich schon
seit Anfang der 2000er Jahre existierenden
Bloc identitaire, der hauptsächlich gegen
den Multikulturalismus und gegen die Gefahr der Islamisierung hetzt. In direkten
Aktionen wie Flashmobs oder Formen der
Spaßguerilla versuchen die Anhänger_innen hierbei an populäre Jugendkulturen
anzuknüpfen. In Deutschland und Berlin
blieb die Identitäre Bewegung bis auf ein
paar Ausnahmen eine virtuelle Form, die
sich primär über Facebook, YouTube und
die Zeitschrift Blaue Narzisse artikuliert.
In Pankow trat diese Bewegung in vier Propagandadelikten in Form von Aufklebern in
Erscheinung. Veranstaltungen oder Aktionen fanden im Bezirk 2013 nicht statt. Die
Aufkleber stellten allesamt eine Selbstdarstellung ihrer „Bewegung“ dar.
29.01.2013 Identitäre Aufkleber
entfernt
Anwohner_innen entdeckten in der

Pankower Register 2013

Raumerstraße geklebte Aufkleber der
Identitären und entfernten diese.
Quelle: DIE LINKE Pankow

2.3.3. Rechtspopulismus
Die rechtspopulistische Politik vertritt autoritäre Politikkonzepte. Allerdings handelt es sich beim Rechtspopulismus eher
um eine politische Strategie als um eine
geschlossene rechtsextreme Ideologie.
Ziel dieser Strategie ist es, autoritäre und
rechte Vorstellungen zu verbreiten. Kennzeichen dafür sind inszenierte Tabubrüche,
das Einfordern radikaler Lösungen und das
Propagieren von Verschwörungstheorien.
Eine zentrale rechtspopulistische Aussage
lautet, dass für Probleme des „einfachen
Volkes“ eine „korrupte Elite“ verantwortlich sei. Als „korrupte Elite“werden Regierungsapparate, Konzerne, Parteien oder
Lobbyverbände angesehen.Unter dem Begriff „Volk“ wird eine ethnisch-homogene
Gemeinschaft verstanden, was eine strikte
Abgrenzung gegen andere ethnische und
religiöse Gruppen nach sich zieht. Drehund Angelpunkt rechtspopulistischer Politik ist aktuell der „Kampf gegen die Bedrohung durch den Islam“, der seinen Ausdruck
z.B. in bundesweiten Protesten gegen den
Bau von Moscheen findet. Somit ist für
den Rechtspopulismus der letzten Jahre
das offene Propagieren von Islamfeindlichkeit und antimuslimischem Rassismus charakteristisch. Bei Themen wie Abtreibung,
Förderung von Ehe und Familie oder auch
Bildungspolitik ähneln ihre Positionen oft
denen von Konservativen.
Die Freiheit – Partei für mehr Freiheit
und Demokratie
Die Partei Die Freiheit ist in Pankow besonders verankert. Ihre Parteigründung

wurde von dem ehemaligen Vorsitzenden
der CDU Berlin-Pankow René Stadtkewitz
initiiert. Dieser ist seit Gründung der Partei
2010 ihr Vorsitzender und kandidierte bei
den Abgeordnetenwahlen in Pankow im
Wahlkreis 5. Diese Verbindung zum Bezirk wird auch in der Selbstdarstellung der
Partei hervorgehoben:
„Der Berliner Bezirk Pankow ist gewissermaßen die Keimzelle der Bürgerrechtspartei Die
Freiheit. Schon 2006 gründete sich hier die
Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger e.V. (IPAHB) als Widerstand
gegen die mittlerweile gebaute Moschee der
Ahmadiyya-Sekte vor Ort. Bei der IPAHB
begann auch René Stadtkewitz Beschäftigung mit dem Islam und seiner politischen
Ideologie.“ 2
Die IPAHB trat im letzten Jahr nicht in Erscheinung, auch ihre Internetpräsenz wurde offline gestellt. Die Freiheit trat einmal
in Pankow-Heinersdorf in Erscheinung, als
eine Verarbeitungsanlage in einem Gewerbegebiet errichtet werden sollte. Auf einer
Informationsveranstaltung hetzten Vertreter_innen der Partei rassistisch gegen den
Geschäftsführer und gleichzeitig wurde
sich islamophob geäußert.
12.03.2013 – Die Freiheit agitierte
gegen Fabrik in Heinersdorf
Auf einer Informationsveranstaltung der
BVV in Heinersdorf zu einer geplanten
Fabrik in Heinersdorf meldeten sich
Anhänger von Die Freiheit und hetzten
gegen den Geschäftsführer rassistisch,
ebenso äußerten sie sich islamophob. Auf
ihrer Homepage kündigt René Stadtkewitz weitere Proteste an.
Quelle: Berliner Zeitung, Die Freiheit

2 Zit. nach URL: http://berlin.diefreiheit.org/pankow

15

16
Im Zuge des prozentual betrachtet hohen
Abschneidens der Partei Alternative für
Deutschland (AfD) bei den Bundestagswahlen insgesamt, wurde u.a. von René Stadtkewitz empfohlen, die Partei Die Freiheit
aufzulösen und in die AfD überzutreten.
Mehrere hundert Mitglieder von Die Freiheit taten dies bereits vor dem öffentlichen
Aufruf. Obwohl die Partei AfD verkündete,
keine Mitglieder dieser Partei aufzunehmen, folgten bisher keine Konsequenzen
im Zuge der Beitritte.
Alternative für Deutschland (AfD)
Diese neue Partei gründete sich im März
2013. Als eurokritische Partei weist sie von
Anfang an auch Tendenzen zum Rechtspopulismus auf. Von Anfang an wurde die
Partei von der rechten Tageszeitung Junge Freiheit lanciert und Politiker_innen der
AfD veröffentlichten in dieser Zeitung. In
ihrem ersten Programm zur Wahl versuchte
die Partei ein Image, das sie in die „Rechte Ecke“ drängen könnte, zu vermeiden,
jedoch fällt sie immer wieder mit personellen Verbindungen zu Mitgliedern mit
rechtspopulistischen Aussagen auf. Da
die Partei sich noch in einem Gründungsund Konsolidierungsprozess befindet,
kann noch nicht von einer einheitlichen
rechtspopulistischen Partei ausgegangen
werden. Aber gerade der Beitritt einer großen Zahl ehemaliger Mitglieder der Partei
Die Freiheit und die rechts-konservative bis
rechtspopulistische politische Gesinnung
einer großen Zahl von Mitgliedern der Partei lassen eine rechtspopulistische Tendenz
erkennen.
Wir haben uns entschieden, die gemeldeten Vorfälle rund um die AfD mit in das
Register aufzunehmen, weil die Partei sich
aktuell immer noch im Prozess der Konstituierung befindet und wir es als unsere

Aufgabe sehen frühzeitig zu beobachten,
inwiefern die Partei sich stärker dem
rechtspopulistischen Lager zu ordnen lässt.
In Pankow trat die Partei ausschließlich
im Wahlkampf sechs Mal in Erscheinung,
hauptsächlich durch Informationsstände.
27.06.2013 – „Alternative für
Deutschland“ führt Informationsstand durch
Gegen 17:00 Uhr führte die AfD einen
Informationsstand auf dem Antonplatz
durch.
Quelle: Licht-Blicke – Netzwerk für Demokratie

2.4. Aktivitäten gegen Flüchtlingsunterkünfte
Im August 2013 gab das Bezirksamt Pankow bekannt, dass im Dezember 2013 in
der Mühlenstraße eine neue Flüchtlingsunterkunft errichtet wird, die Platz für insgesamt 220 Menschen bietet. Hintergrund
ist, dass das Land Berlin mehr Flüchtlinge
unterbringen muss und somit das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso)
alle Bezirke verpflichtet hat, die Aufnahmekapazitäten für weitere Flüchtlinge zu
prüfen und geeignete Objekte zur Verfügung zu stellen.
Für die Entwicklung einer Willkommensstimmung gegenüber den Flüchtlingen
bildeten sich zwei größere Unterstützer_innenkreise: Zum einen die Initiative
„Solidarität mit den Geflüchteten in Pankow“, die [moskito] mit ins Leben gerufen
hat. Zum anderen ein Unterstützer_innenkreis im Stadtteilzentrum Pankow. In
einer weiteren vom Bezirksamt einberufenen Gesprächsplattform wurden neben
diesen Kreisen auch Kirchen und sozialen

Pankower Register 2013

Verbände an einen Tisch berufen, um einen Austausch über geplante Aktivitäten
herzustellen. Daneben gab und gibt es
Kreise in Schulen und Kitas, die sich für
eine Willkommensstimmung gegenüber
den Geflüchteten einsetzen. Die positive
Stimmung gegenüber dem Heim findet ihren Ausdruck in zahlreichen Sachspenden
und vielen Aktivitäten zur Unterstützung
der Flüchtlinge.
Mobilisierung von Rechts gegen die
Flüchtlingsunterbringung auf Facebook
Neben dieser positiven Willkommenshaltung gab es aber auch von Anfang an Bestrebungen, gegen die neu entstandene Flüchtlingsunterkunft Stimmung zu machen. Kurz
nach der Bekanntgabe zur neuen Flüchtlingsunterkunft wurde am 20. August
eine Facebook-Gruppe mit dem Namen
„Asylantenheim in Pankow“ gegründet.
Ähnlich wie auf der Seite der sogenannten
Bürgerinitiative in Marzahn-Hellersdorf artikulierten sich hier kritische Stimmen und
die Betreiber_innen der Seite versuchten,
Stimmung gegen die Unterkunft zu erzeugen. Eines der ersten Postings verwies auf
ein Video, das Ausschreitungen gegenüber
Flüchtlingsunterkünften in Rostock-Lichtenhagen 1993 zeigte. Unterlegt war dies
mit dem Lied „Deutschland im Herbst“ der
Band „Böse Onkelz“. Der Kommentar der
Facebook-Gruppe dazu war: „Das Video
erinnert an die damaligen Ausschreitungen am bzw. um das Asylbewerberheim
in Rostock-Lichtenhagen. Steht dies Berlin
im Dezember 2013 etwa auch bevor? Die
Sorge ist groß und nicht ganz unbegründet“. Immer wieder versucht sich die Seite
als besorgt um derartige Entwicklungen zu
inszenieren, jedoch konnte die FacebookSeite keine größere Dynamik entwickeln
und erreichte bis zum Abschalten Ende De-

zember gerade mal 139 Likes. Die Nähe zu
NPD/JN bzw. Sympathien diesen beiden
Vereinigungen gegenüber bewies die Seite, indem sie in ihrem letzten Posting eine
Aktion der JN darstellte, bei dem Sprechblasen an der Unterkunft angebracht wurden. In ihrem Kommentar zu dem Posting
heißt es: „Wen es nicht interessiert, der
möge einfach unnütze Kommentare lassen, wir posten weiterhin ALLES was mit
dem Flüchtlingsheim in Pankow zu tun hat,
und dazu gehören nun mal ALLE Aktionen, egal ob dafür oder dagegen!“ Jedoch
wurde in keinem Posting der Seite auf die
Aktionen der Unterstützer_innengruppen
(z.B. Spendenaktionen) verwiesen. Ebenso
wurden Debatten, die sich kritisch mit der
Positionierung der Seite beschäftigten, im
Nachhinein gelöscht.
Eine zweite Facebook-Seite mit dem Namen „Nein zum Heim in Pankow“ entstand
am 30. Dezember; sie bekam binnen weniger Tage knapp 400 Likes. Diese Seite
bezieht sich explizit auf die Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf. Nicht nur durch
Form und Sprache kann ebenfalls eine Nähe
zur bundesweiten Seite „Keine weiteren
Asylantenheime in Deutschland“ hergestellt werden, sondern auch durch eine
direkte Verlinkung. So lässt sich zwar die
schnell entstandene und hohe Zahl von
„Likes“ auf der Pankower Facebook-Seite
(FB-Seite) erklären, jedoch lassen sich daraus bisher keine Rückschlüsse auf die Verbreitung der tatsächlichen Ablehnung der
Unterkunft unter den Pankower_innen ziehen. Auf der neuen FB-Seite in Pankow wird
ein offen rassistischer Diskurs bedient. So
wurde beispielsweise am 13. Januar 2014
ein Bild mit dem Schriftzug „Refugees go
home“ gepostet.

17

18
Bürger_innenversammlung – kritische
Stimmen gegen das Heim sollten gebündelt werden
In einem Brief von unbekannten Verfasser_innen, der am 26. August 2013 in der
Umgebung der Unterkunft in die Briefkästen der Anwohner_innen verteilt wurde,
wurde kritisch darauf verwiesen, dass das
Bezirksamt die Form der Bürger_innenversammlung nicht für den geeigneten Weg
hält, über die neue Flüchtlingsunterkunft
zu informieren. 3 In dem Brief wurde dazu
aufgerufen, dass „all jene, die mit der
Vorgehensweise des Bezirksamts eher
unzufrieden, an einem friedlichem Zusammenleben interessiert sind und keine Lust
auf Zustände (Gewalt und Polizeieinsätze)
haben“, sich gemeinsam am 01. September
treffen könnten. Ziel sei ein Erfahrungsund Meinungsaustausch „ohne rechte
Hintergedanken“.
Viele Pankower_innen aus dem zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Bereich
nutzten die Gelegenheit und erschienen
ebenfalls auf dem Treffen, um mit den „Kritiker_innen“ zu diskutieren. Die ganze Zeit
über gaben sich die Verfasser_innen des
Briefes nicht zu erkennen. Kleinere Diskussionsrunden entstanden, bis die Polizei den Platz langsam räumen ließ. Abseits
des Geschehens beobachtete eine Gruppe
von ca. zehn Neonazis das Treffen. Nach
dieser nicht durchgeführten Bürger_innenversammlung gab es keinen öffentlichen
Aufruf mehr.
3 Hintergrund dieser Entscheidung des Bezirksamtes waren
die negativen Erfahrungen aus der Bürger_innenversammlung in Marzahn-Hellersdorf, aber auch aus der Bürger_
innenversammlung 2007 zur Errichtung einer Moschee in
Heinersdorf. In beiden Fällen hatten rechtsextreme Aktivist_innen/Parteifunktionär_innen die Versammlungen
vereinnahmt bzw. dominiert. In Marzahn-Hellersdorf kam
es dazu, dass sowohl Sebastian Schmidtke, Parteivorstand
der NPD Berlin, als auch Maria Frank, Vorstand der RNF
Berlin, das Wort ergriffen, um in rassistischer Art und
Weise gegen Geflüchtete zu mobilisieren.

2.5. Detaillierte Auswertung der
Vorfälle in Pankow
Im Folgenden wird auf die Tatkategorien
Angriffe, Bedrohung/Beleidigung/Pöbelei,
Sachbeschädigung und Propaganda ausführlicher eingegangen. Neben den zusammengefassten Fakten werden exemplarisch
Vorfälle aus der Chronik 2013 dargestellt.
Angriffe
Im Jahr 2013 gab es insgesamt 21 Angriffe
im Bezirk Pankow. Durch den Standardisierungsprozess mit den anderen Berliner
Registern werden ab 2013 nicht mehr Beleidigungen, Beschimpfungen und Pöbeleien unter dieser Kategorie gefasst. Vielmehr
handelt es sich bei dieser Kategorie um
strafrechtlich relevante An- und Übergriffe. Unter dieser Vorgabe wurden die
unter „Angriffe“ registrierten Meldungen
der letzten Jahre nochmals analysiert und
es zeigte sich, dass ihre Zahl im Vergleich
zum letzten Jahr leicht gestiegen ist. Im
Drei-Jahres-Vergleich hält sie sich aber auf
einem relativ konstanten Niveau (2013:21,
2012: 10, 2011: 13).
Weiterhin hoch ist die Zahl der rassistisch
motivierten Angriffe. Bei sieben Vorfällen
stellt dieses Motiv den Tathintergrund dar.
Es kann zwar (noch) nicht von einem Anstieg rassistisch motivierter Gewalt gesprochen werden, jedoch sind zwei Fälle,
in denen Imbissbetreiber Opfer von rassistischer Gewalt wurden, beunruhigend.
Ebenso erschütternd ist die Gewalttat
gegen einen jungen Mann, dem in den
Rücken gesprungen wurde.
15.06.2013 – Sprung in den Rücken
Ein 30-Jähriger war gegen 23:15 Uhr in
der Naugarder Straße unterwegs, als ihm

Pankower Register 2013

ein Unbekannter plötzlich von hinten in
den Rücken sprang. Anschließend schlug
der Angreifer seinem Opfer die Brille
aus dem Gesicht und ging ihn verbal mit
rassistischen Worten an. Danach entkam
der Mann in unbekannte Richtung. Der
Attackierte zog sich eine leichte Verletzung am Auge zu und wollte sich selbst in
ärztliche Behandlung begeben.

einen Schlagabtausch, der Pöbler zog sich
eine geplatzte Lippe zu.
Quelle: Zentrum für Demokratie
Treptow-Köpenick

Die meisten Angriffe ereigneten sich im
Prenzlauer Berg (11), gefolgt von BerlinBuch (5), Pankow (4) und Weißensee (1).

Quelle: Pressemitteilung der Polizei
vom 16.06.2013

Dreimal wurden Politische Gegner_innen
Ziel von Angriffen. Dabei handelte sich
zweimal um Flaschenwürfe gegen Personen und einmal um eine Verfolgungsjagd
durch Neonazis. Im Jahr 2013 gab es zusätzlich zwei Angriffe, die sich gegen Menschen mit Behinderungen richteten. Zum
einen wurde ein Mensch, der nicht sehen
kann, beleidigt und geschubst. Und zum
anderen wurde ein Mensch mit Trisomie 21
sowie dessen Begleitung erst angepöbelt
und dann bespuckt.
21.02.2013 – Behindertenfeindlicher
Angriff
Gegen 17:30 Uhr kam es auf dem S-Bhf
Schönhauser Allee zu einer körperlichen
Auseinandersetzung mit behindertenfeindlichem Hintergrund. Eine weibliche
Person mit Trisomie 21 saß zusammen
mit Begleitung auf einer Bank am hinteren Ende des Bahnhofes, als ein Mann an
den beiden vorbeikam, sich umdrehte und
das Mädchen als „Mongolen-Krüppel“
betitelte. Daraufhin solidarisierten sich
anwesende Menschen mit dem betroffenen Mädchen und der Begleitung. Der
Pöbler reagierte daraufhin gereizt, stieß
die Begleitung beiseite und spuckte dem
Mädchen ins Gesicht. Danach kam es zu

Neonazistische und unbekannte
Täter_innen
Drei der insgesamt 21 Angriffe wurden
dem neonazistischen Spektrum zugeordnet. Hier handelte es sich zum einen um
die Menschenjagd in Berlin-Buch. Der
zweite Vorfall ereignete sich ebenfalls in
Berlin-Buch. Hier kam es am Rande der
Dieter-Eich-Gedenkdemonstration
zur
Bedrohung von Teilnehmer_innen der
Demonstration, indem Neonazis – sogenannte Anti-Antifa-Aktivist_innen – die
Teilnehmenden abfotografierten. Am Ende
der Demonstration wurden Flaschen auf
die Demonstrant_innen geworfen.
Die restlichen Meldungen konnten nicht
eindeutig dem neonazistischen Spektrum
zugeordnet werden. Deswegen wird von
unbekannten Täter_innen gesprochen.
Hierbei handelt es sich um alle rassistischen
Angriffe sowie um die beiden Vorfälle mit
einem behindertenfeindlichen Motiv. Die
Täter_innen scheinen aus verschiedenen
Spektren zu kommen.
Bedrohung, Beleidigung, Pöbelei
Im Unterschied zu den letzten Jahren wird
diese Kategorie ab 2013 neu aufgeführt.
Grund ist die Standardisierung von bisher
bestehenden Kategorien der Berliner Register. Insgesamt zehn Mal wurde diese
Kategorie verzeichnet. Ähnlich wie bei den
Angriffen wird auch in dieser Kategorie bei

19

20
insgesamt sieben Vorfällen als Motiv Rassismus genannt und ist somit das meist
genannte Motiv. So kam es zu einer rassistischen Bedrohung eines Imbissmitarbeiters,
ein Mensch wurde in der Tram rassistisch
beleidigt und die NPD hat während ihres
Wahlkampfes einen rassistischen Brief an
einen Wahlkreiskandidaten der Piratenpartei in Pankow verschickt.
01.05.2013 – Mitarbeiter_in eines
Imbisses rassistisch bedroht
Gegen 23:45 Uhr haben zwei Neonazis
im Imbiss Berliner Allee/ Ecke Rennbahnstraße (Ossis Bistro) eine_n Mitarbeiter_
in bedroht. Stark alkoholisiert versuchten
sie durch Androhung von Gewalt die
Zeche zu prellen. Dabei vielen Sätze
wie „Dummer Türke, du musst für uns
arbeiten. Sei froh, dass du überhaupt hier
sein kannst, wenn es nach mir geht, sollte
man dich vergasen.“ Später zeigten sie vor
dem Geschäft mehrfach den Hitler-Gruß.
Quelle: AINO

In vier Fällen waren die Bedrohungen gegen
die politische Gegner_innen gerichtet. So
fotografierten sogenannte Anti-Antifa-Aktivist_innen ihre politische Gegner_innen
auf deren Veranstaltungen. Des Weiteren
kam es zu einer Provokation am Wahlkampfstand der Partei DIE LINKE in Berlin-Buch; während einer Filmvorführung
im Bürgerhaus Buch versammelten sich
ca. zehn Neonazis vor dem Haus und versuchten durch ihre Präsenz zu provozieren.
05.11.2013 – Neonazis bei der Filmvorführung „Blut muss fließen“
Eine Gruppe von ca. zehn Neonazis hielt
sich außerhalb des Bürgerhauses Buch
während der Filmvorführung „Blut muss

fließen – Undercover unter Nazis“ auf.
Die Veranstaltung thematisierte die
Rechtsrock-Szene. Es kamen ca. 140
Menschen, um sich über dieses Phänomen zu informieren.
Quelle: [moskito] - Netzwerkstelle
gegen Rechtsextremismus

In einem Vorfall, dem das Motiv der Rechten Selbstdarstellung zugrunde liegt, versuchten Neonazis den „Runden Tisch Geschichte Buch“ zu besuchen und zu stören.
Dies konnte weitestgehend durch die Ausübung des Hausrechtes verhindert werden.
05.08.2013 – Versuchte Unterwanderung des „Runden Tisches Geschichte
Buch“
Bei der öffentlichen Sitzung des „Runden
Tisches Geschichte Buch“ kam es zu einer
Bedrohung durch vier rechtsorientierte
junge Menschen. Drei Personen wurde
sofort der Aufenthalt in den Räumlichkeiten durch die Ausübung des Hausrechtes
untersagt. Eine vierte Person nahm eine
Stunde an der Sitzung teil und versuchte diese auf neonazistische Themen
zu lenken. Dies konnte unterbunden
werden. Der „Runde Tisch Geschichte
Buch“ beschäftigt sich mit der Geschichte
Buchs vor, während und nach der Zeit des
Nationalsozialismus. Mitglieder sind auch
zwei Bürger_innen, die das Bundesverdienstkreuz für die Würdigung ihrer
Arbeit bekommen haben. Sie setzten
sich u.a. mit Ausarbeitungen zum Thema
Euthanasie, Zwangsarbeit, Zwangssterilisation, Umgang mit Patienten während
des Nationalsozialismus auseinander.
Der geschilderte Vorfall hatte bei allen
Beteiligten einen bedrückenden Eindruck
hinterlassen.	
Quelle: Bezirksamt Pankow

Pankower Register 2013

Neonazistische und unbekannte
Täter_innen
Neonazis wurden bei vier der insgesamt
13 Meldungen als Täter_innen genannt.
Zusammen mit den zwei Vorfällen, die
der NPD zugeordnet wurden, machte dies
mehr als die Hälfte aller Einträge aus. Alle
Vorfälle richteten sich gegen die Politische
Gegner_in oder bezogen sich auf eine Rechte Selbstdarstellung. In nur einem Vorfall
war Rassismus das Motiv.
Bei unbekannten Täter_innen war das
Hauptmotiv Rassismus. In einer Meldung
war das Motiv Trans-/Homophobie.
Sachbeschädigung
Die meisten Sachbeschädigungen richteten sich 2013 gegen den Container
des Bündnisses gegen den Thor-SteinarLaden in Weißensee. Insgesamt sechs der
14 Vorfälle sind darauf zurückzuführen.
Im Zuge des Aufstellens des Containers
auf dem Antonplatz kam es schon 2012
immer wieder zum Beschmieren oder Unkenntlich-Machen der eigentlichen Botschaft des Containers. Diese zielt darauf
ab, dass hier Kleidungsstücke der bei Neonazis beliebten Modemarke ThorSteinar,
„fachgerecht“ entsorgt werden können.
Der Container machte auf den in der Berliner Allee ansässigen Laden aufmerksam,
der Thor-Steinar-Kleidung vertreibt.
13.06.2013 Container der Initiative
gegen den Thor-Steinar-Laden beschmiert
Der Container am Antonplatz wurde erneut beschmiert, die Internet-Adresse des
Bündnisses gegen den Thor-Steinar-Laden
sowie die Parole „Thor Steinar fachgerecht entsorgen“ wurden übersprüht.
Quelle: Bündnis gegen den Thor-Steinar-Laden

Insgesamt sieben Vorfälle aus dem Bereich
der Sachbeschädigung hatten die Adressierung der Politischen Gegner_in zum Tatmotiv. Als zweit häufigstes Motiv konnte
bei den Meldungen NS-Verherrlichung
identifiziert werden. Zwei Meldungen
aus Weißensee berichteten davon, dass
an eine Friedhofsmauer Hakenkreuze gesprüht wurden. In Berlin-Buch wurde am
26. März das Denkmal für die Opfer der
NS-Euthanasie mit Hakenkreuzen und SSRunen beschmiert.
26.03.2013 Denkmal für die Opfer der
NS-Euthanasie geschändet
Unbekannte haben das Mahnmal auf
dem Campus Berlin-Buch mit Hakenkreuzen geschändet. Sie besprühten die Figur
des Kindes sowie die Stelen mit dem
„Hakenkreuz“ in rot und schwarz sowie
mit dem Wort „Lüge“ und der Zahl „88“.
Das Mahnmal hatten das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch, die Max-PlanckGesellschaft (MPG) und die Deutsche
Forschungsgemeinschaft im Jahre 2000
zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Euthanasieverbrechen und
ihren Missbrauch durch Medizin und Forschung errichtet. Auf dem Campus hatten
von 1939 bis 1944 Wissenschaftler des
damaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für
Hirnforschung in Berlin-Buch Gehirne
von Euthanasieopfern für Forschungszwecke benutzt.
Quelle: BBB Management GmbH
Campus Berlin-Buch

Ebenso gab es zwei Vorfälle mit dem Motiv
Antisemitismus. Darunter fällt ein Vorfall,
bei dem in die Fensterfassade der Kunsthalle in Weißensee Hakenkreuze und der

21

22
Spruch „Scheiß Juden“ eingeritzt wurde.
24.08.2013 Hakenkreuz- und „Scheiß
Juden!“-Schmiererei
Wahrscheinlich in der Nacht vom 23. auf
den 24. August wurden an die Kunsthalle am Hamburger Platz Hakenkreuze
geschmiert. Ebenfalls wird der Slogan
„Scheiß Juden!“ geschmiert und Aufkleber der Neuen Rechten „Identitären Bewegung“ mit dem Slogan „Jugend an die
Macht“ geklebt. In der Kunsthalle fand
zur Zeit der Tat die Ausstellung „Verliebte
Künstler(&lachende Dritte)“ statt.
Quelle: Weißensee Kunsthochschule Berlin

Insgesamt wurden acht der registrierten
Vorfälle von Neonazis begangen sowie
sechs weitere unbekannten Täter_innen
zugeordnet.
Propaganda
Der Großteil der Meldungen fielen unter
die Tatkategorie Propaganda. Insgesamt
97 aller Vorfälle sind darunter eingeordnet
worden. Davon entfielen allein 42 auf den
Ortsteil Berlin-Buch, 18 auf die Bezirksregion Pankow, 12 auf Prenzlauer Berg und
neun auf Weißensee. Weitere elf Einträge
wurden dem Bereich Internet zugeordnet,
wenn sich der Vorfall auf den Bezirk Pankow bezog. Im Zusammenhang mit dem
Bundestagswahlkampf sind 44 der Vorfälle
der NPD/JN zugeschrieben worden sowie
31weitere Vorfälle informell oder nicht organisierten Neonazis. Demzufolge haben
75 aller Propagandameldungen einen neonazistischen Hintergrund und machen so
weit mehr als zwei Drittel aller Einträge dieser Kategorie aus. Werden die Meldungen
von der Partei Alternative für Deutschland
(AfD) (2), der Partei REPUBLIKANER (2)

und der Neuen Rechten (4) hinzugezogen,
zeigt sich, dass nur ein ehr kleiner Teil der
Vorfälle nicht eindeutig dem neonazistischen oder rechtspopulistischen Spektrum
zuzuordnen ist (14).
Dies spiegelt sich auch in den Motiven wider. So lag 45 der Delikte Rechte Selbstdarstellung zugrunde, 23 hatten als Motiv
Rassismus, 17 bezogen sich auf NS-Verherrlichung und sieben Mal wurden Politische
Gegner_innen adressiert.
12.02.2013 Flugblätter für Neonaziaufmarsch in Dresden gefunden
In der Ringbahn Höhe Greifswalder Straße wurden Flugblätter für einen Neonaziaufmarsch in Dresden gefunden.
Quelle: EAG

22.08.2013 NPD Pankow agitierte
gegen neu entstehende Flüchtlingsunterkunft
Auf der Homepage der NPD Pankow
sowie auf der Facebookseite der JN
Berlin wurde gegen die neu entstehende
Flüchtlingsunterkunft in Pankow agitiert.
Die Überschrift lautete „Kein Asylbewerberheim in Pankow“. Abgebildet war ein
Flyer mit dem Slogan „Einmal Deutschland und zurück“.
Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom 22.
August 2013

Pankower Register 2013

2.6. Arbeitsthesen 2014
Aus der Auswertung der registrierten Fälle
des vergangenen Jahres lassen sich für das
Jahr 2014 folgende Arbeitsthesen ableiten:
These 1: Der Alltagsrassismus wird stärker zunehmen. Der Bundestagswahlkampf
der NPD/JN war stark durch rassistische
Hetze gegen Flüchtlinge, insbesondere
gegen Sinti und Roma geprägt. Ebenso
gab es immer wieder Versuche, gegen die
neu entstandene Flüchtlingsunterkunft zu
mobilisieren, auch wenn dies in Pankow
bisher (noch) nicht auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Jedoch ist festzustellen,
dass ein berlinweiter rassistischer Diskurs
gegenüber Asylbewerber_innen existiert.
Das zeigt sich unter anderem in den rassistisch konnotierten Medienberichten gegen
das Flüchtlingscamp am Oranienplatz in
Kreuzberg. Zugleich werden nach wie vor
rassistisch motivierte Propaganda und Aktivitäten gegen die Flüchtlingsunterkunft
in Marzahn-Hellersdorf organisiert.
Wir gehen davon aus, dass der Rassismus
im Alltag nicht abnehmen, sondern im
Gegenteil zukünftig Meldungen mit dem
Tatmotiv „Rassismus“ auch im Pankower
Register noch zunehmen werden. Berlin ist
im Jahr 2014 verpflichtet, weiteren 4.000
Geflüchteten eine Unterkunft zu bieten.
Die Mobilisierungen gegen die Flüchtlingsunterkünfte im Jahr 2013 u.a. in MarzahnHellersdorf, in Reinickendorf sowie in
Charlottenburg-Wilmersdorf zeigen, dass
das Thema Flüchtlingsunterkünfte genutzt
wird, um rassistische Ressentiments aufzuladen. Rassistische und fremdenfeindliche Ressentiments reichen bis weit in die
Mitte der Gesellschaft. In einer Umfrage
der Berliner Zeitung stehen rund 21 Pro-

zent der Berliner Bevölkerung einer Flüchtlingsunterkunft in ihrer Gegend ablehnend
gegenüber. Rassistische Ressentiments
werden dabei nicht nur von den rechtsextremen Parteien und Akteuren geschürt,
sondern auch durch bürgerliche Parteien
wie der CSU oder der AfD mit ihrer Forderung nach Abschiebung von sogenannten
Wirtschaftsflüchtlingen. Die somit in der
Öffentlichkeit legitimierte Skepsis und die
scheinbar in der Bevölkerung verankerte
Ablehnung gegenüber Zuwanderung könnten Neonazis als Steilvorlage dienen, ihre
extremen rassistischen Positionen zu etablieren und beispielsweise gezielt Veranstaltungen gegen die Flüchtlingsunterkunft
in Pankow durchzuführen.
In Hinblick auf die starke Zunahme an rassistisch motivierten Vorfällen im Zusammenhang mit dem rassistischen Bundestagswahlkampf der NPD/JN im Jahr 2013
wird von einer ähnlichen Entwicklung im
Vorfeld der Europawahlen im Mai 2014
auszugehen sein.
These 2: Die parlamentarischen Ausschüsse und Erkenntnisse journalistischer Recherchen zum Thema NSU
zeigen, dass die staatlichen Behörden
Verfassungsschutz und Polizei bei der
Ermittlung gegen rechtsextremen Terrorismus versagt haben. Aus diesem
Grund bedarf es um so mehr eines starken
zivilgesellschaftlichen Engagements gegen
Neonazis, Rassismus und Antisemitismus,
um vorbeugend gegen rechtsterroristische
Bestrebungen zu wirken – auch in Pankow.
Zwei Jahre nach der Aufdeckung der
rechtsterroristischen Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) zeigen die
Untersuchungsausschüsse massives Versagen der staatlichen Behörden auf. In den

23

24
Untersuchungsergebnissen wird immer
wieder darauf hingewiesen, dass die aufgeladene rassistische und nationalistische
Stimmung Anfang der 1990er Jahre in der
BRD die Entwicklung eines rechtsextremen
Terrorismus in der Form des NSU hervorbrachte. Alle in die NSU-Entwicklung involvierten Personen wurden in dieser Phase
rechtsextrem politisiert.
Da es momentan wieder zu einer stärkeren rassistischen Stimmung gegenüber
Flüchtlingen kommt, bedarf es genau
jetzt eines starken zivilgesellschaftlichen
Engagements gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Antisemitismus. Nur die
Offenheit zur Auseinandersetzung und

ein kontinuierliches Engagement von Behörden, Verwaltung, Verbänden und sozialen Trägern können auf lange Sicht ein
zukünftiges demokratisches Miteinander
gewährleisten.
These 3: Verstetigung der Verbindung von
Autonomen Nationalist_innen und NPD/
JN in Pankow. Durch die Ereignisse im Jahr
2013 ließen sich Verbindungen zwischen
NPD und Autonomen Nationalisten – gerade
in Berlin-Buch – vermuten. Es wird sich
im Jahr 2014 zeigen, ob die Verbindungen
stärker ausgebaut werden. Auch wird sich
zeigen, ob die NPD Pankow sich als Akteur
gegen Flüchtlingsunterkunft in Pankow positionieren kann.

Bild: strassenstriche.net | Creative Commons | by-nc

Pankower Register 2013

3. Pankower Chronik 2013
Januar 2013
(1)	04.01.2013 | Schmiererei in der Brache
entdeckt Ein Papierkorb auf einer Grünfläche in der Michelangelo-/ Ecke Kniprodestraße wird komplett mit unzusammenhängenden Worten und Zeichen zugeschmiert.
Es kommen SS-Runen und Hakenkreuze vor.
Quelle: Anwohner_in

ihr 25-jähriger Begleiter erstatteten in der
vergangenen Nacht auf einem Polizeiabschnitt Anzeige gegen einen bisher unbekannten Mann. Die beiden gaben an, gegen
1:15 Uhr in der Straßenbahn der Linie 13
in Richtung Warschauer Straße unterwegs
gewesen zu sein. An der Haltestelle Osloer
Straße sei ein auffällig großer und kräftiger Mann mit Glatze eingestiegen, der
sofort begonnen hätte, alle Fahrgäste zu
beschimpfen und mehrfach „Heil Hitler“
gebrüllt habe. Außerdem habe der Mann
rassistische Bemerkungen gemacht und
einen Fahrgast rassistisch beschimpft und
beleidigt. Die Anzeigenden waren vom Auftreten des Mannes derart eingeschüchtert,
dass sie es nicht wagten, noch vor Ort die
Polizei zu informieren. Als sie an dem Unbekannten vorbeilaufen mussten, um die
Bahn zu verlassen, beleidigte er beide. Die
ermittelnden Polizeibeamten veranlassten
eine Sicherung der Videoaufzeichnungen
der Straßenbahn und schrieben Strafanzeigen wegen Verwendens von Kennzeichen
verfassungswidriger Organisationen sowie
Beleidigung. Quelle: Pressemitteilung der
Polizei vom 17.01.2013

(2)	11.01.2013 | Anhänger der „rechten Szene“ überprüft Am Abend des 10.01., um
kurz nach 20:00 Uhr, sammelten sich vier
junge Neonazis vor dem Kaufland-Markt,
mitten in Berlin-Buch. Sie hatten vor, eine
Spontandemonstration abzuhalten. Die
Zeit bis zur geplanten „Abmarschzeit“
überbrückten sich die Neonazis mit unbeholfenen Kampfsportübungen, so dass zahlreiche Passant_innen auf das Grüppchen
aufmerksam wurden. Was die Neonazis
nicht wussten, war, dass sich die Polizei
zu diesem Zeitpunkt schon mit mehreren
Einsatzwagen in der unmittelbaren Umgebung postierte hatte und die Sondereinheit
PMS rund um den Sammelplatz Streife fuhr.
Polizisten kontrollierten gegen 20:30 Uhr
die Personen und beschlagnahmten einen
Rucksack mit einem Transparent, einem
Böller sowie Vermummungsutensilien. Bei
einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung wurden ein Schwert, zwei Schlagringe sowie eine Stahlrute beschlagnahmt. Die
Polizeibeamten leiteten Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Waffen-,
Sprengstoff- und Versammlungsgesetz ein.
Quelle: Pressemitteilung der Polizei vom
11.01.2013, EAG

(5)	29.1.2013 | Neonazistische Schmierereien
in Berlin-Buch Anwohner_innen entdeckten an Häusern in der Wolfgang-HeinzStraße und in der Bruno-Apitz-Straße in
Berlin-Buch neonazistische Graffitiparolen.
Eine Parole lautete „NSBA Zone“ (NSBA ist
das Kürzel für Nationale Sozialisten Bundesweite Aktion), die andere „Nazi Zone“.
Beide Parolen wurden übermalt. Quelle: DIE
LINKE Pankow

(3)	15.01.2013 | Neonazistische Schmierereien in Berlin-Buch In Berlin-Buch wurden
mehrere neonazistische Schriftzüge, unter
anderem „NS Area“ und „Good Night Left
Side“ entdeckt und entfernt. Quelle: EAG

(6)	29.01.2013 | Identitäre Aufkleber entfernt Anwohner_innen entdeckten in
der Raumerstraße geklebte Aufkleber der
Identitären Bewegung und entfernen diese.
Quelle: DIE LINKE Pankow

(4)	17.01.2013 | Unbekannter beleidigt Fahrgäste rassistisch Eine 24-jährige Frau und

(7)	31.01.2013 | NPD Aufkleber entdeckt
und entfernt Anwohner_innen entdeckten

25

26
mehrere NPD Aufkleber „Gute Heimreise“
in Berlin-Buch, sie erstreckten sich von der
Bushaltestelle Karower Chaussee bis zum
S-Bahnhof Buch. Neben NPD-Aufkleber
werden auch Flugblätter der „Freien Nationalisten Buch“ (FN Buch) verteilt. Quelle:
EAG, DIE LINKE Pankow

Februar 2013
(8)	02.02.2013 | Neonazistische Schmierereien in Berlin-Buch Anwohner_innen
entdeckten eine neonazistische Schmiererei mit der Parole „Anti-Antifa Berlin“ auf
einem Kleidercontainer in der Nähe des
Norma-Marktes sowie eine HakenkreuzSchmiererei ebenfalls in der Nähe. Auch
werden Schmierereien in der WolfgangHeinz-Straße und Bruno-Apitz-Straße entdeckt. Quelle: DIE LINKE Pankow

ner Neonazis durchsucht, unter anderem
die des Pankower Neonazis Sascha L. Der
Neonazi, der mehrere Jahre im Gefängnis
saß, weil er in den 1990er Jahren einen
alternativen Jugendlichen ermordet hatte,
wurde durchsucht, weil er im Internet mit
einer Polizeiuniform posiert hatte. Quelle:
Pressemitteilung der Polizei vom 12.02.2013
(14)	12.02.2013 | Flugblätter für Neonaziaufmarsch in Dresden gefunden In der
Ringbahn Höhe Greifswalder Straße wurden
Flugblätter für einen Neonaziaufmarsch in
Dresden gefunden. Quelle: EAG
(15)	14.02.2013 | Identitäre Aufkleber entfernt Anwohner_innen entdeckten an
der Tram-Haltestelle „Albertinenstraße“
frisch geklebte Aufkleber der Identitären
Bewegung und entfernten diese. Quelle:
Anwohner_in

(9)	05.02.2013 | Neonazi Aufkleber und
Plakate in Berlin-Buch entdeckt In den
letzten Tagen wurden in Berlin-Buch NPDAufkleber sowie Plakate für einen Naziaufmarsch in Dresden und Rudolf-Heß-Plakate
geklebt. Quelle: EAG

(16)	19.01.2013 | Container der Initiative gegen
Thor Steinar beschmiert Anwohner_innen
entdeckten, dass der Container am Antonplatz beschmiert und somit die eindeutige
Positionierung gegen Thor Steinar unkenntlich gemacht wurde. Quelle: Anwohner_in

(10)	06.02.2013 | Rassistische Beleidung und
Angriff Gegen 18:40 Uhr wurd ein 55-jähriger Mann auf dem S-Bahnhof Greifswalder
Straße von zwei unbekannten Männern
rassistisch beleidigt und angegriffen. Quelle:
ReachOut, Polizei Berlin

(12)	10.02.2013 | Neonazistische Schmierereien in Berlin-Buch In Berlin-Buch werden
drei Schmierereien entdeckt. Eine Parole
lautete „NSBA Crew, eine weitere „NSJetzt“ und eine dritte „Good night left side“.
Quelle: DIE LINKE Pankow, de.indymedia.org

(17)	21.02.2013 | Behindertenfeindlicher Angriff Gegen 17:30 kam es auf dem S-Bhf
Schönhauser Allee zu einer körperlichen
Auseinandersetzung mit behindertenfeindlichem Hintergrund. Eine weibliche Person
mit Trisomie 21 saß zusammen mit Begleitung auf einer Bank am hinteren Ende des
Bahnhofes, als ein Mann an den beiden
vorbeikam, sich umdrehte und das Mädchen als „Mongolen-Krüppel“ betitelte.
Daraufhin solidarisierten sich anwesende
Menschen mit dem betroffen Mädchen und
der Begleitung. Der Pöbler reagierte daraufhin gereizt, stieß die Begleitung beiseite und
spuckte dem Mädchen ins Gesicht. Danach
kam es zu einem Schlagabtausch, der Pöbler
zog sich eine geplatzte Lippe zu. Quelle:
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick

(13)	12.02.2013 | Hausdurchsuchung bei
Pankower Neonazi Am frühen Morgen
wurden die Wohnungen mehrerer Berli-

(18)	21.02.2013 | Mahnmal am Weißen See
beschmiert Das Mahnmal am Weißen See
wurde beschmiert. Die beiden Statuen, die

(11)	08.02.2013 | Neonazis skandieren „Sieg
Heil“ Zwei junge Neonazis zogen um 20:30
Uhr über den S-Bahnhof Pankow und riefen
abwechselnd „Sieg Heil“. Quelle: EAG

Pankower Register 2013

in ihrer Symbolik Überlebende von Konzentrationslagern darstellen, wurden mit
„Hitlerbärtchen“ in schwarzer Farbe verunglimpft. Quelle: AINO
(19)	23.02.2013 | Kranzniederlegung zum
Todestag von Horst Wessel Zum HorstWessel-Todestag legten Neonazis am Grab
des Vaters Wilhelm Ludwig Georg Wessel
auf dem Friedhof Prenzlauerallee/Ecke
Mollstraße diverse Blumen und Kerzen,
sowie eine schwarz-weiß-rote Schleife und
einen Stein mit der Aufschrift „unvergessen“ ab. Quelle: AINO
(20)	24.02.2013 | Neonazistische Drohung
gegen den Kiezspaziergang In Berlin-Buch
wurde an einer Hauswand eine Schmiererei
gegen den geplanten Kiezspaziergang zur
Entfernung neonazistischer Propaganda am
02. März entdeckt. Die Parole lautet „Antifa an 2.3.2013 stoppen“. Auch werden
mehrere neonazistische Schmierereien (u.a.
„NS jetzt“, „Let‘s figth left side“) gesprüht.
Quelle: EAG, de.indymedia.org

März 2013
(21)	01.03.2013 | NPD-Briefkastenaktion in
Berlin-Buch In mehreren Straßenzügen in
Berlin-Buch wurden in Briefkästen NPDFlyer verteilt. Die Aktion richtete sich gegen
die Partei Die Linke und auf die Vorderseite
des Flyers ist mit der Parole „Soziale Politik macht man nicht mit Links“ versehen.
Der Partei wird im nationalistischen Jargon
vorgeworfen keine soziale Politik zu betreiben. Die Flyer stammen von der NPD Brandenburg. Quelle: Anwohner_in, [moskito]
- Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus
(22)	02.03.2013 | NPD Aufkleber in Gartensiedlung entfernt In einer Gartensiedlung
im Ortsteil Blankenburg, die zwischen dem
S-Bhf Heinersdorf und S-Bhf Blankenburg
gelegen ist, wurden an der Gartensiedlungsstraße „An der Bahn“ mehrere NPD Aufkleber entdeckt und entfernt. Die Aufkleber
hatten die Parole „Moscheebau zurückdrängen“. Quelle: [moskito] - Netzwerkstelle

gegen Rechtsextremismus
(23)	02.03.2013 | Kiezspaziergang in BerlinBuch Am 02. März fand ein Kiezspaziergang
in Buch statt an dem rund 50 Menschen
teilnahmen. Es wurden mehrere Straßen
abgelaufen, in denen im Jahr 2012 verstärkt
Vorfälle passiert waren. Der Spaziergang
startete am S-Bahnhof Buch, ging über das
Bürgerhaus und verlief durch mehrere Straßenzüge. Auffällig waren hierbei die WalterFriedrich-Straße, die Franz-Schmidt-Straße,
die Wolfgang-Heinz-Straße und die BrunoApitz-Straße. In diesen waren vermehrt
Schmierereien mit der Parole „AG Buch
Zone“ (Aktionsgruppe Buch Zone), aber
auch „NSBA Zone“, „NW Berlin net“ (Nationaler Widerstand Berlin net), „linke Strukturen angreifen“ und „Smash Antifa Pankow
– AG Buch“ sichtbar. Auf dem Spaziergang
wurden mehrere Aufkleber der NPD, gerade Anti-EU Aufkleber, sowie verschiedene neonazistische Aufkleber weggeputzt.
Während des Spazierganges fotografierten
Neonazis von einer Wohnung eines Hochhauses die Teilnehmenden. Einige Neonazis
hatten schon zu Beginn am S-Bahnhof Buch
versucht zu stören. Quelle: EAG, [moskito]
– Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus
(24)	06.03.2013 | Container gegen den ThorSteinar-Laden beschmiert Am Morgen
des 6. März wurde festgestellt, dass die
Container am Antonplatz, die dazu einladen, Thor-Steinar-Kleidung fachgerecht
zu entsorgen, erneut beschmiert wurden.
So haben Unbekannte aus dem Schriftzug
„Thor Steinar entsorgen“ „Linke entsorgen“
gemacht; außerdem war anstatt „Kein Kiez
für Nazis“ „Kein Kiez für Linke“ zu lesen. Das
Thor-Steinar-Logo, das symbolisch in den
Papierkorb geworfen wird, wurde übermalt.
Quelle: [moskito] - Netzwerkstelle gegen
Rechtsextremismus
(25)	11.03.2013 | Erneut Identitäre Aufkleber
entdeckt An der Tram-Haltestelle Albertinenstraße wurden erneut Aufkleber der
Identitäten Bewegung entdeckt und entfernt. Quelle: Kinderzimmer – Pfefferwerk
Stadtkultur gGmbH

27

28
(26)	12.03.2013 | Briefkastenaktion der NPD
in Buch In mehreren Briefkästen in Buch
werden Anti-EU-Flyer der NPD gefunden.
Abgebildet ist vorne ein Null-Euro-Schein
und auf der Rückseite steht die Parole „Wir
retten uns zu Tode – Raus aus dem Euro“.
Quelle: Anwohner_in
(27)	12.03.2013 | Die Freiheit agitiert gegen
Fabrik in Heinersdorf Auf einer Informationsveranstaltung des Bezirksamtes
im BVV-Saal zu einer geplanten Fabrik in
Heinersdorf melden sich Anhänger von Die
Freiheit und hetzen gegen den Geschäftsführer rassistisch, ebenso äußern sie sich
islamophob. Auf ihrer Homepage kündigt
René Stadtkewitz weitere Proteste an.
Quelle: Berliner Zeitung, Die Freiheit
(28)	13.03.2013 | Neonazis quatschen Schüler_innen wegen CD an Laut Pressemitteilung der Landesschüler_innen-Vertretung
Berlin vom 20. März wurden in der Nähe des
S-Bahnhof Pankow und in der Schönhauser
Allee im Prenzlauer Berg Schüler_innen von
Neonazis angequatscht, um ihnen CDs zu
übergeben. In ihrer PM heißt es dazu: „Wie
aktuell zu sehen, wurde wieder versucht,
beispielsweise in Berlin-Pankow, gezielt
Jugendliche auf den Schulwegen anzusprechen und ihnen CDs aufzuquatschen. Diese
heimliche Vorgehensweise macht es den
Schülern und anderen Engagierten schwerer als früher, dagegen vorzugehen.“ Quelle:
Pressemitteilung der Landesschüler_innenVetretung Berlin vom 20. März 2013
(29)	15.03.2013 | Rassistisches Flugblatt im
Briefkasten gefunden Im Briefkasten des
Stadtteilzentrums Pankow wurde ein Flugblatt mit dem Titel „Demokraten bringen
uns den Volkstod“ gefunden. In Stichworten
wurden Punkte abgehandelt, die weder genauer erklärt noch in einen Zusammenhang
gebracht werden. Es werden Begriffe wie
„Rassenvermischung“, „multikulti-Kommunismus“ und „eu-diktatur-esm-rente mit 67“
benutzt. Quelle: Stadtteilzentrum Pankow
(30)	18.03.2013 | Antimuslimischer Autoaufkleber gesehen Auf dem Parkplatz

bei einem Getränkeladen in der Karower
Chaussee 29 wurde ein Auto mit einem
Aufkleber bemerkt. Auf dem Autoaufkleber
ist eine durchgestrichene Moschee zu sehen und es befindet sich der Solagan „Die
Indianer konnten die Einwanderer nicht
stoppen. Heute leben sie in Reservaten“
auf diesen. Quelle: Anwohner_in, Mobile
Beratung gegen Rechts (MBR)
(31)	19.03.2013 | Hakenkreuzschmierereien
in Berlin-Buch Auf Altkleidercontainern
und Zigarettenautomaten wurden mehrere
Schmierereien entdeckt. Diese beinhalten
u.a. Hakenkreuze, SS-Runen, aber auch
„NSBA-Zone“, „Antifa aufs Maul“, „AGBuch“. Die Schmierereien befanden sich
u.a. an der Ecke Theodor-Brugsch-Straße/
Georg-Benjamin-Straße. Quelle: Mobile
Beratung gegen Rechts (MBR)
(32)	20.03.2013 | Neonazi Schmierereien und
Aufkleber in Buch Im Zeitraum vom 15. bis
20. März wurden in Berlin-Buch mehrere
Neonazi-Schmierereien entdeckt. Betroffen
waren die Karower Chaussee, die Friedrich Richter Straße, die Bruno-Apitz-Straße,
die Walter-Friedrich-Straße und die FranzSchmidt-Straße. Geschmiert wurden u.a.
Hakenkreuze, SS-Runen, die Zahlenfolge
88, „NSBA Zone“, „Anti-Antifa“ sowie „AGBuch Zone“. In selben Zeitraum wurden in
gleicher Umgebung etwa 100 Aufkleber
mit neonazistischen Inhalten entdeckt und
entfernt. Quelle: Anwohner_in
(33)	21.03.2013 | Hitlergruß und „Sieg Heil“
Zwei Männer in BFC-Dynamo-Sachen stiegen am Antonplatz aus der Tram. Beim
Aussteigen hebt einer von den beiden den
rechten Arm und ruft „Sieg Heil“. Quelle:
AINO
(34)	22.03.2013 | Neonazis jagen Menschen
durch Buch Zwei Neonazis jagten einen
Menschen, den/die sie als Anti-NaziAktivist_in adressieren, vom Kaufland bis
zum Norma-Markt in Berlin-Buch. Quelle:
Anwohner_in
(35)	26.03.2013 | Denkmal für die Opfer der

Pankower Register 2013

NS-Euthanasie geschändet Unbekannte schändeten das Mahnmal auf dem
Campus Berlin-Buch mit Hakenkreuzen.
Sie besprühten die Figur des Kindes sowie die Stelen mit dem Hakenkreuz in
rot und schwarz sowie mit dem Wort
„Lüge“ und der Zahl 88. Das Mahnmal
hatten das Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch,
die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und
die Deutsche Forschungsgemeinschaft im
Jahre 2000 errichtet zur Erinnerung an die
Opfer nationalsozialistischer Euthanasieverbrechen und ihren Missbrauch durch
Medizin und Forschung. Auf dem Campus
hatten von 1939 bis 1944 Wissenschaftler
des damaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für
Hirnforschung in Berlin-Buch Gehirne von
Euthanasieopfern für Forschungszwecke
benutzt. Quelle: BBB Management GmbH
Campus Berlin-Buch
(36)	26.03.2013 | Hakenkreuz-Schmiererei
entdeckt Im Durchgang zum S-Bahnhof
Landsberger Allee wurde ein gemaltes Hakenkreuz gefunden und entfernt. Quelle:
AINO
(37)	26.03.2013 | Neonazistische Schmierereien entdeckt An der JW Buch werden neonazistische Schmierereien u.a. mit dem Slogan
„NSBA Zone“ und „FN Buch“ entdeckt und
zur Anzeige gebracht. Quelle: JW Buch

April 2013
(38)	09.04.2013 | NPD Plakate und JN Aufkleber entdeckt In Berlin-Buch wurden mehrere NPD-Plakate in der Wolfgang-HeinzStraße, in der Bruno Apitz-Straße und der
Norma-Geschäftsstelle entdeckt. Die Plakate waren betitelt mit „Sicherheit gibt halt!“
oder „Leistung braucht Einladung“, aber
auch das Thema Familie und Kinder wurden
behandelt. Es waren Informationsplakate,
auf denen die NPD ihr neonazistisches Weltbild verbreitet. Neben den Plakaten wurden
auch Aufkleber der Jugendorganisation der
NPD, den Jungen Nationaldemokraten (JN)
entdeckt. Engagierte Anwohner_innen ent-

fernten den Großteil dieser Propaganda.
Quelle: DIE LINKE Pankow
(39)	12.04.2013 | Container der Initiative gegen Thor Steinar beschmiert Erneut wurde
der Container der Initiative gegen den ThorSteinar-Laden am Antonplatz beschmiert
und somit die eindeutige Positionierung
gegen den Laden unkenntlich gemacht.
Quelle: [moskito] - Netzwerkstelle gegen
Rechtsextremismus
(40)	15.04.2013 | Anti-Antifa Schmiererei in
Berlin-Buch entdeckt Anwohner_innen
entdeckten in der Karower Straße in BerlinBuch eine Schmiererei mit der Parole „NO
Antifa“. Das O des NOs bildet dabei ein Keltenkreuz, das in der rechtsextremen Szene
als Symbol für die „Vormachtstellung der
weißen Rasse“ gilt. Quelle: Anwohner_in
(41)	17.04.2013 | Weitere neonazistische
Aufkleber in Berlin-Buch entdeckt Anwohner_innen entdeckten nach der Veranstaltung „Toleranz und Respekt – Buch ist
dabei“ in der Schlosskirche mehrere Aufkleber des „Nationalen Widerstandes Berlin“ in
der Karower Chaussee. Auf diesen wird mit
der Parole „Augen auf!“ dazu aufgerufen,
gegen Personen mit einer linken politischen
Meinung vorzugehen. Unterschrieben ist
er mit „nw-berlin.net“. Als ViSdP ist S.
Schmidtke vermerkt. Des Weiteren wurden
Aufkleber der „Neuen Ordnung“ und der
NPD gesichtet. Quelle: Anwohner_in
(42)	18.04.2013 | NPD-Flyer zum 1. Mai Anwohner_innen in Buch entdeckten in ihren
Briefkasten einen Flyer der NPD, der zum
1. Mai mobilisiert. Quelle: Anwohner_in
(43)	18.04.2013 | Postkasten des Kinderclubs
„Der Würfel“ mit neonazistischen Aufklebern beklebt Mitarbeiter_innen entdeckten am Eingang und in der näheren
Umgebung des Kinderclubs „Der Würfel“
in Buch mehrere Aufkleber der NPD, wo
u.a. gegen ein Flüchtlingsheim in Neukölln
gehetzt wurde. Auch Aufkleber, die auf
die NS-Verherrlichende und rassistische
Internetseite „Recht und Wahrheit“ ver-

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30
weisen, wurden gefunden und entfernt.
Quelle: ArchäologieSpielProjekt Moorwiese
– Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V.
(44)	20.04.2013 | Neonazis und neonazistische
Symbole auf Wikinger- und Mittelalterspektakel Am 20. Und 21. April fand in
der Hermann-Hesse-Straße 82 in PankowSchönholz das 7. Wikinger- und Mittelalterspektakel statt. Unter den mehreren tausend Besucher_innen des Festes befanden
sich mehrere dutzend Personen, die dem
rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind.
Ebenfalls können mehrere hunderte in der
„Grauzone“ oder als rechts-affin bezeichnet
werden. Schriftzüge und Symbole extrem
rechter Metal-Bands wie zum Beispiel Taake
und Marduk waren mehrfach zusehen. Ein
Marktstand verkaufte leicht abgewandelte
Hakenkreuze als Kettenanhänger. Die Veranstalter_innen distanzierten sich am Eingang
von jeglicher Politik, jedoch wurden schon
im Vorjahr aufgrund des Veranstaltungsdatums, dem Geburtstag von Adolf Hitler, viele
Rechte auf dem gesichtet. Quelle: Verein für
demokratische Kultur in Berlin e.V.
(45)	25.04.2013 | Rassistische Beleidigung
Opfer einer rassistischen Beleidigung wurde
am Abend des 24. April ein 45-jähriger
Autofahrer, als er aus seinem Auto ausstieg.
Ein Unbekannter beschimpfte den Mann
gegen 18:00 Uhr in der Gartenstraße in
Weißensee, da er dessen Parkplatz nutzen
wollte. Anschließend entfernte sich der
Pöbler. Quelle: Pressemitteilung der Polizei
vom 25.04.2013

Mai 2013
(46)	01.05.2013 | Mitarbeiter_in eines Imbisses
rassistisch bedroht Gegen 23.45 hatten
zwei Neonazis im Imbiss Berliner Allee/
Ecke Rennbahnstraße (Ossis Bistro) einen
Mitarbeiter_in bedroht. Stark alkoholisiert
versuchten sie durch Androhung von Gewalt
die Zeche zu prellen. Dabei fielen Sätze wie
„Dummer Türke, du musst für uns arbeiten.
Sei froh, dass du überhaupt hier sein kannst!
Wenn es nach mir geht, sollte man dich ver-

gasen.“ Später zeigten sie vor dem Geschäft
mehrfach den Hitler-Gruß. Quelle: AINO
(47)	01.05.2013 | Angriff auf Jugendliche Zwei
22-jährige, die vermutlich der linken Szene
angehören, werden gegen 22:40 Uhr in der
Wisbyer Straße von drei mutmaßlich rechten
Tätern angegriffen, geschlagen und getreten. Ein 26-jähriger Täter konnte ermittelt
werden. Quelle: Polizei Berlin, 18.02.2014,
ReachOut
(48)	05.05.2013 | Anti-Antifa-Fotografen versuchen, politische Gegner_innen einzuschüchtern Mitglieder der linksjugend [‚solid] steckten in Berlin-Buch Flyer für einen
Putzspaziergang am 19. Mai, in denen zur
Beseitigung neonazistischer, rassistischer
und antisemitischer Propaganda aufgerufen
wird. Als die Gruppe vor einem Imbiss am
Kaufland sich niederliess und etwas trinkt
wollten, erschienen zwei Anti-Antifa-Fotografen und begannen die Gruppe zu fotografieren. Es handelt sich bei den Fotografen um
zwei bekannte Neonazis aus dem Umfeld
des NW (Nationaler Widerstand) Berlin. Die
Neonazis wurden höchst wahrscheinlich
von lokalen Neonazis für diese Aufgabe
gerufen und verfolgten die Gruppe bis zum
S-Bahnhof. Quelle: linksjugend [`solid]
(49)	08.05.2013 | sowjetisches Ehrenmal beschmiert In der Nacht vom 7. auf den 8.
Mai, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht 1945,
beschmierten Unbekannte das sowjetische
Ehrenmal in Buch mit den Slogans „Besatzer
raus!“, „Mord“, „Vertreibung“ sowie „08.
Mai wir feiern nicht“. Das Ehrenmal erinnert
an die Soldaten der Roten Armee, die im
April 1945 in Berlin und Umgebung starben.
Am Eingang des S-Bahnhof Buch war ebenfalls der Slogan „08. Mai wir feiern nicht“
zu lesen. Quelle: NEA, DIE LINKE Pankow
(50)	08.05.2013 | Container der Initiative
gegen Thor Steinar beschmiert Anwohner_innen entdeckten erneut, dass der
Container am Antonplatz beschmiert und
somit die eindeutige Positionierung gegen
Thor Steinar unkenntlich gemacht wurde.

Pankower Register 2013

Es waren nur noch die Worte „fachgerecht
entsorgen“ und „ATorleranz“ zu lesen. Quelle: Anwohner_in, [moskito] – Netzwerkstelle
gegen Rechtsextremismus
(51)	14.05.2013 | JN verteilt Flyer vor der
Robert-Havemann-Oberschule Anwohner_innen beobachteten, wie die JN Flyer
vor der Robert-Havemannoberschule verteilten. Haupttitel des Flyers ist „Identität“
und beschäftigt sich mit Familie, Konsum,
Freiheit, Europa und Weißsein. Am 16. Mai
postete die JN Berlin auf ihrem Facebook
Profil, dass sie die Verteilung im Rahmen
ihrer „Identitätskampagnen“ durchgeführt
hat. Quelle: Anwohner_in, JN Berlin Facebook Profil
(52)	14.05.2013 | NPD-Aufkleber entdeckt
und entfernt Es wurden NPD Aufkleber auf
der Achillesstraße entdeckt und entfernt.
Quelle: Anwohner_in
(53)	17.05.2013 | Rassistischer Angriff auf Jugendliche Drei unbekannte Männer hatten
in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai zwei Jugendliche in Prenzlauer Berg angegriffen und
sie dabei leicht verletzt. Der Vorfall ereignete
sich an der Kreuzung Danziger Ecke/Greifswalder Straße, nachdem die drei Männer die
Jugendlichen, einen 17-jährigen dunkelhäutigen Berliner und einen 18-jährigen Türken, schon in der Straßenbahn angepöbelt
hatten. Nachdem alle die Bahn verlassen
hatten, stellten die Angreifer zunächst ihre
Rucksäcke ab, zogen sich ihre Oberbekleidung aus und griffen die Jugendlichen an.
Während zwei den 17-Jährigen festhielten
und brutal am Pullover zurückrissen, schlug
der dritte dem 18-Jährigen mit der Faust ins
Gesicht. Als die Angreifer die Sirenen der
herannahenden Einsatzwagen der Polizei,
die von einem Zeugen alarmiert worden
war, hörten, ergriffen sie die Flucht. Der
17-Jährige wurde durch das Festhalten und
Zurückreißen leicht verletzt, der 18-Jährige
erlitt eine Platzwunde im Gesicht. Die drei
Täter werden als 30 bis 35 Jahre alt, kräftig
bzw. muskulös beschrieben. Alle drei haben
sehr kurze Haare bzw. eine Glatze. Quelle:
Pressemitteilung Polizei vom 17.05.2013

(54)	19.05.2013 | Putzspaziergang in Buch entfernt neonazistische Aufkleber und Graffiti
Am Pfingstsonntag fand in Berlin-Buch ein
Putzspaziergang zur Entfernung und Beseitigung von neonazistischer, rassistischer und
antisemitischer Propaganda statt. Rund 60
Menschen aus Buch und ganz Berlin waren
anwesend und entfernten Aufkleber und
Graffiti. Sowohl am Anfang als auch am Ende
des Spazierganges waren vier bekannte Neonazis am Rande dabei und fotografierten
die Teilnehmer_innen. Quelle: [moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus
(55)	22.05.2013 | Graffito mit dem Slogan
„Gegen Nazis“ beschmiert Ein Graffito
in der Autobahndurchfahrt A10 zwischen
Karower Chausse und Bucher Chaussee mit
dem Slogan „Gegen Nazis“ wurde übermalt, sodass nur noch „Nazis“ erkennbar
ist. Quelle: Facebook-Profil JN Berlin
(56)	24.05.2013 | Flaschenwurf, Hitlergruß
und Anti-Antifa- Fotografphien am Rande
der Dieter-Eich- Gedenkdemonstration
Zu Beginn und am Ende der Dieter-EichGedenkdemonstration, mit der den durch
Neonazis ermordeten Menschen in Buch
gedacht wird, pöbelten Neonazis und zeigten den Hitlergruß. Gleichzeitig fotografierten mehrere Neonazis von Weitem die
Demonstration. Am Ende wurden Demonstrant_innen mit Flaschen beworfen und
durch Buch gejagt. Quelle: de.indymedia.
org, Initiative „Niemand ist vergessen!“
(57)	27.05.2013 | Rassistischer Angriff Ein
33-jähriger Mann wird gegen 19:30 Uhr
auf dem U-Bahnhof Pankow von einem
27-jährigen aus rassistischen Motiven bespuckt, angesprungen und dabei verletzt.
Quelle: Polizei Berlin, 11.12.2013, ReachOut

Juni 2013
(58)	04.06.2013 | JN- und NPD-Aufkleber entdeckt und entfernt In Berlin-Buch, u.a. in
der Walter-Friedrich-Straße, werden mehrere JN und NPD Aufkleber entdeckt und
entfernt. Quelle: linksjugend [`solid]

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(59)	05.06.2013 | Hitlergruß am Antonplatz
Ein Neonazi grüßt einen anderen am Antonplatz mit einem Hitlergruß. Quelle: [moskito]
- Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus
(60)	11.06.2013 | Farbattacke auf Wahlkreisbüro Zum wiederholten Male gab es einen
Farbanschlag auf das Wahlkreisbüro des
Pankower Bundestagsabgeordneten Stefan
Liebich (DIE LINKE). Der Eingangsbereich
der in einem Mietshaus gelegenen Räumlichkeiten in der Breiten Straße wurde am
Wochenende mit dem Schriftzug „Judas“
besprüht und das Schild mit dem AdlerSymbol des Bundestages mit schwarzer Farbe beschmiert. Der Abgeordnete erstattete
Anzeige bei der Polizei. Quelle: Wahlkreisbüro Stefan Liebich, DIE LINKE Pankow
(61)	13.06.2013 | Container der Initiative gegen Thor Steinar beschmiert Der Container
am Antonplatz wurde erneut beschmiert,
die Internet Adresse des Bündnisses gegen
den Thor-Steinar-Laden und „Thor Steinar
fachgerecht entsorgen“ wurden übersprüht.
Quelle: Bündnis gegen den Thor Steinar Laden
(62)	14.06.2013 | Hitlergruß beim Döner-Imbiß Zwei Menschen zeigten den Hitlergruß
bei einem Döner-Imbiß gegenüber dem
S-Bahnhof Buch. Quelle: Anwohner_in
(63)	15.06.2013 | Rassistische Beleidigung
eines Taxisfahrers Gegen 22:15 Uhr blockierte ein Taxifahrer den Wagen eines
39-Jährigen, der gerade in der Schivelbeiner
Straße wendete. Der unbekannte Droschkenkutscher stieg dann aus und beleidigte
den Mann fremdenfeindlich. Danach setzte
er seine Fahrt in Richtung Behmstraße fort.
Die Polizei ermittelt nun wegen Nötigung
im Straßenverkehr und Beleidigung. Quelle:
Pressemitteilung der Polizei vom 16.06.2013
(64)	15.06.2013 | Sprung in den Rücken Ein
30-Jähriger war gegen 23:15 Uhr in der
Naugarder Straße unterwegs, als ihm ein
Unbekannter plötzlich von hinten in den
Rücken sprang. Anschließend schlug der
Angreifer seinem Opfer die Brille aus dem
Gesicht und ging ihn verbal mit rassistischen

Worten an. Danach entkam der Mann in
unbekannte Richtung. Der Attackierte zog
sich eine leichte Verletzung am Auge zu und
wollte sich selbst in ärztliche Behandlung
begeben. Quelle: Pressmitteilung der Polizei
vom 16.06.2013
(65)	16.06.2013 | Alternativer Jugendlicher
angepöbelt und Bierflasche hinterher geworfen Am Abend des 16. Juni wurde ein
alternativer Jugendlicher im Vorbeigehen
von Besuchern der „Eastside Sportsbar“ wegen seines linken T-Shirts angepöbelt. Als
sich der Jugendliche bereits einige Meter
entfernt hatte, wurde ihm eine Bierflasche
hinterhergeworfen, die ihn jedoch verfehlte. Quelle: NEA, AINO
(66)	Mitte Juni 2013 Neonazi auf Schulhofbaustelle Auf der Baustelle der Schliemannoberschule wurde ein Baustellenmitarbeiter entdeckt, der eindeutige NS
verherrlichende und neonazistische Tattoos
trägt. Die Immobilienstadträtin im Bezirksamt und der Leiter des Hochbauamtes
wurden informiert und setzten sich mit der
zuständigen Firma auseinander. Quelle: BVV
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen
(67)	17.06.2013 | NPD- und „Recht und
Wahrheit“-Aufkleber entdeckt Am Bucher Bürgerhaus werden Aufkleber von der
NPD und „Recht und Wahrheit“ entdeckt
und entfernt. Quelle: Albatros gGmbH
(68)	19.06.2013 | NPD-, JN- und RNF-Aufkleber entdeckt Mehrere Aufkleber der
NPD (u.a. mit dem Slogan „Hartz IV für
Westerwelle“ oder „Jugend wählt NPD“),
JN und RNF wurden auf dem Weg vom
S-Bahnhof Buch bis zur Walter-FriedrichStraße entdeckt und übermalt. Aber auch
Aufkleber von „Recht und Wahrheit“ wurden entdeckt. Quelle: linksjugend [`solid]
(69)	19.06.2013 | NPD- und „Recht und
Wahrheit“-Aufkleber entdeckt Einige
NPD- und „Recht und Wahrheit“-Aufkleber
am S-Bahnhof Pankow wurden entdeckt
und übermalt. Quelle: linksjugend [`solid]

Pankower Register 2013

(70)	19.06.2013 | Rassistischer Angriff in der SBahn Gegen 18:35 Uhr wird ein 51-jähriger
Mann in der S-Bahn von einem 52-jährigen
Mann rassistisch beleidigt und gestoßen.
Auf dem S-Bahnhof Buch wird der 51-Jährige von dem Täter verfolgt, rassistisch beleidigt, geschlagen und gestoßen. Dabei
wäre der Mann beinahe die Treppe hinuntergefallen. Quelle: ReachOut, Polizei Berlin
(71)	20.06.2013 | Gründung des Bezirksverbandes Pankow der Partei „Alternative
für Deutschland“ (AfD) Der Bezirksverband Pankow wird gegründet. In den
Vorstand werden Prof. Dr. Markus Egg
(Sprecher), Herbert Mohr und Lutz Bottin
(stellvertretende Sprecher), Friedrich Hilse (Schatzmeister) und Stefan Kretschmer
(Beisitzer) gewählt. Quelle: Homepage des
AfD Landesverbandes (Eintrag vom 25. Juni)
(72)	22.06.2013 | „Alternative für Deutschland“ führt Informationsstand durch Am
S-Bahnhof Greifswalder Straße führt die AfD
einen Informationsstand durch. Quelle: NEA
(73)	24.06.2013 | Neonazistische Aufkleber
entdeckt Am Bucher Bürgerhaus wurden
neonazistische Aufkleber mit den Slogan
„Zukunft statt BRD“ und „Deutschland brdigung aufhalten!“ entdeckt und ihre Entfernung veranlasst. Quelle: Albatros gGmbH
(74)	25.06.2013 | NPD Wurfsendung in Briefkästen In privaten Haushalten wurde eine
Wurfsendung der NPD mit den Slogan „Einmal Deutschland und zurück“ entdeckt.
Die Wurfsendung hetzte gegen Asylbewerber_innen. Quelle: Albatros gGmbH
(75)	26.06.2013 | NPD verteilt Flyer Am Nachmittag verteilten circa sechs Anhänger_innen der NPD Flyer am S-Bahnhof Pankow.
Auf der Homepage des Kreisverbandes 8
der NPD verkündeten sie am 4. Juli diese
Aktion als ihren Wahlkampfauftakt. Quelle:
Mobile Beratung gegen Rechts (MBR)
(76)	26.06.2013 | RNF und FK Berlin-Neukölln Aufkleber entdeckt In Berlin-Buch
in der Einkaufspassage und in der Karower

Chaussee und Umgebung wurden dutzende
Aufkleber des „Ring Nationaler Frauen“, der
„Freien Kräfte Berlin-Neukölln“ und anderer Neonazi-Gruppen gefunden; zusätzlich
mehrere „Nazis“-Schriftzüge. Quelle: EAG
(77)	27.06.2013 | „Alternative für Deutschland“
führt Informationsstand durch Gegen
17:00 Uhr führte die AfD einen Informationsstand auf dem Antonplatz durch. Quelle:
Licht-Blicke – Netzwerk für Demokratie
(78)	29.06.2013 | NPD-Aufkleber entdeckt Auf
dem Lindenberger Weg, der Georg-Benjamin-Straße sowie bis zum S-Bahnhhof Buch
wurden vermehrt NPD Aufkleber entdeckt.
Sie enthielten u.a. den Slogan „Asylbewerberheime Nein Danke […] Einmal Deutschland und zurück“. Quelle: Anwohner_in
(79)	30.06.2013 | „Heil Hitler“-Rufe in der
Nacht Eine kleine Gruppe zog in der Nacht
vom Samstag auf den Sonntag gegen 01:00
Uhr mit „Heil Hitler“ Rufen durch die Wolfgang-Heinz-Straße Richtung Bruno-ApitzStraße. Quelle: DIE LINKE Pankow

Juli 2013
(80)	11.07.2013 | Container der Initiative gegen Thor Steinar beschmiert Der
Container am Antonplatz wurde erneut
beschmiert und damit die eindeutige Positionierung gegen Thor Steinar unkenntlich
gemacht. Quelle: [moskito] - Netzwerkstelle
gegen Rechtsextremismus
(81)	15.07.2013 | Rassistische Beleidigung
im Streit von Jugendlichen In einer Auseinandersetzung in Berlin-Buch wurde ein
Jugendlicher am Abend nach eigenen Angaben zufolge von einem etwa gleichaltrigen
Jungen rassistisch beleidigt. Der 14-Jährige
war nach bisherigen Erkenntnissen gegen
19:30 Uhr vor einer Jugendeinrichtung in
der Karower Chaussee aus bislang unbekannten Gründen in Streit geraten, wurde
beleidigt und leicht am Arm verletzt. Quelle:
Pressemitteilung der Polizei vom 16. 07.2013

33

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(82)	15.07.2013 | Rassistische Hetze der NPD
gegen Asylbewerber_innen In Weißensee
verteilte die JN Berlin Flyer für die NPD. Es
wird in rassistischer Weise gegen Asylbewerber_innen gehetzt - u.a. mit den Slogan
„Asyl ist kein Selbstbedienungsladen!“ oder
„Abgelehnte Asylbewerber konsequent abschieben!“ Quelle: JN Berlin Facebook Profil
(83)	23.07.2013 | Homophober Angriff Ein
52-jähriger Mann wird gegen 1:55 Uhr in
der Bornholmer Straße von einem unbekannten Mann homophob beleidigt und geschlagen. Quelle: Polizei Berlin, 16.08.2013,
ReachOut
(84)	24.07.2013 | Hakenkreuze an Friedhofsmauer An der Mauer des GeorgenParochial-Friedhof III wurden Hakenkreuze
entdeckt und unkenntlich gemacht. Nicht
weit von ihm entfernt befanden sich rassistische Slogans, die bereits unkenntlich
sind. Quelle: AINO
(85)	26.07.2013 | Rassistische Hetze der NPD
gegen Asylbewerber_innen und Moschee
Die NPD verteilte in Niederschönhausen
und Heinersdorf ihren rassistischen Flyer,
der gegen Asylbewerber_innenheime hetzt.
Der Flyer trägt den Slogan „Asylantenheime? Nein Danke“. Auf der Homepage hetzt
die NPD auch gegen die Ahmadiyya-Moschee in Heinersdorf. Quelle: Homepageeintrag NPD-Pankow vom 27.07.2013
(86)	26.07.2013 | Trans-/homophobe Bedrohung an der Tramhaltestelle In der Nacht
(gegen 23 Uhr) wurden auf dem Weg zur
Tramhaltestelle Paul-Heyse-Straße zwei
Menschen durch Rufe wie „Schwuchteln“
schon von weitem von drei jungen Männern
bedroht. Als sie den Weg fortsetzten und
die Zurufe erwiderten, wurde eine Person
mit den Worten „Scheiß Transe“ beleidigt.
Die Situation beruhigte sich, als sie den Weg
fortsetzten und aus den Blickfeld der jungen
Männer geraten. An der Haltestelle Landsberger Allee/Petersburgerstraße (M10)
begannen sie jedoch, die zwei Personen
zu verfolgen, diese rannten über mehrere
Ampeln und wurden über eine große Stre-

cke verfolgt. Sie flüchteten in einen Supermarkt, in den die Verfolger nicht folgten.
Über mehrere Umwege versuchten sie anschließend ihren Weg fortzusetzen. Quelle:
Infoportal Charlottenburg-Wilmersdorf
(87)	29.07.2013 | NPD/JN flyert in Niederschönhausen Die NPD/ JN verteilte in
Niederschönhausen Flyer unter dem Titel
„Bürger entlasten!“ Sie fordert darin die
Senkung der Benzinpreise für Deutsche und
die stärkere Besteuerung von Großkonzernen. Quelle: Homepageeintrag NPD-Pankow
vom 29.07.2013
(88)	29.07.2013 | NPD gratuliert NS-Kriegsverbrecher Zum 100. Geburtstag von Erich
Priebke, der als Mitglied der SS als Kriegsverbrecher verurteilt wurde, gratulierte die
NPD Pankow auf ihrer Internetseite und
verharmloste die Taten des NS-Kriegsverbrechers. Quelle: Homepageeintrag NPD
Pankow vom 29.07.2013
(89)	29.07.2013 | Rassistische Pöbelei auf
Schulhofbaustelle Ein Mitarbeiter auf der
Baustelle in der Schliemann-Oberschule,
der neonazistische und NS verherrlichende Tattoos trug, äußerte sich offen diskriminierend gegenüber seinen polnischen
Mitarbeitern. Es fiel u.a. der Nebensatz
„sowas hätt’s im Dritten Reich nicht gegeben“. Mitte Juni war der Mitarbeiter bereits
durch seine Tattoos aufgefallen. Quelle: BVV
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
(90)	30.07.2013 | NPD agitiert gegen das
Denkmal für die Opfer der NS-Zwangssterilisation Auf der Internetseite der NPD
Pankow wurde gegen das Denkmal für die
Opfer der NS-Zwangssterilisation gehetzt.
Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom
30.07.2013

August 2013
(91)	01.08.2013 | Erneut Hakenkreuze an
Friedhofsmauer An der Mauer des Georgen-Parochial-Friedhof III wurden erneut
Hakenkreuze entdeckt. Die Friedhofslei-

Pankower Register 2013

tung wurde kontaktiert. Sie versprach, diese entfernen zu lassen. Quelle:[moskito]
– Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus
(92)	04.08.2013 | NPD steckt rassistische
Flugblätter in Briefkästen In Buch wurden
mehrere Flugblätter verteilt. U.a. wurde das
rassistische Flugblatt „Maria statt Scharia“
in Briefkästen gesteckt. Quelle: JN Berlin
Facebook Profil
(93)	05.08.2013 | Wahlplakate der Linkspartei
überklebt Am S-Bahnhof Pankow wurden
mehrere Wahlplakate der Partei DIE LINKE mit NPD-Aufklebern überklebt. Quelle:
Anwohner_in
(94)	05.08.2013 | NPD steckt antiziganistische Flugblätter in Briefkästen In Weißensee steckte die NPD mehrere Flugblätter mit
dem antiziganistischen Slogan „Geld für die
Oma – statt Sinti und Roma“. Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom 05.08.2013
(95)	05.08.2013 | Versuchte Unterwanderung
des „Runden Tisches Geschichte Buch“
Bei der öffentlichen Sitzung des „Runden
Tisches Geschichte Buch“ kam es zu einer
Bedrohung durch vier rechtsorientierte junge Menschen. Drei Personen wurde sofort
der Aufenthalt in den Räumlichkeiten durch
die Ausübung des Hausrechtes untersagt.
Eine vierte Person nahm eine Stunde an der
Sitzung teil und versuchte, diese auf neonazistische Themen zu lenken. Dies konnte
unterbunden werden. Der „Runde Tisch
Geschichte Buch“ beschäftigt sich mit der
Geschichte Buchs vor, während und nach
der Zeit des Nationalsozialismus. Mitglieder
sind auch zwei Bürger_innen, die das Bundesverdienstkreuz für die Würdigung ihrer
Arbeit bekommen haben. Sie setzten sich
u.a. mit der Ausarbeitungen zum Thema
Euthanasie, Zwangsarbeit, Zwangsterilisation und mit dem Umgang mit Patienten
während des Nationalsozialismus auseinander. Dieser Vorfall hat bei allen Beteiligten
einen bedrückenden Eindruck hinterlassen.
Quelle: Bezirksamt Pankow

(96)	05.08.2013 | Rassistischer Übergriff auf
Zwölfjährigen Laut Polizeipressemitteilung
wurde ein Jugendlicher in einen Streit verwickelt, zu Boden geworfen und mehrfach
auf ihn eingetreten. Während die Täter ihn
schlugen, wurde das Opfer mehrfach rassistisch beleidigt und beschimpft. Zeugen
alamierten die Polizei. Quelle: Pressemitteilung der Polizei vom 05.08.2013
(97)	06.08.2013 | NPD hängt Wahlplakate auf
und bedroht Nazi-Gegner_innen Einige
Anhänger der NPD hängen Wahlplakate
in der Suermondtstraße/Buschallee/Rennbahnstraße auf. Ein Neonazi, der früher im
„Nationalen Widerstand“ (NW) Berlin aktiv
war, beteiligte sich an der Aktion und bedrohte mit einer weiteren Person hinzugekommene Nazi-Gegner_innen. Quelle: AINO
(98)	07.08.2013 | Hakenkreuze und neonazistische Schmierereien In Berlin-Buch
wurden einige Hakenkreuze entdeckt, die
zum Teil umgestaltet wurden. Auch wurden
neonazistische Schmierereien u.a. mit dem
Slogan „Don’t smash fascism“ entdeckt.
Quelle: linksjugend [`solid]
(99)	08.08.2013 | NPD verteilt Flugblätter in
Briefkästen Im Prenzlauer Berg verteilte
die NPD mehrere Flugblätter. Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom 08.08.2013
(100)	11.08.2013 | NPD hetzt gegen Gedenkstein Auf ihrer Homepage hetzte die NPD
Pankow erneut gegen die Errichtung eines
Gedenksteines. Quelle: Homepageeintrag
NPD Pankow vom 11.08.2013
(101)	12.08.2013 | NPD verteilt Flugblätter
rund um den Ernst-Thälmann Park Mehrere Flugblätter verteilte die NPD rund um
den Ernst-Thälmann-Park. Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom 12.08.2013
(102)	13.08.2013 | Wahlplakate von demokratischen Parteien werden abgehängt In der
Nacht vom 12. zum 13. August wurden über
die Hälfte der Plakate von der DIE Linke sowie der Großteil von CDU, SPD, Grüne und
Piraten in den Ortsteilen Buch und Karow

35

36
abgehängt. Teilweise wurden SPD-Plakate
in Buch mit Plakaten von „Die Unsterblichen“ überklebt. In derselben Nacht wurden
von der NPD massiv Plakate aufgehängt.
Quelle: DIE LINKE Pankow, SPD Pankow
(103)	13.08. 2013 | JN Aufkleber entdeckt und
entfernt An der JW Buch wurden Aufkleber
der JN zur Thematik Identität entdeckt und
entfernt. Quelle: JW Buch
(104)	14.08.2013 | Republikaner führen Verteilaktion durch Die Partei DIE REPUBLIKANER führte in Heinersdorf eine Verteilaktion
durch, bei der sie ihre Wahlkampfzeitung
u.ä. verteilte. Für sie begann damit die
Pankower Woche, in der sie verstärkt
im Bezirk Wahlkampf betreiben wollten.
Quelle: Homepageeintrag REP Berlin vom
15.08.2013
(105)	17.08.2013 | NPD verteilt antiziganistische Flugblätter Laut ihrer Internetseite
verteilte die NPD Pankow mehrere antiziganistische Flugblätter mit dem Slogan
„Geld für Oma, statt für Sinti und Roma“.
Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom
17.08.2013
(106)	18.08.2013 | Davidsterne an Hausfassade
Unbekannte zeichneten zwei Davidsterne
an die Fassade eines Wohn- und Geschäftshauses in Prenzlauer Berg. Ein Anwohner der
Schönhauser Allee bemerkte die mit blauer
Farbe aufgetragenen Symbole und zeigte
die Sachbeschädigung bei der Polizei an.
Ersten Ermittlungen zufolge ist der Inhaber
des Gebäudes jüdischen Glaubens. Quelle:
Pressemitteilung der Polizei vom 18.08.2013
(107)	18.08.2013 | „Alternative für Deutschland“ führt Wahlveranstaltung durch Im
Restaurant Schönholzer Heide führte die
AfD mit dem Direktkandiaten für Pankow
eine Wahlveranstaltung durch. Quelle: Alternative für Deutschland (AfD)
(108)	19.08.2013 | Aufkleber der Identitären
entdeckt Es wurden Aufkleber der „Identitären Bewegung“ in der Schönhauser Allee
entdeckt. Es befanden sich auch Aufkleber

an der Nummer 162a, wo sich die Baruch
Auerbach´schen Waisen-Erziehungs-Anstalt für jüdische Knaben und Mädchen
befand. Quelle: Anwohner_in
(109)	20.08.2013 | NPD Pankow hetzt gegen
Flüchtlingsunterkunft Nach Bekanntgabe
des Bezirksamtes zur Errichtung einer neuen
Flüchtlingsunterkunft in Pankow, erschien
ein Eintrag auf der Homepage der NPD
Pankow, der rassistisch gegen „Asylmissbrauch“ hetzt. Quelle: Homepageeintrag
NPD Pankow vom 20.08.2013
(110)	22.08.2013 | NPD Pankow agitiert gegen
neu entstehende Flüchtlingsunterkunft
Auf der Homepage der NPD Pankow sowie
auf der Facebookseite der JN Berlin wird
gegen die neu entstehende Flüchtlingsunterkunft in Pankow agitiert. Die Überschrift lautet „Kein Asylbewerberheim in
Pankow“. Abgebildet ist ein Flyer mit dem
Slogan „Einmal Deutschland und zurück“.
Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom
22.08.2013
(111)	23.08.2013 | Provokation am Wahlkampfstand von DIE LINKE Von 14 bis
16 Uhr hielt die Partei DIE LINKE einen
Wahlkampfstand am S-Bahnhof Buch ab.
Gegen 14:30 Uhr erschienen zwei bekannte
Neonazis, die Personen am Stand durch Fotografieren bedrohten und provozierten. Es
kam fast zu einem tätlichen Angriff auf den
Wahlkreiskandidaten Stefan Liebich. Ein
Neonazi näherte sich ihm soweit, dass kaum
ein Stück Papier zwischen die beiden passte.
Daraufhin wurde die Polizei alarmiert. Bis
die Polizei, kam versuchten die Neonazis
den Wahlkampftisch „abzuräumen“. Quelle:
DIE LINKE Pankow
(112)	24.08.2013 | NPD Pankow agitiert antiziganistisch Auf der Homepage des Kreisverbandes 8 der NPD Pankow wird ein Text
der JN (Bund) veröffentlicht, der antiziganistisch gegen Sinti und Roma agitiert. Geld
solle für die Altersarmut der Deutschen
ausgegeben werden. Sinti und Roma bekommen zu viele Kinder, die Deutschen zu
wenig und es wird zu viel Geld für Sinti und

Pankower Register 2013

Roma ausgegeben. Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom 24.08.2013

bei der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften. In diesem wurde davon abgeraten,
sich mit Flüchtlingen zu unterhalten oder
gar Spenden zu leisten. Es wurden rassistische Klischees offen bedient. Quelle: Homepageeintrag NPD Berlin vom 27.08.2013

(113)	24.08.2013 | Hakenkreuze und „Scheiß
Juden!“-Schmiererei Voraussichtlicht in
der Nacht vom 23. auf den 24. August
wurden an die Kunsthalle am Hamburger
Platz Hakenkreuze geschmiert. Ebenfalls
wurde der Slogan „Scheiß Juden!“ geschmiert und Aufkleber der „Identitären
Bewegung“ mit dem Slogan „Jugend an die
Macht“ geklebt. In der Kunsthalle befand
sich zur Zeit der Tat die Ausstellung „Verliebte Künstler(&lachende Dritte)“. Quelle:
Weißensee Kunsthochschule Berlin

(119)	29.08.2013 | rassistische Transparent
Aktion der NPD Die NPD stellte sich vor
die Moschee in Heinersdorf und die neu
entstehenden Flüchtlingsunterkunft mit
einem rassistischen Transparent, u.a. mit
dem Slogan „Asylantenheime – Nein danke!“. Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow
vom 29.08.2013

(114)	25.08.2013 | NPD steckt antiziganistische Flugblätter In mehrere Briefkästen
steckte die NPD antiziganistische Flugblätter mit dem Slogan „Geld für Oma statt für
Sinti und Roma“. Quelle: Homepageeintrag
NPD Pankow vom 25.08.2013

(120)	30.08.2013 | NPD hetzt gegen die neu
entstehende Flüchtlingsunterkunft Die
NPD stellte eine Plakatvorlage ins Internet, mit der sie gegen die neu entstehende
Flüchtlingsunterkunft hetzt. Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom 30.08.2013

(115)	27.08.2013 | Flugblatt zur Bürgerversammlung gegen die neu entstehende
Flüchtlingsunterkunft In einem Anwohner_innenflugblatt wurde zu einer Versammlung aus Sorge um das „friedliche
Zusammenleben“ für den 01. September
einberufen. Quelle: Bezirksamt Pankow

(121)	30.08.2013 | „Freiheit für Horst Mahler“
Plakate entdeckt Im Ortsteil Buch wurden
ca. 50 „Freiheit für Horst Mahler“-Plakate am
Bahnhof, in der Wolfgang-Heinz-Straße, in der
Karower Chaussee und der Georg-BenjaminStraße entdeckt. Quelle: DIE LINKE Pankow

(116)	27.08.2013 | Vermehrte NPD-Plakate bei
der neu entstehenden Flüchtlingsunterkunft In der Nähe der neu entstehenden
Flüchtlingsunterkunft waren vermehrt
NPD-Plakate mit dem Slogan „Guten Heimflug“ angebracht worden. Quelle: [moskito]
- Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus
(117)	27.08.2013 | JN verteilt antiziganistische
Flugblätter in Weißensee Die JN verteilte
mehrere Flyer mit dem antiziganistischen
Slogan „Geld für Oma statt für Sinti und
Roma“ in Weißenseer Briefkästen. Quelle:
JN Berlin Facebook Profil
(118)	27.08.2013 | NPD veröffentlicht Flugblatt
zu Flüchtlingsunterkünften Die NPD Berlin veröffentlichte auf ihrer Unterseite zu
Pankow ein rassistisches Flugblatt, wie sich
„deutsche Bürger richtig“ verhalten sollen

(122)	31.08.2013 | „Alternative für Deutschland“ steckt Flugblätter Im Ortsteil Buch
steckte die Partei „AfD“ Flugblätter in Briefkästen. Quelle: EAG

September 2013
(123)	01.09.2013 | Anwohner_innen-Versammlung zur neu entstehenden Flüchtlingsunterkunft Ein Anwohner_innenflyer rief
„besorgte“ Anwohner_innen dazu auf, sich
am Sonntagabend zu treffen, um über das
„Problem“ der Asylbewerber_innen zu
sprechen. Vor Ort waren mehrere Leute,
vor allem aus dem zivilgesellschaftlichen
Bereich, die diesem Flyer kritisch gegenüberstanden. Über die ganze Zeit traten die
Urheber des Flyers nicht in Erscheinung. Es
wurden Diskussionen geführt. Am Rande
dieser Veranstaltung standen lose sechs bis

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acht rechtsaffine bis neonazistische Personen. Quelle: [mosktio] – Netzwerkstelle
gegen Rechtsextremismus
(124)	02.09.2013 | Hakenkreuzschmierereien in
der Florastraße In der Florastraße wurden
mehrere Hakenkreuze entdeckt, u.a. an
einer Informationstafel zu jüdischer Architektur, die im Rahmen des berlinweiten
Themenjahres „Zerstörte Vielfalt – Berlin
1933-1938-1945“ aufgehängt wurde. Betroffen von den neonazistischen Schmierereien waren aber auch Wahlplakate von
demokratischen Parteien. Quelle: EAG
(125)	02.09.2013 | NPD-Aufkleber an neu entstehender Flüchtlingsunterkunft Am Gebäude des geplanten Flüchtlingsheims in der
Mühlenstraße wurde ein dutzend Aufkleber
der NPD mit dem Slogan „Asylheime stoppen“ gefunden und entfernt. Quelle: EAG
(126)	03.09.2013 | NPD veröffentlicht Flyer
gegen die neu entstehende Flüchtlingsunterkunft In einem Flyer gegen die neu
entstehende Flüchtlingsunterkunft hetzte die NPD Pankow sowie JN Berlin mit
rassistischen Stereotypen. Es werden die
„Hygiene“ und die scheinbar steigende „Kriminalität“ aufgeführt, um Stimmung gegen
die Unterkunft zu machen. Quelle: Homepageeintrag NPD Pankow vom 03.09.2013
(127)	15.09.2013 | Vereinzelte Personenen mit
rechten Kleidungen auf dem Panke Fest
Auf dem Panke-Fest in der Breiten Straße
befand sich an beiden Tagen ein Stand der
„Alternative für Deutschland“. Anwesend
waren u.a. Markus Egg. Auf dem Fest bewegten sich vereinzelt Personen mit rechter
Kleidung. Am Sonntag hielt sich u.a. ein
bekannter Aktivist der NPD Pankow auf
dem Festgelände auf. Quelle: EAG
(128)	16.09.2013 | NPD verschickt rassistischen
Brief an Direktkandidaten der Piratenpartei Die NPD hat einen rassistischen Brief
an den Wahlkreiskandidaten der demokratischen Piratenpartei verschickt, in dem sie
ihn aufgeforderte, das Land zu verlassen.
Die „menschenverachtende multikulturel-

le Politik des machthabenden Regimes“
und die „luxeriöse Gastfreundschaft“ habe
dieser lang genug „genossen“ und solle
nun nach „Hause“ zurück fliegen. Beigelegt
war ein Flugticket von „Deutschland“ nach
„Heimat“. Es wurde Strafanzeige gegen die
NPD gestellt. Quelle: Prenzlauer Berg Nachrichten vom 16.09.2013 & Homepageeintrag
der Piratenpartei Pankow vom 17.09.2013
(129)	16.09.2013 | Infostand der Republikaner
Die REPUBLIKANER führten einen Informationsstand durch. Quelle: Homepageeintrag
DIE REPUBLIKANER vom 16.09.2013
(130)	17.09.2013 | Behindertenfeindlicher Angriff In der Florastraße wurde ein Mann,
der aufgrund seiner schweren Sehbehinderung einen kombinierten Geh-/Blindenstock zur Sicherung der Balance und des
Weges verwendet, von einem ihn entgegenkommenden Mann bedrängt und zur
Seite geschubst. Währenddessen wurde er
weiter beschimpft und ihm mehrfach verbal
Gewalt angedroht. Quelle: Anwohner_in
(131)	20.09.2013 | NPD hetzt gegen die neu
entstehende Flüchtlingsunterkunft Die
NPD verteilte Flugblätter in der Umgebung
der Mühlenstraße 33, wo die neue Flüchtlingsunterkunft entstehen soll. Gleichzeitig
versuchten sie auf nationalistische Weise
gegen die Flüchtlinge zu hetzen, indem
sie „an jene Pankower Bürger, welche auch
weiterhin deutsch bleiben wollen, sich weiterhin gegen das geplante Asylantenheim
einsetzen wollen“, sie aufforderten, aktiv
gegen die „Überfremdung unserer schönen
Stadt“ zu wehren und sich ihnen anschließen sollen. Quelle: Homepageeintrag NPD
Pankow vom 20.09.2013
(132)	20.09.2013 | NPD überklebt Plakate In
der Nacht vom 19. auf den 20. September
verklebte die NPD Pankow in den BerlinBuch und Karow mehrere Plakate, wo sie
auf ihre Homepage aufmerksam machten.
Betroffen waren vor allem die Bruno-ApitzStraße, Walter-Heinz-Straße, die Karower
Chausseem, Walter-Friedrich-Straße und
der S-Bhf Buch. Quelle: DIE LINKE Pankow

Pankower Register 2013

(133)	22.09.2013 | NPD entsendet Wahlbeobachter Im Berlin-Buch entsendete die
NPD in alle sechs Wahllokale ab 18:00 Uhr
Wahlbeobachter. Quelle: DIE LINKE Pankow

Oktober 2013
(134)	13.10.2013 | Verkauf von Thor-SteinarSachen im Mauerpark Flohmarkt Besucher_innen des Mauerparks Flohmarktes
entdeckten einen Stand, der auf zwei Verkaufstischen Outlets verschiedener Marken
verkauft. Darunter befindet sich ebenfalls
die Marke Thor Steinar. Quelle: NEA
(135)	17.10.2013 | NPD ehrt NS-Kriegsverbrecher In einem Homepageeintrag der NPD
Pankow verehrte diese den ehemaligen
Angehörigen der SS Erich Priebke, der an
dem Geiselmassaker an den Ardeatinischen
Höhlen beteiligt war und 1998 als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt
wurde. In diesem Beitrag verharmlosen
sie die begangenen Kriegsverbrechen und
verehren Erich Priebke. Die damit einhergehende Debatte um die Bestattung des
Leichnams in Italien oder Deutschland,
kommentieren Sie damit, dass sie ihn willkommen heißen. Quelle: Homepageeintrag
NPD Pankow vom 17.10.2013
(136)	22.10.2013 | NPD Flyer „Asylflut stoppen“ in Briefkästen Anwohner_innen im
Berlin-Buch fanden in ihren Briefkästen den
rassistischen Flyer der NPD mit dem Slogan
„Asylflut stoppen!“ Quelle: Anwohner_in

November 2013
(137)	03.11.2013 | Rassistische Beleidigung und
Körperverletzung Ein 14-Jähriger hat in der
Nacht vom 2. zum 3. November mit seinem
Betreuer eine rassistische Beleidigung und
eine Körperverletzung bei einem Polizeiabschnitt angezeigt. Seinen Aussagen zufolge
wurde dem Jugendlichen gegen 22:30 Uhr
von zwei Unbekannten in der Piesporter
Straße ein Bein gestellt, so dass er zu Fall
kam. Anschließend hätten ihn die beiden

aufgrund seiner dunklen Hautfarbe beleidigt. Der 14-Jährige blieb unverletzt. Quelle:
Pressemitteilung der Polizei vom 03.11.2013
(138)	05.11.2013 | Neonazis bei der Filmvorführung „Blut muss fließen“ Eine Gruppe
von ca. 10 Neonazis hielt sich während
der Filmvorführung „Blut muss fließen –
Undercover unter Nazis“ außerhalb des
Bürgerhaus Buch auf. Die Veranstaltung
thematisierte die Rechtsrock-Szene. Es kamen ca. 140 Menschen, um sich über dieses
Phänomen zu informieren. Quelle: [moskito]
- Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus
(139)	11.11.2013 | NPD steckt Aufkleber in Briefkästen Am Abend wurden in Berlin-Buch
Aufkleber der NPD mit dem Slogan „Nein
zum US-Bomben-Terror – gestern Dresden,
heute Syrien“ in Briefkästen gesteckt. Quelle:
DIE LINKE Pankow, Bürgerhaus Buch
(140)	12.11.2013 | JN Aktion gegen die neu
entstehende Flüchtlingsunterkunft Die
JN hing verschiedene Sprechblasen an die
neue Flüchtlingsunterkunft auf. Auf einer
steht u.a. „Überfremdung stoppen, nationale Freiräume erhalten“. Quelle: FacebookProfil der JN Berlin, PRISOD
(141)	14.11.2013 | NPD Aufkleber entdeckt und
entfernt In Berlin-Buch wurden Aufkleber
der NPD mit dem Slogan „Asylantenheime
Nein danke!“ entdeckt und entfernt. Quelle:
DIE LINKE Pankow
(142)	15.11.2013 | neonazistische Schmierereien vor dem Bürgerhaus Buch Am Morgen
wurden neonazistische Schmierereien am
Bürgerhaus Buch entdeckt. Es wurde u.a.
Bezug auf die griechisch-neonazistischen
Partei „Goldene Morgendämmerung“ genommen. Quelle: Bürgerhaus Buch
(143)	21.11.2013 | Frei.Wild Konzert im Velodrom Die Band Frei.Wild trat im Velodrom
auf. Quelle: Register Friedrichshain-Kreuzberg
(144)	24.11.2013 Rassistischer Angriff Ein
29-jähriger Mann wird gegen 0:05 Uhr in
den Toilettenräumen eines Veranstaltungsgebäudes von einem unbekannten Mann

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rassistisch beleidigt und geschlagen. Quelle:
Polizei Berlin, 08.01.2014, ReachOut
(145)	25.11.2013 Homophober Angriff Ein
31-jähriger Mann wird von einem Unbekannten um 20:25 Uhr homophob beleidigt und geschlagen. Quelle: Polizei Berlin,
08.01.2014, ReachOut
(146)	28.11.2013 | Imbissbetreiber rassistisch
beleidigt und ausgeraubt Zwei Unbekannte beschimpften in Prenzlauer Berg
einen Mann rassistisch, bevor sie sein Geld
raubten. Nach Angaben des 43-Jährigen
hatten die Männer gegen 18 Uhr zunächst
an Spielautomaten der Gaststätte in der
Schönhauser Allee gesessen und sich plötzlich über einen angeblich falsch angezeigten Geldbetrag beschwert. Einer beleidigte
den Imbissbetreiber daraufhin rassistisch
und bedrohte ihn sowie seine 30-jährige
Freundin mit einem Messer. Er fordert die
Herausgabe des Kasseninhalts, während
sein Komplize den Eingangsbereich absicherte. Anschließend flüchtete das Duo
mit seiner Beute. Quelle: Pressemitteilung
der Polizei vom 28.11.2013

Dezember 2103
(147)	02.12.2013 Antisemitischer Angriff Eine
50-jährige Frau wird gegen 19:00 Uhr in der
Arkonastraße von einer 44-jährigen Frau
antisemitisch beleidigt und ins Gesicht geschlagen. Quelle: Polizei Berlin 18.02.2014,
ReachOut
(148)	10.12.2013 | Hetze gegen die neu entstandene Flüchtlingsunterkunft In der
Nähe des U-Bahnhofs Vinetastraße wurden
mehrere Zettel mit dem Slogan „Nein zum
Heim“ gefunden. Quelle: Initiative „Solidarität mit den Geflüchteten in Pankow“
(149)	14.12.2013 | Hetze gegen die neu entstandene Flüchtlingsunterkunft Am Samstag,
den 14. Dezember, wurden am S-Bahnhof
Pankow und in der Florastraße mehrere
Zettel mit dem Slogan „Nein zum Heim“
auf der Straße gefunden. Quelle: Initiative

„Solidarität mit den Geflüchteten in Pankow“
(150)	16.12.2013 | Hetze gegen die neu entstandene Flüchtlingsunterkunft In der
Mühlenstraße in Richtung S-Bahnhof Pankow wurden erneut einige Zettel mit dem
Slogan „Nein zum Heim“ auf der Straße
gefunden. Quelle: Initiative „Solidarität mit
den Geflüchteten in Pankow“
(151)	17.12.2013 | Hetze gegen die neu entstandene Flüchtlingsunterkunft In der
Florastraße und Mühlenstraße wurden erneut über 50 Zettel mit dem Slogan „Nein
zum Heim“ gefunden. Ebenso wurde an
einem Pfahl ein NPD-Aufkleber entdeckt.
Quelle: Anwohner_in
(152)	19.12.2013 | rechte Modemarke »Walhall
Athletik« im Laden verkauft Ein Laden in
der Berliner Allee in Weißensee verkaufte die
rechte Modemarke »Walhall Athletik«. Quelle: Pressemitteilung NEA vom 19.12.2013
(153)	21.12.2013 | Beschimpfung von Geflüchteten Auf dem Masurenplatz, der sich in
unmittelbarer Nähe der Flüchtlingsunterkunft befindet, beschimpfte eine Gruppe
von Jugendlichen Geflüchtete. Diese ließen
sich davon nicht provozieren. Quelle: Stadtteilzentrum Pankow, PRISOD Wohnheimbetriebs GmbH
(154)	30.12.2013 | rassistische Stimmungsmache gegenüber Migrant_innen Auf der
Homepage der NPD Pankow wurde in rassistischer Weise Stimmung gegen die Flüchtlingsunterkunft in der Mühlenstraße sowie
gegen Migrant_innen gemacht. So heißt
es, dass „Überfremdung und Vermischung,
mit den noch vorhandenen Deutschen, die
Folge [ist] – die Vernichtung unseres Volkes
das Ziel!“ Quelle: Homepageeintrag der NPD
Pankow vom 30.12.2013

Abkürzungsverzeichnis zu den Quellen
Zivilgesellschaftliche und antifaschistische
Gruppen:
AINO = Antifa Initiative Nord-Ost
EAG = Emanzipative Antifa Gruppe
NEA = North East Antifascists

Pankower Register 2013

4. Glossar
4.1. Glossar zu rechten bis (neo-)
nazistischen Gruppen und Personen
■A
 utonome Nationalist_innen (AN)
Es handelt sich hier um die Eigenbezeichnung
einer Strömung innerhalb der rechtsextremen
Szene von aktionistischen, gewaltbereiten
jungen Frauen und Männern. Sie vertreten offen ein neonazistisches Weltbild, welches die
Verherrlichung des NS und Werbung für einen
neuen „Nationalen Sozialismus“ impliziert. Teil
ihrer Praxis ist die „Anti-Antifa-Arbeit“. Oft
werfen die Autonomen Nationalist_innen der
NPD Systemanpassung vor. Allerdings besteht
zumindest in Berlin eine enge zwischen NPD
und AN; die AN profitiert hier von den Strukturen der NPD und unterstützt diese z.B. im
Wahlkampf. Kennzeichnend für die AN ist, dass
sie sich in Kleidung, Auftreten und Symboliken
an der linksautonomen Szene orientieren. Es
dominieren schwarze Sachen, Kapuzenpullover und Basecaps. Auch englische Slogans und
Hardcore-Musik sind Stilmittel, derer sich AN
bedienen.

■D
 ie Freiheit
Die rechtspopulistische Partei Die Freiheit – Partei für mehr Freiheit und Demokratie wurde im
September 2010 gegründet. Ihr Initiator, Motor und Vorsitzender ist das ehemalige CDUMitglied René Stadtkewitz. Die Partei verfügt
über ein umfangreiches Grundsatzprogramm,
ihre zentralen Themen sind jedoch der Islam
und Integration. Es wird von einer angeblichen
Bedrohung durch eine wachsende „Parallelgesellschaft“ gewarnt, sich dafür ausgesprochen,
„kriminelle Ausländer“ abzuschieben. Darüber
hinaus wird versucht, die muslimische Religionsausübung zu beschneiden z.B. durch ein
Kopftuchverbot. Die in Berlin verortete Partei
versucht sich nach außen von Rechtsextremen
zu distanzieren. Sie ist jedoch auf internationaler Ebene mit rassistischen und rechtsextremen
Parteien aus Schweden, Österreich und Belgien
vernetzt, u.a. bestehen enge Kontakte zu dem
niederländerischen Rechtspopulisten Geert
Wilders. Bei den letzten Abgeordnetenhauswahlen 2011 erhielt die Partei in Berlin-Pankow
1,5 Prozent der Stimmen.

■ Bürgerbewegung Pro Deutschland/Pro Berlin
Erstmals öffentlich in Erscheinung trat die
rechtspopulistische Partei Pro Deutschland mit
ihrem regionalen Ableger Pro Berlin 2006 in
Pankow. Damals unterstützte sie die Bürgerinitiative gegen den Moscheebau der AhmadiyyaGemeinde. Seit 2008 trat sie kaum noch in Erscheinung. 2011 versuchte sie im Rahmen der
Wahlen wieder verstärkt durch Propagandaaktivitäten für sich zu werben. Dabei fokussierte
sie sich auf eine antimuslimische Propaganda.
So „warnte“ sie beispielsweise vor einer angeblichen Gefahr der „Islamisierung der deutschen
Gesellschaft“. Weiter forderte sie die Abschiebung von „kriminellen Ausländern“ und sprach
sich gegen den Bau von Moscheen aus. Bei den
letzten Abgeordnetenhauswahlen 2011 kam sie
in Berlin-Pankow auf 1,1 Prozent der Stimmen.
2012 trat Pro Berlin in Pankow kein einziges
Mal in Erscheinung.

■ Die Reichsbewegung
Die Reichsbewegung - Neue Gemeinschaft
von Philosophen ist eine neonazistische Gruppierung, welche sich selbst als „patriotische
Befreiungsbewegung“ definiert und die deutschen Außengrenzen von 1871 wiederherstellen möchte. 2012 verschickte sie Briefe u.a.
an jüdische und muslimische Gemeinden und
Vertreter_innen, in denen diese aufgefordert
wurden, das Land innerhalb von sechs Monaten zu verlassen. Die Anhänger_innen der
Reichsbewegung stammen u.a. aus der Bewegung der „Reichsbürger“, welche die Existenzberechtigung der Bundesrepublik Deutschland
ablehnt und diese als Verwaltungsapparat einer
„Marionettenregierung unter fremden Einflüssen“ bezeichnet. Verschwörungstheorien,
Antisemitismus, Rassismus und ein durchweg
positiver Bezug zum Nationalsozialismus sind
charakteristisch für diese Gruppe.

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■ Frei.Wild
Die Band Frei.Wild stammt aus Südtirol (Italien) und gehört derzeit zu den kommerziell
erfolgreichen Deutschrockbands. Ihr Sänger
Philipp Burger spielte zuvor in der RechtsrockBand Kaiserjäger, welche personelle Anbindungen an das neonazistische (Musik-)Netzwerk Blood&Honour besaß. Aufgrund seiner
Vergangenheit sowie der nationalistischen
Ausrichtung einiger Texte von Frei.Wild, sieht
sich die Band Vorwürfen ausgesetzt, rechtes
Gedankengut zu verbreiten. Inhaltlich basieren
die Texte dabei auf einer simplifizierten „Ihr“und-„Wir“-Konstruktion. Sie vertreten dabei
einen starken Heimatbezug auf, vor allem in
Bezug auf Südtirol, welches die Band nicht als
Teil Italiens betrachtet. Damit bezieht sich die
Band unweigerlich auf extrem rechte Separationsbestrebungen.
■ Freie Kameradschaft
Freie Kameradschaft ist die Selbstbezeichnung
für kleine aktive neonazistische Basisgruppen.
Diese stellen einen sehr dynamischen und aktionsorientierten Zusammenhang dar. Die Gruppen agieren eigenständig und sind parteiunabhängig, wenngleich viele Gruppen mit der
NPD eng verbunden sind. Sie sammeln sich auch
unter den Eigenbezeichnungen Freie Kräfte und
Nationaler Widerstand.
■F
 reies Netz/Freies Netz Pankow (FNP)
Bei dem Freien Netz handelt es sich um von
Autonomen Nationalist_innen betriebene Internetforen, welche in vielen Städten Ableger
haben. Inhaltliche Themen sind vor allem Antiamerikanismus und Antisemitismus in Form
einer völkischen Kapitalismuskritik und die
Umdeutung der deutschen Täter_innen in
Opfer der Alliierten. Auch Parolen wie „Umweltschutz ist Heimatschutz“ und „Todesstrafe
für Kinderschänder“ sind dort zu finden. Unter
diesem Label gibt es in ganz Deutschland immer wieder Aktionen von Autonomen Nationalist_innen. 2011 waren verschiedene Plakate in
Berlin-Pankow aufgetaucht, die mit Freies Netz
Pankow (FNP) unterschrieben wurden.
■R
 udolf Heß
Rudolf Heß (26. April 1894 - 17. August 1987)

war der Stellvertreter und ein enger Vertrauter
von Adolf Hitler. Er flog 1941 nach England und
wurde dort festgesetzt. Nach 1945 wurde er in
den Nürnberger Prozessen zu lebenslanger Haft
verurteilt. Nach seinem Selbstmord in Haft wurde er zum Märtyrer der rechtsextremen Szene.
Zu seinem Todestag versuchen Rechtsextreme
jährlich, bundesweit Demonstrationen und Aktionen durchzuführen.
■ J unge Nationaldemokraten (JN)
Die Jungen Nationaldemokraten (JN) sind die
offizielle Jugendorganisation der Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD). Die
JN bekennt sich zum Parteiprogramm der NPD
und vertritt ebenso eine neonazistische Ideologie. Allerdings treten sie inhaltlich wie auch
praktisch wesentlich aggressiver auf. Die Verbindungen zur gewalttätigen Neonaziszene sind
bei der JN noch offensichtlicher als bei der NPD.
Gegründet wurde die JN 1969 und ist laut NPDSatzung „integraler Bestandteil“ der Partei. Die
NPD verfügt als einzige neonazistische Partei
über eine relevante Jugendorganisation.
■ Nationaldemokratische Partei Deutschlands
(NPD)
Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ist die älteste neonazistische Partei
Deutschlands; sie wurde im November 1964
gegründet. Gegenwärtig ist sie zugleich die
modernste und erfolgreichste rechte Partei in
Deutschland. Sie vertritt einen völkischen Nationalismus sowie geschichtsrevisionistische,
antisemitische, rassistische und homophobe
Vorstellungen. Ihr Parteivorsitzender ist Holger
Apfel. Insgesamt verfügt die NPD über 5.900
Mitglieder_innen (Stand Februar 2012). Am 1.
Januar 2011 ging die ebenfalls rechtsextreme
Deutsche Volksunion (DVU) in der NPD auf.
Bei den letzten Abgeordnetenhauswahlen 2011
erreichte sie im Bezirk Pankow 2,0 Prozent der
Stimmen.
■ Nationale Sozialisten
Der Eigenbezeichnung „Nationale Sozialisten“
bezeichnet eine politische Strömung die bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstanden
ist. Ursprünglich wurde dies als „dritter Weg“
zwischen Nationalismus und Sozialismus be-

Pankower Register 2013

griffen. Geprägt wurde die Bezeichnung Nationale Sozialisten jedoch insbesondere durch
die Nationalsozialistische Partei Deutschland
(NSDAP) und die damit einhergehende menschenverachtende faschistische Ideologie und
Verantwortung für den Genozid an Millionen
von Menschen. Angelehnt an die Organisationsform der Sturmabteilung (SA) gründete
sich Ende der 1970er Jahre die Aktionsfront
Nationaler Sozialisten (ANS), die 1983 verboten wurde. Inzwischen bezeichnen sich viele
Gruppen aus dem Spektrum der Autonomen
Nationalisten als Nationale Sozialisten.
■N
 ationaler Widerstand Berlin (NW Berlin)
NW Berlin ist zunächst einmal die Bezeichnung
einer neonazistischen Internetseite. Diese Internetseite wurde nach dem Verbot der Lichtenberger Kameradschaft Tor ins Leben gerufen
und dient als Portal für Beiträge aus verschiedenen Berliner Bezirken und Brandenburg. Darüber hinaus initiiert NW Berlin unregelmäßig
Kampagnen und produziert dafür eigenständiges Propagandamaterial wie Aufkleber. 2012
wurde bei dem Berliner NPD-Chef Sebastian
Schmidtke eine Hausdurchsuchung durchgeführt, da er unter Verdacht steht, Betreiber
und verantwortlicher Administrator der Seite
zu sein. Grund für die Durchsuchung war eine
Art „Feindesliste“, die auf der Internetseite gepostet ist und zum Angriff auf Nazigegner_innen
und linke Einrichtungen aufruft.
■H
 orst Wessel
Horst Wessel (1907-1930) war ein SA-Sturmführer in Berlin. Nach seinem Tod wurde das von
ihm verfasste sogenannte Horst-Wessel-Lied
zum Parteilied der NSDAP. Bereits ab 1922 war
er Teil der Bismarckjugend der nationalkonservativen Deutschnationale Volkspartei (DNVP)
und beteiligte sich an Übergriffen auf politische Gegner_innen. 1926 wurde er Mitglied
der NSDAP und ihrer Sturmabteilung (SA) und
agierte u.a. in den Bezirken Prenzlauer Berg
und Friedrichshain. Ab 1928 stieg Wessel zu
einer Kaderfigur der SA auf. Im Januar 1930
wurde Wessel von dem KPD-Mitglied Albrecht
Höhler angeschossen, worauf er verstarb. Nach
seinem Tod wurde er zum „Märtyrer“ des Nationalsozialismus stilisiert und als soldatisches

Ideal propagiert. Das Grab von Horst Wessel
auf dem St. Marien- und St. Nikolai-Friedhof in
Prenzlauer Berg wurde später zum Wallfahrtsort
von Neonazis. Bis heute finden dort anlässlich
seines Todestages klandestine neonazistische
Gedenken statt.
■ Ring Nationaler Frauen (RNF)
Der 2006 gegründete Ring Nationaler Frauen
(RNF) ist die Frauenorganisation der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD).
Die Aufgabe des RNF ist die Rekrutierung und
politische Organisierung von Sympathisantinnen. Die Fokussierung liegt dabei auf vermeintliche „Frauenthemen“ und spiegelt die
rollenstereotypisierende Sicht auf die Frau als
„reproduktive Kraft“ wieder.
■ Tønsberg
Benannt nach der gleichnamigen Norwegischen
Stadt, ist der Tønsberg ein Kleidungsladen in
Weißensee. In diesem Laden wird ausschließlich
die umstrittene Marke Thor Steinar verkauft.
■ Thor Steinar (TS)
Gegründet wurde die Bekleidungsmarke Thor
Steinar von dem als Neonazi bekannten Axel Kopelke. Das Sortiment von Thor Steinar umfasst
neben Bekleidung auch Accessoires und orientiert sich an Modetrends. Das aus der Kombination verschiedener Runen zusammengesetzte
Thor-Steinar-Logo stand jahrelang unter juristischem Druck, da die darin kombinierten Runen
(Tyr-Rune und Gibor-Rune/Wolfsangel) auch
im Nationalsozialismus Verwendung gefunden
hatten. Im Jahr 2008 entschieden höhere Gerichtsinstanzen, dass das öffentliche Zeigen des
Logos nicht strafrechtlich verfolgt werden kann
bzw. darf. Thor Steinar steht für einen »rechten
Chic« und ist somit eine Positions- und Identitätsbestimmung seiner Nutzer_innen.

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4.2.	 Glossar zu rechten bis (neo-)
nazistischen Codes, Symbolen und
Begriffen
Zahlencodes und Abkürzungen sind bei Neonazis eine beliebte Verschlüsselungsmethode
menschenverachtender und strafrechtlich relevanter Begriffe und Inhalte. Zumeist (aber nicht
ausschließlich) stehen dabei die Zahlen für die
entsprechenden Buchstaben im Alphabet.
■ 88 = HH = Heil Hitler
Der achte Buchstabe ist das H, 88 bedeutet
folglich HH und steht für „Heil Hitler“.
Diese Grußformel ist in der neonazistischen
Szene weit verbreitet und wurde bereits in
den Nachkriegsjahren von Nationalsozialist/
innen verwendet. Sie findet in Band- und Organisationsnamen, als Schmierereien, WunschAutokennzeichen oder auch als Grußformel in
Briefen und Internetforen Verwendung.
■ Anti-Antifa
Die Bemühungen neonazistischer Gruppen,
ein Bedrohungspotenzial aufzubauen, indem
vermeintliche politische Gegner_innen wie
Antifaschist_innen, zivilgesellschaftliche Akteure, Angehörige demokratischer Parteien,
Gewerkschafter_innen, aber auch Journalist_
innen ausgespäht, deren persönliche Daten
veröffentlicht und diese zum Teil auch tätlich
angegriffen werden.
■ Division 88
Die 88. Infanterie-Division war ein militärischer
Großverband der Wehrmacht. Auch durch den
oft benutzten Zahlencode 88 (siehe 88) wird
der Schriftzug „Division 88“ oft auf Pullovern,
T-Shirts, Tattoos oder ähnlichem verwendet.
■ Hakenkreuz
Aus asiatischer und europäischer Frühgeschichte ist das Hakenkreuz als laufendes Sonnenrad
bekannt und damit als Symbol des Heils und
der Wende zum Glück. Später erhielt es als
angeblich arisches Symbol („Für die Reinheit
des Blutes“) Einzug in Deutschland. Seit Beginn
des 20. Jahrhunderts diente das Hakenkreuz
völkischen Gruppierungen als Ausdruck ihres
aggressiven Nationalismus und Antisemitismus.

1920 übernahm die NSDAP das Hakenkreuz als
offizielles Symbol und wurde damit auch auf
der Nationalfahne des nationalsozialistischen
Deutschland genutzt. Heutzutage ist das Hakenkreuz ein verbotenes Symbol.
■ HH
Siehe den Eintrag zu „88“
■ Hitlergruß
Zur Zeit des Nationalsozialismus war der Hitlergruß die verpflichtende Grußform, welche
die starke Ausprägung des Personenkults in
der NS-Zeit symbolisierte. Neben dem Heben
des rechten Armes mit ausgestreckter flacher
Hand wurde meist „Sieg Heil“ oder „Heil Hitler“ ausgesprochen. Der Hitlergruß ist heute in
Deutschland strafbar.
■ Lebensrune
Die sogenannte Lebensrune, auch Man-Rune
genannt, wurde im Nationalsozialismus aus
der germanischen Mythologie und Schriftkunde entnommen und neu besetzt. Diese Rune
wurde aus völkischer Perspektive als Mann
mit weit ausgestreckten Armen interpretiert,
als Symbolisierung des Lebens und der Kraft.
Sie war zudem auf Abzeichen diverser nationalsozialistischer Organisationen vertreten wie
der NS-Frauenschaft, dem Deutschen Apothekerverband, des Sanitätsdienstes der Hitlerjugend und des Lebensborn. Noch heute wird die
Lebensrune in neonazistischen Kreisen genutzt,
u.a. als Schmuckelement oder in Geburtsanzeigen einschlägiger Zeitschriften.
■ Reichskriegsflagge
Die Reichskriegsflagge war die offizielle Kriegsflagge der Streitkräfte des Deutschen Reiches in
der Zeit von 1871 bis 1945. Es gab sie in sieben
zur Verwendung gelangten Versionen. Die Flagge des Kaiserreichs wird gegenwärtig auch von
Gruppierungen des neonazistisches Spektrums
verwendet, da die Verbreitung und Darstellung
der Version der Kriegsflagge wie sie Nationalsozialismus (mit Hakenkreuz) strafbar ist. Die kaiserliche Reichskriegsfahne wurde bereits in der
Weimarer Republik von rechten Parteien und
Organisationen genutzt. Der Gebrauch dieser
Version wird in der Regel geduldet.

Pankower Register 2013

Bild: beob8er | Creative Commons | by-nc-sa

■ Runen
Runen sind altnordische/germanische Zeichen,
die zum Teil Laute und/oder Symbole charakterisieren. Im Nationalsozialismus diente die
Verwendung von Runen der Konstruktion
einer germanisch-„arischen“ Traditionslinie.
Dementsprechend sind Runen heutzutage in
der rechten bis neonazistischen Szene weit
verbreitet, zumeist ohne historischen Bezug
und mit völkischer Interpretation. Sie finden
Verwendung bei rechten bis neonazistischen
Band- und Organisationslogos, als Tattoos,
bei Modemarken wie „Thor Steinar“ und im
Rahmen von Bedrohungen. Zum Teil sind Runen aufgrund ihrer Verwendung in der NS-Zeit
heute als verfassungsfeindliche Kennzeichen
eingestuft und nach § 86a StGB strafbar.
■ Schwarze Sonne
Die Schwarze Sonne ist ein von der national-

sozialistischen Schutzstaffel (SS) verwendetes
Symbol. Es besteht aus zwölf in Ringform gefassten gespiegelten Siegrunen und kann mit
einem zwölfarmigen Hakenkreuz beschrieben
werden. Die Schwarze Sonne ist ein wichtiges
Ersatz- und Erkennungssymbol der neonazistischen Szene.
■ Sieg Heil
(siehe Hitlergruß)
■ Sig-Rune, doppelte Sig-Rune, SS-Rune
Die Sig-Rune gilt als Symbol des Sieges und
der militärischen Macht. Die Sig-Rune wurde
in der völkischen Jugendbewegung und in den
Freikorps nach dem Ersten Weltkrieg genutzt.
Im NS diente die einzelne Sig-Rune als Symbol des sogenannten Deutschen Jungvolkes,
das die Betreuung zehn- bis sechzehn-Jähriger
organisierte. Über das Verbot dieses Organi-

45

46
sationsabzeichens hinaus erfüllt die einzelne
Sig-Rune dann den Straftatbestand nach § 86
a StGB, wenn sie in einem Kontext steht, der
nicht in offenkundiger und eindeutiger Weise
die Gegnerschaft zu Organisationen des NS und
die Bekämpfung ihrer Ideologie zum Ausdruck
bringt.
Die doppelte Sig-Rune war das Abzeichen der
nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS). Die
SS war für die Konzentrations- und Vernichtungslager zuständig und ihre „Eliteeinheit“
die Waffen-SS verübte zahlreiche Kriegsverbrechen an der Front und in den von Deutschland besetzten Gebieten. Die Verwendung der
SS-Runen ist strafbar. Die (doppelte) Sig-Rune
ist in der neonazistischen Szene beliebt, wird
aber mitunter aufgrund ihrer Strafbarkeit in abgewandelter Form verwendet, z.B. durch die
Darstellung in Form eines Blitzes, mit einem
Pfeil nach unten. Häufig wird das „S“ rechtsextremer Bands oder Organisationen in Form
einer Sig-Rune dargestellt.
■ Schwarz-Weiß-Rot
Schwarz-Weiß-Rot waren von 1871 bis 1919
die Reichsfarben des Deutschen Reiches sowie
von 1933 bis 1945 die Farben des nationalsozialistischen Deutschlands. Meist waren noch
das eiserne Kreuz oder das Hakenkreuz auf der
Fahne zu finden (siehe Reichskriegsflagge).
■ Walhalla
Walhalla stellt in der germanischen Mythologie
den Ort für die gefallenen Kämpfer dar. Diese
Mythologie wurde für den soldatischen Todeskult im Nationalsozialismus verwendet. Besondere Bedeutung hatte das Versprechen „nach
Walhalla zu kommen“, sprich in das „Reich der
germanischen Ahnen“ zu gelangen, vor allem
für SS-Einheiten. Mittels dieses quasi religiösen Glücksversprechens sollten die SS-Einheiten

zu größerer Entschlossenheit und Opferbereitschaft bewegt werden. Die Übernahme und
Funktionalisierung germanischer Mythen wurde dabei besonders vom SS-Reichsführer und
späteren Reichsinnenminister Heinrich Himmler verfolgt. Auch heute noch nutzen Neonazis
den Begriff „Walhalla“ für eine überirdische
Begründung ihrer Ideologie und beziehen sich
damit konkret auf ihre vermeintlich Abstammung von den Germanen.
■ White Prisoners Supporter Day (WPSD)
Der White Prisoners Supporter Day ist ein von
der neonazistischen Szene ins Leben gerufener
Solidaritätstag für inhaftierte Neonazis. Die im
Hintergrund agierende Struktur versteht sich
als Nachfolgerin des 2011 verbotenen Vereins
Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene e.V. (HNG), welche die Betreuung von
in Haft sitzenden Neonazis organisierte. Im Rahmen des „Solidaritätstages“ am 21. September,
versuchen Neonazis ein Datum zu etablieren,
welcher Szeneangehörige ermuntern soll, politische Aktionen gegen den Staat und „staatliche
Repression“ zu machen. Ein zentraler Aspekt
ist dabei die internationale Vernetzungsarbeit
neonazistischer Akteure.
■ Zyklon B
Das ursprünglich als Schädlingsbekämpfungsmittel entwickelte Zyklon B, wurde ab 1941
von den Nationalsozialisten in Konzentrationsund Vernichtungslagern zur massenhaften Ermordung von Menschen eingesetzt. Heutzutage benutzen Neonazis den Begriff häufig um
politische Gegner_innen einzuschüchtern und
zu bedrohen.
Mehr Informationen zu rechten Codes und Symbolen finden Sie unter:
www.dasversteckspiel.de

Pankower Register 2013

Zentrale Begrifflichkeiten
im Kontext der Arbeit
■A
 ntimuslimischer Rassismus/Islamfeindlichkeit
Ähnlich wie beim Antisemitismus handelt es
sich auch beim antimuslimischen Rassismus
nicht um ein Phänomen der Moderne, sondern seine Wurzeln sind in Europa bis zur
Entstehung des Christentums zurückzuverfolgen. Folglich waren und sind Menschen islamischen Glaubens immer wieder Opfer von
Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September
2001 in den USA erfuhr der antimuslimische
Rassismus erneut eine breite Akzeptanz. Insbesondere rechtspopulistische Parteien nutzen
antimuslimischen Rassismus für ihre politische
Ziele. Dabei wird auf alte Feindbilder zurückgegriffen, die bereits im Mittelalter entstanden
sind. Diese stereotype Wahrnehmung verknüpft
Islam mit Müßiggang, zügelloser Leidenschaft,
Machtgier, Besitzhunger und Gewalt. Und
stand/steht damit im Gegensatz zu dem Selbstbild der christlichen Kultur. So galt/gilt die islamische Kultur als eine einheitliche und feststehende Kultur „der Anderen“. Seit Mitte des 20.
Jahrhunderts sind fünf stereotype Darstellungen kennzeichnend: die des reichen Ölscheichs
– von dem man abhängig ist; die des Terroristen
– der gewaltbereit ist; die des Fundamentalisten – der fanatisch ist; die des Migranten – der
ungebildet ist und zuletzt die der muslimischen
Frau – die unterdrückt und ungebildet ist.
Nach den Anschlägen vom 11. September wurde ein neues Bedrohungsszenario geschaffen,
wonach die „zivilisierte westliche Welt“ durch
„Schurkenstaaten“ bzw. die „Achse des Bösen“
ernsthaft in Gefahr sei. Dies gipfelte in der Rede
von dem „Kampf der Kulturen“.
■A
 ntisemitismus
Unter Antisemitismus ist die pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums zu verstehen. Seinen Ausdruck fand und findet Antisemitismus in der Verleumdung, Ausgrenzung,

Diskriminierung, Verfolgung und Vertreibung
bis hin zu Versuchen der Vernichtung von jüdischen Menschen. Und gipfelte im Nationalsozialismus in der Shoa*, dem systematischen
Ermorden von sechs Millionen Jüdinnen und
Juden. Dabei ist Antisemitismus kein Phänomen
der Moderne, sondern lässt sich etwa 2500 Jahre
zurückverfolgen. Antisemitismus ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Erscheinungsformen von Feindschaft gegenüber Jüdinnen und
Juden: Die christliche Judenfeindschaft (1. Jhd.)
entstand mit der Herausbildung des Christentums. Die Judenfeindschaft aus ökonomischen
Motiven (14. Jhd.) erhält ihre Bedeutung im
Frühkapitalismus und der Bedeutungszunahme
von Geldhandel. Der Moderne Antisemitismus
(19. Jhd.) entwickelt sich im Zusammenhang
mit grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen. Moderner Antisemitismus ist ein
Oberbegriff, der sich aus verschiedenen Formen des Antisemitismus zusammensetzt. Diese
Formen sind der rassistische und völkisch-nationalistische Antisemitismus, der kapitalistische
und antikapitalistische Antisemitismus und der
verschwörungstheoretische Antisemitismus.
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus
(1945) entstand der bis heute wirkende Sekundäre Antisemitismus. Mit der Ausrufung
des Staates Israel kommt der israelfeindliche
Antisemitismus auf.
■ Shoa
(wörtlich: „Zerstörung“, „große Katastrophe“)
ist die hebräische Bezeichnung für den systematischen Massenmord an etwa sechs Millionen
Jüdinnen und Juden und der jüdischstämmigen
Bevölkerung Europas im Nationalsozialismus.
Shoah wird synonym zu dem Begriff Holocaust
verwendet, der aus dem griechischen kommt
und „vollständig Verbranntes“, „Brandopfer“
bedeutet.
■ Diskriminierung
(Soziale) Diskriminierung bedeutet eine gruppenspezifische Benachteiligung oder Herab-

47

48
würdigung von Gruppen oder Individuen.
Diese erfolgt anhand gruppenspezifischer
Merkmale wie Herkunft, Hautfarbe, Sprache,
politische oder religiöse Überzeugungen,
sexuelle Orientierung, Geschlecht oder Behinderung. Grundlage von Diskriminierung
ist die Unterscheidung und Bewertung einer
Gruppe durch gesellschaftliche Kräften. Von
Diskriminierung betroffen sind damit Gruppen, die den bestimmenden gesellschaftlichen
Vorstellungen nicht entsprechen. In der deutschen Gesellschaft sind bis heute Merkmale
wie weiß, männlich, heterosexuell, gesund,
leistungsfähig, christlich etc. bedeutungsvoll.
Menschen, die von diesen Merkmalen abweichen, sind oft von Diskriminierung betroffen.
Um strukturelle Diskriminierung von gesellschaftlichen Gruppen handelt es sich dann,
wenn diese in der Struktur der Gesellschaft
enthalten ist. Dies ist beispielsweise in einer
patriarchalen Gesellschaft (männliche Herrschaftsform) der Fall, die Frauen systematisch
und strukturell aus vielen Bereichen der Gesellschaft ausschließt.
■G
 ruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit
dient als ein Oberbegriff, der feindselige Einstellungen gegenüber Menschen unterschiedlicher Herkunft sowie mit verschiedenen Lebensstilen zusammenfasst. Der Begriff umfasst
somit folgende Elemente: Rassismus, Antisemitismus, Heterosexismus, Islamfeindlichkeit,
Abwertung von Obdachlosen, Abwertung von
Behinderten, Sexismus, Etabliertenvorrechte und Abwertung von Langzeitarbeitslosen.
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit beschreibt somit die Ideologie der Ungleichwertigkeit. Die Gleichwertigkeit und Unversehrtheit von spezifischen Gruppen der Gesellschaft
wird in Frage gestellt. Es handelt sich hierbei
um einen Diskriminierungskomplex, der darauf
verweist, dass verschiedene Einstellungen oft
gleichzeitig oder in Wechselwirkung auftreten.
Besonders ausgeprägt ist die gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit bei Neonazis. Diese sehen sich selbst als „Herrenmenschen“ an, sprich
Menschen mit der höchsten Wertigkeit. Aus
dieser Ideologie rechtfertigen sie im Extremfall

auch die Ermordung von angeblich „minderwertigen“ Menschen.
■H
 omophobie/Heterosexismus/Transphobie
Homophobie bzw. Heterosexismus umfasst
verschiedene Formen von sozialer Ausgrenzung und Abwertung, verbale und körperliche
Gewalt, wirtschaftliche, rechtliche und soziale
Diskriminierung sowie Ignoranz schwul-lesbischer L(i)ebensweisen. Unter Transphobie
wird die Diskriminierung von Menschen verstanden, die ihr Geschlecht geändert haben
oder nicht eindeutig in die Geschlechterzweiteilung Mann - Frau einzuordnen sind.
Insbesondere im Nationalsozialismus wurden
Schwule, Lesben und Trans* verfolgt und ca.
7500 Homosexuelle ermordet. Auch heute noch
kommt es zu Anfeindungen und Übergriffen gegen Menschen aufgrund ihrer Homosexualität.
Noch bis ins Jahr 1992 führte die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität als Krankheit.
*Trans (Transgender ist ein Oberbegriff für Menschen, die sichtbar aus den klassischen sozialen
Geschlechtsrollen ausbrechen. Um Transsexualität handelt es sich, wenn ein Mensch körperlich eindeutig dem männlichen oder weiblichen
Geschlecht zugehört, sich jedoch selber als
Angehörige/r des anderen Geschlechts sieht und
versucht, sich auch körperlich dem gewünschten
Geschlecht anzugleichen.)
■ Neonazismus
Neonazismus bezeichnet eine Ideologie, die
einen eindeutig positiven Bezug zum Nationalsozialismus zieht. Dieses spiegelt sich
in Parolen wie „NS-JETZT!“ oder der Forderung nach einem „Vierten Reich“ wieder.
Neonazismus impliziert die Ideologie der Ungleichwertigkeit in ihrer extremsten Form. Antisemitismus und Rassismus sind zentrale Aspekt dieser Ideologie. Eng verbunden ist diese
Feindschaft gegenüber vermeintlich „andere“
Menschen mit einem aggressiven Nationalismus. Neonazis vertretenen einen „völkischen
Nationalismus“, d.h. sie bestimmen, wer dann
zu ihrer „Volksgemeinschaft“ gehören darf. Diese Ideologie sorgt dafür, dass Neonazis keinen

Pankower Register 2013

Respekt vor dem Leben haben. Die Ermordung von Menschen ist somit die Praxis dieser zutiefst menschenverachtenden Ideologie.
Der Nationalsozialismus und wichtige NSVerantwortliche (Bsp. Rudolf Heß) werden im
Rahmen des Neonazismus verherrlicht. Die NSKriegsverbrechen und der Holocaust werden
verleugnet oder sogar auch glorifiziert. Nach
dem Vorbild des NS streben nach einem autoritären Führersystem. Das heißt, alle müssen
sich einer strengen Hierarchie unterordnen und
den Befehlen eines „Führers“ folgen. Entsprechend werden grundlegende Freiheitsrechte
(wie Wahl,- Presse,-Versammlungs- und Meinungsfreiheit) abgelehnt.
■R
 assismus
Rassismus beschreibt ein gesellschaftlich tief
verankertes System, das auf verschiedenen, klar
voneinander abgegrenzten Menschengruppen
beruht. Dafür werden willkürlich sichtbare und
unsichtbare, behauptete oder wirkliche biologische Merkmale herangezogen, z.B. Hautfarbe, Kopfform, Blut etc. Den so voneinander
abgegrenzten Menschengruppen („Rassen“,
Kulturen, Völker oder Ethnien) werden dann
meistens noch negative, biologische und/oder
kulturelle Eigenschaften zugeschrieben. Beispielsweise wurden Afrikaner_innen im Kolonialismus und werden zum Teil bis heute als
wild, brutal, dumm und emotional-kindisch
beschrieben. Solche geschaffenen Bilder werden dann als Rechtfertigung für einen unterschiedlichen Zugang zu Ressourcen, Rechten
und symbolisch-kultureller Zugehörigkeit/ Teilhabe genutzt. Rassismus produziert Strukturen
der Ungleichheit, verschleiert sie als „natürlich“
und stellt sie so als „gerecht“ dar. Ein Beispiel
hierfür ist die überdurchschnittlich hohe Sonderschulquote der Kinder von Migrant_innen,
die auf strukturell diskriminierende Auslesemechanismen zurückzuführen ist.
■R
 echts/Rechte Ideologie
Der Begriff Rechts bezeichnet in diesem Kontext
zum einen ein politisch-organisatorisches Spektrum von Parteien und Gruppierungen und zum
anderen steht er für eine politische Einstellung
bzw. Orientierung. Rechts ist ein Sammelbe-

griff, welcher verschiedene Ideologien umfasst,
die als undemokratisch und inhuman gelten.
Der Kern eines rechten Weltbildes umfasst
u.a. die Vorstellungen von einer natürlichen
Ungleichheit der Menschen, eines ethnisch
homogenen Volkes, die Befürwortung von
hierarchischen und autoritären Verhältnissen
und damit einhergehend die Ausgrenzung von
Menschen, die nicht in dieses Weltbild passen
(z.B. Migrant_innen, Homosexuelle, Obdachlose). Rechte Einstellungen gehen häufig mit
der Verharmlosung oder Rechtfertigung des
Nationalsozialismus einher.
■ Rechtspopulismus
Rechtspopulist_innen vertreten meist autoritäre Politikkonzepte. Allerdings handelt es
sich bei Rechtspopulismus eher um eine politische Strategie, als um eine geschlossene
Ideologie. Ziel dieser Strategie ist es, autoritäre und rechte Vorstellungen zu verbreiten.
Kennzeichnend dafür sind inszenierte Tabubrüche, das Einfordern radikaler Lösungen
und der Hang zu Verschwörungstheorien.
Zentral für Rechtspopulismus ist, dass für Probleme des „einfachen Volkes“ eine „korrupte
Elite“ verantwortlich gemacht wird. Als Feind
können Regierungsapparate, Konzerne, Parteien oder Lobbyverbände dienen. Mit „Volk“
ist dabei implizit oder explizit eine ethnisch
reine Gemeinschaft gemeint. Entsprechend
wird sich auch strikt gegen andere ethnische
oder religiöse Gruppen abgegrenzt. Charakteristisch für den Rechtspopulismus der letzten Jahren ist das offene Propagieren eines
antimuslimischen Rassismus, der sich z.B.
in Protesten gegen Moscheebauten zeigt.
Bei Themen wie Abtreibung, Förderung von
Ehe und Familie oder auch der Bildungspolitik
ähneln ihre Positionen oft denen von Konservativen.

49

50

Die Anlaufstellen in Pankow
Bei den Meldestellen des Pankower Register können Sie von Ihren eigenen Beobachtungen rechter Vorfälle berichten. Hier eine Auswahl aus verschiedenen Ortsteilen Pankows. (Stand: März 2014)

Buch

Prenzlauer Berg

Franz-Schmidt-Str. 8-10, 13125 Berlin | Tel.: 030 – 941
141 56 | E-mail: frauen.buch@albatrosggmbh.de

Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin | Tel.: 030 – 204 251 1
E-mail: adb_berlin@gmx.de | www.adb-berlin.org

Bildung und Integration e. V. - Soziale Projekte
Pankow. Integrationshilfe und Kinderhilfsprojekt
Chance 2010 Röbellweg 2, 13125 Berlin | Tel.: 030

Bündnis 90/Die Grünen – Kreisverband Pankow

Frauenberatung »BerTa« - Albatros GmbH

– 664 048 79 | E-mail: sozialberatung-pankow@bint.
de | www.bint-berlin.de

Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e.V.

Pappelallee 82, 10437 Berlin | Tel.: 030 – 501 803 39
E-mail: Buero@gruene-pankow.de | www.gruenepankow.de

Chance – Bildung, Jugend und Sport BJS gGmbH

KJFE Oktopus

Storkower Str. 115a | Tel.: 030 – 6094 0160 | Fax.:
030 – 6094 0165 | E-mail: m.paetow@chance-berlin.
de | www.chance-berlin.com

Parkstr. 12-14, 13127 Berlin | Tel.: 030 – 476 119 90 |
E-mail: info@oktopus-pankow.de | www.oktopuspankow.de

Fraktion Die.Linke In der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin

Französisch Buchholz

Nachbarschaftszentrum. Amtshaus Buchholz –
Bürgerhaus e.V.
Berliner Str. 24, 13127 Berlin | Tel.: 030 – 475 847 2 |
nachbarschaftszentrum@amtshaus-buchholz.de | www.
amtshaus-buchholz.de

Nordberliner Werkgemeinschaft gGmbH
– Werkstatt für behinderte Menschen
Triftstr. 36, 13127 Berlin | Tel.: 030 – 474 794 0 |
E-mail: mail@nbw.de | www.nbw.de
    

Heinersdorf

Arbeiterwohlfahrt Berlin Nordost e.V. - Seniorenbegegnungsstätte »Quasselstube«
Romain-Rolland-Str. 138, 13089 Berlin | Tel.: 030 –
473 021 12 | E-mail: buero@awo-nordost.eu

Karow

Stadtteilzentrum im Turm - Albatros GmbH
Busonistr. 136, 13125 Berlin | Tel.: 030 – 943 800 97 |
E-mail: derturm@albatrosggmbh.de

Fröbelstr. 17, 10405 Berlin | Tel.: 030 – 420 208 73 |
Fax.: 030 – 420 208 74 | E-mail: kontakt@
links­fraktion-pankow.de | www.die-linke-pankow.de/
linksfraktion

EWA e.V.-Frauenzentrum
Prenzlauer Allee 6, 10405 Berlin | Tel.: 030 – 442 55
42 | E-mail: ewa.ev@arcormail.de | www.ewa-frauenzentrum.de | NUR FÜR FRAUEN

Kinder- und Jugendfreizeithaus DIMI
Danziger Str. 111, 10405 Berlin | Tel.: 030 – 486 222
74 | E-mail: dimi@pfefferwerk.de | www.kjfe-dimi.de

Kinderzimmer
Hans-Eisler-Str. 2, 10409 Berlin | Tel.: 030 – 417 262
90 | Fax: 030 – 417 267 17 | E-mail: kinderzimmer@
pfefferwerk.de | www.pfefferwerk.de/index.php/kz

Kulturverein Prenzlauer Berg e.V.
Danziger Str. 50, 10435 Berlin | Tel.: 030 – 446 777
30 | E-mail: pressestelle@kvpb.de | www.kvpb.de

[moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – Für Demokratie und Vielfalt

Niederschönhausen

Fehrbelliner Str. 92, 10119 Berlin | Tel.: 030 – 443 83
459 | E-Mail: moskito@pfefferwerk.de | www.
netzwerkstelle-moskito.de

Charlottenstr. 19, 13156 Berlin | Tel.: 030 – 474 029
44 | E-mail: sc-hasengrund@fippev.de

OASE Berlin e. V. - Gemeinsam
gegen Ausgrenzung

FiPP-Schülerklub Pankow in der Grundschule im
Hasengrund

Schönfließer Str. 7, 10439 Berlin | Tel.: 030 – 300 244
051 | Fax:030 – 300 244 089 | E-Mail: gemeinsam@
oase-berlin.org | www.oase-berlin.org

Pankower Register 2013

Sonntags-Club e.V.

Weißensee

Greifenhagener Str. 28, 10437 Berlin | Tel.: 030 – 449
759 0 | E-mail: beratung@sonntags-club.de | www.
sonntags-club.de

Famlienzentrum Weißensee

Theater Ramba-Zamba/Sonnenuhr e.V.

Mahlerstr. 4, 13088 Berlin | Tel.: 030-91147690 |
E-mail: info@familienzentrum-weissensee.de | www.
familienzentrum-weissensee.de

Schönhauser Allee 36–39, 10435 Berlin | Tel.: 030 –
440 490 44 | E-mail: info@theater-rambazamba.org |
www.theater-rambazamba.org

Frei-Zeit-Haus e.V.

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
(VVN-BdA Berlin-Pankow e.V.)

Haus der Jugend-Bunte Kuh e.V.

c/o JUP e.V., Florastr. 84, 13187 Berlin | E-mail:
bda-pankow@gmx.de | http://pankow.vvn-bda.de

Pankow

Frauenzentrum Paula Panke e.V.
Schulstr. 25, 13187 Berlin | Tel.: 030 – 480 998 46 |
E-mail: frauenzentrum@paula-panke.de | www.
paula-panke.de | NUR FÜR FRAUEN

Jugendfreizeiteinrichtung Mühlenstr. 24
Mühlenstr. 24, 13187 Berlin | Tel.: 030 – 484 798 45 |
E-mail: jfe.lagamue@googlemail.com | www.myspace.
com/deinjugendklub

Jusos Nordost (Pankow, Prenzlauer Berg,
Weißensee)
c/o SPD-Kreisbüro Berlin-NordOst, Berliner Str. 30,
13189 Berlin | E-mail: pankower-register@
jusos-nordost.de | www.jusos-nordost.de

SPD Kreisbüro Pankow
Berliner Str. 30, 13189 Berlin | Tel.: 030 – 962 09 660
E-mail: pankower-register@spd-berlin-nordost.de |
www.spd-berlin-nordost.de

Stadtteilzentum Pankow
Schönholzer Str. 10, 13187 Berlin | Tel.: 030 – 499
870 900 | E-mail: info@stz-pankow.de | www.
stz-pankow.de

tivolotte Mädchenclub - Kinder lernen Leben
gGmbH
Berliner Str. 27/28, 13189 Berlin | Tel.: 030 – 449 602
6 | E-mail: kontakt@tivolotte.de | www.tivolotte.de |
NUR FÜR MÄDCHEN/FRAUEN

Wahlkreisbüro Stefan Liebich, Die.Linke
Breite Str. 11A, 13187 Berlin | Tel.: 030 – 499 874 08
Fax: 030 – 493 019 85 | E-mail: stefan.liebich@wk.
bundestag.de | www.berlinliebich.de

Pistoriusstr. 23, 13086 Berlin | Tel.: 030 – 927 994 63
E-mail: info@frei-zeit-haus.de | www.frei-zeit-haus.de

Bernkasteler Str. 78, 13088 Berlin | Tel.: 030 – 927
438 5 | E-mail: Buntekuh@t-online.de | www.
buntekuhverein.de

Kinder- und Jugendclub Maxime
Charlottenburgerstr. 117, 13086 Berlin | Tel.: 030 –
923 764 57 | E-mail: info@im-maxime.de | www.
im-maxim.de

Umsonstladen Weißensee im KuBiZ
Bernkasteler Str. 78, 13088 Berlin | Öffnungszeiten:
Do. 16-19 Uhr | E-mail: umsonstladen@kubiz-wallenberg.de | www.kubiz-wallenberg.de

Wilhelmsruh

Mehrgenerationenhaus Pankow
c/o Pankower Früchtchen gGmbH | Schillerstr. 49,
13158 Berlin | Tel.: 030 – 470 369 12 | E-mail:
mehrgenerationenhaus@pankower-fruechtchen.de |
www.pankower-fruechtchen.de

Stadtteilsiedlung Malchow, Blankenburg,
Rosenthal, Blankenfelde
Hier gibt es derzeit noch keine Anlaufstellen des
Pankower Registers. Falls Sie interessierte Organisationen, Vereine, Einrichtungen o.ä. kennen bzw. selber
sind, freut sich die Netzwerkstelle [moskito] über
Kontaktaufnahme bzw. die Vermittlung eines
Kontaktes.

Weitere Anlaufstellen sind in allen Ortsteilen
Pankows gewünscht!

51

Pankower Register 2013
        
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