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Periodical volume

Full text: Pankower Register ... zur Erfassung rassistisch, antisemitisch, homophob und rechtsextrem motivierter Vorfälle, Angriffe und Propaganda Issue 2008

2008
zur Erfassung
rassistisch, antisemitisch,
homophob und rechtsextrem
motivierter Vorfälle und Angriffe

Das Pankower Register ist ein Projekt von
[moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Vielfalt
der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH.
Es wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms
„VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“.

Pankower Register 2008
[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus –
für Demokratie und Vielfalt

Vorwort
Das Pankower Register entstand im April 2005 im Rahmen der Umsetzung des Lokalen Aktionsplans Pankow. Seit dem betreut die Netzwerkstelle [moskito] das Pankower Register, sammelt die
Vorfälle und publiziert es halb-/jährlich.
Ausschlaggebendes Kriterium für die Aufnahme in das Pankower Register ist ein offenkundig rassistisches, antisemitisches, homophobes oder rechtsextremes Motiv der Vorfälle.1 Dabei werden
sowohl Sachbeschädigungen, Bedrohungen, Gewalt- und Propagandadelikte, als auch extrem
rechtsgerichtete und rassistische Aktionen oder Veranstaltungen im Rahmen des Versammlungsrechts erfasst. Ziel ist es, auch „alltägliche“ Diskriminierungen sowie extrem rechtsgerichtete Aktivitäten jenseits einer strafrechtlichen Relevanz zu erfassen, um so ein möglichst genaues Bild des
Sozialraums Pankow zu erhalten und Angsträumen frühzeitig entgegenwirken zu können.
Für das Pankower Register ist das Mitwirken möglichst vieler Pankower und Pankowerinnen von
Bedeutung. Nur was uns, der Netzwerkstelle [moskito] sowie den über ganz Pankow verteilten 17
Anlaufstellen und Kooperationspartner/innen, der Polizei oder auch der Antifa gemeldet wird, kann
auch aufgenommen und einer breiten Öffentlichkeit und somit Veränderungsprozessen zugänglich
gemacht werden.
Das Pankower Register sucht weiterhin demokratische Initiativen, Einrichtungen und Projekte, die
beim Register mitmachen wollen. Für Fragen wenden Sie sich bitte an die Netzwerkstelle.
Wenn Sie in Ihrem Kiez gegen Ausgrenzung, rechte Bedrohung und Diskriminierung aktiv werden
wollen bzw. Unterstützung brauchen, begleitet Sie die Netzwerkstelle [moskito] gerne.
Die Netzwerkstelle [moskito] sammelt die Meldungen und überprüft deren Inhalt ggf. (nach Möglichkeit) nach, kann aber die sachliche Richtigkeit nicht immer letztgültig klären. Die inhaltliche
Verantwortung liegt bei den genannten Quellen.
Am Ende der Chronik findet sich eine Legende für die benutzen Abkürzungen.

1 Andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie beispielsweise Behindertenfeindlichkeit, werden
ebenfalls erfasst.
Stand der Auswertung: 27.02.2008

1

Pankower Register 2008
[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus –
für Demokratie und Vielfalt

Auswertung
Die Netzwerkstelle [moskito] hat von insgesamt 133 Vorfällen 2 Kenntnis
erhalten, die sich 2008 im Bezirk Pankow ereigneten. 3
Gemessen an den Vorfällen in 2007 ergibt sich daraus eine Steigerung um
68 Prozent. 4 Diese starke Zunahme von registrierten Vorfällen mag in Teilen auch an der kontinuierlichen Betreuung und Öffentlichkeitsarbeit für
das Pankower Register in 2008 liegen, die 2007 nicht bestand.
Allerdings verzeichnen auch andere Chroniken und Studien für 2008 ein
Anwachsen von rechtsextremen, rassistischen, antisemitischen und homophoben Vorfällen und Übergriffen. Nach vorläufigen Angaben des
Bundesinnenministeriums sind die rechtsextremen Straftaten 2008 um
knapp 30% zum Vorjahr gestiegen. 5
Bei der Bewertung des Pankower Registers ist zudem zu berücksichtigen,
dass es nur einen Teil der rechten Aktivitäten widerspiegelt, die sich im
Bezirk Pankow ereignen. Ein Großteil der Übergriffe und Vorfälle bleibt
unbekannt!

160
140
120
100
80

2008
2007

60
40
20
0

Registereinträge
Es muss für 2008 eine signifikante Häufung rechter Vorfälle im Ortsteil
Pankow-Zentrum konstatiert werden, nämlich ca. 29 % der insgesamt im
Großbezirk gezählten Vorfälle 6 , gefolgt vom Prenzlauer Berg (25%) und Weißensee (14%).

Insgesamt muss für 2008 auf eine verstärkte Bedrohungslage und vermehrte Übergriffe auf Personen hingewiesen werden, die aufgrund ihres Engagements (oder auch nur ihres alternativen Aussehens) von Rechtsextremen als „politische Gegner/innen“ eingestuft werden. Die zu verzeichnende
Professionalisierung der sogenannten „Anti-Antifa- Arbeit“ durch gezielte Einschüchterungen,
Bedrohungen (persönlich, telefonisch und per Email) sowie Angriffe organisierter Neonazis ist ein
besorgniserregender Trend, dem politisch und zivilgesellschaftlich begegnet werden muss.
2 Im Pankower Register finden sich 133 Einträge, die jedoch für die folgende Statistik als 141Vorfälle gezählt werden.
Die Differenz entsteht aus einer doppelten Zählung von acht Einträgen, da diese entweder zwei verschiedene Tatvorfälle beinhalten (z.B eine Gruppe Rechtsextremer die nacheinander unterschiedliche Einrichtungen bzw. Menschengruppen bedroht) oder weil sich ein Vorfall (wie das Anbringen neonazistischer Plakate und Aufkleber) über zwei Ortsteile
erstreckt.
3 Dies sind jedoch vorläufige Zahlen, da immer zahlreiche Nachmeldungen der Polizei erfolgen.
4 Diese starke Zunahme von Vorfällen kann aber in Teilen auch an der kontinuierlichen Betreuung und der
intensivierten Öffentlichkeitsarbeit für das Pankower Register in 2008 liegen, die 2007 nicht bestand.
5 Nach Angaben der ARD- „Tagesschau“, vgl. http://www.tagesschau.de/inland/rechtsextremestraftaten100.html
6 Eine der Ursachen mag in der Etablierung des „Musik-Cafe“ in der Wollankstraße/ Ecke Brehmestraße als Treffpunkt
von Pankower Neonazis und Mitgliedern der Nordischen Bruderschaft liegen, das im Herbst 2008 dann geschlossen
wurde. In der Antwort auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Clara Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen)
bestätigte der Berliner Innensenat, dass es Hinweise gebe, dass Mitglieder der Nordischen Bruderschaft
»rechtsextremistisch motivierte Straftaten« verübt hätten (vgl. Jungle World Nr. 29, 17. Juli 2008).

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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für Demokratie und Vielfalt

Aufteilung der Vorfälle nach Tatkategorien
Propaganda
Gewaltdelikte
Bedrohung
Volksverhetzung
Sachbeschädigung
Veranstaltungen

Gewaltdelikte
Bei 28 Vorfällen, also 20% der statistisch berücksichtigten Fälle, handelt es sich um Gewaltdelikte.
2007 waren es 17 Gewaltdelikte. Die Handlungen betreffen den Tatbestand der einfachen oder gefährlichen Körperverletzung sowie Vorfälle massiver Bedrohung bzw. Nötigung. Die Zahl der Gewaltdelikte bezieht sich ausschließlich auf die Vorfälle und nicht auf die Zahl der Geschädigten.
Diese liegt höher, da bei manchen Vorfällen zwei oder mehr Personen angegriffen und verletzt
wurden.
Ein Großteil der Gewaltdelikte ereignete sich in Pankow-Zentrum (7), Weißensee (6) und Prenzlauer Berg (6). Sie richten sich in ihrer deutlichen Mehrheit (61%) gegen politische Gegner/innen,
in 28% der Fälle lag ein rassistisches Tatmotiv vor. Ein besonders gravierender Fall ereignete sich
am 13.Juli 2008, als zwei Neonazis einen Mann aus Ghana in seinem Zimmer in einem Pankower
Wohnheim überfielen und den 46-Jährigen schwer verletzten. Das Landgericht Berlin verurteilte die
zwei Haupttäter am 13.November 2008 wegen Körperverletzung und Volksverhetzung zu vier beziehungsweise viereinhalb Jahren Haft. 7
Diese Bilanz zeigt nur die veröffentlichten Vorfälle. Sie lässt nicht den Schluss zu, dass es beispielsweise nicht zu antisemitisch motivierter Gewalt gekommen ist.

rassistisch

politischer GegnerInnen /
alternative Jugendliche

Pankow-Zentrum

1

6

Weißensee

3

3

homophob NS- Verherrlichung

7 http://www.welt.de/welt_print/article2721890/Haftstrafen-fuer-zwei-Neonazis.html
Stand der Auswertung: 27.02.2008

3

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für Demokratie und Vielfalt

Prenzlauer Berg

1

3

Karow

2

Niederschönhausen

2

Buch

2

BlankenBurg

1

Internet/ ohne genaue Ortsangabe
Gesamt:

2
1

2
8

17

2

1

Propagandadelikte
Insgesamt erfasste das Pankower Register 62 Propagandadelikte (44% aller Vorfälle), von denen je
ein knappes Drittel in Prenzlauer Berg und Pankow-Zentrum begangen wurde. Im Vergleich dazu
wurden dem Pankower Register in 2007 nur 29 Propagandadelikte bekannt. Besonders häufig tauchen Aufkleber und Plakate an Jugendclubs sowie an U- und S-Bahnhöfen auf. In 44 Fällen (71%)
handelte es sich dabei um Selbstdarstellung extrem rechter Kräfte, Parteien und Organisationen und
ihrer Ideologie, es fallen aber z.B. auch antisemitische (3,5%) und neonazistische (7,5%) Schmierereien und Plakate darunter.

Prenzlauer Berg

18

Pankow-Zentrum

17

Niederschönhausen

10

Karow

6

Weißensee

5

Buch

2

Heinersdorf

2

Französisch-Buchholz

1

Blankenburg

1

Stand der Auswertung: 27.02.2008

4

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Bedrohung/Volksverhetzung/Sachbeschädigung
Der drittgrößte Anteil der gezählten Vorfälle (13%) umfasst den Tatbestand „Bedrohung“ mit 18
Vorfällen (200/: 15 Vorfälle). Am häufigsten wurden auch hier (in 14 Fällen, 78%) alternative und
linke Menschen Opfer. Dagegen waren die 11 begangenen Sachbeschädigungen (8%) überwiegend
antisemitisch motiviert (5 Vorfälle) und die 10 Volksverhetzungen (7%) hauptsächlich (in 7 Fällen)
neonazistisch motiviert.8

Bedrohung

Volksverhetzung

Sachbeschädigung

Pankow - Zentrum

9

3

1

Prenzlauer Berg

4

5

1

Weißensee

2

1

5

Niederschönhausen

1

1

1

Buch

1

Heinersdorf

2

Karow

1

Internet

1

Gesamt

18

10

11

8 In 2007 registrierten wir 13 Fälle von Volksverhetzung und 6 Sachbeschädigungen.
Stand der Auswertung: 27.02.2008

5

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Kundgebungen/Informationsstände/ politische Aktionen
2008 wurden 12 Kundgebungen, Informationsstände und andere politische Aktionen (knapp 9%)
gezählt. 9 Der Großteil der Vorfälle betraf Infostände oder Aktionen der rechtsextremen NPD oder
JN. Die Kundgebung sowie drei Aktionen betrafen den Protest gegen den Bau der Moschee der
Ahmadiyya-Gemeinde in Heinersdorf.

Infostand /
Infomobil 10

Aktionen 11

Pankow - Zentrum

2

2

Prenzlauer Berg

1

Kundgebung

Weißensee

1

Buch
Heinersdorf

1
1

2

Blankenfelde

1

Ohne Ortsangabe

1

Gesamt

1

6

5

9 Demgegenüber erhielt das Pankower Register in 2007 nur von 5 Veranstaltungen Kenntnis, die sich allesamt auf de n
Konflikt um den Bau der Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Heinersdorf bezog.
10 Die NPD versuchte im Jahr 2008 in Berlin ein sogenanntes "Infomobil" zu etablieren. Dabei fuhren Mitglieder/innen
der NPD mit einem Fahrzeug durch verschiedene Stadtteile – u.a. Pankow - um ihre Propaganda zu verteilen.
11 Einige öffentlichkeitswirksame Aktionen von extrem rechten und rassistischen Personenkreisen fallen nicht in die
klassische Zuordnung, wie z.B. eine Kranznierderlegung zum sogenannten Volkstrauertag oder aber Aktionen im
Rahmen des Protests gegen den Bau der Moschee (wie die Übergabe der gesammelten Unterschriften gegen den
Moscheebau).
Stand der Auswertung: 27.02.2008

6

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für Demokratie und Vielfalt

PANKOWER REGISTER |
CHRONIK RECHTSMOTIVIERTER VORFÄLLE IM JAHR 2008 IM BEZIRK PANKOW

Anfang Januar 2008
In der Erich – Weinert - Straße werden mehrere Schmierereien mit der Aufschrift "ANB" (für „Autonome Nationalisten Berlin“) mit Keltenkreuz an Hauseingängen angebracht auf der Höhe Pappelallee, Richtung Schönhauser Allee.
Antifa (APB)
Anfang Januar 2008
Im Januar werden u.a. am S+U Bhf Pankow und Umgebung sowie in Niederschönhausen Aufkleber
der sog. "Autonomen Nationalisten Pankow [ANP]" mit der Aufschrift: "Wir Drohen nicht, Wir
versprechen!" und "Get A Life, Get NS! 28. Anti-Antifa is watching you" verklebt, des weiteren
noch Aufkleber der "NPD“, des "AB-Rhein-Necker" und der sog. "Vereinten Nationalisten Nord
Ost“ (VNNO).
Antifa (AKP, EAG)
05. Januar 2008
An der Straßenbahnhaltestelle "Schwedter Straße" (Richtung Hackescher Markt) wird der Schriftzug "Hooligans - Doitschland - Skinheads" entdeckt, wobei der Buchstabe "O" immer mit einem
Keltenkreuz ausgefüllt ist.
Antifa (APB, EAG)
09. Januar 2008
Gegen 7 Uhr entdeckt ein Mitarbeiter des Lapidariums in der Schönhauser Allee, dass Unbekannte
einen Kleinpflasterstein durch ein Fenster geworfen hatten.
Antifa (APB, EAG)
Presse (MoPo)
18. Januar 2008
Gegen 23 Uhr stehen 5-7 BFC-Hooligans an der Tramhaltestelle Schönhauser Allee (stadteinwärts),
grölen und zeigen den Hitlergruß.
Antifa (APB, EAG)
19./ 20. Januar 2008
In der Nacht wird ein junger Antifaschist am S-Bhf. Pankow von ca. 8-10 Neonazis mit den Worten
„da ist er ja endlich“ angepöbelt und dann gejagt. Der Antifaschist kann sich in letzter Minute in
einen Nachtbus retten und bleibt unverletzt.
Antifa (EAG, NEA)
Stand der Auswertung: 27.02.2008

7

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ReachOut
26. Januar 2008
Die Republikaner verteilen im Vesaliusviertel ihre Zeitungen von Dezember 2007, wo u.a. für ein
generelles Verbot von Minaretten geworben wird und islamophobe und rassistische Ängste geschürt
werden.
Pankower Netzwerk gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt
Ende Januar 2008
In der Gegend Stahlheimer Straße, Kugler Straße, Erich-Weinert-Straße sowie an einem vietnamesischen Imbiss in der Pappelallee werden mehrere große Schmierereien der ANB (Autonome Nationalisten Berlin) an Hauswänden entdeckt (ein Kreis mit einen Kreuz drin und dahinter der Schriftzug ANB). Die Hausverwaltungen werden informiert, um sie zu entfernen. Die/der Besitzer des
Imbisses konnten nicht ausfindig gemacht werden (derzeit geschlossen).
Netzwerkstelle [moskito]
Ende Januar/Anfang Februar 2008
Neonazis kleben verstärkt Aufkleber in Pankow mit dem Schwerpunkt Niederschönhausen, hier vor
allem in der Dietzgenstraße. Die meisten Aufkleber tragen die Label "Anti-Antifa Pankow", "Autonome Nationalisten Pankow [ANP]" bzw. "Vereinte Nationalisten Nordost" (VNNO).
Antifa (EAG)
03. Februar 2008
In der Nacht gegen 0.15 Uhr werden Fahrgäste in der S-Bahn von sechs betrunkenen Nazis (vier
Männer und zwei Frauen) im Old-School-Look beleidigt. Die Nazis, die am S-Bahnhof. Pankow
eingestiegen sind, zeigen mehrfach den Hitlergruß und machen sich über Schwarze lustig. Als eine
ältere Frau daran Anstoß nimmt, wird sie durch einen Neonazi bedroht. Ein engagierter Bürger
zieht daraufhin zwischen dem S-Bahnhof Blankenburg und dem S-Bahnhof Karow die Notbremse,
mischt sich ein und wird selbst angegriffen. Er kann die Schläge abwehren. Durch das Eingreifen
eines weiteren Fahrgastes gelingt es, die Neonazis in eine Ecke zu drängen. Am S-Bahnhof Karow
werden die Nazis von Bereitschaftsbeamten aus dem Zug geholt.
Antifa (AKP, EAG, NEA)
ReachOut
08. Februar 2008
Gegen Mitternacht ziehen ca. 15-20 Neonazis, darunter Diego Uwe Pfeiffer (NPD Pankow), von
einer Party in der "Böhse-Onkelz"-Fankneipe "Neffen und Nichten" in der Mühlenstraße über Mühlenstraße und Florastraße ins "Musik-Café" (in der Wollank-/Ecke Brehmestraße) um. Auf dem
Weg verkleben sie Aufkleber von der VNNO (Vereinte Nationalisten Nordost), unter anderem mit
der Parole "Lade-Klub dichtmachen! Keine Gelder für Asoziale und Linksradikale!", von "Unabhängigen Nachrichten" (UN) und "Hilfsgemeinschaft Nationaler Gefangener" (HNG).
Antifa (AKP, EAG)
Stand der Auswertung: 27.02.2008

8

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08./09. Februar 2008
In der Nacht vom 08. auf den 09.02. werden die Fensterscheiben eines vermeintlichen Antifaschisten von Unbekannten eingeworfen. Es ist naheliegend, dass Neonazis den Angriff zu verantworten
haben, da in der selben Nacht flächendeckend Aufkleber der sog. "Vereinten Nationalisten Nord
Ost (VNNO)" in Niederschönhausen geklebt werden.
Antifa (AKP, EAG)
12. Februar 2008
An der Prenzlauer Allee / Ecke Erich-Weinert-Str. malen Nazis mit Kreide einen geschichtsrevisionistischen Slogan auf den Boden. Die Parole nimmt Bezug auf die Bombardierung der Stadt Dresden im Jahr 1945.
Antifa (APB)
13. Februar 2008
NPD-Aktivisten sind laut eigener Aussage mit einem Infomobil durch Pankow unterwegs, um Infomaterial an verschiedenen Orten zu verteilen.
Antifa (AKP, EAG)
20. Februar 2008
Am Zaun und Anschlagbrett des Jugendclubs „Bunte Kuh“ finden sich zwei Aufkleber der NPD
(einer mit der Aufschrift „Gute Heimreise“ und über einem Bild mit Frauen mit Kopftüchern und
viel Gepäck, sowie „Nicht nur Bäume haben Wurzeln. Auch Menschen brauchen Heimat“) und
einem der VNNO (“Kurt Lade Klub dichtmachen. Keine Gelder für Asoziale und Linksradikale“).
Sie werden entfernt.
Netzwerkstelle [moskito]
21. Februar 2008
Im Rahmen eines Schulprojektes zum Jüdischen Friedhof in Weißensee ritzt einer der teilnehmenden Schüler mit Schleifpapier bei einer gemeinsamen Begehung ein Hakenkreuz in einen Grabstein.
Daraufhin gehen die Lehrer mit dem Jungen zur Friedhofsleitung und die Polizei wird informiert.
Der Junge wird aus dem Schulprojekt ausgeschlossen.
Pressemeldung der Polizei

Stand der Auswertung: 27.02.2008

9

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23. Februar 2008
Gegen 1.00 Uhr wird eine kleine Gruppe von alternativ aussehenden (jungen) Menschen am S-Bhf.
Wollankstraße von ca. 20 Neonazis angegriffen. Die Neonazis, die aus dem "Musik-Café" in der
Wollankstraße kommen, greifen die Jugendlichen plötzlich mit Flaschen und Schlagstöcken an.
Dabei erleidet ein Jugendlicher eine Platzwunde am Kopf, die genäht werden muss. Die Angegriffenen flüchten zurück ins „Café Bohne“, von wo aus sie aufgebrochen sind, um sich etwas zu essen
zu holen. Die Neonazis verfolgen sie, verschwinden aber, als sie die übrigen 80 –100 Gäste sehen.
Die Polizei wird alarmiert.
Antifa (AKP, AIR, EAG)
Pressemeldung der Polizei
Presse (TS, taz, MoPo, Berliner, jW)
ReachOut
25. Februar 2008
An der Einfahrt des Jugendklubs „Bunte Kuh“ werden drei Aufkleber entdeckt, zwei von der NPD,
einer von einem rechtsextremen Informationsportal aus Österreich mit der Aufschrift „Lasst unsere
Kameraden frei. Meinungsfreiheit statt Gesinnungsterror.“ Sie werden entfernt.
Pankower Netzwerk gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt
Anfang März 2008
Größere Rudolf Hess-Aufkleber-Welle in Karow (im Neubaugebiet ab dem Bahnhof). Bei den Aufklebern handelte es sich um die Gedenkaufkleber, die bereits Ende 2007 in Berlin verklebt wurden.
Antifa (NEA)
7. März 2008
Während eines Konzerts anlässlich des Frauentages am 8. März im Frauenzentrum Paula Panke
kommt es zu Störungen von ca. 12 Nazis, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite (vor dem
Bleicheröder Park) „Paula raus!“ grölen und den Hitlergruß zeigen.
Die Polizei wird gerufen und erteilt Platzverweise.
Netzwerkstelle [moskito]
7. März 2008
Ein Mann hört in einem Bus ein Gespräch einer dem rechten Spektrum zuzuordnenden Gruppe im
leicht alkoholisierten Zustand mit. Ein Mann dieser Gruppe spricht davon, dass er noch ein paar
„Mollis“ (Molotow-Cocktails) zu Hause habe, womit sie heute Nacht den Kurt Lade Klub anzünden
wollen würden. Es werden bekannte Neonazis in der Nähe der Jugendeinrichtung gesehen. Die Polizei wird verständigt und eine verstärkte Streifenwagenpräsenz schützt in der Nacht den Jugendklub.
Kurt Lade Klub

Stand der Auswertung: 27.02.2008

10

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10. März 2008
An der Einfahrt des Jugendklubs „Bunte Kuh“ werden drei Aufkleber entdeckt, zwei von der
rechtsextremen „Nationalen Sozialisten Niedersachsen“ (u.a. mit der Aufschrift „Schluss mit der
Integrationslüge!“ über einem Bild von jungen Erwachsenen unterschiedlicher Hautfarben) sowie
einen Aufkleber des Nationalen Widerstand Netzwerk Berlins mit der Aufschrift „Horst Wessel,
wir rächen dich!“. Sie werden entfernt.
Netzwerkstelle [moskito]
14. März 2008
Auf dem S-Bahnhof Bornholmer Straße werden Aufkleber der NPD angebracht.
Antifa (EAG)
17. März 2008
Zwei Menschen werden von einer kleineren Gruppe Neonazis als „Zecken“ beschimpft.
Antifa (NEA)
18. März 2008
Gegen Mittag werden im Durchgang des S-Bahnhofs Blankenburg rechte Schmierereien wie „Volk
steh auf!“ und „ Volk erwache“ entdeckt. Im näheren Umfeld des Bahnhofes sowie entlang der
Bahnhofstraße und Krugstege werden viele Aufkleber der „Vereinten Nationalisten Nordost“
(VNNO) entdeckt. Diese richten sich vorwiegend gegen die als alternativ geltende Jugendeinrichtung Kurt Lade Klub in Niederschönhausen.
Antifa (NEA)
21. März 2008
Um gegen den Bau der Moschee in Heinersdorf zu protestieren, zeigen während des
Osterspaziergang im Botanischen Volkspark Pankow, an dem sich der Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) beteiligt, einige Anhänger der „Interessengemeinschaft Pankow- Heinersdorfer
Bürger“ (ipahb) Regenschirme mit den Aufschriften: "ipahb" und "20.000 Bürger sagen ‚NEIN zur
MOSCHEE’ - ipahb". Sie verteilen Unterschriftskarten gegen den Moschee-Bau.
Antifa (AKP, EAG)
22. März 2008
Die NPD führt zur Mittagszeit einen Info-Stand in der Tiniusstraße durch.
Antifa (AKP, EAG)

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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25. März 2008
Eine Drohmail gegen drei vermeintliche Antifaschist/innen geht bei einer Pankower Antifagruppe
ein. Darin heißt es u.a.: „der Tag der abrechnung kommt noch im april“ (Rechtschreibfehler im Original). Die Personen werden mit ihrem vollen Namen adressiert, darunter auch die Person, deren
Fensterscheiben am 8./9. Februar eingeworfen wurden.
Antifa (EAG, NEA)
Presse (ND, taz)
28. März 2008
Am Abend treffen sich ca. 30-40 als Nazis erkennbare Personen am S+U Bhf. Pankow. Zum gleichen Zeitpunkt findet in dem als alternativ geltenden Jugendklub "Garage" ein Konzert statt. Einem
linken Konzertbesucher wird der Hitlergruß gezeigt.
Antifa (AKP, EAG)
1. April 2008
Bei der öffentlichen Sprechstunde des Bürgermeisters von Berlin-Pankow Matthias Köhne auf dem
Antonplatz erscheinen mehrere Personen mit Sonnenschirmen und Luftballons. Sie überreichen
Unterschriften der „Interessengemeinschaft Pankow- Heinersdorfer Bürger e.V.“ (ipahb e.V.) gegen
den Bau der Moschee in Heinersdorf und fordern vom Bürgermeister, den Bau zu stoppen.
Netzwerkstelle [moskito]
12. April 2008
Am frühen Morgen, um 4.30 Uhr , steigt ein betrunkenes Pärchen mit offensichtlich rechter Gesinnung (Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln, rechtsextremen Buttons etc.) am S-Bahnhof Pankow in die Bahn nach Bernau ein. Die Neonazi-Frau pöbelt eine schlafende schwarze Frau an. Am
Bahnhof Blankenburg beleidigt sie die Betroffene u.a. als Schlampe, spuckt sie mehrere Male an
und droht ihr Gewalt an. Ein engagierter Bürger bringt sie daraufhin aus der Gefahrenzone.
Antifa (AKP, NEA, EAG)
ReachOut
13. April 2008
Ein alternativer Jugendlicher wird um 14.30 Uhr in der Michelangelostraße von drei Personen vom
Fahrrad gestoßen und geschlagen. Die Angreifer reißen ihm dabei seinen Antifa-Button ab. Als er
zu Fuß flieht, treten die Täter weiter auf sein Fahrrad ein.
Antifa (EAG)
ReachOut
18. April 2008
Der stellvertretende Landesvorsitzende der JuSos erhält über das Internetportal StudiVZ eine
Morddrohung. Darin wird auf frühere Droh-Emails an vermeintlich antifaschistisch Aktive verwiesen und es heißt weiter: „(...) solltest du das nächste mal komisch angeguckt werden, renn um dein
Stand der Auswertung: 27.02.2008

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für Demokratie und Vielfalt

leben du hurensohn denn die anti-antifa ist dann am start und wir ficken dein leben du spast... bis
danzig 88“« (Fehler im Original).
Antifa (EAG)
Presse (Berliner, jw)
19. April 2008
Um 3.10 Uhr wird in der Wiltbergstraße in Buch ein 22-jähriger Araber von einem Mann angepöbelt und mit den Worten "ich mach' dich fertig" bedroht. Dabei greift der Täter mit der rechten
Hand so in seine Jacke, als ob er eine Waffe ziehen wolle. Der Bedrohte und seine ihn begleitende
Ehefrau rennen weg, werden aber von dem Unbekannten noch ein Stück verfolgt. Der Täter dreht
schließlich um und fährt mit seinem Auto davon.
Antifa (NEA)
Pressemeldung der Polizei
Presse (Berliner, MoPo, taz)
ReachOut
19. April 2008
Im "Musikcafé" (Wollankstraße) treffen sich viele Neonazis und rechtsoffene Hooligans zu einer
Geburtstagsfeier. In den umliegenden Straßen der Kneipe werden massiv Nazi-Aufkleber geklebt –
zum Großteil von der VNNO.
Antifa (AKP, EAG)
22. April 2008
Gegen Abend beschimpfen drei Männer, Mitte Zwanzig, im Mauerpark mehrere Spaziergänger/innen, grölen Nazi-Parolen und antisemitische Beleidigungen. Die Polizei wird
alarmiert.
Antifa (EAG)
Presse (MoPo, taz)
24. April 2008
Fünf Neonazis ziehen um 1.30 Uhr von der Wollankstraße aus durch die Florastraße und entfernen
linke Plakate und Aufkleber. Als sie einen alternativen Jugendlichen erblicken, beschimpfen sie ihn
als "Juden".
Antifa (AKP, EAG)
25. April 2008
Neonazis aus dem Umfeld der NPD und der VNNO spähen um 15.20 Uhr das Jugendzentrum Pankow (JUP e.V.) aus. Einer der Neonazis macht Fotos von dem Gebäude, während ein anderer linke
Aufkleber in der Florastraße entfernt.
Anschließend pöbeln sie am Rathauscenter an einem Stand von Linkspartei, Grünen und SPD.
Antifa (AKP, EAG)
Presse (jW)
Stand der Auswertung: 27.02.2008

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28./29. April 2008
In der Nacht vom 28. auf den 29. April randalieren Unbekannte auf dem Jüdischen Friedhof an der
Herbert-Baum-Straße in Weißensee. Ein Gärtner entdeckt am Morgen die Verwüstungen: 23 Grabsteine und zehn kleinere Stelen von zirka 50 cm Höhe wurden umgeworfen.
Antifa (EAG)
Pressemeldung der Polizei
Presse (taz)
29./30. April 2008
In der Nacht verwüsten erneut unbekannte Täter Teile des Jüdischen Friedhofs in Weißensee, was
am Morgen von einer Angestellten des Jüdischen Friedhofs entdeckt wird. Es werden 33 umgeworfene Grabsteine und 19 umgeworfene Grabsäulen gezählt.
Antifa (EAG)
Pressemeldung der Polizei
Presse (taz , TS, Berliner)
02. Mai 2008
Objektschützer entdecken um 1.15 Uhr in der Nacht einen Verdächtigen an der Begrenzungsmauer
des Jüdischen Friedhofs in Weißensee. Als sie ihn auffordern stehen zu bleiben, flüchtet der Unbekannte. Die Polizei durchsucht daraufhin den 42 Hektar großen Friedhof mit Hunden und einem
Hubschrauber, findet den Geflüchteten jedoch nicht.
Presse (MoPo, jW)
05. Mai 2008
Laut eines Berichts des „Nationalen Widerstand Berlin“ treffen sich die JN Pankow („Jungen Nationaldemokraten“, die Jugendorganisation der NPD), im Bürgerpark Pankow. Sie versuchen mit
ihrer rechten Propaganda die Parkbesucher/innen zu agitieren und sammeln Müll. Danach setzen sie
ihre Aktion „Nationaler Frühjahrsputz“ im Schlosspark fort.
Antifa (AKP, EAG)
mbr
13. Mai 2008
In der Berliner Straße in Französisch Buchholz werden drei Aufkleber der NPD auf der Infotafel
und dem Willkommensschild vom Stadtteilzentrum „Amtshaus Buchholz“ entdeckt und entfernt.
Amtshaus Buchholz
15. Mai 2008
Am Schild der Jugendeinrichtung „Kurt Lade Klub“, das sich in vier Metern Höhe befindet, werden
je ein Aufkleber von der NPD („Gute Heimreise. Jetzt NPD“) und vom Nationalen Widerstand Berlin entdeckt und entfernt.
Kurt Lade Klub
Stand der Auswertung: 27.02.2008

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[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus –
für Demokratie und Vielfalt

Mitte Mai 2008
Die NPD Mitteilung „Weiter denken“ wird in Briefkästen in Karow verteilt. Sie scheinen insbesondere bei Menschen mit Migrationshintergrund eingeworfen zu werden.
Frauenzentrum Paula Panke
Netzwerkstelle [moskito]
17. Mai 2008
In der Nacht von Samstag (17.5.) zu Sonntag werden vermehrt Aufkleber des rechtsextremen
Netzwerks und rechtsextremer Internetplattform „Nationaler Widerstand Berlin“ (NW-Berlin) mit
der Parole "Umweltschutz ist Heimatschutz" in Karow geklebt. Sie werden am 21.5. alle entfernt.
Unter dem Label „NW-Berlin“ finden immer wieder Aktionen verschiedener Personenkreise statt,
welche auf der dazugehörigen Internet-Plattform propagandistisch dargestellt werden.
Antifa (NEA)
18. Mai 2008
In Buch – um den S-Bahnhof Buch - und Niederschönhausen – vor allem in der Dietzgenstraße werden viele NPD-Aufkleber und Spuckis vom „Nationalen Widerstand Berlin“ gesehen.
Antifa (AKP, EAG)
19. Mai 2008
Brehmestraße/ Ecke Wollankstraße: in dem Haus, in dem sich auch das „Musikcafé“ befindet, wird
ein metergroßes Hakenkreuz und die antisemitische Schmiererei „Juden Raus“ entdeckt.
Antifa (AKP, EAG)
27. Mai 2008
Rund um den Humannplatz werden Plakate vom „Nationalen Widerstand Berlin“ entdeckt.
Antifa (APB, EAG)
29. Mai 2008
Zwischen U-Bhf. Vinetastr. und Prenzlauer Promenade, in der Elsa-Brändström-Straße, werden
viele Aufkleber mit der Aufschrift „Scheißdeutsche? – Wehrt Euch!“ gesichtet.
Antifa (AKP, EAG)
31. Mai 2008
Eine Kundin entdeckt in einem Zeitschriftenladen in Nord Karow die DVU-nahe „Nationalzeitung“.
Frauenzentrum Paula Panke

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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für Demokratie und Vielfalt

01. Juni 2008
Gegen 16 Uhr werden zwei alternativ aussehende Jugendliche am Weißen See aufgrund ihres Aussehens von einer Gruppe von rund zehn BFC-Hooligans belästigt, angepöbelt und herumgeschubst.
Einer der zwei Jugendlichen wird anschließend von den Rechten in den Weißen See gestoßen.
Antifa (NEA)
02. Juni 2008
Ein 26-jähriger, serbischer Mann wird von drei unbekannten Männern auf dem Weg zur Kita in der
Gounodstraße angepöbelt. Der Mann ignoriert die abfälligen Bemerkungen und holt seine zwei
Jungen und seine Frau an der Kita ab, von wo sie gemeinsam in eine nahe gelegene Kaufhalle gehen. Dort wird der dunkelhäutige Familienvater von denselben drei jungen Männern plötzlich angegriffen. Als seine hochschwangere Frau ihm zur Hilfe eilt, weil er gewürgt wird, wird sie von den
Tätern geschlagen. Die Täter flüchten. Die Angegriffenen alarmieren die Polizei und lassen ihre
Verletzungen ambulant behandeln.
Antifa (EAG, NEA)
Pressemeldung der Polizei
Presse (MoPo TS)
ReachOut
06.Juni 2008
Der stellvertretende Landesvorsitzende der JuSos erhält über StudiVZ erneut eine kryptische Nachricht, ein Konglomerat aus unterschiedlichen Sprachen, die vermutlich einen bedrohenden Charakter haben.
Pankower Netzwerk gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus
07.Juni 2008
Mehrere Personen sammeln im Großbezirk Pankow Unterschriften gegen die Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Heinersdorf. Laut ihrer Internetberichterstattung gehören die Personen zur ipahb
e.V.
Netzwerkstelle [moskito]
12. Juni 2008
Ein alternativer Jugendlicher wird am Abend auf der Bucher Chaussee im Ortsteil Karow von drei
Rechten zunächst als "Zecke" beschimpft, anschließend drohen sie ihm mit Gewalt. Er kann in einen Hauseingang flüchten.
Antifa (AKP, EAG, NEA)
ReachOut

14./15. Juni 2008
Am Wochenende werden im S- und U-Bahnhof Pankow und in der Umgebung Aufkleber vorwie-

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus –
für Demokratie und Vielfalt

gend mit Motiven der NPD und ihrer Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) verklebt.
Antifa (AKP, EAG)
15. Juni 2008
An vielen Bushaltestellen der Bus-Linie 350 in Karow werden Plakate des Nationalen Widerstands
(vom Resiststore-Versand) mit der Aufschrift "Gemeinsam gegen Kapitalismus & Kommunismus!
Für nationalen Sozialismus!" entdeckt.
Antifa (NEA)
17. Juni 2008
Ein 18-Jähriger aus Tempelhof wird gegen 2.50 Uhr in der Langhansstraße aus einer Gruppe von
fünf Männern rassistisch beleidigt und angegriffen. Die Täter bewerfen ihn mit einem Stein und
einer Flasche und schlagen dem jungen Mann ins Gesicht. Er wird leicht verletzt. Passanten alarmieren die Polizei.
Antifa (EAG, NEA)
Pressemeldung der Polizei
Presse (Berliner, TS)
ReachOut
17. Juni 2008
An der Haustür eines bekannten engagierten jungen Politikers, der bereits häufiger wegen seines
Engagements gegen Rechtsextremismus rechter Bedrohung ausgesetzt war, findet sich ein Aufkleber mit der Aufschrift „Good Night left Side“.
Netzwerkstelle [moskito]
17. Juni 2008
In der näheren Umgebung des U-Bahnhofs Vinetastr. werden 3 Aufkleber der „Anti Antifa Berlin“
u.a. mit der Aufschrift „Gegen Faschismus – Für nationalen Sozialismus“ und „Zerschlagt die Zeckenbanden!“ gefunden.
Netzwerkstelle [moskito]
17. Juni 2008
Rund um das SPD-Kreisbüro, an der Tramhaltestelle Masurenstraße, werden ca. 10 Aufkleber mit
der Aufschrift „Beck muss weg. NPD.“ geklebt.
Netzwerkstelle [moskito]

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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für Demokratie und Vielfalt

20. Juni 2008
Eine Beschäftige auf MAE-Basis, bekennende NPD-Mitgliedsfrau, hinterlegt (wohl schon des öfteren) diverse verhetzende Schriften auf ihrer Arbeitsstelle. Der Träger wird informiert, auch über
arbeitsrechtliche Möglichkeiten der Intervention.
Frauenberatung „BerTa“, Albatros e.V.
Netzwerkstelle [moskito]
20. Juni 2008
Beim diesjährigen Blumenfest im Ortsteil Weißensee verteilen NPDler Parteipropaganda an die
Fest-Besucher/innen, in der Umgebung werden massiv rechtsextreme Sticker, u.a. von der NPDBerlin, verklebt.
Antifa (EAG, NEA)
20. Juni 2008
In den frühen Abendstunden versuchen Pankower NPDler auf dem Blumenfest in Weißensee eine
Gruppe alternativer Jugendlicher anzugreifen. Die Jugendlichen werden bedrängt und bedroht. Sie
können sich jedoch rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Antifa (EAG)
21. Juni 2008
Gegen 0.30 Uhr bedrohen Pankower Neonazis aus einem Auto heraus, das die Grabbeallee entlang
fährt, mit einem Megaphon Besucher/innen der alternativen Jugendeinrichtung Kurt-Lade-Klub.
Antifa (AKP, EAG)
21./22. Juni 2008
Gegen 0.45 Uhr schlagen unbekannte Täter im Vorbeigehen die Scheibe des Parteibüros von „Die
Linke“ in der Pistoriusstraße ein. Passanten alarmieren daraufhin die Polizei. Ein rechtes Tatmotiv
wird vermutet.
Antifa (EAG, NEA)
Pressemeldung der Polizei
Presse (Berliner Zeitung)
22. Juni 2008
Ein alternativer Jugendlicher wird am frühen Sonntag morgen gegen 1.15 Uhr am Cantian-Stadion
in der Schönhauser Allee zunächst von einem 21jährigen Pankower wegen seines Äußeren beleidigt
und anschließend unvermittelt geschlagen. Der Jugendliche muss seine Gesichtsverletzungen im
Krankenhaus behandeln lassen.
Antifa (APB, EAG, NEA)
ReachOut

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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22. Juni 2008
Gegen Mittag bedrohen Neonazis aus dem Spektrum der Freien Kameradschaften (Prenzlauer Berg)
und der NPD (Weißensee) zwei Antifaschisten und versuchen diese anzugreifen, was jedoch durch
zwei Polizisten verhindert wird.
Antifa (NEA)
27. Juni 2008
Im Musik-Café in der Wollankstraße wird über die Hausanlage rechtsextremistische Musik gespielt,
die auch auf der Straße zu hören ist.
Antifa (AKP, EAG)
28. Juni 2008
Gegen 18 Uhr alarmieren Passanten die Polizei, da in einem Eckhaus an der Driesener Straße/
Czarnikauer Straße aus einer Wohnung rassistische Musik bis auf den Gehweg schallt. In der betroffenen Wohnung findet die Polizei die 18-jährige Mieterin und zwei junge Männer im Alter von
15 und 17 Jahren vor, die rassistische Lieder von einem Notebook abspielen.
Pressemeldung der Polizei
Presse (MoPo, taz, Berliner)
29./30. Juni 2008
In der Nacht von Sonntag zu Montag wird ein alternativer Jugendlicher aus einer größeren Gruppe
von Neonazis am S-Bahnhof Pankow mit neonazistischen Parolen beschimpft und mit einer Bierflasche beworfen, die ihn jedoch verfehlt. Am ehemaligen jüdischen Waisenhaus in der Berliner
Straße wird er umringt und am Weitergehen gehindert. Die Neonazis bedrohen ihn massiv, u.a. behaupten sie, dass sie ihn „schon auf eine schwarze Liste gesetzt haben“ und er „wahrscheinlich
demnächst vielleicht Leute vor der Tür habe“, die ihn „fertig machen“ würden.
Antifa (AKP, EAG, NEA)
ReachOut
03. Juli 2008
Die Betonkuppel der Ahmadiyya-Moschee ist mit der Naziparole "Raus mit diesem Scheiß!
NSDAP" beschmiert. Die Täter verwendeten SS-Runen im Schriftzug und sprühten die 50 Zentimeter großen Buchstaben mit Bauschaum. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Schmierereien wurden entfernt.
Pressemeldung der Polizei
Presse (Berliner Zeitung)

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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13. Juli 2008
In einem Wohnheim am Pölnitzweg dringen gegen 1.10 Uhr drei vermutlich angetrunkene Männer
in das Zimmer eines 45-jährigen Mannes aus Ghana ein. Die Täter rufen „Scheiss Neger“ und „Heil
Hitler“, verwüsten das Zimmer und schlagen den Betroffenen zusammen. Er kommt mit
Gesichtsverletzungen und Rippenbrüchen in ein Krankenhaus. Die Polizei verhaftet die Täter.
Pressemeldung der Polizei
Presse (MoPo, Welt)
ReachOut
23. Juli 2008
Für mehrere Wochen sind auf dem Internetportal „Youtube“ Videos zugreifbar, die aus Aufnahmen
einer Überwachungskamera aus dem rechtsextremen Szeneladen „Harakiri“ stammen. Die
Videoaufnahmen stellen ausnahmslos linke und alternative Jugendliche dar.
Die Videos wurden durch Namen und Adressen vermeintlicher Antifaschist/innen ergänzt.
Netzwerkstelle [moskito]
26. Juli 2008
In der Cotheniusstr. werden an mehreren Hauswänden Hakenkreuze und SS-Symbole entdeckt und
angezeigt. Sie werden später entfernt.
Netzwerkstelle [moskito]
10. August 2008
Im Pankower Stadtteil Niederschönhausen werden in letzter Zeit vermehrt Plakate entdeckt , auf
denen unter der Überschrift "Jugend braucht Perspektiven" sog. "Freiräume für Nationale Jugendliche" gefordert werden. (u.a. Grabbealle, Pastor - Niemöller - Platz, Hermann-Hesse-Straße vor dem
Kino Blauer Stern und am Kurt-Lade-Klub). Es handelt sich hierbei um DIN A 3 Farbdruck Plakate, auf denen u.a. das Logo der JN abgebildet ist.
Netzwerkstelle [moskito]
15. August 2008
Der Wirt eines Lokals in der Schönhauser Allee wird in der Nacht vom 15. zum 16.08 aus einer
Gruppe von rund 8 Personen heraus homophob beleidigt und anschließend vor seinem Lokal verprügelt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.
Pressemeldung der Polizei
Netzwerkstelle [moskito]
23. August 2008
Zwei Männer im Alter von 25 und 38 Jahren werden von Unbekannten in einem Treppenhaus in der
Danziger Str. homophob beleidigt und anschließend durch Schläge und eine Bierflasche im Gesicht
und am Kopf verletzt. Vor der Flucht entwenden die Täter die Geldbörse eines Betroffenen.
Pressemeldung der Polizei

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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26. August 2008
Um den U-Bahnhof Vinetastraße werden ca. 15 Aufkleber mit der Aufschrift "Rudolf Heß - Gefangen, ermordet, unvergessen! npd-berlin.de", sowie "Macht den Kurt-Lade-Klub dicht! Keine Gelder
für Asoziale und Linksradikale. VNNO" entdeckt und entfernt.
Antifa (EAG)
Netzwerkstelle [moskito]
29. August 2008
Gegen 0.15 Uhr tauchen mehrere Neonazis mit Fahrrädern vor dem Unabhängigen Jugendzentrum
Pankow (JUP e.V.) auf. Eine Person aus der Gruppe wirft rund 150 Schnipsel für die neonazistische
"Jugend braucht Perspektiven"-Kampagne auf den Rasen und den Bürgersteig vor dem Jugendzentrum.
Antifa (EAG)
30. August 2008
In der Dietzgenstraße /Ecke Schillerstraße wird am Samstagmorgen gegen 4 Uhr eine alternative
Jugendliche von fünf jungen Männern erst als „Zecke“ beleidigt und danach umgestoßen. Während
sie am Boden liegt, treten die Männer weiter auf sie ein. Sie erleidet leichte Verletzungen, die Täter
entkommen unerkannt.
Antifa (EAG)
ReachOut
01. September 2008
In der Nacht vom 31. August zum 01. September werden in Niederschönhausen und vor mehreren
Pankower Schulen, darunter dem Rosa-Luxemburg-Gymnasium und dem Max-Delbrück-Gymnasium Plakate für die neonazistische "Jugend braucht Perspektiven"-Kampagne geklebt.
Antifa (EAG)
02. September 2008
An der Außenwerbung des „Kurt Lade Klub“ in der Grabbeallee werden mehrere rechtsextreme
Plakate angebracht. Auf den Plakaten fordern Neonazis ein „unabhängiges nationales Jugendzentrum“.
Netzwerkstelle [moskito]
03. September 2008
An der Florastr. / Ecke Berliner Str. werden Aufkleber der NPD und einige Meter weiter am UBahnhof Pankow Aufkleber der neonazistischen „Heimattreuen Deutschen Jugend“(HDJ) entdeckt.
Tivolotte Mädchenclub JAO e.V.

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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05.September 2008
An der Straßenbahnhaltestelle der Schönhauser Allee stehen erneut die Worte „Juden raus“ geschrieben. Sie werden entfernt.
Antifa (EAG)
06. September 2008
Ein 34-Jähriger wird in der Greifenhagener Straße / Ecke Wichertstraße von einem 18-Jährigen
homophob beleidigt. Der Täter versucht auch auf den Betroffenen einzuschlagen. Die Polizei nimmt
den 18-Jährigen Angreifer vorrübergehend zur Alkoholmessung und Personalienfeststellung fest.
Pressemeldung der Polizei
09. September 2008
Im Umfeld des S-Bhf. Heinersdorf verteilen die Republikaner des Kreisverbands Pankow kopierte
Werbehefte. In diesen werden unter Überschriften wie „Wird Deutschland islamistisch?“ rassistische Vorurteile gegenüber Muslim/innen verbreitet.
Netzwerkstelle [moskito]
13. September 2008
Nachdem im Jahr 2007 die Pankower NPD nicht auf dem „Pankefest“ auf dem Anger in der Breiten
Straße vertreten war, hat sie in diesem Jahr angrenzend an das „Pankefest“, aber außerhalb der offiziellen Festfläche, einen Stand aufgebaut. Mit der Standbetreuung beschäftigt sind etwa ein Dutzend Neonazis der NPD sowie der VNNO.
Antifa (EAG)
13. September 2008
Auf einem Fest der Freiwilligen Feuerwehr am Stiftsweg befindet sich eine Gruppe von etwa 8-10
Menschen (überwiegend Männer), die in den Musikpausen „Sieg Heil“ grölen und den Hitlergruss
zeigen. Bei den übrigen Anwesenden wird keine Reaktion beobachtet. Aufgrund einer Anzeige
schreitet die Polizei schließlich ein, nimmt von einer Person Personalien auf und erteilt
Platzverweise.
Netzwerkstelle [moskito]
14./15. September 2008
In der Nacht zum 15.September werden in Niederschönhausen flächendeckend Aufkleber für die
"Jugend braucht Perspektiven" -Kampagne, NPD-Sticker und andere Kameradschaftsaufkleber verklebt.
Antifa (EAG)

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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16. September 2008
Die Polizei verhaftet einen 35-Jährigen im St.-Joseph-Krankenhaus in Weißensee. Der Mann beleidigte einen Arzt mit Naziparolen und beschmierte mit einem Filzstift über 40 Wände und Türen mit
Hakenkreuzen. Während seiner Festnahme beschimpfte er Patienten und Ärzte mit antisemitischen
Parolen.
Pressemeldung der Polizei
Presse (Tagesspiegel,MoPo)
16. September 2008
Mehrere Aufkleber der NPD und JN werden an einem Döner-Imbiß, an Laternen und Telefonzellen
in der Berliner Str. in Pankow entdeckt.
Tivolotte Mädchenclub JAO e.V.
21. September 2008
An der Tramhaltestelle Schönhauser Allee (stadtauswärts) wird der mit rotem Edding geschriebene
Schriftzug „Juden raus“ erneut entdeckt und entfernt.
Netzwerkstelle [moskito]
5./6. Oktober 2008
In der Nacht zum 6.10. wird ein Fenster der Privatwohnung eines vermeintlichen Antifaschisten in
Niederschönhausen mit Steinen beworfen.
Antifa (EAG)
11./12. Oktober 2008
Am Wochenende werden im Berliner Nordosten hunderte Aufkleber durch VNNO-Aktivisten verklebt, in denen sie sich mit vier Neonazis aus Österreich solidarisieren, die derzeit vor Gericht stehen.
Antifa (EAG)
16. Oktober 2008
Gegen die Eröffnung der Ahmadiyya-Moschee in Heinersdorf veranstaltet die „ipahb e.V“ gemeinsam mit der „Bürgerbewegung Pax Europa e.V.“ an der Prenzlauer Promenade/ Ecke Granitzstraße
eine Protestkundgebung, an der schätzungsweise 150 bis 200 Personen teilnehmen. Unter den Demonstranten befinden sich etwa 30 Personen aus dem Spektrum der „Autonomen Nationalisten“
sowie der NPD.
Antifa (EAG)
Netzwerkstelle [moskito]
17. Oktober 2008
Aus den Reifen zweier Fahrzeuge von Besucher/innen des Freitagsgebets der Khaddija Moschee in
Heinersdorf wird die Luft abgelassen.
Pressemeldung der Polizei
Stand der Auswertung: 27.02.2008

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18. Oktober 2008
Während des Fußballspiels zwischen Türkiyemspor Berlin und HSV im Friedrich-Ludwig-Jahn
Sportpark im Rahmen der DFB Woche gegen Rassismus kommt es von Seiten der HSV-Fans immer wieder zu antisemitischen, rassistischen und rechtsextremen Gesängen wie: „Wir bauen eine UBahn von [wahlweise: Istanbul, Berlin, St.Pauli] bis nach Auschwitz“. Es wird zudem ein Lied der
verbotenen rechtsextremen Band Landser gesungen. Die drei anwesenden Polizeibeamten schreiten,
auch nach Ansprache durch einen Fan von Türkiyemspor, nicht ein.
Netzwerkstelle [moskito]
25. Oktober 2008
Der Pankower Kreisverband der NPD steht mit einem Infostand, betreut von rund sieben Personen,
am S-Bahnhof Buch.
Antifa (EAG)
28. Oktober 2008
In der Nacht zum Dienstag wird ein alternativer Jugendlicher in der Pappelallee von einem Pankower Neonazi attackiert. Der Angreifer versucht, den Jugendlichen mit einem Teleskopschlagstock
zu verletzen, der jedoch unverletzt entkommen kann.
Antifa (EAG)
ReachOut

29. Oktober 2008
In der Kissingenstraße in Pankow kleben unzählige Aufkleber der „Jungen Nationalisten“ (JN, die
Jugendorganisation der NPD).
Antifa (EAG)
30. Oktober 2008
Am S/U-Bahnhof Schönhauser Allee brüllt ein Mann homophobe Parolen, darunter "Tötet den tuntigen Bürgermeister!". Schließlich fordert er: "Tötet die Roten - Tempelhof bleibt, wir sind da!".
Antifa (EAG)
31. Oktober 2008
Ein Pankower Neonazi verfolgt am frühen Nachmittag am Pankower Rathauscenter zwei Antifaschisten. Am frühen Abend ziehen zwei vermummte Neonazis durch Pankow und reißen AntifaPlakate (unter anderem vor dem Jugendklub JUP) ab.
Antifa (EAG)
Ende Oktober 2008
In der zweiten Herbstferienwoche kommt es auf dem S-Bhf. Pankow zu einem rassistischen Übergriff. Mehrere Rechtsextreme beschimpfen erst eine Gruppe Jugendlicher, unter ihnen mehrere JuStand der Auswertung: 27.02.2008

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gendliche mit Migrationshintergrund, und bewerfen sie mit Flaschen, als die Jugendlichen in die SBahn einsteigen.
Antifa (EAG)
ReachOut
03. November 2008
An mehreren Häuserwänden in der Pankower Florastraße werden Schmierereien mit Sprüchen wie
“Zecken Raus!”, “Juden Raus”, “Sieg Heil” und vereinzelt auch Hakenkreuze vorgefunden. Zudem
befindet sich das Kürzel der “Vereinten Nationalisten Nordost” (VNNO) sowie der “Autonomen
Nationalisten Berlin” (ANB) unter einigen Schmierereien.
Antifa (EAG)
04. November 2008
Ein alternativer Jugendlicher wird von zwei Neonazis bedroht. Die beiden verfolgen den Jugendlichen auf dem S-Bahnhof Pankow, folgen ihm in die S-Bahn und versuchen später, ihn am Aussteigen aus der S-Bahn zu hindern und zu fotografieren. Anschließend verfolgen sie den Jugendlichen
durch Karow.
Antifa (EAG)
ReachOut
04. November 2008
In der Kuglerstraße kleben mehre Aufkleber der NPD.
Netzwerkstelle [moskito]
05. November 2008
Ein alternativer Jugendlicher wird am S-Bhf. Pankow von einem bekannten Neonazi beleidigt und
körperlich angegriffen. Der Jugendliche schafft es, den Angriff mit Pfefferspray abzuwehren.
Antifa (EAG)
ReachOut
07. November 2008
An der Tram-Haltestelle am S-und U-Bahnhof Pankow (Richtung Niederschönhausen) wird auf
einem Sitz der Schriftzug “Juden Raus” in roter Farbe entdeckt.
Antifa (EAG)
08. November 2008
Einen Tag vor dem 70. Jahrestag der Novemberpogromnacht führt die NPD zwei Infostände im
Großbezirk Pankow durch. Vor der Ahmadiyya-Moschee in Heinersdorf stehen rund zehn Neonazis. Außerdem betreiben sieben andere NPD-Angehörige vor dem Mühlenberg-Center in der
Greifswalder Straße einen weiteren Stand.
Antifa (EAG)

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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08. November 2008
An der Tramhaltestelle „Schönhauser Allee“ wird erneut die Schmiererei „Juden raus“ entfernt.
Antifa (EAG)
08. November 2008
Um 19 Uhr werden ein Mann und eine Frau auf der Schönhauser Allee Ecke Milastraße von einem
etwa 34-40 jährigen Mann rassistisch beleidigt und bedroht. Er versucht sie anzugreifen, wird aber
von einem Mann, der ihn begleitet, zurückgehalten.
ReachOut
09. November 2008
Unbekannte ritzten elf Hakenkreuze in der Nacht vom 08.11. auf den 09.11. in die Scheiben eines
Cafes am Weißen See. Der Sachschaden liegt bei rund 10.000 Euro. Die Polizei ermittelt.
Presse (MoPo)
09. November 2008
An die Tramhaltestelle „Schönhauser Allee“ wird wie am Vortag „Juden raus“ geschmiert und unverzüglich entfernt.
Antifa (EAG)
09. November 2008
Vier Jugendliche versuchen am Nachmittag vor dem Extra-Einkaufsmarkt in der Hermann-HesseStraße ein ca. 10 Meter großes Hakenkreuz aus Einkaufswagen zusammenzuschieben. Danach füllen sie die Wagen mit Laubblättern und versuchen, sie in Brand zu setzten. Ein Zeuge verständigt
die Polizei.
Antifa (EAG)
10. - 16. November 2008
Während der Woche werden in Berlin-Niederschönhausen die Plakate der rechtsextremen "Jugend
braucht Perspektiven"-Kampagne geklebt.
Antifa (EAG)
11. November 2008
Ein Mann und sein Sohn werden im Prenzlauer Berg von einem unbekannten 38-jährigem Mann
unvermittelt rassistisch beleidigt. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Pressemeldung der Polizei
Antifa (EAG)
12. November 2008
Während des Fußballspiels Türkiyemspor Berlin gegen Sachsen Leipzig im Friedrich-LudwigJahnsportpark versuchen Anhänger von ‚’Sachsen Leipzig’ in den Fanblock Türkiyemspor´s zu
gelangen. Auf den Rängen ertönen antisemitische, rassistische und nationalistische Sprechchöre,
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unter anderem „Scheiß Türkenschweine“, „Juden raus“, „Türkiyemspor sind Juden in Berlin, Juden
in Berlin, Juden in Berlin“ und „Deutschland den Deutschen“.
Pressemitteilung des Rote Stern Nordost Berlin
15. November 2008
Drei Antifaschisten werden in Weißensee von sieben Neonazis angegriffen. Sie können unverletzt
fliehen.
Antifa (EAG)
ReachOut
15. November 2008
Unmittelbar vor der "Kein Kiez für Nazis"-Demo in Pankow verkleben Neonazis in der Blankenburger Straße Massen von Aufklebern, die sich vor allem gegen den Kurt-Lade-Klub richten.
Antifa (EAG)
16. November 2008
Die JN Pankow (die Jugendorganisation der NPD) legt zum sogenannten "Heldengedenken", um
die gefallenen deutschen Soldaten des ersten und zweiten Weltkrieges zu ehren, einen Kranz auf
dem ehemaligen Friedhof in Blankenfelde nieder, dessen Fläche entwidmet ist. Die zuständige
Fachabteilung des Bezirksamts entfernt den Kranz im Rahmen ihrer Kontrollfunktion.
Antifa (EAG)
Netzwerkstelle [moskito]
20. November 2008
Ein alternativer Jugendlicher wird vor seiner Haustür von einem Neonazi mit einem Messer bedroht. Die gerufene Polizei nimmt den Täter in einem nahe gelegenen Haus, in
dem ein anderer bekannter Neonazi wohnt, fest.
Antifa (EAG)
ReachOut
23. November 2008
Mehrere "Jugend braucht Perspektiven"-Sticker werden im Karower Wohngebiet entdeckt.
Antifa (EAG)
29. November 2008
Hakenkreuzschmiererein befinden sich auf dem Bahnhof Karow.
Antifa (EAG)
01. Dezember 2008
Mitglieder der Vereinten Nationalisten Nordost schmieren an eine Hauswand in Niederschönhausen
neben dem Eingangsbereich eines Chinarestaurants den Spruch "Zecken Raus". Einige Meter weiter

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus –
für Demokratie und Vielfalt

findet sich der Schriftzug "V.N.N.O.". Des weiteren werden rund um das Restaurant Aufkleber der
JN und NPD vorgefunden und entfernt.
Antifa (EAG)
04. Dezember 2008
In der Nacht vom 04. zum 05. Dezember werden die Schönhauser Allee entlang sowie am U-Bhf.
Vinetastraße Schriftzüge wie "Nationaler Widerstand" mit Edding geschmiert.
Antifa (EAG)
05. Dezember 2008
Zum wiederholten Male werden rund um den Thälmannpark im Prenzlauer Berg massenhaft Flyer
der "Jugend braucht Perspektive"-Nazikampagne gesteckt.
Antifa (EAG)
07. Dezember 2008
Ein angetrunkener 27-jähriger Mann beleidigt gegen 22.10 Uhr in der Langhansstraße einen 49jährigen Rumänen sowie dessen 32-jährigen Sohn erst mit rassistischen Sprüchen und zeigt den
Hitlergruss. Anschließend verletzt der weiße deutsche Täter den Vater mit einem Faustschlag leicht
im Gesicht. Er wird vorläufig festgenommen.
Pressemeldung der Polizei
Presse (Berliner Zeitung)
ReachOut
07. Dezember 2008
Laut eines Augenzeug/innenberichts pöbeln mehrere rechtsextreme BFC-Hooligans nach dem Fußballspiel des TeBe gegen den BFC an der Schönhauser Allee mit "Zeckenpack"-Gesängen Passant/innen an.
Antifa (EAG)
11. Dezember 2008
In der Nacht vom 10. zum 11.12. wird in der Kopenhagener Straße Ecke Ystader Straße ein Hakenkreuz gesprüht.
Antifa (EAG)
15. Dezember 2008
Im Umfeld des S-Bhf. Schönhauser Allee tauchen Aufkleber der NPD auf.
Antifa (EAG)
18. Dezember 2008
Ein von einem bekannten Neonazi als Antifaschist angesehener Bürger wird von diesem seit längerem bedroht. Per Anruf droht der Neonazi dem Mann und teilt ihm mit, dass er seine Adresse wisse.
Antifa (EAG)
Stand der Auswertung: 27.02.2008

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Pankower Register 2008
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für Demokratie und Vielfalt

Abkürzungsverzeichnis:
Presse:
MoPo = Berliner Morgenpost
taz = Die Tageszeitung
jW = Junge Welt
TS = Tagesspiegel
ND = Neues Deutschland
Berliner = Berliner Zeitung
Antifagruppen:
EAG = Emanzipative Antifa Gruppe
NEA = North East Antifascists
AIR = Antifaschistische Initiative Reinickendorf
AKP = Antifa Klein Pankow
APB = Antifa Prenzlauer Berg

Stand der Auswertung: 27.02.2008

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