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Full text: Pankower Register ... zur Erfassung rassistisch, antisemitisch, homophob und rechtsextrem motivierter Vorfälle, Angriffe und Propaganda Issue 2007

Pankower Register 2007
[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Vielfalt

PANKOWER REGISTER 2007

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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Pankower Register 2007
[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Vielfalt

PANKOWER REGISTER 2007
Das Register ist ein Projekt der ARGE Aktionsplan. Die ARGE ist eine Kooperation der Netzwerkstelle [moskito] gegen Rechtsextremismus –
für Demokratie und Vielfalt der Pfefferwerk
Stadtkultur gGmbH und der Mobilen Beratung
gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) des
Vereins für Demokratische Kultur Berlin e.V. .

Auswertung
Die Netzwerkstelle [moskito] hat von insgesamt 79 Vorfällen1 Kenntnis erhalten, die
sich 2007 im Bezirk Pankow ereigneten. Ein ausschlaggebendes Kriterium für die
Aufnahme in das Pankower Register waren Vorfälle, die offenkundig ein rechtes,
rassistisches, antisemitisches oder homophobes Motiv verfolgten.
Die Zählung umfasst Sachbeschädigungen, Bedrohungen, Propaganda- und Gewaltdelikte, aber auch rechtsgerichtete Veranstaltungen im Rahmen des Versammlungsrechts.
Bei der Bewertung des Registers ist zu berücksichtigen, dass es nur einen Teil der
rechten Aktivitäten widerspiegelt, die sich im Bezirk Pankow ereignen. So findet sich
z. B. eine signifikante Häufung rechter Vorfälle im Prenzlauer Berg, nämlich ca. 45
% der insgesamt im Bezirk Pankow gezählten Vorfälle. Hier muss jedoch berücksichtigt werden, dass in dieser Bezirksregion eine starke Gegenkultur existiert und mit
großer Wahrscheinlichkeit rechtsmotivierte Vorfälle auch eine erhöhte Aufmerksamkeit erhalten und verstärkt öffentlich gemacht werden.
GEWALTDELIKTE
Von den 85 gezählten Fällen sind 17 Vorfälle körperlicher Gewaltanwendung (20 %).
Die Handlungen trafen den Tatbestand der einfachen oder gefährlichen Körperverletzung, in einem Fall lebensgefährliche Körperverletzung, sowie Vorfälle massiver
Bedrohung bzw. Nötigung. Die Zahl der Gewaltdelikte bezieht sich ausschließlich auf
die Vorfälle und nicht auf die Zahl der Geschädigten. Diese würde höher liegen, da
bei manchen Vorfällen zwei oder drei Personen angegriffen und verletzt wurden.
1

Im Pakower Register finden sich 79 Einträge, die jedoch für die folgende Statistik als 85 Vorfälle gezählt
werden. Die Differenz entsteht aus einer doppelten Zählung von sechs Einträgen, da diese entweder zwei
verschiedene Tatbestände beinhalten (wie eine Demonstration, von der aus eine Körperverletzung verübt wurde)
oder weil sie sich über zwei Ortsteile erstrecken (beispielsweise bei Plakataktionen rechter Organisationen).
Stand der Auswertung: 20.03.2008

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Ein Großteil der Gewaltdelikte, nämlich 10 von 17, ereigneten sich im Prenzlauer
Berg. Gegen politische Gegner bzw. alternative Jugendliche richteten sich zehn Gewaltdelikte. Fünf Gewaltdelikte waren rassistisch, einer antisemitisch motiviert, und
ein Gewaltdelikt wurde im Rahmen des Konfliktes um den Bau der Moschee in Heinersdorf verübt.
Diese Bilanz lässt jedoch nicht den Schluss zu, dass es nicht zu homophober und
kaum zu antisemitisch motivierter Gewalt gekommen ist. Sie zeigt nur die veröffentlichten Vorfälle.

rassistisch
Blankenburg

politische Gegner/
alternative Jugendliche

Moscheebaukonflikt

antisemitisch

1

Buch

1

Heinersdorf

1

Niederschönhausen

1

Pankow

1

Prenzlauer Berg

3

Weißensee

1

1

6

1

PROPAGANDADELIKTE
Insgesamt erfasst das Pankower Register 29 Propagandadelikte (34 % der gezählten
Vorfälle), von denen je ein knappes Drittel in Pankow, Prenzlauer Berg und Niederschönhausen begangen wurde. Ein Großteil betrifft davon die Verwendung verfassungswidriger Symbole im Sinne des §86a StGB.

Buch

Frz. Buchholz

Niederschönhausen

Pankow

Prenzlauer Berg

2

1

8

9

9

BEDROHUNG / VOLKSVERHETZUNG / SACHBESCHÄDIGUNG
Der drittgrößte Anteil der gezählten Vorfälle umfasst den Tatbestand „Bedrohung“ mit
insgesamt 15 Vorfällen (knapp 18 %). In drei von vier Fällen richteten sich diese gegen politische Gegner bzw. so genannte alternative Jugendliche. Dagegen waren die
begangenen Volksverhetzungen und Sachbeschädigungen überwiegend antisemitisch motiviert.
Auffällig ist dabei, dass sich der Großteil der gezählten Vorfälle der Volksverhetzung
im Prenzlauer Berg ereigneten, in den meisten Fällen handelte es sich um den
Schriftzug mit den Worten „Juden raus“.
Stand der Auswertung: 20.03.2008

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Bedrohung

Volksverhetzung

Heinersdorf

Sachbeschädigung
1

Karow

1

Niederschönhausen

3

Pankow

2

1

2

Prenzlauer Berg

7

9

3

Weißensee

3

1

Wilhelmsruh
Insgesamt

1
15

13

6

DEMONSTRATIONEN UND KUNDGEBUNGEN
2007 wurden insgesamt fünf Veranstaltungen im Sinne des Versammlungsrechts
gezählt, davon fanden vier im Ortsteil Heinersdorf und eine in Pankow statt. Alle Versammlungen bezogen sich auf den Konflikt um den Bau der Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Heinersdorf.

PANKOWER REGISTER | CHRONIK RECHTSMOTIVIERTER VORFÄLLE IM JAHR 2007 IM BEZIRK
PANKOW
2. Januar 2007
Drei TeilnehmerInnen einer Veranstaltung zur Grundsteinlegung für die Moschee in
Heinersdorf werden von Anhängern der Initiative IPAHB (Interessengemeinschaft
Pankow - Heinersdorfer Bürger) bedrängt und geschlagen. Die Angreifer versuchen
den TeilnehmerInnen ein Transparent zu entreißen. Die IPAHB hält während der
Grundsteinlegung mit ca. 100 Menschen eine Kundgebung gegen den Moscheebau
ab.
Antifa Pankow, Netzwerkstelle [moskito], ReachOut

3. Januar 2007
An der Tram-Haltestelle Husemannstraße wird eine mit einem Marker geschriebene
SS-Rune entdeckt.
Stand der Auswertung: 20.03.2008

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Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg

4. Januar 2007
In Pankow wird ein ZDF-Plakat der Serie „Afrika, mon amour“ mit einem in das Wort
Pankow geschmierten Hakenkreuz entdeckt.
Mädchentreff tivolotte

21. Januar 2007
Gegen drei Uhr morgens wird ein 18-jähriger Lichtenberger Linkspartei-Politiker an
einer Straßenbahnhaltestelle in der Dietzgenstraße von drei Neonazis angegriffen
und verletzt. Ein 30-jähriger Angreifer schlägt ihm ins Gesicht, so dass er zu Boden
fällt. Mit einem Pfefferspray kann sich der Angegriffene wehren und mit seinen drei
Bekannten fliehen. Die Straßenbahnhaltestelle befindet sich in der Nähe der Neonazi-Kneipe "Spasseck". Die an dem Angriff beteiligten Neonazis verfolgen den Geschädigten und zerstören die Glasscheibe einer Haustür, in die er flüchtet. Anschließend begeben sie sich ins "Spasseck" bzw. in mehrere nahe gelegene Wohnungen.
Erst im November vergangenen Jahres war der Politiker bereits in Lichtenberg von
Neonazis attackiert worden.
Antifa Pankow, Berliner Kurier, Berliner Morgenpost, ReachOut

26. Januar 2007
Der Wirt eines Lokals in der Kastanienallee wird gegen drei Uhr morgens von einem
Gast rassistisch beleidigt, weitere Gäste werden angepöbelt. Als der Wirt ihn aus der
Kneipe weisen will, kommt es zu einer Rangelei. Der Wirt erhält einen Faustschlag
ins Gesicht und wird als „Neger“ beschimpft.
Berliner Zeitung, Pressemeldung der Polizei, ReachOut, Tagesspiegel

31. Januar 2007
Gegen 19:00 Uhr wird am Antonplatz ein Mensch mit dunkler Hauptfarbe von zwei
Neonazis angepöbelt und bedroht. Er kann sich jedoch in die Straßenbahn retten.
Antifa Weissensee, ReachOut

08. Februar 2007
In der Nacht vom 8. Februar zum 9. Februar sprühen zwei junge Männer Nazisymbole, darunter Hakenkreuze und SS-Runen, an Hauswände in der Torstraße (zwischen
Schönhauser Allee und Choriner Str.).
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

16. Februar 2007
An einem Imbiss am Bürgerpark wird ein Transparent der "VNNO", mit der Aufschrift:
Stand der Auswertung: 20.03.2008

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"Nein zur Moschee - VNNO" entdeckt und entfernt. Zudem werden zahlreiche NPDAufkleber in Niederschönhausen entdeckt.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

24. Februar 2007
Mit einer Demonstration und Mahnwache unter dem Motto „Boykottiert den Moscheebau“ protestierten ca. zehn Anhänger der NPD gegen den Moscheebau. (Rund
100 Meter entfernt findet eine Gegendemonstration von ca. 40 Mitgliedern der Bürgerinitiative „Heinersdorf, öffne dich“ statt). Die NPD hatte die Mahnwache u. a. per
Postwurfsendung angekündigt.
Berliner Zeitung, taz

25. Februar 2007
An einem Verbindungsweg zwischen Dietzgen- und Heinrich-Böll-Straße wird ein 50
Zentimeter großes Hakenkreuz entdeckt.
Berliner Zeitung

1. März 2007
Die Hauswand des Lapidariums am jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee
wird mit schwarzer Farbe verunstaltet.
Polizeimeldung Tagesspiegel

2. März 2007
In der Nacht vom 01. auf den 02. März kleben Neonazis in der Nähe des „Unabhängigen Jugendzentrums Pankow" (JUP) Plakate, auf denen der SA-Anführer Horst
Wessel verherrlicht wird. Diese Plakate werden auch an weiteren Stellen Pankows
entdeckt.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

2. März 2007
Mehrere linke Jugendliche werden gegen Abend im Thälmann-Park aus einer Gruppe von 10-15 Nazis angegriffen.
Antifa Pankow, ReachOut
17. März 2007
An einem Aufgang des S-Bhf. Greifswalder Straße wird in roter Farbe die Parole “Juden raus” entdeckt.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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21. März 2007
Auf dem Grundstück der Ahmadiyya-Gemeinde in Heinersdorf wird auf ein Baufahrzeug ein Brandanschlag verübt.
Spiegel online

22. März 2007
In der Ringbahn zwischen den S-Bahnstationen Schönhauser Allee und Prenzlauer
Allee wird eine Antifaschistin von zwei Rechten bei einem körperlichen Angriff am
Auge verletzt.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

25. März 2007
In der Lilli–Henoch-Str. 11 wurde nachts die Abkürzung ANB (Autonome Nationalisten Berlin) an ein Stromhäuschen geschrieben.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg

31. März 2007
Im Anschluss an eine Veranstaltung des AK Afrika der SPD - Pankow wird ein
schwarzer Teilnehmer auf seinem Weg nach Hause an dem U-Bhf. Schönhauser
Allee angegriffen. Er erleidet u.a. einen Schädelbruch und muss auf der Intensivstation ins künstliche Koma versetzt werden.
AK-Afrika SPD Pankow, ReachOut

10. April 2007
In der Tram M4 Richtung Falkenberg in Berlin-Weißensee werden migrantische
Fahrgäste von vier Neonazis angepöbelt, die auch Lieder der indizierten NeonaziBand Landser skandieren. Die Gruppe steigt schließlich am Antonplatz aus.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg, ReachOut

13. April 2007
In einer Tram-Haltestelle an der Schönhauser Allee wird der Schriftzug „Juden raus“
entdeckt.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe
17. April 2007
Auf der Schönhauser Allee werden ca. 40 NPD-Aufkleber gefunden und entfernt.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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18. April 2007
Einem linken Jugendlichen wird am S-Bhf. Greifswalder Straße von drei Rechten
„Sieg Heil“ zugebrüllt.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg

21. April 2007
Am Rande einer Kundgebung der Emanzipativen Antifaschistischen Gruppe am UBhf. Eberswalder Str. ruft ein Mob mehrmals "Sieg Heil" und zeigt mehrmals den
Hitlergruß.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

21. April 2007
In einer Tram-Haltestelle nahe dem S- und U-Bhf. Pankow wird der Schriftzug "Juden raus" entdeckt und entfernt.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

22. April 2007
Ein 36-Jähriger hört Musik mit volksverhetzendem Inhalt. Anwohner alarmieren die
Polizei.
Polizeimeldung

24. April 2007
Acht Neonazis ziehen um ca. 22 Uhr vom S-Bhf. Pankow durch die Florastraße und
verkleben NPD-Aufkleber.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

25. April 2007
Ein aktiver Linker, der öffentlich als Sprecher einer Initiative auftritt, wird zum wiederholten Mal bedroht, indem fünf Fensterscheiben seiner Erdgeschosswohnung eingeworfen werden.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg,
Antifa Pankow, ReachOut,
29. April 2007
Ein linker Jugendlicher wird am S-Bhf. Schönhauser Allee von vier Rechten mit der
Parole „Good night, left side!“ beschimpft.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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2. Mai 2007
Im Thälmann-Park werden Aufkleber der NPD entdeckt, die u.a. zum Boykott des
Moscheebaus aufrufen.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg

4. Mai 2007
Zwei Männer kleben in der Damerowstraße Aufkleber auf Verteilerkästen und schreiben rechte Parolen gegen den Bau der Moschee.
Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost

5. Mai 2007
In der Kurze Straße im Ortsteil Wilhelmsruh beendet die von Nachbarn alarmierte
Polizei eine Party, auf der Musik mit volksverhetzendem Inhalt gespielt wurde. Es
werden CD-Cover gefunden, auf denen Hitler und das Hakenkreuz abgebildet sind.
Polizeimeldung

17. Mai 2007
An der Straßenbahnhaltestelle Husemannstraße wird ein Mann mit migrantischem
Hintergrund von Unbekannten aus der Bahn gestoßen.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg, ReachOut

17. Mai 2007
An einem Aufgang des S-Bhf. Greifswalder Straße steht in roter Farbe „Juden raus“
geschrieben.
Antifaschistische Initative weinrotes Prenzlauer Berg

24. Mai 2007
Acht NPD-Aktivisten ziehen um ca. 22 Uhr vom S-Bhf. Pankow durch die Florastraße
und verkleben NPD-Aufkleber. Die Gruppe löst sich schließlich im Bürgerpark auf.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

9. Juni 2007
Ein alternativer Jugendlicher wird in den Morgenstunden an der Haltestelle Danziger
Str./ Prenzlauer Allee von fünf Rechten verfolgt.
Antifaschistische Initative weinrotes Prenzlauer Berg
9. Juni 2007
Das Haus einer Kinder- und Jugendeinrichtung im Ortsteil Französisch Buchholz wird
ringsum mit Aufklebern der NPD sowie einer rechten Organisation aus Österreich
beklebt.
Jugendamt Pankow
Stand der Auswertung: 20.03.2008

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10. Juni 2007
Kurz nach der Veranstaltung „Pankow bleibt offen – aber wie?“ im Rathaus Pankow,
zu der auch Mitglieder der Heinersdorfer Bürgerinitiative IPAHB und der Pankower
NPD erscheinen, wird das Fehlen einer Gedenktafel zur Erinnerung an den Prozess
gegen die Kriegsverbrecher des KZ-Sachsenhausen bemerkt.
Bezirksamt Pankow

11. Juni 2007
Bei einem jüdisch-russischen Restaurant in Prenzlauer Berg werden wiederholt Blumenkübel zerstört und Pflanzen herausgerissen. In der Vergangenheit wurden bei
diesem Restaurant mehrfach Markisen, Sonnenschirme und Pflanzen zerstört. Bei
den immer nachts begangenen Sachbeschädigungen wurden u. a. die an eine Außentafel geschriebenen Gerichte mit dem Zusatz „jüdisch“ versehen.
Netzwerkstelle [moskito], Tagesspiegel

24. Juni 2007
In den Morgenstunden wird vor einem Bistro am S- und U-Bhf. Pankow eine Gruppe
von acht alternativen Jugendlichen von fünf Neonazis angegriffen. Die Neonazis werfen Flaschen und schlagen die anwesenden Jugendlichen. Es kommt zu Verletzungen bei den Jugendlichen und zu Beschädigungen des Bistros. Die vom Ladenbesitzer alarmierte Polizei trifft nicht ein.
Antifa Pankow, Reach Out

29. Juni 2007
Auf einem öffentlichen Spielplatz an der Wigandstaler Straße 39 A werden auf Spielgeräten und Holzbänken eingeritzte Hakenkreuze, Parolen wie z.B. „Juden raus“ und
die Insignien NPD und NSDAP entdeckt.
Netzwerkstelle [moskito]

03 – 05. Juli 2007
Neonazis bedrohen und observieren AntifaschistInnen im Rahmen von Schulprojekttagen der "Bildungsinitiative engagierter SchülerInnen" am Friedrich-List-Gymnasium
in der Kuckhoffstraße.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe
8. Juli 2007
Am Abend pilgern ca. 20 Rechte, u.a. bekleidet mit dem Slogan „white resistance“,
zur Grabstätte des SA-Führers Horst Wessel auf dem Friedhof Prenzlauer Berg/
Mollstraße.
Netzwerkstelle [moskito]

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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9. Juli 2007
Ein langhaariger Mann, der an der Danziger- /Ecke Greifswalder Straße auf den Bus
wartet, wird aus der Kneipe „Sparstrumpf“ heraus von zwei rechten Hooligans zuerst
beleidigt und dann angegriffen.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg,
Antifa Pankow, ReachOut

11. Juli 2007
Demonstration von etwa 600 Menschen der IPAHB (darunter ca. 150 Neonazis) gegen den Bau der Ahmadiyya-Moschee. Im Anschluss an die Demonstration werden
zwei Linke von 15 Neonazis angegriffen und geschlagen. Gegen drei der 15 Festgenommenen werden Haftbefehle erlassen.
Antifa Pankow, Pressemeldung der Polizei,ReachOut, Tagesspiegel,
Tageszeitung, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes

19. Juli 2007
Gegen 19 Uhr wird auf dem Weg zwischen dem S-Bhf Schönhauser Allee und der
Gethsemane-Kirche ein Mann von zwei Neonazis angegriffen. Einer der Angreifer
versucht ihn mit einem Tritt vom Fahrrad zu stoßen. Als der Angegriffene flüchtete,
rufen die Angreifer: „Hau ruhig ab, du Neger“ hinterher.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg, ReachOut

20. Juli 2007
An der Prenzlauer Allee/Ecke Kuglerstraße, gegenüber der Kneipe Bienenkorb, wird
ein gemaltes Hakenkreuz mit dem Beiwort Skins und dem Spruch „SS gegen Juden“
entdeckt.
Antifa Prenzlauer Berg

26. Juli 2007
Auf dem Zugang zum Schlosspark Schönhausen wurden mehrere Hakenkreuze gemalt, an die Schlossparkmauer der Spruch „Hitler was right“ geschrieben.
Bezirksamt Pankow

30. Juli 2007
Im Schlosspark Buch wurde auf einer Bank ein eingeritztes, z.T. wieder „überritztes“
Hakenkreuz entdeckt.
Frauenberatungsstelle Buch

31. Juli 2007
Während eines Testspiels gegen Gewalt und Rassismus zwischen dem BFC und
Hertha BSC werden vier Antifaschisten von rechten Fans mit den Worten „Volksverräter“ und „Judenschweine“ beschimpft.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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31. Juli 2007
Am Abend werden in der Straßenbahn Linie 13 an der Björnsonstraße mehrere Personen mit Migrationshintergrund von drei Männern rassistisch bedroht. Der Tramfahrer weigert sich zunächst die Bahn zu stoppen. Erst als eine selbst betroffene Person
energisch darauf besteht, kommt der Fahrer der Aufforderung nach und verriegelt die
Türen bis zum Eintreffen der Polizei. Einer der Betroffenen wird in Anwesenheit der
Polizei durch die drei Männer bedroht und rassistisch beleidigt.
Antifa Pankow, ReachOut

03. August 2007
Drei Neonazis ziehen durch Niederschönhausen und kleben Heß-Aufkleber.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

07. August 2007
Neonazis ziehen durch die Schönhauser Allee und kleben Heß-Aufkleber.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

10. August 2007
In Niederschönhausen und Pankow verkleben Neonazis hunderte Aufkleber mit Bezug auf den Hitlerstellvertreter Rudolph Heß.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

13. August 2007
An der Frauenberatungsstelle Buch in der Wiltbergstraße werden am Schaukasten
der Einrichtung und auf der gegenüberliegenden Straßenseite Aufkleber gefunden,
die zur Teilnahme an der „Rudolf Heß Gedenkwoche“ aufrufen. Dieselben Aufrufe
kleben auch an dem Briefkasten der Jugendfreizeiteinrichtung „Kulti“ im Majakowskiring.
Frauenberatungsstelle Buch, Netzwerkstelle [moskito]

16. August 2007
Am S-Bhf. Greifswalder Straße wird der rote Schriftzug „Juden raus“ entdeckt.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg

25. August 2007
In den frühen Morgenstunden schlagen vor dem Imbiss an der Prenzlauer Allee/
Ecke Ostseestraße acht Neonazis mit Fäusten auf drei Hip-Hopper ein. Die Angegriffenen werden leicht verletzt. Alle beteiligten Nazis tragen T-Shirts mit dem Aufdruck
"Nordische Bruderschaft".
Antifa Prenzlauer Berg, ReachOut

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Vielfalt

31. August 2007
An der Straßenbahnhaltestelle Albertinenstraße werden gegen 23.50 Uhr eine Frau
und ein Mann von drei Neonazis rassistisch beschimpft, gestoßen und geschlagen.
KeineR der Umstehenden greift ein. Auch nachdem die Opfer sich in eine ankommende Bahn flüchten, schlagen die Täter weiter auf sie ein.
North East Antifascists, ReachOut

2. September 2007
In die Eingangstür des Arbeitsamtes an der Storkower Straße wird ein Davidstern
geritzt.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg, Polizeimeldung

17. September 2007
An einer Tramstation an der Schönhauser Allee, Höhe Allee Arcaden, wird auf einer
weißen Werbetafel der geschriebene Spruch „Jude raus“ entdeckt.
Netzwerkstelle [moskito]

22. September 2007
Zwei Neonazis kleben Nazi-Aufkleber vom S-Bhf. Pankow über die Florastraße bis
zum S-Bhf. Wollankstraße. Die Aufkleber werden anschließend wieder restlos entfernt.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

28. September 2007
Auf einer privaten Party in einer Kleingartenanlage an der Michelangelo-/Ecke
Kniprodestraße wird ein linker Jugendlicher von mehreren Nazis in "Thor Steinar"Kleidung provoziert und geschlagen. Die Täter können flüchten.
Antifa Pankow, North East Antifascists, ReachOut

29. September 2007
An einer Tankstelle am Karower Damm im Stadtteil Blankenburg werden zwei Männer (27 und 28 Jahre) und eine Frau (25 Jahre) griechischer Herkunft von zwölf
Rechten zunächst rassistisch beleidigt und dann angegriffen. Dabei wird die Frau
geschubst, bleibt jedoch unverletzt. Die beiden Männer werden von mehreren
AngreiferInnen getreten und geschlagen. Sie müssen mit Gesichtsverletzungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Nach der Tat versuchen die TäterInnen zu
flüchten. Die Polizei kann zunächst einen 20-jährigen Täter aus Pankow festnehmen.
Später können elf weitere im Alter zwischen 17 und 21 Jahren festgestellt werden.
Berliner Zeitung, Berliner Kurier, Junge Welt, North East Antifascists,
Pressemeldung der Polizei, Tagesspiegel, Tageszeitung

4. Oktober 2007
In der Dietzgen-, Wilhelm-Wolff- und Buchholzer Str. werden Aufkleber der „Autonomen Nationalisten Berlin“ (ANB) entdeckt, auf denen jeweils ein Name (insgesamt
Stand der Auswertung: 20.03.2008

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Pankower Register 2007
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sind neun Personen betroffen) und der Satz „Wir denken an dich!“ geschrieben stehen.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe, Netzwerkstelle [moskito]

7. Oktober 2007
Gegen 22.30 Uhr verlassen zwei Jugendliche den U-Bhf. Pankow und gehen in Richtung Florastraße. Sie werden von zwei Neonazis verfolgt, die „Sieg Heil“-Rufe skandieren. Nachdem sich die Jugendlichen an der Grunowstraße trennen, wird einer von
ihnen von den Nazis verfolgt, mit Bier bespritzt und die Flaschen werden demonstrativ am Boden zerschmettert. Die von den Jugendlichen alarmierte Polizei kann die
Täter nicht ermitteln.
ReachOut

7. Oktober 2007
Drei Männer rufen in der Parkanlage in der Breite Straße rechte Parolen.
Berliner Zeitung

13. Oktober 2007
An Hauswänden im Bereich Erich-Weinert-/Scherenbergstr. werden Keltenkreuze
und das Kürzel „ANB“ (Autonomen Nationalisten Berlin“) geschrieben und Aufkleber
verklebt, die zur Gewalt gegen Linke und MigrantInnen aufrufen.
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

13. Oktober 2007
Am Samstagmorgen werden zwei dem Aussehen nach der linken Szene zugehörige
Pärchen auf der Pankebrücke an der Walter-Friedrich-Straße in Buch aus einer
Gruppe von sechs bis sieben Personen heraus angepöbelt und als "Zecken" beschimpft. Anschließend schlagen die Täter die 18 und 19 Jahre alten Männer zu Boden, treten auf sie ein und rauben dem 19-jährigen das Handy. Die Opfer erleiden
leichte Gesichtsverletzungen, ihre Freundinnen bleiben unverletzt.
Antifa Pankow, North East Antifascists, Pressemeldung der Polizei,
ReachOut, Tagesspiegel, Tageszeitung

15. Oktober 2007
An eine Scheibe der Kultur- und Schankwirtschaft Baiz wird mit einem Stift ein umkreister Davidstern gemalt.
Antifa Prenzlauer Berg

Mitte Oktober 2007
Am List-Gymnasium in der Dietzgen-/Ecke Kuckhoffstr. werden drei Plakate der NPD
entdeckt, die zum Boykott des Moscheebaus aufrufen.
Freundeskreis der Chronik Pankow

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Vielfalt

19. Oktober 2007
Zwei Personen werden gegen 23.30 Uhr am Kollwitzplatz von ca. fünf Neonazis bedrängt.
Antifa Prenzlauer Berg

20. Oktober 2007
In der Nacht zum Samstag werden in Niederschönhausen Aufkleber mit Portraitfotos
von Antifaschisten geklebt, mit der Aufschrift „Vorsicht, linker Chaot“
Emanzipative Antifaschistische Gruppe

23. Oktober 2007
An einem Laternenpfahl in der Florastraße werden Aufkleber der „Vereinten Nationalisten Nordost“ mit der Aufschrift „No place to hide, kurt lade klub“ und „Linke Zentren
zerschlagen und National befreite Zonen schaffen!“ gefunden.
Netzwerkstelle [moskito]

4. November 2007
Zwei Männer randalieren in einem Kiosk im Prenzlauer Berg. Sie rufen rechtsradikale
Parolen, zeigen den "Hitlergruß" und fragen den Ladeninhaber, ob er Jude sei. Der
Ladeninhaber wird mit einem Elektroschocker bedroht und mit Flaschen beworfen.
Der 36-Jährige, der leicht verletzt wird, rettet sich in den Lagerraum. Die alarmierte
Polizei nimmt die beiden Verdächtigen in Tatortnähe fest. Einer der beiden 32Jährigen leistet erheblichen Widerstand, so dass ein Beamter anschließend von Rettungssanitätern behandelt werden muss.
Berliner Morgenpost, Pressemeldung der Polizei, ReachOut, Tagesspiegel

16. November 2007
In Heinersdorf veranstaltet die Interessensgemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger e.V. (IPAHB) eine Lichterkette als Gegenkundgebung zu einer dreitägigen Zukunftskonferenz, die vom Sozialpädagogischen Institut Berlin, dem Mobilen Beratungsteam Ostkreuz und der Initiative „Heinersdorf öffne dich“ veranstaltet wird.
Heinersdorfer Bündnis

23. November 2007
Im Anschluss an einen antifaschistischen Jugendkongress in Weißensee wird auf
dem S-Bhf. Greifswalder Straße ein Jugendlicher von zwei Rechten gejagt.
Antifaschistische Initiative weinrotes Prenzlauer Berg

25. November 2007
Jugendliche aus der rechten Szene randalieren an dem U-Bhf. Pankow. Ein 22Jähriger entblößt bei der Personalienfeststellung durch die Polizei seinen linken Arm
und stellt ein tätowiertes Hakenkreuz öffentlich zur Schau.
Berliner Zeitung, Polizeimeldung

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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Pankower Register 2007
[moskito] - Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Vielfalt

26. November 2007
Mitglieder des Kreisverbandes 8 der NPD halten eine Spontankundgebung vor dem
Rathaus Pankow ab, während im Rathaus eine Kooperationsvereinbarung zwischen
Ahmadiyya Gemeinde und der Polizei unterzeichnet wird.
Integrationsbeauftragte, mbr

27. November 2007
An einem russisch-jüdischen Restaurant in Prenzlauer Berg werden nachts zum wiederholten Mal Blumenkübel beschädigt. Die Geschäftsführerin berichtet über regelmäßige Sachbeschädigungen.
Netzwerkstelle [moskito]

Anfang Dezember 2007
An einer Bushaltestelle in der Hosemannstraße wird der Schriftzug „Juden raus“ entdeckt.
Netzwerkstelle [moskito]

Stand der Auswertung: 20.03.2008

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