fullscreen: Thilo von Wardenberg / Richter, Julius Wilhelm Otto (Public Domain)

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meine Stimmung war eine zuversichtliche. Sagte da 
mancher laut, daß es jedermann hören konnte: „Haben 
lange genug auf Mauern und Thoren gestanden und nach 
den Feinden ausgeschaut, aber deren keine gesehen; das 
wird täglich langweiliger, und eine Erlösung ist's, daß 
wir unsere Widersacher aufsuchen dürfen!“ .. 
Als dann Wardenberg die Stimme erhob und sagte: 
„er wisse ja, daß die Berliner keine Feiglinge 
wären, sondern mannhaft für die Ehre der Vaterstadt 
einständen," =- jubelte ihm die Kriegershar laut und be- 
geistert zu. 
Durch das Teltower Thor und über die Gertraudten- 
brücke hinüber war das städtische Aufgebot westwärts ge- 
zogen. Ohne Bangen, aber doch ernst kehrte Wardenberg 
mit seinem Freunde Rathenow zu dem stillen Hofe an 
der Nikolaikirche zurück. 
„I< bin guter Zuversicht!“ sprach lehterer. „Wir- 
hätten schon früher handeln müssen!“ 
„Zu spät ist's auch jezt wohl noch nicht!" entgegnete 
der erste Aldermann. „Will gleichfalls das Beste hoffen, 
aber man muß im Leben auf alle3 gefaßt sein: Des 
Kaiser3 Gesinnung gegen uns haben wir heute erfahren, 
nicht minder die Unzuverlässigkeit vieler, auf die wir ge- 
rechnet hatten.“ ... 
„Du willst Vorsichtsmaßregeln treffen?" fragte der 
Freund. 
„Für die Stadt alle, die möglich sind, auch wohl 
für die Meinigen," versekßte jener, „mein eigen Schicksal 
ist mir gleichgiltig!“ 
„I< denke wie du!“ rief Rathenow. „Wenn unsere
	        
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