Path:

Full text: Qualitätsleitfaden KiTa

Qualitätsleitfaden KiTa
Qualitätsansprüche und -kriterien
für Kindertageseinrichtungen
der Städte Potsdam, Brandenburg an der Havel
und des Landkreises Märkisch-Oderland

Qualitätsleitfaden KiTa
Qualitätsansprüche und -kriterien für Kindertageseinrichtungen
der Städte Potsdam, Brandenburg an der Havel
und des Landkreises Märkisch-Oderland

Entwickelt von der Arbeitsgruppe „Qualität“ in Potsdam

Leitung der AGs „Qualität“ und redaktionelle Bearbeitung:

im Zeitraum von Februar bis August 2014

Katrin Macha, Dr. Christa Preissing
unter Mitarbeit von Konstantin Eichberg

Überarbeitet und erweitert von der Arbeitsgruppe „Qualität“
in Brandenburg an der Havel im Zeitraum von April bis Juli 2015

Internationale Akademie Berlin (INA gGmbH),
Institut für den Situationsansatz (ISTA)

Überarbeitet und erweitert von der Arbeitsgruppe „Qualität“
im Landkreis Märkisch-Oderland im Zeitraum von Juni bis
August 2015

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung

© 2016
Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

Herausgeber
Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann-Straße 256
33311 Gütersloh
Tel.:	05241 81-81583
Fax: 05241 81-681583
Verantwortlich
Kathrin Bock-Famulla

Bildnachweis
Umschlag: Shutterstock.com/gabczi
S. 5: Shutterstock.com/Tom Wang
S. 6: Shutterstock.com/Syda Productions
S. 8, 28: Shutterstock.com/Monkey Business Images
S.18: Shutterstock/CroMary
S. 26: Shutterstock.com/ Dmitry Naumov
Druck
druck.haus rihn gmbh, 32825 Blomberg
Layout
Marion Schnepf, Bielefeld, www.lokbase.com

Inhalt

Qualitätsleitfaden KiTa ............................................................................................................................................................................................................................ 4
Leitbild	

............................................................................................................................................................................................................................... 6

Handlungsfelder für die pädagogische Praxis ................................................................................................................................................................................ 8
	

1	 Pädagoginnen gestalten wertschätzende und verlässliche Beziehungen zu den Kindern ..................................... 9

	

2 	 KiTas gestalten eine anregende Umgebung mit den Kindern. Sie unterstützen Kinder

		 in ihren Bildungsbewegungen und eröffnen ihnen neue Zugänge zu Erfahrungen und Wissen ....................... 10
	

3	 KiTas verwirklichen Kinderrechte (Beteiligungs-, Schutz- und Versorgungsrecht) ................................................ 12

	

4	 KiTas gestalten den Alltag für Kinder vielfältig, partizipativ und unterstützen die Kinder

		 bei der Sprachentwicklung ............................................................................................................................................................. 13
	

5 	 KiTas erkunden mit den Kindern die Lebenswelten der Kinder und Familien und machen

		 sie im KiTa-Alltag sichtbar............................................................................................................................................................... 14
	

6 	 KiTas unterstützen eine gesunde Entwicklung der Kinder ............................................................................................... 14

	

7 	 KiTas arbeiten mit den Eltern zum Wohle der Kinder und Familien eng zusammen .............................................. 15

	

8 	 KiTas gestalten Übergänge mit den Kindern und Familien ............................................................................................... 17

Handlungsfelder für die Organisation KiTa................................................................................................................................................................................... 18
	

9	 Pädagoginnen beobachten und dokumentieren kindliche Bildungs- und Entwicklungsprozesse .................... 19

	

10	 Pädagoginnen verstehen sich als lehrend und lernend zugleich..................................................................................... 20

	

11	 Pädagoginnen gestalten eine professionelle Zusammenarbeit im Team .................................................................... 21

	

12	 KiTas entwickeln ihre Arbeit kontinuierlich weiter .............................................................................................................. 21

	

13	 KiTas richten ihre Öffnungszeiten am Wohl der Kinder und am Bedarf der Eltern aus ........................................ 22

	

14	 KiTas und Träger gewährleisten gesunde Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter......... 23

Zusatz: Qualitätsansprüche für Träger und Ausbildung ......................................................................................................................................................... 24

Konkrete Handlungsbedarfe und Forderungen .......................................................................................................................................................................... 26	
		

Handlungsbedarfe aus Sicht der Gruppe der Eltern .................................................................................................................... 27
	

Handlungsbedarfe aus Sicht der Gruppe der Fachkräfte .......................................................................................................... 27

Entstehungsprozess des Qualitätsleitfadens KiTa .................................................................................................................................................................... 28
	

Die Arbeitsgruppe „Qualität“ in Potsdam ........................................................................................................................................ 29	

	

Die Arbeitsgruppe „Qualität“ in Brandenburg an der Havel ..................................................................................................... 29	

	

Die Arbeitsgruppe „Qualität“ im Landkreis Märkisch-Oderland ............................................................................................ 30

3

Qualitätsleitfaden KiTa
Qualitätsansprüche und -kriterien für Kindertageseinrichtungen
der Städte Potsdam, Brandenburg an der Havel
und des Landkreises Märkisch-Oderland

Der vorliegende Qualitätsleitfaden KiTa wurde im Rahmen des Projekts
„KiTa ZOOM – Ressourcen wirksam einsetzen“ der Bertelsmann Stiftung in einem
dialogischen Prozess entwickelt. Dieser Prozess fand in drei Arbeitsgruppen (AGs)
in den Modellregionen Potsdam, Brandenburg an der Havel und Märkisch-Oderland von Februar 2014 bis August 2015 statt. In den AGs arbeiteten Pädagoginnen1,
KiTa-Leitungen und Eltern zusammen.

Im Qualitätsleitfaden KiTa sind Qualitätskriterien für die pädagogische Arbeit
sowie die Organisation einer KiTa dargestellt. Sie bieten Orientierung sowie
praxisorientierte Hinweise für die Ausgestaltung der Arbeit.
Dabei ist der Qualitätsleitfaden KiTa jedoch keinesfalls als eine Bedienungsanleitung zu verstehen und kann deshalb auch nicht „umgesetzt“ werden. Wie die
Ausgestaltung dann konkret in einer KiTa geschieht, bleibt in der Verantwortung
der dort tätigen pädagogischen Fachkräfte im Zusammenwirken mit den Kindern,
den Familien, dem jeweiligen Träger und der Kommune: Denn jede KiTa hat ihr
eigenes Umfeld, ist eingebettet in einen spezifischen Sozialraum, arbeitet mit
unterschiedlichen Familien und Kindern zusammen und ist schließlich eingebunden in einen bestimmten Träger mit seinen Leitlinien und gegebenenfalls
auch mit kommunalen Leitbildern. Die Professionalität der pädagogischen Fachkräfte, die aktive Beteiligung der Kinder, Eltern und weiterer Akteure im Sozialraum, das Zusammenwirken von Träger und Kommune werden weiterhin dazu
führen, dass jede KiTa ihr eigenes und unverwechselbares Profil entwickelt.

Gemäß dem Motto „Anerkennung von Verschiedenheit auf der Basis
bedeutsamer Gemeinsamkeiten“2 dient der Qualitätsleitfaden KiTa als
Verständigungsgrundlage über eben diese bedeutsamen Gemeinsamkeiten.
Die Qualitätsansprüche und -kriterien benennen jeweils in erster Linie die
direkten Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für das pädagogische Handeln bzw. die Organisationsentwicklung. Deshalb sind die meisten Kriterien
insbesondere in den Handlungsfeldern für die pädagogische Praxis aus Sicht der
1	 Im vorliegenden Qualitätsleitfaden KiTa wird stets die
weibliche Form bei dieser Berufsgruppe verwendet,
da zum 01.03.2015 rund 95 % des pädagogisch tätigen
Personals in KiTas weiblich sind.
2	 Preissing, Christa, und Elke Heller (Hrsg.): Qualität im
Situationsansatz. Qualitätskriterien und Materialien
für die Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Berlin und Düsseldorf 2009.
3	Ebd.

4

Pädagoginnen formuliert. Dies entlässt jedoch Träger, Kommunen, das Land
und den Bund nicht aus der Verantwortung, entsprechende Bedingungen für die
Erfüllung dieser Ansprüche und Kriterien zu schaffen.  

r
Struktur des
Qualitätsleitfadens KiTa

e
Theoretische Dimensionen
Die theoretischen Dimensionen Lebensweltorientierung, Bildung, Partizipation, Gleichheit und Differenz/Inklusion, ausgeführt in dem Handbuch
„Qualität im Situationsansatz“3, benennen und
begründen aus fachwissenschaftlicher Sicht wesentliche Grundlagen und leitende Prinzipien für
die pädagogische Arbeit in KiTas. Zusammen mit
den „Grundsätzen elementarer Bildung“ des Landes Brandenburg bildeten sie den wesentlichen
Bezugspunkt für die Entwicklung der Qualitätsansprüche und -kriterien.

Leitbild
Aus der Diskussion mit
diesen Grundlagen und
Prinzipien ist das Leitbild
entstanden, das dem
Qualitätsleitfaden KiTa
vorangestellt ist.

t
Handlungsfelder
Diesem Leitbild wurden
sukzessive Handlungsfelder
für die pädagogische Praxis sowie
für die Organisationsentwicklung
in KiTas zugeordnet.

u
Qualitätsansprüche und -kriterien
Alle Handlungsfelder sind in Qualitätsansprüche
und dazugehörige Qualitätskriterien gegliedert.
Die Qualitätsansprüche definieren Ziele für das jeweilige
Handlungsfeld. Die Qualitätskriterien definieren die
jeweiligen Merkmale des pädagogischen Handelns.
Die Qualitätsansprüche und -kriterien sind in einem
Auseinandersetzungsprozess mit den theoretischen
Dimensionen und dem reflektierten Praxiswissen der
AG-Mitglieder vereinbart worden.

5

r

i
ot

mpeten
t
u
ig ko
nte

rt
e
i
v

soz

will

t i o n s b e re i t
ial

en

m

kr

aktiv inter
es

end

sch

e

neu

gie

d

si

ert

for

en

h

off

Kinder sind ...

lic

a
tiv

s
c
h
ie

6

eig

pera
o
o
k

Leitbild

rig

Kinder
haben Rechte ...
•	auf Teilhabe und Beteiligung an
der Gestaltung ihrer Lebenswelt
•	auf Schutz vor Gefährdungen ihres

KiTas
haben den Auftrag ...
•	die Rechte der Kinder in gemein-

KiTa-Träger
haben den Auftrag ...
•	in enger Abstimmung mit der KiTa-

samer Verantwortung mit den

Leitung für eine kontinuierliche

Familien, den Trägern und den

fachliche Weiterentwicklung der

Kommunen zur Geltung zu bringen

Arbeit in den KiTas zu sorgen

körperlichen, seelischen, geistigen
und sozialen Wohlergehens und

•	ein qualitativ hochwertiges und

•	eine fachlich angemessene perso-

insbesondere auf Schutz vor Dis-

lebensweltorientiertes Konzept für

nelle und sächliche Ausgestaltung

kriminierung

die öffentliche Erziehung, Bildung

der Arbeit zu gewährleisten

und Betreuung von Kindern zu
•	auf individuelle und fachlich ausgestaltete Unterstützung, die Kindern

erarbeiten und ständig weiterzuentwickeln

mit (drohenden) Behinderungen ein
gemeinsames Leben und Lernen in

arbeiterinnen und Mitarbeiter durch
Fortbildung, Coaching und weitere

•	eine verlässliche Zusammenarbeit

inklusiven Gemeinschaften ermög-

mit Eltern unter Berücksichtigung

licht

ihrer heterogenen Voraussetzungen
und Möglichkeiten zu gestalten

•	auf ausreichende Versorgung bezüglich ihrer Grundbedürfnisse nach

•	die Professionalisierung aller Mit-

Unterstützungsangebote sicherzustellen
•	die Belange von Eltern in Erfahrung
zu bringen, ihre Mitwirkung in

•	sich im Sozialraum so zu vernetzen,

wesentlichen Angelegenheiten der

Selbstbestimmung in verlässlichen,

dass alle Kinder und ihre Familien

KiTa zu gewährleisten und für ein

sozialen Beziehungen, nach sinn-

verlässliche und professionelle

die Zusammenarbeit förderndes

licher Erkenntnis und Exploration,

Ansprechpartner für ihre spezifi-

Beschwerde- und Vorschlagsmana-

nach Bewegung und gesunder Ernäh-

schen Belange finden

gement zu sorgen

rung
•	die eigene Arbeit regelmäßig im Team
•	auf eine gesellschaftlich garantierte

•	sich im Sozialraum zu vernetzen

zu reflektieren und sich zu verän-

und an der kommunalen Jugend-

hochwertige Bildung, Erziehung und

dernden Anforderungen fachlich und

hilfeplanung mitzuwirken, damit

Betreuung, die soziale und individu-

kritisch zu positionieren

Familien ein bedarfsgerechtes An-

elle Benachteiligungen ausgleicht

gebot vorfinden

Träger, KiTas, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen
zur Erfüllung ihres Auftrags angemessene Rahmenbedingungen,
insbesondere eine ausreichende Personal- und Raumausstattung.
Diese müssen von der Verantwortungsgemeinschaft aus
Land, Kommunen und Trägern verlässlich zur Verfügung gestellt werden. 

7

Handlungsfelder
für die pädagogische Praxis

8

e
Pädagoginnen gestalten wertschätzende und
verlässliche Beziehungen zu den Kindern

Pädagoginnen entwickeln zu jedem Kind respektvolle,
liebevolle und verlässliche (Bindungs-)Beziehungen.
•	 Pädagoginnen geben sich, den Kindern und Eltern genügend Zeit zum Beziehungsaufbau in der Eingewöhnung.
•	 Pädagoginnen geben den Kindern als vertraute Bezugspersonen emotionale Zuwendung, Schutz und Geborgenheit.
•	 Pädagoginnen sind aufmerksam für die persönlichen

Pädagoginnen wissen um die Notwendigkeit guter und
tragfähiger Beziehungen für optimale Bildungsprozesse.
•	 Pädagoginnen reflektieren ihre Werte und Ziele und ihr
Bild vom Kind.

Bedürfnisse, unterschiedlichen Beziehungswünsche und
Gefühle der Kinder und gehen wertschätzend darauf ein.
•	 Pädagoginnen sind den Kindern verlässliche Ansprechpartnerinnen und geben ihnen Halt und Orientierung.

•	 Pädagoginnen lassen sich auf die Individualität jedes
Kindes ein. Sie nehmen jedes Kind an, wie es ist.
bedürfnisse von Kindern wahr und sind in der Lage,

Pädagoginnen gehen mit allen Kindern Beziehungen ein
und gestalten diese entwicklungsfördernd.

darauf angemessen zu reagieren.

•	 Pädagoginnen nehmen Kinder sowohl individuell wahr als

•	 Pädagoginnen nehmen unterschiedliche Beziehungs-

•	 Pädagoginnen reflektieren ihre Beziehungsgestaltung

auch in ihrer Zugehörigkeit zu der Kindergemeinschaft.

zu den Kindern und nehmen wahr, ob und wie sie von

•	 Pädagoginnen gehen in den Dialog mit den Kindern. Sie

Vorurteilen oder stereotypen Vorstellungen geprägt ist.

achten bei ihrer nonverbalen und verbalen Kommunikation mit den Kindern auf entwicklungsanregende und
wertschätzende Kommunikationsformen.

Pädagoginnen haben Zeit für die Gestaltung von
Beziehungen und Bindungen.
•	 Kommunen, Träger und KiTas ermöglichen ausreichende

•	 Pädagoginnen stärken die Identifikation der Kinder mit
ihrer KiTa durch regelmäßige Tagesabläufe und verlässliche Bezugspersonen.

Zeiten für eine individuelle Eingewöhnung eines jeden
Kindes in enger Abstimmung mit den Familien.
•	 Pädagoginnen haben Zeit für die Beziehungspflege zu
jedem einzelnen Kind und beziehen seine Familie mit ein.
•	 Pädagoginnen haben Zeit im Team für den Austausch
über die Beziehungen mit Kindern und deren Familien.
•	 Pädagoginnen haben genügend Zeit, um den Kindern
Zeiten ungeteilter Aufmerksamkeit zu bieten.
•	 Mindestens zwei Pädagoginnen bauen innerhalb der
ersten Monate des Kindes in der KiTa eine verlässliche
Beziehung zu dem Kind und seiner Familie auf.

Pädagoginnen befördern Beziehungen der Kinder
untereinander.
•	 Pädagoginnen haben Zeit, um die Beziehungen zwischen
den Kindern in der Gruppe wahrzunehmen, und unterstützen die Kinder in der Beziehungsgestaltung.
•	 Pädagoginnen achten darauf, dass die Kinder sich gegenseitig als Teil der Gruppe wahrnehmen.
•	 Pädagoginnen unterstützen Kinder, Freundschaften zu
schließen.
•	 Pädagoginnen helfen den Kindern, Konfliktlösestrategien
miteinander zu entwickeln.

Pädagoginnen kennen die Lebensbedingungen der Kinder.
•	 Pädagoginnen kennen die Familien der Kinder und
ihre Lebenssituation,   z. B. durch Gespräche und ggf.
Hausbesuche. Sie beziehen dieses Wissen in die Beziehungsgestaltung mit den Kindern und Eltern ein.
•	 Pädagoginnen gehen mit allen Eltern eine professionelle
Beziehung ein. Dies ermöglicht eine verlässliche Zusammenarbeit. KiTa-Leitung und Träger unterstützen diesen
Prozess.

9

r
KiTas gestalten eine anregende Umgebung
mit den Kindern. Sie unterstützen Kinder in
ihren Bildungsbewegungen und eröffnen ihnen
neue Zugänge zu Erfahrungen und Wissen

•	 Pädagoginnen vermitteln einen verantwortungsvollen
Umgang mit der Umwelt und gestalten einen Lernort
nach ökologischen Gesichtspunkten.
•	 Pädagoginnen gestalten Räume so, dass Kinder in der
Aneignung von Kompetenzen zu den verschiedenen
Bildungsbereichen unterstützt und zum Experimentieren,
zum eigenständigen Ausprobieren und Gestalten angeregt
werden.

KiTas verstehen sich als Bildungseinrichtungen.
Pädagoginnen reflektieren das aktuelle
Bildungsverständnis und setzen es in ihrer Praxis um.

KiTas und Träger stellen anregende und vielseitige Räume
und Materialien zur Verfügung.

•	 Jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo. Päda-

•	 KiTas stellen den Kindern vielseitig gestaltete und frei

goginnen erkennen dies und unterstützen es darin.

zugängliche Räume mit einem reichhaltigen und ab-

Sie geben Kindern Zeit für die individuelle Entwicklung.

wechslungsreichen Materialangebot zum selbststän-

•	 Pädagoginnen sorgen dafür, dass kein Kind ausgegrenzt
wird.
•	 Pädagoginnen unterstützen die Entwicklung der körperlichen, geistigen und sprachlichen Fähigkeiten der Kinder
sowie ihrer seelischen, musischen und schöpferischen
Kräfte. Pädagoginnen unterstützen Kinder bei der Sprachentwicklung.
•	 Pädagoginnen wissen, dass Kinder im Spielen lernen.
Sie schaffen vielfältige Spielanregungen.
•	 Pädagoginnen unterstützen Kinder in ihrer Neugierde
und der eigenständigen, aktiven Erschließung der Welt.

digen Erforschen und Experimentieren zur Verfügung.
Sie berücksichtigen und nutzen dabei die je spezifischen
Möglichkeiten des Gebäudes.
•	 Alle Kinder finden in den ihnen frei zugänglichen Räumen
vielseitige Anregungen für die in den „Grundsätzen
elementarer Bildung“ definierten Bildungsbereiche.
•	 KiTas sorgen für altersgerechte Spielgeräte.
•	 Das Mobiliar ist in gutem, kindgerechtem Zustand.
•	 Ein altersgerechtes Angebot von Bilder- und Sachbüchern
ist den Kindern an einem geeigneten Ort zugänglich.
•	 Alle in der Einrichtung angeschafften Materialien sind
ökologisch und gesundheitlich geprüft.
•	 Die (Spiel-)Materialien sind unter den Aspekten der

Pädagoginnen gestalten Räume gemeinsam mit den Kindern.
Sie nehmen die Lebenswirklichkeiten und Themen der
Familien in der Raumgestaltung und Materialauswahl auf.

•	 KiTas gestalten bzw. nutzen ansprechende Außenbereiche

•	 Pädagoginnen lassen Kinder bei der Gestaltung der

•	 Träger, Kommunen und Land unterstützen die KiTas

Räumlichkeiten mitbestimmen.
•	 Spiel- und andere Gestaltungsmaterialien sind für die

Nachhaltigkeit geprüft.
für alle Altersgruppen.
darin, Raumkonzepte zu entwickeln, die die vorhandenen
Raumbedingungen aufnehmen.

Kinder frei zugänglich.
•	 Die Räume bleiben offen für Veränderung. Die Pädagoginnen reagieren in der Raumgestaltung und Materialausstattung auf Interessen und Themen der Kinder. Sie
beziehen die Kinder in Veränderungsprozesse ein.
•	 Räume und ihre Gestaltung bieten den Kindern Geborgenheit sowie ausreichend Platz für Erkundung, Spiel,
Bewegung und Rückzug.
•	 Pädagoginnen schaffen Struktur in der Arbeit (Regeln u. a.).

KiTas und Träger gestalten eine Lernumgebung, in der
wissenschaftlich fundierte Bildungsraummerkmale zum
Tragen kommen.4
•	 Die Räume schaffen körperliche Herausforderungen für
Kinder und liefern grobmotorische Bewegungsanreize.
•	 Die Räume ermöglichen feinmotorische Herausforderungen und Kunsterfahrung.
•	 Die Räume stärken körperliches und psychisches Wohlbefinden.

Pädagoginnen reagieren in der Raumgestaltung auf die
Lebensthemen der Kinder.
•	 Pädagoginnen verstehen KiTas als Lebens- und Lernorte.
•	 Pädagoginnen schaffen vielseitige und anregende Räume
drinnen und draußen. Bewegung hat dabei einen hohen
Stellenwert.

10

•	 Die Räume geben kognitive Anregungen.
•	 Die Räume geben sprachliche und musische Anregungen
und befördern Literacy.
•	 Die Räume ermöglichen Sinneserfahrungen und vielfältige
Wahrnehmungen.

•	 Die Räume eröffnen Orte für gemeinschaftliche

•	 Flure bilden einen „großzügigen Eingangsbereich (als

Erkundungen, für Begegnung und Austausch.

‚Visitenkarte‘ der Einrichtung, als Willkommensplatz, als

•	 Die Räume laden ein zu Konstruktion.

Treffpunkt und Gemeinschaftsraum), Schmutzschleusen

•	 Die Räume schaffen einen Rahmen für experimentelle

in den Garten und zu Toiletten (ohne Gruppenräume als

Natur-, Technik- und Materialerfahrungen.
•	 Die Räume ermöglichen Selbsterfahrung und Selbst-

Durchgang zu verwenden)“.8
•	 Für KiTa-Leitung und Team stehen folgende Räume zur

wirksamkeit.

Verfügung: „Büro, ausreichend Abstellräume in der Nähe

•	 Die Räume schaffen Rückzugsmöglichkeiten, ermög-

des Nutzungsbereichs (Material-, Geräte-, Lager-, Putz-

lichen Alleinsein, Ruheerfahrung und Konzentration.

raum, Gerätehaus im Außengelände), Hauswirtschafts-

•	 Die Räume befördern Diversitätserfahrungen und

raum, Personal-WC, Küche, funktionale und großzügige

Inklusionserleben.

Flurbereiche, separater Garderobenraum, Aufenthaltsund Besprechungsraum für die Fachkräfte (inkl. Schreibtischen und PCs für Vor- und Nachbereitung, Bibliothek

Träger unterstützen KiTas bei der Raumgestaltung.

und Mediathek), Elterngesprächszimmer“.9

•	 KiTas haben ein Mitbestimmungsrecht bei der Materialanschaffung und Raumgestaltung.
•	 KiTas stellen der KiTa-Leitung und den Pädagoginnen
gut ausgestattete Personalräume mit Computer und
Internet zur Verfügung.
•	 Träger sichern eine ausreichende personelle und mate-

Pädagoginnen gestalten mit Kindern Räume, die das
eigenaktive und kreative Tätigsein aller Mädchen und
Jungen ermöglichen.
•	 Die Funktionsbereiche ermöglichen eine Vielfalt an

rielle Ausstattung für die Anschaffung, Verstetigung,

Lernerfahrungen. Die Gestaltung der Funktionsbereiche

Aktivierung und Erneuerung von Materialien.
•	 Träger sorgen für Beratung und Fortbildung zum Thema.

unterstützt die selbstständige Nutzung durch die Kinder.
•	 Die räumlichen Bedingungen und die Raumausstattung
sind so zu gestalten, dass sie die Eigenaktivität der Kinder
anregen.

Träger, Kommunen und Land sorgen für Räumlichkeiten
und Flächengrößen, die wissenschaftlich fundierten
Standards entsprechen.

•	 Pädagoginnen schaffen Raum für vielfältige Kreativität.

•	 Pro Kind werden mindestens 6 m² im Innenbereich sowie

•	 Die konzeptionellen Schwerpunkte sind in der Struktur

Die Verwendung unterschiedlicher Materialien und
Werkstoffe ist Teil der alltäglichen pädagogischen Arbeit.

15 m² im Außenbereich zur Verfügung gestellt. Dabei

und Ausgestaltung der Räume erkennbar.

werden keine Altersunterschiede gemacht.5 Waldkindergärten sind von den Regelungen für den Innenbereich
ausgenommen.
•	 KiTas, die keine eigenen Außenflächen besitzen,
weisen aus, wie sie öffentlich nutzbare Flächen täglich
für Außenaktivitäten nutzen.
•	 Kinder haben im Alltag Zugang zu verschiedenen Räumen:
„Außengelände, Gruppenraum, Gruppennebenraum,
separaten Schlafraum (auch für Kinder über drei Jahre),
Sanitärbereich (inklusive Pflegebereich für Unterdreijährige [sic]) mit Gelegenheiten für Wasseraktivitäten“.6
•	 Folgende Räume gibt es in KiTas zur gemeinsamen Nutzung: „Mehrzweck-/Bewegungsraum, separaten Essraum
(Bistro/Kinderrestaurant), weitere Räume zur Differenzierung der pädagogischen Arbeit wie Atelier, Werkstatt
und Räume für Kleingruppenarbeit zur Vertiefung spezieller Themen durch die Kinder“.7
4	

Vgl. Bensel, Joachim, Franziska Martinet und Gabriele Haug-Schnabel: Raum und
Ausstattung in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege, in: Qualität für alle.
Wissenschaftlich begründete Standards für die Kindertagesbetreuung. Hrsg. Susanne
Viernickel et al. Freiburg 2015, S. 317–402.
5–9 Ebd., S. 390.

11

t
KiTas verwirklichen Kinderrechte
(Beteiligungs-, Schutz- und Versorgungsrechte)

•	 Alle an der Förderung von Kindern mit Behinderung oder
mit besonderen Bedürfnissen beteiligten Fachkräfte
arbeiten eng zusammen, reflektieren gemeinsam ihre
Beobachtungen und verständigen sich über die nächsten
Ziele.

Pädagoginnen orientieren sich an der UN-Kinderrechtskonvention.

Pädagoginnen gewährleisten Beteiligungsrechte der
Kinder im Alltag.

•	 Pädagoginnen stärken die individuellen Persönlich-

•	 KiTas entwickeln ein Konzept, wie sie Kinder an der

keitsrechte jedes Kindes. Sie machen dabei gleichzeitig

Gestaltung ihres Alltags beteiligen und wie und bei wem

deutlich, dass individuelles Recht auch bedeutet, Verant-

Kinder sich beschweren können, wenn sie unzufrieden

wortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.
•	 Pädagoginnen unterstützen Kinder darin, stark zu werden
und sich selbst wahrzunehmen. Sie machen ihnen ihre
Rechte erfahrbar.
•	 Das Recht auf gewaltfreie Erziehung wird konsequent
gewährleistet.
•	 Pädagoginnen ermöglichen es Kindern, sich entsprechend
ihren altersspezifischen Möglichkeiten an Angelegenheiten, die sie betreffen, zu beteiligen.
•	 Pädagoginnen handeln im besten Interesse des Kindes.

sind.
•	 Pädagoginnen stellen sicher, dass sich alle Kinder entsprechend ihren entwicklungsgemäßen Möglichkeiten
an der Gestaltung ihres Lebens in der KiTa beteiligen.
•	 Pädagoginnen pflegen einen wertschätzenden Umgang
mit Kindern, Eltern und im Team.
•	 Pädagoginnen bilden sich zum Themenfeld Autonomie,
Partizipation und Solidarität weiter.
•	 KiTas verfügen über mindestens eine Expertin zum
Thema Partizipation.

•	 Pädagoginnen nehmen ihren gesetzlichen Auftrag zum
Schutz des Kindeswohls wahr.
strebungen und in ihrer gesundheitlichen Entwicklung.

Pädagoginnen, KiTas und Träger nehmen ihren gesetzlichen
Auftrag zum Kinderschutz wahr und ernst.

Sie tragen das Ihre dazu bei, die Lebensbedingungen von

•	 KiTas, Träger und Kommunen entwickeln ein Kinder-

•	 Pädagoginnen begleiten alle Kinder in ihren Bildungsbe-

Kindern und Familien zu verbessern.

schutzkonzept und aktualisieren es regelmäßig.
•	 KiTas haben eine Kinderschutzbeauftragte
(insoweit erfahrene Fachkraft).

Pädagoginnen haben Zeit, sich mit den Kinderrechten
auseinanderzusetzen und sie im Alltag mit den Kindern
zu thematisieren.

•	 KiTas haben eine Handlungskonzeption für den Fall
einer Kindeswohlgefährdung.

•	 Träger und Kommunen ermöglichen Pädagoginnen
Fortbildungen zum Thema Kinderrechte.
•	 Pädagoginnen, die an einer Fortbildung teilgenommen
haben, haben Zeit für Reflexion und Erfahrungsaustausch

Pädagoginnen gewähren Schutzrechte der Kinder im
Alltag.
•	 Alle Pädagoginnen entwickeln ein Grundverständnis von

mit Trägern / Kolleginnen / KiTas / Grundschulen / Horten /

der Würde eines jeden Kindes sowie eine offene Haltung

Eltern.

für die individuelle Lebenslage des Kindes und seiner
Familie.
•	 Pädagoginnen erkennen Ausgrenzung von Kindern und

Pädagoginnen gewährleisten Versorgungsrechte der
Kinder.
•	 Pädagoginnen kennen die Lebensbedingungen der Kinder
und Familien im Umfeld der KiTa.
•	 Pädagoginnen engagieren sich im Umfeld und nehmen

greifen ein. Allen pädagogischen Fachkräften sind der
Kinderschutzauftrag durch den Gesetzgeber und konkrete
Anhaltspunkte für Kindeswohlgefährdung bekannt.
•	 Zum Wohle der Mädchen und Jungen erfolgt eine enge,
vertrauensvolle Kooperation mit den Personensorgebe-

damit Einfluss auf die Lebensbedingungen der Kinder und

rechtigten, den Fachkräften der KiTas und den anerkann-

Familien.

ten Fachkräften mit Schutzauftrag.

•	 Pädagoginnen beraten und begleiten Familien bei Bedarf
in der gesundheitlichen Entwicklung der Kinder.

12

u
KiTas gestalten den Alltag für Kinder
vielfältig, partizipativ und unterstützen die
Kinder bei der Sprachentwicklung

Pädagoginnen beteiligen Kinder in allen Angelegenheiten,
die sie betreffen.
•	 Pädagoginnen entscheiden mit den Kindern über den
Alltag und die Dinge, die passieren.
•	 Pädagoginnen entwickeln mit den Kindern Beteiligungsforen (z. B. Kinderkonferenz).
•	 Pädagoginnen gestalten ihre Interaktion mit den Kindern

Pädagoginnen wissen um die Wichtigkeit von
Alltagssituationen für die kindliche Entwicklung und
gestalten diese entsprechend.
•	 Pädagoginnen unterstützen die Kinder in ihrer Auto-

fragend und dialogisch.
•	 Pädagoginnen nehmen nonverbale Signale der Kinder
ernst, um zu erkennen, ob die Kinder etwas wollen oder
nicht.

nomieentwicklung. Sie stärken Selbstständigkeit und
Eigensinn in Verbindung mit sozialen Kompetenzen und
Gemeinsinn.
•	 Pädagoginnen wecken und fördern die natürliche Neugier
auf verschiedene Dinge.
•	 Pädagoginnen unterstützen Kinder bei der Wahrnehmung
und Entwicklung eigener Stärken.
•	 Pädagoginnen beteiligen Kinder an den Entscheidungen
in der Einrichtung.

Pädagoginnen haben Zeit für die individuelle
Sprachförderung im Alltag.
•	 Es gibt ausreichende Zeiten für individuelle Sprachbegleitung.
•	 Die Kommunen sorgen für KiTas, die zweisprachig
arbeiten. Hier gilt das Prinzip der Immersion.
•	 Pädagoginnen brauchen Zeit für entsprechende
Weiterbildungen (z. B. zum Thema Zweisprachigkeit,
Vorbereitung des Schriftsprachenerwerbs etc.).

Pädagoginnen haben Zeit, Alltagssituationen kindgerecht
und zugewandt zu gestalten.
Bildungs- und Entwicklungsbewegungen, indem sie sich

Pädagoginnen unterstützen Kinder in der
Sprachentwicklung.

zeitweise nur mit einem Kind bzw. einer Kleinstgruppe

•	 Pädagoginnen schaffen für und mit den Kindern eine

•	 Pädagoginnen unterstützen und begleiten Kinder in ihren

von Kindern beschäftigen. Ein entsprechender Personalschlüssel ist erforderlich.
•	 Um dies zu sichern, ist eine Fachkraft-Kind-Relation von
U1 = 1:2; U2 = 1:3; U3 = 1:4;
	 Ü3 = 1:9 erforderlich.10

sprachfreundliche/sprachförderliche Atmosphäre.
•	 Pädagoginnen erkennen Sprachdefizite bei Kindern
und reagieren darauf.
•	 Pädagoginnen unterstützen Kinder, die zweisprachig
aufwachsen.

•	 Die Verantwortungsgemeinschaft von KiTas, Trägern,
Kommunen, Land und Bund entwickelt Stufenpläne zur
Erreichung dieser notwendigen Personalausstattung.

Pädagoginnen nutzen Alltagssituationen, um bei Kindern
die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Gemeinsinn zu
befördern.
•	 Pädagoginnen nehmen den Entwicklungsstand, insbesondere die Stärken, der einzelnen Mädchen und Jungen
wahr. Sie ermutigen die Kinder in ihrer individuellen
Entwicklung.
•	 Pädagoginnen stärken Kinder, eine eigene Haltung zu
entwickeln, und respektieren ihr Nein. Sie lassen sich
auf das kindliche Tempo ein.
•	 Pädagoginnen beteiligen Kinder altersgemäß an Entscheidungen im Alltag der KiTa.

10	 Vgl. Viernickel, Susanne, und Kirsten Fuchs-Rechlin: Fachkraft-Kind-Relationen und
Gruppengrößen in Kindertageseinrichtungen. Grundlagen, Analysen, Berechnungsmodell, in: Qualität für alle. Wissenschaftlich begründete Standards für die Kindertagesbetreuung. Hrsg. Susanne Viernickel et al. Freiburg 2015, S. 11–130, hier S. 16 und
S. 77; Bock-Famulla, Kathrin, Jens Lange und Eva Strunz: Länderreport Frühkindliche
Bildungssysteme. Gütersloh 2015.

13

i
KiTas erkunden mit den Kindern die
Lebenswelten der Kinder und Familien und
machen sie im KiTa-Alltag sichtbar

Pädagoginnen ermöglichen es Kindern, vielfältige
Lebenswelten kennenzulernen, und fördern eine Auseinandersetzung mit deren eigenen Lebenswirklichkeiten.
•	 Pädagoginnen feiern mit den Kindern Feste, um mit
ihnen verschiedene Lebenswelten kennenzulernen und
den sozialen Zusammenhalt zu stärken / zu entwickeln.
•	 Pädagoginnen stellen Generationenbezüge her (Oma-/

Pädagoginnen wissen um die Notwendigkeit, familiäre
Lebenswelten in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern
und Familien wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

•	 Pädagoginnen greifen auch spontan im Tagesablauf

•	 Die Pädagoginnen kennen den Sozialraum der KiTa und

•	 Pädagoginnen machen Familien und Familienkulturen in

erkunden das Lebensumfeld gemeinsam mit den Kindern,

Opa-Tag, Besuch im Altenheim, Vorlesetag etc.).
Lebensumstände der Kinder auf.
der KiTa sichtbar.

z. B. durch Besuche der Bibliothek oder gemeinsames
Einkaufen.
•	 Pädagoginnen setzen sich mit den Lebenssituationen und
der familiären Situation der Kinder und Familien ausei-

o

nander und beziehen sie in ihre pädagogische Arbeit als
Themen der Kinder oder in die Raumgestaltung ein.

KiTas unterstützen eine gesunde

•	 Pädagoginnen engagieren sich (mit den Kindern) im

Entwicklung der Kinder

Sozialraum.

Pädagoginnen verfügen über Rahmenbedingungen, mit
denen die Erkundung der Lebenswelt der Kinder möglich
wird.
•	 KiTas und Träger gewährleisten den Pädagoginnen ca.
2 Stunden pro Ausflug für die Organisation sowie die
Vor- und Nachbereitung der Arbeit im Sozialraum.
•	 KiTas haben genug Personal für die Begleitung und
Aufsicht der regelmäßigen Ausflüge.
•	 KiTas besuchen mit den Kindern kulturelle Angebote.

KiTas tragen das Ihre dazu bei, die Kinder bei einer
gesunden Entwicklung zu unterstützen.
•	 KiTas achten auf gesunde, abwechslungsreiche Ernährung. Träger und Kommunen unterstützen KiTas darin.
•	 Pädagoginnen schaffen Möglichkeiten für Ruhe- und
Schlafphasen. Kein Kind wird zum Schlafen oder Ruhen
gezwungen.
•	 Pädagoginnen ermöglichen täglichen Aufenthalt im
Freien.

Träger, Kommunen und Land stellen dafür entsprechende

•	 Pädagoginnen machen Bewegungsangebote.

finanzielle Pauschalen zur Verfügung, die den aktuellen

•	 Pädagoginnen reflektieren ihre eigenen Erfahrungen

Preisen angemessen sind. Die Pauschale beträgt mindes-

sowie Wert- und Normvorstellungen bezüglich Essen,

tens 20 € pro Kind und Jahr.

Schlafen und Sauberkeit.

•	 Für Erziehungs- oder Personalgespräche wird ein separater neutraler Raum bereitgestellt.

Pädagoginnen erkunden mit den Kindern das KiTa-Umfeld.

Kommunen und Träger sorgen mit Unterstützung des
Landes für die Sicherstellung des Versorgungsauftrages
für ein gesundes Aufwachsen der Kinder.

•	 Pädagoginnen bewegen sich mit den Kindern im Umfeld

•	 Kommunen und Träger stellen in allen KiTas eigene

der KiTa. Sie üben dabei Verkehrsregeln und sicheres

Küchen und entsprechendes Personal zur Verfügung.

Verhalten im Straßenverkehr.

Falls dies aus baulichen Gründen nicht möglich ist, wird

•	 Pädagoginnen organisieren Ausflüge und Exkursionen,
um verschiedene Lebenswelten sichtbar zu machen.
•	 Die Pädagoginnen organisieren Kontakte zu verschie-

bei der Auswahl der Catering-Firmen höchste Sorgfalt
verwendet.
•	 Die Küchen orientieren sich am DGE-Qualitätsstandard

denen Berufsgruppen / Arbeits- und Einsatzplätzen

für KiTa-Ernährung11. Der Träger sorgt mit Unterstützung

(Feuerwehr, Polizei, Bauunternehmen, Handwerksbetrie-

von Kommunen und Land für entsprechende Fort- und

ben, Galerien, Buchhandlungen, Gärtnereien, Försterei,

Weiterbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Umweltschutzorganisationen etc.).

14

KiTas schaffen Bedingungen für eine gesunde Ernährung
der Kinder.

Pädagoginnen greifen gesundheitsrelevante Aspekte
in der pädagogischen Arbeit auf.

•	 Die Ausgewogenheit des Speiseplans der KiTa orientiert

•	 KiTas haben einen festen Ansprechpartner für das Thema

sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung (DGE)12.
•	 KiTas sorgen in Zusammenarbeit mit den Eltern täglich
auch für ein gesundes Frühstück und abwechslungsreiche
Vesper.
•	 Die Einrichtung trägt dafür Sorge, dass Kinder zu jeder

Ernährung. Die Eltern werden aktiv eingebunden.
•	 Pädagoginnen machen gesunde Ernährung mit den
Kindern zum Thema.
•	 Pädagoginnen bilden sich zum Thema gesunde Ernährung
weiter.
•	 Pädagoginnen unterstützen den Spaß und die Freude an

Zeit Zugang zu ausreichenden kalorienarmen und unge-

körperlicher Bewegung. Sie fördern körperliche Fähig-

süßten Getränken haben.

keiten und Bewegungsfertigkeiten der Mädchen und

•	 Die Küche achtet auf Unverträglichkeiten und religiöse

Jungen gleichermaßen.

Belange.

KiTas schaffen Räume, in denen gesundheitsförderliches
Verhalten möglich ist.

p

•	 KiTas haben genügend Räume oder Rückzugsbereiche,

KiTas arbeiten mit den Eltern zum Wohle

um jederzeit dem Ruhebedürfnis einzelner Kinder gerecht
zu werden.

der Kinder und Familien eng zusammen

•	 KiTas haben viel Platz für vielfältige Bewegung der
Kinder.
•	 KiTas sorgen in Absprache mit den Eltern für witterungsgerechte Bekleidung der Kinder.
•	 KiTas vernetzen sich mit Fachleuten (Heilpädagoginnen,
Logopädinnen und Logopäden, Psychologinnen und
Psychologen, Coaches etc.).

Pädagoginnen tragen das Ihre dazu bei, eine „gute“
Zusammenarbeit mit den Eltern aufzubauen.
•	 Pädagoginnen berücksichtigen die verschiedenen Lebensbedingungen und Hintergründe der Familien (Religion,
Migration, Bildung etc.).
•	 Pädagoginnen und Eltern verständigen sich über Werte.
•	 Pädagoginnen und Eltern treten in einen Dialog über ihre

Pädagoginnen beteiligen Kinder in gesundheitsrelevanten
Aspekten im KiTa-Alltag.
•	 Pädagoginnen schaffen gemeinsam mit den Kindern eine
familiäre Atmosphäre bei den Mahlzeiten.

Erziehungs- und Bildungsvorstellungen.
•	 Pädagoginnen verständigen sich mit den Eltern über ihre
wechselseitigen Erwartungen in der Arbeit mit ihren
Kindern.

•	 Pädagoginnen entwickeln mit den Kindern eine angenehme Esskultur und gestalten Rituale. Die Kinder können
bei den Mahlzeiten mitbestimmen.
•	 Pädagoginnen organisieren den Alltag in der KiTa mit den

Pädagoginnen beteiligen die Eltern an den wesentlichen
Angelegenheiten der KiTa.

Kindern so, dass sich Aktivitätsphasen mit Ruhephasen

•	 Pädagoginnen beziehen die Eltern in den KiTa-Alltag ein.

abwechseln können.

•	 KiTas gewährleisten, dass alle Eltern Zugang zu Informa-

•	 Pädagoginnen unterstützen Kinder darin, ihr Schlaf- und
Ruhebedürfnis einzuschätzen und sich bei Bedarf zurückzuziehen. Sie stehen dazu in engem Austausch mit den
Eltern.
•	 Pädagoginnen gestalten Pflegesituationen aller Kinder,

tionen über die KiTa und den Alltag des Kindes erhalten
(Nichtmuttersprachler, Analphabeten etc.).
•	 Pädagoginnen beteiligen Eltern/Familien an den Entscheidungen in wesentlichen Angelegenheiten der Einrichtung.

insbesondere der jüngsten, individuell und zugewandt.
Sie respektieren ihre körperliche Selbstbestimmung.

11	 In Form: DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für
Kinder. 5. Aufl., Bonn 2014.
12	 In Form: DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für
Kinder. 5. Aufl., Bonn 2014.

15

Pädagoginnen haben Ressourcen zum Aufbau und zur
Pflege einer „guten“ Zusammenarbeit mit den Eltern.

Pädagoginnen bauen eine „gute“ Zusammenarbeit mit
den Eltern auf.

•	 KiTas stellen Eltern Informationsmaterial über die KiTa

•	 KiTa-Leitung und Pädagoginnen führen ein Aufnahme-

bereit (Flyer, KiTa-Ordnung).
•	 KiTa-Leitung und Pädagoginnen führen jeweils einstündige Aufnahmegespräche mit den Familien.

gespräch mit den Eltern.
•	 Pädagoginnen nutzen Hausbesuche oder andere Formen
des intensiven Kontakts, um gegenseitiges Vertrauen zu

•	 Pädagoginnen haben die zeitliche Möglichkeit, die Kinder

schaffen. Sie reflektieren, wie das Angebot der Haus-

und Familien zu Beginn des KiTa-Besuchs zu besuchen.

besuche auf die Eltern wirken könnte, und entwickeln

Für Hausbesuche müssen pro Kind 3 Stunden eingerechnet werden.
•	 Für sogenannte „Tür-und-Angel-Gespräche“ müssen
5 Minuten pro Kind und Tag eingerechnet werden.
•	 Die Entwicklungsgespräche finden bei Kindern von 0–3
Jahren und bei Kindern mit erhöhtem Förderbedarf zweimal jährlich, bei Kindern über 3 Jahren einmal jährlich
statt. Pädagoginnen haben ca. 3 Stunden/Kind für die
Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Entwicklungsgesprächen möglichst im Team.
•	 Es finden darüber hinaus mit jeder Familie zur Beziehungspflege und zum Austausch 2 zusätzliche Gespräche

transparente Vorgehensweisen.
•	 Pädagoginnen führen ausführliche Elterngespräche im
Sinne des Aufbaus einer “guten“ Zusammenarbeit zwischen Eltern und Pädagoginnen. Diese stellen die Basis
der pädagogischen Arbeit dar. Mittels eines Fragebogens,
der als Gesprächsleitfaden dient, werden kind- und
familienbezogene Informationen ausgetauscht.
•	 Pädagoginnen führen Entwicklungsgespräche mit den
Eltern.
•	 Pädagoginnen bauen durch gemeinsame Feste und
Veranstaltungen auch Beziehungen zwischen den Eltern
verschiedener Kinder und der KiTa auf (Netzwerk).

pro Jahr statt, mit dem Ziel, Vertrauen aufzubauen,
die Eltern wertzuschätzen und eine partnerschaftliche
Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Pädagoginnen machen ihre Arbeit transparent.
•	 KiTa-Leitung und Pädagoginnen stellen Eltern die KiTa
und ihr pädagogisches Konzept vor.

Pädagoginnen und Träger entwickeln und pflegen
Beteiligungsstrukturen mit Eltern.

•	 Die Eltern/Familien haben die Möglichkeit, den Alltag in
der Einrichtung kennenzulernen und daran teilzunehmen.

•	 Mindestens 4-mal jährlich findet ein Elternabend statt.
•	 Für die Sitzungen des KiTa-Ausschusses müssen
6 Sitzungen à 2 Stunden pro Jahr eingerechnet werden.

Pädagoginnen beteiligen Eltern an wesentlichen
Angelegenheiten der KiTa.
•	 Die Eltern haben Zugang zu allgemeinen strukturellen,

Träger und Kommunen unterstützen die Zusammenarbeit
zwischen Eltern und Pädagoginnen.
•	 Land, Kommunen, Träger, KiTa-Leitung und Pädagoginnen sind sich bewusst, dass inklusive Arbeit mehr Zeit
und Ressourcen kostet, und planen dies mit ein.
•	 Der Träger reagiert auf die unterschiedlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse der jeweiligen KiTa und stellt
entsprechend Ressourcen zur Verfügung.
•	 Land und Kommunen unterstützen Träger und KiTas bei
den Rahmenbedingungen für gelingende Zusammenarbeit mit den Eltern.

konzeptionellen und pädagogischen Grundlagen der KiTa.
•	 Die Elternabende ermöglichen es den Eltern/Familien,
sich über pädagogische Themen zu informieren und sich
damit inhaltlich auseinanderzusetzen.
•	 Pädagoginnen ermöglichen Eltern die Mitarbeit, z. B. im
KiTa-Ausschuss, und die aktive Teilhabe an der Gestaltung des KiTa-Lebens.
•	 Die Eltern nehmen ihr Recht wahr, eine Elternvertretung
zu wählen. Die Fachkräfte der KiTa unterstützen dieses
Gremium organisatorisch und beziehen es in einrichtungsrelevante Entscheidungen mit ein.
•	 Die pädagogischen Fachkräfte erkennen die Kompetenz
der Eltern/Familien an und beziehen diese projektbezogen mit ein.

16

a
KiTas gestalten Übergänge mit den
Kindern und Familien

Pädagoginnen gestalten eine sanfte Eingewöhnung des
Kindes in die KiTa.
•	 KiTas gewährleisten ein Kennenlernen der neuen Bezugspersonen für das Kind gemeinsam mit den Eltern, bis das
Kind eine Bindung aufgebaut hat.
•	 Für Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr findet
eine individuelle Eingewöhnung nach dem Berliner Ein-

Pädagoginnen gestalten die Eingewöhnung und die
Übergänge von Kindern individuell.
•	 Pädagoginnen haben dabei alle Übergänge im Leben eines
Kindes im Blick: sowohl von der Familie / vom Zuhause
in die Krippe als auch von der Krippe in den Elementarbereich und vom Elementarbereich in die Schule sowie
den Wechsel von Bezugspersonen.
•	 Pädagoginnen richten die Übergänge am Kind und den
Eltern/Bezugspersonen aus, um die emotionale Stabilität

gewöhnungsmodell (infans) statt, um das Kind und seine
Eltern mit der neuen Umgebung und den neuen Bezugspersonen vertraut zu machen.
•	 Für die Aufnahme von Kindern über 3 Jahren findet ebenso individuell eine Eingewöhnung in Anwesenheit der
Eltern statt.
•	 Die Anwesenheit der Eltern bei der Eingewöhnung ihres
Kindes sowie die Möglichkeit zur Hospitation/Begleitung
sind sichergestellt.

des Kindes zu gewährleisten.
•	 Pädagoginnen wissen um die Bedeutung der Eingewöhnung für den Aufbau der Beziehung und Bindung.

Pädagoginnen kooperieren mit den am Übergang des
Kindes beteiligten Personen/Institutionen.
•	 Pädagoginnen arbeiten in der Eingewöhnung, bei Übergängen im KiTa-Leben und beim Übergang in die Schule
eng mit den Eltern zusammen. Sie ermöglichen Besuche
und das Erleben des KiTa-Alltags.
•	 Die Eltern haben Zugang zu den allgemeinen strukturellen, konzeptionellen und pädagogischen Grundlagen
der KiTa.
•	 Um den Übergang in die Grundschule für die Mädchen

Pädagoginnen gewährleisten durch eine gute
Zusammenarbeit zwischen den Institutionen einen
kindgerechten Übergang von der KiTa in die Grundschule /
den Hort.
•	 Pädagoginnen unterstützen die Kinder in ihrer Vorbereitung auf den Schulstart.
•	 Pädagoginnen besprechen mit Eltern Fragen des Übergangs.
•	 Pädagoginnen gestalten mit den Kindern den Übergang
zur Schule und Hort in Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Pädagoginnen im Hort.
•	 Die Kooperation zwischen KiTa und Grundschule erfolgt
durch gegenseitige Informationen über die pädagogische

und Jungen erfolgreich zu gestalten, kooperieren Grund-

Konzeption, u. a. gemeinsam gestaltete Elternabende,

schule und KiTa langfristig, verbindlich und beständig

und endet mit der Gestaltung des Übergangs durch Lehre-

miteinander.
•	 Pädagoginnen kooperieren mit Institutionen und Personen zur Frühförderung.

rinnen und Pädagoginnen.
•	 KiTas und Schulen/Horte führen vielfältige Aktivitäten
(z. B. Feste, Schnuppertage, Elternabende, Elterngespräche) gemeinsam durch. Diese Arbeit umfasst die Planung
und die Durchführung als auch die Auswertung.

KiTas, Träger und Kommunen gewährleisten eine
kindgerechte Eingewöhnung in die KiTa.

•	 Pädagoginnen haben Zeit für die Kooperation von KiTa
und Grundschule zur Gestaltung des Übergangs. 

•	 Der Träger stellt das pädagogische Fachpersonal zur
Eingewöhnung frei. Die Eingewöhnung ist Bestandteil des
Betreuungsvertrages.
•	 Für die Eingewöhnung stehen 4 Wochen zur Verfügung,
die vom örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe vor
Beginn des Rechtsanspruchs finanziert werden.
•	 KiTa-Leitung und Pädagoginnen haben Zeit für Erstkontaktzeiten mit den Familien (für die Besichtigung der
KiTa, Elternabend, Konzeptvorstellung).

17

Handlungsfelder
für die Organisation KiTa

18

s
Pädagoginnen beobachten und
dokumentieren kindliche Bildungs- und
Entwicklungsprozesse

Die Pädagoginnen beobachten regelmäßig und zielgerichtet die individuelle Entwicklung eines jeden Kindes.
•	 Pädagoginnen nehmen sich 5–10 Min. pro Tag Zeit, um
ein Kind zu beobachten. Die Beobachtungen sind dokumentiert.
•	 Pädagoginnen nehmen die Stärken und Entwicklungsprozesse der Kinder in den verschiedenen Bildungsbe-

Pädagoginnen installieren und sichern in der KiTa ein
Beobachtungs- und Dokumentationssystem. Sie nutzen
dies als Grundlage für die Planung der pädagogischen
Arbeit.
•	 KiTa-Leitung und Pädagoginnen einer KiTa entwickeln
und nutzen ein einheitliches ressourcen- und stärkenorientiertes Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren.

reichen in den Blick.
•	 Pädagoginnen gewährleisten, dass jedes Kind mindestens
einmal jährlich in unterschiedlichen Situationen möglichst von mehreren Personen zielgerichtet beobachtet
wird.
•	 Pädagoginnen machen Kindern und Eltern den Sinn und
das Vorgehen bei der Beobachtung transparent.

•	 KiTas nutzen Teamfortbildungen zur Entwicklung und
Verbesserung ihres Beobachtungs- und Dokumentationssystems.
•	 Pädagoginnen beobachten und dokumentieren jährlich
den Sprachstand der Kinder.
•	 Pädagoginnen reflektieren die Beobachtungen mit Kolleginnen und Eltern.
•	 Pädagoginnen erfassen und reflektieren die Kompetenzen
der Kinder in den einzelnen Bildungsbereichen gezielt
durch regelmäßige Beobachtungen.
•	 Pädagoginnen gehen in ihrer pädagogischen Arbeit von
den Beobachtungen und Auswertungen aus.

Pädagoginnen dokumentieren ihre Beobachtungen
mit den Kindern.
•	 Pädagoginnen erstellen mit jedem Kind eine Bildungsdokumentation, in der Entwicklungsfortschritte sichtbar werden. An der Entstehung seiner individuellen
Bildungsdokumentation (z. B. Portfolio) ist jedes Kind
altersentsprechend beteiligt.
•	 Pädagoginnen nutzen die verschiedenen Beobachtungssequenzen für eine zusammenfassende kompetenzorientierte Bildungsdokumentation bzw. Lerngeschichte.
•	 Pädagoginnen legen mit jedem Kind eine entwicklungsbegleitende Sammlung von Beobachtungsdokumenten,

KiTas sichern eine umfassende Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Beobachtungen und ihrer
Dokumentation.
•	 Pädagoginnen haben Zeit
(5–10 Min. pro Kind/Tag und 1,5 Std. pro Kind/Jahr) für:
–	Beobachtungen

Fundstücken, Bildern, Fotos etc. an.
•	 Pädagoginnen respektieren die Bildungsdokumentation
als das Eigentum des Kindes, die jederzeit für das Kind
zugänglich ist. Sie beachten dabei die Datenschutzbestimmungen.
•	 Pädagoginnen gestalten anschauliche Dokumentationen

–	Fotoarbeiten

zu ausgewählten Aktivitäten von Kindergemeinschaf-

–	Gesprächszeiten

ten, in die sie Kinder und Eltern einbeziehen. Dafür steht

–	Schreibzeiten

ihnen 1 Stunde pro Kind und Monat zur Verfügung.

–	Vorbereitung/Nachbereitung
•	 Teamsitzungen finden wöchentlich statt und bieten
mindestens 1 Stunde Zeit für kollegialen Austausch über
die Kinder.
•	 Pädagoginnen kennen und nutzen verschiedene Instrumente zur Erkennung von besonderen Förderbedarfen,

Pädagoginnen tauschen sich über ihre Beobachtungen aus
und leiten daraus Konsequenzen für ihr pädagogisches
Handeln ab.
•	 Pädagoginnen treten mit den Kindern über ihr Lernen in

zur Risikofrüherkennung und zur Erkennung von Kindes-

einen Dialog. Sie ermöglichen es damit den Kindern, sich

wohlgefährdung.

ihrer eigenen Lernprozesse und -fortschritte bewusst

•	 Die KiTa-Leitung tauscht sich mit den Kolleginnen über
Beobachtungen und Dokumentationen sowie Reflexionen

zu werden. Der Dialog mit dem Kind erfolgt über die Bildungsdokumentation im Portfolio.

aus.
•	 Die KiTa-Leitung leitet ihre Pädagoginnen fachlich an.

19

besprechen regelmäßig ihre Eindrücke im kollegialen

Pädagoginnen reflektieren ihre eigenen Werte und setzen
sie in Beziehung zum aktuellen Bild vom Kind.

Austausch. Sie machen sich dabei eigene Gefühle und

•	 Pädagoginnen setzen sich in Fortbildungen und im

•	 Pädagoginnen reflektieren ihre Beobachtungen und

Bewertungen bewusst.

Selbststudium mit dem aktuellen Bild vom Kind ausein-

•	 Pädagoginnen planen ihre weiteren pädagogischen
Schritte auf Grundlage ihrer Beobachtungsergebnisse

ander und richten ihr pädagogisches Handeln danach aus.
•	 Pädagoginnen reflektieren ihre eigenen Werte und

und beziehen gezieltes Materialangebot und eine ent-

Normen und diskutieren sie im Team. Sie nehmen dabei

sprechende Raumgestaltung in diesen Prozess ein.

Bezug auf gesellschaftliche und politische Werte im Rah-

Dabei orientieren sie sich an den Interessen und/oder am
Bildungsthema des Kindes.
•	 Pädagoginnen treten mit den Eltern in einen Dialog. Sie

men der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
•	 Pädagoginnen setzen sich konstruktiv mit Kritik auseinander und entwickeln sich weiter.

tauschen sich mit den Eltern über die Entwicklung, das

•	 Pädagoginnen wissen um ihre Vorbildfunktion und lassen

Erleben und den Selbstbildungsprozess des jeweiligen

demokratische Grundwerte in ihrem Handeln und ihrer

Kindes aus und beziehen die Elternperspektive in die

Kommunikation lebendig werden.

Dokumentation mit ein.

•	 Pädagoginnen übernehmen Verantwortung.

•	 Pädagoginnen führen regelmäßig Entwicklungsgespräche
mit den Eltern und machen dabei ihre Beobachtungen
und pädagogischen Schlussfolgerungen transparent.

Pädagoginnen bilden sich im Team und individuell weiter.
•	 Pädagoginnen verstehen sich als Lehrende und Lernende
zugleich.

Träger, Kommunen und Land stellen Ressourcen zur
Beobachtung und Dokumentation zur Verfügung.
•	 Träger, Kommunen und Land stellen KiTas Personal- und
Zeitressourcen zur Verfügung.
•	 Träger, Kommunen und Land ermöglichen KiTa-Teams

•	 Pädagoginnen setzen sich mit aktuellen Erkenntnissen
und Entwicklungen in der Pädagogik auseinander. Sie
beziehen diese in ihre Arbeit ein.
•	 Pädagoginnen beschäftigen sich mit dem Thema Inklusion
sowie Förderbedarfe und -möglichkeiten. Sie entwickeln

externe Fortbildungen und Teamfortbildungen mit

eigenes Fachwissen in diesem Bereich und haben Zugang zu

externen Referentinnen und Referenten zum Thema

verschiedenen niedrigschwelligen Informationsmöglich-

Beobachtung und Dokumentation.
•	 Träger, Kommunen und Land gewährleisten kontinuierliche Fachberatung zur Einführung und Reflexion.

keiten, insbesondere zu Förderungsbedarfen von Kindern.
•	 KiTas führen pädagogische Dienstbesprechungen durch.
Sie werden mit- und ausgestaltet von allen Pädagoginnen.
•	 KiTas entwickeln ein Fortbildungskonzept.
•	 KiTas erarbeiten und nutzen Handlungsrichtlinien
(Einarbeitung neuer Pädagoginnen, Durchführung von

d
Pädagoginnen verstehen sich als lehrend
und lernend zugleich

Veranstaltungen).
•	 Die Qualifizierung auf fachlich-pädagogischer Ebene
erfolgt nach allen Anforderungen aus den derzeitig gültigen KiTa-Gesetzen und den „Grundsätzen elementarer
Bildung“.

Pädagoginnen haben Freude an der Arbeit mit Kindern,
Eltern und im Team. Sie sind motiviert.

Träger, Kommunen und Land unterstützen Pädagoginnen
bei der Weiterentwicklung.

•	 Pädagoginnen bemühen sich um eine positive Grundhal-

•	 Träger, Kommunen und Land stellen geeignete Fachbü-

tung, die von Offenheit und Empathie geprägt ist.

cher und -zeitschriften zur Verfügung.

•	 Pädagoginnen agieren im KiTa-Alltag belastbar, flexibel

•	 Träger, Kommunen und Land stellen geeignete Qualifizie-

und selbstständig und stehen gleichzeitig im Austausch

rungs- und Fortbildungsmaßnahmen bereit, insbesonde-

mit ihren Teamkolleginnen.
•	 Pädagoginnen sind kreativ, neugierig und interessiert.
•	 Pädagoginnen wissen um ihre Vorbildfunktion und zeigen
Kindern, wie sie lustvoll lernen.

20

re auch zum Thema Inklusion.
•	 Träger und Kommunen finanzieren die Weiterbildung des
pädagogischen Personals. Allen Pädagoginnen stehen drei
individuelle Fortbildungstage pro Jahr zu.

•	 Jede Pädagogin hat Zugang zur fachlichen Beratung
im Sinne der „Grundsätze elementarer Bildung“.
•	 Träger und Kommunen stellen mit der Unterstützung
des Landes Fachberatung zur Verfügung.
•	 Träger, Kommunen und Land unterstützen KiTas bei der
Vernetzung mit Beratungsstellen und anderen Expertinnen
und Experten.

Träger, KiTa-Leitung und Pädagoginnen definieren
verschiedene Verantwortungsbereiche.
•	 Die KiTa-Leitung entwickelt in Zusammenarbeit mit dem
Team und dem Träger eine Leitungskonzeption und arbeitet danach.
•	 Die KiTa-Leitung reflektiert ihren Führungsstil (autoritär
vs. demokratisch) und erweitert ihre Handlungsspielräume. Sie übernimmt selbst oder sorgt für eine Anleitung
aller Personen, die in der KiTa aktiv sind.

f
Pädagoginnen gestalten eine
professionelle Zusammenarbeit im Team

KiTas, Träger, Kommunen und Land stellen Ressourcen
für Teamentwicklung zur Verfügung.
•	 KiTas führen mindestens wöchentliche Beratungen in
Kleinteams durch und in großen Einrichtungen mindestens 1-mal monatlich eine Beratung (mindestens 2
Std.) der Pädagoginnen im gesamten Team in Form von

KiTa-Leitung und Pädagoginnen arbeiten im und als Team
zusammen.

organisierten und strukturierten Team- und Dienstbe-

•	 Pädagoginnen haben eine hohe Bereitschaft zur Team-

•	 Träger ermöglichen bei Bedarf Supervision und Beratung.

arbeit. Sie nutzen vielfältige Methoden zur Reflexion der
Zusammenarbeit (z. B. kollegiale Beratung).
•	 Im Team gibt es ein untereinander abgestimmtes Handeln (z. B. durch Erarbeitung eines Leitbildes) in Bezug

ratungen.
•	 KiTas arbeiten multiprofessionell und ermöglichen den
Austausch, die Beratung und die Arbeit mit Expertinnen
und Experten, insbesondere bei Kindern mit besonderem
Förderbedarf.

auf gesellschaftliche Normen und Werte.
•	 Meinungsvielfalt und -verschiedenheiten im Team
werden zugelassen, reflektiert und gefördert, z. B. durch
die Anwendung verschiedenster Moderationsmethoden,

g

eine „fehlerfreundliche Atmosphäre“, gegenseitige
Wertschätzung und Anerkennung oder wechselnde Besprechungsleitung (Jobrotation).
•	 Verantwortlichkeiten und die Übernahme von Aufgaben

KiTas entwickeln ihre Arbeit
kontinuierlich weiter

im Team sind auf der Grundlage von Zielvereinbarungen
aus dem Jahrespersonalgespräch klar verteilt.
•	 Kollegiale Beratung wird als Instrument eingesetzt, um
Fähigkeiten und Fertigkeiten der Pädagoginnen anzuerkennen und für die Weiterentwicklung zu nutzen.

KiTa-Leitung und Pädagoginnen schaffen klare und
transparente organisatorische Rahmenbedingungen.
•	 KiTa-Leitung und Pädagoginnen erarbeiten einen Dienstund Urlaubsplan, der sich an den Anwesenheitszeiten der
Kinder orientiert.
•	 Im Team werden verschiedene Verantwortungsbereiche

KiTa-Leitung und Pädagoginnen entwickeln eine
pädagogische Konzeption, die als Arbeitsgrundlage
dient und Eltern und Besucherinnen die pädagogischen
Grundlagen und das alltägliche Leben in der KiTa
verdeutlicht.
•	 Die Konzeption orientiert sich an der aktuellen Lebenssituation von Kindern und Familien im Einzugsgebiet.
Pädagoginnen überarbeiten sie dahingehend in regelmäßigen Abständen.
•	 Die Konzeption umfasst Aussagen zu Rahmenbedingungen, Lage, Räumen, Struktur der KiTa, zum pädagogischen

(z. B. Zusammenarbeit mit der Schule, Dienstplan) unter

Selbstverständnis von KiTa und Träger, zu pädagogischen

den Kolleginnen vergeben.

Zielsetzungen sowie zur Umsetzung der „Grundsätze
elementarer Bildung“. Sie ist individuell und konkret auf
die Einrichtung bezogen.

21

•	 Pädagoginnen formulieren Ziele für die pädagogische
Arbeit sowie für deren Umsetzung. Sie begründen ihr
Handeln pädagogisch fundiert.
•	 Die Konzeption weist pädagogische Schwerpunkte,
besondere Profile und Alleinstellungsmerkmale (z. B.
Bilingualität nach dem Immersionsprinzip) aus.
•	 Die Konzeption beschreibt, wie die Qualität der pädagogischen Arbeit überprüft wird.
•	 KiTas erarbeiten und aktualisieren ihre Konzeption
regelmäßig.
•	 Der Träger verantwortet die Konzeption der KiTa. Er

technisches Personal, Pädagoginnen) erhalten eine volle
Freistellung der KiTa-Leitung.
•	 Ab 120 Kindern wird eine weitere halbe Stelle für eine
Co-Leitung bewilligt.
•	 Bei höherer Kinder- oder Personalzahl wächst die
Freistellungsrate proportional.
•	 Träger prüfen, ob auch unter Kostengesichtspunkten
Verwaltungsaufgaben der Leitung in großen KiTas an eine
Verwaltungsfachkraft delegiert werden könnten.
•	 Träger und Kommunen gewährleisten eine bedarfsgerechte Personalplanung, die Ausfallzeiten abdeckt

unterstützt die KiTa-Leitung und Pädagoginnen bei der

(Vertretungskräfte, Springerinnen, Fachkräftepool),

Erarbeitung und achtet auf die Beteiligung der Eltern.

besondere Belastungen aufgreift und auch die Randzeiten
angemessen abdeckt.

KiTas nutzen Verfahren zur Qualitätsentwicklung.
•	 KiTas reflektieren kontinuierlich ihre Qualität anhand
fachlich begründeter Qualitätskriterien und entwickeln
sie weiter.
•	 KiTas nutzen hierfür systematische und fachlich unterstützte Prozesse einer internen Evaluation.
•	 KiTas lassen ihre Arbeit nach einer Phase der internen

KiTas richten ihre Öffnungszeiten am
Wohl der Kinder und am Bedarf der Eltern aus

Evaluation auch extern evaluieren und nutzen den Blick
von außen für ihre fachliche Weiterentwicklung.

KiTas orientieren Öffnungszeiten am Bedarf der Familien.
•	 KiTas ermöglichen eine Betreuung, Bildung und Erzie-

KiTas haben Zeit für die konzeptionelle Sicherung und
Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit.
•	 KiTas nutzen 2 Tage pro Jahr für die Konzeptionsentwick-

hung der Kinder zu allen Phasen der Öffnungszeit.
•	 Pädagoginnen und Eltern berücksichtigen das Wohl der
Kinder bei der Verabredung der Betreuungszeit.

lung. Damit das ganze Team an diesem Prozess teilnehmen kann, ist die KiTa an diesen Tagen geschlossen.
•	 KiTa-Leitung führt mindestens jährliche Entwicklungsgespräche mit allen Pädagoginnen durch.
•	 Träger führen mindestens jährliche Entwicklungsgespräche mit ihren KiTa-Leitungen durch.
•	 Bei diesen Entwicklungsgesprächen werden konkrete
Ziele vereinbart.
•	 Es gibt eine Qualitätsbeauftragte in jeder KiTa.

Kommunen und Träger schaffen Rahmenbedingungen für
bedarfsgerechte Öffnungszeiten.
•	 Kommunen und Träger gewährleisten, dass Früh- und
Spätschichten mit zwei Pädagoginnen besetzt sind.
•	 Kommunen und Träger gewährleisten eine angemessene
personelle Ausstattung für die Schichtwechsel mit Überschneidung und Übergabezeiten.

•	 Jede KiTa nimmt regelmäßig Fachberatung in Anspruch.

•	 Der Personalschlüssel ist den Öffnungszeiten angepasst.

•	 KiTas haben 3 Stunden pro Monat Zeit für Vernetzung.

•	 Die Kommunen finanzieren bei Bedarf einen Rechtsanspruch von bis zu 10 Stunden.
•	 Die tatsächliche Betreuungszeit der Kinder ist finanziert.

Träger, Kommunen und Land gewährleisten einen
angemessenen Personalschlüssel für die Leitung von KiTas.
•	 Es gibt eine Sockelfinanzierung für die KiTa-Leitung in
jeder KiTa.
•	 KiTas ab 80 Kindern oder ab 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (dazu zählen alle Personen, die mindestens drei
Monate in der KiTa arbeiten, wie Praktikantinnen
und Praktikanten, Auszubildende, hauswirtschaftlich-

22

•	 Bei Betreuungsbedarfen, die außerhalb der üblichen
Öffnungszeiten der KiTas liegen, prüfen Kommunen und
Träger gemeinsam, ob und wie kind- und familiengerechte Lösungen gefunden werden können.

KiTas schaffen kindgerechte Bedingungen für
bedarfsgerechte Öffnungszeiten.

KiTas gewährleisten eine gesundheitsorientierte (Raum-)
Ausstattung.

•	 KiTas stellen Kindern bei langen Öffnungszeiten einen

•	 Der Träger gewährleistet für alle Pädagoginnen eine ergo-

Ruheraum zur Verfügung, damit bei langer Betreuungs-

nomische und für die Arbeit mit Kindern geeignete Aus-

zeit Erholungsphasen gewährleistet werden können.
•	 KiTas erheben regelmäßig den Bedarf der Kinder und

stattung und stellt dafür eine Pauschale zur Verfügung.
•	 Es stehen geeignete Räume für Erholung und Pausen der

Familien zur Feststellung der benötigten Betreuungszeit

Pädagoginnen zur Verfügung.

(Rechtsansprüche auswerten / Befragungen). Sie entwickeln daraus bedarfsgerechte Rahmenbedingungen.
•	 KiTa-Leitung und Pädagoginnen stehen mit den Familien,
die lange Betreuungszeiten nutzen, in engem Austausch

Pädagoginnen nutzen gesundheitsförderliche Maßnahmen.
•	 Die KiTa-Leitung und das Team nutzen kollegiale Bera-

und haben dabei das Wohl des Kindes im Blick.

tungen und Supervisionen.
•	 Die KiTa-Leitung und die Pädagoginnen bilden sich weiter

 

in gesundheitlicher Bildung, Zeit- und Stressmanage-

KiTas verwirklichen bedarfsgerechte Öffnungszeiten.

ment, Ziel- und Methodentraining und ähnlichen

•	 KiTas ermöglichen flexible Bringzeiten für Familien.
•	 KiTas stellen gegebenenfalls Notfallbetreuungen sicher

Methoden. Der Träger unterstützt diese Maßnahmen.
•	 Träger und KiTa-Leitung fördern Engagement und Vor-

(Eltern als Pendler schaffen die Abholung nicht).
•	 Bei der Entscheidung der Schließzeiten beziehen Päda-

schläge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
•	 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten auf ihre Körper-

goginnen Eltern ein.

haltung und die Einhaltung der gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen und Hygieneregeln.

KiTas und Träger gewährleisten gesunde
Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter

Träger und KiTa-Leitung überprüfen ihre Maßnahmen zu
gesunden Arbeitsbedingungen und entwickeln sie weiter.
•	 Der Träger evaluiert die gesundheitlichen Belastungen
und die Zufriedenheit sowie die Zufriedenheitsfaktoren
seiner Angestellten und verbessert beständig seine gesundheitliche Fürsorge.
 

Träger und Kommunen schaffen gesundheitsfördernde
Arbeitsbedingungen für Pädagoginnen.
•	 Träger, KiTa-Leitung und Pädagoginnen übernehmen ihre
Verantwortung zum Erhalt und zur Förderung der körperlichen und seelischen Gesundheit und des Wohlbefindens
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
•	 Träger und Kommunen orientieren sich an modernen
wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich der Fachkraft-Kind-Relation und stellen entsprechend Personal ein.
•	 Träger und Kommunen finanzieren genügend Personal
und Arbeitszeit für organisatorische Aufgaben.
•	 Träger und Kommunen gewährleisten Zeit für Kommunikationsprozesse zwischen Träger, KiTa-Leitung und
Pädagoginnen zu pädagogischen Inhalten und organisatorischen Abläufen.
•	 Der Träger hält Personal für die Vertretung bei Ausfallzeiten der Pädagoginnen bereit.

23

Zusatz: Qualitätsansprüche
für Träger und Ausbildung

ansprüche und -kriterien die verschiedenen Verantwor-

Träger haben genug Ressourcen und Wissen, um die KiTas
fachgerecht und kompetent beraten und führen zu können.

tungsebenen adressiert; es wurde versucht, Eindeutigkeit

•	 Die Kommunen stellen die Finanzierung für dieses Auf-

In allen AGs wurden in der Diskussion um die Qualitäts-

herzustellen.

gabenfeld in ausreichendem Maß sicher.
•	 Der Träger stellt sicher, dass die Abläufe bei den oben

Mitunter wurden dabei aus der Perspektive der Pädago-

genannten Themen geregelt und eingehalten werden

ginnen, der KiTa-Leitung und der Eltern Aufgaben und

(Unterweisungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

Verantwortung beschrieben, die andere Ebenen betreffen

Kontrollen der Gartenspielgeräte, Controlling der Finan-

und die noch mit anderen Notwendigkeiten und Realitäten
abgestimmt werden müssen. Diese Qualitätsansprüche und

zen etc.).
•	 Träger und KiTas haben ausreichend Zeit für die Kom-

-kriterien, die sich dezidiert an Träger und Fachschulen

munikation zu diesen Themen sowie für entsprechende

richten, werden nachfolgend zur Diskussion gestellt.

Weiterbildungen.

Der Träger nimmt seine Verantwortung für die Arbeit in
der KiTa kompetent wahr.

Der Träger richtet seine Arbeit an den Kindern und KiTas
aus. Er entwickelt die eigene Arbeit weiter.

•	 Der Träger trägt die Verantwortung insbesondere für:

•	 Der Träger verfügt über ein Leitbild seiner Arbeit oder

Personalmanagement (Personalplanung, Personalführung, Personalentwicklung), Finanzmanagement und

ein Trägerkonzept.
•	 Der Träger ist über die Belange jeder Einrichtung, z. B.

Bauunterhaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung

aktuelle Themen, Bedarfe und Probleme, informiert.

im Gemeinwesen, Konzeptionsentwicklung und Quali-

•	 Auf der Grundlage des Trägerleitbildes/Trägerkonzep-

tätssicherung. Dabei ist das Wohl des Kindes Maßstab.
•	 Der Träger trägt die Verantwortung für alle rechtlichen

tes erstellt der Träger geeignete Qualitätsmerkmale zur
Wahrnehmung seiner Trägerverantwortung.

Belange der Einrichtung (Arbeitsrecht, Sozialversicherungs- und Steuerrecht, Arbeits- und Gesundheitsschutz,
Brandschutz, versicherungstechnische Aspekte etc.).
•	 Der Träger stellt sicher, dass die finanziellen Belange
(Beantragung der kommunalen Zuschüsse, Erhebung

Der Träger hat ein Konzept für das Personalmanagement
(Personalplanung, Personalführung, Personalentwicklung).
•	 Der Träger sorgt für die Bereitstellung von geeignetem

der Elternbeiträge und des Essengelds, Buchführung,

Personal auf der Grundlage von Stellenbeschreibung und

Spendenbescheinigungen, Verteilung der Mittel für

Anforderungsprofil. Er regelt die Beteiligungsstrukturen

Bildung und Teilhabe etc.) den gesetzlichen Vorgaben
entsprechen, und garantiert ein betriebswirtschaftlich
professionelles Handeln als Basis für die Umsetzung des
pädagogischen Konzepts.

bei Einstellungen und Personalauswahl.
•	 Die Personalplanung der KiTa und des Trägers ist transparent, bedarfs- und ressourcenorientiert.
•	 Der Träger ist für die Personalführung verantwortlich. Er
kann Aufgaben der Personalführung an die KiTa-Leitung
delegieren.
•	 Der Träger gewährleistet, dass für alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter eine Arbeitsplatzbeschreibung vorliegt.

24

•	 Der Träger führt mit der KiTa-Leitung ein jährliches
Personalentwicklungsgespräch.
•	 Der Träger sichert die Qualifizierung der Pädagoginnen

Der Träger trägt zur Konzeptionsentwicklung und
Qualitätssicherung in den KiTas bei.
•	 Der Träger verantwortet die Konzeption der KiTa. Er

für die Übernahme von besonderen Aufgaben (z. B. Integ-

unterstützt die KiTa-Leitung und die Pädagoginnen bei

ration, Praktikantenanleitung etc.).
•	 Der Träger sorgt für die Erstellung eines Fortbildungskon-

der Erarbeitung und achtet auf die Beteiligung der Eltern.
•	 Der Träger sorgt für ein Qualitätsmanagement-Konzept

zeptes, nimmt Fortbildungsbedarf und -wünsche wahr

für die KiTas in seiner Trägerschaft. Verfahren zur

und stellt personelle sowie materielle Ressourcen bereit.

Qualitätsverbesserung werden als feste Bestandteile in

•	 Der Träger verfügt über fachlich geschulte Vertretungs-

die Einrichtungsarbeit integriert.

kräfte, die die Pädagoginnen bei Krankheit oder Fortbildung in den Einrichtungen vertreten.

Der Träger sorgt für ein gutes Finanzmanagement und
eine gute Bauunterhaltung.

Kommunen, Land und Ausbildungsstätten ermöglichen
eine qualifizierte Ausbildung angelehnt an die „Grundsätze
elementarer Bildung“. Sie berücksichtigen sowohl aktuelles
Fachwissen als auch Praxiswissen.

•	 Der Träger kennt die gesetzlichen Vorgaben von Bund,

•	 Die Ausbildung ist praxisnah und umfassend. Sie enthält

Land und Kommunen sowie die Grundsätze ordentlicher

mehrere längere Praktika, in denen die Auszubildenden/

Buchführung.

Studierenden praktisches Handeln umfassend kennen-

•	 Der Träger ermittelt den Finanzbedarf von Sach-, Personal-, Investitions- (Bau-) und Verwaltungsmitteln

lernen und sich darin erproben können.
•	 Ausbildungsstätten unterstützen ihre Auszubildenden/

und erstellt auf dieser Grundlage einen Haushaltsplan.

Studierenden darin, zu erkennen, ob sie für den Beruf

•	 Der Träger bezieht die KiTa-Leitung in die Erstellung

geeignet sind. Idealerweise ist die Eignung vor oder früh

des Haushaltsplanes ein und sorgt für Transparenz nach

innerhalb der Ausbildung durch ein Praktikum festzu-

innen und außen.

stellen.
•	 Die Ausbildung ist differenziert, umfassend, niveauvoll
und praxisorientiert sicherzustellen.

Der Träger trägt zur Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung
im Sozialraum bei.

 

•	 Der Träger stellt sich als Anbieter sozialer Dienstleistungen in der Öffentlichkeit dar. Er informiert öffentliche
und private Institutionen und vor allem die im Umfeld
lebenden Eltern und Kinder über das Profil und die Arbeitsweise der KiTa.
•	 Der Träger setzt sich für Kooperation und Vernetzung im
Sozialraum und in der Öffentlichkeit, für die Kommunikation mit Grundschulen und das Zusammenwirken im
Gemeinwesen mit anderen Einrichtungen und Trägern
in Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII sowie im
Jugendhilfeausschuss u. a. ein.
•	 Das Bild in der Öffentlichkeit ist wesentlich geprägt von
der Bewertung der Einrichtung durch die Eltern. In Kooperation mit der KiTa baut der Träger eine Vertrauensbasis mit Eltern und Kindern auf und bezieht die Eltern in
die Entwicklungsprozesse der Einrichtung mit ein. Träger
und KiTa-Teams sichern das Ansehen der Einrichtung
durch eine offene Haltung bei Kritik und einen professionellen Umgang mit Beschwerden.

25

Konkrete Handlungsbedarfe
und Forderungen

26

Die umfangreichen Handlungsfelder, Qualitätsansprüche

goginnen zufrieden arbeiten können. Sie erhoffen sich davon

und -kriterien zeigen, welch hohen Anspruch die Fach-

mehr Zuversicht, mehr Zeit und Ruhe für Kinder und Eltern.

kräfte und Eltern aus den AGs an die pädagogische Arbeit
und ihre Rahmenbedingungen formulieren. Auch wenn sie

Aus Sicht der begleitenden Moderatorinnen und Mode-

viele Qualitätsansprüche bereits umsetzen oder sich damit

ratoren ist dieses Spannungsfeld zwischen Anspruch und

auseinandersetzen, stoßen die Fachkräfte in ihrem Alltag

Wirklichkeit dramatisch und nicht mehr lange haltbar.

oft an Grenzen und erhalten den täglichen Ablauf und die
pädagogische Gestaltung der Zeit mit den Kindern nur mit

Im Nachgang zu der Entwicklung des Qualitätsleitfadens

großer Anstrengung aufrecht – oft über die eigenen Kräfte

KiTa haben Eltern und Fachkräfte konkrete Handlungsbe-

hinaus. Das sehen die Eltern, und sie sind dankbar – gleich-

darfe formuliert und damit eine Priorisierung der vielen

zeitig wünschen sie sich von den Entscheidungsebenen eine

Handlungsnotwendigkeiten durchgeführt. Folgende Forde-

bessere Fachkraft-Kind-Relation und bessere Raumbedin-

rungen möchten wir also an den Schluss dieses Leitfadens

gungen, damit sich ihre Kinder wohler fühlen und die Päda-

setzen:

Handlungsbedarfe
aus Sicht der Eltern

Fachkraft-Kind-Relation
Sichergestellte und finanzierte Fachkraft-KindRelation unter Berücksichtigung der Ausfallzeiten
und mit Einplanung von Vertretungskräften.

Übergänge und Eingewöhnung

Handlungsbedarfe
aus Sicht der Fachkräfte

Gestaltung aller Übergänge im Sinne des Kindes und
dessen Familie mit festen Bezugspersonen, -räumen
und -zeiten.

Personalschlüssel respektive Fachkraft-Kind-Relation
Kontaktzeiten von Eltern und Fachkräften

Verbesserung und Gewährleistung des Personal-

Kontinuität, Verlässlichkeit und Zeit für den Kontakt

schlüssels unter Berücksichtigung der mittelbaren

zwischen Eltern und Bezugspädagogin.

Arbeitszeit (mind. 25 %) sowie der Ausfallzeiten.

Öffnungszeiten
Bedarfsorientiert und entsprechend dem Rechtsanspruch und der realen Betreuungszeit ausfinanziert.
Regelmäßige Überprüfung des Rechtsanspruchs.

KiTa-Leitungsfreistellung
Sockelfinanzierung/-freistellung entsprechend dem
Qualitätspapier, orientiert an der Anzahl aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (pädagogisches, hauswirtschaftlich/technisches Personal, Auszubildende und
Praktikantinnen und Praktikanten).

27

Entstehungsprozess
des Qualitätsleitfadens KiTa

28

Im Rahmen des Projekts „KiTa ZOOM – Ressourcen wirk-

immer wieder kritisch diskutiert und reflektiert wurden,

sam einsetzen“ der Bertelsmann Stiftung wurden in einem

nach und nach zu einem dichten Netz von Merkmalen guter

dialogischen Prozess Qualitätsansprüche und -kriterien für

pädagogischer Arbeit zusammen.

KiTas entwickelt. Dieser Prozess fand von Februar 2014 bis
August 2015 in drei AGs in den Modellregionen Potsdam,

In den auf fachlich hohem Niveau geführten Diskussionen

Brandenburg an der Havel und Märkisch-Oderland statt; in

wurde deutlich, dass derzeitige Rahmenbedingungen nicht

ihnen arbeiteten Pädagoginnen, KiTa-Leitungen und Eltern

ausreichen: Insbesondere die zu geringe personelle Aus-

zusammen. Die Zusammensetzung der Gruppen folgte einer

stattung der KiTas beeinträchtigt ein professionelles päda-

für die jeweilige Modellregion repräsentativen Auswahl von

gogisches Handeln in der Arbeit mit den Kindern. Um allen

KiTas. Die Leitung der AGs „Qualität“ und die redaktionelle

Kindern gute Lebens- und Bildungsbedingungen eröffnen

Bearbeitung der Qualitätsstandards oblagen der Interna-

zu können, müssen alle KiTas über angemessene Rahmen-

tionalen Akademie Berlin (INA gGmbH), Institut für den

bedingungen und ausreichende personelle und sächliche

Situationsansatz (ISTA).

Ressourcen verfügen.

Die Arbeitsgruppe „Qualität“
in Potsdam

Die Arbeitsgruppe „Qualität“
in Brandenburg an der Havel

Die AG „Qualität“ in Potsdam erarbeitete von Februar bis

Nach der Kommune Potsdam wurde die Arbeit im Projekt

August 2014 die erste Zusammenstellung von Qualitäts-

„KiTa ZOOM“ im Jahr 2015 in der Kommune Brandenburg

ansprüchen und -kriterien.

an der Havel weitergeführt.

Ausgangspunkt für die Diskussion über Qualität waren die

Auch hier wurde in einer AG an Qualitätsansprüchen

theoretischen Dimensionen „Lebensweltorientierung“,

und -kriterien gearbeitet. Grundlage für die inhaltliche

„Bildung“, „Partizipation“ und „Gleichheit und Differenz/

Auseinandersetzung waren wiederum die theoretischen

Inklusion“ als grundlegende Orientierung für die konzeptio-

Dimensionen „Lebensweltorientierung“, „Bildung“,

nelle Arbeit in KiTas. In fünf Arbeitstreffen erarbeiteten die

„Partizipation“ und „Gleichheit und Differenz/Inklusion“.

Mitglieder der AG „Qualität“ aus der Perspektive der pädago-

Davon ausgehend entwickelten die Teilnehmerinnen und

gischen Praxis und der Elternschaft heraus in einem dialogi-

Teilnehmer Qualitätsaspekte und setzten in der Diskussion

schen Prozess fachlich begründete Qualitätsansprüche und

eigene Schwerpunkte. Die Erkenntnisse und Ergebnisse der

-kriterien für die KiTas in Potsdam. Dabei wurden sowohl

Diskussionen wurden vom Projektteam mit den bereits in

die „Grundsätze elementarer Bildung in Einrichtungen der

Potsdam entwickelten Qualitätsansprüchen und -kriterien

Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg“ als auch die

verbunden; auf diese Weise wurde der Qualitätsleitfaden

„Qualitätsparameter für Kindertageseinrichtungen der Lan-

KiTa weiterentwickelt.

deshauptstadt Potsdam“ aus dem Jahr 2009 berücksichtigt.
Bei diesem Vorgehen war der Anspruch handlungsleitend,
Im Abgleich mit den bereits geltenden Rahmenbedin-

zunächst unvoreingenommen die Einschätzungen der

gungen, den Ausarbeitungen anderer Institutionen, den

eigenen AG zu sammeln und diese dann in einem zweiten

eigenen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Schritt mit dem in Potsdam entwickelten Papier zu verbin-

in diesem Bereich und den von den Beteiligten antizipier-

den. So war es möglich, eigene Schwerpunkte zu setzen und

ten Wünschen der Kinder entstand eine erste Fassung des

neue Aspekte in den Qualitätsleitfaden KiTa zu integrieren.

Leitfadens.
Ein besonderer Fokus in der Brandenburger AG lag darauf,
Bei allen Beteiligten war das hohe Engagement in der Arbeit

die Perspektive der Kinder einzuholen. So versetzten sich

mit Kindern deutlich zu spüren, nicht zuletzt durch ihre eh-

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der ersten Sitzung

renamtliche Mitarbeit in dieser AG. Die verschiedenen Ex-

in die Kinder hinein und beschrieben, was diese ihrer Mei-

pertisen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fügten sich

nung nach als gute Qualität in einer KiTa benennen würden.

in einem offenen Diskurs, in dem die aufgestellten Kriterien

In der Zwischenzeit bis zum nächsten Treffen gingen sie, als

29

folgender Schritt, in die direkte Interaktion mit den Kin-

machten zudem deutlich, dass ihnen der Kontakt und die

dern in ihren KiTas. Die teilnehmenden Eltern beschrieben

Freundschaften mit anderen Kindern in der KiTa wichtig

dann bei der nächsten Sitzung, was ihre Kinder rückgemel-

sind. Daraufhin wurde ein Qualitätsanspruch zur Beziehung

det hatten. Aus der so geschärften Kindperspektive wurden

der Kinder untereinander in den Qualitätsleitfaden KiTa

maßgebliche Veränderungen an dem vorliegenden Qua-

eingefügt; die Qualitätsansprüche und -kriterien wurden

litätsleitfaden KiTa entwickelt. So stellten die Kinder vor

insgesamt auf die Berücksichtigung von Gruppenprozessen

allem drei Aspekte für Qualität in KiTas in den Vordergrund:

und der Bildung von Gemeinschaft überprüft.

•	 Zeit mit „ihren“ Erzieherinnen zu haben
•	 in einer anregenden Lernumgebung mit vielfältigen

In der AG in Märkisch-Oderland wurden die politischen As-

Materialien spielen zu können (dieser Aspekt zeigte sich

pekte der Arbeitssituation in den KiTas noch einmal beson-

in langen Listen von Spielmaterialien, die die Kinder sich

ders deutlich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren

wünschten)

daran interessiert, die Ergebnisse aus der quantitativen

•	 Situationen im KiTa-Alltag selbst entscheiden zu können

Studie des Projekts „KiTa ZOOM“ vorgestellt zu bekommen,

bzw. sich allein im Garten oder Nebenräumen aufhalten

und diskutierten im Anschluss auch über Forderungen nach

zu können

einem angemessenen Personalschlüssel und der damit verbundenen Aufwertung und Anerkennung des Berufsstandes

Darüber hinaus wurde in der AG „Qualität“ in Brandenburg

„Erzieherin“. Die Teilnahme an der AG „Qualität“ war ih-

an der Havel deutlich, dass der Bereich der Organisation KiTa

nen sehr wichtig, um an der Beschreibung von Qualität und

erweitert werden muss. Insbesondere die Rolle und das pro-

der Weiterentwicklung in ihren Kommunen und im Land

fessionelle Selbstverständnis der Pädagoginnen sowie die

Brandenburg mitwirken zu können.

Zusammenarbeit im Team wurden hier angesprochen.
Wie auch in Potsdam und Brandenburg an der Havel waren
Schließlich wurde auch die Struktur des Qualitätsleitfadens

an der AG sehr engagierte Eltern beteiligt, die insbesondere

KiTa verändert: Die in Potsdam vorgenommene Aufteilung

die genannten Forderungen nach einem adäquaten Perso-

in Orientierungs-, Struktur- und Prozessqualität wurde zu-

nalschlüssel, einer gesellschaftlichen Anerkennung und

gunsten einer inhaltlichen Verzahnung aufgegeben.

einer damit verbundenen angemessenen Bezahlung explizit
unterstützten.
Ergänzend zu den bereits beschriebenen Qualitätsaspek-

Die Arbeitsgruppe „Qualität“
im Landkreis Märkisch-Oderland

ten hob die AG in Märkisch-Oderland hervor, dass für ein
gesundes Aufwachsen eine eigene Küche in der KiTa wichtig
ist; die Qualitätskriterien zur gesunden Entwicklung wurden entsprechend erweitert.

In der AG „Qualität“ im Landkreis Märkisch-Oderland

Die Auseinandersetzung mit der Dimension „Gleichheit

wurde das gleiche Vorgehen wie schon in Brandenburg an

und Differenz/Inklusion“ zeigte, dass es in der Praxis

der Havel gewählt.

sowohl bei Fachkräften als auch bei Eltern noch häufig
Unsicherheiten und Zweifel bezüglich der notwendigen

Ausgehend von den oben erwähnten leitenden theore-

Rahmenbedingungen für integrative oder inklusive Arbeit

tischen Dimensionen diskutierten und beschrieben die

in den KiTas gab. Vor dem Hintergrund eines breiten Inklu-

Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene pädagogische

sionsverständnisses, welches auch in Brandenburg an der

Schwerpunkte.

Havel vertreten wird (unter anderem durch die Broschüre
„Auf dem Weg zur Inklusion – Was wir haben und was

Wieder wurde die Perspektive der Kinder eingeholt, zu-

wir brauchen“ der AWO Brandenburg aus dem Jahr 2015),

nächst durch einen Perspektivwechsel der Erwachsenen,

wurden Qualitätskriterien hinzugefügt, die notwendige

dann auch durch Befragungen der Kinder selbst. Diese

räumliche und materielle Ressourcen sowie Fortbildung,

bestätigten die Aussagen der Kinder aus Brandenburg an

Beratung und die Zusammenarbeit in multiprofessionellen

der Havel. Beziehungen zu Erzieherinnen sind ihnen in der

Teams und mit anderen Stellen beschreiben.

KiTa wichtig. Ebenso wollen sie keinen Zwang, sondern
mehr Dinge selbst entscheiden, und sie wollen sich in anre-

Im Gegensatz zu den beiden anderen AGs wurde in der AG

gender Lernumgebung viel bewegen. Die Aussagen der Kinder

„Qualität“ in Märkisch-Oderland die Möglichkeit eines

30

„Hausbesuchs“ zur Beziehungsgestaltung und zur Erkundung der Lebenssituation der Kinder heftig in Frage
gestellt. Erinnerungen an Hausbesuche zu DDR-Zeiten, in
denen es eher um Überwachung als um Kontaktaufnahme
ging, wurden wach. So wurde deutlich, wie wichtig es ist,
sich die Wirkungen eines bestimmten Vorgehens bewusst zu machen und konzeptionell zu verankern, welche
Vorgehensweisen und Handlungsschritte in einer KiTa zu
welchem Zweck vereinbart werden.

31

Der Qualitätsleitfaden KiTa wurde im Rahmen des Projekts „KiTa ZOOM Ressourcen wirksam einsetzen“ der Bertelsmann Stiftung entwickelt.
Zielsetzung des Projektes ist die Weiterentwicklung der KiTa-Finanzierung in
Brandenburg. Damit beispielsweise das für KiTas erforderliche Finanzvolumen
bestimmt werden kann, sind Qualitätsanforderungen an Kitas erarbeitet
worden. Die vorliegenden Qualitätskriterien bieten deshalb auch Orientierung
für die erforderliche Finanzausstattung der KiTas in Brandenburg.
In drei Arbeitsgruppen (AGs) aus den Regionen Potsdam, Brandenburg an der
Havel und Märkisch-Oderland haben Pädagoginnen und Pädagogen, KiTaLeitungen und Eltern gemeinsam in einem dialogischen Prozess diese Qualitätskriterien für die pädagogische Arbeit sowie die Organisation einer KiTa erarbeitet.
Die Qualitätskriterien bieten Orientierung sowie praxisorientierte Hinweise für
die Ausgestaltung der KiTa-Arbeit.
Der Qualitätsleitfaden KiTa ist keinesfalls als eine Bedienungsanleitung zu verstehen und kann deshalb auch nicht „umgesetzt“ werden. Wie die Ausgestaltung
konkret in einer KiTa geschieht, bleibt in der Verantwortung der dort tätigen
pädagogischen Fachkräfte im Zusammenwirken mit den Kindern, den Familien,
dem jeweiligen Träger und der Kommune. Jede KiTa entwickelt nach wie vor ihr
eigenes und unverwechselbares Profil. Die Qualitätsansprüche und -kriterien
benennen jeweils in erster Linie die direkten Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für das pädagogische Handeln bzw. die Organisationsentwicklung.
Deshalb sind die meisten Kriterien für die pädagogische Praxis aus Sicht der
Pädagoginnen und Pädagogen formuliert. Dies entlässt jedoch Träger, Kommunen, das Land und den Bund nicht aus der Verantwortung, entsprechende Bedingungen für die Erfüllung dieser Ansprüche und Kriterien zu schaffen.

Adresse | Kontakt
Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann-Straße 256
33311 Gütersloh
Telefon	 +49 5241 81-0
Fax	

+49 5241 81-81999

Kathrin Bock-Famulla
Telefon	 +49 5241 81-81173
kathrin.bock-famulla@bertelsmann-stiftung.de
www.wirksame-bildungsinvestitionen.de

www.bertelsmann-stiftung.de
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.