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Periodical volume

Full text: Jahresbericht ... Issue 2010/2011

Jahresbericht

2010 und 2011

Gesundheit Berlin-Brandenburg
Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung

	

	

INHALT

	 I.	

Vorwort des Vorstandes	

3

	 II.	

Gesundheit Berlin-Brandenburg stellt sich vor	

4

	 III.	

Arbeitsbereiche	

9

	

	

Kindergesundheit	

9

	

	

Gesund älter werden 	

19

	

	

Qualitätsentwicklung 	

25

	

	

Migration und Gesundheit 	

29

	

	

Arbeitswelt 	

32

	

	

Patient/innen	

35

	

	

Gesunde und soziale Stadt 	

37

	 IV.	

Anhang	

41

	

	

Vorstand und Verein 	

41

	

	

Mitglieder, ordentliche und außerordentliche	

42

	

	

Liste ausgewählter Publikationen	

45

	

	

Mitgliedschaften	

47

	

	

Finanzen 	

47

Impressum 	

48

	 V.	

Geschäftsstelle von Gesundheit Berlin-Brandenburg in 2010-2011
Geschäftsstelle
Geschäftsführung Carola Gold †
Finanzen
André Engel
Arthur Grossmann
Klaus Engel

Rita König (Büroleitung)
Maria Grothaus
Brandenburg: Kristin Lieske

Projekte auf Bundesebene
Kooperationsverbund
Gesundheitsförderung bei
sozial Benachteiligten
Stefan Bräunling
(Koordination)
Holger Kilian 	
(Good Practice)
Jennifer Nickel	
(Kinder + Jugendliche)
Marco Ziesemer	
(Datenbank)
Pia Block 	
(Arbeitslose)
Niels Löchel 	
(Webseite)
Tatjana Schulz 	
(Soziale Stadt)
Katja Becker	
(Partnerprozess)

Öffentlichkeitsarbeit

Service

Carola Gold †
Katharina Zeiher
Marianne Pundt 	
Stefan Weigand
Marie Koczelnik
Gesundheitsziele
Thüringen
Holger Kilian

Fachstelle für
Prävention und
Gesundheitsförderung im
Land Berlin
Carola Gold †	
Katja Becker
Stefan Pospiech
Rike Hertwig
Stefan Weigand
Aktionsraumplus
Carola Gold †
Andrea Möllmann
Danielle Dobberstein
Maren Janella
Saffana Salman
Lisa Rösch
Sabine Scheifhacken
Franziska Seybold
Betül Arslan
QM-Projekte
Andrea Möllmann
Danielle Dobberstein
Viola Winterstein
Kathleen Williams
Gemeinde­
dolmetschdienst
Sabine Oldag
10 Mitarbeiter/innen

Regionaler
Knoten Berlin

Regionaler Knoten
Brandenburg

Fachstelle
Gesundheitsziele

Andrea Möllmann
Stefan Bräunling
Danielle Dobberstein

Annett Schmok
Marisa Elle
Maike Rühl
Julia Waldhauer

Holger Kilian
Janina Myrczik

Zentrum für
Bewegungsförderung
Berlin

Zentrum
für Bewegungs­förderung

Stefan Pospiech
Cornelia Wagner

Annett Schmok
Marisa Elle

Iris Schiek
Michael Günther
Conny Karth
Kristin Lieske

Audit
gesunde Kita /
gesunde Schule
Maren Janella

Beschwerde- und
Informationsstelle
Psychiatrie in Berlin (BIP)
Petra Rossmanith
Antje Wilfer
Caroline von Taysen
Renate Carls
Stefan Weigand

Martina Block
Stefan Bräunling
Maren Janella
Florian Barthelmeß

Learning Community
Carola Gold +
Andrea Möllmann
Viola Winterstein

FuN

Zahn­medizinische
Gruppen­prophylaxe
Netzwerk gesunde Kita
&
Audit Gesunde Kita
Annett Schmok

Netzwerk gesunde Schule
(OPUS)
&
Audit
Gesunde Schule
Ricarda Päßler
Safe Region Brandenburg

Netzwerk
Frauengesundheit
Rita von Godin

BLIQ

Stefan Weigand
Marie Koczelnik
Marina Schmidt

Projekte in Brandenburg

Projekte in Berlin
Kongress Armut und
Gesundheit

Veranstaltungen

Rike Hertwig
Merle Wiegand
Marion Amler

Holger Kilian

Bettina Bels
Komm
auf Tour
Iris Schiek
Maike Rühl
Gesundheits­förderung bei
Arbeitslosen
Iris Schiek
Maike Rühl

Jahresbericht 2010 und 2011

Vorwort

Vorwort
des Vorstandes zum Jahresbericht
2010 und 2011
Der Blick zurück auf die Tätigkeit von Gesundheit BerlinBrandenburg im Jahre 2010 und 2011 ist vom Tod unserer
langjährigen Geschäftsführerin Carola Gold am 27. April
2012 überschattet. Mit ihrer unermüdlichen Tatkraft, ihrem
großen Engagement und der tiefen Empathie für die Belange
von Menschen in schwierigen Lebenslagen hat sie nicht nur
in diesen Jahren die Arbeit des Vereins geprägt und wirkungsvoll nach außen vertreten. Der Vorstand, die Mitglieder und die Mitarbeiter/innen der Geschäftsstelle sowie die
zahlreichen Kooperationspartner werden Carola Gold voller
Dankbarkeit in Erinnerung behalten.
Die Schaffenskraft von Carola Gold beeindruckt besonders,
wenn man sich vor Augen hält, welche großen Hürden es immer noch zu überwinden gilt, um den Stellenwert von Gesundheitsförderung und Prävention im deutschen Gesundheitswesen zu verbessern. 25 Jahre nach Verabschiedung
der Ottawa-Charta der Gesundheitsförderung wurden zwar
viele Fortschritte gemacht – von einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik sind wir aber noch sternenweit entfernt.
Das gilt auch angesichts der zahlreichen erfolgversprechenden Programme, Projekte und Ansätze, die uns auf dem Weg
für mehr gesundheitliche Chancengleichheit gelungen sind.
Gesundheitsförderung wird mittlerweile auch in vielen nicht
primär gesundheitsbezogenen Politikfeldern als geeignete
Strategie angesehen, um den Menschen mehr Selbstbestimmung in ihrer Lebensführung, und damit auch über ihre Gesundheit zu ermöglichen. Gesundheit Berlin-Brandenburg
hat dazu maßgebliche Beiträge geleistet.
Kennzeichnend dabei ist, dass es den engagierten Partnern
in der Arbeitsgemeinschaft und den Mitarbeiter/innen in der
Geschäftsstelle immer wieder gelingt, die Konzepte der Gesundheitsförderung in immer neuen Zusammenhängen und
für immer weitere Zielgruppen fruchtbar zu machen und so
das Politikfeld in Deutschland qualitativ und quantitativ weiterzuentwickeln. Beispielgebend dazu war der 16. Kongress
Armut und Gesundheit 2010. Dieser setzte sich mit der Frage
auseinander, welches Potenzial eine Orientierung an dem
Konzept der Verwirklichungschancen des Nobelpreisträgers
Amartya Sen auch im Kontext von Armut und Gesundheit
birgt. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen sieht in diesem Konzept das
Potenzial, die Komplexität der Problemlagen bei der Entstehung sozialer und gesundheitlicher Chancen-Ungleichheit
konkreter und auch praktisch umsetzbarer zu berücksichtigen.

Auch auf der strukturellen Ebene bringen sich der Verein und
seine Geschäftsstelle auf Bundes-, Landes- und regionaler
Ebene mit zahlreichen modellhaften und innovativen Ansätzen ein:
Im Rahmen des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ wurde mit Hilfe der Geschäftsstelle Ende 2011 der Partnerprozess „Gesund aufwachsen für alle!“ initiiert. Dieser führt Kommunen zusammen, die sich auf den Weg gemacht haben, gut ausgeschilderte Pfade und Angebote zur Förderung der Gesundheit von
Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Im Bezirk MarzahnHellersdorf entstand dazu ein Modellprojekt, das den Aufbau einer solchen ‚Präventionskette‘ exemplarisch erprobt.
Sowohl in Brandenburg als auch in Berlin unterstützt der
Verein mit Fachstellen die Entwicklung und Umsetzung von
Gesundheitszielen für ein gesundes Aufwachsen und ein gesundes Älterwerden. Diese Arbeit konnte in den letzten Jahren als fester Bestandteil der Gesundheitspolitik in den beiden Bundesländern etabliert werden. Mit den Regionalen
Knoten in beiden Bundesländern wird bereits seit mehreren
Jahren erfolgreich die Qualitätsentwicklung in der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung unterstützt.
Die im vorliegenden Jahresbericht 2010/2011 dargestellten
Aktivitäten zeigen deutlich, dass die Expertise und die Tatkraft der Mitglieder, der Arbeitskreise und der Geschäftsstelle den Stellenwert von Prävention und Gesundheitsförderung in beiden Bundesländern, aber auch bundesweit erhöhen. Von den Beratungen der Arbeitskreise, den Veranstaltungen und Projekten des Vereins gingen wichtige Impulse
aus, um die Strukturbildung und Qualitätsentwicklung in
den Lebenswelten der Menschen voranzubringen.
Allen Mitgliedern, Partnern und Auftraggebern des Vereins
möchten wir herzlich für ihr großes Engagement danken. Unser Dank gilt insbesondere der sehr engagierten und tatkräftigen Geschäftsstelle wie auch den zahlreichen Ehrenamtlichen in den Arbeitskreisen, die wesentlich die inhaltliche
Arbeit des Vereins gestalten. Auf die weitere Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburg freuen
wir uns.

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender
Franz Josef Lünne, Vorsitzender

3

Gesundheit Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Jahresbericht 2010 und 2011

Gesundheit
Berlin-Brandenburg
stellt sich vor

Gesundheit
Berlin-Brandenburg…

4

…ist die Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung in Berlin und Brandenburg. In ihr sind über 150 mit Gesundheitsförderung befasste Personen und Institutionen zusammengeschlossen. Gesundheit Berlin-Brandenburg ist ein Interessensvertreter für Gesundheitsförderung, der Aktivitäten koordiniert und vernetzt, Sachkompetenz bündelt und viele gesellschaftliche und politische Kräfte ressort- und parteiübergreifend integriert. Gemeinsames Ziel ist es, das Anliegen der Gesundheitsförderung in der Region Berlin und Brandenburg und bundesweit voranzubringen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt darauf, die gesundheitlichen Belange der Menschen ins öffentliche Bewusstsein zu bringen und dabei insbesondere sozial Benachteiligten Gesundheitschancen zu ermöglichen. Unserer Arbeit legen wir den Gesundheitsbegriff zugrunde, wie ihn die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert hat:
„Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit
zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Gesundheit steht für ein positives Konzept, das in
gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit betont wie die körperlichen Fähigkeiten.“
(WHO, Ottawa-Charta, 1986)

Wir vernetzen…
Die Arbeitskreise von
Gesundheit Berlin-Brandenburg

Die Geschäftsstelle von
Gesundheit Berlin-Brandenburg

Das inhaltliche Rückgrat der Vereinstätigkeit bilden die Arbeitskreise. Sie greifen Themen der Gesundheitsförderung
auf und bieten interessierten Akteur/innen eine Plattform zu
Austausch und Diskussion.

Die Geschäftsstelle initiiert und koordiniert Aktivitäten und
Projekte gemeinsam mit Akteur/innen auf Bundes-, Länderund kommunaler Ebene.

n AK Altern und Gesundheit Berlin
n AK Alter, Bewegung und Gesundheit in Brandenburg
n AK Betriebliche Gesundheitsförderung
n AK Bewegung und Ernährung
n AK Gesunde Schule (2011 eingestellt)
n AK Gesundheitsförderung im Krankenhaus
n AK Gesundheitspolitik
n AK Kind und Familie
n AK Migration, Integration und Gesundheit
n AK Patientenfürsprecher/innen Berlin
n AK Patientenfürsprecher/innen Brandenburg
n AK Prävention von Kinderunfällen
n AK Qualitäten der Gesundheitsförderung
n AK Sexualität und Gesundheit (Dez. 2011 gegründet)

Wir koordinieren…
Bundesweite Aktivitäten
Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial
Benachteiligten“
Im Berichtszeitraum 2010/2011 hat Gesundheit Berlin-Brandenburg als Geschäftsstelle im Auftrag der Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die seit 2003 bestehende Koordination des bundesweiten Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ erfolgreich fortgesetzt. Dem von der BZgA initiierten und unterstützten Verbund gehören mittlerweile 54 Kooperationspartner an, darunter mehrere Landesministerien, alle Landesvereinigungen für Gesundheit, die Bundesvereinigung

Jahresbericht 2010 und 2011

Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG), Krankenkassen, Ärzte- und Wohlfahrtsverbände, die kommunalen Spitzenverbände sowie die Bundesagentur für Arbeit. Im Berichtszeitraum konnten der Deutsche Städte- und Gemeindebund (2011) und der Deutsche Landkreistag (2011) als
neue Partner gewonnen werden.
Die Geschäftsstelle hat folgende Funktionen:
n Gute Praxis in Deutschland verbreiten – durch Information, Präsentationen, Schulungen. Die Erfahrungen aus
„Good Practice“-Projekten, Programmen und Netzwerken
bieten wertvolle Anregungen, um die soziallagenbezogene Gesundheitsförderung weiter zu entwickeln.
n Vielfältige Praxis sichtbarer machen – durch die bundesweit umfangreichste Praxisdatenbank zur Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten.
n Regional vernetzen und Erfahrungsaustausch fördern –
Der Kooperationsverbund hat mit den Regionalen Knoten
jeweils Strukturen in den einzelnen Bundesländern, die
ebenfalls durch die Geschäftsstelle koordiniert werden.
Gesundheit Berlin-Brandenburg ist in diesem Zusammenhang Träger der Regionalen Knoten in Berlin und Brandenburg. Die Regionalen Knoten unterstützen den Informationstransfer zwischen den vielen Akteuren in ihrem
Bundesland wie auch die Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Landesebene. Nicht zuletzt treiben sie die Qualitätsentwicklung in der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung voran.
n Transparenz herstellen und Wissen multiplizieren – Im
Berichtszeitraum wurde die Internetplattform www.
gesundheitliche-chancengleichheit.de grundlegend überarbeitet und zu einem interaktiven Portal weiterent­
wickelt.

Gesundheit Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Seit Ende 2011 ist die zentrale Aktivität des Kooperationsverbundes und seiner Geschäftsstelle der Aufbau des bundesweiten kommunalen Partnerprozesses „Gesund aufwachsen
für alle!“.
Aktivitäten im Rahmen von IN FORM
Gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit wurden
im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes IN FORM von Gesundheit Berlin-Brandenburg im Berichtszeitraum vier Projekte realisiert. So wurde das Zentrum für Bewegungsförderung Berlin-Brandenburg von der Geschäftsstelle aufgebaut
und koordiniert.
Mit den Arbeitshilfen „Mehr Bewegung im Alltag – Aktives
Leben im Alter fördern“ und der zugehörigen online-Plattform hat Gesundheit Berlin-Brandenburg zudem die Ergebnisse aller Bewegungszentren gebündelt und deren Erfahrungen zur Verfügung gestellt.
Das Projekt BLiQ „Bewegtes Leben im Quartier“ hat in vier
verschiedenen Berliner Gebieten Bewegungsinitiativen für
Kinder umgesetzt. Ziel des Projektes ist die Schaffung bewegungsfreundlicher Lebenswelten insbesondere für Kinder
bis sechs Jahre aus sozial belasteten Familien. Insgesamt
waren an der Gesamtkoordination des Modellvorhabens sowie am lokalen Aufbau der
sechs Bündnisse etwa 90 Partner beteiligt.
Im Jahr 2010 hat Gesundheit
Berlin-Brandenburg mit Förderung des Bundesministeriums
für Gesundheit und der BZgA
die Arbeitshilfen „Aktiv werden für Gesundheit – Arbeitshilfen für Prävention und Gesundheitsförderung im Quartier“ in überarbeiteter zweiter Auflage herausgegeben,
in 2010 um Heft 6 „Gesund
und aktiv älter werden“ und
2011 um Heft 7 „Gemeinsam handeln – Chancen verbessern“ ergänzt. Diese Hefte sind
ebenfalls ein Beitrag zu „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“
und haben zum Ziel, Partner/innen zusammenzuführen und
das Engagement für gesunde Lebenswelten zu stärken.
Vernetzung und Aktivitäten in Berlin und Brandenburg
In Berlin und Brandenburg ist die Arbeitsgemeinschaft für
Gesundheitsförderung ebenfalls als koordinierende Stelle in
zahlreiche Prozesse eingebunden und arbeitet unter anderem eng mit den Gesundheitsministerien der Länder zusammen. In Berlin koordiniert Gesundheit Berlin-Brandenburg
im Auftrag der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales die Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung
und übernimmt in diesem Zusammenhang die Geschäftsstellenfunktion der Landesgesundheitskonferenz (LGK). In dieser Rolle bietet sie fachliche Unterstützung, z. B. bei der Erarbeitung, Umsetzung und Beobachtung der Gesundheitszielprozesse. Sie begleitet diese Gesundheitsziele bei der Umsetzung in Form eines Monitorings. Um Vernetzung und
Austausch zu fördern, bindet die Fachstelle die Bezirksämter

5

Gesundheit Berlin-Brandenburg stellt sich vor

eng in die Arbeitsprozesse ein und unterstützt die Bezirke
bei Zielprozessen und Gesundheitskonferenzen. Sie führt
außerdem die Gesundheitsforen der LGK durch, um den Austausch mit Berliner Bürger/innen zu ermöglichen.
Im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit Brandenburg
wird ebenfalls im Rahmen der Fachstelle Gesundheitsziele
der Gesundheitszielprozess Brandenburg durch die Geschäftsstelle unterstützt.
Seit September 2010 ist Gesundheit Berlin-Brandenburg zudem Träger des Modellvorhabens „Gesund aufwachsen in
Marzahn-Hellersdorf“. Gefördert wird das Modellvorhaben
von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Rahmen
der Berliner Initiative Aktionsräumeplus und – wegen der maßgeblichen Beteiligung des Regionalen Knotens Berlin – von
der Senatsverwaltung Gesundheit und Soziales sowie der
Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen und Krankenkassenverbände. Ziel ist – in enger Zusammenarbeit mit dem
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf – der Aufbau einer bezirklichen Präventionskette nach dem Dormagener Modell „Netzwerk für Familien“, angepasst an die Marzahn-Hellersdorfer
Ausgangslagen und Rahmenbedingungen. Das Konzept der
Präventionskette beinhaltet die Verzahnung und den Ausbau
von Unterstützungsangeboten für Familien über die verschiedenen Lebensphasen hinweg, von der Geburt bis zum
Einstieg in das Erwerbsleben.

6

Wir organisieren…
Kongress Armut und Gesundheit
und WZB-Herbsttagungen
Die Geschäftsstelle führte im Berichtszeitraum kontinuierlich bestehende bundesweite Fachveranstaltungen mit zahlreichen Partnern durch. Gemeinsam mit dem AOK-Bundesverband und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) wurden etwa in 2010 und 2011 Herbsttagungen durchgeführt, welche die Qualitätsdiskussionen in der
Gesundheitsförderung wesentlich beeinflussen.

Jahresbericht 2010 und 2011

Der Kongress Armut und Gesundheit ist seit nunmehr 17 Jahren ein fester Bestandteil der Gesundheitsförderung in
Deutschland und wurde in den vergangenen Jahren fortlaufend von Gesundheit Berlin-Brandenburg zusammen mit
zahlreichen Partnern organisiert. Ergänzt wird der Kongress
durch Satellitentagungen
Im Berichtszeitraum fand der 16. Kongress Armut und Gesundheit unter dem Motto „Verwirklichungschancen für Gesundheit“ am 3. und 4. Dezember 2010 im Berliner Rathaus
Schöneberg statt. Insgesamt besuchten etwa 2.000 Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis die deutschlandweit
größte regelmäßige Public Health-Veranstaltung. In seiner
Eröffnungsrede setzte sich Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer von
der Pädagogischen Hochschule Freiburg mit dem Verwirklichungschancen-Ansatz von Amartya Sen und Martha Nussbaum aus Sicht der Gesundheitsförderung auseinander.
Dessen Stärke sei es, dass er die konkreten Bedürfnisse der
Menschen in den Blick nehme und diese mit den gesamtgesellschaftlichen Bedingungen in Verbindung setze. In 80 Einzelveranstaltungen tauschten sich die Teilnehmenden im
Anschluss zu aktuellen Entwicklungen der Gesundheitsförderung aus. Die damalige Berliner Senatorin für Gesundheit,
Umwelt und Verbraucherschutz, Katrin Lompscher, verwies
entsprechend auf die bundesweite Anerkennung des Kongresses als Expertenforum und die Vielfalt der Themen. Das
Spektrum reichte von neuen Konzepten der Frühen Hilfen
und politischen Antworten auf die steigende Altersarmut
über den Nutzen von Gesundheitszielen bis hin zu Ansätzen
partizipativer Qualitätsentwicklung.
Die Dokumentation des Kongresses kann als CD-Rom in der
Geschäftsstelle bestellt oder online unter www.gesundheitberlin.de/index.php4?request=themen&topic_id=957 eingesehen werden.
Der 17. Kongress Armut und Gesundheit wurde im Berichtszeitraum vorbereitet, verlagerte sich jedoch sowohl räumlich
als auch zeitlich: er fand Anfang März 2012 an der Technischen Universität Berlin statt.

Wir unterstützen…
Mit Projekten wie der Beschwerde- und Informationsstelle
Psychiatrie in Berlin (BIP) oder dem Gemeindedolmetschdienst (GDD) beraten und unterstützen wir Patient/innen im
direkten Austausch, verbessern den Dialog zwischen Professionellen, Betroffenen und deren Umfeld und tragen damit
zu Qualitätsentwicklung und Patientenorientierung in der
gesundheitlichen Versorgung bei.

Wir informieren und publizieren…
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

16. Kongress Armut und Gesundheit 2010 im Rathaus Schöneberg mit wechselnder Thematik
an den Vortagen. Förderer und Partner sind hier u. a. die BZgA, Bundesverbände der Krankenkassen und Wohlfahrtsverbände.

Schwerpunkt von Gesundheit Berlin-Brandenburg ist es,
gesundheitliche Belange der Menschen ins öffentliche
Bewusstsein zu bringen. Dies wird von der Geschäftsstelle
der Arbeitsgemeinschaft mit vielfältigen Instrumenten der
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Überwiegend
richten sich diese Medien an die interessierte Fach­
öffentlichkeit und Multiplikator/innen. Veranstaltungen und

Jahresbericht 2010 und 2011

Projekte werden darüber hinaus von Pressearbeit begleitet,
die sich neben Fachmedien auch an Tagespresse und
Publikumsmedien richten. Auch für unsere Mitglieder
gestalten wir die Öffentlichkeitsarbeit und stellen sie nach
außen hin dar.

Webseiten
Die Webseite von Gesundheit Berlin-Brandenburg www.
gesundheitbb.de verzeichnete im Berichtszeitraum sehr
hohe und im Schnitt von 2010 auf 2011 steigende Zugriffszahlen.
Der PageRank liegt bei 5 von 10 und belegt, dass die Webseite im Internet gut vernetzt ist (PageRank misst die Linkpopularität, Quellen z.B.: www.prchecker.info). Zum Vergleich:
die Seite der Niedersächsischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung und Akademie für Sozialmedizin und die
Bundesvereinigung Gesundheitsförderung und Präven­tion liegen ebenfalls bei fünf, die Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bei sieben Punkten. Die Webseite
wird im Jahr 2012 umfassend aktualisiert.
Zentrale Adresse im Internet für die Ge­sund­heitsför­derung bei
sozial Benachteiligten bun­desweit ist die Internetplattform
des Ko­ope­ra­tions­verbundes www.gesundheitliche-chancengleichheit.de, die ebenfalls in der Ge­schäftsstelle gepflegt
wird. Hier werden Infor­mationen und Expertise zu Ge­
sundheits­förderung, Qualitätsentwicklung und guter Praxis
gebündelt und gemeinsam mit zahlreichen Partner/innen
Diskussionen und Prozesse abgebildet. 2011 hat die Seite
einen umfassenden Relaunch erfahren: hin­
zuge­kommen ist das sogenannte Artikelsystem, welches Expert/innen die Möglichkeit
gibt, sich mit (Fach-) Beiträgen auf der Webseite zu beteiligen. Ebenso wurden neue interaktive Austauschmöglichkeiten wie onlineDiskus­sionen durchgeführt.
Im Jahr 2010 verzeichnete die Internet-Platt­
form des Kooperationsverbundes www.gesundheitlich-chancengleichheit.de insgesamt
119.941 Gesamtbesuche, im Jahr 2011 insgesamt 113.971 Gesamtbesuche. Der leichte
Rückgang lässt sich überwiegend durch den
Relaunch – und damit verbunden dem teilweisen Einbruch der Besucherzahlen – infolge
der Systemumstellung erklären. Außerdem
fand in 2011 kein Kongress Armut und Gesundheit statt. Dennoch konnten die Zahlen fast stabil gehalten werden, was vor diesem Hintergrund als Erfolg zu
werten ist.

Gesundheit Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Im Berichtszeitraum entstanden zahlreiche neue Internetpräsenzen, wie z. B. der Internetauftritt der Fachstelle für
Prävention und Gesundheitsförderung Berlin, der Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie (BIP) in Berlin sowie
ein neuer Internetauftritt des Netzwerks Frauengesundheit.
Für Projekte des Standortes Brandenburg wurden 2010/11
ebenfalls Internetseiten weiterentwickelt oder neu erstellt,
wie beispielsweise zur gesunden Arbeitsförderung, für die
Gruppenprophylaxe und das Netzwerk gesunde Kita. Im Berichtszeitraum 2010/2011 wurden die folgenden Präsenzen
durch die Landesarbeitsgemeinschaft betrieben:
www.gesundheitbb.de
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de
www.berlin.gesundheitfoerdern.de
www.armut-und-gesundheit.de
www.psychiatrie-beschwerde.de
www.brandenburger-kinderzaehne.de
www.gesunde-kita.net
www.kitas-fuer-kitas.de
www.fun-brandenburg.de
www.frauengesundheit-berlin.de
www.gesunde-arbeitsfoerderung.de
www.bewegung-foerdern.de
www.gemeindedolmetschdienst-berlin.de
www.buendnis-gesund-aufwachsen.de
www.gesunde-perspektive.de
www.saglik-berlin.de

7

Gesundheit Berlin-Brandenburg stellt sich vor

Zeitschrift
Info_Dienst für
Gesundheits­
förderung

8

Jahresbericht 2010 und 2011

Zeitschrift Info_Dienst für Gesundheitsförderung
Gesundheit Berlin-Brandenburg veröffentlicht drei- bis viermal im Jahr den Info_Dienst für Gesundheitsförderung in gedruckter Form. In den letzten Jahren wurde das Profil des
Info_Dienstes hinsichtlich der Themen geschärft, zahlreiche
Expert/innen konnten im Berichtszeitraum für Beiträge und
als Interviewpartner gewonnen werden, darunter beispielsweise Dr. Volker Wanek (GKV-Spitzenverband), Malu Dreyer
(Rheinland-Pfälzische Familienministerin), Prof. Dr. Gerd
Glaeske (Arzneimittelexperte an der Universität Bremen),
Sabine Jansen (Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer

Angesprochen wird dabei zumeist die Fachpresse oder Fachmedien, aber auch die Tagespresse wird bei gegebenen Anlässen adressiert. Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg
wurden zudem im Rahmen von Praxisprojekten zahlreiche
Kontakte mit Journalist/innen vor Ort geknüpft, um die lokale Bevölkerung über Projektaktivitäten im Kiez zu informieren. Besonders hervorzuheben ist hier das Projekt BLIQ, bei
welchem die Zusammenarbeit mit Pressevertreter/innen
maßgeblich zur Resonanz und Verbreitung der Projektinformationen beigetragen haben.

Newsletter

Projekt

Erscheinungsweise

Auflage/Verteiler

Mitgliederinfo

Gesundheit BB

3-mal jährlich

160 Mitglieder GBB
elektronisch als PDF

Print-Newsletter

Kooperationsverbund

3- bis 4-mal jährlich

4500 Leser/innen bundesweit

E-Mail-Newsletter

Kooperationsverbund

12-mal jährlich

mehr als 8000 Leser/innen ­bundesweit
elektronisch

Gesundheits­
förderung aktuell

Fachstelle Prävention und
Gesundheits­förderung im Land Berlin

3- bis 4-mal jährlich

1500 Leser/innen in Berlin und bundesweit, elektronisch als PDF

Gesund aufwachsen
in Marzahn-	
Hellersdorf

Aktionsräumeplus

2-mal jährlich und
nach Bedarf

ca. 200 Leser/innen innerhalb Berlins
elektronisch als PDF

BLIQ-Newsletter

BLIQ

3-mal jährlich

Leser/innen ­innerhalb Berlins
elektronisch als PDF (2011 eingestellt)

Gesellschaft e. V.) oder Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler (Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung
Deutschland). Der Info_Dienst erscheint mit einer Auflage
von 4.500 Stück und kann über die Geschäftsstelle von Gesundheit Berlin-Brandenburg bezogen werden. Zum download stehen alle Ausgaben unter www.gesundheitbb.de zur
Verfügung.
Newsletter
Neben dem Info_Dienst werden von Gesundheit Berlin-Brandenburg projektspezifische Newsletter und Periodika erstellt.
Pressearbeit	
Veranstaltungen, neue Publikationen und öffentliche Projektaktionen werden von der PR-Abteilung mit Pressearbeit
wie z.B. Pressemitteilungen oder -informationen begleitet.

Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum themenspezifische Pressegespräche und -konferenzen mit erfolgreicher
Resonanz durchgeführt.
Dokumentationen und themenspezifische Publikationen
Weiterhin wurden verschiedene Publikationen im Berichtszeitraum veröffentlicht, die sich teilweise in den folgenden
themenspezifischen Kapiteln finden. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die Dokumentationen der Landesgesundheitskonferenzen in 2010 und 2011, die Hefte 6 und 7
der Arbeitshilfen „Gesund aufwachsen für alle“, die Dokumentation „Schritt für Schritt zu mehr Gesundheit“, der Familienwegweiser Reuterkiez sowie die Dokumentation des
Kongresses Armut und Gesundheit. Genauere Informationen
entnehmen Sie bitte der Publikationsliste im Anhang (Seite
45).

Pressegespräche und-konferenzen 2010 und 2011
Datum und Thema

Art

Projekt

Ergebnisse/Resonanz

12.2.2010 Der demografische Wandel und
seine Auswirkungen auf die gesundheitliche Lage, Pflegebedürftigkeit und Lebenserwartung

Presse­gespräch

Fachstelle Prävention und Gesundheitsförderung im Land
Berlin – Gesundheitsziele

Breite Berichterstattung in
Berliner Tagespresse

28.4.2010 Gemeindedolmetscher unterstützen Integration an Grundschulen

Presse­gespräch

Gemeindedolmetschdienst

Berichte in Berliner Tagespresse

3.12.2010 Jetzt handeln: Zukunftschancen
für sozial benachteiligte Kinder verbessern

Presse­konferenz

Kongress Armut und Gesundheit

Berichte in regionaler und
überregionaler Tagespresse und Fachpresse

29.8.2011 Gemeinsam handeln für ein gesundes Älterwerden in der Region BerlinBrandenburg

Presse­gespräch

Fachstelle Prävention und Gesundheitsförderung im Land
Berlin – Gesundheitsziele

Berichte in Berliner Tagespresse

Jahresbericht 2010 und 2011

Kinder- und Jugendgesundheit

Arbeitsbereiche

Kinder- und Jugendgesundheit
Prävention und Gesundheitsförderung sind dann am wirkungsvollsten, wenn sie möglichst früh ansetzen. Deshalb bildet die
Zielstellung, möglichst allen Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen, einen zentralen Schwerpunkt unserer Arbeit.
Gesundheit Berlin-Brandenburg fördert als Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung die Vernetzung verschiedenster
relevanter Akteur/innen aus den Bereichen des Gesundheitswesens, der Verwaltung, wissenschaftlichen Institutionen sowie
aus dem politischen Bereich. Mit ihrem Fachwissen unterstützt die Arbeitsgemeinschaft die in beiden Bundesländern initiierten Gesundheitszielprozesse zur Verbesserung der Kindergesundheit. Arbeitskreise und Fachveranstaltungen bieten Foren
zum gegenseitigen Austausch und zur Weiterentwicklung wirksamer Strategien zur Gesundheitsförderung.

9

Übersicht ausgewählter Veranstaltungen in 2010 und 2011
Datum

Veranstaltung

In Kooperation mit

Ort

23.2.2010

Tagung „Gesunde Kita für alle! Gesundheitsförderung
in der Kita“

LVG AFS Niedersachsen, gefördert
durch das BMG i.R.v. IN FORM

Berlin

9.9.2010

„Tolle Zähne – na logo!“ Landesveranstaltung zum 20.
Tag der Zahngesundheit

Büro Gruppenprophylaxe in Zusammen- Brandenburg an
arbeit mit dem Gesundheitsministerium der Havel

16.9.2010

1. Neuköllner Gesundheitskonferenz „Menschenskinder! Gesunde Kindheit, fit für’s Leben“

Bezirksamt Neukölln, Abt. für
Bürgerdienste und Gesundheit und der
Fachstelle für Prävention und
Gesundheitsförderung im Land Berlin

Berlin

7.10.2010

WZB-Herbsttagung „Gesund von klein auf – Verwirklichungschancen für alle Kinder verbessern!“

AOK-Bundesverband, WZB

Berlin

5.11.2010

Tagung „Gesunde Erzieherinnen und Erzieher. Starke
Kinder“

Netzwerk Gesunde Kita

Potsdam

10.11.2010

Tagung „Übergänge gemeinsam gestalten – Für ein
gutes und gesundes Aufwachsen“
Erfolgreiche Strategien kommunaler Vernetzung zur
lebenswelt­orientierten Gesundheitsforderung sozial
benachteiligter Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien

Regionaler Knoten Brandenburg

Potsdam

30.11.2010

Fachtagung „Kinder im Kontext häuslicher Gewalt“

Regionaler Knoten Brandenburg, 	
Brandenburger Ministerium für Arbeit,
Soziales, Frauen und Familie

Potsdam

2.12. 2010

Satellitenveranstaltung zum 16. Kongress Armut und
Zahlreiche Partner
Gesundheit
„Kinderarmut – Lebensrealitäten und Praxisansätze
Ressourcenstärkung bei sozial benachteiligten Kindern,
Jugendlichen und Familien“

Berlin

8.12. 2010

„Präventionskette Dormagen – ein Modell für gesundes Regionaler Knoten Berlin, 	
Aufwachsen für alle?!“
Friedrich-Ebert-Stiftung

Berlin

Kinder- und Jugendgesundheit

Jahresbericht 2010 und 2011

Datum

Veranstaltung

10.2. 2011

Fachtagung „FuN – Familie und Nachbarschaft“

7.4. 2011

Fachgespräch „Präventionskette – Ein Modell für
gesundes Aufwachsen in Neukölln“

Bezirksamt Neukölln, Regionaler
Knoten Berlin

Berlin

13.4. 2011

Fachtagung „Vielfalt von Elternkompetenzen
wahrnehmen. Wie gelingt es, türkeistämmige und
arabischsprachige Familien rund um die Geburt 	
zu erreichen?“

Regionaler Knoten Berlin, Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

Berlin

23.5. 2011

Auftaktveranstaltung Modellvorhaben Aktionsräumeplus Regionaler Knoten Berlin,
„Gesund aufwachsen in Marzahn-Hellersdorf“
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und
Alice Salomon Hochschule

Berlin

8.9. 2011

Fachgespräch „Gesundheits- und Zukunftschancen für AK Kind und Familie
alle Berliner Kinder!“ Veranstaltung „Präventionskette“
(mit Parteienvertreter/innen)

Berlin

16.9. 2011

Fachdialog Gender Mainstreaming – Geschlechtersensi- Fachstelle für Prävention und
ble Prävention und Gesundheitsförderung bei (sozial
Gesundheitsförderung im Land Berlin
benachteiligten) Kindern

Berlin

4.11. 2011

Fachtagung: „Hurtig Kinder, kommt zu Tisch!“
Ernährung in Kita und Familie – gut und gesund.

Netzwerk Gesunde Kita, Ministerium für Potsdam
Arbeit, Soziales, Frauen und Familie im
Land Brandenburg

14.11. 2011

Fachtagung „Wege ins Erwachsensein – Perspektiven
und Gesundheitsförderung für Jugendliche in
schwierigen Lebenslagen“

Regionaler Knoten Brandenburg

Potsdam

15.11.2011

1. Kitatransfertag „Wie können Eltern-/Erzieher/
innen-Partnerschaften gelingen?“

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

Berlin

25.11. 2011

Fachtagung „Vielfalt von Elternkompetenzen
wahrnehmen. Wie gelingt es, türkeistämmige und
arabischsprachige Eltern für die Zusammenarbeit mit
Kitas und Familienzentren zu gewinnen?“

Regionaler Berlin, Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

Berlin

5.12. 2011

Fachtagung „Eltern stärken, aber wie? – Ressourcen,
Bedarfe und Qualität der Angebote“

Regionaler Knoten Berlin, Bezirksamt
Marzahn-Hellersdorf, Alice Salomon
Hochschule

Berlin

7.12.2011

2. Neuköllner Gesundheitskonferenz „Präventionsketten“

Bezirksamt Neukölln, Abt. Jugend und
Gesundheit, Regionaler Knoten Berlin

Berlin

15.12.2011

8. Landesgesundheitskonferenz „Gesundes Aufwachsen aller Berliner Kinder“

Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales

Berlin

10

In Kooperation mit

Ort
Potsdam

Aktivitäten der Arbeitskreise
Arbeitskreis Kind und Familie
AK-Sprecher: Prof. Dr. Raimund Geene
(Hochschule Magdeburg-Stendal)
Stellvertreterin: Ulrike von Haldenwang
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Andrea Möllmann, moellmann@gesundheitbb.de
Der Arbeitskreis hat sich am 5. März 2010 neu konsti­tuiert.
Von den Teilnehmenden wurde gewünscht, dass neben der
Vernetzung und dem Austausch der Akteur/innen und der
Institutionen Öffentlichkeitsarbeit ein Schwerpunkt sein soll.
Besonders der Dialog mit den für unsere Themen „entscheidenden“ Politiker/innen wurde gefordert.
Für 2010 wurde das Schwerpunktthema „Kinder- und Fami­
lienarmut“ benannt. Die Sitzungen wechseln zwischen themenbezogenen Workshops und Plenumssitzungen, in denen
die Jahresthemen kontinuierlich diskutiert werden sollen.

Folgende Themen haben wir 2010 diskutiert:
n Übergänge. Krisen und Chancen im kindlichen Lebenslauf
n Kinderarmut in Deutschland, wie erleben die Kinder ihre
eigene Lebenssituation?
n Gemeinsamer Workshop mit den anderen Arbeitskreisen
zum Kongress Armut und Gesundheit zur Koordination
rund um das Thema „Verwirklichungschancen“
n Präsentationen zu den Daten der Einschulungsuntersuchungen (ESU) in Brandenburg und Berlin
2011 begannen wir mit einem Workshop zu „Frühe Hilfen –
Präventionsketten“. Kann das Dormagener Modell auf Berlin
übertragen werden? Zu dem Thema „Gesund aufwachsen in
Berlin – Präventionskette“ konnten wir im September eine
gut besuchte Veranstaltung mit Politiker/innen aller Parteien durchführen.

Jahresbericht 2010 und 2011

Kinder- und Jugendgesundheit

Als Jahresschwerpunkt 2011 haben wir „Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen“ gewählt.
n Vorstellung und Informationen über die Arbeit des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes (KJPD), Bezirks­
amt Friedrichshain-Kreuzberg.
n Frühkindliche Beziehungsentwicklung und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit „Frühen Hilfen“
n Familiäre Kompetenzen stärken aus der Sicht der Arbeit
in den SchreiBaby-Ambulanzen Berlin
n Kinder aus suchtbelasteten Familien
Berliner Parteiengespräch zur Kindergesundheit
Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kind und Familie hat Gesundheit Berlin-Brandenburg gezielt die heiße Phase des
Wahlkampfes zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 am 8.
September genutzt, um mit Vertreter/innen der Berliner Parteien den Handlungsbedarf im Bereich Kindergesundheit in
Berlin ausführlich zu diskutieren.
Katrin Lompscher (damalige Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin, Die Linke), Bettina Jarasch (Landesvorsitzende der Grünen), Dr. Claudia Wein
(CDU), Mirco Dragowski (wissenschaftspolitischer Sprecher
der FDP-Fraktion) und Thomas Isenberg (gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion) konnten für das Podium
gewonnen werden.
Trotz aller Diskrepanzen und energischer Argumentationen
herrschte gegen Ende der Diskussion Einigkeit darüber, dass
Berlin ein übergreifendes Handlungskonzept benötigt, um
Verbesserungen insbesondere für die Gesundheitschancen
sozial benachteiligter Kinder zu erzielen.
Notwendig dafür sind eine systematische Zusammenarbeit
des Jugend-, Gesundheits-, Bildungs- und Stadtentwicklungsbereichs, ein gemeinsamer kontinuierlicher Qualitätsentwicklungsprozess über Professions-, Sektor- und Institutionsgrenzen hinweg, Verlässlichkeit und politische Unterstützung für den Gesamtprozess und eine strikte Ausrichtung auf Bedarfe der Familien.
Arbeitskreis Bewegung und Ernährung
AK-Sprecherin: Kerstin Moncorps (Bezirksamt MarzahnHellersdorf von Berlin, OE für Qualitätsentwicklung,
Planung und Koordination des öffentlichen
Gesundheitsdienstes)
Stellvertreterin: Karen Saß (Sport-Gesundheitspark
Berlin e. V., Abteilung Akademie: Ernährungsberatung)
Webseite: www.uebergewicht-berlin.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Danielle Dobberstein, dobberstein@gesundheitbb.de
Zielsetzung des Arbeitskreises Bewegung und Ernährung ist
die Unterstützung des Aufbaus eines flächendeckenden Systems von Bewegungs- und Ernährungsangeboten für übergewichtige Kinder, Jugendliche und deren Eltern in Berlin.
Das in diesem Zusammenhang vom Arbeitskreis entwickelte
Informationssystem (www.uebergewicht-berlin.de) für betroffene Familien und Multiplikator/innen wird kontinuierlich erweitert (derzeit 20.000 Zugriffe pro Jahr).

Die Treffen des Arbeitskreises dienen dem Austausch unter
Einrichtungen und Anbietern im Sinne der Förderung einer
Netzwerkbildung. Fachgespräche und Praxis-Workshops in
den Bereichen Bewegung, Ernährung und Verhalten unterstützen den Austausch zu Standards und Qualitätskriterien.
Der Fachaustausch hat 2010 und 2011 auf acht Treffen zu folgenden Schwerpunkten stattgefunden:
n Einbindung des Arbeitskreises in die Jahrestagung der
KgAS durch Teilnahmemöglichkeit von Mitgliedern
n Selbsthilfe als wichtiger Baustein der Prävention zur
nachhaltigen Verstetigung von therapeutischen Ansätzen
n Stetige Aktualisierung und Überarbeitung der Datenbank
www.übergewicht-berlin.de
Im Sinne des Netzwerkens laden wir zu unseren Arbeitkreistreffen themenrelevant Referent/innen zu Projektvorstellungen ihrer Institutionen ein. In 2010/2011 haben sich folgende
Projekte vorgestellt:
n Frühförderangebot für Kitas, Arbeitskreis Neue Medien,
Frau Brachmann
n Netzwerk Nachsorge, NeNa e.V.;
Herr Ramos
n AD(H)S, AHG-Klinik Beelitz-Heilstätten, Frau CA Dr.
Pellarin
n Selbsthilfe, ADHS Deutschland e.V.,
Herr Boerner
n „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“
Frau Hottenroth
n move&eat&more, Kraaibeek GmbH,
Frau Kraaibeek
n Health Angels, DRK KV Berlin-Nordost e.V., Frau Lindner
Zu den Vorstellungen gab es Fachgespräche mit dem besonderen Schwerpunkt der interdisziplinären Betrachtung sowie
Indikationen für Anforderungen an die Weiterbetreuung in
den einzelnen Bereichen. In den anschließenden Diskussionen wurden Anforderungen und Rahmenbedingungen an
das Zusammenspiel von stationären und ambulanten Programmen angesprochen.
Außerdem wurde die Beteiligung am Kongress Armut und
Gesundheit 2012 im Rahmen eines Fachforums vorbereitet.

11

Kinder- und Jugendgesundheit

Arbeitskreis Prävention von Unfällen im Kindesalter
AK-Sprecherin: Dr. Gudrun Borchardt (Techniker Krankenkasse,
Landesvertretung Berlin-Brandenburg)
Stellvertreterin: Kerstin Moncorps
(Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin,
OE für Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des
Öffentlichen Gesundheitsdienstes)
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Marion Amler, amler@gesundheitbb.de

Der Berliner Arbeitskreis zur Prävention von Unfällen im Kindes- und Jugendalter trägt dazu bei, den gesellschaftlichen
Stellenwert der Prävention von Kinderunfällen zu erhöhen
und zum weiteren Ausbau einer ressortübergreifenden, vernetzten und intensivierten Präventionsarbeit in diesem
Handlungsfeld zu motivieren.
Schwerpunkt des Arbeitskreises war in 2010 und 2011 zum
Einen der Fachaustausch mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Sicherheit für Kinder (BAG) mit dem Ziel, die daraus
resultierenden neuen Erkenntnisse, Schwerpunktthemen
und Wettbewerbsinitiativen im Rahmen des Kongresses Armut und Gesundheit den Fachleuten auch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

12

Für den Kongress Armut und Gesundheit 2010 wurde der
Workshop „Laufen. Springen. Klettern. Sicher geht das!“
konzeptionalisiert und durchgeführt. In 2011 fanden Vorbereitungen für den im März 2012 stattfindenden 17. Kongress
Armut und Gesundheit unter dem Motto „Daten für Taten –
Analyse des Verletzungsgeschehens im Kindesalter und datenbasierte Ableitung von Präventionsschwerpunkten“ statt.
Des Weiteren wurden Informationen zu aktuellen Themen
der Problematik „Kinderunfälle“ über den Info_Dienst von
Gesundheit Berlin-Brandenburg vermittelt, und zwar zu Vergiftungsrisiken im Kindesalter und zur Vorstellung der neuen
Kampagne der Unfallkasse Berlin „Risiko Raus!“
Mittelfristig plant der Arbeitskreis, Kontakte zum Berliner
Landesprogramm der Gesunden Kita, welches im August
2011 angelaufen ist, da sich auch hier fruchtbare Synergien
in der Zusammenarbeit ergeben können.
Für die Zukunft versteht sich die Arbeitsgruppe zunehmend
als eine Initiativgruppe, die für die Prävention von Unfällen
sensibilisiert, nicht mehr als regelmäßig tagende Arbeitsgruppe.

Jahresbericht 2010 und 2011

Arbeitskreis Schule
AK-Sprecherin: Stephanie Wetzel (SW Ernährungswissenschaftliche Dienstleistungen)
Stellvertreterin: Claudia Sommerschuh (DAK)
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Maren Janella, janella@gesundheitbb.de

Nach mehrjähriger Pause hat der Arbeitskreis Gesunde
Schule unter Koordination der Arbeitskreissprecherinnen
Stephanie Wetzel und Claudia Sommerschuh Ende des Jahres 2010 erneut zusammengefunden.
In den ersten Treffen wurde gemeinsam mit den bisherigen
und neuen Teilnehmer/innen und Interessierten Themen
vorgeschlagen und diskutiert, auch wurden neue Arbeitsmethoden in der Umsetzung der Arbeitskreistreffen beschlossen.
Folgende Fragestellungen und Themen, die im Rahmen der
Arbeitskreissitzungen diskutiert werden sollten, wurden gemeinsam erarbeitet:
n Was brauchen Schulen?
n System Schule gesünder machen
n Aufmerksamkeit für Themen erzeugen
n Gesundheit in Schulen stärken
n Schulen unterstützen
n Multiplikator/innen sensibilisieren und fortbilden
n Austauschform bestehender Verbände
Den Auftakt des Arbeitskreises bot ein Gastreferent der Vernetzungsstelle Schulverpflegung, der aktuelle Studienergebnisse zum Thema Schulverpflegung vorstellte und anschließend diskutierte. Dieses Vorgehen knüpfte an die bisherigen Sitzungen des Arbeitskreises an, die sehr von Impulsbeiträgen mit anschließender Diskussion geprägt waren. Angedacht für die Zukunft war jedoch eine veränderte
Vorgehensweise: Im Zentrum sollte eine Arbeitsatmosphäre
stehen, in der gemeinsam Themen entwickelt und bearbeitet
werden sollten.
Leider ließ sich diese neue Herangehensweise nicht umsetzen. Eine umfassende Telefonbefragung der ehemaligen und
neuen potentiellen Arbeitskreisteilnehmer/innen ergab,
dass die Interessenten nicht über die zeitlichen Ressourcen
verfügten, um sich aktiv und kontinuierlich an Arbeitskreissitzungen zu beteiligen. Der Arbeitskreis wurde daraufhin
aufgelöst.

Jahresbericht 2010 und 2011

Kinder- und Jugendgesundheit

Aktivitäten der Geschäftsstelle
„Gesund aufwachsen in Marzahn-Hellersdorf –
Modellvorhaben Präventionskette“
Projektlaufzeit: 2010 – 2013
Finanzierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
Umwelt sowie – im Rahmen ihrer Förderung des Regionalen
Knotens Berlin – die Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales, die Arbeitsgemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen und Krankenkassenverbände
Webseite:
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/
berlin/gesund-aufwachsen-in-marzahn-hellersdorf
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Andrea Möllmann, moellmann@gesundheitbb.de

Zentrale Anliegen des Modellvorhabens sind es,
n Eltern in belastenden Lebenslagen tatsächlich zu erreichen und in ihren Erziehungskompetenzen zu stärken,
n die Übergänge zwischen den Lebensphasen positiv zu gestalten,
n ressourcenorientierte und bedarfsgerechte Regelangebote für Familien, Kinder und Jugendliche in ihrem Wohnumfeld auf- und auszubauen sowie
n Kita, (Schule) und Stadtteile zu gesundheitsförderlichen
Lebenswelten für Kinder, Eltern und Fachkräfte zu entwickeln.
In der Phase rund um die Geburt ist es im Berichtszeitraum
gelungen, das Anliegen des Modellvorhabens im bezirklichen Netzwerk rund um die Geburt zu verankern, das Qualifizierungsangebot Good Practice-Werkstatt „Rund um die Geburt“ zum Kompetenzaufbau bei Fachkräften zu entwickeln
und in Zusammenarbeit mit dem „Netzwerk Starke Kinder“
eine exemplarische lokale Präventionskette in der Referenzregion Hellersdorf-Nord aufzubauen.
Für die Phase Kinder im Kita- und Grundschulalter ist vor allem die Etablierung des Programms „ELTERN-AG“ in allen
sechs Bezirksregionen des Aktionsraumsplus Nord-Marzahn/
Nord-Hellersdorf zu nennen. Die Qualifizierung von 12 ELTERN-AG-Mentor/innen in 2011 wurde dabei finanziell durch
das Modellvorhaben unterstützt. Außerdem wurde in 2011
erstmals ein Kitatransfertag organisiert und durchgeführt,
um damit die Qualitätsentwicklung im Setting Kita voranzutreiben. Themen waren die Zusammenarbeit mit Eltern und
der Aufbau von Erziehungspartnerschaften in der Kita. Bezüglich der Qualitätsentwicklung im Setting Stadtteil wurden
in dieser Phase niedrigschwellige, bedarfsgerechte und
nachhaltige Bewegungsangebote für Familien, Kinder (und
Jugendliche) in Marzahn-Hellersdorfer Stadtteilen ausgebaut. Gemeinsam mit Dissens e.V. und dem Fachbereich
Sportwissenschaften der Universität Potsdam wurde ein Curriculum erstellt, das Interessierten eine Weiterbildung zu
Bewegungspat/innen ermöglicht. Das Thema Jugendliche
wird schwerpunktmäßig in 2012 behandelt.

Im Tandemprojekt des Modellvorhabens „Vielfalt von Elternkompetenzen wahrnehmen“, das in Friedrichshain-Kreuzberg durchgeführt wird, liegt der Fokus auf der qualitativen
Ermittlung und Verbreitung von Ressourcen und Bedarfen
türkeistämmiger und arabischsprachiger Eltern hinsichtlich
der guten und gesunden Entwicklung ihrer Kinder. Dazu werden für alle Lebensphasen qualitative Befragungen mit Eltern durchgeführt und im Rahmen von Fachtagungen und
weiterführenden Fachaustauschen verbreitet.
Die Ergebnisse und Erfahrungen des Modellvorhabens werden auf bezirklicher, überbezirklicher und bundesweiter
Ebene verbreitet. Mit dem Modellvorhaben leistet Gesundheit Berlin-Brandenburg einen Beitrag für die Landesgesundheitskonferenz. Marzahn-Hellersdorf ist mit dem Modellvorhaben eine der ersten 16 Partnerkommunen im bundesweiten Partnerprozess „Gesund aufwachsen für alle!“
des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“.
Partnerprozess „Gesund aufwachsen für alle!“ und
Themenschwerpunkt Kindergesundheit im
Kooperationsverbund „Gesundheits­förderung bei sozial
Benachteiligten“
Projektlaufzeit: seit 2011
Finanzierung: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(BZgA)
Webseite:
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Bräunling, braeunling@gesundheitbb.de

Zentrale Aktivität des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ im Berichtszeitraum war es, gemeinsame Handlungsempfehlungen für die
Verbesserung von Gesundheitschancen bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Diesen
Prozess hat die Geschäftsstelle durchgehend koordiniert
und unterstützend begleitet. Im Mittelpunkt steht dabei die
Frage, wie Kinder und Jugendliche in schwieriger sozialer
Lage gesünder aufwachsen können. Die Handlungsempfehlungen sind 2011 unter dem Titel „Gesundheitschancen von
sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen nachhaltig
verbessern!“ erschienen und bündeln das Erfahrungswissen
aus über 50 Good Practice-Angeboten und der fachlichen Expertise aus dem Kooperationsverbund. Sie richten sich insbesondere an politische Entscheidungsträger in den Kommunen. Die Handlungsempfehlungen können über die Geschäftsstelle bezogen werden und stehen auf der Internetplattform des Kooperationsverbundes zum download zur
Verfügung.
Die Frage, wie diese Empfehlungen tatsächlich umgesetzt
werden können, mündete 2011 schließlich in den Beginn des
Partnerprozesses „Gesund aufwachsen für alle!“. Kommunale Akteure werden dabei unterstützt, gemeinsam gesund-

13

Handlungs­
empfehlungen

Kinder- und Jugendgesundheit

14

heitsfördernde Angebote für Kinder und Jugendliche mittels
Präventionsketten zu stärken und deren Verzahnung insbesondere in Übergangssituationen zu verbessern. Um einen
Prozess gemeinsamen Lernens zu fördern, sollen aus den
Erfahrungen der beteiligten Kommunen erfolgreiche Strategien abgebildet, aber auch Hürden und Handlungsbedarfe
konkretisiert werden.
Informationen aus dem Partnerprozess werden kontinuierlich auf www.gesundheitliche-chancengleicheit.de abgebildet. Gemeinsam mit den beteiligten Akteuren wurden Online-Instrumente zur Abbildung des Lernprozesses und des
Erfahrungsaustausches entwickelt. So wird ein nutzerfreundlicher, unkomplizierter und niedrigschwelliger Zugang
zum Partnerprozess und seinen Erkenntnissen für die beteiligten Nutzer/innen sichergestellt.

Kindergesundheit in Berlin und Gesundheitsziele für Kinder
– Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im
Land Berlin
Projektlaufzeit: seit 2008
Finanzierung: Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales
Webseite:
www.berlin-gesundheitfoerdern.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Katja Becker, becker@gesundheitbb.de

Im Juni 2007 vereinbarte die Landesgesundheitskonferenz (LGK) – ein freiwilliger Zusammenschluss örtlicher Akteur/innen aus dem Gesundheits- und Bildungswesen, der Verwaltung und Politik unter dem
Vorsitz des für Gesundheit zuständigen Mitglieds des
Senats – das Gesundheitsziel „Gesundheitschancen für Kinder und Jugendliche erhöhen – Benachteiligung abbauen“.
Um dieses Ziel überprüfbar zu machen, wurden Kinder im Alter von null bis sechs Jahren als Zielgruppe definiert und konkrete Zielgrößen in den Handlungsfeldern Ernährung, Bewegung und Sprache festgelegt.

Jahresbericht 2010 und 2011

Gesundheit Berlin-Brandenburg als Träger der Fachstelle für
Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin übt
auch die Geschäftsstellenfunktion der LGK aus. Die Arbeitsgemeinschaft begleitet somit sowohl als Mitglied der LGK
als auch als deren Geschäftsstelle den Kindergesundheitszielprozess und trägt Informationen über die Arbeit des Gremiums in die (Fach-)Öffentlichkeit. Durch die Fachstelle werden Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung der Prävention
und Gesundheitsförderung und für das Monitoring des Kindergesundheitszielprozesses entwickelt und umgesetzt. Vor
diesem Hintergrund wurde unter anderem die Webseite
www.berlin.gesundheitfoerdern.de aufgebaut. Ein wichtiger
Beitrag zum Monitoring des Kindergesundheitszielprozesses ist aus einer Zusammenarbeit der Senatsverwaltung für
Gesundheit und Soziales sowie der Senatsverwaltung für
Bildung, Jugend und Wissenschaft im Rahmen der LGK-Arbeitsgruppe „Kita und Gesundheit“ hervorgegangen. Mit einem besonderen Fokus auf dem aktuellen Stand der Integration von Bildung und Gesundheit in Berliner Kitas hat 2011
das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung im Auftrag
der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales eine Analyse durchgeführt (http://beki.ina-fu.org/). Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Etablierung von
Gesundheitsförderung und Prävention in Kitas und stellen
damit eine notwendige Ergänzung zu den Daten der Berliner
Sozial- und Gesundheitsberichterstattung dar.
Die achte Landesgesundheitskonferenz fand am 15. Dezember 2011 im Rathaus Schöneberg unter dem Motto „Gesundheitschancen von Kindern und Jugendlichen erhöhen – Benachteiligungen abbauen“ statt. Diskutiert wurden Strategien, die allen Berliner Kindern ein gesundes Aufwachsen ermöglichen können, aber auch die Herausforderungen, die es
dabei zu meistern gilt. Gesundheitssenator Mario Czaja hielt
die Eröffnungsrede und gratulierte gemeinsam mit Werner
Mall, AOK Nordost, den 31 Kitas, die für ihren Einsatz im Projekt „Kitas bewegen“ ausgezeichnet wurden.
Auf der Konferenz wurde eine Bilanz des bisherigen Kindergesundheitszielprozesses gezogen. Gleichzeitig wurden wirkungsvolle Strategien zur Weiterentwicklung des begonnenen Prozesses beraten. Auch wenn nicht alle quantifizierten
Ziele erreicht wurden – es wurden wertvolle Erkenntnisse
hinsichtlich wirksamer Strategien und Maßnahmen für ein
gesundes Aufwachsen gewonnen. Eines der Schwerpunktthemen der achten LGK war dementsprechend das Konzept
der Präventionskette, welches Prävention und Gesundheitsförderung nicht punktuell, sondern längs der verschiedenen
Altersphasen zu verbinden sucht und entsprechende Angebote miteinander verzahnt. Auch gelingende Elternarbeit,
Möglichkeiten der Gesundheitsförderung in Kitas sowie die
Möglichkeiten der gemeinsamen Ausgestaltung von Bewegungsräumen im Stadtteil wurden thematisiert und diskutiert. Die Dokumentation der Veranstaltung können Sie unter
www.berlin.gesundheitfoerdern.de herunterladen.

Jahresbericht 2010 und 2011

Kindergesundheit in der Fachstelle
Gesundheitsziele im Land Brandenburg
Projektlaufzeit: seit 2009
Finanzierung: Ministerium für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Webseite:
www.buendnis-gesund-aufwachsen.de
Ansprechpartner bei GesBB:
Holger Kilian, kilian@gesundheitbb.de

Das „Bündnis Gesund Aufwachsen im
Land Brandenburg“ (BGA) wird durch
das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV)
koordiniert, die Fachstelle Gesundheitsziele unterstützt diese Arbeiten.
Die fachliche Arbeit des Bündnisses leisten fünf Arbeitsgruppen, in denen sich engagierte Akteur/innen aus dem Land
über aktuelle Entwicklungen austauschen, Bedarfslagen diskutieren und Lösungsansätze vorschlagen. Das Themenspektrum der Arbeitsgruppen umfasst sowohl die Stärkung
von Prävention und Gesundheitsförderung als auch die Ausgestaltung der Versorgungslandschaft in Brandenburg – die
AG „Frühe Hilfen und Pädiatrische Versorgung“ begleitet
beispielsweise die Konzeptionalisierung und den Aufbau eines Neugeborenen-Hörscreenings im Land.

Kinder- und Jugendgesundheit

Regionale Knoten Berlin vor allem auf die Frage, ob es den
vorhandenen Berliner Strukturen gelingt, Familien in schwierigen Lebenslagen insbesondere in der Phase Rund um die
Geburt zu erreichen. Dazu erstellt und aktualisiert der Regionale Knoten regelmäßig Übersichten zu Strukturen, Angeboten, Projekten und Programmen für diese Lebensphase in
Berliner Bezirken, um Transparenz und Orientierung zu vermitteln. Weitere Aktivitäten des Regionalen Knotens sind die
Entwicklung eines Integrierten Handlungsleitfadens als
fachliche Orientierung für Professionelle, der in 2012 erscheinen wird.
Der Regionale Knoten Berlin bringt regelmäßig seine Expertise im Rahmen Berlin- und bundesweiter Fachaustausche,
Fachtagungen und Expert/innenrunden ein, so auch in über

Im Berichtszeitraum unterstützte die Fachstelle Gesundheitsziele im Land Brandenburg, in Trägerschaft von Gesundheit Berlin-Brandenburg, das MUGV bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der AG-Sitzungen,
der Sitzungen des Steuerungskreises und bei der Vorbereitung und Durchführung des BGA-Plenums im November
2010, in dessen Rahmen die AG-Ergebnisse vorgestellt und
die Zielsetzungen bis Ende 2012 beschlossen wurden. In der
ersten Jahreshälfte 2010 wurde die Webseite des Bündnisses aufgebaut und seitdem kontinuierlich mit aktuellen Informationen und Materialien insbesondere zu den Arbeitsinhalten der Arbeitsgruppen versorgt. Auf der Webseite findet
sich auch der „Datenmonitor Kindergesundheit“ – eine Zusammenstellung zentraler Daten zum Gesundheitsstatus
von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg, die
eine fachliche Grundlage für die Aktivitäten der Arbeitsgruppen bildet.

20 Veranstaltungen in den Jahren 2010 und 2011. Daneben
organisiert er eigene Veranstaltungen, z. B. den Fachaustausch „Gesundes Aufwachsen unterstützen. Das wollen alle
– ANDERS?! Entwicklung eines gemeinsamen Qualitätsverständnisses“ am 23. Mai 2011 mit Uwe Sandvoss, Präventionsbeauftragter der Stadt Dormagen im Rahmen des Netzwerks für Familien.
Seit September 2010 ist der Regionale Knoten Berlin maßgeblich an der Umsetzung des dreijährigen Modellvorhabens „Gesund aufwachsen in Marzahn-Hellersdorf“ beteiligt
(siehe S.13). Gleichzeitig unterstützt der Knoten Berlin die
Bezirke Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte bei eigenen Prozessen im Sinne einer Präventionskette bzw. bei
der Umsetzung der Berliner Gesundheitsziele im Rahmen gesundheitsförderlicher Stadtteilentwicklung und Gesundheitsförderung und Prävention rund um die Geburt.

Kindergesundheit im
Regionalen Knoten Berlin

Kindergesundheit im
Regionalen Knoten Brandenburg

Projektlaufzeit: seit 2004
Finanzierung: Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen
und Krankenkassenverbände, Senatsverwaltung für
Gesundheit und Soziales
Webseite: www.knoten-berlin.de
Ansprechpartnerinnen bei GesBB:
Andrea Möllmann, moellmann@gesundheitbb.de,
Danielle Dobberstein, dobberstein@gesundheitbb.de
Einer der wesentlichen Schwerpunkte des Regionalen Knoten Berlin liegt auf der Gesundheitsförderung bei Kindern bis
drei Jahren in schwieriger sozialer Lage. Dabei orientiert der

Projektlaufzeit: seit 2004
Finanzierung: Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen
und Krankenkassenverbände im Land Brandenburg und
das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Webseite: www.knoten-brandenburg.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Annett Schmok, schmok@gesundheitbb.de
Die Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Kindern ist auch Thema des Regionalen Knoten in Brandenburg.
Schwerpunktmäßig hat sich der Regionalen Knoten 2010

15

Kinder- und Jugendgesundheit

Broschüre
„Übergänge
gemeinsam
gestalten“

und 2011 u. a. mit Strategien kommunaler Vernetzung in
ländlichen Lebensräumen auseinandergesetzt. Eine gleichnamige Fachtagung – u.a. mit Uwe Sandvoss und zahlreichen
guten Praxisbeispielen aus dem Land Brandenburg – sensibilisierte die Fachöffentlichkeit für ein verstärktes fachübergreifendes Handeln insbesondere in ländlichen Regionen.
Zentrale Kernaussage der Veranstaltung war, dass die Kommune eine Schlüsselrolle für das Gelingen ressortübergreifender Kooperationen einnehme und daher stärker in den
Fokus rücken müsse. Die Ergebnisse der landesweiten Veranstaltung wurden in einer Broschüre „Übergänge gemeinsam gestalten“ publiziert.
Ein weiteres Kernthema des Regionale Knotens war die Förderung von Qualitätsentwicklung im Rahmen des Projektes
„Kitas für Kitas“. Eingebettet in den landesweiten Gesundheitszieleprozess Bündnis Gesund Aufwachsen ist dieses
Projekt auf einen niedrigschwelligen Transfer guter Kita-Praxis ausgerichtet. Ziel ist es u.a., von den Erfahrungen guter
Praxis zu lernen und die Qualität der eigenen Arbeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln. In dem Zusammenhang
wurden in 2010 in einer Pilotphase vier Trans­fertage zum Thema
„Sprachförderung“ durchgeführt;
in 2011 wurden bereits acht Transfertage zum Thema „Gelingende Zusammenarbeit von Kita und
Familie“ umgesetzt.

16

Broschüre „Kinder
im Kontext
häuslicher Gewalt“

Weiterhin widmete
sich der Regionale
Knoten Brandenburg
mit einer Veranstaltungsreihe in den
Jahren 2010 und 2011
dem Thema „Kinder
im Kontext häuslicher Gewalt“. 130
Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen folgten der Einladung zur Auftaktveranstaltung im November 2010. Expert/innen informierten über die Hintergründe des schwierigen, aber wichtigen Themas und zeigten
den Erzieher/innen erste Handlungsmöglichkeiten auf. Als
Reaktion auf die große Nachfrage der Kita-Mitarbeiter/innen
wurden im Folgejahr in Cottbus, Eberswalde, Brandenburg
an der Havel und Neuruppin Praxisworkshops angeboten.
Diese gaben insgesamt 90 Teilnehmenden einen Rahmen
zum weiteren fachlichen Austausch und konkrete Hilfestellungen für den Kita-Alltag. Besonderes Augenmerk lag auf
der Frage, wie die Kita ihren Kinderschutz-Auftrag wahrnehmen könne. Expert/innen raten, in Verdachtsfällen Kolleg/
innen hinzuzuziehen, Beobachtungen unbedingt zu notieren
und das weitere Vorgehen mit einer Beratungsstelle abzustimmen. Fachkräfte – nicht nur aus dem Kita-Bereich – können sich hierzu beispielsweise an die Frauenhäuser ihrer
Region wenden. Die Ergebnisse der Veranstaltungen, vertie-

Jahresbericht 2010 und 2011

fende Fachbeiträge und hilfreiche Kontakte sind in der Broschüre „Kinder im Kontext häuslicher Gewalt“ festgehalten
und beim Regionalen Knoten Brandenburg erhältlich.
Audit Gesunde Schule/Gesunde Kita
Projektlaufzeit: seit 2006
Finanzierung: BKK Landesverbände Ost und Nordwest
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Maren Janella, janella@gesundheitbb.de,
Annett Schmok, schmok@gesundheitbb.de
Gesundheit Berlin-Brandenburg ist seit dem Jahr 2006 lizenzierte Zertifizierungsstelle für das „Audit Gesunde Kita/Audit
Gesunde Schule“. Das von der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V. entwickelte Zertifizierungsverfahren wird in sechs Bundesländern umgesetzt: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Ziel ist es hierbei, die Einrichtungen in einer gesundheitsförderlichen Settingentwicklung
zu unterstützen.
Anhand eines Kriterienkataloges bewerten die Einrichtungen
ihre eigene Arbeit und verfassen einen Qualitätsbericht. Eine
unabhängige Kommission, bestehend aus eigens dafür geschulten Auditor/innen (Kitaerzieher/innen oder Lehrer/innen) und einer Vertreterin der Zertifizierungsstelle, führen
nach Prüfung der Unterlagen eine Fremdbewertung durch.
Das Zertifikat „Gesunde Kita/Gesunde Schule“ ist drei Jahre
gültig und kann dann erneut erworben werden (Rezertifizierung). Finanziert wird das Verfahren über die BKK Landesverbände Ost und Nordwest.
In Brandenburg wird das Audit Gesunde Schule/Gesunde
Kita seit vier Jahren durchgeführt. Die Stärken des Audits als
Instrument der Qualitätsentwicklung liegen dabei insbesondere in der internen und externen Auseinandersetzung mit
der Gesundheitsförderung in Schule und Kita. Derzeit sind
27 Schulen und 22 Kitas in Brandenburg re-/zertifiziert worden. In Berlin wird das Verfahren bereits seit 2006 umgesetzt. Seit dieser Zeit konnten 21 Kitas zertifiziert und 6 Kitas
rezertifiziert werden. Im Schulbereich konnten seit 2006 13
Schulen zertifiziert und 4 Schulen rezertifiziert werden.

FUN – „Familie und Nachbarschaft“
Projektlaufzeit: 2010 – 2012
Finanzierung: Ministerium für Landwirtschaft und
Infrastruktur Brandenburg
Webseite: www.fun-brandenburg.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Cornelia Karth, karth@gesundheitbb.de

Das Kürzel FuN steht für
Familien und Nachbarschaft und der Name ist
Programm. FuN macht
Spaß. Eltern und Kinder

Jahresbericht 2010 und 2011

machen bei diesem Programm gemeinsam als Familie neue
positive Erfahrungen und werden in ihrem Familienzusammenhalt unterstützt und gefordert. Durch interaktive Übungen und Spiele, bei denen die Eltern als verantwortliche Regisseure ihres Familienlebens betrachtet werden, wird Elternverantwortung und Elternkompetenz auf der Basis der
vorhandenen Ressourcen in konkreten Situationen weiterentwickelt und eingeübt. FuN spricht besonders die Eltern
oder die Personen an, die an der Erziehung der Kinder beteiligt sind und bestärkt sie in ihrer Bedeutung für das Familienleben.
In der Projektlaufzeit wurden an acht Standorten im Land
Brandenburg insgesamt 96 pädagogische Fachkräfte aus
Einrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten, Jugendämtern und sozialen Diensten im FuN-Projekt durch Gesundheit
Berlin-Brandenburg und das Institut praepaed geschult. Am
10. November 2011 fand ein Auswertungstreffen in Eberswalde statt mit dem Ziel, die ersten Erfahrungen des FuN-Programms gemeinsam zu reflektieren und die eigenen Erfahrungen mit denen der anderen Teams in Beziehung zu setzen. Bisher führten 38 Fachkräfte, die in Eberswalde ihr FuNZertifikat erhielten, 11 FuN Kurse mit insgesamt 60 Familien
durch. Erfolge und Ergebnisse aus diesen Kursen, die von
den FuN-Teamer/innen in lebendiger Form vorgestellt wurden, können Sie auf der Internetseite nachlesen.

Kinder- und Jugendgesundheit

Wesentliches Ziel des Projektes ist die nachhaltige Vernetzung der Akteur/innen aus den Bereichen Berufsorientierung und Lebensplanung vor Ort. Die Umsetzung in den Regionen trugen regionale Kooperationskreise mit jährlich ca.
1500 Beteiligten aus Tätigkeitsfeldern wie Berufsberatung,
Sozialarbeit, Sexualpädagogik sowie von Bildungsträgern,
Kammern (IHK und HWK) und aus der Verwaltung. Wichtige
Zielpersonen sind neben den Jugendlichen deren Eltern und
Lehrkräfte. An den Elternabenden informierten sich jeweils
rund 80 Elternteile über die Angebote im Landkreis. 2011 war
„komm auf Tour“ zusätzlich auf Bildungsmessen vertreten.
Hier wurden auch ältere Jugendliche sowie Ausbildungsbetriebe erreicht.
Die Landeskoordinierungsstelle unterstützt die interministerielle Zusammenarbeit zur Steuerung des Projektes mit dem
Ziel einer landesspezifischen Anpassung und begleitet die
regionalen Vernetzungs-Aktivitäten. Sie hat in beiden Jahren
die Projekteffekte beschrieben: Die Eltern wertschätzten das
Konzept „Stärken stärken“ und erkannten ihre Rolle als
wichtigste Ansprechpartner/innen für die Heranwachsenden. Ebenso betrachteten die Lehrkräfte das Angebot und
die Begleitmaterialien als bereichernd. „komm auf Tour“
wird im Unterricht vor- und über das aktuelle Schuljahr hinaus nachbereitet.

Gruppenprophylaxe im Land Brandenburg
Landeskoordinierung von „komm auf Tour –
meine Stärken, meine Zukunft“
Projektlaufzeit: seit 2008
Finanzierung: Agenturen für Arbeit im Land Brandenburg,
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA),
geldwerte Leistungen durch die Kommunen und das Land
Webseite: www.komm-auf-tour.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Dr. Iris Schiek, schiek@gesundheitbb.de,
Maike Rühl, ruehl@gesundheitbb.de
„komm auf Tour“ als interaktives Angebot der BZgA verbindet die Bereiche Lebensplanung und Berufsorientierung
und
unterstützt Jugendliche
beim Übergang von der
Schule in die Arbeitswelt. Die bundesweite Projektentwicklung, Qualitätssicherung und Durchführung von „komm auf
Tour“ leistet die Agentur Sinus – Büro für Kommunikation
GmbH. In den Jahren 2010 und 2011 wurde es in Kooperation
mit den Agenturen für Arbeit im Land Brandenburg und dem
Land Brandenburg an 13 (2010) bzw. 11 Standorten (in 2011)
realisiert. In einem Erlebnisparcours entdeckten pro Jahr insgesamt rund 6000 Siebt- und Achtklässler/innen von Oberund Förderschulen ihre persönlichen Stärken und wurden
motiviert, sich über ihre berufliche und persönliche Zukunft
Gedanken zu machen.

Projektlaufzeit: seit 1993
Finanzierung: Ministerium für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg,
Landeszahnärztekammer Brandenburg und die
Krankenkassenverbände des Landes Brandenburg
Webseite:
www.brandenburger-kinderzaehne.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Bettina Bels, bels@gesundheitbb.de
Die Gruppenprophylaxe ist ein Maßnahmenpaket
zur Erkennung und Verhütung von Zahnerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die
Maß­nahmen werden jährlich flächendeckend
in Kitas und Schulen von den Teams der Zahnärztlichen Dienste der Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Brandenburg durchgeführt. Diese aufsuchende niedrigschwellige
Betreuung leistet einen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit. Gesetzliche Grundlage für die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe ist § 21 Sozialgesetzbuch V.
Eine Internetpräsenz unter www.brandenburger-kinderzaehne.
de wurde erstellt, die seit Mai 2011 fachübergreifendes und
interdisziplinäres Arbeiten, Transparenz und Austausch fördert.
Im Jahr 2011 war das Büro der zahnärztlichen Gruppenprophylaxe Gastgeber der Tagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) und der Geschäftsführer/innen der Landesarbeitsgemeinschaften für Kinderund Jugendzahnpflege. Darüber hinaus wurden Materialien
zum Präventionsprogramm „Kita mit Biss“ in Zusammenarbeit mit Zahnärztlichen Diensten erarbeitet, die Koordinatorin des Büros präsentierte die Gruppenprophylaxe auf dem

17

Kinder- und Jugendgesundheit

Brandenburgischen Zahnärztetag in Cottbus und es entstand
der Flyer „Gesunde Zähne haben gut lachen!“. Er stellt Struktur, Aufgaben und Maßnahmen dar und unterstützt so die
Öffentlichkeitsarbeit des Büros und der Zahnärztlichen
Dienste.

Netzwerk Gesunde Kita
Projektlaufzeit: seit 2001
Finanzierung: Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen
und Familie im Land Brandenburg
Webseite: www.gesunde-kita.net
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Annett Schmok,schmok@gesundheitbb.de

18

Das Netzwerk Gesunde Kita unterstützt Prozesse der Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung. Dies ist wichtig, denn die Qualität in Brandenburger Kitas ist nach wie vor
ausbaufähig.
So wurden in 2011 u. a. in enger Abstimmung mit der Praxis
erstmals Empfehlungen erarbeitet. Den Auftakt machte
das Themenfeld „Gesunde Ernährung“. Im Rahmen
von Workshops und Fokusgruppen mit Eltern und
Fachkräften wurden Bedarfe ermittelt und Lösungswege diskutiert. Im November 2011 fand
eine Fachtagung zur gleichen Thematik statt mit
dem Ziel, den Qualitätsentwicklungsprozess mit
fachlichen Impulsen zu unterstützen und die KitaLandschaft für eine gesunde Ernährung in der Kita zu
sensibilisieren. Dieser Prozess wird eng begleitet und unterstützt durch das Familienministerium, das Gesundheitsministerium und das Bildungsministerium.
Die Handlungsempfehlungen werden allen Brandenburger
Einrichtungen, die an einer qualitativen (Weiter-)Entwicklung von Gesundheitsförderung Interesse haben, als Orientierungshilfe zur Verfügung gestellt.

BLiQ – Bewegtes Leben im Quartier
Projektlaufzeit: 2008 – 2011
Finanzierung: Bundesministerium für Gesundheit im
Rahmen des Nationalen Aktionsplanes IN FORM
Webseite:www.gesundheitbb.de/
index.php4?request=themen&topic=2430&type=infotext
Ansprechpartner/in bei GesBB:
Stefan Bräunling, braeunling@gesundheitbb.de,
Maren Janella, janella@gesundheitbb.de
„BLiQ“ ist ein Vernetzungsprojekt. Die Grundidee ist, dass Familien und Mitarbeiter/innen
in Einrichtungen ihren Stadtteil gemeinsam
zu einem Bewegten Stadtteil auch für Kleinkinder umgestalten. Zielgruppe sind Jungen und Mädchen
von null bis sechs Jahren und ihre Familien in sozial benachteiligten Stadtteilen. Besondere Beachtung findet die Beteiligung von Familien mit Migrationshintergrund.
BLiQ wurde nach einer halbjährigen Aufbauphase von Frühjahr 2009 bis Frühjahr 2011 in vier Berliner Quartieren (Kreuzberg-Oranienplatz, Kreuzberg-Wrangelkiez, Kreuzberg-Vik-

Jahresbericht 2010 und 2011

toriapark und Marzahn-NordWest) sowie zwei Gebieten in
Brandenburg (Potsdam-Stern/Drewitz/Kirchsteigfeld und
Neuruppin) durchgeführt. Insgesamt waren an der Gesamtkoordination des Modellvorhabens sowie am lokalen Aufbau
der sechs Bündnisse etwa 90 Partner/innen beteiligt. Die
Durchführung wurde durch Gesundheit Berlin-Brandenburg
koordiniert, gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen des Aktionsplans IN FORM, Förderinitiative
Gesunde Lebensstile und Lebenswelten.
Das Konzept von BLiQ wurde 2009 mit dem Gesunde StädtePreis ausgezeichnet. Nach erfolgreichem Netzwerkaufbau
wurde es in allen sechs BLiQ-Gebieten umgesetzt. Dazu gehörten die Einrichtung Bewegter Winter- und Sommerspielplätze mit dazugehöriger Schulung für Bewegungstrainer/
innen, Bewegte Wege sowie die Durchführung von Qualitätszirkeln in Kindertagesstätten.
Im Zuge der Umsetzung des Konzeptes zur Bewegungsförderung ergaben sich aus der intensiven Zusammenarbeit mit
den Akteur/innen vor Ort viele zusätzliche Projekte, die das
Gesamtvorhaben unterstützt haben, z.B. die Einrichtung eines kostenlosen Spielgeräteverleihs in einem Familienzentrum in Kreuzberg, und die Erstellung eines Kinderstadtplans
für die Region Marzahn NordWest.
Das partizipativ entwickelte, integrierte Handlungskonzept
zur Bewegungsförderung wird in Teilen in allen sechs Gebieten weiterhin umgesetzt. Auch nach der Projektlaufzeit von
BLiQ bestehen die Netzwerkstrukturen weiter.

Jahresbericht 2010 und 2011

Gesund älter werden

Gesund älter werden
Gesundheitsförderung im Alter – in unserem letzten Jahresbericht wurde dieses Arbeitsfeld noch als Stiefkind der deutschen
Präventionslandschaft bezeichnet. In den letzen Jahren hat sich jedoch zunehmend eine Perspektive durchgesetzt, Prävention und Gesundheitsförderung bis ins höchste Alter als Gewinn für die Lebensqualität zu betrachten. Damit verbunden ist die
Hoffnung, durch die Erschließung gesundheitlicher Ressourcen die steigende Pflegebedürftigkeit zu begrenzen. Nimmt man
den prognostizierten Anstieg der Altersarmut hinzu, sind hier Konzepte erforderlich, die besonders ältere Menschen in
schwierigen Lebenslagen ansprechen und erreichen. Der Arbeitskreis Altern und Gesundheit verfolgt diese Themen bereits
seit vielen Jahren. Neu ist, dass zunehmend auch dementsprechende Projekte in der Geschäftsstelle angesiedelt sind. Das
Thema Alter und Gesundheit wird auch zukünftig – nicht zuletzt im Rahmen der Zielprozesse in beiden Bundesländern – ein
Schwerpunkt bleiben.

Übersicht ausgewählter Veranstaltungen in 2010 und 2011
Datum

Veranstaltung

In Kooperation mit

Ort

3. 6. 2010

„Nachbarschaft bewegen – Gemeinschaft
fördern. World Café für Akteure der Berliner
Seniorenarbeit und interessierte Bürger/
innen“

Zentrum für Bewegungsförderung Berlin und Learning
Community

Berlin

2.9.2010

Fachtagung „Gesund alt werden im Kiez“

Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung
im Land Berlin, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg,
demografiekonzept (Senatsverwaltungen Berlins)

Berlin

16.9.2010

Fachtagung „Alternde Kommunen als
Chance!?“

Zentrum für Bewegungsförderung Brandenburg, Stadt
Eberswalde, BZgA

Eberswalde

2. 12. 2010

Satellit „Gesund und aktiv älter werden“

BZgA, Landesvereinigung für Gesundheit und
Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

Berlin

2.12.2010

BKK-Preis im Rahmen des 16. Kongress Armut BKK Bundesverband, Kooperationsverbund 	
und Gesundheit „Vorbildliche Praxis 2010:
„Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“
Gesund im Alter – Selbstbestimmt wohnen
und aktiv bleiben“

Berlin

7.12.2010

Expertenforum „Männer wollen ihren Sport!
Möglichkeiten und Grenzen einer gesundheitsorientierten Bewegungsförderung bei
Senioren"

Zentrum für Bewegungsförderung Brandenburg in
Kooperation mit dem Brandenburgischen Präventionsund Rehabilitationssportverein (BPRSV) e.V.

Blossin

5.5.2011

Fachtagung „Gesund älter werden in
Brandenburg“

Fachstelle Brandenburg, Ministerium für Umwelt,
Gesundheit und Verbraucherschutz

Potsdam

27.6.2011

Fachtagung „Selbstbestimmt alt werden im
Kiez. Pflegestützpunkte als Motor für ein
selbstbestimmtes Leben im Quartier“

Landesseniorenbeirat Berlin, Arbeitskreis Altern und
Gesundheit

Berlin

26.10.2011

Fachtag „Den Alltag im Stadtteil bewegen
– Potenziale der Bewegungsförderung im
Alter“

Zentrum für Bewegungsförderung Berlin, Gesunde
Städte-Netzwerk, Regionalverbund Berlin sowie AOK
Nordost

Berlin

27. 10. 2011

BZgA-Regionalkonferenz „Hier werd‘ ich alt,
hier kann ich bleiben! Gesund und aktiv älter
werden in ländlichen Lebensräumen“

BZgA (Regionalkonferenz der Veranstaltungsreihe
GESUND & AKTIV ÄLTER WERDEN), Zentrum für
Bewegungsförderung Brandenburg

Potsdam

27. 10. 2011

Good Practice-Werkstatt Quartier „Bewegt!
Treptow-Köpenick“

Kooperation des Gerontopsychiatrisch-Geriatrischen
Potsdam
Verbundes mit dem Bezirksamt Treptow-Köpenick und
dem Netzwerk „Leben im Kiez“; Regionaler Knoten
Berlin und Zentrum für Bewegungsförderung Berlin

7.12. 2011

Good Practice-Werkstatt Quartier „Bewegt!
Treptow-Köpenick“

Kooperation des Gerontopsychiatrisch-Geriatrischen
Berlin
Verbundes mit dem Bezirksamt Treptow-Köpenick und
dem Netzwerk „Leben im Kiez“; Regionaler Knoten
Berlin und Zentrum für Bewegungsförderung Berlin

19

Gesund älter werden

Jahresbericht 2010 und 2011

Aktivitäten der Arbeitskreise
Arbeitskreis Altern und Gesundheit Berlin
AK-Sprecher: Dr. Heinz Trommer †,
seit November 2011 Prof. Dr. Josefine Heusinger
Stellvertreterin: Prof. Dr. Josefine Heusinger (Institut für
gerontologische Forschung), seit November 2011 	
Dr. Barbara Weigl (Evangelische Hochschule Berlin)
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Pospiech, pospiech@gesundheitbb.de
Das Jahr 2011 bedeutet eine Zäsur in der Geschichte des Arbeitskreises Altern und Gesundheit, denn der Gründer und
Vorsitzende Dr. Heinz Trommer verstarb im Mai 2011 nach
langer Krankheit, von der er sich bis zum Schluss jedoch
nicht von seinem Engagement für den Arbeitskreis abhalten
ließ. Die Lücke, die er hinterlässt, ist noch immer vielfach zu
spüren, und er wird allen Mitgliedern mit seiner warmherzigen, zugewandten, in der Sache aber unerbittlichen Art unvergesslich bleiben. In der letzten Sitzung 2011 wurde besprochen, die Leitung des Arbeitskreises künftig Dr. Josefine
Heusinger als Sprecherin und Dr. Barbara ­Weigl als stellvertretender Sprecherin anzuvertrauen.

20

In den Jahren 2010 und 2011 trafen die Mitglieder des Arbeitskreises zu jeweils fünf Sitzungen zusammen. Zu allen
Sitzungen waren Referent/innen eingeladen, die in Fachvorträgen zu vielfältigen, im AK gemeinsam ausgewählten Themen Informationen gaben und zur Diskussion stellten.
Drei Themenbereiche zogen sich kontinuierlich durch die Arbeit: Erstens die Entwicklung der Pflegestützpunkte in Berlin, zweitens die kommunalen und berlinweiten Aktivitäten
für Gesundheit im Alter, darunter die bezirklichen und die
Landesgesundheitskonferenz und das Zentrum für Bewegungsförderung, und drittens die Gestaltung der Foren zum
Thema Alter auf den Kongressen Armut und Gesundheit.
Mit der Entscheidung, in Berlin Pflegestützpunkte zu errichten, wurden große Erwartungen an eine dringend benötigte
wohnortnahe, zielgruppengerechte Beratungsstruktur geweckt, die zudem noch lokale Angebote rund ums Alter vernetzt und weiterentwickelt. In diesem Zusammenhang machte der Arbeitskreis in zwei öffentlichen Stellungnahmen an

die politisch Verantwortlichen seine Bedenken öffentlich.
2011 führte Frau Hollmach, Autorin eines vielbeachteten Artikels zur Problematik und Leiterin eines Pflegestützpunktes
in Zehlendorf-Steglitz in Trägerschaft der Diakonie, noch einmal drastisch vor Augen, woran es bei der Umsetzung des
Konzeptes hapert und welch problematische Rolle Pflegekassen und Senat dabei spielen. Daraufhin waren der zuständige Staatssekretär Fritsch und Frau v. Lersner-Wolf aus
der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales
bei den nächsten Sitzungen zu Gast und diskutierten die Problematik. Schließlich organisierte der Arbeitskreis zusammen mit dem Landesseniorenbeirat am 27. Juni 2011 im Sozialwerk Berlin eine Veranstaltung mit mehr als 120 Teilnehmer/innen. Nach einem Fachvortrag von Dr. Susanne Kümpers (WZB) zu den besonderen Bedarfen sozial benachteiligter pflegebedürftiger Menschen mussten auf dem Podium u.
a. Vertreter/innen von Senat und Pflegekassen dem kritischen Publikum Rede und Antwort stehen.
In den vergangenen zwei Jahren haben in verschiedenen Berliner Bezirken Gesundheitskonferenzen zum Thema „Gesund alt werden“ stattgefunden, die Landesgesundheitskonferenz hat beschlossen, Gesundheitsziele für Ältere zu formulieren. Über diese Prozesse wurde im Arbeitskreis regelmäßig informiert, verschiedene Mitglieder haben sich engagiert an den zahlreichen Fachveranstaltungen beteiligt und
so die Arbeit der Fachstelle aktiv begleitet. Mehrfach Gegenstand von Vorträgen und Diskussionen war auch das Geriatriekonzept der Berliner Ärztekammer, das im Arbeitskreis auf
einige Kritik stieß. Dieses Thema wird aktuell weiter verfolgt.
Auf dem Kongress Armut und Gesundheit 2010 hat der Arbeitskreis fünf gutbesuchte Foren organisiert. Einer der Höhepunkte war das Diskussionsforum zum Thema „Verwirklichungschancen am Lebensende“. Ein hochkarätig besetztes
Podium diskutierte über Möglichkeiten, wie eine menschenwürdige Versorgung und Begleitung am Lebensende gerade
auch für alte Menschen erreicht werden kann, deren Sterben
im Vergleich zu dem von Krebspatient/innen insgesamt noch
eher wenig Aufmerksamkeit erfährt. Das Thema wird auf
dem kommenden Kongress fortgeführt, bei dem es eine kritische Debatte zum Thema Autonomie am Lebensende geben
wird.
Weiterhin befasste sich der Arbeitskreis mit folgenden Themen: Sechster Altenbericht, Situation Pflegender Angehöriger, interkulturelle Öffnung von Pflegeheimen am Beispiel
einer Vitanas-Einrichtung, die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen, die 2009 beschlossenen neuen gesetzlichen Regelungen zur Patientenverfügung, die Ergebnisse der LISA-Studie aus Berlin Mitte, die Problematik der IGEL-Leistungen,
aktuelle Erkenntnisse zur Verbreitung rechtsextremer Einstellungen bei älteren Menschen und das Management von
Schnittstellen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung alter Menschen, zu der die Patientenbeauftragte
Frau Stötzner 2011 eine Broschüre veröffentlicht hat.
Der Arbeitskreis hat in den Jahren 2010/2011 neue Mitglieder
gewonnen und durch die zahlreichen Referent/innen wichtige neue Kontakte geknüpft.

Jahresbericht 2010 und 2011

Brandenburgischer Arbeitskreis
„Alter, Bewegung und Gesundheit“
AK-Sprecherin: Annett Schmok
(Gesundheit Berlin-Brandenburg)
Stellvertreterin: Marisa Elle
(Gesundheit Berlin-Brandenburg)
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Marisa Elle, elle@gesundheitbb.de
2009 nahm das „Zentrum für Bewegungsförderung Brandenburg“ seine Arbeit bei Gesundheit Berlin-Brandenburg am
Standort Potsdam auf. Das aus Bundes- und Landesmitteln
geförderte Projekt ist als Vernetzungsstelle konzipiert und
hat unter anderem zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen
Akteuren der Bewegungsförderung zu stärken. Da bisher
keine landesweiten Strukturen zum fachlichen Austausch
bestanden, wurde der Arbeitskreis „Alter, Bewegung und
Gesundheit“ gegründet, der sich im März 2010 zu seiner konstituierenden Sitzung traf. Er dient den Mitgliedern als regionale Austauschplattform zum Thema Gesundheits- und Bewegungsförderung bei Senior/innen im Land Brandenburg
sowie dem Projekt als fachliche Begleitung. Der Arbeitskreis
(AK) tritt vier Mal jährlich zusammen. Koordiniert und moderiert wird er durch Gesundheit Berlin-Brandenburg. Seine
derzeit 20 Mitglieder vertreten die Bereiche Politik, Gesundheit und Sport im Land Brandenburg.

In Form eines partizipativen Prozesses können die Mitglieder
des AK mitentscheiden, welchen Themen sich der AK aktuell
zuwendet und bearbeitet. Im Jahr 2010 dominierten die Arbeitsthemen Vernetzung in ländlichen Räumen und Bedingungen für mehr Lebensqualität im Alter. Dabei wurden insbesondere bestehende Formen der Vernetzung und Vernetzungsstrukturen diskutiert. Die Mitglieder des AK tauschten
sich hierzu intensiv aus und berieten anhand von fachlichen
Beiträgen. 2011 war neben dem Austausch auch die thematische Ausrichtung zur BZgA-Regionalkonferenz „Hier werd’
ich alt, hier kann ich bleiben! Gesund und aktiv älter werden
in ländlichen Lebensräumen“ Gegenstand der Arbeit des AK
Der AK sprach Empfehlungen hinsichtlich spezifischer Fragestellungen und Themenfelder aus, mit denen sich die Fachveranstaltung befassen sollte, und unterstützte bei der Identifizierung guter Praxisprojekte.
Zu Beginn des Jahres 2012 wird der Arbeitskreis „Alter, Bewegung und Gesundheit“ im Rahmen des geplanten „Bündnisses Gesund Älter Werden im Land Brandenburg“ weitergeführt.

Gesund älter werden

Aktivitäten der Geschäftsstelle

Fachstelle Brandenburg – Aufbau des
„Bündnis Gesund Älter werden im Land Brandenburg“
Projektlaufzeit: seit 2011
Finanzierung:
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV)
Webseite: www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/
bb1.c.279943.de
Ansprechpartner bei GesBB:
Holger Kilian, kilian@gesundheitbb.de
Seit 2011 unterstützt die Fachstelle Gesundheitsziele im
Land Brandenburg, in Trägerschaft von Gesundheit BerlinBrandenburg, das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV) beim
Aufbau eines landesweiten Bündnis Gesund Älter werden im
Land Brandenburg. Dieses Bündnis soll Partner zusammenführen, die in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen gemeinsam
die Bedingungen für ein gesundes Älterwerden verbessern
wollen. Aufbauend auf einem vom MUGV organisierten ersten Vorbereitungsworkshop 2010 führte die Fachstelle Gesundheitsziele am 5. Mai 2011 in Potsdam die Fachtagung
„Gesund älter werden in Brandenburg“ durch, auf der sich im
Anschluss an die Fachbeiträge u.a. von Prof. Adelheid Kuhlmey (Institut für medizinische Soziologie der Charité Berlin)
die Teilnehmer/innen in „World-Café“-Arbeitsgruppen über
die möglichen Themen eines künftigen Bündnisses austauschen konnten (www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/
bb1.c.251364.de). Diese Ergebnisse wurden durch die Fachstelle gesichert und zum Ausgangspunkt des weiteren Vorbereitungsprozesses für das Bündnis gemacht, der u.a. einen Expertenworkshop im Dezember 2011 umfasste.
Thematisch steht im Mittelpunkt des Bündnisses der Erhalt
von Selbständigkeit, Selbstbestimmung und sozialer Einbindung im Alter. Dieser Prozess beginnt bereits im Berufsleben
und ist auch bei Eintreten einer Pflegebedürftigkeit noch
nicht beendet. Die besondere Herausforderung in einem Flächenland wie Brandenburg besteht darin, gerade auch in
dünn besiedelten ländlichen Regionen Unterstützungsangebote bereitzustellen, die beispielsweise auch dann noch eine
bedarfsgerechte Mobilität gewährleisten, wenn die körperlichen und finanziellen Möglichkeiten der hier lebenden Menschen eingeschränkt sind. Das Bündnis kann in diesem Zusammenhang an zahlreiche Aktivitäten und Initiativen im
Land anknüpfen und ist ein Element des Seniorenpolitischen
Maßnahmenpaketes der Landesregierung.
Die Gründungsveranstaltung des Bündnis Gesund Älter werden im Land Brandenburg fand am 16. März 2012 in Potsdam
statt, zu der die für Gesundheit zuständige Ministerin Anita
Tack eingeladen hatte. Das Bündnis wurde von 23 Akteuren
im Land Brandenburg gegründet, die sich zuvor auf eine Gemeinsame Erklärung geeinigt hatten.

21

Gesund älter werden

Jahresbericht 2010 und 2011

Gesundheitsziele für gesundes Altern – Fachstelle Berlin
Projektlaufzeit: seit 2008
Finanzierung: Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales
Webseite: www.berlin.gesundheitfoerdern.de
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Pospiech, pospiech@gesundheitbb.de
Auf der 5. LGK 2008 verständigten sich die Mitglieder der
LGK in nicht-öffentlicher Sitzung, einen zweiten Zielprozess
zu initiieren.
Im Rahmen einer Arbeitsgruppe der LGK wurden – moderiert
und begleitet durch die Fachstelle – die Handlungsfelder und
Themen für den Zielprozess vorgeschlagen und diese in Abstimmung mit dem Steuerungsausschuss für eine Beschlussvorlage ausformuliert.
Spezialbericht
„Zur sozialen Lage
älterer Menschen
in Berlin“

In den Prozess wurde eine breite (Fach-)Öffentlichkeit einbezogen. Auf der 6. und 7. Landesgesundheitskonferenz 2009
und 2010 sowie der Fachtagung „Gesund alt werden im Kiez“
im September 2010 wurden die Handlungsfelder mit zahlreichen Expert/innen, Vertreter/innen der älteren Bevölkerung
und interessierten Bürger/innen beraten. Über 1500 Teilnehmer/innen beteiligten sich an den Diskussionen auf den Landesgesundheitskonferenzen, Gesundheitsforen und Fachtagen.

22

7. Landesgesundheitskonferenz 2010
Im Ergebnis verständigte sich die LGK im Gesundheitszielprozess „Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten“ auf folgende Ziele:
1. Strategien und Maßnahmen der sozialraumorientierten
Gesundheitsförderung und sozialen Teilhabe ausbauen
2. Maßnahmen der Bewegungsförderung ausbauen und ältere Menschen motivieren und fördern, sich regelmäßig zu
bewegen
3. Die gesellschaftliche Teilhabe psychisch kranker, älterer
Menschen und ihrer Angehörigen fördern und adäquate
Versorgungsstrukturen weiterentwickeln
Bei der Konkretisierung und Umsetzung werden die Querschnittsthemen gesundheitliche Chancengleichheit einschließlich der Situation älterer Migrant/innen und Gender
Mainstreaming berücksichtigt.

Zur Unterstützung des Zielprozesses initiierte die Fachstelle
begleitende Prozesse, um an der konkreten Umsetzung der
Ziele zu arbeiten:
n Im Handlungsfeld Depression wurde auf Basis der Fachforen auf der 7. LGK sowie eines Fachgespräches unter Federführung der Psychotherapeutenkammer Berlin und
der Ärztekammer Berlin ein Fachdialog begonnen. Dabei
wurde an die Diskussionen zur geriatrischen Versorgung
auf der 6. und 7. LGK und das Geriatriekonzept der Ärztekammer Berlin angeknüpft.
n Im Handlungsfeld Demenz wurde durch die Fachstelle ein
ein Fachaustausch der demenzfreundlichen Kommunen
in Berlin aufgebaut. Im Ergebnis wurde das bezirksübergreifende Projekt „Demenz – Ein Thema für den Unterricht“ initiiert.
n Im Handlungsfeld Bewegung unterstützt das Zentrum für
Bewegungsförderung in Trägerschaft von Gesundheit
Berlin-Brandenburg die LGK, die Bezirke und Partner aus
den Sozialräumen bei der Planung und Umsetzung bewegungsförderlicher Angebote.
n Im Handlungsfeld sozialraumorientierter Gesundheitsförderung und Prävention arbeiten die Fachstelle und das
Gesunde Städte-Netzwerk im Rahmen bezirklicher Zielprozesse eng zusammen.
In 2011 erarbeiteten die damaligen Senatsverwaltungen für
Gesundheit und Soziales zudem gemeinsam mit der Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin einen Spezialbericht „Zur sozialen Lage älterer Menschen
in Berlin – Armutsrisiken und Sozialleistungsbezug“, der in
der Reihe zum Sozialstatistischen Berichtswesen Berlin erschien. Der Bericht analysiert die soziale Lage von Bürger/
innen ab 50 Jahren in Berlin und deren Abhängigkeit von
staatlichen Leistungen der Mindestsicherung. Untersucht
werden außerdem der Zusammenhang zwischen gesundheitlicher und sozialer Lage sowie die Entwicklung von Gesundheitszielen in Berlin. Krankheit, Pflegebedürftigkeit und
Behinderung wie auch Nichterwerbstätigkeit oder prekäre
Beschäftigung werden als mögliche Armutsrisiken dargestellt.

Zentrum für Bewegungsförderung Berlin
Projektlaufzeit: seit 2009
Finanzierung:
Bundesministerium für Gesundheit (bis Februar 2011),
Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales
Webseite:www.bewegung-foerdern.de/
Berlin.16.0.html?&no_cache=1,www.gesundheitberlin.de/
index.php4?request=themen&topic_id=916
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Cornelia Wagner, wagner@gesundheitbb.de
Das Zentrum für Bewegungsförderung Berlin wurde im Rahmen des Nationalen Aktionsplans „IN FORM – Deutschlands
Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ unter
der Förderung des Bundesministriums für Gesundheit aufgebaut. Seit März 2011 wird das Zentrum durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales finanziert. Ziel der Ko-

Jahresbericht 2010 und 2011

Gesund älter werden

Weiteres Handlungsfeld ist die Informationsvermittlung für
Akteure der Berliner Seniorenarbeit und Bürger/innen vor
Ort (z.B. in Nachbarschaftshäusern, Stadtteilzentren oder
Seniorenfreizeitstätten). Im Rahmen der Beratung der Landesgesundheitskonferenz Berlin, bezirklicher Gesundheitskonferenzen sowie weiterer Gremien sensibilisiert das
Zentrum zudem für die Relevanz der Bewegungsförderung
im Alter und schafft Voraussetzungen für die Entwicklung
geeigneter Rahmenbedingungen.

ordinierungs- und Vernetzungsstelle ist es, Verantwortliche
bei der Gestaltung bewegungsfreundlicher Stadtteile zu unterstützen und insbesondere auch bisher inaktive Senior/innen sowie ältere Menschen in schwierigen Lebenslagen einen bewegten Alltag zu ermöglichen.
Dazu werden Fachtagungen durchgeführt, die Akteure für
die Bedeutung körperliche Aktivität im Alter sensibilisieren,
ihre Vernetzung fördern und Beispiele guter Praxis von Partnern bekannt machen. Das Zentrum richtet sich zudem mit
Qualifizierungsangeboten an lokale Akteure, um diese in der
Qualitätsentwicklung ihrer Angebote zu unterstützen und
den Erfahrungsaustausch bezüglich gelingender Praxis zu
fördern.
Weiteres Handlungsfeld des Zentrums ist die Initiierung und
Begleitung der Berliner Spaziergangsgruppen, um Akteure
in Stadtteilen bei der Gestaltung niedrigschwelliger und
wohnortnaher
Bewegungsangebote zu unterstützen. Bei den Berliner
Spaziergangsgruppen
handelt es sich um ehrenamtlich begleitete, regelmäßige Spaziergänge. In Folge
des World-Cafés am 3. Juni 2010 hat das Zentrum ein Konzept entwickelt und unterstützt seit 2010 den Aufbau von
Spaziergangsgruppen in den Berliner Bezirken. Die Spaziergangsgruppen richten sich an (ältere) Menschen mit und
ohne Mobilitätseinschränkung. Neben der Bewegung steht
das gemeinschaftliche Erleben im Mittelpunkt. Organisiert
und koordiniert werden die Gruppen durch soziale Einrichtungen vor Ort, die meist auch Ausgangspunkt für die
Spaziergänge sind. Erste Evaluationen und Erfahrungen aus
den Gruppen zeigen, dass der niedrigschwellige und
wohnortnahe Zugang positiv bewertet werden.
Maßnahmen des Zentrums beinhalten zudem die Erstellung
von Orientierungshilfen, Fachbeiträgen und Leitfäden zum
Thema Bewegungsförderung im Alter. Ende 2011 erschien
die Publikation „Schritt für Schritt zu mehr Gesundheit im
Alter“. Der Leitfaden gibt Einblicke in bisher gemachten Erfahrungen und bietet eine praxisnahe Orientierungshilfe, um
begleitete Spaziergangsgruppen aufzubauen. Der gemein­
same mit der AOK Nordost – Die Gesundheitskasse entwickelte Leitfaden beschreibt zudem das von der AOK Nordost
entwickelte Konzept zur gezielten Sturzprävention.

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit
im Rahmen von IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung wurde in Trägerschaft von Gesundheit Berlin-Brandenburg in 2011 außerdem die Publikation „Mehr Bewegung im Alltag – Aktives
Leben im Alter fördern. Arbeitshilfen und Praxisbeispiele“
(www.lzg-bayern.de/tl_files/	
catalog_upload/m/mehr-bewegung-im-alltag.pdf)
veröffentlicht. Die Publikation bündelt gewonnene Erfahrungen und gibt einen Überblick über die Praxisbeispiele
und Arbeitshilfen, die durch die Zentren für Bewegungsförderung in der ersten Förderphase aufgegriffen und/
oder entwickelt worden sind.

Arbeitshilfen „Mehr
Bewegung im
Alltag“

Zentrum für Bewegungsförderung Brandenburg
Projektlaufzeit: seit 2009
Finanzierung: Bundesministerium für Gesundheit,
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Webseite: www.bewegung-foerdern.de/
Brandenburg.20.0.html?&no_cache=1
www.gesundheitberlin.de/index.
php4?request=themen&topic_id=916
Ansprechpartner bei GesBB:
Annett Schmok, schmok@gesundheitbb.de
Seit fast drei Jahren beschäftigt sich das Zentrum für Bewegungsförderung Brandenburg mit der Gesundheits- und Bewegungsförderung bei älteren Menschen, vernetzt Akteure
und erörtert Bedarfe. Um sich dem Thema zu nähern und
gute Praxis aufzuzeigen, wurde zum Projektbeginn im Jahre
2009 eine Situations- und Projektanalyse im Land durchgeführt. Mit Hilfe von Gesprächen vor Ort mit engagierten Personen aus den Bereichen Sport, Bewegung und Gesundheit
sowie der Zielgruppe selbst, wurden Bedarfe älterer Menschen konkretisiert sowie Ziele für die Projektarbeit formuliert.
In Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern u. a. aus
den Bereichen Sport, Wissenschaft, Politik und Gesundheit
konnte das Zentrum für Bewegungsförderung im Laufe seiner Projektlaufzeit zum Beispiel den fachlichen Austausch
unterschiedlicher Akteure durch einen landesweiten Arbeitskreis fördern und eine Kommune beim Ausbau der lokalen
Vernetzung unterstützen. Im Jahr 2012 ist eine Bedarfsermittlung zur Gesundheits- und Bewegungsförderung bei älteren Menschen eines Stadtviertels in Eberswalde mit Hilfe
von Fokusgruppen geplant. Aus den Ergebnissen sollen
Handlungsempfehlungen für die Stadt als Basis zur Initiierung von Maßnahmen und Angeboten formuliert werden.

23

Broschüre
„Schritt für Schritt
zu mehr Gesundheit
im Alter“

Gesund älter werden

Jahresbericht 2010 und 2011

Die Ergebnisse der Situations- und Projektanalyse sowie die
gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen der Projektarbeit wurden in Form einer Handreichung zusammengefasst und aufbereitet. Unter dem Titel „Gesund und aktiv älter werden im
Land Brandenburg. Eine Handreichung zur Bewegungsförderung mit älteren Menschen“ können sich Interessierte allgemein über das Thema informieren und erfahren zum Beispiel
neben Modellen guter Praxis, welche infrastrukturellen Besonderheiten das Land Brandenburg aufweist, welche Finanzierungs- und Kooperationsmöglichkeiten es gibt oder warum ältere Männer im Sport eine besondere Zielgruppe sind.

Kommunale Gesundheits- und Bewegungsförderung bei
älteren Menschen in Eberswalde
Projektlaufzeit: seit 2009
Finanzierung: Bundesministerium für Gesundheit,
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Annett Schmok, schmok@gesundheitbb.de

24
Broschüre
„Alternde
Kommunen als
Chance!?“

Unter dem Titel „Alternde Kommunen als Chance!?“ fand am
16. Oktober 2010 eine Fachtagung in Eberswalde statt. 80
Teilnehmende aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft und
Praxis diskutierten hinsichtlich der Ressourcen einer sozialraumbezogenen Gesundheits- und Bewegungsförderung bei
älteren Menschen. Die Veranstaltung war Resultat eines Unterstützungsprozesses der Kommune, ortsansässige Akteur/innen für Maßnahmen der Gesundheits- und Bewegungsförderung zu sensibilisieren und so bewegungsfreundliche Lebenswelten zu stärken. Eine Dokumentation der Veranstaltung wird in 2012 erscheinen.
Die Stadt Eberswalde knüpfte an diesen Prozess an. Nach
Sondierungsgesprächen mit der Stadtverwaltung unterstützt das Zentrum für Bewegungsförderung Brandenburg
das Brandenburgische Viertel der Stadt Eberswalde bei der
Bedarfsermittlung hinsichtlich der Gesundheits- und Bewegungsförderung bei älteren Menschen im Stadtteil. Hierzu
wird aufbauend auf die 2011 durchgeführte Sozialstudie der
Stadt eine Bedarfsermittlung mit Hilfe von Fokusgruppen
(Befragung/Diskussion mit der Zielgruppe im Rahmen zu einem bestimmten Thema) durchgeführt. Die Ergebnisse der
Fokusgruppenbefragung sollen dem Stadtteil Bedarfslagen
und Handlungsoptionen aufzeigen. Gesundheit Berlin-Brandenburg begleitet diesen Prozess.

BKK-Preis 2010 und Vorbereitung 2012
Projektlaufzeit: seit 2006
Finanzierung: BKK Bundesverband
Ansprechpartner bei GesBB:
Marco Ziesemer, ziesemer@gesundheitbb.de
Der BKK-Preis wird traditionell am Tag vor dem Kongress Armut und Gesundheit im Rahmen einer Satellitenveranstaltung verliehen und ist mit einem Preisgeld von jeweils
1.000,- Euro dotiert. Die BKK-Preisverleihungen bezogen
sich im Berichtszeitraum immer auf den Schwerpunkt Ältere.
Im Jahr 2010 haben sich insgesamt 94 Angebote aus dem
Themenfeld „Altersgerechtes Wohnen“ um den BKK-Preis
beworben. Daraus wurden die folgenden drei Preisträger ermittelt:
n das Mehrgenerationenhaus „Unter den Arkaden“ in
München,
n das Projekt „Denk-Sport-Spiel-Parcours“ in Bremerhaven und
n „Aktiv Altern im Kiez Friedrichsfelde Süd“ in Berlin.
Allen drei Projekten gemein ist, dass sie aufzeigen, wie
Stadtteilkonzepte aussehen können, um Menschen ein aktives, selbstbestimmtes und gesundes Leben zu ermöglichen.
Zudem fördern sie den Austausch zwischen den Generationen. In der Broschüre „Gesund im Alter“ des BKK Bundesverbandes (erhältlich u. a. hier: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/service/materialien/#materialien2_345) werden
Praxisbeispiele vorgestellt, die sich um den Preis „Vorbildliche Praxis 2010: Gesund im Alter – selbstbestimmt wohnen
und aktiv bleiben“ beworben haben.
Durch die Verschiebung des Kongress-Termins fand in 2011
keine BKK-Preisverleihung statt. Jedoch liefen bereits Vorbereitungen für die Preisverleihung im Zuge des 17. Kongress
Armut und Gesundheit. Der BKK-Preis 2012 stand unter dem
Motto „Nicht erkrankt und doch betroffen – Unterstützungsangebote für Angehörige von Demenzkranken“.

Jahresbericht 2010 und 2011

Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklung
Die Qualitätsentwicklung im Feld der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention ist ein zentraler und bereichsübergreifender Themenschwerpunkt in der Arbeit von Gesundheit Berlin-Brandenburg. In den Arbeitskreisen des Vereins werden Fragen der Qualitätsentwicklung intensiv diskutiert. Neben dem Good Practice-Ansatz des Kooperationsverbundes und der damit verbundenen Webseite www.gesundheitliche-chancengleichheit.de sowie der Struktur der Regionalen
Knoten leisten insbesondere die Fachstellen durch ihre Begleitung der Gesundheitsziele in den Bundesländern einen entscheidenden Beitrag zur Qualititäsentwicklung. Deutlichen Ausdruck findet diese Zielstellung zudem auf dem jährlichen
Kongress Armut und Gesundheit, wo neben den Arbeitskreisen des Vereins bundesweit Expert/innen neue Forschungsergebnisse, Praxisprojekte oder Handlungsstrategien vorstellen.
Übersicht ausgewählter Veranstaltungen in 2010 und 2011
Datum

Veranstaltung

In Kooperation mit

Ort

21.1. 2010

Schulung der Regionalen Knoten: 	
Partizipative Qualitätsentwicklung

Kooperationsverbund

Berlin

8./9. 2. 2010

Beratender Arbeitskreis

Kooperationsverbund/BZgA

Köln

18. 2. 2010

Experten-Workshop Gesundheitsförderung
bei sozial benachteiligten Kindern und
Jugendlichen

Kooperationsverbund

Berlin

8. 9. 2010

8. Treffen Kooperationsverbund

Kooperationsverbund

Berlin

7.10. 2010

WZB Herbsttagung  „Gesund von klein auf
– Verwirklichungschancen für alle Kinder
verbessern!

AOK-Bundesverband, WZB

Berlin

3./4. 12.2010

16. Kongress „Armut und Gesundheit“

und zahlreiche Partner

Berlin

24.-25. 2. 2011

Moderator/innen-Schulung zur Good
Practice-Werkstatt Gesunde Kita

Kooperationsverbund

Köln

19.10. 2011

WZB-Herbsttagung: „Gesundheit nachhaltig AOK-Bundesverband, WZB
fördern – Effizienz in der Prävention“

30. 11. 2011

9. Treffen Kooperationsverbund

Kooperationsverbund

Aktivitäten der Geschäftsstelle
16. Kongress Armut und Gesundheit
„Verwirklichungschancen für Gesundheit“
Veranstalter: GesBB und zahlreiche Partner
Webseite: www.armut-und-gesundheit.de
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Weigand, weigand@gesundheitbb.de
Der Kongress Armut und Gesundheit setzte in 2010 den
Schwerpunkt auf die Frage, welches Potenzial eine Orientierung an dem Konzept der Verwirklichungschancen auch im

Berlin
Berlin

Kontext von Armut und Gesundheit birgt. Verwirklichungschancen beinhalten dabei sowohl die individuelle Lebenssituation als auch die Handlungsspielräume, die den Menschen offen stehen. Das von Amartya Sen entwickelte Konzept bietet in Bezug auf Gesundheitsförderung die Möglichkeit, der Komplexität von Problemlagen bei der Entstehung
gesundheitlicher Ungleichheit sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen besser gerecht zu werden.
Der Kongress mit seinen interdisziplinär besetzten Veranstaltungen und Diskussionsforen hat als Kernziel den „Multilog“ – die Kontaktaufnahme und Verständigung der 2.000
Teilnehmenden unter- und miteinander im Hinblick auf die
Entwicklung von Konzepten und Strukturen für gesunde Le-

25

Qualitätsentwicklung

Jahresbericht 2010 und 2011

Prof. Dr. Uwe Bittlingmeyer zur Eröffnung
des 16. Kongress Armut und Gesundheit

benswelten. Mit seiner Breite an
Themen und Akteur/innen –
mehr als 80 Veranstaltungen
wurden im Verlauf des 3. und 4.
Dezember 2010 im Rathaus
Schöneberg angeboten – liefert
der Kongress stets wichtige Impulse für die Beantwortung der
Frage, wie gerade sozial benachteiligte Menschen zur
Selbstbestimmung und Einflussnahme auf ihre eigene Gesundheit und deren Determinanten befähigt werden können.

WZB-Herbsttagungen 2010 und 2011
Veranstalter: AOK-Bundesverband, Wissenschaftszentrum Berlin, GesBB
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Weigand, weigand@gesundheitbb.de

26

„Gesund von klein auf – Verwirklichungs­chancen für alle
Kinder verbessern!“
Im Rahmen der Herbsttagung 2010 wurden gerecht verteilte
Gesundheitschancen als elementare Rechte aller Kinder thematisiert. Gemeinsam mit dem AOK-Bundesverband und
dem WZB hat Gesundheit Berlin-Brandenburg Expert/innen
eingeladen und die Frage aufgeworfen, wie Prävention und
Gesundheitsförderung die Gesundheitschancen sozial benachteiligter Kinder verbessern können.
Dr. Herbert Reichelt vom AOK-Bundesverband erklärte dazu,
dass Bildung und Gesundheit elementare Voraussetzungen
für Chancengleichheit sind und sah deshalb Maßnahmen im
Setting Kita und Schule als einmalige Chancen an, die
Grundsteine für einen guten Start in den Beruf und einen gesunden Lebensstil zu legen. Prof. Dr. Rolf Rosenbrock vom
Wissenschaftszentrum Berlin gab zu bedenken, dass Kinder
aus sozial benachteiligten Gruppen in allen Phasen ihres Le-

WZB-Herbsttagung 2011

bens mehr und höhere physische und psychosoziale Hürden
zu nehmen hätten als Gleichaltrige aus der Mittel- und Oberschicht. Dem müssten Programme lebensweltorientierter
Prävention und Gesundheitsförderung Rechnung tragen.
Die Vorstellung der Ergebnisse der AOK-Familienstudie 2010
„Wie geht es Eltern?“ durch Dr. Wolfgang Settertobulte, des
Projektes Adebar durch Mirjam Hartmann und des Netzwerkprojektes Anschub.de durch Elisabeth Müller-Heck gaben
einen Einblick in die Praxis und die Sicht der Betroffenen.
Das abschließende Podium diskutierte, ob und wie die Chancen sozial benachteiligter Kinder durch gesetzliche Regelungen verbessert werden könnten. Die Tagung konnte insgesamt den Austausch der Expert/innen untereinander bezüglich Möglichkeiten der Gesundheitsförderung sozial benachteiligter Kinder und einer Ausweitung des Kinderschutzgesetzes vorantreiben.
„Qualität und Effizienz in der Prävention“
Im Rahmen der WZB-Herbsttagung am 19. Oktober 2011 diskutierten die 120 Teilnehmenden u. a. aus dem Gesundheitswesen und der Berliner Verwaltung Erfordernisse und Wege,
die notwendig sind, um Qualität und Effizienz in der Prävention systematisch und nachhaltig zu verankern. Gemeinsam
mit Expert/innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis stand
die Notwendigkeit einer umfassenden Qualitätsentwicklung
in der Gesundheitsförderung und einer breit angelegten Präventionsstrategie im Vordergrund. Dass sich Prävention auszahlt, wurde bereits im Eingangsreferat von Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes,
deutlich. Auch bestehen bereits zahlreiche Konzepte und
Leitfäden, welche die Qualität und Nachhaltigkeit gesundheitsfördernder Maßnahmen erhöhen sollen. Was fehlt, sind
laut Prof. Dr. Petra Kolip von der Universität Bielefeld jedoch
Überblicke mit Angaben zur Wirksamkeit bestehender Verfahren sowie Beratungen und Schulungen zum Einsatz von
Qualitätsverfahren für Präventionsprojekte.
Es herrschte Einigkeit darüber, dass ein vernetztes Handeln
aller Akteur/innen und eine Bündelung von Erkenntnissen
und Erfahrungen Voraussetzung für die Entwicklung nachhaltiger Strategien in der Gesundheitsförderung ist. Die be-

Jahresbericht 2010 und 2011

reits bestehenden Projekte laufen noch zu oft ohne systematischen Austausch nebeneinander her. Die Realisierung festgelegter Präventionsziele und ineinandergreifender Präventionsketten kann jedoch nur durch die Zusammenarbeit aller
relevanten Akteure sowie durch ein abgestimmtes Vorgehen
aller Ebenen – Kommune, Land und Bund – gelingen. Die gemeinsame Zusammenarbeit muss durch wissenschaftliche
Erkenntnisse gestützt werden. Als konkrete Maßnahmen forderte Prof. Dr. Rolf Rosenbrock den Aufbau einer Transferund Koordinierungsstelle Qualität auf Bundesebene. Auch
Qualifikations- und Beratungsangebote auf Länderebene
wurden als notwendig erachtet.

Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung innerhalb des
Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial
Benachteiligten“
Finanzierung: Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung
Webseite: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de
Ansprechpartner bei GesBB:
Webseite: Niels Löchel, loechel@gesundheitbb.de;
Praxisdatenbank:
Marco Ziesemer, ziesemer@gesundheitbb.de;
Arbeitshilfen:
Stefan Bräunling, braeunling@gesundheitbb.de
Relaunch der Webseite
Am 11. Mai 2011 ging das runderneuerte Webportal des Kooperationsverbundes online. Mit einem modernen Websei-

Qualitätsentwicklung

tensystem wird nun auf der Internetplattform www.gesundheitliche-chancengleichheit.de die im Verbund gesammelte
Expertise zum Thema gesundheitliche Ungleichheit ansprechend sowie nachvollziehbar dargestellt.
Zentrales Leitsystem sind die Schwerpunktthemen: Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Kindern und Familien, bei Arbeitslosen, sozial benachteiligten Älteren und der
Arbeit im Quartier. Hier werden fachliche Informationen, Praxisbeispiele, aktuelle Diskussionen, Termine und vieles
mehr für die Nutzer/innen verständlich zusammengeführt.
Kerninhalte der Plattform sind vor allem aktuelle Artikel zu
Veranstaltungen, Praxiserfahrungen und Forschungsergebnissen. Die Artikel werden nun „blog“-typisch von Autor/innen aus und um den Verbund verfasst und sind mittels neuem Schlagwortsystem recherchierbar. Interviews, Kommentare, Berichte, Videos und mehr von Expert/innen aus Politik,
Wissenschaft und Praxis stehen nutzerfreundlich, attraktiv
und lesenswert zur Verfügung. Neue Möglichkeiten des interaktiven Austausches, wie beispielsweise Onlinediskussionen, runden den Relaunch ab.
Praxisdatenbank
„Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“
Herzstück der Plattform www.gesundheitliche-chancengleichheit.de ist die online recherchierbare bundesweite Praxisdatenbank mit fast 2.000 gesundheitsfördernden Angeboten.
Die Einträge werden kontinuierlich überprüft und sind neben

27

Qualitätsentwicklung

bewährten Kategorien jetzt auch für die Leitthemen „Kinder
und Jugendliche“, „Ältere Menschen“, „Arbeitslose“ und
„Stadtteil/Quartier“ recherchierbar.
Um die eingestellten Angebote und Projekte bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen, wurden im Berichtszeitraum
die Darstellungsmöglichkeiten in der Datenbank technisch
erweitert und verschiedene Tools geschaffen. Die Projekte
können nun beispielsweise neben Bildern und PDF-Dateien
auch Videos ihres Angebotes einstellen. Mit dem Datenbankeintrag bekommen die Projekte zudem einen einprägsamen Link, den sie für ihre Kommunikation nutzen können.
Darüber hinaus wurde im Bereich der Praxisdatenbank ebenfalls ein blogähnliches Artikelsystem eingeführt, mit dem die
Datenbankprojekte über Entwicklungen und konkrete Ergebnisse aus ihrer Praxis berichten können.
Good Practice-Ansatz
Der Good Practice-Ansatz des Kooperationsverbundes wurde als eine niedrigschwellige Methode der Qualitätsentwicklung konzipiert und orientiert sich an zwölf Qualitätskriterien, nach denen in einem fachlichen Begutachtungsverfahren
des Kooperationsverbundes erfolgreiche Beispiele der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung ausgewählt und
empfohlen werden. Die ausgewählten Projekte werden auf
der Internetplattform ausführlich vorgestellt.

28

Bis November 2011 konnten 105 Beispiele Guter Praxis identifiziert und vorgestellt werden. Seit 2010 wird das Good
Practice-Auswahlverfahren auf Programme und Netzwerke
angewendet. Mit „BodyGuard – Das IB-Gesundheitsprogramm für Jugendliche“ (Frankfurt am Main) wurde im selben Jahr das erste Programm und mit „REGSAM – Regionale
Netzwerke für Soziale Arbeit“ (München) das erste Netzwerk
als Good Practice ausgezeichnet. Die Beschreibung der Good
Practice-Projekte werden kontinuierlich aktualisiert. Sie sol-

Arbeitshilfen für Prävention und Gesundheitsförderung im
Quartier
Die Arbeitshilfen „Aktiv werden für Gesundheit“ geben Hilfestellung für die Projektentwicklung, Qualität und Überprüfung gesundheitsfördernder Maßnahmen. Dies unterstützt
die langfristige Wirkung von Gesundheitsförderung und Prävention. Neue Partner können sich so ein Bild von den Erfolgen gesundheitsförderlicher Maßnahmen machen und als
Unterstützer gewonnen werden. Zahlreiche anschauliche
Beispiele zeigen, wie vielfältig das Thema Prävention im Lebensalltag umgesetzt werden kann. Nachdem die erste Auflage der Arbeitshilfen Anfang 2009 erschienen und schnell
vergriffen war, konnten im Berichtszeitraum ergänzende
Fachhefte erstellt sowie eine zweite Auflage herausgegeben
werden.

Jahresbericht 2010 und 2011

len insbesondere für Praktiker/innen Unterstützung in ihrer
täglichen Arbeit bieten.
Um ein besseres inhaltliches Verständnis zu erlangen, wurde
in 2011 damit begonnen, die Good Practice-Kriterien zu operationalisieren und zu skalieren, sodass für jedes Kriterium
unterschiedliche, in der Praxis zu beobachtende Ausprägungsformen ausgewiesen werden. In 2012 ist vorgesehen,
für die Kriterien Zielgruppenbezug, Multiplikatorenkonzept,
Niedrigschwelligkeit, Partizipation, Empowerment, SettingAnsatz und Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung sogenannte Steckbriefe zu erarbeiten,  sie inhaltlich mit dem
Beratenden Arbeitskreis des Kooperationsverbundes abzustimmen und öffentlich zu machen.
Welche Möglichkeiten gibt es, um arbeitslose Menschen in
Beteiligungsprozesse einzubinden? Wie genau kann denn
Empowerment für Kinder oder ältere Menschen in der Praxis
aussehen? Neben der Operationalisierung wurden die Kriterien „Partizipation“ und „Empowerment“ anhand von Beispielen entlang der Leitthemen konkretisiert und praxisorientiert auf der Internetplattform www.gesundheitliche-chancengleichheit.de dargestellt. Dies liefert zusätzliche Anregungen für Projektplaner/innen zur Umsetzung von Projekten.
Zur Verbreitung der Qualitätskriterien und ihrer Anwendung
in der Praxis wurden Schulungskonzepte wie die Werkstätten „Good Practice-Kriterien in der Gesundheitsförderung im
Quartier“ und „Good Practice-Kriterien in der Gesundheitsförderung in der Kita“ umgesetzt. In zahlreichen Veröffentlichungen im Bereich der Gesundheitswissenschaften, z.B. im
Sammelband „Qualität von Gesundheitsförderung und Prävention“ (Hrsg. Kolip/Müller), aber auch außerhalb, wie in
„Umweltgerechtigkeit“ (Hrsg. Mielck, Bunge et al.), wurden
Konzept und Erfahrungen dieses Ansatzes vorgestellt. In
2011 wurde zudem die 5. aktualisierte Auflage des Good
Practice-Fachheftes veröffentlicht.

n Heft 6 (2010) befasst sich mit der Gesundheit älterer Menschen im Quartier.
n Heft 7 (2011) widmet sich der sektoren- und berufsübergreifenden Zusammenarbeit im Quartier und in der Kommune. Es wird aufgezeigt, wie unter oft schwierigen Bedingungen erfolgreich Prävention gestaltet werden kann.
Die Arbeitshilfen wurden im Rahmen des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“
unter Mitarbeit vieler Expertinnen und Experten erstellt und
durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(BZgA) in hoher Auflage gedruckt. Sie werden kostenlos versandt. Ebenfalls stehen sie online zur Verfügung unter www.
gesundheitliche-chancengleichheit.de/:arbeitshilfen

Jahresbericht 2010 und 2011

Migration und Gesundheit

Migration und Gesundheit
Die Gesundheits- und Sozialberichterstattung in Berlin belegt immer wieder, dass Menschen mit geringen Deutschkenntnissen in belastenden Lebenslagen ungleiche Bildungs- und Gesundheitschancen besitzen. Ein große Herausforderung besteht
darin, Zugänge zu allen Diensten und Angeboten bedarfsgerecht zu gestalten. Im sozialen und gesundheitlichen  Sektor
herrschen häufig sowohl sprachliche als auch kulturelle Zugangsbarrieren, und zwar auf individueller, institutioneller und
struktureller Ebene. Hier will Gesundheit Berlin-Brandenburg einen Beitrag zur Gestaltung bedarfsgerechter Informationsund Unterstützungsangeboten  leisten und die interkulturelle Öffnung/ Diversity-Management von Einrichtungen und Angeboten unterstützen. Der Gemeindedolmetschdienst bietet Sprach- und Kulturmittler/innen vornehmlich im medizinischen
und sozialen Sektor an, die die Verständigung zwischen Migrant/innen und Fachkräften verbessern. Das EU-Projekt „Learning Community“ beschäftigt sich mit der Verbesserung von Zugängen im Bereich Lebenslanges Lernen. Der Arbeitskreis
„Migration, Integration und Gesundheit“ griff im Berichtszeitraum ein breites Spektrum an Themen auf, die im Zusammenhang mit Migration stehen: (chronische) Erkrankungen, Sucht, Behinderung. Auch das wichtige Thema der interkulturellen
Öffnung wurde diskutiert, denn Institutionen stehen zunehmend in der Verantwortung, Zugänge zu Migrant/innen entsprechend ihrer Bedarfe zu gestalten und Hürden abzubauen.
Übersicht ausgewählter Veranstaltungen in 2010 und 2011
Datum

Veranstaltung

In Kooperation mit

Ort

28.4.2010

„Diversity in der Gesundheitsförderung“

Fachstelle Berlin, BSPH

Berlin

17.11.2010

Expertenanhörung Zugang Migrant/innen
Gesundheitswesen (Gender-Masterplan)

Fachstelle Berlin

Berlin

15.6.2011

Fachtagung „Interkulturelle Kommunikation im
Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen – Beispiele
guter Praxis und Wege zur Professionalisierung"

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg,
SprInt-Transfer (Diakonie Wuppertal),
Gemeindadolmetschdienst

Berlin

Aktivitäten des Arbeitskreises
Arbeitskreis Migration, Integration und Gesundheit
AK-Sprecherin: Ingrid Papies-Winkler (Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg, Planungs- und
Koordinierungsstelle Gesundheit)
Stellvertreterin:
Natascha Garay (Bayouma-Haus)
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Sabine Oldag, oldag@gesundheitbb.de
Der Arbeitskreis befasste sich 2010/2011 mit aktuellen gesundheits- und migrationspolitischen Themen, Möglichkeiten zur Vernetzung und konkreten gemeinsamen Maßnahmen zur Unterstützung spezifischer Zielgruppen.
So wurde die gesundheitliche und psychosoziale Situation
vietnamesischer Frauen thematisiert. Insbesondere die Erfahrungen nichtversicherter Schwangerer und deren Lebenslage, die u. a. im Familienplanungszentrum Balance, dem
Zentrum für sexuelle Gesundheit Marzahn-Hellersdorf, der
Reistrommel und bei S.U.S.I. beraten und behandelt werden.
Menschen mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen
und Migrationshintergrund sind oftmals von mehrfachen
Diskriminierungen in der Gesellschaft betroffen. Von der Stiftung Lebensnerv wurde hierzu im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit eine Studie erstellt, die die Zugangswege zu den Betroffenen untersucht hat. Diese Untersuchung wurde diskutiert, ebenso wie die im Auftrag des Berli-

ner Integrationsbeauftragten erstellte Federas-Studie, die
die Situation im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg untersucht
hat. Von StadtImpuls, Gesellschaft zur Förderung und Ansiedlung sozialer Projekte (www.stadtimpuls.de), wurden die
Möglichkeiten der beruflichen Integration und Qualifizierung
von Migrant/innen mit Behinderungen vorgestellt.
Das Projekt „Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund“ des Landesverbandes der Arbeiterwohlfahrt Berlin
stellte das Fachforum vor, dessen Ziele und Aktivitäten sowie
aktuelle rechtliche Entwicklungen im Rahmen der Behindertenrechtskonvention.
Vor dem Hintergrund des Berliner Integrations- und Partizipationsgesetzes wurde das Thema „Interkulturelle Öffnung“
diskutiert. Dazu stellte sich das Vivantes Klinikum Neukölln,
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, mit seinem Konzept der interkulturellen Organisationsentwicklung und dem
regelmäßigen Einsatz von Sprach- und Kulturmittler/innen
vor.
Neben den theoretischen Grundlagen zur interkulturellen
Öffnung wurden Ansätze des Kompetenz-Zentrums für die
Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe, des Ambulanten Pflegedienstes Nordstern und des JobCenters FriedrichshainKreuzberg vorgestellt und diskutiert. Mit dem Arbeitskreis
Migration und Gesundheit Brandenburg fand ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch und eine Diskussion zu den Brandenburger Empfehlungen statt.
In Kooperation mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, dem Gemeindedolmetschdienst und Sprintpool Wup-

29

Migration und Gesundheit

pertal, einem Vermittlungsservice für Sprach- und Integra­
tionsmittler in NRW (www.sprint-wuppertal.de/cms/), wurde
eine Fachtagung zur Interkulturellen Kommunikation im Gesundheits- und Sozialwesen und Berufsbildentwicklung organisiert, an der ca. 120 Interessierte teilnahmen. Fortgesetzt wurde die Diskussion im Rahmen des Kongresses Armut und Gesundheit. Die Berufsbildentwicklung als Maßnahme soll realisiert werden mit Sprintpool Wuppertal, der
Alice Salomon Hochschule, dem Gemeindedolmetschdienst
und einem Bildungsträger, gefördert vom Bundesamt für
Aussiedler und Flüchtlinge.

Jahresbericht 2010 und 2011

niedrigschwellige, wohnortnahe und kostengünstige/kostenlose Angebote.
2012 wird die Umsetzung qualitativ evaluiert, die Seminarmodule und die Handreichung werden überarbeitet, um sie
bei Bedarf für weitere Multiplikator/innen bereitzustellen.
Abschließend werden länderspezifische Nutzungskonzepte
und Handlungsempfehlungen erstellt, welche in europäische Empfehlungen münden. Die Ergebnisse werden regelmäßig auf der Internetseite www.learning-community.eu veröffentlicht.

Der Gemeindedolmetschdienst (GDD)

Aktivitäten der Geschäftsstelle
Projekt „Learning Community“
Projektlaufzeit: 2009 – 2012
Finanzierung: EU-Programm Grundtvig
Webseite: www.learning-community.eu
Ansprechpartnerin bei GesBB: Viola Winterstein,
winterstein@gesundheitbb.de

30

Die Bildungschancen für erwachsene Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, ist Ziel des transnationalen
EU-Projektes „Learning Community – Migrant/innen als Bildungslotsen eröffnen Migrant/innen den Zugang zum Lebenslangen Lernen“. Ansatzpunkt ist die Qualifizierung von
Menschen mit Migrationshintergrund zu Bildungslots/innen, die ehrenamtlich in ihren Communities Unterstützung bezüglich des Zugangs zu Angeboten des Lebenslangen
Lernens anbieten. Unter Lebenslangem Lernen wird hierbei jede formale
und non-formale Lernaktivität verstanden, die lebensbegleitend, ohne Altersbeschränkung, der Verbesserung
und Erweiterung von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen dient. Ziel des
Projektes ist es, zielgruppengerechte
Angebote der formalen und non-formalen Bildung bekannt zu machen und sie
mit den Bedarfen von Menschen mit
Migrationshintergrund zu verbinden.
Finanziert wird das Projekt über das
EU-Programm Grundtvig (www.Lebenslanges-lernen.eu/
grundtvig_5.html). Die beteiligten Projektländer sind
Deutschland, Griechenland, die Niederlande, Österreich und
die Tschechische Republik. Für die Umsetzung in Deutschland ist Gesundheit Berlin-Brandenburg verantwortlich. Die
Gesamtkoordination liegt bei der BGZ-Berliner Gesellschaft
für internationale Zusammenarbeit mbH.
Die Qualifizierung wurde in Deutschland, Griechenland und
in den Niederlanden durchgeführt. Aufgrund fehlender oder
wenig ausgebauter Lotsenstrukturen wurden in Griechenland und den Niederlanden neue Gruppen aufgebaut. In Berlin lag der Fokus in der Stärkung der Kompetenzen bestehender Lotsenstrukturen. Zudem wurde in Berlin ein Fokus auf
ältere Menschen mit Migrationshintergrund gelegt und auf

Finanzierung: Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Planungsund Koordinierungsstelle Gesundheit
Webseite: www.gemeindedolmetscherdienst.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Sabine Oldag, oldag@gesundheitbb.de
Die positive Entwicklung des Gemeindedolmetschdienstes, einem Sprach- und Kulturmittlungsangebot im medizinischen und sozialen Sektor, konnte auch in den Jahren
2010 und 2011 fortgeführt und erweitert werden. Der sogenannte „klassische“ Bereich
des Gemeindedolmetschdienstes (vgl. zur Unterteilung Jahresbericht 2008-2009) umfasste u. a. die Einsätze in medizinischen Einrichtungen und solchen der Bezirksämter (etwa
Gesundheits- und Jugendämter) auf Honorarbasis.
Etwa 100 nahezu ausschließlich muttersprachige Mitarbeiter/innen mit über 50 Sprachen und Dialekten befanden sich
im Berichtszeitraum im Honorarpool. Davon waren 11 Gemeindedolmetscher/innen beeidigt und kamen aufgrund
dessen insbesondere für Aufträge wie etwa bei Vaterschaftsanerkennungen, Eheschließungen, und für Einsätze
mit Gutachtern in Frage.
Die kontinuierlich wachsenden Einsatzzahlen des GDD (siehe Tabelle) bilden den Bedarf und Schwerpunkt dieses Service ab:
2007

2008

2009

2010

2011

989

1391

1880

2240

3285

54

68

161

166

245

In Kran­kenhäusern

385

546

741

878

1408

davon Psychia­trie

191

390

583

693

1028

In Ein­­rich­tungen der
Bezirksämter

411

549

626

751

964

davon Jugend­ämter

339

427

488

636

626

Weitere Einrichtungen

105

216

420

500

650

Gesamtzahl der Einsätze
davon schriftlich

Jahresbericht 2010 und 2011

Migration und Gesundheit

Die Notwendigkeit der muttersprachigen Gemeindedolmetscher/innen, die mit ihren spezifischen Kompetenzen und
Potentialen – Bilingualität und Kenntnisse zweier Kulturen –
als „Brückenbauer“ prädestiniert sind, bleibt jedoch nach
wie vor bestehen. Diese Tatsache wird von den nutzenden
Einrichtungen mit Nachdruck betont.
Die hier besonders gefragten Fähigkeiten der Gemeindedolmetscher/innen sind es, die zukünftig im Rahmen einer bundesweit anerkannten Ausbildung „Sprach- und Integra­
tionsmittlung“ für eine berufliche Perspektive für Migrant/
innen genutzt werden sollen. Hier arbeitet der GDD mit weiteren Mitgliedern aus ganz Deutschland in der Bundesarbeitsgruppe zur Berufsbildentwicklung (BAG) unter der Leitung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Gruppe Soziales Europa, seit Jahren an der Professionalisierung
und Etablierung des Berufsbildes.

Gefragt waren bei diesen Einsätzen vor allem die Sprachen
Russisch, Türkisch, Arabisch, Vietnamesisch und SerbischKroatisch-Bosnisch. Insbesondere der Bedarf an russischer
und türkischer Sprach- und Kulturmittlung hat von 2010 auf
2011 stark zugenommen.
Auch die Aufträge durch Gemeindedolmetscher/innen mit
ausgewiesener Kompetenz für schriftliche Übersetzungen
konnten deutlich gesteigert werden. Das Spektrum der Auftraggeber reichte von den Senatsverwaltungen über die Bezirksämter, wissenschaftliche Institute, Kliniken und Facheinrichtungen.
Die Existenz des sogenannten „gemeinnützigen“ Projektes
Gemeindedolmetschdienst für Schulen, Kitas und bedürftige
freie, soziale Träger – in der Vergangenheit über den Öffentlichen Beschäftigungssektor (ÖBS) finanziert – konnte zunächst über eine sogenannte Auffangmaßnahme verlängert
und somit gerettet werden.
Insgesamt wurden in den Jahren 2010 und 2011 folgende
(Mutter-)Sprachen angeboten:
n Arabisch
n Bosnisch
n Englisch
n Französisch
n Kikongo (westafrikanische Sprache)
n Kroatisch
n Kurdisch
n Lingala (westafrikanische Sprache)
n Polnisch
n Russisch
n Serbisch
n Spanisch
n Tagalog (Amtssprache Philippinen)
n Türkisch
n Vietnamesisch

Neben Sprach- und Kulturmittlungseinsätzen hat es vielfältige Projektkooperationen mit unterschiedlichen Institutionen
und Einrichtungen gegeben, u.a. mit der Alice Salomon
Hochschule Berlin, der Beschwerde- und Informationsstelle
Psychiatrie in Berlin (BIP), dem Zentrum für angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAGG), der Lebenshilfe etc. Herausragend war ein Workshop anlässlich des „Infotages Migration“ für das JobCenter Friedrichshain-Kreuzberg.
Im Mai 2010 besuchte die Senatorin für Integration und Arbeit, Frau Bluhm, die Hunsrück-Grundschule, um die Arbeit
des GDD vor Ort kennenzulernen. Darüber hinaus hat es
zahlreiche Präsentationen und Projektvorstellungen im Rahmen von Ärztefortbildungen im Krankenhaus sowie Gremienarbeit gegeben. Höhepunkt war im Juni 2011 die erste gemeinsame Fachtagung des Gemeindedolmetschdienstes mit
dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zum Thema „Interkulturelle Kommunikation im Gesundheits-, Bildungsund Sozialwesen“.
Die gesellschaftliche und politische Relevanz zeigte sich
auch an den Einladungen von Bündnis 90/Die Grünen ins Abgeordnetenhaus zum Fachgespräch „Gesundheit in Berlin“
sowie Kleinen Anfragen der SPD und CDU.

31

Arbeitswelt

Jahresbericht 2010 und 2011

Arbeitswelt
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) sind seit langem ein erprobtes
Handlungsfeld der Gesundheitsförderung. Damit reagieren Betriebe und Unternehmen auf Herausforderungen wie beispielsweise den demografischen Wandel, Fachkräftemangel, zunehmende chronische Erkrankungen aber auch psychische Belastungen und Erkrankungen von Arbeitnehmer/innen in einer sich wandelnden Arbeitswelt. Leitgedanke der Betrieblichen
Gesundheitsförderung ist es, mit Verhaltens- und Verhältnisprävention die Gesundheitspotenziale von Mitarbeiter/innen zu
stärken. Dem liegt ein ganzheitlicher, ressourcenorientierter Gesundheitsbegriff zugrunde. Seit vielen Jahren bietet dazu der
Arbeitskreis Betriebliche Gesundheitsförderung bei Gesundheit Berlin-Brandenburg eine Plattform für Austausch und Vernetzung regionaler Akteure.
Auch das Thema der Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen wurde im Berichtszeitraum zum Beispiel im Rahmen der Regionalen Knoten Berlin und Brandenburg weiterentwickelt. Dabei geht es um die Frage, wie die Gesundheitsressourcen von Arbeitslosen gestärkt werden können. Denn Arbeitslosigkeit ist ein Ge­sund­heitsrisiko, und gesundheitliche Einschränkungen
er­schwe­ren die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

Übersicht ausgewählter Veranstaltungen in 2010 und 2011

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Datum

Veranstaltung

In Kooperation mit

Ort

1.-11.3. 2010

AktivA-Schulung „Aktive Bewältigung von
Arbeitslosigkeit“

AktivA, TU Dresden, Regionaler Knoten Berlin

Berlin

23.-30.4. 2010

AktivA-Schulung „Aktive Bewältigung von
Arbeitslosigkeit“

AktivA, TU Dresden, Regionaler Knoten Berlin

Berlin

27.4. 2010

Auftaktveranstaltung „Allianz für Menschen ohne
Arbeit Potsdam“

23.6. 2010

Tagung „Arbeit von morgen – gerecht verteilt und
gesund?“

Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)

Berlin

13.10. 2010

Fachgespräch Arbeitslosigkeit

Regionaler Knoten Berlin

Berlin

1.11. 2010

AktivA-Schulung „Aktive Bewältigung von
Arbeitslosigkeit“

AktivA, TU Dresden, Regionaler Knoten Berlin

Berlin

25.11. 2010

Arbeitslose Frauen und Gesundheit in Berlin

Regionaler Knoten Berlin, Feministisches
FrauengesundheitsZentrum

Berlin

10.3. 2011

AktivA-Schulung „Aktive Bewältigung von
Arbeitslosigkeit“

AktivA, TU Dresden, Regionaler Knoten Berlin

Berlin

10.3. 2011

Fachforum „Beschäftigungsfähigkeit durch
Gesundheitsförderung“

LASA Brandenburg / ESF-Projekt
"Gesundheitsorientierte Arbeitsförderung"

Potsdam

10.6. 2011

Arbeitslose Frauen und Gesundheit

Goldnetz e.V., Regionaler Knoten Berlin

Berlin

17.-25.10. 2011

AktivA-Schulung „Aktive Bewältigung von
Arbeitslosigkeit“

AktivA, TU Dresden, Regionaler Knoten Berlin

Berlin

4.11.2011

Gesundheitliche Situation arbeitsloser Frauen

Regionaler Knoten Berlin

Berlin

10.11.2011

Fachtag „Armut - ein Thema für Neuruppin?“

ESTAruppin e.V. im Rahmen des BIWAQ-Projektes
„dranBleiben! 	
an Arbeit, Gesundheit und Gemeinschaft“ in
Kooperation des Regionalen Knoten Brandenburg

Neuruppin

Potsdam

Jahresbericht 2010 und 2011

Arbeitswelt

Aktivitäten des Arbeitskreises

Aktivitäten der Geschäftsstelle

Arbeitskreis Betriebliche Gesundheitsförderung

Regionaler Knoten Berlin: Gesundheitsförderung bei
Langzeiterwerbslosen in Berlin

Arbeitskreissprecher: Detlef Kuhn (ZAGG – Zentrum für
Angewandte Gesundheitsförderung und
Gesundheitswissenschaften)
Stellvertretende Sprecherinnen: Claudia Sommerschuh
(DAK) und Dr. Gudrun Borchardt (TK)
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Rike Hertwig, hertwig@gesundheitbb.de
Der Arbeitskreis hat im Jahre 2010 eine Übersicht zu Qualitätsanforderungen der Betrieblichen Gesundheitsförderung
bzw. des Betrieblichen Gesundheitsmanagements präsentiert, die Unternehmen darin unterstützen soll, Orientierung
im unüberschaubaren Anbieter-Spektrum zu erlangen. Seit
Juli 2010 stehen diese Qualitätsanforderungen nicht nur unter www.gesundheitberlin.de/index.php4?request=themen&
topic_id=157, sondern auch auf der Homepage der Berliner
Initiative Gesunde Arbeit (BIGA), www.berlin.de/biga/
aktuell/projekte.html, zur Verfügung. Im Rahmen der Woche
der seelischen Gesundheit stellte der Arbeitskreis im Jahr
2010 seine Expertise zur Verfügung und nahm an einer Podiumsdiskussion zum Thema psychische Erkrankungen in der
Arbeitswelt teil.
Im Rahmen des 16. Kongress Armut und Gesundheit bereitete der AK drei Workshops vor, die sich mit „Verwirklichungsperspektiven in der Arbeit“ auseinandersetzten.

In 2011 wurden spezifische Konzepte der betrieblichen Gesundheitsförderung beziehungsweise des betrieblichen Gesundheitsmanagements für Klein- und Mittelunternehmen
(KMU) diskutiert. Bei den Sitzungen des Arbeitskreises präsentierten Expert/innen diverse Modelle. Am 10. Januar 2012
werden die bereits veröffentlichten Qualitätskriterien um
eine spezifische Beschreibung und Bewertung guter Beispiele von Konzepten für kleine und mittlere Unternehmen ergänzt. Das heißt, die bestehenden Folien werden um einige
KMU-spezifische Hinweise ergänzt, um besonders Unternehmer/innen Hilfestellungen und erste Orientierungen zu bieten, nach denen sie eine geeignete Vorgehensweise zur Gesundheitsförderung bzw. -management in Betrieben auswählen können.

Projektlaufzeit: seit 2004
Finanzierung: Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen
und Krankenkassenverbände im Land Berlin,
Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin
Webseite: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/
gesundheitsfoerderung-bei-arbeitslosen
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Bräunling, braeunling@gesundheitbb.de
Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen ist seit 2010 eines
der Schwerpunktthemen des Kooperationsverbundes. Entwicklungen und Materialien werden auf den neu gestalteten
Internetseiten laufend präsentiert. Im Jahr 2011 wurde ein
Handlungsleitfaden zur Gesundheitsförderung im kommunalen Rahmen erarbeitet, der in 2012 in Form eines Eckpunktepapiers der Fachöffentlichkeit vorgestellt werden konnte.
Der Regionale Knoten Berlin hat hier aus seinen vielfältigen
Praxiskontakten heraus sowohl eigene Expertise beisteuern
als auch weitere Berliner Expert/innen zur Mitarbeit gewinnen können.
In Berlin konnte der Regionale Knoten im Oktober 2010 den
Austausch mit hochrangigen Vertreter/innen des Gesundheitsförderungs- und des Arbeitsvermittlungsbereiches initiieren. Aus diesem „Startschuss“ erwuchsen verschiedene
Handlungsstränge zur Konkretisierung der Zusammenarbeit
auf lokaler Ebene sowie zum weiteren programmatischen
Austausch auf Landesebene. Als Modell kann eine Kooperation zwischen dem Bezirksamt und dem Jobcenter für eine
Projektentwicklung in Friedrichshain-Kreuzberg begleitet
werden.
Ebenfalls wird seit Ende 2010 ein Fachaustausch zu speziellen Bedarfen und Angeboten bei arbeitslosen Frauen in Berlin geführt. Dieser findet seitdem mit zwei Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen jährlich statt und erfreut sich zunehmender Teilnahme durch Fachleute aus verschiedenen
Disziplinen und Institutionen. Ein Beispiel: Auf dem Treffen
am 10. Juni 2011 beim Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger Goldnetz mit etwa 30 Teilnehmerinnen aus Trägern,
Jobcentern und Bezirksämtern standen die Förderung sozialer Integration arbeitsloser Frauen und die zielgerichtete Verknüpfung von Angeboten im Mittelpunkt.
Immer wieder nutzt der Regionale Knoten Gelegenheiten,
anerkannte Programme wie beispielsweise AktivA und AmigA bekannt zu machen und ihre Umsetzung zu unterstützen.

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Arbeitswelt

Jahresbericht 2010 und 2011

Regionaler Knoten Brandenburg
Projektlaufzeit: seit 2004
Finanzierung: Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen
und Krankenkassenverbände im Land Brandenburg und
das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Webseite: www.knoten-brandenburg.de  
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Annett Schmok, schmok@gesundheitbb.de
Die Entwicklung nachhaltiger kommunaler Strategien und
Ansätze der Gesundheitsförderung bei Erwerbslosen war in
2011 auch Anliegen des Regionalen Knoten Brandenburg.
Hier ging es insbesondere um eine modellhafte und eben
niedrigschwellige Zusammenarbeit mit einer Kommune. Die
Stadt Neuruppin konnte für dieses Vorhaben gewonnen werden, da sie der Thematik gegenüber sehr aufgeschlossen
war und bereits eigene Impulse gesetzt hatte. Gemeinsam

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wurde der Fachtag „Armut – ein Thema für Neuruppin?“ organisiert und durchgeführt. In einem weiteren Schritt wurden Fokusgruppen mit MAE-Kräften sowie Expertengespräche durchgeführt mit dem Ziel Bedarfe zu ermitteln bzw. zu
konkretisieren. Was bedeutet Gesundheitsförderung bei Erwerbslosen konkret? Inwieweit wird in dem Bereich möglicherweise mit Stigmatisierungen gearbeitet? Wollen Erwerbslose überhaupt eingebunden werden in gesundheitsförderliche Maßnahmen? Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Die Auswertung der Interviews wird Grundlage sein für die Erarbeitung konkreter Strategien lokaler Gesundheitsförderung bei Erwerbslosen.

Projekt „Vernetzung und Entwicklung
von gesundheits­orientierter Arbeitsförderung in
Brandenburg“
Projektlaufzeit: 2010 – 2012
Finanzierung: Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen
und Familie (MASF) Brandenburg/ Europäischer
Sozialfonds
Webseite: www.gesunde-arbeitsfoerderung.de
Ansprechpartnerinnen bei GesBB:
Dr. Iris Schiek, schiek@gesundheitbb.de;
Maike Rühl, ruehl@gesundheitbb.de
AmigA (Arbeitsförderung mit gesundheitsbezogener Ausrichtung) als ein Mix aus Maßnahmen und Kooperationen
zur Begleitung von Langzeitarbeitslosen mit gesundheitlichen Vermittlungshemmnissen in Potsdam Mittelmark hat
sich im Land Brandenburg bisher an keinem zweiten Stand­
ort etablieren können. Aus diesem Grunde fördert das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF) in den
Jahren 2011 und 2012 das Projekt „Vernetzung und Entwicklung von gesundheitsorientierter Arbeitsförderung in Brandenburg“. Das Projekt begleitet regionale Vernetzungs­
prozesse von Fachkräften aus der Arbeits- und Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung lokaler Bedingungen und
mit dem Ziel, für die spezifischen gesundheitlichen Belange
langzeiterwerbsloser Menschen zu sensibilisieren.
In Brandenburg an der Havel bildete sich beispielsweise eine
Projektgruppe, die sich aus Vertreter/innen eines Trägers,
der Fachgruppe Wirtschaftsförderung und Arbeitsmarkt, des
Jobcenters, der Stadt, des Bereiches Soziales und Gesundheit sowie dem Sozialpsychiatrischen Dienst und der Institutsambulanz zusammensetzt. Gemeinsam gelang es,
Schnittstellen zwischen den Arbeitsbereichen zu analysieren
und die Kooperationen an diesen zu verbessern.
Weitere Regionen, in denen Prozesse begleitet werden, sind
u.a. der Landkreis Oder-Spree, der Landkreis Elbe-Elster sowie Frankfurt (Oder).
Arbeitsschwerpunkte des Projektes sind die Begleitung eines intensiven Kommunikationsprozesses vor Ort, die Organisation von Steuerungsgruppen, regionalen Konferenzen,
Erfahrungsaustauschen sowie gemeinsamen Fortbildungen.
Dazu gehören außerdem das gemeinsame Erarbeiten von
Zielen und Umsetzungsschritten in regionalen Arbeitskreisen sowie die Dokumentation der regionalen Prozesse in
Form einer Webseite (www.gesunde-arbeitsfoerderung.de).
Ein möglicher Weg zur Umsetzung der Projektziele ist es, die
Erfahrungen der einzelnen Regionen für andere Kommunen
nutzbar zu machen.

Jahresbericht 2010 und 2011

Patient/innen

Patient/innen
Die strukturelle Stärkung von Patientenrechten ist Gesundheit Berlin-Brandenburg ein zentrales Anliegen. Patient/innen, die
gesundheitlich bedingt oft körperlich und/oder geistig eingeschränkt sind, bedürfen des sogenannten Empowerments – der
Stärkung ihrer eigenen Fähigkeiten mit dem Ziel vermehrter Selbstbestimmtheit – oft in besonderer Weise. Einrichtungen wie
die Arbeitskreise der Patientenfürsprecher/innen und die Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie (BIP) Berlin sind
wichtige Anlaufstellen, um Patient/innen ihre Rechte nahezubringen und ihnen Unterstützung bei der praktischen Umsetzung anzubieten. Dabei ergänzen sich beide Institutionen sehr gut: Erstere arbeiten ehrenamtlich und direkt vor Ort (im
Krankenhaus), Letztere auf professioneller Ebene und mit mehr Ressourcen, müssen jedoch von Betroffenen kontaktiert
werden („Komm-Struktur“).
Übersicht ausgewählter Veranstaltungen in 2010 und 2011
Datum

Veranstaltung

In Kooperation mit

Ort

11.1.2010

Patientenforum

Berlin School of Pubic Health,
Patientenbeauftragte für Berlin

Berlin

17.5.2010

Gesundheitsforum „Chance integrierte Versorgung
– integriert = innovativ!?“

Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für
Prävention und Gesundheitsförderung im Land
Berlin

Berlin

2. 2. 2011

Tag der Offenen Tür

BIP

Berlin

3. 5. 2011

„Sachkundige Personen in den Psychiatrien stärken“

BIP

Berlin

5. 12. 2011

„Weniger ist manchmal mehr… Neuroleptika –
Wirkungsweise, Risiken und Möglichkeiten der
minimalen Anwendung“

Angehörigenverband psychisch Kranker und BIP Berlin

Aktivitäten der Arbeitskreise
Arbeitskreis Patientenfürsprecher/innen Berlin
AK-Sprecherin: Dr. Hildegard Rossi (Vivantes
Wenckebach-Klinikum)
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Weigand, weigand@gesundheitbb.de
Der Arbeitskreis der Patientenfürsprecher/innen Berlin hat
sich im Berichtszeitraum zu acht Treffen zusammen gefunden – d. h. etwa alle drei Monate fand ein Treffen mit durchschnittlich 15-20 der ehrenamtlich tätigen Fürsprecher/innen statt. Der Arbeitskreis ist damit weiterhin das einzige
kontinuierlich und berlinweit tagende Gremium, das sich um
den Austausch, die Vernetzung und Qualifizierung der Patientenfürsprecher/innen bemüht. In diesen Bemühungen
und immer in engem Kontakt mit den entsprechenden Bezirks- und Senatsverwaltungen sowie den Krankenhäusern
ist der AK ein gutes Stück vorangekommen. So berichteten in
der ersten Sitzung 2010 zwei Vertreter/innen der damaligenSenatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz von der geplanten Novelle des Landeskrankenhausgesetzes (LKG), die vor allem die Neuerungen enthalten sollte, dass die Bezirke zukünftig Anforderungsprofile erstellen
und das Amt öffentlich ausschreiben. Beide Neuerungen
sollten allerdings keine „Muss“-, sondern „Kann“-Bestimmungen und daher nicht verbindlich sein. Im novellierten
LKG, das im Oktober 2011 verabschiedet wurde, heißt es
nun: „Die Bezirke stellen die Besetzung der Ämter der Pa-

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tientenfürsprecher/innen sicher und erstellen ein Anforderungsprofil. Sie müssen die Ämter öffentlich ausschreiben.“
Die Bemühungen um eine gesetzlich geregelte Besserstellung des Amtes haben demnach Früchte getragen.
Außerdem hat sich der AK in einer Arbeitsgruppe der Bezirke, die bei der Berliner Patientenbeauftragten Karin Stötzner
angesiedelt war, engagiert. Hier wurden erstmals berlinweit
einheitliche Unterlagen für die Patientenfürsprecher/innen,
u.a. Anforderungsprofile, Ausschreibungstexte und Empfehlungen für die Zusammenarbeit von Bezirksamt, Krankenhaus und Fürsprecher/in, erarbeitet. Daneben bemühte sich
der AK auch auf bundespolitischer Ebene um Verbesserungen: so wurde in 2010 eine Stellungnahme zu einem vom
Bundespatientenbeauftragten Wolfgang Zöller erarbeiteten
Leitfaden-Entwurf erstellt, in der deutlich die Notwendigkeit
von guten Rahmenbedingungen für die Ausübung des demokratisch legitimierten und unabhängigen Amtes der Fürsprecher/innen betont wurde. Diese Position wurde auch in einem anschließenden Treffen mit Herrn Zöller im September
2010 sowie in einem anschließenden Brief der AK-Sprecherin
Dr. Hildegard Rossi unterstrichen.
Doch auch jenseits der politischen Ebene wurden wichtige
Themen bearbeitet. So gab es eine engere Vernetzung mit
dem Brandenburger Arbeitskreis, die in einer Vorstellung der
Brandenburger Anliegen durch die dortige Sprecherin Birgit
Kriese sowie in einem gemeinsamen Treffen in der Neurologischen Klinik Beelitz mündete. Zudem fanden zahlreiche
Diskussionen zu den Themen, die die Patientenfürsprecher/
innen in ihrem Alltag in den Krankenhäusern bewegen, statt,

Patient/innen

Jahresbericht 2010 und 2011

etwa zur Frage der Zusammenarbeit mit dem Klinikpersonal,
geeigneter Präsenzzeiten in den Kliniken oder auch der Mitarbeit in Klinik-Einrichtungen wie der Ethik-Kommission.
Themen der AK-Treffen in 2010 und 2011 waren neben den
bereits genannten u.a.:
n Präsentation der Befragung der Patientenfürsprecher/innen durch Frau Stötzner
n Präsentation zur „Beratung schwieriger Patient/innen“
von Marion Locher, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie
und Beratung
n Begehung der chirurgischen Abteilung des Vivantes-Klinikums Prenzlauer Berg und Diskussion mit der Oberärztin

AK Patientenfürsprecher/innen Brandenburg
AK-Sprecherin: Birgit Kriese (Patientenfürsprecherin im
Luise-Henrietten-Stift Lehnin)
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Weigand, weigand@gesundheitbb.de

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Der Arbeitskreis Patientenfürsprecher/innen des Landes
Brandenburg trifft sich dreimal im Jahr. Diese Treffen finden
immer in verschiedenen Kliniken statt und werden von der
bzw. dem dort tätigen Patientenfürsprecher/in mit Unterstützung der Klinikleitung vorbereitet. Ein/e Vertreter/in der
Leitung macht die Teilnehmenden mit den medizinischen Besonderheiten der Klinik vertraut. Eine Führung durch die Klinik vermittelt einen Einblick in den Behandlungs- und Versorgungsbereich der Patient/innen ebenso wie in den Arbeitsalltag des Personals. Der zweite Teil der Treffen bot die
Gelegenheit, sich über Probleme und Erfahrungen im Ehrenamt zu verständigen sowie Ratschläge und Erfahrungen auszutauschen. Regelmäßig nahmen die Patientenfürsprecher/
innen am „Berliner Patientenfürsprechertag“ teil.
Im Land Brandenburg ist im LKG § 5 festgelegt, dass jede
Klinik eine/n Patientenfürsprecher/in haben muss. Dieses
Gesetz weist große Lücken auf. Birgit Kriese sprach deshalb
im Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) in Potsdam vor, da sie Verbesserungsmöglichkeiten der gesetzlichen Verankerung bzgl. Patientenfürsprecher/innen sah. Daraufhin wurde die Arbeitskreistagung
vom 01. Juni 2010 mit Dr. Rossi und Stefan Weigand von Gesundheit Berlin-Brandenburg im Ministerium durchgeführt.
Zwei Vertreter des Ministeriums waren dabei anwesend. Daran anknüpfend fand ein Gespräch mit der gesundheitspolitischen Sprecherin des Landtages, Sylvia Lehmann, statt, auf
dem über die Tätigkeit und die Probleme im Land Brandenburg berichtetet wurde. Besonders bemängelt wurde, dass
die Bezeichnung „Patientenfürsprecher“ in der neuen Gesetzesvorlage durch „Beschwerdestelle“ ersetzt wurde. Am 19.
Oktober 2011 wurden Vertreter/innen des Arbeitskreises zur
Fraktionssitzung der SPD-Landtagsfraktion eingeladen, auf
der ein Plan mit Forderungen und Veränderungen vorgestellt
wurde, für den die Ehrenamtlichen große Anerkennung ernteten.

Aktivitäten der Geschäftsstelle
Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie (BIP)
Projektlaufzeit: seit Mitte 2010
Finanzierung: Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales
Webseite: www.psychiatrie-beschwerde.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Petra Rossmanith, rossmanith@psychiatrie-beschwerde.de
Innerhalb des Berichtszeitraumes hat sich die
Beschwerdestelle sehr
gut etabliert und verzeichnet eine stetig wachsende
Nachfrage. Innerhalb der
ersten gut zwölf Monate
der Beschwerdebearbeitung sind mehr als 460 Beschwerden
entgegen genommen worden, eine sehr hohe Zahl verglichen
mit anderen Beschwerdeeinrichtungen im Handlungsfeld.
Inhaltlich sind die Beschwerden breit gestreut: von Beschwerden über respektlose Umgangsformen des Personals
und unzulässige Reglementierungen wie beispielsweise Taschengeldentzug über unsensiblen Umgang mit Angehörigen z. B. nach Suiziden in psychiatrischen Fachkliniken bis
hin zu Verstößen gegen Persönlichkeitsrechte (Datenschutz)
und gewaltförmige oder sexuelle Übergriffe. Wichtig ist der
BIP, die oft emotional belasteten Beschwerdeführer/innen
zunächst einmal zu beraten und ihnen verschiedene Handlungsoptionen aufzuzeigen. Oft gelingt es schon mit wenig
Aufwand, eine Lösung des Problems herbei zu führen.
Manchmal bedarf es allerdings auch gezielter Mediationsgespräche oder langwieriger Interventionen, bis ein Konsens
gefunden ist.

Katrin Lompscher zur Eröffnung der BIP

Die Erfahrungen aus der Beratungsarbeit der BIP sollen jedoch nicht nur den Einzelfällen zugute kommen. Häufige Beschwerdeanlässe werden auch öffentlich aufgegriffen – so
z.B. die immer wieder auftauchende Frage nach Risiken und
Nebenwirkungen von Psychopharmaka, die in einer von 150
Interessierten besuchten Veranstaltung mit Dr. Volkmar
Aderhold im Dezember 2011 thematisiert wurde. Zudem verfolgt die BIP das Anliegen, die weiteren Beschwerdeinstanzen wie die Patientenfürsprecher/innen, die bezirklichen
Beschwerdestellen und die Beschwerdemanagements der
Träger zu vernetzen und zu qualifizieren. Zu diesem Zweck
wurden bereits mehrere Fortbildungen durchgeführt. Ziel ist
es, einen kollektiven Lernprozess anzustoßen, um perspektivisch die patientenorientierte Qualität der psychiatrischen
Versorgung in Berlin zu stärken.

Jahresbericht 2010 und 2011

Gesunde und soziale Stadt

Gesunde und soziale Stadt
Die zielgerichtete Gesundheitsförderung im Stadtteil ist geeignet, die Gesundheitschancen der Menschen nachhaltig positiv
zu beeinflussen. Hier werden die Menschen in ihrer alltäglichen Umgebung erreicht und können als Expert/innen in eigener
Sache mit ihrem Wissen um ihre gesundheitsrelevanten Wohn- und Lebensbedingungen Maßnahmen und Projekte vor Ort
mit gestalten. Gesundheit Berlin-Brandenburg unterstützt auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, dass Gesundheitsförderung stärker in die Stadtteilarbeit eingebracht werden kann.
Der enge Zusammenhang sozialer Determinanten für die Gesundheitschancen der Menschen legt den Stellenwert Gesundheitsförderung besonders in den Quartiersgebieten der sozialen Stadt offen. Denn ein hoher Anteil der Menschen in den
Quartieren erfährt eine Vielzahl von Ausgrenzungen und Benachteiligungen.
Mit den in der Geschäftsstelle angesiedelten Projekten wird aktiv ein Beitrag geleistet, um integrierte Handlungskonzepte in
benachteiligten Stadtteilen zu entwickeln und den Belangen der Bewohner/innen Gehör zu verleihen. Diese Arbeit erfordert
einen hohen Grad an ressortübergreifender Vernetzung. Hier ist es gelungen, viele Partner in die Entwicklung gesundheitsförderlicher Stadtteile einzubinden.
Übersicht ausgewählter Veranstaltungen in 2010 und 2011
Datum

Veranstaltung

In Kooperation mit

Ort

20.1. 2010

Gesunde und soziale Stadt

Kooperationsverbund/Bundesministerium für
Gesundheit

Berlin

01-03 2010

4 Termine Good Practice-Schulung „Werkstatt
Gesundheitsförderung im Quartier“

Kooperationsverbund/Regionaler Knoten Berlin

Berlin

17.5. 2010

Gesundheitsforum „Chance Integrierte
Versorgung – integriert = innovativ?“

Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für Prävention Berlin
und Gesundheitsförderung im Land Berlin

14.6. 2010

Gesundheitsforum „Gerecht verteilt und gut
erreichbar? Zur ärztlichen Versorgung in den
Berliner Bezirken“

Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für Prävention Berlin
und Gesundheitsförderung im Land Berlin

4.10. 2010

Gesundheitsforum „Streik der Seele? Zur
psychischen Gesundheit von Beschäftigten in
Berlin“

Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für Prävention Berlin
und Gesundheitsförderung im Land Berlin

28.10. 2010

Siebte Landesgesundheitskonferenz
„Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter“

Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für Prävention
und Gesundheitsförderung im Land Berlin

Berlin

03-4.12. 2010

Forum: Gesunder Start: Aspekte frühkindlicher
Sexualentwicklung

Workshop des Netzwerkes Frauengesundheit 	
auf dem 16. Kongress A+G

Berlin

12.1. 2011

Fachtagung „Sexuelle Selbstbestimmung –
Realität oder Utopie? Das Recht auf Reproduktive
Gesundheit nach 20 Jahren Wiedervereinigung“

Netzwerk Frauengesundheit Berlin in Kooperation mit
dem Familienplanungszentrum – BALANCE, dem AKF
Frauengesundheit und dem Humanistischen Verband,
Landesverband Berlin

Berlin

18.4. 2011

Expertenworkshop „Gesundheitsförderung im
Quartier – Wege zur Nachhaltigkeit“

Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial
Benachteiligten“

Hannover

9.5. 2011

Gesundheitsforum „Gute Gesunde Kita – Wie
kommt Gesundheitsfördeung in die Kitas?“

Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für Prävention
und Gesundheitsförderung im Land Berlin

Berlin

18.5. 2011

Fachgespräch „Wahlprüfsteine“

Netzwerk Frauengesundheit

Berlin

24.8. 2011

Gesundheitsforum „Helfern helfen – Wie können
pflegende Angehörige entlastet werden?

Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für Prävention
und Gesundheitsförderung im Land Berlin

Berlin

14.9. 2011

Gesundheitsforum „Kompetent, vernetzt und
innovativ – Gesundheitliche Versorgung Älterer in
Berlin“

Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für Prävention
und Gesundheitsförderung im Land Berlin

Berlin

22.9. 2011

Fachveranstaltung „Zur Zukunft der
Frauengesundheit – 10 Jahre
Frauengesundheitsbericht“

Netzwerk Frauengesundheit

Berlin

14.12. 2011

10-jähriges Jubiläum Netzwerk Frauengesundheit
Berlin – Rückblick und Ausblick“

Netzwerk Frauengesundheit

Berlin

15.12. 2011

Achte.Landesgesundheitskonferenz „Gesundes
Landesgesundheitskonferenz, Fachstelle für Prävention
Aufwachsen für alle Berliner Jungen und Mädchen!“ und Gesundheitsförderung im Land Berlin

Berlin

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Gesunde und soziale Stadt

Aktivitäten der Geschäftsstelle
Fachstelle Berlin – Geschäftsstelle der
Landesgesundheitskonferenz
Projektlaufzeit: seit 2008
Finanzierung: Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales
Webseite: www.berlin-gesundheitfoerdern.de
Ansprechpartner bei GesBB:
Stefan Pospiech, pospiech@gesundheitbb.de
Die Fachstelle strukturiert, moderiert und organsiert den
fachlichen Austausch und die Vernetzung der Akteure der
Landesgesundheitskonferenz (LGK) mit den Partnern aus
den Stadtteilen. Neben der Geschäftsstellenfunktion für die
LGK unterstützt die Fachstelle die Bezirke und Akteure aus
den Sozialräumen darin, qualitätsgesicherte Maßnahmen
umzusetzen, die einen Beitrag zum Abbau sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit leisten.

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Jahresbericht 2010 und 2011

Regionaler Knoten Berlin
Projektlaufzeit: seit 2004
Finanzierung: Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen
und Krankenkassenverbände in Berlin, Senatsverwaltung
für Gesundheit und Soziales
Webseite: www.knoten-berlin.de
Ansprechpartner/innen bei GesBB:
Andrea Möllmann, moellmann@gesundheitbb.de,
Danielle Dobberstein, dobberstein@gesundheitbb.de,
Stefan Bräunling, braeunling@gesundheitbb.de
Gesundheitsförderung in den Quartieren der Sozialen Stadt
ist für den Regionalen Knoten Berlin, auch im Zusammenhang mit den o.g. Zielgruppen, eines der prioritären Handlungsfelder – neben dem gesunden Aufwachsen rund um die
Geburt und der Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen. Ge-

Eine wichtige Aufgabe liegt zudem darin, gemeinsam mit den
Partnern der LGK über öffentliche Veranstaltungen wie die
Landesgesundheitskonferenzen und die Gesundheitsforen
wichtige gesundheitspolitische Fragestellungen aufzugreifen und Lösungsansätze zu diskutieren. In den Gesundheitszielen der LGK spiegeln sich die Schwerpunktsetzungen auf
diesem Wege wider. Durch ihre vielschichtige Mitgliederstruktur stellt die LGK selbst ein lebendiges Netzwerk für
eine gesunde Stadt Berlin dar.
Im Rahmen der Fachforen wurden gesundheitspolitische
Themen der Stadt mit 200 bzw. 280 Teilnehmenden in der
Urania diskutiert:
n 14. September 2011: „Kompetent, vernetzt und innovativ
– Gesundheitliche Versorgung älterer Menschen in Berlin”
n 24. August 2011 „Helfern helfen – Wie können pflegende
Angehörige entlastet werden?“
n 9. Mai 2011 „Gute Gesunde Kita – Wie kommt Gesundheitsförderung in die Kitas?“
n 4. Oktober 2010 „Streik der Seele? Psychische Gesundheit von Beschäftigten in Berlin“
n 14. Juni 2010 „Gerecht verteilt und gut erreichbar? – Zur
ärztlichen Versorgung in den Berliner Bezirken“
n 17. Mai 2010 „Chance integrierte Versorgung – integriert
= innovativ?“

sundheitsförderung und Prävention ist bereits in vielen Berliner Quartiersgebieten Thema. Der Regionale Knoten Berlin
setzt sich vor diesem Hintergrund für die Entwicklung von
Qualität im Sinne der Good Practice-Kriterien ein. Grundlage
dafür ist zum einen die Verbesserung von Transparenz und
Orientierung über gesundheitsbezogene Maßnahmen und
Aktivitäten in Berliner Quartieren. Zum anderen orientiert
der Regionale Knoten auf die lokale Kompetenzentwicklung
durch Qualifizierungsangebote (Werkstätten), Fachaustausche und Fachtagungen. Dabei werden die Akteure bei der
Entwicklung von Qualität entsprechender Maßnahmen, insbesondere den Kriterien guter Praxis der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten, unterstützt.

Jahresbericht 2010 und 2011

Netzwerk Frauengesundheit
Projektlaufzeit: seit 2001
Finanzierung:Senatsverwaltung für Arbeit, Integration
und Frauen
Webseite: www.frauengesundheit-berlin.de
Ansprechpartnerin bei GesBB:
Rita von Godin, godin@frauengesundheit-berlin.de
Am 1. Januar 2010 wurde die Geschäftsstelle des Netzwerkes mit einer ständigen Mitarbeiterin in die
freie Trägerschaft von Gesundheit
Berlin-Brandenburg e.V. überführt.
Im Berichtsjahr 2011 haben insgesamt 52 Frauen als Vertreterinnen von Mitgliedsorganisationen und weitere 7 Frauen
im Netzwerk Frauengesundheit mitgearbeitet.
Die inhaltliche Arbeit im Netzwerk wurde wesentlich durch
die sieben Arbeitsgruppen bestimmt:
n AG Reproduktive Gesundheit
n AG Gesundheitliche Folgen von Gewalt
n AG Brustkrebs
n AG Migration und Frauengesundheit
n AG Gesundheitspolitik
n AG Frauen und Sucht (neu gegründet im November
2010)
n AG Frauen mit Behinderungen/chronischen Krankheiten
Im Jahr 2010 begannen die Vorbereitungen für den neuen Internetauftritt des Netzwerkes, der am 8. März 2011 online
ging. Weitere Meilensteine in 2010 waren die Erstellung einer Netzwerk-Broschüre sowie Vorbereitung und Teilnahme
am 16. Kongress „Armut und Gesundheit“. Dabei bildeten
Familien mit Migrationshintergrund das Schwerpunktthema.
In Fachvorträgen wurde im Berichtszeitraum u. a. über folgende Themen informiert:
n HPV (Humanes Papillom-Virus),
n Brustkrebsscreening in Berlin,
n Bundesmodellprojekt MIGG („Medizinische Interven­
tion gegen Gewalt“, 2008 – 2010),
n Schutz von Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt in
Institutionen,
n christliche Fundamentalistinnen und „Lebensschützer“
n Präimplantationsdiagnostik (PID).
Das Netzwerk unterstützte außerdem verschiedene Petitionen und sprach sich damit u. a. für die wohnortnahe Versorgung mit Hebammenhilfen oder für kultursensible und muttersprachliche Psychotherapie für Menschen mit Zuwanderungshintergrund aus.
Einen Themenschwerpunkt in 2011 bildete die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 18. September (sogenannte
Wahlprüfsteine Netzwerk Frauengesundheit). Anlässlich der
Abgeordnetenhaus-Wahl wurden die Wahlprogramme auf
aktuelle Forderungen und Empfehlungen des Netzwerks
Frauengesundheit Berlin hin geprüft und alle Parteien zu ei-

Gesunde und soziale Stadt

nem Fachgespräch eingeladen, die GRÜNEN, die Linkspartei
und die SPD nahmen teil.
Des Weiteren überarbeitete die AG Reproduktive Gesundheit
in 2011 die Kaiserschnittbroschüre, die in 2012 erscheinen
wird.
Am 14. Dezember 2011 fand das Jubiläum „10 Jahre Netzwerk
Frauengesundheit Berlin – Rückblick und Ausblick“ in der
Werkstatt der Kulturen statt.

Fachstelle Gesundheitsziele
im Land Brandenburg –
Safe Region – Sicheres Brandenburg
Projektlaufzeit: seit 2011
Finanzierung: Ministerium für Umwelt, Gesundheitund
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Webseite: www.saferegion.brandenburg.de
Ansprechpartner bei GesBB:
Holger Kilian, kilian@gesundheitbb.de
Als Safe Region wurde das Land Brandenburg im Dezember 2009 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zertifiziert.
Damit ist das Land Brandenburg als erstes
deutsches Bundesland Mitglied im von der
WHO initiierten internationalen Zusammenschluss der Safe Communities. Gemeinsame Leitidee
der Safe Communities ist die gemeindeorientierte, bürgernahe Intervention zur Prävention von Verletzungen. Die Fachstelle Gesundheitsziele im Land Brandenburg hat die Geschäftsstellenfunktion für Safe Region Brandenburg inne.
Die Fachstelle unterstützte das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV), u. a. durch Vorstellung der Initiative Safe Region in verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen im Land. Die Fachstelle begleitete die
Umsetzung des Webauftritts der Safe Region Brandenburg
(www.saferegion.brandenburg.de), in dessen Rahmen auch
gute Beispiele für Initiativen zur Unfall- und Gewaltprävention vorgestellt werden. Die von der Fachstelle vorbereitete
und durchgeführte Tagung „Cottbus auf dem Weg zur Safe
Community“ am 5. Oktober 2011 im Cottbuser Carl-ThiemKlinikum stellte den Auftakt für die Stadt Cottbus dar, eine
Safe Community zu werden. Zahlreiche Akteure tauschten
sich zu guten Ansätzen und Entwicklungsmöglichkeiten in
Cottbus aus und verständigten sich auf die gemeinsame Perspektive, als Safe Community durch die WHO zertifiziert zu
werden. Die Dokumentation der Fachtagung ist nachzulesen
auf  www.saferegion.brandenburg.de.
Die Fachstelle koordinierte 2011 die Erstellung des Jahresberichtes 2010 für die WHO und unterstützte das MUGV bei den
Vorbereitungen und Einrichtung der interministeriellen Steuerungsgruppe.

39

Gesunde und soziale Stadt

Gesundheitsförderung im Quartier
Projektlaufzeit:
„Bewegt und gesund leben im Zentrum“ 2010 – 2011,	
„Gesund im Reuterkiez!“ 2010 – 2012
Finanzierung: Stadtteile mit besonderem
Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt, Quartiersfonds 3
Ansprechpartnerinnen bei GesBB:
Viola Winterstein, winterstein@gesundheitbb.de,
Andrea Möllmann, moellmann@gesundheitbb.de;
Danielle Dobberstein, dobberstein@gesundheitbb.de

Jahresbericht 2010 und 2011

die Geburt“ – Exkursion zu relevanten Einrichtungen im
Reuterkiez und Umgebung
n Erstellung eines Familienwegweisers zu gesundheitsfördernden Angeboten im Reuterkiez & Umgebung (Faltplan, 2 Auflagen insgesamt 4000 Stück, und online auf
der Quartiersmanagementseite www.reuter-quartier.de/
Gesundheit-fuer-Alle-im-Reuterkiez.2055.0.html?&key=1-2)

Die gesundheitliche Lage von Familien mit Kindern bis sechs
Jahren in belasteten Lebenslagen zu verbessern, war das Ziel
der Projekte „Bewegt und gesund leben im Zentrum“ in
Friedrichshain-Kreuzberg und „Gesund im Reuterkiez!“ in
Neukölln Nord. Leitgedanke beider Projekte ist, sozial benachteiligte Kinder und Familien, insbesondere mit Migrationshintergrund, in ihrem unmittelbaren Lebensraum tatsächlich zu erreichen und aktiv an der Gestaltung der bedarfsgerechten Angebote zu beteiligen, gesundheitsfördernde Kompetenzen lokal aufzubauen und zu verankern. Die
quartiersbezogenen Prozesse koordinierte Gesundheit Berlin-Brandenburg im Rahmen des Programms „Stadtteile mit
besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“, Quartiersfond 3.

40

Um lokale Kompetenzen zu stärken und Angebote entsprechend der Bedarfe und der zur Verfügung stehenden Ressourcen umzusetzen, war es ein wichtiger Ansatz, von Beginn an eng mit den lokalen Einrichtungen, Akteur/innen und
Anwohner/innen zusammenzuarbeiten. Ausgangspunkt war
in beiden Quartieren eine ausführliche Bestandsaufnahme
zu gesundheitsbezogenen Angeboten für Familien mit Kindern und zu den Ressourcen, Vernetzungsstrukturen und
Bedarfen.
Das Projekt „Bewegt und gesund leben im Zentrum“ rund
um das Gebiet am Kottbusser Tor in Kreuzberg ist im Dezember 2011 beendet worden. Maßnahmen zur Bewegungsförderung und Stärkung von Elternkompetenzen, die umgesetzt
wurden, waren etwa die Einrichtung eines Winterspielplatzes, einer offenen kinderärztlichen Sprechstunde sowie von
„ Familiendiskos“. Diese Angebote konnten nach Projektende im Bezirk fortgeführt werden. Außerdem wurden z. B.
Schulungen von Stadtteilmüttern Kreuzberg zu Themen der
Gesundheitsförderung rund um die Geburt und die Qualifizierung von „Bewegungspat/innen für den Winterspielplatz“
umgesetzt.
Das Projekt „Gesund im Reuterkiez!“ wurde nach der Pilotphase 2010 als Folgeprojekt 2011 – 2012 weitergeführt. Wesentliche inhaltliche Schwerpunkte waren bis Ende 2011 u. a.:
n Qualifizierung von „Bewegungspat/innen für den Bewegten Winterspielplatz“
n Kompetenzaufbau bei Laien-Multiplikator/innen zum
Thema „Prävention und Gesundheitsförderung rund um

n mehrsprachige Hebammensprechstunde
n Runder Tisch „Rund um die Geburt“
n Einrichtung einer Eltern-Kind-Gruppe (Start 2012)
n Kreativangebot „Kunst am Dienstag“
n Aufbau eines „Bewegten Winterspielplatzes“
„Gesund im Reuterkiez!“ wird 2012 die Schwerpunkte auf
lokaler und bezirklicher Ebene fortführen, mit Fokus auf der
nachhaltigen Verankerung.

Jahresbericht 2010 und 2011

Anhang

Vorstand und Verein
Erweiterter Vorstand
Sprecher/innen der Arbeitskreise
Arbeitskreis Altern und Gesundheit
Dr. Heinz Trommer †,
Dr. Josefine Heusinger
(Institut für Gerontologische Forschung e.V.)
Dr. Barbara Weigl (Ev. Hochschule Berlin)
Arbeitskreis Betriebliche
Gesundheitsförderung
Detlef Kuhn (ZAGG Zentrum für angewandte Gesundheitsförderung und Gesundheits­wissenschaften GmbH),
Dr. Gudrun Borchardt (Techniker
Krankenkasse Berlin-Brandenburg),
Claudia Sommerschuh (DAK)
Arbeitskreis Bewegung und Ernährung
Kerstin Moncorps (Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von
Berlin, OE für Qualitätsentwicklung,
Planung und Koordination des Öffentlichen
Gesundheitsdienstes),
Karen Saß (Sport-Gesundheitspark Berlin e.V.)
Arbeitskreis Gesunde Schule
Stephanie Wetzel (SW Ernährungswissenschaftliche
Dienstleistungen)
Brandenburgischer Arbeitskreis Alter,
Bewegung und Gesundheit“
Annett Schmok und Marisa Elle
(Gesundheit Berlin-Brandenburg)
Arbeitskreis Kind und Familie
Prof. Dr. Raimund Geene
(Hochschule Magdeburg-Stendal)
Ulrike von Haldenwang
Arbeitskreis Migration, Integration und Gesundheit
Ingrid Papies-Winkler (Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg, Planungs- und Koordinierungsstelle
Gesundheit), Natascha Garay (Bayouma-Haus)
Arbeitskreis Patientenfürsprecher/innen
Dr. Hildegard Rossi (Vivantes Wenckebach-Klinikum)

Geschäftsführender Vorstand
Vorsitzender
Prof. Dr. Rolf Rosenbrock
Vorsitzender des
Paritätischen Bundesverbandes
Sachverständigenrat zur Begutachtung
der Ent­wicklung im Gesund­heitswesen
Monika Gordes
stellvertretende Geschäftsführerin
und Referat Gesundheit und Soziales
des Städte- und Gemeindebundes
Brandenburg
Schriftführer
Hartmut Brocke
Vorstandsvorsitzender und Direktor
der Stiftung SPI, Sozialpädagogisches
Institut Berlin – Walter May
Hendrik Karpinski
Chefarzt der Kinderklinik Niederlausitz
und Netzwerk „Gesunde Kinder“
Ehrenvorsitzender
Vorsitzender
Franz Josef Lünne
stv. Vorstandsvorsitzender
der AOK Brandenburg
Beauftragter für das Hand­lungsfeld
„Prävention, Ge­sundheitsförderung,
Reha­bilitation und Ernäh­rung“
des Masterplan Gesund­heits­region
Berlin-Brandenburg
Prof. Dr. Ulrike
Maschewsky-Schneider
Sprecherin und Studiengangs­leiterin
der Berlin School of Public Health
Kathrin Feldmann
Quartiersmanagerin
Stadtkontor Gesellschaft für
behutsame Stadtentwicklung mbH

Arbeitskreis Patientenfürsprecher/innen Brandenburg
Birgit Kriese (Patientenfürsprechein im
Luise-Henrietten-Stift Lehnin)

Schatzmeisterin
Ingrid Papies-Winkler
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg,
Planungs- und Koordinierungsstelle
Gesundheit

Arbeitskreis Prävention von Kinderunfällen
Dr. Gudrun Borchardt (Techniker Krankenkasse),
Kerstin Moncorps (Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
von Berlin, OE für Qualitätsentwicklung, Planung und
Koordination des Öffentlichen Gesundheitsdienstes)

Jürgen Hardt
ehemaliger Vorsitzender
BARMER Berlin
Vorsitzender Network for
Better Medical Care

41

Anhang

Jahresbericht 2010 und 2011

Ordentliche Mitglieder von
Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
(Ordentliche Mitglieder sind Organisationen.)

Arbeits- und Forschungsgemeinschaft für Atempädagogik
und Atemtherapie e.V. (AFA)
Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung
an der Universität Potsdam
Akarsu e.V. Gesundheitsetage
Albatros e.V.

42

CLUB AKTIV
Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK),
Landesgeschäftsstelle Ost
Deutsche Rheuma Liga Brandenburg e.V.
Deutsche Rheuma Liga Berlin e.V.

AOK Nordost

Deutsche Vereinigung für Sozialarbeit im
Gesundheitswesen DVSG

Apothekerkammer Berlin

Deutscher Sportlehrerverband Berlin e.V.

Arbeitskreis Neue Medien

Deutscher Verband für Physiotherapie

Ärztegesellschaft für Naturheilkunde

Deutsches Netz Gesundheitsfördernder Krankhäuser DNGfK

Ärztekammer Berlin

Deutsches Rotes Kreuz

Arbeiterwohlfahrt Landesverband Berlin

Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co

Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren der
Berliner Volkshochschulen

ESTAruppin e.V.

BARMER GEK Berlin-Brandenburg
Berliner Hebammenverband
Berliner Krebsgesellschaft
Berliner Institut für Gesundheitspädagogik
Berliner Sportärztebund
Berlin School of Public Health
Berufsverband der Kinder- und Jugendpsychiater im Land
Brandenburg

Feministisches Frauengesundheitszentrum FFGZ e.V.
Fixpunkt e.V.
Forum Arbeit e. V.
FU-Institut für psychosoziale Prävention und
Gesundheitsforschung
Gemeinsam im Stadtteil e.V. c/o Kommunales Forum
Wedding
Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V. FaZIT
Gesundheit in der Stadtplanung GHS

BKK Landesverband Mitte

Hebammen Landesverband Brandenburg e.V.

Bündnis für Familie Westhavelland

Humanistischer Verband Berlin e.V.

Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen
Gesundheitsdienstes e.V., Landesstelle Brandenburg

IKK Berlin-Brandenburg

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Bezirksamt Hellersdorf-Marzahn
Bezirksamt Lichtenberg
Bezirksamt Mitte
Bezirksamt Neukölln
Bezirksamt Spandau
Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf
BIG Gesundheit, Die Direktkrankenkasse

IGES Institut
Integrationsbeauftragte des Landes Brandburg
IPSO gGmbH
Katte e.V.
Klinikum Dahme-Spreewald GmbH
Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH
Klinikum Niederlausitz GmbH
Knappschaft Verwaltungsstelle Cottbus
Krankenhaus Hedwigshöhe

Carl Thieme Klinikum Cottbus

Krankenhaus Waldfriede, Zentrum für Gesundheit und
Physiotherapie

Caritasverband für das Erzbistum Berlin

LAG Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen e.V.

Jahresbericht 2010 und 2011

Anhang

Landesamt für Gesundheit und Soziales LaGeSo

Seniorenbeirat im Landkreis Oberhavel

Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes
Brandenburg

Siemens Betriebskrankenkasse, Regional Ost

Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände im Land
Brandenburg
Landesarbeitsgemeinschaft für Selbsthilfeförderung
Brandenburg e.V.
Landesgruppe Berlin des Deutschen Verbandes der
Ergotherapeuten
Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg e.V.
Landessportbund Berlin e.V.
Landessportbund Brandenburg e.V.
Landesstelle Berlin für Suchtfragen e. V.
Lokales Bündnis für Familie „Forum Familie Eisenhüttenstadt“
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
Brandenburg
NEUhland e.V.
Netzwerk Gesundheit und Kommunikation e.V.
Schlosspark Klinik, Gesundheitszentrum
Schwulenberatung Berlin
Sana Gesundheitszentrum, Dr. med. Bernd Köppl
Sana Kliniken Berlin-Brandenburg
SEKIS, Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle
Selbstbestimmte Geburt und Familie e.V.
Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales

Sport- und Gesundheitspark Berlin e.V.
Städtisches Krankenhaus Eisenhüttenstadt GmbH
Stadtkontor GmbH
Stiftung SPI
Techniker Krankenkasse Berlin-Brandenburg
Theodorus Hospiz gGmbH
Überregionale Arbeitsstelle Frühförderung Brandenburg
Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD),
Beratungsstelle Potsdam
Universität Potsdam, Department für regulative Physiologie
und Prävention
Unfallkasse Berlin
Unfallkasse Brandenburg
Verein Hoffnungstal e.V.
Vielfalt e.V.
Volkssolidarität Berlin e.V.
Weg der Mitte e. V., Zentrum für Ganzheitliche Gesundheit
ZAGG Zentrum für angewandte Gesundheitsförderung u.
Wissenschaften

43

Anhang

Jahresbericht 2010 und 2011

Außerordentliche Mitglieder von Gesundheit
Berlin-Brandenburg e.V.
(Außerordentliche Mitglieder sind natürliche Personen.)

Prof. Dr. Birgit Babitsch, Universität Osnabrück
Gabi Bartsch, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
Heinrich Bertram, Psychotherapeutenkammer Berlin

Katja Lorenz, VDPP Verein demokratischer
Pharmazeutinnen und Pharmazeuten

Heinrich Beuscher, Senatsverwaltung für Gesundheit und
Soziales

Prof. Dr. Eva Luber

Prof. Dr. Theda Borde, Alice Salomon Hochschule
Dr. Carlchristian von Braunmühl
Uta Buchmann, Park-Klinik Weißensee
Birgit Braxator
Christian Denzin, B.A.D. Gesundheitsvorsorge und
Sicherheitstechnik GmbH
Dr. Friedrich-Wilhelm Dopatka, Staatssekretär a.D.
Ben Eberle, Arbeiterwohlfahrt
Wolfram Eckert, Praxis für Psychotherapie

44

Sabine Koch-Gensecke, Landesamt für Gesundheit und
Soziales

Fabian Engelmann, Kassenärztliche Bundesvereinigung
Dr. Ulrike Faber, Verein demokratischer Pharmazeutinnen
und Pharmazeuten
Inge Frohnert
Prof. Dr. Raimund Geene, Hochschule Magdeburg/Stendal
Margret Mayer
Carola Goen, Bezirksamt Pankow, Plan- und Leitstelle
Gesundheit
Monika Gordes, Städte- und Gemeindebund Brandenburg
Annefried Hahn (Hahn & Hahn Coaching)
Jürgen Hardt
Gabriele Hergeth, Lokales Bündnis für Familie Spremberg
Sebastian Hofmann, Deutsche Krankenhausgesellschaft
Evelyne Hohmann, Theodor-Springmann-Stiftung
Elfi Jantzen, MdA
Hilla Josten, Frauenbeauftragte des Bezirksamtes SteglitzZehlendorf
Werner Kiewe
Dr. Heidi Knake-Werner
Uwe Klein, Krankenhaus Hedwigshöhe
Andreas Kniesche, VdEK

Dr. Petra Müller
Elisabeth Müller-Heck, Senatsverwaltung für Bildung,
Wissenschaft und Forschung
Dr. Ulrich Niedermeyer, Klinik für Psychiatrie
Ulrike Oppermann
Gerd Poerschke, Schreibabyambulanz
Prof. Dr. Jutta Räbiger, Alice Salomon Hochschule
Marlise Rief-Blomert
Dr. Gudrun Rojas, Zahnärztlicher Dienst Brandenburg
Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen
Gesamtverbandes
Andreas Schoppa, Bundesministerium für Gesundheit, Büro
der Drogenbeauftragten
Olaf Schröter
Philipp K. Schunke
Ingeborg Simon, Volkssolidarität Berlin
Carola Thumm, Charité
Martina Trauth-Koschnick, Gesundheitsamt Potsdam
Wolf-Dietrich Trenner, Fördergemeinschaft Taubblinde e.V.
Dr. Heinz Trommer †
Sieglinde Wagner, Humboldt Krankenhaus
Stephanie Wetzel, Ernährungswissenschaftliche Beratung
Britta Zander, TU Berlin

Jahresbericht 2010 und 2011

Anhang

Liste ausgewählter Publikationsliste in
2010 und 2011
(in alphabetischer Reihenfolge)

2010

2011

Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land
Berlin (2010), Dokumentation der 6.
Landesgesundheitskonferenz 2009; PDF (4,2 MB) unter
www.berlin.gesundheitfoerdern.de/
Publikationen.1026.0.html

BZgA, Gesundheit Berlin-Brandenburg, Landesvereinigung
für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin
Niedersachsen (2011), Gesund und aktiv älter werden.
Dokumentation der Satellitenveranstaltung 16. Kongress
Armut und Gesundheit. PDF (1,7 MB) unter 	
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/
gesundheitsfoerderung-bei-aelteren/hintergruende-datenmaterialien/materialien

Gesundheit Berlin-Brandenburg (2010), Arbeitshilfe zur
Schulung im Rahmen von BLIQ – Bewegtes Leben im Quartier; PDF (780 KB) unter www.gesundheitberlin.de/index.
php4?request=themen&topic_id=918
Gesundheit Berlin-Brandenburg (2010), Gesunde Stadt
Berlin. Bezirkliche Gesundheitskonferenzen – Ein Weg zur
Vernetzung und Partizipation. Dokumentation der
Fachtagung vom 5. November 2009, PDF (3,2 MB) online
unter www.berlin.gesundheitfoerdern.de/
Publikationen.1026.0.html  
Gesundheit Berlin-Brandenburg (2010) „Gesundheit im Alter
fördern – Eine Zukunfsaufgabe der Kommunen“
Dokumentation der Regionalkonferenz in Berlin am 	
15. Oktober 2009 PDF unter www.gesundheitberlin.de/
download/10-04-15_Dokumentation_Gesundheit_im_Alter_
foerdern_end.pdf
Gesundheit Berlin-Brandenburg/Zentrum für
Bewegungsförderung Brandenburg  (2010), Alternde
Kommunen als Chance?! Ressourcen einer
sozialraumbezogenen Gesundheits- und
Bewegungsförderung bei älteren Menschen. PDF (1,67 MB)
unter www.gesundheitberlin.de/download/DokuEberswalde-end-mail.pdf
Gesundheit Berlin-Brandenburg (2010), Jahresbericht
2008/2009. PDF (965 KB) unter www.gesundheitberlin.de/
index.php4?request=jberichte&topic=gberlin_jberichte
Zentrum für Bewegungsförderung Berlin/Learning
Community (2010), „Nachbarschaft bewegen –
Gemeinschaft fördern.“ Dokumentation des World-Cafés
vom 3. Juni 2010 im Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.;
PDF (844 KB) unter www.gesundheitberlin.de/index.
php4?request=themen&topic_id=916

Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land
Berlin (2011), Dokumentation der 7.
Landesgesundheitskonferenz 2010; PDF (4,2 MB) unter
www.berlin.gesundheitfoerdern.de/
Publikationen.1026.0.html
Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land
Berlin (2011), Einführung – Auswirkungen von Armut auf die
Gesundheit im Alter. In: Senatsverwaltung für Gesundheit,
Umwelt und Verbraucherschutz (Hrsg.), Spezialbericht „Zur
sozialen Lage älterer Menschen in Berlin – Armutsrisiken
und Sozialleistungsbezug“, aus der Reihe zum
Sozialstatistischen Berichtswesen Berlin. S. 96ff. PDF
(7,5MB) unter www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/sozial/
spezial.html
Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land
Berlin (2011), Gesundheitsziele, Prävention und
Gesundheitsförderung – Entwicklung von Strategien für
sozial benachteiligte ältere Menschen. In: Senatsverwaltung
für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz (Hrsg.),
Spezialbericht „Zur sozialen Lage älterer Menschen in
Berlin – Armutsrisiken und Sozialleistungsbezug“, aus der
Reihe zum Sozialstatistischen Berichtswesen Berlin. S.128ff.
PDF (7,5MB) unter www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/sozial/
spezial.html
Gesundheit Berlin-Brandenburg (2011), Dokumentation des
16. Kongress Armut und Gesundheit
„Verwirklichungschancen für alle“. Die CD-Rom kann für
5 Euro unter sekretariat@gesundheitbb.de bestellt werden.
Sie finden die Beiträge außerdem unter 	
www.gesundheitberlin.de/index.
php4?request=themen&topic_id=957

45

Anhang

Gesundheit Berlin-Brandenburg (2011), Gemeinsam handeln
– Chancen verbessern. Heft 7 der Reihe „Aktiv werden für
Gesundheit. Arbeitshilfen für Prävention und
Gesundheitsförderung im Quartier“. PDF (2,2MB) unter
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/
gesundheitsfoerderung-bei-arbeitslosen/akshytivwershyden-fuer-geshysundshyheit-arbeitshilfen-fuerpraeshyvenshytishyon-und-geshysundshyheitsshyfoershyde
shyrung-im-quarshytier-aktualisierte-fasshysung-nun-auchonshyline

46

Gesundheit Berlin-Brandenburg (2011), Gesund und aktiv
älter werden. Heft 6 der Reihe „Aktiv werden für Gesundheit.
Arbeitshilfen für Prävention und Gesundheitsförderung im
Quartier“. PDF (2,2MB) unter www.gesundheitlichechancengleichheit.de/gesundheitsfoerderung-im-quartier/
aktiv-werden-fuer-gesundheit-arbeitshilfen/teil-6-gesundund-aktiv-aelter-werden
Gesundheit Berlin-Brandenburg (2011), „Hier wird‘ ich alt,
hier kann ich bleiben! Gesund und aktiv älter werden in
ländlichen Lebensräumen.“ Dokumentation der
Regionalkonferenz Brandenburg vom 27. Oktober 2011; PDF
(2,5 MB) unter www.gesundheitberlin.de/index.
php4?request=themen&topic_id=916 (auch in gedruckter
Version)
Gesundheit Berlin-Brandenburg (2011), Mehr Bewegung im
Alltag – Aktives Leben im Alter fördern. Arbeitshilfen und
Praxisbeispiele; PDF (5 MB) unter www.lzg-bayern.de/tl_
files/catalog_upload/m/mehr-bewegung-im-alltag.pdf
Gesundheit Berlin-Brandenburg (2011), Schritt für Schritt zu
mehr Gesundheit im Alter. Ein Leitfaden zum Aufbau von
begleiteten Spaziergangsgruppen und zur Initiierung von
Trainingsgruppen zur Sturzprävention im Stadtteil; PDF (2,3
MB) unter www.gesundheitberlin.de/download/Leitfaden_
Schritt_f%FCr_Schritt_zu_mehr_Gesundheit_im_Alter.pdf

Jahresbericht 2010 und 2011

Gesundheit Berlin-Brandenburg, Regionaler Knoten
Brandenburg (2011), Kinder im Kontext häuslicher Gewalt.
PDF (1,9 MB) unter www.gesundheitliche-chancengleichheit.
de/regionale-knoten/brandenburg/projekte-und-aktivitaeten
Gesundheit Berlin-Brandenburg, Regionaler Knoten
Brandenburg (2011), Übergänge gemeinsam gestalten – für
ein gutes und gesundes Aufwachsen. Erfolgreiche
Strategien kommunaler Zusammenarbeit zur
lebensweltorientierten Prävention und
Gesundheitsförderung in Brandenburg; PDF (3 MB) unter
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/regionaleknoten/brandenburg/projekte-und-aktivitaeten
Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial
Benachteiligten“ (2011), Handlungsempfehlungen:
Gesundheitschancen von sozial benachteiligten Kindern
und Jugendlichen nachhaltig verbessern!
PDF (550 KB) unter www.gesundheitlichechancengleichheit.de/gesundheitsfoerderung-bei-kindernund-jugendlichen/handlungsempfehlungen
Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial
Benachteiligten“ (2011), Gesundheitliche Chancengleichheit
verbessern. Der Kooperationsverbund
„Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“;
2. überarbeitete Auflage;
PDF (800 KB) unter www.gesundheitlichechancengleichheit.de/kooperationsverbund/hintergruendedaten-materialien/weitere-materialien-deskooperationsverbundes

Mitgliedschaften von Gesundheit Berlin-Brandenburg
n afgis e.V.
n Bundesarbeitsgemeinschaft Kindersicherheit
n Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG)
n Deutsches Netzwerk gesundheitsfördernder Krankenhäuser (DNGfK)
n Deutscher Verband für Gesundheitswissenschaften und Public Health (DVGPH) e.V.
n Deutsche Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus e.V.
n Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“
n Landesgesundheitskonferenz Berlin
n Netzwerk Frauengesundheit
n Nationale Armutskonferenz (nak)
n Paritätischer Wohlfahrtsverband, LV Berlin

Finanzen
Der Verein finanziert seine Aktivitäten aus Zuwendungen, die Partner im Rahmen von Kooperationen für die Realisierung von Veranstaltungen und Projekten zur Verfügung stellen, oder Zuwendungen im Rahmen von Förderprogrammen.
EINNAHMEN 2010 (voraussichtlich)	
1. Institutioneller Bereich	
2. Projektgebundene Einnahmen	
Summe der Einnahmen	
	
EINNAHMEN 2011 (voraussichtlich)	
1. Institutioneller Bereich	
2. Projektgebundene Einnahmen	
Summe der Einnahmen	

47.411,00  Euro
1.892.993,00  Euro
1.940.404.00  Euro

46.979,00  Euro
1.902.639,00  Euro
1.949.618,00  Euro

Impressum
Herausgeber:
Gesundheit Berlin-Brandenburg
Friedrichstraße 231
10969 Berlin
Tel: 030 44 31 90 60
Fax: 030 44 31 90 63
Email: sekretariat@gesundheitbb.de
Web: www.gesundheitbb.de

Redaktion:
Stefan Pospiech (V.i.S.d.P.)
Marion Amler, Rike Hertwig
Auflage:
500 Stück
Druckerei:
Druckhaus Schöneweide GmbH
PF 470355, 12312 Berlin
www.dhsberlin.de
Copyright:
Gesundheit Berlin-Brandenburg, November 2012

Bildnachweise:
S. 6, 22, 26 André Wagenzik, S. 5, 11 Ernst Fesseler
S. 12 Günter Havlena, Pixelio
S. 14 SirName, Photocase
S. 15 Lucie Kärcher, Pixelio
S. 16 Vancity, StockXchang, S.20 Liaorinko, Fotolia
S. 21, Claudia Hautumm, Pixelio, S. 23 Jan Röhl
S. 24 Anna Lurye, Fotolia, S. 26, 40 Marion Amler
S. 30 C. Schulte, StockXchang, S. 31 Jerzy, Pixelio
S. 33 rebealk, Photocase, S. 34 S. Media, Pixelio
S. 36 Rike Hertwig
S. 38 Richard von Lenzano, Pixelio
        
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