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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Deutsch-Wilmersdorf Issue 1908/1909

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in d er S tädteordnung von 1808 durchgeführt wurden und, meine Herren, 
dieses V ertrauen ist nicht getäusch t worden. W ieviel tausend und zehn­
tausend deutscher und preussischer Männer haben in diesem verflossenen 
Jahrhundert in em siger K leinarbeit m itgew irkt, um das preussische und 
deutsche Städtew esen zu jener Blüte emporzuheben, die es heute, bew undert, 
ja, beneidet von aller W elt, selbst von der G eburtsstä tte  der europäischen 
S elbstverw altung von Englands Kommunalwesen, errungen hat, und deshalb 
meine ich, dass auch wir, fast d er jüngste Spross an dem gew altigen Baum 
deutschen S tädtew esens verpflichtet sind, heute davon Zeugnis abzulegen, 
dass wir uns dessen bew usst sind: das K östlichste, W ertvollste und Lebens­
vollste, was in unserer städtischen Verfassung enthalten ist, das beruht auf 
den Ideen, wie sie die Stein’sche S tädteordnung in die W irklichkeit und in 
das Leben hineingeführt hat.
Lassen Sie mich, meine Herren, Schliessen mit jenen köstlichen W orten, 
mit denen die S tein’sche S täd teordnung  die T ätigkeit der S tadtverordneten 
bezeichnet, W orte , die meiner Meinung nach über jedem  S tadtverordnetensaal 
mit goldenen L ettern  eingeschrieben stehen sollten. D ie S täd teordnung sag t 
von den S tad tvero rdneten : „Das Gesetz und ihre W ahl sind ihre Voll­
m acht, ihre U eberzeugung und ihre Ansicht vom  gemeinen B esten der S tad t 
ihre Instruktion, ihr Gewissen aber die Behörde, der sie deshalb Rechenschaft 
zu geben haben.“
Meine H erren ! M ag dies der Fall sein in den Jahrhunderten, in denen 
hoffentlich unser W ilm ersdorf blühen wird, dass w ir s tets S tadverordnete 
haben, die vo r ihrem Gewissen sagen können: das Gesetz und meine Ansicht 
vom gemeinen Besten d er S tad t sind mein L eitstern gew esen. Dessen, meine 
H erren, wollen wir uns getrosten  zum W ohle und zum Segen unserer S tadt!
4. |>te Stadtvcrordnelen-KrgänzungswaHIen vom 19., 20.,
21. Aovcmver und 15. Dezember 1908.
B ei der von der Stadtverordneten-Bersanimlung in deren Sitzung vom 13. M ai 1008  
gemäß § 18 der Städteordnung vorgenommenen A uslosung derjenigen Stadtverordneten, 
welche mit Ende des Ja h res 1908 au s der Stadtverordneten-Versammlung auszuscheiden 
haben, waren folgende Stadtverordnete durch das L os bestimmt worden:
A. a n s  der III. A b te i lu n g :
Architekt Schuster, Rechnungsrat K letke, S a n itä tsra t Dr. H asslacher, Tischlermeister 
Lehmann und Kammergerichtssekretär Schulz;
B . a n s  der II. A b te i lu n g :
Gymnasialdirektor Professor Dr. Coste, Justizrat Dr. W ol ff, Abteilnngsvorsteher Freckm ann, 
Rentier Krause, Rentier Lerch und Rentier Kranich;
C. a n s  der I. A b t e i lu n g :
Justizrat Lisco, Regierungsbaumeister a. D . Toebelmarin, Geheimer O ber-Regierungsrat 
Gossner, Bildhauer Schirm er und S an itä tsra t Dr. G rocht mann.
        
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