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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Deutsch-Wilmersdorf Issue 1908/1909

—  167  —
2. Städtisches Auskunftsbureau.
A m  l l .  Novem ber 1908 w urde im R athause  (Brandenburgische S t r .  2 —  Z im m e r  26 
und  32) ein städtisches A u sku nftsbureau  für alle kommunalen (S te u e r - ,  Schulsachen, usw.) 
und örtlichen Angelegenheiten errichtet und  die E r te i lu n g  der Auskünfte den auf den betr. 
Z im m ern  stationierten  Oberstadtsekretären Niess und Thiele übertragen.
Durch eine entsprechende Bekanntmachung in der amtlichen „W ilm ersdorfe r  Z ei tung"  
wie durch A u sha ng  im N athause ist die erfolgte Einrichtung des A u sk u n f tsb u re au s  zur 
K enn tn isnahm e der E inw ohner gebracht worden.
Auskünfte wurden  in der Hauptsache von a u s w ä r t s  w ohnhaften  Personen , die mit der 
Absicht umgingen, nach W ilm e rsd o rf  zu verziehen, schriftlich eingeholt. I n  fast allen Fällen  
wurde Aufschluß über die S teue r- ,  Schul-, W ohn-  und  Berlehrsverhältn isse verlangt.
Die hiesigen E inw ohner  holten die von ihnen begehrten Auskünfte, die sich meist n u r  
auf  einen bestimmten Gegenstand bezogen, bei der dafür  in erster Linie zuständigen besonderen 
Dienststelle ein.
3. Städtische Rechtsauskunftsstelle.
Ant 1. Dezember 1908  wurde im R athause :  B r a n d e n b u r g i s c h e  S t r a ß e  1, P o r t a l  I 
Z im m e r  4, eine öffentliche Rechtsauskunftsstelle c i richtet, in  der an  Minderbemittelte in allen 
F rag e n  des öffentlichen Rechts, insbesondere auch in allen Angelegenheiten der sozialen Gesetz­
gebung, unentgeltlich R a t  und  Auskunft  erteilt wird.
Die Auskünfte werden von einem in der S ta d tv e rw a l tu n g  informatorisch beschäftigten 
Gerichtsassessor erteilt, dem zur E r ledigung  etwaiger Schreibarbeiten ein Bureauassistent bei­
gegeben ist.
Die Rechtsauskunftsstelle w a r  in der Regel jeden D ie n s ta g  in der Z e i t  von 5 — 7 Uhr- 
nachm ittags  geöffnet. E s  wurden gegebenen F a l l s  jedoch auch an  anderen T ag en  innerhalb  
der gewöhnlichen Dienststuudcn durch den Leiter der S te l le  Auskünfte erteilt.
W ährend  der ersten vier M o n a te  wurde die Ausknpftsstelle von 118  Personen in A n­
spruch genommen, und zw ar von 62  M ä n n e rn  und  56  F ra u e n .  D av on  waren gewerbliche 
Arbeiter 16, andere Arbeitnehmer 42, Dienstboten 11, selbständige Personen  49. D ie  G esam t­
zahl der Auskünfte  belief sich auf 139. D a v o n  betrafen 6  Falle  die Arbeiterversicherung, 
7 den A rbeits-  und T iens tvertrag , 27  Mietssachen, 29  F o rderungen ,  6 Bormundschaftssachen, 
22  sonstige F ra g e n  des F am il ien -  u nd  Erbrechts, 12 sonstiges bürgerliches Recht, 17 Z iv i l  - 
Prozeß, 7 S tra frech t,  1 Steuersache, 3 Armensachen, 2 sonstige F ra g e n  des öffentlichen 
Rechts. I n  7 Fällen  wurden Schriftsätze angefertigt.
4. Einrichtungen für „Erste Kilfe"-Leistung. 
a )  D a s  städtische R et tu n g sw e se n .
Die der städtischen Berussfeueiwehr angegliederte O rgan isa t ion  des städtischen R e t tu n g s ­
wesens ist im Berichtsjahre grundsätzlich nicht geändert, sondern n u r  nach verschiedenen Richtungen 
weiter ausgebau t  worden.
Die Einrichtungen der in beiden Feuerwachen befindlichen V erbandräum e wurden durch 
mehrere, daselbst bisher nicht vorhandene ärztliche In s t ru m en te  und Geräte  ergänzt, wobei 
besonders die Beschaffung je eines Sauerstoffw icderbelebungsapparates nach Dr. Brat zu 
erwähnen ist.
Diese Apparate  haben sich im Laufe der Berichtszeit bei Erstickungsfüllen, Leuchtgas- 
vergiftungen u. dergl. mehrfach vorzüglich bewährt.
D e s  öfteren w a r  die R ettungsab te i lung  der Feuerw ehr  auch von ärztlicher Se i te  um
        
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