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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Deutsch-Wilmersdorf Issue 1908/1909

—  154 —
I n  der Zeit vom 14. Juni bis 9. August 1908 wurde der Brandinspeltor zu einer 
achtwöchigen militärischen Übung einberufen. Da der Feldwebel während dieser Zeit nicht 
ständig in Alarmbereitschaft bleiben konnte, außerdem aber auch nicht in der Lage war, den 
Brandinspektor in allen diesen betreffenden Angelegenheiten zu vertreten, wurde der Leutnant 
im Fnßartillerie-Regiment Nr. 1, Spohn, der bereits bei der Feuerwehr in Charlottenburg, 
Schöneberg und Bremen tätig gewesen war und die Qualifikation zum Offizier einer Bernfs- 
fcnerwehr erhalten hatte, diätarisch angestellt und mit der Vertretung des Brandinspektors be­
traut. Auch als der Brandinspektor infolge einer Rauchvergiftung im September erkrankte, 
wurde Herrn Spohn die Vertretung desselben übertragen.
Beur laubungen fanden statt:
a) zu militärischen Übungen in 8 Fällen mit zus. 165 Tagen,
b) zur Erholung und aus sonstiger Veranlassung in 32 Fällen mit zus. 294 Tagen.
Zur Aufrechterhaltung der notwendigen Disziplin waren 25 Bestrafungen (6 Ver­
weise, 1 mal Strafarbeit, 16 mal Strafdienst) erforderlich. I n  zwei Fällen wurde die sofortige 
Entlassung verfügt.
Im  Laufe der Berichtszeit sind aus dem Mannschaftsbestande der Feuerwehr ausgeschieden: 
1 Fenermann durch T o d  infolge^erlittener Verletzungen beim Absturz von einem in Fahrt 
befindlichen Straßenbahnwagen, 1 Feuermann f r e iw i l l i g .  5 Fenermänner wurden entlassen, 
weil sie sich für den Feuerwehrdicnst nicht eigneten.
Sämtliche frei gewordenen Stellen wurden sofort wieder besetzt.
Die Zahl der E r k r a n k n  n 'g s fälle belief sich auf 25 mit insgesamt 926 Krankheits­
tagen (darunter 8 Fälle mit zusammen 607 Tagen, an denen von zwei Mann leichter Dienst 
verrichtet werden konnte).
Die Erkrankungen waren in 7 Fällen mit zusammen 361 Tagen auf Verletzungen im 
Dienst, in 18 Fällen mit zusammen 565 Tagen auf andere Ursachen zurückzuführen.
2. Anstellung--, HSesokdungs- rc. Berhaltniste und Senerwehr-Nnterstützungsfonds.
über die Anstellung?-, Besoldungs- rc. Verhältnisse vgl. den Abschnitt IV . G. „Städtische 
Beamte, Angestellte und Arbeiter" S. 79 ff.
Der Feuerwehr - Unterstützungsfonds, dem besondere Zuwendungen im Berichtsjahre 
nicht zuteil wurden, wies am 31. März 1909 einen Bestand von 350,03 Mk. auf.
3. ^ersonakbekleidnng und -Ausrüstung.
Während die Ausführung von Reparaturen in eigener Werkstatt erfolgte, wurde 
die Neubeschaffung der Uniformstücke an Lieferanten vergeben. Hierbei wurde unter anderem 
gezahlt für: 1 Tuchhose für Chargierte bzw. Feucrmänner 12 bzw. 10 Mk., 1 Tuchbluse 
15 Mk., 1 Tuchrock 20 Mk., 1 Mantel 27 Mk., 1 Mütze für Chargierte bzw. Feuermänner 
2,75 bzw. 2,50 Mk., 1 Helm 14,50 Mk., l  Kappe 13,50 Mk., 1 Paar Stiefel 13,75 Mk.
An Ausrüstungs- und Bekleidungsstücken hat jeder Feuermann (bzw. Chargierte) 
in Händen: Tuchhosen 4 (4), Tuchblusen 3 (3), Tuchröcke 2 (2), Mäntel 1 (2), Drillich­
röcke — (1), Unterjacken 1 (1), Unterhosen 2 (2), Mützen 3 (3), Helme — (1), Kappen 1 (—), 
Stiefel 3 Paar (3), Schwerter — (1), Handbeile 1 (—), Schwertkoppel — (1), Schwert­
troddeln — (2), Hakengurte 1 (1), Fensterschlüssel — (1), lederne Handschuhe l  Paar (2), wollene 
Handschuhe 1 Paar (1), Äxte 1 (—), Bettwäsche 1 (1) Garnitur, Signalpfeife mit Kette 1 (1).
Die Oberfeuermänner, Sappeure und Rohrführcr sind mit Fensterschliisseln nach Berliner 
Muster ausgerüstet, die in der hiesigen Werkstatt angefertigt sind.
        
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