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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Deutsch-Wilmersdorf Issue 1906/1908

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Aus dem letzten Abfangebecken fließt das gereinigte Abwasser durch einen in dem 
„Grünen Weg" eingebauten Abflußkanal nach seinem natürlichen Vorfluter, der Beke und dem 
Teltowkanal.
Im  Falle von Epidemieen können mit dem geklärten Abwasser noch Nachfilterungs­
anlagen Mecks größerer Reduktion pathogener Keime beschickt werden: das F iltra t dieser 
Anlagen gelangt ebenfalls durch die vorerwähnte Leitung im „Grünen Weg" zum Abfluß.
Die biologische Kläranlage ist zunächst für 210 000 Einwohner ausgebaut, einmal um 
die Baukosten zu verringern, sodann um während einer Reihe von Jahren Erfahrungen für 
den weiteren Ausbau zu sammeln.
Über die Baukosten der Abwasserreinigungsanlage wie über die in der Zeit vom 
1. September 1906—31. März 1907 entstandenen Betriebskosten unterrichten die weiter unten 
gegebenen Zusammenstellungen, denen nur einige Mitteilungen über den im Jahre 1905 
begründeten Kairallsationsverband vorausgeschickt seien.
Um eine Verbindung zwischen der Pumpstation und Stahnsdorf auf dem möglich 
kürzesten Wege zu erreichen, mußte die projektierte Druckrohrleitnng die Gemeinden Schmargen­
dorf, Zehlendorf und Teltow, die projektierte Abflußleitung nach dem Teltowkanal die Gemeinde 
Stahnsdorf durchschneiden, sämtlich Ortschaften, die einer eigenen Kanalisation nebst Abwasser­
reinigungsanlage entbehrten.
Die Erkenntnis der genannten Gemeindeverwaltungen, daß durch Verbesserung der 
sanitären kommunalen Einrichtungen mittelst öffentlicher Kanalisationseinrichtnngen das Auf­
blühen einer Gemeinde gefördert wird, führte ans Anregung des Königl. Landratsamtes des 
Kreises Teltow im März 1905 zur Begründung eines Kanalisationsverbandes der Gemeinden 
Wilmersdorf, Schmargendorf, Zehlendorf und Teltow, während der Gemeinde Stahnsdorf 
der Beitritt zu dem Verbände bis zum Jahre 1915 offen gehalten wurde.
Nach den zwischen den Mitgliedern des Verbandes getroffenen Abmachungen umfassen 
die Verbandsanlagen lediglich die Hauptdruckrohrleitung, die biologische Kläranlage in 
Stahnsdorf sowie die Abflußleitung nach dem Teltowkanal, während die Herstellung der 
eigenen Kanalisationseinrichtungen innerhalb der Gemarkungsgrenzen, der Pumpstationen und 
der Anschlüsse derselben an die Verbandsdruckrohrleitnng interne Angelegenheit der einzelnen 
Gemeinden sind, mit der Maßgabe jedoch, daß jede von ihnen bei sich nur das Trennsystem 
durchführen darf. Im  übrigen wurde jede Gemeinde statutarisch verpflichtet, ihre Straßen, 
Wege, Gräben u. s. w. dem Verbände unentgeltlich für die Verbandsanlagen zur Verfügung 
zu stellen.
Durch die Schaffung dieses Kanalisationsverbandes wurden die Vorarbeiten für die 
selbständige Entwässerung der Gemeinde Wilmersdorf, welche wegen des bevorstehenden Ab­
laufs des Vertrages mit Charlottenburg bereits sehr dringlich geworden war, nicht nur 
wesentlich beschleunigt und erleichtert, sondern auch die Ausführungskosten für jede beteiligte
Gemeinde herabgemindert. Die Gründung des Kanalisationsvcrbandes machte außer einer
staffelweisen Vergrößerung des Truckrohres zunächst eine Vergrößerung des für die Klär­
anlage in Aussicht genommenen Areals entsprechend der Vergrößerung der endgültigen Bc- 
völkerungsziffer der Verbandsgcmeinden erwünscht. Es gelang im Anschluß an den bereits 
erworbenen Komplex auf dem Lindenbcrge noch weitere 33 ha zu allerdings wesentlich
höheren, aber immerhin noch annehmbaren Preisen zu erstehen, sodaß für die Ausführung der 
biologischen Kläranlagen rd. 67 ha zur Verfügung standen, für deren Ankauf im ganzen 
rd. 500000 Mk. aufgewendet wurden.
Dies vorausgeschickt, stellen sich die durch die Abwasserreinigungsanlage entstandenen 
Bau- und Betriebskosten, wie folgt:
        
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