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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Deutsch-Wilmersdorf Issue 1906/1908

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Nach den Bestimmungen des Genossenschaftsstatuts ist die Verwaltung der Genossenschaft 
gemäß dem Unfallversicheruugsgesctze für Land- und Forstwirtschaft vom 30. Juni 1900 im 
wesentlichen den Sektionsvorständen übertragen.
Insbesondere gehören zu den Obliegenheiten des Sektionsvorstandes (§17 des Statuts):
1. die Feststellung sämtlicher Unfallentschädigungen,
2. die Veranlagung der Betriebe zu den zu leistenden Genossenschaftsbeiträgen,
3. die Entscheidung über Einsprüche der Betriebsunternehmer gegen die Aufnahme oder 
Nichtaufnahme ihrer Betriebe in die Unternehmerverzeichnisse, ferner die Entscheidung 
über Widersprüche der Betriebsunternehmer gegen die Beitragsberechnung,
4. die Entgegennahme der Anzeigen von Betriebseröffnungen, -Veränderungen und -ein- 
stellungen,
5. die Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen, betreffend die Beschäftigung von 
Betriebsbeamten und Facharbeitern, sowie der hierüber einzureichenden Lohnnachweisungen,
6. die Mitwirkung bei der Aufstellung des Entwurfs der Heberolle,
7. die jährliche Aufstellung des Voranschlages für die Verwaltungskosteu,
8. die jährliche Erstattung eines Rechenschaftsberichtes über die Ausgaben der Sektion,
9. die Bestellung von Vertretern vor dem Schiedsgericht der Arbeiterversicherung,
10. die Übernahme des Heilverfahrens auf Kosten der Berufsgenoffenschaft in Krankheits­
fällen, welche durch Unfall herbeigeführt sind,
11. die Überwachung der in ärztlicher Behandlung befindlichen Kranken und der Renten­
empfänger.
I n  den genannten Obliegenheiten wird der Sektionsvorstand durch die Vertrauens­
männer nach Maßgabe der bestehenden Bestimmungen (§ 20 des Statuts) unterstützt.
Erst mit dem 3. September 1907, an dem, wie oben bereits erwähnt, der Magistrat 
aus seiner Mitte die 4 Beisitzer wählte, gingen die Geschäfte des Sektionsvorstandcs, 
welche bis dahin von dem Kreisausschusse des Kreises Teltow als Vorstand der Sektion 32 
geführt worden waren, tatsächlich auf den Stadtansschuß über.
Außer den allgemeinen auf die Verwaltung bezüglichen Akten wurden von Sektion 32 
übernommen:
1. 9 Unfälle, für welche die Zahlung einer laufenden Unfallcntschädigung festgesetzt war,
2. 1 Unfall, für den die Entschädigungspflicht nicht anerkannt wurde,
3. 1 Unfall, bei welchem der Grad der Erwerbsbeschränkung noch näherer Feststellung unterlag. 
Im  Laufe des Kalenderjahres 1907 hat die Zahlung der Unfallrenten bei 4 Personen ein­
gestellt werden können, weil eine Erwerbsbeeinträchtigung bei den Betreffenden nicht mehr 
vorhanden war. Während desselben Zeitraumes sind neu zur Anmeldung gelangt 7 Unfälle, 
von denen aber keiner entschädigungspflichtig geworden ist.
Die im Rechnungsjahr (Kalenderjahr) 1907 für Unfallentschädigungen und Verwaltung pp. 
aufzubringenden Kosten betragen 2 363,79 Ms., die im Wege des Umlageverfahrens von den 
Unternehmern pp. zur Einziehung gelaugten. Tie erforderlichen Beiträge wurden ausschließlich 
von den Genossenschaftsmitgliedern durch Zuschlüge zur Grundsteuer aufgebracht.
Die Höhe der Zuschläge betrug im Jahre 1906, also zu einer Zeit, als Deutsch- 
Wilmersdorf noch durch die Sektion 32 (Kreis Teltow) verwaltet wurde, 80° im Kalender­
jahr 1907 dagegen 107%.
Die somit erfolgte Beitragssteigerung rührt daher, daß die in Deutsch-Wilmersdorf im Ver­
hältnis zur Zahl der Genosseuschaftsmitglieder und zu dem geringen Umfange der Versicherungs- 
Pflichtigen Betriebe ziemlich bedeutenden Unfallrentenentschädigungen nunmehr von Wilmersdorf
        
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