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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Deutsch-Wilmersdorf Issue 1906/1908

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Anträge auf Ausfertigung von Armutszeugnissen wurden im Rechnungsjahre 1907 420 
gestellt; 379 davon wurde stattgegeben, während 41 Anträge abgelehnt worden sind.
Wegen Trunksucht entmündigt wurde auf Antrag des hiesigen Ortsarmenverbandes in 
den Jahren 1906 und 1907 je l  Person.
Die innerhalb der Bcrichtszeit gegen den hiesigen Ortsarmenverband erhobenen Be­
schwerden wegen verweigerter Unterstützung — 1906 =  3, 1907 — 4 —  sind sämtlich seitens 
der zuständigen Aufsichtsbehörde als unbegründet zurückgewiesen worden.
Strafantrag ist vom hiesigen Ortsarmcnverbande gestellt worden:
a) gemäß § 3618 R. S t. G. B. wegenN ichtbcschaffung eines anderweiten Unter­
kommens: im Rechnungsjahre 1906 (1907) in zwei (— ) Fällen, in denen Be­
strafung niit 1 bzw. 5 Tagen Haft erfolgt ist;
b) gemäß § 361 io R. S t. G .B . wegen Versagung des Unterhalts: im Rechnungs­
jahre 1906 (1907) in 4 (7) Fällen.
Der Erfolg der gestellten Anträge war: in 1906 (1907) die Verhängung einer Haft­
strafe von 1, 2, 5 bzw. 14 Tagen (die Verhängung einer Haft von zweimal 1 Tag, je einmal 2, 
4 Tagen und 1 Woche und zwei Freisprechungen).
Von § 65 des Aussühruugsgesetzes zum Gesetz über den Untcrstützungswohnsitz (Heran­
ziehung alimentatioiispflichtiger Verwandter zur Gewährung der erforderlichen laufenden 
Unterstützung auf Beschluß der Verwaltungsbehörde) ist 1906 in 1, 1907 in 6 Fällen Ge­
brauch gemacht worden.
Die zu leistende Unterstützung wurde in dem einen Falle des Rechnungsjahres 1906 auf 
15 Mark monatlich festgesetzt. Von den 6 Fällen des Rechnungsjahres 1907 erfolgte in
einem Falle Freisprechung, während dreimal auf 10 Mark, je einmal auf 6 bzw. 2 Mark
erkannt wurde.
Dem Arinenfonds sind im Rechnungsjahre 1907 zugeflossen:
a) aus Schiedsmanns- und anderen S t ra fe n ...  222 M f. 95 Pf.
b) aus Vergleichen und an Geschenken, ferner an Erlös aus
versteigerten Fundsachen und unabgehobenen Ver­
steigerungserlösen der P fa n d le ih e r .............. 353 M f. 56 Pf.
2. Hffene Armenpflege.
Die Auszahlung der laufenden Barunterstützungen an die Empfangsberechtigten erfolgt 
am Ersten jedes Monats pränumerando durch die Armenpfleger auf Grund besonderer Listen, 
die den letzteren zugleich m it dem erforderliche» Geldbeträge vorher zugestellt werden.
Außerordentliche und einmalige Unterstützungen werden nach erfolgter Bewilligung auf 
Grund besonderer Anweisung durch die Stadthauptkasse an die Empfangsberechtigten direkt 
gezahlt. Für Unterstützungen in dringenden Fällen verfügt jeder Armenpflegcr über einen 
eisernen Vorschuß von 45 Mark (vor Einführung der Armenordnung vom 23. Oktober 1907 
30 M art), von denen er in, Einzelfalle bis zu 15 Mark (früher 10 Mark) sofort zu zahlen 
berechtigt ist.
3. Heschloflene Armenpflege.
I. S t ädt i sc hes  A r m e n h a u s .
B is zum J u li 1906 diente das im Jahre 1894 bezogene Feuerwachtgebäude Ecke S ig ­
maringen und Gasteinerstraße gleichzeitig als Armenhaus. M il Errichtung der Berufs­
feuerwehr im August desselben Jahres wurden seine Insassen in dem der Stadt gehörigen 
alten Wohnhause Wilhelmsaue 22 untergebracht.
        
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