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Periodical volume 8. Hochbauverwaltung

Full text: Verwaltungsbericht und den Stand der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt Deutsch-Wilmersdorf Issue 1911

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und der Erweiterungsbau der Gemeindeschule IV  zu erwähnen, die gleichfalls im 
Rohbau vollendet find und zu den für sie festgesetzten Terminen ihrer Bestimmung übergeben 
werden sollen.
Außerordentlich groß war auch im abgelaufenen Jahre die Zahl der vom städtischen 
Hochbauamte zu bearbeitenden Bauprojekte. Von diesen, teils bereits fertiggestellten, teils 
noch im Stadium der Vorbereitung befindlichen Arbeiten sind zu nennen: vier Schulneu­
bauten (N^orm-Realgymnasium II, Höhere Mädchenschule IV und V, sowie eine Gemeinde- 
Doppelschulc), ein Thea.ergebäude, ein Krankenhaus, der Bau eines Armenhauses und eines 
Pflegeheims, eine Bnoeanftali, ein Friedyofsvrrivaluingsgcbäude, eine Leichenhalle nebst 
Krematorium, eine Des.nfekiiunsaiistali und ein Stallgebäude nebst Schuppetianlagctt für die 
Fuhrparkoerwaltung. Dazu kommen: die Aufteilung des Geländes des Joachimsthalschen Gym­
nasiums, bas Projekt nebst Kostenanschlägen für sämtliche Baulichkeiten der Seeparkanlage, 
als Brucken, Wandelhallen, Terrassen, Treppenanlagen, Pergolen usw. und endlich die archi­
tektonische Bearbeitung sämtlicher Untergrunobahnyöfe, sowie der Brücke mit Überführung der 
Untergrundbahn über das Fenngelande.
Als Bauplätze find in Aussicht genommen: für die Gemeindeschule M I das in der 
Babelsberger Straße belegene, früher Schu lze  &  H ild e b ra n d ’ fchc Grundstück, für die IV. 
höhere Mädchenschule das an der Weimarischcn, Mainzer und Livländischen Straße belegene, 
früher Z iechm ann’siche Grundstück, für das Reform-Realgymnasium II das städtische Grund­
stück zwischen der Kaiserallee, Waghäuseler und Prinzrcgenienstraße, für die Badeanstalt das 
früher N e u m e ye r und Ram m raih 'fche Grundstück an der Ecke der Augusta- und Schramm- 
straße und endlich für die Desinfektionsanstalt wie für die Stall- usw. Gebäude der Fuhrpark- 
verwaltung das städtische Gelände an der Forckenbeckstraße.
Bezüglich des RathauSneubaus sei bemerkt, daß die Grundrißpläne nach mehrfacher 
Durchberatung und Umarbeitung nunmehr endgültig festgelegt sind, so deß der Schöpfer des 
Entwurfs, Kaiser!. Baurat K rö g e r , jetzt an die Durcharbeitung der Fassaden gehen kann. 
Auch diese wird voraussichtlich binnen kurzem zum Abschluß gelangen, so daß dann der Bau­
ausführung nichts mehr im Wege stehen würde.
Am 28. Juni beschloß die Stadiverordneten-Versarnrnlung zur Erlangung guter Schau­
bilder fü r die um das neue Rathaus und den Seepark belegenen Flächen ein 
Preisausschreiben zu veranstalten. Dieser Beschluß konnte bisher nicht zur Ausführung 
gelangen, weil die den Fehrbelliner Platz berührenden Fluchtlinien noch nicht endgültig fest­
gelegt sind und es bis dahin an den für die Ausschreibung des Wettbewerbs erforderlichen 
Unterlagen mangelt.
I n  Verfolg eines im März 1911 geäußerten Wunsches der Stadtverordneten-Versamm- 
lung sind zwischen den städtischen Körperschaften noch vor Ende der Berichtszeit „G rund­
sätze fü r das Verfahren bei Abweichungen vom Bauprogrammc und Kosten« 
anschlage bei Ausführung städtischer Bauten etc." vereinbart worden.
Das von den städtiichen Körperschaften beschlossene Ortsstatut zur Ausführung des 
Gesetzes vom 15. 7. 1907 gegen die Verunstaltung von Straßen und Plätzen und einzelnen 
Ortsteilen ist Ende Ju li in Kraft getreten. Zur Vorberatung der auf Grund dieses Statuts 
vom Magistrat zu treffenden Entscheidungen ist eine Verwaltuiigedepuration, bestehend aus 
5 Magiftratsmitgliedern, 7 Stadtverordneten und 3 Bürgerdeputierten gebildet worden, welche 
am Donnerstag jeder Woche tagt.
9. Tiefbauverwaltung.
I n  der Berichtszeit haben die Allerhöchste Genehmigung erhalten und sind förmlich 
festgestellt worden die Fluchtlin ienpläne für:
1. die Darmstüdier Str.,
2. die Wittelsbacher- und Zähringerstr. (früher Straße 66 und 67),
3. die Tharandter Str. (früher Straße 70),
4. den Knrfürstendamm zwischen Hobrecht- und Friedrichsruher Str.,
5. die verlängerte Lauenburger Str.,
6. die Durchlegung der Ringbahnstr. bis zur Schöneberger Grenze.
Von diesen Fluchtlinienplänen verdient der unter Ziffer 5 genannte besonders hervor­
gehoben zu werden, weil mit der Durchlegung der Lauenburger Str. die Beseitigung des 
sogenannten Scheunenviertels erfolgt ist und damit eine städtebauliche Aufgabe, die die Be-
        
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