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Periodical volume IV. Städtisches Bauwesen

Full text: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Rixdorf Issue 1907

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vollständig für Spiele freigegeben ist. Der neben dem Schulgrundstück in der Lessingstraße gelegene 
T eil des der Luisenstädtischen Kirchengemeinde abgepachteten Grundstücks ist im Jah re  1899 am 
Rande mit Bäumen nnb Strauchgruppen bepflanzt, während der innere Teil für Turnspiele
bestimmt ist. Der Hertzbergplatz ist im Berichtsjahre in seinem mittleren Teile mit einer Rasen­
fläche und am Rande m it eingegitterten Rasenstreifen mit Strauchgruppen sowie mit Bänken 
ve> sehen, die Freigabe des mittleren Teiles a ls  Spielplatz ist jedoch noch nicht erfolgt, weil der 
Rasen noch weiterer Entwickelung und Festigung bedarf. I m  übrigen bietet das Tempelhofer Feld 
im Westen und der große Spielplatz am Karpfenteich Freunden einer kleinen Fußwanderung
Gelegenheit zu Bewegungsspielen jeder Art.
4. Stadtentwässerung.
a) B e t r i e b .
Die S ta d t ist in den für den Anbau erschlossenen Stadtteilen mit einem aus gemauerten 
Kanälen und aus Tonrohrleitungen bestehenden Rohrnetze versehen, welches die Abwässer jeder Art 
einschließlich des Niederschlagwassers von den Grundstücken und von den S traßen aufnimmt und 
dem Pumpwerke in der Wildcndruchstraße zuführt. Von dem Letzteren werden die Abwässer mittels 
eines Druckrohres nach dem rund 14 km  entfernten städtischen Rieselgute W aßmannsdorf gefördert, 
soweit nicht bei starken Regenfällen ein Teil des stark verdünnten Wassers vermittelst der Rot-
auslöste in den R irdorfer Schiffahrtsfanal abgelassen wird. Die am 20. Dezember 1893 in
Betrieb genommenen StadtentwästerungSanlaren find in den Jah ren  1891 bis 1893 erbaut und 
dem Anwachsen der S ta d t entsprechend alljährlich erweitert worden, so im Berichtsjahre durch die 
Kanalisierung der nachstehenden Straßenteile:
1. Bergstraße vor den Grundstücken N r. 86  bis 88 und vor Nr. 114 und 115,
2. Weserstraße vor den Grundstücken N r. 91 bis 93 und N r. 130  bis 131,
3 . S traße 25b  beiderseitig zwischen Jnnstraße und S traße  14,
4. Berlinerstraße vor den Grundstücken N r. 7 bis 11 sowie in der Privatstraße daselbst,
5 . Kirchgaffe vor dem Grundstücke Berthelsdorferstraße N r. 5 ,
6. Cannerstraße vor den Grundstücken N r. 30  bis 37 und N r. 10 bis 13 ,
7. Böhmischestraße vor den Grundstücken N r. 53  bis 58,
8 . Maybachufer vor den Grundstücken N r. 4 bis 51 und S traße  6 Nordseite zwischen 
Maybachufer und Pflügerstraße,
9. Nogatstraße beiderseitig zwischen Kirchhofstraße und Selkestraße,
10 . S traße  202, S traße  202a und S traße  20 4 a , je zwischen Nogaistraße und S traße 205, 
sowie S traße  205 Südseite zwischen Kiichhofstraße und S traße  204a.
Die Gesamtlänge des Rohrnetzes ist hierdurch um 2 4 71 ,18  m  erweitert worden und auf 
118 977 ,45  m  gestiegen.
Im  Berichtsjahre wurden 235 Grundstücke und eine öffentliche Bedürfnisanstalt an die 
Kanalisation angeschlossen, sodaß am 31. Dezember 1907  im ganzen 2 402  Grundstücke und 14 
öffentliche Bedürfnisanstalten angeschlossen waren.
Die Tonrohrleitungen wurden sechzehnmal, diejenigen mit geringem Gefälle zweiunddreißigmal 
gespült. Die Räum ung der Tonrohrleitungen von abgelagerten Sinkstoffen erfolgte in 38  S traßen 
je zweimal und in 94 S traßen  einmal. Ebenso wurden die gemauerten Kanäle einmal geräumt. 
Hierbei wurden an S a n d  und anderen festen Stoffen 206 cbm  aus den Kanälen und Leitungen 
sowie 634 cbm  aus dem Sammelbecken (Sandfang) des Pumpwerks gefördert. Z ur S pülung  
und Reinigung der Leitungen, welche von 2 Spülkolonnen und 2 Reinigungskolonnen bewirkt 
wurde, waren 197 822  cbm  Wasser erforderlich.
Die Förderung der Abwässer nach dem Rieselfelde W aßm annsdorf betrug im Berichts­
jahre 5 575 957,20 c b m , entsprechend einem Tagesdurchschnitt von 15 276,60 cbm  Mischwasser 
oder 14 314,06 cbm  Trockenwetterabfluß für den T ag . Bei einer durchschnittlichen BevölkerungS- 
zahl von 186 700 ergibt sich eine Tagesabwassermenge von 81,8 Liter auf den Kopf der Bevölkerung 
an Mischwasser bezw. von 76,6 Liter des Trockenwetterabflusses gegenüber einem Verbrauch au 
Reinmasse! aus den Wasserwerken der Charlottenburger Wasserwerke von 45,2 Li*er je Kopf der 
Bevölkerung.
        
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