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Full text: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Rixdorf Issue 1906

lorwovi.
I n  der Periode der außerordentlich raschen und günstigen Entwickelung, in der sich 
Rixdors seit den letzten Jahren befindet, bedeutet auch das Berichtsjahr 1906 keinen S till­
stand, sondern einen weiteren sichtbaren Fortschritt.
D ie Bevölkerungsziffer, welche nach dem endgültigen E rgebn is  der V olkszählung 
1905 153 513 P ersonen betrug, belief sich nach den Fortschreibuugen am 31. Dezember 1906 
aus 176 923 Personen, verm ehrte sich m ithin um  15 ,2 5 % - Nach wie vo r wächst Rixdors 
un ter den V ororten  B e rlin s  und den deutschen S täd te n  überhaup t am stärksten au.
Die Bautätigkeit ist der Bevölkerungszunahmc vollauf gerecht geworden. Insbesondere 
in der Gegend des Bahnhofs Hcrmannstraße, des Richardplatzes und des Kottbuser Dammes 
sind neue Straßenzüge entstanden. Die architektonische Ausgestaltung und die Bauart der 
Häuser hat ebenso wie die Ausstattung der Straßen Fortschritte gemacht. Für die Haupt­
straßen ist überall Asphaltpflaster vorgesehen.
Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadtgemeinde gab sich am deutlichsten durch den 
Beschluß der städtischen Körperschaften zu erkennen, die Kommunalsteuerzuschläge für 1906 
auf 100% herabzusetzen. Dadurch ist die im Jahre 1904 begonnene allmähliche Ermäßigung 
der dam als noch 150% betragenden Zuschläge auf die in Berlin erhobenen Sätze zum
Abschluß gebracht. Die gleichzeitig zunächst auf 1 Va, dann aus 2% normierte Umsatzsteuer
für unbebaute Grundstücke hat die Mindereinnahme an Einkommensteuer mehr als ersetzt. 
Der Grundslücksmarkt ist davon nicht beeinflußt, sondern reger wie je vorher gewesen. Der 
gemeine Wert aller im Stadtgebiet belegenen Grundstücke ist in den letzten 3 Jahren von 
300 aus 440 Millionen gestiegen.
Die höheren Lehranstalten haben eine starke Aufnahme zu verzeichnen gehabt. Die 
ihrer Vollendung entgegen gehende Realschule an der Emserslraße wird mit ihrer Eröffnung 
bereits vollständig besetzt sein. Die Gebäude für eine höhere Mädchenschule und eine Mäbchen-
mittelschule gehen ihrer Vollendung entgegen. Die Zahl der Gemeindeschüler erreichte die
Zahl 24 000. Ein neues Schulgebäude an der Elbestraße mit 48 Klassen nahm den Schüler­
zuwachs auf.
I m  Berichtsjahre ist mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde die Ausnahme einer 
Anleihe von 22 Millionen Mark beschlossen worden, aus welcher die Kosten der in den 
nächsten Jahren von der Stadtgemeinde auszuführenden B a u t e n  und der erforderlichen 
Vermehrung des Grundbesitzes bestritten werden sollen. Die einzelnen Verwendungszwecke, 
welche ein gutes Bild der Aufgaben der Verwaltung geben, sind folgende:
1. Fortführung öes Rixdorjer Schiffahrtskanals bis zur Brrtzer 
Gemarkungsgrenze  2 565 000 M.
2. Unterführung der Kaiser Friedrichstraße unter der Ringbahn 170 000 „
3. Anlage neuer S t r a ß e n ................................................. 600 000 „
4. Einrichtung eines G rundstücks-Erw erbsfonds  4 500 000 „
5. Erweiterung der K a n a lis a t io n   5 000 000 „
6. Asphaltierung des Straßenzuges Berlinerstr. und Bergstraße 150 000 „
7 . Separation der Köllnischen H e id e ................................ 50 000 „
8. Rathausneubau (letzte R a t e ) .....................................  500 000 „
9. Bau eines Krankenhauses (750 Betten) in Buckow (1. Rate) 3 800 000 „
10. Neubau von 3 G em eindeschulen   1500  000 „
11. Neubau von 2 R ealschulen.........................................................  1 0 0 0  000 „
12. Neubau einer D oppelm ütelschule  500 000 „
13. Neubau einer Volksbadeanstalt und einer Volksbibliothek . 400 000 „
14. Neubau einer Vorschule für die höheren Knabenlehranstalten 20 000 „
15 . Neubau eines Steigermrmes für die Feuerwache . . .  15 000 „
16. Neubau einer D e sin fe k tio n sa n s ta lt ........................................  100 000
17. Erweiterungsbau des A m ts g e r ic h ts ..........................  280 000 „
18. Weiterer Ausbau der G a s a n s ta l t ................................ 850 000 „
Von der Anleihe, für die ein Tilgungssatz von 2% festgesetzt ist, ist im Berichts­
jahre ein Teil von 4 Millionen Mark aufgenommen worden.
        
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