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Periodical volume XIII. Verwaltung der gewerblichen und sozialpolitischen Angelegenheit

Full text: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Rixdorf Issue 1905

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Durch die Gewährung von Entschädigungen an diejenigen Unfallverletzten, die in keinem ver­
sicherten Unternehmen, auch in keinem Eigenbaubetriebe im Snme des § 23 Buchst, a des Bauunf.- 
Vers.-Ges., aber bei einem Bauunternehmen verunglückt sind, sind der Nordöstlichen Baugewerks-Be- 
rufsgenossenschaft im letzten Jahre 30 293,32 Mark Kosten erwachsen Diese Kosten sind auf die im 
Bezirke der Berufsgenoffensckaft belegenen Kreise umgelegt worden. Auf den einzelnen Einwohner ent­
fiel bei einer Einwohnerzahl von 10192 518 ein Betrag von 0,0 029 721 114 Mark. Bei 
90 422 Einwohnern nach der letzten Volkszählung hat Rixdorf einen Betrag von 268,74 Mark als 
beitragspflichtiger Stadtkreis zahlen müssen.
Innungswese«.
Es unterstehen 5 Zwangs- und 4 freie Innungen der Aufsicht des Magistrats.
Es find dies
1. die Tischler-Innung i
2. „  Schumacher-Innung f
3. „  Schneider- „  > Zwangs-Innungen.
4. „  Maler- „  l
5. „  Bäcker. „  ’
6. Barbier- pp. Innung j
7. Schmiede- und Schlosser-Innung
8. Schlächter- „  1 3 rete Innungen.
9. Weber- und Wirker- „  ’
Jnnungssachen wurden 135 (1904 =  123) bearbeitet
An Kosten für die Handwerkskammer sind für das Rechnungsjahr 1905 1432,25 Mark 
eingefordert worden. Die Umlegung auf die einzelnen Handwerksbetriebe verursachte große Kosten.
M it dem 1. Januar 1906 ist durch rechtskräftige Verfügung des Herren Regierungs- 
Präsidenten zu Potsdam vom 21. September 1905 für den Bezirk der Sladtgemeinde Rixdorf 
eine Zwwangsinnung für das Damen- und Mädchen-Schneider-Koirfektionsgewerbe errichtet worden. 
Der neuen Innung gehören alle diejenigen an, die in hiesiger Stadt das bezeichnete Gewerbe 
selbständig ausüben. Ausgenommen von der Mitgliedschaft sind die Inhaber fabrikmäßig betriebener 
Gewerbe. Die Barbier, Friseur- und Perrückenmncher-Jnnung hat ihre Umwandlung in eine 
Zwangsinnung beschlossen. Das Verfahren schwebt noch.
Heweröegericht.
Ueber die Tätigkeit des Gewerbegerichts ergibt die beigegebene tabellarische Darstellung 
nähere Auskunft.
Im  Einzelnen ist noch hervorzuheben:
Oeffentliche Sitzungen mit Beisitzern fanden 18 (1904 — 25) statt. In  ihnen wurden 
216 (1904 =  240) Sachen verhandelt. I n  jeder Sitzung standen demnach durchschnittlich 
12 Sachen an. Ohne Beisitzer (Sühnetermin) wurden 49 (1904 — 49) Sitzungen abgehalten. 
In  ihnen standen 545 (1904 — 641) Sachen zur Verhandlung. Auf jede Sitzung entfielen 
also durchschnittlich 11 Termine.
Insgesamt wurden 176 Vergleiche geschlossen. Von den 71 Klägern (Spalte 10 der 
Tabelle) erstritten 18 (25%) ein obsiegendes und 17 (24%) ein teilweise obsiegendes Urteil, 
36 (51%) wurden mir ihrer Klage abgewiesen.
Ein Beisitzer wurde seines Amtes durch Beschluß des Bezirksausschusses zu Potsdam ent­
hoben, weil er seine Arbeitgebereigenschaft verloren hatte. Ein weiterer Beisitzer legte aus diesem 
Grunde seilt Amt nieder.
        
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