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Periodical volume V. Erziehungs- und Bildungswesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Rixdorf Issue 1908/1909

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lehrlinge und 2 Sammelklassen für verschiedene Berufe. Archer diesen Lehrlingsklaffen 
bestanden noch 5 Klassen für ungelernte Berufe (A rbeite, Laufburschen usw.) und 2 sogenannte 
Borbereitungsklassen für solche Schüler, die aus der Hilfsschule dezw. aus der 5., 4. oder 
3. Klasse der Volksschule entlassen wurden. I n  den Lehrlingsklassen fand der Unterricht an 
2 Wochentagen in der Zeit von 3 '/< bis 7 und 5 1/« bis 7 Uhr statt. Die Arbeitsburschen 
haben ausnahm slos zweimal wöchentlich von 5 ’/r bis 7 Uhr Unterricht. I m  S om m er­
halbjahr 1910 wurde aus schultechnischcu G ründen auch der Vorm ittag als Unterrichtszeit 
benutzt. Die Gesamtzahl der Pflichtfortbildungsschul-Klassen betrug 21, die der Pflichtschüler 
660, die einzelne Klasse wurde also im Durchschnitt von 31 Schülern besucht. D ie wöchent­
liche S t u n d e n z a h l  belief sich für die Lehrlingsklassen aus 6, und zwar entfallen aus 
Gewerbekunde, schriftliche Arbeiten, Bürgerkuude, gewerbliches Rechnen und Buchführung 
4 S tu n d en , auf Fachzeichnen 2 S tunden . Bei den Klassen für ungelernte Berufe ermäßigt 
sich die Stundenzahl um 2, da das Fachzeichnen fortfällt.
D er w a h l f r e i e  F o r t b i l d u n g s u n t e r r i c h t  für ältere Schüler wird in 
den Abendstunden von 1/*H bis V2 IO Uhr erteilt. E s  wurde in 5 Klassen Fachzeichnen, in 
2 Klassen Deutsch und Rechnen und in je 1 Klasse Stenographie und Buchführung un ter­
richtet. F ü r  das Fachzeichneu der Abendkurse sind 4, für die übrigen Fächer je 2 Wochen­
stunden vorgesehen. Die Klassenfrequenz der Wahlkurse betrug im M ärz  1910: 186, durch­
schnittlich also bei 9 Klassen 20 Schüler.
D a s  L e h r e r k o l l e g i u m  besteht außer dem Direktor Dr. S tra th m an n  aus 
sachlich vorgebildeten Berufslehrern und aus Fachleuten: im Ganzen sind außer dem Direktor 
23 Lehrer nebenamtlich au der Fortbildungsschule beschäftigt.
Die V e r w a l t u n g  der Fortbildungsschule erfolgt durch die Gewerbedeputation. 
A ls U n t e r  r  i ch t  s  r  ä u m e standen der Fortbildungsschule zur alleinigen Benutzung 
10 Klassenzimmer im Schulhause Erkftraße zur Verfügung. Außerdem wurden je ein 
Lehrmittel-, Lehrer- und Direktorzimmer und ein Zim m er für die Geschäftsstelle benutzt. 
Die Unterrichtsräume sind durchweg mit neuen, dem Alter der Schüler und dem Zweck des 
Unterrichts entsprechenden Bänken und Tischen ausgestattet. Z u  den Kosten der Anstalt 
mit Ausnahme derjenigen für Heizung, Beleuchtung und Unterhaltung der Schulräum e 
leistet der S ta a t  einen Zuschuß in Höhe eines D rittels.
D er S c h u l b e s u c h  w ar in den Lehrlingsklassen zufriedenstellend. Allerdings 
haben sich die Arbeitgeber vielfach noch nicht daran gewöhnt, in der im O rtss ta tu t vor­
geschriebenen Zeit den E in tritt in das Arbeitsverhältnis anzuzeigen, bezw. die Abmeldung 
zu bewirken. A us dem häufigen Wechsel der Arbeitsstelle bei den Arbeitsburschen und den 
damit zusammenhängenden E in- und Ausschulungen ergeben sich für die Geschäftsstelle 
außerordentliche Schwierigkeiten. D er Einschulung bei Beginn des Schulhnlbjahres werden 
die in der Volksschule geschriebenen Einschulungskarten zu G runde gelegt. Von den 
7— 800 halbjährlich zur Entlassung kommenden Schülern fanden im 1. M onat etwa 
200— 250 Arbeit in Rirdors, etwa 300— 350 in B erlin  und den Vororten, der Rest blieb 
arbeitslos. Die Kontrolle über die von Halbjahr zu Halbjahr immer größer werdende Zahl 
der Arbeitslosen fällt ebenfalls in den Arbeitsbereich der Geschäftsstelle.
Da s  B e t r a g e n  der Schüler gab n u r in wenigen Fällen zu erheblichen 
Klagen Anlaß.
D er Bildung, Belehrung und Unterhaltung diente die Schülerbücherei, die an 
2 Abenden in der Woche geöffnet und deren Benutzung kostenlos ist. F ü r  die K ö r p e r ­
p f l e g e  fanden wöchentlich ein Turnabend, ferner Bewegungsspiele am 1. und 3. S o n n tag  
jeden M o n a ts  im Som m erhalbjahr aus dem Spielplatz in der Lessingstraße statt. I m  
Som m erhalbjahr wurden am 2. und 4. S o n n tag  im M onat W anderungen in die nähere 
und weitere Umgebung B erlin s unternommen, um Körper und Geist zu kräftigen und die 
Liebe zur N a tu r und zur Heimat zu pflegem Pfingsten und O stern wurden zweitägige 
W anderungen ausgeführt, so z. B . wurden Pfingsten 1909 Fürstenwalde und der S char­
mützel-See, P otsdam , Lehnin und W erder, Eberswalde, Ioachim sthal und der Werbellin- 
S ee  besucht. I m  W interhalbjahr fanden als Ersatz der Bewegungsspiele 2 Kricgeftncle bei 
den Schülern lebhaftes Jn terefie. Auch ein Uuterhaltuugsabeud mit einem Lichtbildervortrag 
und turnerischen Vorführungen w ar gut besucht.
        
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