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Periodical volume XV. Straßenreinigung und -Besprengung, Kranken- und Leichen-Fuhrwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Rixdorf Issue 1908/1909

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des Dorischen Verbrennungsofens tritt aber mich hier ebenso wie beim Herbertzofcn der 
hohe Kräfteaufwand für das Gebläse in Erscheinung. Jedenfalls ist von den beiden Ofen- 
systemen dem Dörrschen, weil in ihm höhere Verdampfungsziffern erzielt werden, der Vor­
zug zu geben. Immerhin erfüllt mich der Dorische Ofen (jetzt System der Stettiner 
Chamottefabrik) noch nicht alle Anforderungen, welche im Interesse der wirtschaftlichen 
Beseitigung von M ü ll an einen Verbrennungsofen zu stellen sind. Namentlich das Gebläse 
und die Zerkleinerung der Schlackenrückstünde erfordern einen sehr hohen Kraftaufwand, 
wodurch die Rentabilität beeinträchtigt wird.
Inzwischen war von dem Glashüttentechniker Heinrich Becker in Ripdorf noch ein 
Angebot gemacht worden, nach welchem die Müllverbrennung unter Fortfall des Gebläses 
zweckmäßig durchgeführt werden könne. Dieser Unternehmer will die Garantie dafür über­
nehmen, daß fein Ofen sowohl qualitativ wie auch quantitativ bei der Müllverbrennung 
mindestens dieselben Leistungen ausweist, wie alle anderen Oefen. Wenn dies zutrifft, 
würden die in die Rentabilität gesetzten Zweifel fortfallen. Zur Prüfung der Durchführ­
barkeit des Beckerschen Verfahrens sind die erforderlichen Schritte bereits eingeleitet."
Die Deputation für das Feuerlöschwesen wird den Versuchen in der Beckerschen 
Verbrennungsanstalt in Treptow beiwohnen. Sie ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß 
die Voraussetzung für die Müllverbrennung die Teilung des M ülls in Asche und Grob­
müll ist. Dies kann auf mechanischem Wege geschehen, wobei freilich die Befreiung des 
Grobmülls von der Asche nur unvollkommen erreicht wird, weil infolge ihres zum Teil 
feuchten Zustandes den übrigen Müllstoffen noch Aschenreste anhaften, welche die Ver­
brennung erschweren. Es muß daher angestrebt werden, die Asche möglichst in den
Häusern schon getrennt von den übrigen Müllstoffen aufzubewahren. Ob das Beckersche
Müllverbrennungsverfahren im einzelnen hält, was es bei rein theoretischer Prüfung zu 
versprechen scheint, oder ob das Dörrsche System vielleicht doch den Vorzug verdient,
müssen die eingeleiteten, aber noch nicht abgeschlossenen praktischen Versuche erweisen. Wenn
die Verbrennung und die sich daraus ergebende Zweiteilung des M ülls zur Durchführung 
kommen soll, so müßte die Müllbeseitigung durch Polizei- und Gebühren-Ordnnng geregelt 
werden. Sobald die Deputation zu einer Entscheidung über die Verbrennungsart 
gekommen ist, werden die zur Einführung der Müllverbrenunng, der Zweiteilung des Haus­
mülls und der Uebernahme der Abfuhr in städtische Regie notwendigen statistischen Unter­
lagen, Berechnungen und Ordnungen mit einer Denkschrift der Stadtverordneten-Ber- 
sammlung zur Beschlußfassung vorgelegt werden.
XVI. Steuerverwaltung.
1. Staatssteuern.
Ä . Staatseinkommensteuer.
Einen Ueberblick über die Zahl der Bewohner, der Staatssteuerzahler, ihres Ein­
kommens und Vermögens und über den Ertrag der Staatseinkommen- und Ergänzungs­
steuer für den elfjährigen Zeitraum von 1899 bis 1909 vermitteln die Tabellen I— IV, in 
denen auch die wichtigsten Verhältniszahlen angegeben sind.
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