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Periodical volume XIII. Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgung

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Rixdorf Issue 1908/1909

E tw a 50 Durchschnittsproben von Gaskohlen wurden auf Feuchtigkeit, Asche, flüchtige Bestandteile, Koksausbeute und zum Teil auf Schweselgehalt untersucht. Bei der für Dampskesselseuernng bezogenen Kohle wurde neben Feuchtigkeit und Asche der Heizwert in einem Berthelot-Mahlerschen Colorimeter bestimmt. D er Heizwert des Gases aus den einzelnen Ofenhäusern wurde häufig für sich, der des an die S ta d t abgegebenen Gases täglich zweimal festgestellt. D er Stickstoffgehalt des Gases, namentlich des der Kammer: öfen, wurde häufig in Dnrchschnittsproben, die in einem kleinen Gasbehälter aufgefangen wurden, ermittelt, um festzustellen, ob etwa durch Undichtigkeiten oder fehlerhafte Bedienung Lust mit angesogen wurde. D er Ofenbetrieb wurde durch zahlreiche Ranchgasanalysen überwacht Die Reinigung des Gases wurde durch Bestimmung des Naphthalin-, Cyan-, Ammoniak- und Schwefelgehaltes kontrolliert, die sich alle in norm alen Grenzen hielten. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Naphthalinwäscher nach der im W inter erfolgten E in ­ schaltung des neuen Rannikühlers zugewandt, der einen sehr günstigen Einfluss auf den Naphthalingehalt des Rohgases ausübt, so dass m au in Zukunft erheblich an Waschol in dem Naphthalinwäscher wird sparen können. D er Naphthalingehalt des gebrauchten O eles wurde häufig durch Probedestillation ermittelt, um eine gute Ausnutzung des O eles zu erreichen. Die W assergasanlage wurde durch einen registrierenden Kohlensiiureprüser (System Zul. Pintsch) sowie durch häufige G asanalpseu und Heizwertbcstimmnngen überwacht. D er Betrieb der Animoniaksabrik wurde nach Mafigabc häufiger Untersuchungen des erhaltenen Produktes geregelt und durch T itra tion des ablaufenden Wassers einem P erlust von Ammoniak vorgebeugt. Ferner wurde die H ärte des Kesselspeisewassers regelmässig ermittelt und die Zusätze entsprechend bemessen. Die Härte betrug im Durchschnitt 4 Härtegrade. F ü r den Verkauf wurden 38 Proben konzentriertes Ammoniakwaffer, 15 Proben Cyan­ schlamm und 5 Proben W affergastecr untersucht. Ausserdem wurden 13 Schmierölproben, 7 Wasserproben, 5 Proben von neuer bezw. gebrauchter Reinigungsmasse, 3 Proben Eisen­ vitriol, 2 Proben Carbnrierol und 18 S o rten Oelsarbc geprüft. Daneben wurde das Laboratorium auch von anderen Zweigen der städtischen V erw altung in Anspruch genommen und in demselben achtmal das von den Charlottenburger Wasserwerken bezogene Leitungs- waffer analysiert, außerdem 6 Grundwasser- und 4 Bodenproben, drei S o rten Schmieröl und ein M uster Kesselkohle aus Wasser, Asche und Heizwert untersucht. Die D eputation fü r die städtischen Beleuchtungsanstalten tagte in den Berichts­ jahren 1908 und 1909 zusammen 23 mal und faßte 226 Beschlüsse. 2. Wasserversorgung. M it Wasser wird Rixdorf von den Charlottenburger Wasserwerken seit dem Ja h re 1888 versorgt. Durch V ertrag vom 7. J u l i 1887 übernahm die Gesellschaft die Lieserungs­ verpflichtung und erhielt gleichzeitig das Recht der entgeltlichen Versorgung auf sechzig J a h re garantiert. Noch in der Berichtszeit wurde eine Aenderung des V ertrages angestrebt und diese danach auch getroffen. Die G eltungsdauer des neuen (Nachtrags)-Vertrages reicht bis zum Ja h re 1997. Besondere der S ta d t seitens der Charlottenburger Wasserwerke gewährte Vergünstigungen sind die unentgeltliche Lieferung von W affer zu Feuerlösch­ zwecken, die kostenfreie Abgabe von 250 000 cbm Waffer fü r eine erste und später auch für eine zweite städtische Volksbadcanstalt, die kostenlose Speisung städtischer Z ierbrunnen bis zu einer Waffermcnge von jährlich 5000 cbm , die unentgeltliche Hergäbe von Lprengwaffer für vier Kilometer S traßen länge bis 1913, von diesem Zeitpunkte ab für eine S tra ß e n ­ strecke von 6 km , die Lieferung von Wasser zur S p ü lu n g der Kanäle, zur Besprengung der S traß en , zum Gasanstaltsbetriebe usw. zum verminderten Preise von 6 Psg. für jedes Kubikmeter Ferner hat die Gesellschaft der S ta d t gegenüber die Verpflichtung der Abgabe von 5 P rozent der in Nixdorf erzielten Nettoeinnahme für 1910/1915, steigend um 7* P rozent in jedem weiteren Jah rsünst bis 1960, von da ab bis zum Ablauf des V er­ trages 10 Prozent. D a s Wasser kommt au s Tiefbrunnen in Jo h an n is th a l, von wo es nach dem S ta d t­ gebiete weitergeleitet wird. Die Z ahl der Hausanschlüsse beträgt 2907, die der H ydranten 1036. D a s Rohrnetz weist eine Länge von 133 214 m auf. Abgegeben worden sind durchschnittlich 11 373 cbm Waffer pro Tag.
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