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Periodical volume X. Soziale Fürsorge, Wohlfahrtspflege

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Rixdorf Issue 1908/1909

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erhalten die Arbeiter für die Zeit, für welche die Krankenkasse kein Krankengeld gewährt, 
a ls  Unterstützung drei Viertel des normalen Durchschnittslohnes gezahlt und für die übrige 
Z eit den Unterschied zwischen dein Krankengelde und dem Dreiviertelbctrage des Durch­
schnittslohnes. Die D auer, für welche diese Unterstützung gewährt wird, ist von der D auer 
der Tätigkeit im städtischen Dienst abhängig gemacht. Auch erhalten die Arbeiter alljährlich 
einen Erholungsurlaub, der sich gleichfalls nach der D auer ihrer Dienstzeit richtet und drei 
bis zehn Tage beträgt. Z u r  Unterstützung der Arbeiter oder ihrer Hinterbliebenen iin 
Falle unverschuldeter Notlage ist ein Unterstützungssonds gebildet. Diesem Fonds fließen 
alle gegen Arbeiter erkannten Geldstrafen und Lohnverwirkungen, die Erträgnisse des Fonds 
und die Zuschüsse der Stadtkasse im Betrage von mindestens 1000 M . zu.
Z u r V ertretung der Interessen der Arbeiter und zur Unterstützung der V er­
waltung bei Regelung der Arbertsverhältnisse, sowie zur Durchführung der Arbeitsordnung 
sind Ärbeiterausschüsse eingerichtet. F ü r  jeden Betrieb, in welchem mehr a ls 50 Arbeiter 
dauernd beschäftigt sind, muß ein Arbeiterausschuß gebildet werden. F ü r  mehrere Betriebe, 
die dieselben oder ähnliche Interessen haben, kann ein gemeinschaftlicher Ausschuß gewählt 
werden. Z u r  Zeit bestehen Arbeiterausschüsse für die G asanstalt und die S traßenrein igung  
gesondert. F ü r  die Kanalisations-, Tiefbau-, Hochbau-, G arten- und Friedhofsverwaltung 
besteht ein gemeinschaftlicher Arbeitsausschuß. F ü r  die Zusammensetzung und W ahl der 
Ausschüsse sind besondere „Satzungen für Arbeiterausschüsse" erlaßen
Durch Beschluß der städtischen Körperschaften vom 9. bezw. 17. Dezember 1909 ist 
an S telle  der zehnstündigen Arbeitszeit grundsätzlich die neunstündige für alle hierfür 
geeigneten Betriebe vom 1. April 1910 ab eingeführt worden. Die achtstündige Arbeitszeit 
ist in dem bisherigen Umfange bestehen geblieben. D er Lohn des einzelnen Arbeiters ist 
um 25 Pfennige pro Kops und Tag, rückwirkend vom 1. Oktober 1909 ab, erhöht worden.
I m  Jahre 1908 ist ein F all der Gewährung von Ruhegeld und Hinterbliebenen- 
Unterstützung eingetreten.
12. Städtische Betriebskrankenkasse.
D er Mitgliederbestand der Betriebskrankenkasse hat sich in den Berichtsjahren um 
253 M itglieder erhöht.
E s  waren vorhanden:
am 1. J a n u a r  1908: 568 männliche und 168 weibliche, zusammen 736 M itglieder 
„ 1. „ 1909: 618 „ „ 202 „ „ 820
„ 1 » 1910: 744 „ „ 245 „ „ 989
Angemeldet wurden 1908: 706 und 1909: 622 Personen 
Abgemeldet „ 1908: 933 „ 1909: 764 „
Die Z ahl der Kranken betrug:
190«: 428 mit insgesamt 11016 Krankentagen 
1909: 455 ,, „ 13 092 „
D a s  A rzthonorar hat sich für jedes M itglied jährlich um 10 Psg. erhöht, und zwar 
wurden 1909: 3.90 M . für jedes M itglied gezahlt 
Die Einnahm en betrugen:
1908: 36 318.02 M ., 1909: 41 522.53 M .
Die Ausgaben betrugen:
1908: 36 289.39 M ., 1909: 41 517.93 M .
U nter den Einnahm en sind an  Beitrügen enthalten:
1908: 27 100.53 M ., 1909: 31 642.80 M .
Die Ausgaben entfallen in der Hauptsache auf:
Krankenunterstützung 1908: 14 970 M ., 1909: 18 184 M .
Arzthonorar . . .  „ 3 890 „ „ 4 624 „
Apotheker . . . . „ 2 986 „ „ 3 491 „
Sterbegeld . . .  „ 930 „ „ 960 „
Kurkosten . . . .  „ 2 2 1 2  „ „ 3 359 „
        
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