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Periodical volume X. Soziale Fürsorge, Wohlfahrtspflege

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Rixdorf Issue 1908/1909

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großen Kassenraum untergebracht ist. D er bort m it Beginn des J a h re s  1910 einsetzende 
lebhafte Berkehr zeigte, daß auch hier die Sparkasse auf die D auer nicht verbleiben kann 
und daß die Schaffung ausreichender und modern eingerichteter Kafsenlokalitäten in den 
nächsten Ja h re n  unbedingt erfolgen muß, wenn die Weiterentwicklung der Sparkasse nicht 
gehemmt werden soll.
M it der Verlegung der Sparkaffe in das neue R athaus erfolgte die E inführung 
einer neuen A bfertignngsart. Die bisher den Kassierern obliegende Buchung jeder E in- und 
Auszahlung wurde den Buchhaltern übertragen und, da hierbei je nach dem Verkehr eine 
beliebig zu verstärkende Anzahl von Beam ten Verwendung finden kann, so wird durch diese 
Einrichtung eine schnellere Abwicklung des Verkehrs erzielt. Die Ausgabe von N um m ern 
sowie die Abfertigung an lediglich durch das Erscheinen des S p a re rs  bestimmten Schaltern 
gewährleistet ferner eine Abfertigung der S p a re r  nach der Reihe und eine größere Kontrolle. 
D er ferner eingeführte A ufruf der S p a re r  nach der N um m er sowie die Abgabe von Einzel- 
quittungen bei Abhebungen geben eine ausreichende G arantie fü r die Geheimhaltung der 
Nam en der S p a re r .
F ü r  solche S p a re r, die in der Häuslichkeit keine genügende Gelegenheit zur sicheren 
Aufbewahrung ihrer Sparbücher haben, ist m it dem B eginn des J a h re s  1910 die Auf­
bewahrung von Sparbüchern gegen eine jährliche Gebühr von 50 P f. pro Buch eingeführt. 
Diese Einrichtung entspricht nach der Ansicht der V erw altung mehr dem B edürfnis der 
S p a re r  als die Einrichtung von vermietbaren Schrankfächern. Letztere können auch wegen 
der hohen Kosten erst geschaffen werden, wenn die Sparkasse dauernde Unterkunft 
gefunden hat.
Wiederholt ist auch die Einrichtung von Schulsparkaffen Gegenstand der E rörterung 
im Vorstände gewesen. M it Rücksicht aus die stark fluktuierende Bevölkerung und die 
dadurch entstehenden großen Z u- und Abgänge, die eine erhebliche Arbeitslast für die mit 
der V erw altung der Schulsparkaffen nebenamtlich zu beauftragenden Lehrer bedeuten 
würden, sowie mit Rücksicht daraus, daß die Schulsparkaffe auf solche Kinder, welche keine 
Ersparnisse machen können, eine niederdrückende Em pfindung hervorrufen würde, ist jedoch 
von der Einführung bisher Abstand genommen worben.
E inen ausreichenden Ersatz für die Schulsparkassen bieten in vieler Hinsicht die bei 
der Sparkaffe eingeführten Heimsparbüchsen. D ie A nfang November 1907 ausgegebenen 
500 Heimsparbüchsen waren sehr schnell vergriffen. Welcher Beliebtheit bei den S p a re rn  
sich diese Büchsen erfreuen, geht daraus hervor, daß schon Ende 1908 soviel Anmeldungen 
vorlagen, daß im April 1909 weitere 500 Stück beschafft und ausgegeben wurden. D en 
Büchsen sind bis Ende des J a h re s  1909 insgesam t rund  75 000 M  Sparein lagen  ent­
nommen. D a  die Nachfrage nach den Büchsen weiter dauernd stark ist, wird die Ausge­
staltung dieses Zweiges zu den ferneren Aufgaben der Sparkaffe gehören.
Die Sparkaffennebenstellen sind von dem Publikum in steigendem M aße in A n­
spruch genommen worden. B ei den vorhandenen 10 Nebenstellen find eingezahlt worden
1908 =  279 322.77 M .
1909 =  309 761.16 M .
und seit dem Bestehen der Sparkasse überhaupt 1 732 651.35 M .
Einen bedeutsamen S chritt vorw ärts in der Entwicklung der Sparkaffen bedeutet 
die Einbeziehung derselben in das Reichsscheckgesetz sowie die vom M inister des In n e rn  im 
Ja h re  1909 grundsätzlich erteilte Ermächtigung zur E inführung des reinen Scheckverkehrs 
und des Scheckverkehrs in Verbindung mit dem Kontokorrentverkehr. Die Erw eiterung der 
Sparkaffenbetriebe mich dieser Richtung hin ist notwendig im Interesse der S p a re r , im 
Interesse der Einschränkung des Bargeldverkehrs sowie der Ausdehnung der immer moderner
werdenden und volkswirtschaftlich vorteilhafteren bargeldlosen Zahlungsweise sowie vor allem
auch im Interesse der Sparkaffen gegenüber der Konkurrenz der Depositenkassen der G roß­
banken. Bei der hiesigen Sparkaffe ist die Einrichtung des Scheck- und Kontokorrentverkehrs 
erwogen worden, doch werden zunächst noch die E rfahrungen anderer größerer Kaffen ab­
gewartet werden.
Die Sparkaffe ist allmonatlich einmal und am 20. M ärz  1908 und 24. F ebruar 1909 
außerordentlich durch die städtische Kaffendeputation revidiert worden. Ferner hat am
        
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