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Periodical volume Gesundheitswesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Rixdorf Issue 1908/1909

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Ueber dir E inw eihung des Krairkenhauses am  24. Oktober 1909 brachte das  „R ir-  
d in ier T ageb latt"  in i)ir. 251 folgenden B erich t:
„ E i  n  w e i h  >l n g d e s  n e u e n  K r a n k e n h a u s e s  i n  B u c k  o tu.
Die feierliche E inw eihung des neuen K rankenhauses in  Buckow fand am  S o n n ta g  
M itta g  12 U hr un te r zahlreicher B eteiligung seitens der Behörden und ärztlicher K apazitäten  
statt. A ls  V ertre te r der Aufsichtsbehörde w ar der R eg ierungspräsiden t n. d. S chu lenburg- 
P o tsd a m  erschienen.
Pünktlich zu r festgesetzten Z eit nahm  die F eier ihren  A nsang. H err  O b erb ü rg er­
meister K aiser betra t die hübsch drapierte R ednertribüne und  hielt folgende E rö ffn u n g s­
ansprache :
„Hochgeehrte Festversam m lung! Noch ist kein volles J a h r  verflossen, seitdem 
die S ta d t  R u d o rf  ihr neues R a th a u s  seiner B estim m ung übergeben hat, u n d  schon 
steht sie wieder au  einem gew altigen M arkstein ih rer unaufhörlich forteilenden E n t ­
wicklung. (Malt es dam als, ein neues H eim  fü r  die gesamte V e rw a ltu n g  u n d  die 
städtischen Körperschaften in  Besitz zu nehm en, so wollen w ir heute —  und  darin  
liegt die nicht hoch genug anzuschlagende B edeu tung  des T ag e s  —  ein großes W erk 
a u s  der H and  des B aum eiste rs entgegennehm en, welches unsere junge G roßstad t au f 
einem der wichtigsten Gebiete sozialer A ufgaben selbständig machen und  von der I n ­
anspruchnahm e anderer G ro ß b e rlin er K rankenhäuser freistellen soll. Auch diesm al w ar 
es der allseitige Wunsch der städtischen Körperschaften, den F reu n d en  und  F ö rd e re rn  
unserer S ta d t ,  insonderheit aber auch sachverständigen M ä n n e rn  das vollendete W erk 
vor A ugen zu führen, nicht a u s  Eitelkeit und  Ruhm sucht, sondern in  dem G efühl 
treuer Pflichterfüllung, nicht in lau ter F reude, sondern in  a ller S til le ,  dem E rn s t 
dieser S tä t te  entsprechend.
Und so darf ich S ie  alle, m. H ., die heute unserer E in la d u n g . gefolgt sind, 
nam ens der S ta d t  herzlich willkommen heißen und  I h n e n  fü r  I h r  zahlreiches Erscheinen 
von Herzen danken. W ir bedauern lebhaft, daß es die Geschäftslage der zuständigen 
M inisterien  nicht gestattet hat, V ertre te r zu der heutigen F eier zu entsenden, sind aber um  so 
mehr erfreut über die Anwesenheit un te re s  hochverehrten H e rrn  R egierungspräsidenten , 
den ich n am en s des M a g is tra ts  un d  der S tad tvero rdnetenversam m lung  ganz besonders 
willkommen heiße und  dem w ir aufrichtig dankbar dafür sind, daß er a n  dem Werke 
und  Gedeihen unserer S ta d t  einen so üb erau s regen A nteil n im m t. Ebenso danken 
w ir den H erren  V ertre te rn  der übrigen S ta a t s -  und  sonstigen B ehörden, den V e r­
tretern  der S tä d te  und Nachbargem einden G ro ß -B e rlin s , den H erren  A erzten a ls  
V ertre te rn  der medizinischen Wissenschaft und  P ra x is ,  die zu unserer aufrichtigen 
F reude so zahlreich erschienen sind, und  nicht zuletzt den H erren  V ertre te rn  der Fach- 
und Tagespreise fü r  ihre freundliche T eilnahm e und  das dam it beteiligte In teresse  an  
unserem  Werk.
M . H ., die geschichtliche Entw icklung des K rankenhauses reicht b is in  das 
J ä h r  1902 zurück. G an z  besondere Schwierigkeiten ergaben sich bei der A usw ah l des 
G rundstücks, un d  vielen unserer heutige» G äste w ird der teilweise recht harte Kam pf 
V. in lebendiger E rin n e ru n g  sein, der sich in der gesam ten Bürgerschaft, in  allen  Fach­
kreisen u n d  B ürgervere inen  über die F ra g e  erhob, ob das K rankenhaus aus eigener 
F lu r  errichtet oder ans frem des G ebiet verlegt w erden sollte, eine F ra g e , die sich sicher­
lich n u r  a u s  der E ig e n art G ro ß -B e rliu c r  V erhältnisse erklärt und  deshalb andersw o 
unverständlich bleibt. I m  heißen S tr e i t  der M e in u n g en  stellten die einen die Rücksicht 
a u f  den Z ustand  der Kranken, die anderen mehr die finanzielle und  wirtschaftliche 
S e ite  des P ro jek tes in  den V orderg rund . D ie einen fürchteten fü r den T ra n s p o r t  
der Schwerkranken, die anderen die E rhöhung  der S te u e rn . D ie zu R a te  gezogenen 
ärztlichen Sachverständigen gingen in ihren Ansichten w eit au se in an d er. Schließlich 
tru g  die M e in u n g  derer den S ie g  davon, die über die gesunde und  schöne Lage des 
fü r die Krankenhauszwecke erw orbenen G rundstücks und  dessen verhä ltn ism äß ig  billigen 
P re is  alle übrigen schweren Bedenken fallen ließen. M i t  dem Augenblick, >vo diese 
ungem ein ernste und  schwierige F rag e , die u n s  a lle r V oraussicht nach noch oft in die 
'E rin n e ru n g  zurückgerufen werden w ird, ihre Lösung fand, ging unsere Hvchbauver-
        
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