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Periodical volume VII. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Rixdorf Issue 1908/1909

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m) Gesuche fü r Abführung von F a b r ik a b w ä s s e rn .............................  16 13
n) Erteilung von Abnahmebescheinigungen für Ingebrauchnahm e
von Be- und E n tw ä sse ru n g sa n la g e n   231 296
o) Antrüge aus Genehmigung zur Inanspruchnahm e von S traß cn - 
land zur Aufstellung von B auzäunen, Anlegung von Ueber-
fahrten und d e r g le ic h e n   341 360
p) Anfragen vom Königlichen Polizei-Präsidium , anderen Behörden
und von P r i v a t e n .................................................................................. 1638 1892
Daneben waren die Arbeiten zur Durchführung der Polizeiverordnung vom 
30. J a n u a r  1906 über die V erhütung des Rücktritts unreiner Flüssigkeiten in die Rein- 
wasserleitung zu erledigen. Um die umfangreichen Arbeiten zu bewältigen und um  den 
Hauseigentüm ern sowie den hierorts ansässigen Unternehmern Z eit zur Umänderung der 
Anlagen zu lassen, wurde mit dem Aufruf und der Revision n u r  allmählich vorgegangen. 
I m  Ja h re  1908 ergingen 922 und im Ja h re  1909 590 Aufforderungen an  die G rund- 
Itücksbesitzer: hieraus entwickelte sich im Ja h re  1908 in 71 und im Ja h re  1909 in 217 Fällen 
noch ein besonderer Schriftwechsel. V on den 2 828 bebauten Grundstücken Rixdorfs sind 
bisher 1 203 Grundstücke einer Revision unterzogen worden, wozu rund 2 340 örtliche 
Feststellungen notwendig waren.
5. Gartenverwaltung.
Gärtnerischen Schmuck im eigentlichen S in n e  besitzt die S ta d t  noch nicht allzulange. 
Dagegen kann sie stolz sein auf den Baumbestand in ihren S tra ß e n . Schon nach der 
1874 erfolgten Vereinigung von Deutsch- und Böhmisch-Rixdorf begann die Gemeinde­
verwaltung bei der Anlage von neuen S traßenzügen (die wenigen alten waren mit hohen 
Pappeln  nnd Rüstern bestanden) mit der Bepflanzung der Bürgersteige. M it diesem 
P rinzip  ist nie gebrochen worden. Die ältesten (Kirchhof-, Steinmetzstraße usw.) wie die 
neuesten S tra ß e n  (Anzengruber- und Roseggerstraße) p ra n g e n . im S om m er im schönen 
Blätterschmuck, dem Straßenbilde ein freundliches Aussehen verleihend. Eine noch reiz­
vollere Gestaltung erhielt die B erliner S traß e , die Hauptverkehrsader Rixdorfs, durch 
Anlegung von grünen, blumengezierten R asenrabatten. Die ästhetische W irkung der Rasen- 
streifen hat alle dahin geäußerten Bedenken, a ls sei die Anlage eine Spielerei und unnütz, 
verstummen lassen. Anwohner und Passanten freuen sich gleichmäßig der gärtnerischen Gabe.
Die Erw eiterung des städtischen Baumbestandes durch Schaffung eines öffentlichen 
P arks ist unter günstigen Bedingungen im neuen E ta ts jah r 1910 erfo lg t: die Körnerschen 
Anlagen an der Jonasstraß c  sind städtisches Eigentum  geworden. Die S tadtverordneten­
versammlung genehmigte den Uebereignungs- bezw. Kaufvertrag nach dem Vorschlage des 
M agistrate. D am it ist einmal einem brennenden Bedürfnisse entsprochen und dann der 
ausgedehnte Gartcnkomplex in den unveräußerlichen Besitz der S ta d t  gebracht worden. Die 
Frage, ob der Körner)che P ark  auch in Zukunft der S ta d t Rixdorf erhalten bliebe, ist 
damit gelöst.
Neben der Erw erbung und Herrichtung neuer gärtnerischer Anlagen spielte die 
E rhaltung, Ausgestaltung und Pflege der bestehenden eine nicht unwesentliche Rolle. Die 
G artenverw altung, ein neuer, besonderer Zweig der städtischen Fürsorge, die in gartenbau­
licher Beziehung das Tiefbauam t bis zum Ja h re  1908 übte, w ar in der Berichtszeit unter 
Gartenbauinspcktor H albritter bestrebt, den öffentlichen Plätzen durch Blumenschmuck ein 
besseres Aussehen zu geben. S o  erhielt die Grotte auf dem Wildenbruchplatz schön- 
blühende S tauden , die sich vom F rühjahr bis zum E in tritt des Frostes mit ihrer F arben­
pracht abwechseln und zri den ernsten Nadelhölzern einen angenehmen Gegensatz bilden. 
D er R and des Wasserbeckens wurde auch mit S tauden  und F arnen  besetzt, und im Wasser 
selbst gelangten Schilsgcwächse, Riesenbinsen, Froschlöffel, Wasserrosen usw. zur Anpflanzung. 
B u n t über den Rasen verstreute Narziffen und Schneeglöckchen usw. erfreuten als erste 
Frühlingsboten die Besucher der Anlage.
E in  neuer Schmuckplatz kam 1908 hinzu, der „Stubenrauchplatz", zwischen der 
Selke-, N ogat- und Schierkestraße belegen.
        
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