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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1919/1920

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durch ausreichende Legitim ation (M ietvertrag  Vermietungsstelle. A ngefangene S tu n d en  w u r­
usw.) ausweisen und glaubhafte A ngaben über den voll gerechnet.
den Verwendungszweck machen können. Die vorstehenden Entgelte reichten jedoch auch 
Die Einrichtung hat sich in jeder Hinsicht be­ nicht lange zur Deckung der durch w eiteres S te i­
w ährt. S ie  m ußte erw eitert werden und ihre gen der A usgaben erforderlichen M ittel aus. I m  
O rganisation verschiedene A enderungen erfahren. F eb ru a r 1920 w urden die M ieten folgender­
Z u r  V erteilung an  das Publikum  w aren am m aßen festgesetzt: 
1. A pril 1919 insgesam t 22 W agen und zw ar für zw eirädrige W agen je S tunde 0,75 M ., 
20 zw eirädrige und 2 v ierrädrige vorhanden. oder je T ag  (14 S tu n d en ) 7,50 M ., 
Diese A nzahl w urde im J u li  1920 um  weitere für v ierrädrige W agen je S tu n d e  1,50 M ., 
5 zw eirädrige verm ehrt. W eitere Ankäufe fan ­ oder je T ag  15 M .
den bis Ende Septem ber 1920 nicht mehr statt. 
E in  M angel an W agen wie bei der E röffnung Z um  Schluß sei noch erw ähnt, daß der H and­
des B etriebes ist nicht mehr festgestellt w orden. w agen-V erleihbetrieb durch Beschluß des S o n d er­
Eine Abweisung des Publikum s hat nicht mehr ausschusses II der Kriegsnotstandskommission 
zu erfolgen brauchen. Die durchschnittliche Ent- vom 12. F e b ru a r 1920, dem der M ag istra t in 
leihungszahl belief sich im J a h re  1919 auf rund der Sitzung vom 14. F e b ru a r  1920 zugestimmt 
20 täglich. S ie  stieg im J a h re  1920 auf 30 dis hat, der D eputation für das Fuhrw esen m it 
35 täglich. W irkung vom A pril 1920 eingegliedert worden ist.
F ü r  die Besorgung der Vermietungsgeschäfte 
w urden die bisher den Dienst versehenden F e u e r­ B. Marktwesen.
w ehrleute, die wieder ihrer eigentlichen Bestim ­
m ung zurückgegeben w urden, durch eine beson­ Der M arktverkehr nahm  im Berichtsabschnitt 
dere K raft (K riegshilfsardeiter) ersetzt, die an ständig zu. Auf allen M ärkten  setzte ein reger 
einer anderen S telle des L ebensm ittelam tes Verkauf der W aren  ein, der durch A ufhebung der 
frei wurde. Zw angsbew irtschastung eines Teiles der N ah ­
Die Entleihzeiten w urden werktäglich von rungsm ittel zusehends begünstigt wurde. A ls­
8— 12 Uhr vorm ittags und von 2— 6 Uhr nach­ bald w aren  wieder wie vor dem Kriege die 
m ittags festgesetzt. Aus A nregungen aus dem M arktstände ausnahm slos besetzt. E s  mußte, 
Publikum  und um  Unzuträglichkeiten und U n­ um  den Ansprüchen zu genügen, der M ark t aus 
gerechtigkeiten gegenüber den Entleihern  zu ver­ dem Kranoldplatz durch Besetzung der Reinhold- 
meiden, w urden diese Zeiten zusammengelegt und B endastraße erw eitert we.rden. Entsprechend 
und auf die S tu n d en  von 7 Uhr früh bis 9 Uhr den gesteigerten V erw altungskosten w urde eine 
abends verlegt. Diese Regelung machte die E in ­ verm ehrte E innahm e durch E rhebung eines 
stellung eines zweiten Angestellten erforderlich. Teuerungszuschlages in  Höhe von 100% der 
Auf beide w urde der Dienst d era rt verteilt, daß M arktstandsgebühren geschaffen. Vom 1. Ju li  
jeder ununterbrochen 7 S tu n d en  zu leisten hatte. 1920 ab w ar für eine Fläche von 1 Q uadratm eter 
Die Einstellung besonderer K räfte für die ein B etrag  von 40 P f. zu entrichten. D er Heu- 
Verleihftelle und vor allen D ingen die steigende uni) S trohm ark t auf dem Reuterplatz ist wegen 
Teuerung machte eine Neufestsetzung des M iets- m angelnder A nfuhr nicht abgehalten worden.
preises notwendig. B is  A nfang A pril 1919 be­ Die aufsteigende Entwicklung des M arkt- 
trug  dieser für einen zw eirädrigen W agen wesens feit K riegsende spiegelt sich in den A n ­
0,25 M . für jede S tu n d e . M it W irkung vom gaben der nebenstehenden Tabelle wieder.
7. A pril 1919 ab w urde er wie folgt festgesetzt: 
F ü r  zw eirädrige H andw agen: 
für jeden vollen T ag  (8 S tu n d en ) 4,— M ., C. preise.
erfolgte die Benutzung n u r w äh­ Die Z ah l der Schlachtungen von R indvieh 
rend einiger S tunden , je S td . 0,50 M . ging namentlich im Berichtsjahr 1920 stark zu­
F ü r  vierrädrige H andw agen: rück, wobei infolge der zunehmenden F u tte rn o t 
für jeden vollen T ag  . . . .  7,—  M ., zumeist jüngere T iere geschlachtet w urden. 
erfolgte die Benutzung n u r w äh­ A ndererseits ist es aber bem erkenswert, daß die 
rend einiger S tunden , je S td . 1,—  M . Z ah l der Schwcineschlachtungen beträchtlich zu­
Die M iete w urde berechnet vom B eginn der nahm . A llerdings darf, wie bereits in früheren 
Uebergabe der W agen bis zur Rückgabe an  die V erw altungsberichten des öfteren ausgeführt
        
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