Path:
Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1919/1920

182
fernerhin in Kraft. Der immer mehr zunehmende Bier zugerechnet. Eine Notwendigkeit zur Aen­
Andrang des Publikums zu den Kinotheatern derung der Ordnung auf Grund des § 63 des 
gab aber Veranlassung zu einer stärkeren steuer­ Reichs-Biersteuergesetzes vom 26. Ju li 1918 trat 
lichen Belastung dieser Vergnügungsstätten. nicht hervor.
Unterm 23. Oktober 1919 wurde daher ein neuer Die Einnahmen ergibt die nebenstehende 
Nachtrag zur Steuerordnung erlassen, der für Tabelle.
Kinooorführungen die Kartensteuer auf 15 bis Die Einnahmen erreichen nur etwa ein Fünf­
35% der Eintrittsgelder, je nach der Zahl der tel der Biersteuer vor dem Kriege.
Sitzplätze eines Theaters, erhöhte. Dieser Nach­
trag trat am 13. November 1919 in Kraft, zu­ d) H u n d e s t e u e r .
gleich verlor der Nachtrag vom 26. Januar 1917, 
der schon eine Erhöhung der Kinosteuer brachte, Die nach der Ordnung vom 1. April 1909 
seine Gültigkeit. Ein weiterer Nachtrag, der u. a. jährlich 30 M . betragende Hundesteuer wurde 
die Zahl der unentgeltlichen und daher steuer­ vom 1. Oktober 1919 ab durch Nachtrag vom 
freien Eintrittskarten auf 5% der Gesamtauflage 23. Ju li 1919 auf 50 M . und durch einen zweiten 
an Karten für eine Vorstellung festlegte, und unterm 30. April 1920 erlassenen Nachtrag vom 
ferner die mit einer Kinooorführung verbunde­ 4. M ai 1920 ab auf 100 M . je Hund erhöht. 
nen sonstigen Darbietungen der Kinosteuer unter­ Zugleich ist in dem letzteren Nachtrag festgelegt 
wirft, trat am 21. M ai 1920 in Kraft. worden, daß für den zweiten Hund 150 M ., für 
Die Einnahme an Lustbarkeitssteuer betrug den dritten 200 M . usw. zu zahlen sind.
in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 1919: 440 893,12 Steuerfrei bleiben auf Antrag die notwendi­
Mark, vom 1 .10 . 19 bis 31. 3. 20: 849 300,86 M ., gen Hunde der Wächter, hilflosen Personen und 
zusammen im Rechnungsjahre 1919: 1 290 193,98 der Artisten, ferner die Polizei-Diensthunde und 
Mark bei einem Jahressoll von 500 000 M . Für die im Gewerbebetriebe unentbehrlichen Zieh­
1920 stehen 1 500 000 M . zum Soll. Die E in­ hunde. Die Freigabe der Wachhunde auf ein­
nahme für 1. 4. bis 30. 9. 1920 beträgt zeln liegenden Gehöften usw. hörte mit dem 
1 108 694,64 M . 1. Oktober 1919 auf.
S t e u e r  a u s
Tanzbelustigungen, Schaustellungen, V orführungen
Z e i t r a u m Konzerten, B or- W ürselbuden, 
trägen, T heater­ Karussels, Schaukeln der
S u m m e
vorstellungen usw. usw. K inotheater
M . M . M. M.
1 .4 . — 30. 9 .1 9 1 9 ................. 23 285,34 11 444,37 406 163,41
1290193,98
1 .1 0 .1 9 1 9  — 3 1 .3 .1 9 2 0  . . 64 837,34 8 236,03 776 227,49
1 .4 . — 3 0 .9 .1!!20................. 113 340,94 16 716,24 978 637,46 1 108 694,64
I m  September 1920 waren 24 Saalgeschäfte A ls Steuerzeichen werden Halbjahresmarken 
und 23 Kinotheater vorhanden. verausgabt.
D as Rechnungsjahr 1919 brachte bei einem  
c) B i e r s t e u e r. Etatssoll von 100 000 M . eine Einnahme von 
Die Biersteuerordnung vom 6. April 1911 und 153 429,90 M . Für 1920 werden 250 000 M . 
der Nachtrag vom 28. Januar 1918 blieben un­ erwartet.
verändert in Kraft.
Für in Neukölln hergestelltes und für e ) S c h a n k e r l a u b n i s s t e u e r .
eingeführtes B ier wurden gleichmäßig 0,65 M . Die im Verwaltungsjahr 1919 neu erteilten 
Steuer je Hektoliter erhoben, hatte das Schankerlaubnisse wurden zu insgesamt 74 850 
Bier aber unter 1 3A % Alkoholgehalt, so betrug Mark veranlagt, die Einnahme betrug 66 833,35 
die Steuer nur 0,30 M . je Hektoliter. B ier­ Mark. Für April/Septem ber 1920 beträgt die 
ähnliche Getränke wurden diesem geringwertigen veranlagte Steuer 57 300 M.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.