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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1919/1920

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V erhandlungen ergaben, daß eine S lrom tiefe- und Löhnen ergibt sich ein M ehrfaches dieser E r ­
rung  an  das Neuköllner Werk ohne alle tech­ sparnis. Nachdem die städtischen Körperschaften 
nischen Schwierigkeiten durchführbar sei. Die diesem V ertragsen tw urf zugestimmt hatten, w u r­
B erliner Werke hatten  m ehrere starke Hochspan­ den die K abelverlegungsarbeiten in kürzester 
nungskabel, die längs des T rep tow er P arkes F rist ausgeführt, und am  9. Oktober 1919 wurde 
lagen und früher fü r die S trom versorgung der die M aschinenanlage des Neuköllner W erkes still­
S ta d t au s  der Z en tra le  Oberspree gedient hatten, gelegt und das Neuköllner Kabelnetz von den 
durch die spätere Inbetriebnahm e der Z entra le  B erliner E lektrizitätsw erken m it S tro m  versehen, 
R um m elsburg  freibekommen. D rei dieser Kabel, die ihrerseits einen großen Teil des S trom es, 
die fü r die V ersorgung Neuköllns ausreichten, etw a die Hälfte ihres gesamten B edarfs, durch die 
konnten auf eine Länge von etw a 2,5 Kilometer Fernstrom leitung au s  dem B raunkohlenrevier be­
herausgenom m en und zum Elektrizitätsw erk ziehen. Die m it großer Gewissenhaftigkeit sowohl 
Neukölln verlegt werden. Die Unkosten der Um­ von den B erliner wie von den Neuköllner Werken 
legung der Kabel zuzüglich derjenigen der Kabel durchgeführten Selbstkostenberechnungen haben 
selbst bezw. die jährlichen A usgaben  für V erzin­ gezeigt, daß selbst ein großes, m odernes E lektrizi­
sung, T ilgung  und U nterhaltung w urden jedoch tätsw erk, das recht gut arbeitete, doch m it den 
so hoch, daß der Bezug von n u r Spitzenstrom, Riesenwerken, wie es die B erliner und besonders 
d. h. von n u r einigen H underttausend K ilow att­ das Braunkohlenkraftw erk in  G olpa sind, nicht 
stunden im J a h r ,  fü r Neukölln unren tabel e r­ konkurrieren kann, und daß es in w eitaus erster 
schien. Die B erlin er Werke hatten  auch —  wie Linie die Kohlen und die Löhne sind, die die klei­
alle E lektrizitätsw erke —  g ar kein Interesse, ihre neren, nicht an  der Fundstätte des Brennstoffes 
eigene Spitzenbelastung durch die Uebernahme liegenden Werke unterlegen machen. S ie  zeigten 
w eiteren Spitzenstrom es zu erhöhen. E in  wesent­ auch, daß die Unterlegenheit um  so größer werden 
lich anderes Bild ergab sich, w enn die L ieferung w ird, je höher die Kohlenpreise einschließlich 
des gesamten in Neukölln verbrauchten S tro m es T ransportkosten und die Löhne steigen, und wie 
von etw a 12— 13 M illionen K ilow attstunden im berechtigt das Bestreben ist, die E lektrizität in 
J a h r  in  Betracht gezogen wurde. D a die B e ­ großen, an der Fundstätte der U rkraft (Kohlen-, 
lastung des Neuköllner Kabelnetzes im Vergleich W asserkräfte) erbauten Werken zu erzeugen und 
zu dem B erliner Netz eine verhältn ism äßig  gleich­ durch U eberlandleitungen den Verbrauchsstellen 
m äßige ist und es sich auch um  recht erhebliche zuzuführen. Leider ergab dann  der nach dem 
M engen handelte, hatten die B erliner Werke I n ­ 9. Oktober 1919 erfolgende B etrieb m it F rem d ­
teresse an  der L ieferung. Nach längeren V er­ strom, daß die Betriebssicherheit, d. h. der u n ­
handlungen kam ein V ertragsen tw urf zustande. gestörte, regelm äßige V erlauf der S trom liefe­
Nach diesem wollten die B erliner Werke den rung, im  umgekehrten V erhältn is  zu der finan ­
S tro m  in der Hauptschaltanlage des Neuköllner ziellen S eite  stand und steht. I n  den 8 Ja h re n  
W erkes liefern zu einem Preise von 0,175 P f. für des E igenbetriebes hat das Neuköllner Werk nicht 
jede K ilowattstunde und M ark K ohlenpreis für annähernd  soviel S tö ru n g en  gehabt, wie sie die 
Kohle von 7000 W ärm eeinheiten, zuzüglich einer ersten 8 M onate des B etriebes m it Frem dstrom  
G rundgebühr von 6 M . für jedes K ilow att der brachten. M ögen das zum  Teil auch K inder­
monatlichen Höchstleistung. Die Kosten der Kabel­ krankheiten sein, die m it der Z eit überw unden 
verlegung im  Neuköllner S tad tgebiet und der werden, Tatsache bleibt doch, daß die F ernstrom ­
U m änderung der Schaltanlage in  Höhe von zu­ versorgung großer Gebiete au s  einigen wenigen 
sammen etwa 30 000 M . sollte Neukölln tragen, Riesenwerken m it den erforderlichen Hochspan­
die übrigen Kosten B erlin . E ine G egenüber­ nungs-T ransfo rm ato rensta tionen  und den F e rn ­
stellung der Selbstkosten einerseits bei E rzeugung leitungen nicht die fast absolute Betriebssicherheit 
des S tro m es im eigenen Werk und andererseits einer im V ersorgungsgebiet selbst liegenden 
bei Bezug des S tro m es von den B erliner Werken m ittelgroßen Z en tra le  bietet.
ergab eine Differenz von etwa 600 000 M . zu­
gunsten des S trom bezuges au s  den B erliner 2. Kessel und Maschinen.
Werken, die ihrerseits den S tro m  natürlich auch F ü r  die S trom erzeugung standen am  1. A pril 
nicht zum Selbstkostenpreis abgaben; m an geht 1919 dem Elektrizitätsw erk vier Kessel von je 
wohl nicht fehl, w enn m an als  gesamte E rsparn is  410 qm Heizfläche und 1 Hochleistungskessel von 
1 M illion M ark annim m t, ein bei den Kohlen­ 650 qm Heizfläche und 4 T urbogeneratoren  von 
preisen und Löhnen des S om m ers 1919 doch recht zusammen 11000  K ilow att Leistung zur V er­
erheblicher B etrag . B ei den jetzigen Kohlenpreisen fügung. Die M aschinenanlage w ar in guter Be-
        
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