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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1919/1920

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verbessert. Die Ferienspiele dauerten vom vorstellungen für die schulpflichtige und schul­
5. J u li  bis 6. August 1920. Am ersten Tage be­ entlassene Jugend  im W interhalbjahr statt­
teiligten sich bereits 6500 K inder in  der K önigs­ finden zu lassen.
heide an  den Ferienspielen. 500 besonders E in  besonderes Augenmerk ist auf die Arbeit 
schwächliche K inder w aren auf der A btei-Insel, an  der schulentlassenen Jugend  gerichtet. E s be­
die a ls  Ferienspielplatz eingerichtet wurde, u n te r­ steht die Absicht, den bisher in Neukölln be­
gebracht. Die Z ah l der teilnehmenden Kinder stehenden Ortsausschuß für Jugendpflege dem 
steigerte sich zeitweise bis auf 8500, die Durch­ Ju g en d am t anzugliedern. Die Verhandlungen 
schnittsbeteiligung betrug für den S p ieltag  6087 sind am  Ende des Berichtsjahres noch nicht ab­
Kinder. D er T ra n sp o rt zu den Spielplätzen geschlossen.
erfolgte nach der Königsheide in  vier E isenbahn­
zügen, nach der Abtei m it der S traßenbahn . 4. Jugendfürsorge.
E ine besonders eingerichtete Sam ariterstelle Die Fürsorge für die gefährdete, schwer er­
w urde in  1637 F ällen  gegen 808 F älle im V or­ ziehbare Jugend , die infolge der E inw irkungen 
jahre in  Anspruch genommen. Leider ereignete des K rieges einen erheblichen Umfang annehm en 
sich auch ein Todesfall durch Verschüttung. Die m ußte, w urde im Ja h re  1919 von der Abteilung 
G esam tausgaben beliefen sich auf 460 280,22 M ., W aisenpflege des Jugendam tes bearbeitet. Nach 
denen 106 731 M . E innahm en gegenüberstanden, der N euorganisation wurde dieser Zweig der 
so daß ein erheblicher Zuschuß geleistet werden Jugendw ohlfahrt einer A bteilung „Jugend fü r­
mußte. sorge" überwiesen. W ährend der Zeit vom 
Die Schülerw anderungen, die im Ja h re 1. A pril 1920 bis 1. Oktober 1920 m ußte in  48 
1919 vom Z en tra lverein  für S chülerw anderun­ Fällen  Fürsorgeerziehung bean trag t werden, und 
gen m it geldlicher Unterstützung der S ta d t­ zw ar für 32 Knaben und 16 Mädchen. Von 
gemeinde betrieben w urden, w urden am diesen Zöglingen w urden 37 in  Anstaltspflege 
1. A pril 1920 vom Ju g en d am t übernom m en. und 11 in  Fam ilienpflege untergebracht. Der 
E s  w urden in  39 Schulen, und zw ar Gem einde­ G rund  zur V erw ahrlosung lag zum Teil in 
schulen, und 2 Mittelschulen, fü r die W anderun­ schlechten häuslichen Verhältnissen. I n  60 Fällen 
gen 43 200 M . gespart. Die W anderungen be­ w urden Schutzaufsichten übernom m en. Um eine 
gannen am  16. J u n i  und endeten am  11. S e p ­ Ausnutzung der K inder in  der gewerblichen 
tember. E s  beteiligten sich im ganzen 984 Kinder A rbeit zu unterbinden, w urden von ehrenam t­
(535 K naben und 449 Mädchen), welche in  18 lichen Helfern un ter Leitung des Jugendam tes 
K naben- und 16 M ädchengruppen, zusammen besonders die Zeitungsbetriebe kontrolliert und 
34 W andergruppen, eingeteilt w urden. Z iel der verhindert, daß die K inder zum Z e itu n g sau s­
W anderungen w ar bei 2 G ruppen  T hüringen, tragen herangezogen werden. E in  besonderes 
bei 3 G ruppen R ügen, bei 1 G ruppe die Ostsee, Augenmerk w urde auf den Kinobesuch der Kinder 
bei 3 G ruppen die P rov inz  B randenburg , bei gerichtet. U nter Hinzuziehung von K rim inal­
9 G ruppen die Sächsische Schweiz, bei 16 G ru p ­ beam ten in  Z iv il w urden Kontrollen der K inos 
pen der Harz. durch ehrenamtliche Helfer vorgenom m en und 
Die S ta d t zahlte pro Kind 5 M ark Z u ­ Jugendliche, die unberechtigt an den Vorstellun­
schuß in  bar, außerdem  das F ahrgeld  und gen teilnahm en, festgestellt. Durch E inw irkung 
Tagegeld für die F üh re r. D aneben wurden auf die E lte rn  w urde versucht, die Jugendlichen 
Lebensm ittel m itgegeben, eine M aßnahm e, die in  Zukunft von diesen V orführungen fernzu­
sich außerordentlich gut bew ährt hat, da auf halten. Die Jugendgerichtshilfe, die bisher von 
diese Weise die K inder durchschnittlich zweim al den P riva tvere inen  in  Neukölln betrieben wurde, 
w arm es Essen bekamen. A ußer m ehrtägigen w urde ebenfalls nach der N euorganisation vom 
W anderungen, die sich auf 309 Tage erstreckten, Ju g en d am t übernom m en und durch ehrenam t­
fanden 38 eintägige W anderungen in  die nähere liche Helfer un te r Leitung des Jugendfürsorgers 
Umgebung B erlin s statt, an  denen sich rund  1000 ausgeübt. Die Psychopathenfürsorge m ußte dem 
Kinder beteiligten. I n  den Herbstferien wurden Deutschen V erein für Fürsorge jugendlicher 
noch 7 dreitägige W anderungen m it 151 K indern Psychopathen überwiesen werden, da dem 
unternom m en. Jug en d am t zu r B earbeitung  der F älle geeignete 
Z u  Ende des B erichtsjahres w aren  die V or­ K räfte nicht zur V erfügung standen. Die in  der 
bereitungen fü r  jugendliche V eranstaltungen be­ Abteilung Jugendfürsorge tätigen ehrenamtlichen 
re its  getroffen. E s  ist beabsichtigt, Kinovorstel­ Helfer w urden zu allmonatlichen Konferenzen 
lungen, M arionettenvorsührungen und T heater­ zusammenberufen.
        
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