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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1919/1920

—  119 —
2. Wohlfahrtsamt. Wirtschaftslage verursachte einen häufigen Wechsel 
a) O r g a n i s a t i o n  d e s  W o h l f a h r t s ­ in der Besetzung der Ehrenbeamtenstellen.
a m t e s . 2. S t ä d t i s c h e s  O b d a c h  Kopfstr. 46. 
Dem Beispiel anderer Gemeinden folgend, M it Rücksicht auf den allgemeinen W ohnungs­mangel wurde das städtische Obdach dem Woh­
hat Neukölln am 1. April 1919 ein städtisches nungsam t für Wohnzwecke zur Verfügung ge­
W ohlfahrtsamt eingerichtet. Nach den Beschlüssen stellt. Z u r vorübergehenden Unterbringung 
der städtischen Körperschaften sollte es sich aus Obdachloser wurde mit Genehmigung der 
einer Hauptabteilung, dem Kriegsfürsorgeamt, Armendirektion Berlin das städtische Berliner 
dem Jugendam t, dem Armenamt, dem Woh­ Obdach in der Fröbelstraße benutzt.
nungsam t und dem M ilitärbüro zusammensetzen. 3. A l t e r s h e i m .  Das von den städtischen 
Das Kriegsfürsorgeamt, das M ilitärbüro und Körperschaften errichtete Altersheim hat sich auch 
das W ohnungsamt wurden dann aber abgetrennt in der Zeit vom 1. April 1919 bis 30. September 
und besonderen Dezernaten unterstellt, so daß 1920 als eine segensreiche Einrichtung bewährt. 
das W ohlfahrtsamt auf folgende Abteilungen Die dort untergebrachten 15 Personen waren 
beschränkt blieb: 1. die Hauptabteilung, 2. das während dieser Zeit vor Not geschützt. I n  der 
Fürsorgeamt (Armenamt), 3. das Jugendamt. Berichtszeit w ar das Altersheim stets voll be­
Das Dezernat hatte zu Beginn der Berichtszeit legt. An Aufwendungen sind 25 663,16 M. 
S tad tra t B runn inne. Vom September 1919 ab verausgabt worden.
amtierte S tad tra t Wutzky als Dezernent. F ü r 4. S t ä d t i s c h e s  P f l e g e h e i m .  Um­
die Leitung des Fürsorgeamtes und des Jugend­ stehende Tabelle gibt Aufschluß über die B e­
amtes wurde je eine Direktorstelle geschaffen. legungszahl des städtischen Pflegeheims für die 
Zum Direktor des Fürsorgeamtes wurde Ober­ Zeit vom 1. April 1919 bis 30. September 1920. 
stadtsekretär Kürske, zum Direktor des Jugend­
amtes Dr. Caspari gewählt, der nach seinem im V e r p f l e g u n g s t a g e  im  S t ä d t .  P f l e g e ­
April 1920 erfolgten Ausscheiden durch den h e im  w ä h r e n d  d e r  R e c h n u n g s j a h r e
Magistratsassessor Dr. Ollendorff ersetzt wurde. 1 9 1 9 — 1 9 2 0 .
Der Geschäftskreis der Hauptabteilung um ­ Rechnungsjahr 1919:
faßte folgende Gebiete: Organisationsfragen M onat Personal Insassen Ueberhaupt
des gesamten W ohlfahrtsamtes, Ehrenbeamten­ April . . . 644 4 835 5 479
angelegenheiten, Verwaltung des Altersheims, M ai . . . 666 5 094 5 760
Verwaltung der Stiftungen, Flüchtlingsfürsorge, Ju n i . . . 640 4 987 5 627
Volksküchenwesen, Frauenberatung. Ju li . . . 605 4829 5 434
Dem Fürsorgeamt (Armenamt) lag im August . . 589 4 753 5 342
wesentlichen die Erfüllung der gesetzlichen Auf­ September . 618 4 698 5 316
gaben des Ortsarmenverbandes ob. Oktober . . 654 4854 5 508
Das Jugendam t w ar Organ der öffentlichen November . 637 4 641 5 278
Jugendhilfe, die alle M aßnahmen zur Förderung Dezember . 604 4 998 5 602
der Jugendwohlfahrt (Jugendpflege und Jugend­ Ja n u a r  . . 610 5145 5 755
fürsorge) umfaßt. Februar . 570 4 892 5 462
M ä r z . , . 612 5 246 5 858
b) H a u p t a b t e i l u n g .
Sum m e: 7 449 58 972 66 421
1. E h r e n b e a m t e n a n g e l e g e n h e i ­
t e n .  Nach der Revolution wurde W ert darauf Rechnungsjahr 1920:
gelegt, alle Kreise der arbeitenden Bevölkerung M onat Personal Insassen UeberhauptApril . . . 586 5 016 5 602
— M änner wie F rauen —, insbesondere auch M ai . . . 604 5 242 5 846
die Handarbeiter, zur ehrenamtlichen M itarbeit Ju n i . . . 592 4 971 5 563
in den zu Wohlfahrtskommissionen ausgebauten Ju li . . . 628 5 090 5 718
ehemaligen Armenkommissionen heranzuziehen. August . . 665 5 274 5 939
Zu diesem Zweck wurden bei freiwerdenden September . 624 5129 5 753
Stellen auch die politischen Parteien zu V or­
schlägen aufgefordert. Hierdurch wurde erreicht, Sum m e: 3 699 30 722 34 421
daß in den Wohlfahrtskommissionen alle B e­ Die Gesamtausgabe für das städtische Pflege­
völkerungsschichten vertreten sind. heim im Rechnungsjahre 1919 betrug 127 000 M . 
Am Ende der Berichtszeit waren etwa 500 Dieselbe wuchs im 1. Halbjahr des Rechnungs­
Ehrenbeamte tätig. Die Ungunst der allgemeinen jahres 1920 zum Betrage von 292 015,38 M . an.
        
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