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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Den M orgen zu */« ha gerechnet, würden mithin von Neukölln aus 27.7 ha mit W inter­
roggen, 0.4 ha mit Gerste, 9.7 ha mit Hafer und 15.3 ha mit Kartoffeln angebaut 
gew esen sein. Von den mit Roggen, Gerste und Hafer angebauten Flächen lagen 
nur 3.9 ha innerhalb des Stadtgebiets, der größte Teil der von unserer Stadt aus 
bewirtschafteten landwirtschaftlichen Anbauflächen lag in den Gemeinden Tempelhof 
und Mariendorf.
Nach der E rhebung vom Juni 1916, die ebenfalls w ieder mittels Ortslisten und 
nach Betriebsgemeinden durchgeführt wurde, ergab sich, daß von Neukölln aus ins­
gesam t 448 M orgen Fläche bewirtschaftet wurden, einschließlich Wald und Wiesen. 
Hiervon waren 394V« M orgen als Ackerland bestellt. Mit W interroggen waren angebaut 
146’/s M orgen, mit Hafer 31 Morgen, mit Hülsenfrüchten V, M orgen, mit Kartoffeln 
88 ■/* Morgen, mit Futterrüben 76:i, 4 M orgen und mit Futterpflanzen 48y« M orgen.
Größeres Interesse bietet das Ergebnis der Anbau- und Ernteflächenerhebung 
vom Jahre 1918, da bei dieser lediglich die innerhalb der Zählgemeinde belegenen 
Anbauflächen ermittelt wurden. Es wurden dabei 14 Betriebe festgestellt, von denen 
aus in Neukölln insgesam t 18.5 ha Fläche bewirtschaftet wurden. Davon waren 
14.6 ha ackermäßig bestellt, und zw ar mit W interroggen 3.1 ha, mit Kartoffeln 1.7 ha, 
mit Rüben und W urzelfrüchten 4.9 ha, mit Gemüsen 3.8 ha und mit Futterpflanzen 
1.1 ha. Auch aus diesen Zahlen geht hervor, daß der f e l d m ä ß i g e  Anbau von land­
wirtschaftlichen Erzeugnissen in unserer Stadt nur geringe B edeutung hat. Infolge­
dessen kann hier auch von einem Eingehen auf die Ergebnisse der E r n t e s c h ä t z u n g e n  
abgesehen werden. Größere Bedeutung hat im Kriege auch innerhalb des groß­
städtischen W eichbildes der g a r t e n m ä ß i g e  Anbau gew onnen, der bei den Anbau­
flächenerhebungen und Ernteschätzungen nicht berücksichtigt wird. Zahlreiche bisher 
brachliegende Bauländereien sind in Bewirtschaftung genom m en. Auf diese Entwicklung 
des Kleingartenbaues in unserer Stadt während des Krieges wird an anderer Stelle 
dieses Verwaltungsberichts näher einzugehen sein.
Nach der O b s t b a u m z ä h l u n g  vom 1. Dezem ber 1913 wurden in unserer Stadt 
in 2 273 Gehöften und H ausgärten 13 504 Obstbäum e ermittelt, darunter 9 278 trag­
fähige. Unter den tragfähigen Obstbäum en befanden sich 2 725 Apfelbäume, 2 210 
Birnbäume, 2 131 Pflaumen- und Zwetschenbäume, 1 793 Kirschbäume, 147 Aprikosen­
bäume, 142 Pfirsichbäume und 120 W alnußbäume.
Die V i e h z ä h l u n g e n ,  die von Reichs oder Staats w egen seit langem in mehr 
oder w eniger regelm äßiger Aufeinanderfolge veranstaltet zu werden pflegen und 
namentlich während des Krieges für die planm äßige Sicherstellung der Volksernährung 
erhöhte Bedeutung gew annen, bieten für die Großstädte im allgemeinen nur geringes 
Interesse, da der Umfang der Viehhaltung hier an sich nur geringfügig ist und noch 
dazu häufig durch Zufälligkeiten m ancher Art stark beeinflußt wird. F indet z. B. die 
Zählung unm ittelbar vor einem der ortsüblichen Schlachttage statt, so wird der Vieh­
stand wegen der zahlreichen in den Schlachthäusern vorübergehend eingestellten 
Schlachttiere höher ausfallen als zu anderen Zeiten. W ährend des Krieges hat jedoch 
auch in den Städten infolge der Verschlechterung der Ernährungsverhältnisse und der 
Störungen der Zufuhr die Viehhaltung zugenom m en; dies kommt in den Ergebnissen 
der Viehzählungen deutlich zum Ausdruck.
Seit einer Reihe von Jahren  fand eine Viehzählung regelm äßig am 1. Dezember 
jedes Jahres statt. Hierzu kam in den Jahren  1913 und 1914 am 2. Juni eine 
Schweinezählung. Im Verlauf des Krieges stellte sich die Notwendigkeit häufigerer 
Feststellung des Viehbestandes heraus. So w urde im Jahre 1915 eine Schweinezählung 
am 15. März und am 15. April veranstaltet und eine allgem eine Viehzählung außer
        
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