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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Die Gesamtsterblichkeitsziffer der erwachsenen Frauen hat sich also von 1910 
bis 1916 nicht geändert. Die Sterbeziffer der 2 0 -6 0  Jahre alten Frauen ist gesunken, 
die der übrigen Altersgruppen, namentlich der über 70 Jahre alten Frauen dagegen 
gestiegen.
11. Die Sterblichkeit der weiblichen Bevölkerung im Alter von über 15 Jahren
nach Todesursachen.
Zahl der gestorbenen Frauen im Alter von über 15 Jahren
Todesursachen überhaupt
absolut von je 100
1913 1914 1915 1916 1917 1918 1913 1914 1915 1916 1917 1918
A lte rssch w äch e .......................... 52 75 87 98 158 115 8.8 11.9 14.5 16.1 18.8 11.8
Folgen der Geburt . . . . 13 14 4 4 7 16 2.2 2.2 0.7 0.6 0.8 1.6
T u b e rk u lo s e ............................... 91 83 104 91 156 177 15.3 13.2 17.4 14.9 18.6 18.2
Lungenentzündung 33 22 13 20 47 102 5.5 3.5 2.2 3.3 5.6 10.5
I n f lu e n z a ..................................... 3 6 8 7 5 121 0.5 0.9 1.3 1.1 0.6 12.4
Krankheit, der A tm ungsorgane 43 42 33 34 36 41 7.2 6.7 5.5 5.6 4.3 42
„ der Kreislauforgane 105 135 144 141 173 154 17.7 21.5 24.0 23.1 20.6 15.8
„ des N ervensystem s. 61 62 53 53 15 59 10.3 9.8 8.8 8.7 1.8 6.1
„ der Verdauungsorg. 39 24 23 24 39 25 6.6 3.8 3.8 3.9 4 6 2.6
„ der Harn- und Ge­
schlechtsorgane . . 21 18 19 17 25 18 3.5 2.9 3.2 2.8 3.0 1.8
K r e b s .......................................... 63 74 50 64 64 55 10.6 11.8 8.3 10.5 7.6 56
S e l b s t m o r d ................................ 16 13 18 20 27 26 2.7 2.1 3.0 3.3 3 2 2.7
Sonstige Todesursachen . . . 54 61 44 37 88 65 9.1 9.7 7.3 6.1 10.5 6.7
insgesamt 594 629 600 610 840 974 100.0 100.0 100.0
Uebersicht 11 veranschaulicht die Häufigkeit einiger besonders wichtiger Todes­
ursachen. Auch hier springt vor allem die verheerende W irkung der Grippeepidemie 
in den Jahren  1917 und besonders 1918 in die Augen. Die Zahl der an Lungen­
entzündung gestorbenen Frauen, die anfänglich von 33 im Jahre 1913 auf 20 im 
Jah re  1916 gesunken war, stieg 1917 auf 47 und 1918 auf 102. Noch weit stärker 
verm ehrten sich die Todesfälle an Influenza, deren Zahl zwischen 3 und 8 in den 
Jahren  1913— 1917 geschwankt hatte, um dann 1918 auf nicht weniger als 121 em por­
zuschnellen. Beide zusammen, Lungenentzündung und Influenza, rafften 1918: 22.9 
v. H. aller gestorbenen Frauen dahin. Eine bezeichnende W irkung des Krieges 
offenbart sich auch in der Zunahme der Todesfälle infolge Altersschwäche. Ihre Zahl 
erhöhte sich ohne Unterbrechung von 52 im Jahre 1913 bis auf 158 im Jahre 1917, 
d. h. 18.8 v. H. aller Todesfälle. Im letzten Kriegsjahr 1918 trat dann vermutlich zur 
Altersschwäche vielfach die Grippe hinzu und wurde als die ausschlaggebende Todes­
ursache angesehen, sodaß sich die Sterbefälle an Altersschwäche wieder auf 115 ver­
m inderten. Die übrigen Todesursachen traten in den einzelnen Jahren mit wechselnder 
Häufigkeit auf. Im Jahre 1914 ragten namentlich Erkrankungen der Kreislauforgane 
(Herz- und Blutgefäßkrankheiten) über den Durchschnitt hervor, desgleichen im 
Jahre 1917. Eine merkliche Zunahme erfuhr auch die Zahl der Selbstmordfälle, 
nämlich von 16 im Jahre 1913 und 13 im Jahre 1914 bis auf 27 im Jahre 1917.
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