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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  51 —
Also auch im Jahre 1917 wirkten die hier geborenen ortsfremden Kinder trotz 
ihrer noch geringen Zahl schon auf eine wenn auch nur geringe scheinbare Erniedri­
gung der Säuglingssterbeziffern hin. Bei den ehelichen Kindern macht sich dieser 
Umstand w eniger bemerkbar, da unter ihnen die Zahl der ortsfremden Kinder im 
Verhältnis zur Zahl der Einheimischen erheblich geringer ist als unter den unehelichen. 
Immerhin ergibt sich auch nach dieser genaueren Berechnung der Sterbeziffern unter 
Ausschluß der Ortsfremden für 1918 eine im Vergleich zu den Vorjahren sehr niedrige 
Säuglingssterblichkeit. Die Erhöhung der Sterbehäufigkeit der weiblichen Säuglinge 
im Jahre 1914 und die der männlichen im Jahre 1917 betraf die ehelichen und die 
unehelichen annähernd in gleichem Maße.
Der j a h r e s z e i t l i c h e  Verlauf der Säuglingssterblichkeit, der gewöhnlich zu einer 
starken Verm ehrung der Todesfälle in den heißen Somm erm onaten und zu einer Ver­
m inderung ihrer Zahl im W inter führte, gestaltete sich, wie aus Uebersicht 5 ersichtlich, 
während des Krieges nicht ganz so regelmäßig wie vordem, bleibt aber in seinen 
Qrundzügen dennoch sehr gut erkennbar. Wie oben im Abschnitt über die Geburten 
dargelegt, hat sich auch der jahreszeitliche Verlauf der Geburtenhäufigkeit in den 
Kriegsjahren etwas geändert. Da nun die meisten Sterbefälle von Säuglingen in die 
ersten Lebensmonate und -wochen fallen, so wird auch der Verlauf der Sterbehäufig­
keit bis zu einem gewissen Grade von dem der Geburtenhäufigkeit abhängen. Die 
angedeuteten Unregelmäßigkeiten treten besonders deutlich im letzten Kriegsjahr 1918 
hervor, in welchem der Monat August, der sonst für die Säuglinge durchw eg der 
verhängnisvollste des ganzen Jahres zu sein pflegt, absolut und relativ die geringste 
Zahl von Todesfällen aufwies, während um gekehrt der W inter 1917/18 und der W inter 
1918 eine vergleichsweise große Zahl von Säuglingen dahinrafften.
6. Die Säuglingssterblichkeit nach Todesursachen von 1913 bis 1918.
Zahl der Sterbefälle im 1. Lebensjahr
Todesursachen absolut von je 100
1913 1914 1915 1916 1917 1918 1913 1914 1915 1916 1917 1918
Angeborene Lebensschwäche . 205 190 132 94 103 105 24.9 22.6 24.0 30.7 29.0 32.9
M asern und R ö te ln ..................... 6 4 9 1 5 — 0.7 0.5 1.6 03 1.4 —
Diphtherie, Krupp, Keuchhusten 12 20 18 5 4 6 1.5 2.4 3.3 1.6 1.1 1.9
T u b e r k u lo s e ............................... 6 8 1 5 1 3 0.7 1.0 02 1.6 0.3 0 9
L u n g en en tzü n d u n g ..................... 68 80 38 23 28 46 8.3 9.5 6.9 7.5 7.9 14.4
I n f l u e n z a ..................................... 1 3 2 — — 8 0.1 0.4 0.4 — - 2.5
Krankheiten der A tm ungsorgane 30 47 36 21 18 23 3.6 5.6 6.5 6.9 5.1 7.2
Krankheiten des Nervensystems 70 84 69 40 40 30 8.5 10.0 12.5 13.0 11.3 9 4
Krankheiten der Kreislauforgane 39 27 17 16 20 5 4.7 3.2 3.1 5.2 i  5.6 1.6
M agen- und Darmkrankheiten . 267 286 154 63 93 46 325 34 0 28.0 20.5 262 14 4
A ndere benannte Todesursachen 79 68 66 31 40 33 9.6 8.1 12.0 10.1 11.3 10.4
Unbekannte Todesursachen . . 40 23 8 8 3 14 4.9 2.7 1.5 2.6 0.8 4.4
insgesamt: 823 840 550 307 355 319 100.0 100.0 100.0 100.0 100.0 100.0
ln Uebersicht 6 ist die Häufigkeit der Sterbefälle nach einigen der wichtigsten 
Todesursachen w iedergegeben. Als besonders verhängnisvoll erweisen sich bekanntlich 
für Kinder im 1. Lebensjahr angeborene Lebensschwäche sowie Magen- und Darm­
katarrhe (namentlich Brechdurchfall). Der ersteren fielen 1913: 24.9 v. H. aller
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