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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Das W asser kommt aus Tiefbrunnen in Johannisthal, von wo es nach dem Stadt­
gebiete w eitergeleitet wird. Die G esam tlänge des Neuköllner Rohrnetzes, die Zahl 
der Hausanschlüsse, die abgegebene W asserm enge sowie die Sum m e der vertraglich 
an die Stadtgem einde abzuführenden Abgabe für die Rechnungsjahre 1914 bis 1918 
sind in vorstehender Uebersicht angegeben.
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XV. Feuerlöschwesen, Straßenreinigung und 
-Besprengung, Kranken- und Leichenfuhrwesen, 
Müllbeseitigung.
A. Feuerlöschwesen.
Im Feuerlöschw esen ist während der Kriegszeit keine A enderung eingetreten. 
Die in Aussicht genom m enen N euerungen, wie z. B. der Bau der Feuerm eldeanlage, 
m ußten zurückgestellt werden. Der Leiter der Feuerw ehr und mit ihm die Hälfte 
des gesam ten Feuerw ehrkorps wurden gleich am ersten M obilmachungstage eingezogen. 
Aus M angel an geschulten Kräften w urde der Betrieb in der Feuerw ache II eingestellt. 
Die Räume dienten zur U nterbringung von Lebensrnitteln. Uebungen konnten wegen 
anderw eitiger Beschäftigung der M annschaften nicht abgehalten werden. W achen, 
Fahrzeuge und G eräte w urden infolge A usführung anderer Arbeiten stark vernach­
lässigt. N euanschaffungen von Schläuchen, Bekleidung, Ersatzteilen jeglicher Art 
fielen ziemlich aus. Die Folge war eine vollständige Abwirtschaftung des Betriebes; 
daß dieser Zustand nicht so weiter gehen konnte, machte sich fast bei jedem Brande 
bemerkbar. G eordnete Verhältnisse traten erst allmählich nach Friedensschluß ein.
Ueber die Tätigkeit der Feuerw ehr gibt folgende Tabelle Aufschluß.
Alarmie­ Böswillige Klein­ Mittel­ Groß­ Unglücks­ Andere Nach den Schorn­ Probe­
Jahr rungen und blinde Hilfe­ Nachbar­ stein-
überhaupt feuer feuer feuer fälle Alarmie­ leistungen orten brände alarm.
rungen
1914 287 8 8 37 14 24 32 80 2 10 —
1915 3 0 4 84 34 6 44 21 108 4 3 —
1916 3 8 9 72 27 9 61 27 184 4 5 —
1917 581 98 29 20 128 28 2 6 0 9 9 —
1918 4 2 4 78 20 6 137 76 8 9 10 8 —
B. Straßenreinigung und -Besprengung.
Sogleich nach der M obilmachung am 1. August 1914 wurde ein Drittel des 
Personals zum H eeresdienst eingezogen, die Hälfte des Pferdebestandes w urde für 
militärische Zwecke in Anspruch genom m en. Diese E inberufungen und Beschlag­
nahm en wurden im Laufe des Krieges fortgesetzt. Die Straßenreinigung wurde 
schließlich durch E instellung älterer Leute und auch einiger Frauen mit ungefähr 
der Hälfte des früheren Personalbestandes fortgesetzt.
Die Straßenbesprengung wurde auf das äußerste eingeschränkt, sodaß nur noch 
jede Fegerkolonne einen Sprengw agen bei den Reinigungsarbeiten erhielt und somit 
im Sommer 1918 auf das ganze Stadtgebiet 8 Sprengw agen verteilt waren. Die 
Reinigung mit Kehr- und Asphaltwaschm aschinen wurde fast ganz eingestellt, da 
namentlich Piassava für Kehrmaschinen nicht zu haben war. Als Ersatz für Piassava- 
Besen wurden Birkenreisig-, Heidekraut- und Stahldraht-Besen verwendet.
        
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