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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Die günstige Entwicklung der Qasabgabe und die fortgesetzte außerordentliche 
Zunahm e der Q asabnehm er hat die weitere Durchführung des für den Ausbau des 
Gaswerks durch die Beschlüsse der städtischen Körperschaften genehm igten Bau­
program m s erforderlich gemacht. Es wurden in den Berichtsjahren folgende Betriebs­
erw eiterungen ausgeführt:
Im Jahre 1914: 1. F ür das Projekt der Vertikalkammeröfen, System Klönne, im Ofen­
haus V w urde ein zweiter Raum kühler von der Firm a Jul. Pintsch, Berlin, mit 
den dazu gehörigen V erbindungsrohrleitungen von 700 mm 1. W. erbaut.
2. Fertigstellung und Inbetriebnahm e der bereits in Angriff genom m enen Kohlen- 
entladebrücke auf dem Kohlenplatz III jenseits der Bahn. 3. E rw eiterung der 
Ammoniakfabrik zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak. 4. Bau einer 
C yangew innungsanlage für zweimal 150 000 cbm Tagesleistung. 5. V ergrößerung 
der Reinigeranlage um 75 000 cbm Tagesleistung.
Im Jahre 1915: 1. Fortführung des begonnenen Erw eiterungsbaues der A pparatenanlage.
'  Es wurden aufgestellt: 1 Gassauger, 1 Teerwäscher, 1 Naphtalinwäscher, 2 W asser­
kühler, 1 Ammoniakkühler für eine Tagesleistung von 75 000 cbm. 2. Aus­
führung der Fundam ente für die Errichtung von 9 Vertikalkammeröfen, System 
Klönne, im Ofenhaus V sowie Vorarbeiten zur Errichtung von 2 neuen Schorn­
steinen und einer Schrägaufzuggrube für obige Anlage. 3. Um die Verladung 
des Koks auf der Bahn ermöglichen zu können, Errichtung einer Koksverlade­
brücke durch die Firm a Demag, Duisburg.
Im Jah re  1916: 1. Fertigstellung der im Bau befindlichen Vertikalkammerofenanlage 
im Ofenhaus V sowie der dazu gehörigen beiden Schornsteine. 2. Errichtung 
einer B enzolgew innungsanlage auf Anordnung und Kosten der M ilitärverwaltung.
3. Da die Koksverladeeinrichtung für Kahnversand nicht ausreichte, w urde ein 
zw eiter Koksverladeplatz mit Ladeeinrichtung am W esthafen hergestellt.
Im Jahre 1917: 1. Durch die Errichtung der Vertikalkammerofenanlage mußte auch 
für den größeren Anfall an Gasw asser die Ammoniakfabrik zur Gasw asser­
verdichtung erweitert werden. 2. Desgleichen w urden, da der Löschw asser­
verbrauch um ein bedeutendes gestiegen war, ein zweiter Rohrbrunnen mit 
100 cbm Stundenleistung erbaut und zwei elektrisch betriebene Zentrifugalpumpen 
errichtet. 3. Durch den Bau der Vertikalkammerofenanlage war die T ransport­
m öglichkeit für den Koks im Ofenhaus III nicht m ehr ausreichend und wurden 
hierfür zwei Vertikalkoksaufzüge in entsprechender W eise ausgebaut.
Im Jah re  1918: 1. Zur Beschickung der Vertikalkammeröfen im Ofenhaus V wurde 
von den neu errichteten Koksnachtbehältern ein Kokstransportband nach dem 
Ofenhaus hin errichtet. 2. Um die Betriebsleistung der Horizontalkam merofen­
anlage im Ofenhaus III zu erhöhen, w urde ein fahrbarer Kokslöschturm erbaut, 
desgleichen ein Koksbunker für Generatorkoks im O fenhaus III und ein Kübel­
aufzug zum Ofenhaus II. 3. E rrichtung eines Koksbunkers im Ofenhaus V für 
den anfallenden Generatorkoks. 4. Am Ende des Jahres w urde mit dem weiteren 
Ausbau des Vertikalkammerofenprojekts begonnen, und zwar mit der Errichtung 
von 5 Vertikalkammeröfen und eines 40 m hohen Schornsteines in Erw eiterung 
der im Ofenhaus V bereits bestehenden Oefen. Außerdem w urde mit dem 
Abbruch der Schrägretortenöfen im Ofenhaus IV begonnen als Vorarbeit für die 
im nächsten Jahre zur A usführung geplante E rrichtung von 9 Vertikalkammeröfen.
R o h rn e tz .  Die S teigerung des Konsums, die fortschreitende Bebauung, der 
Anschluß alter Grundstücke, die U ebernahm e der G asversorgung der Gemeinde Britz, 
die E inrichtung von Volksküchen mit Gasfeuerung und der der Ansiedlung voran­
gehende Straßenneubau erforderten eine Erw eiterung des Rohrnetzes an Zuleitungen 
und V ersorgungsleitungen in Länge und Querschnitt.
Die Anzahl der Zuleitungen zu Gebäuden betrug am Ende des Betriebsjahres 1913: 
— 3369, 1914: =  3403 (-+34), 1915: = 3420 (+  17)^1916: =  3435 (+  15), 1917: = 3 4 5 5  
(-+ 20) und 1918: =  3462 (+ 7), wobei zu bem erken ist, daß in großer Zahl Ver­
stärkungen der vorhandenen Leitungen von 40 mm 0 auf 50 mm 0 und darüber stattfanden.
        
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