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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  386  —
S c h w e i n e  f l e i s c h -  D a u e r -  u n d  W u r s t w a r e n .  Für  die Schweinefleisch-Dauer- und 
Wurstwaren sind 1915 und 1916 verschiedentlich Verordnungen und Bekanntmachungen über die dafür 
geltenden Höchstpreise erlassen worden. U. a. betrug hiernach der höchste Preis fü r die am besten 
bewertete Sorte, und zwar Lachsschinken aus Karbonade, im  Aufschnitt 4 M. je 500 g. Für die billigste 
Specksorte wurden 2.40 M. und für die billigste Schinkensorte 2.60 M. je 500 g festgesetzt. Der höchste 
Preis für die beste Rohwurstsorte betrug 3.40 M. fü r je 500 g, während der niedrigste Preis fü r die 
billigste Wurstart 2.40 M. für je 500 g betrug. Im Jahre 1916 wurde die Herstellung von Rohwurst 
verboten, so daß diese A rt gänzlich aus dem Handel verschwand. Für die Preisregulierung kamen 
von jener Zeit nur noch Brüh-, Brat- und Kochwurstarten in Frage. Während 1915 noch sehr viel 
derartiger Wurstsorten gehandelt wurden, waren die einzelnen Sorten von März 1917 ab beträchtlich 
eingeschränkt worden; von Mai 1918 ab durften nur noch Brüh- und Bratwurst und außerdem B lut­
end Leberwurst ohne Semmelzusatz gehandelt werden. Die Preise h ierfür bewegten sich von 1.50 M. 
bez.w, 1.60 M. bezw. 1.40 M. bezw. 2 M. bis auf 2.50 M. fü r je 500 g jeder dieser Sorten.
S t a l l h ö c h s t p r e i s e .  S c h a f e .  Die Höchstpreise für Hammel der besten Klasse betrugen im 
August 1918 100 M. und fü r die der minderwertigsten Klasse 50 M. für je 50 kg Lebendgewicht.
L e b  e n d  ü b e r g a b e p r e i s e  f ü r  S c h a f e  n a c h  B e r l i n e r  R a m p e n g e w i c h t .  M a r k t -  
u n d  H ö c h s t p r e i s e .  Im Ju li 1916 wurde die beste Klasse m it 150 M. und die minderwertigste 
Klasse mit 85 M. je 50 kg bewertet. Diese Preise waren auch bis zur zweiten Hälfte des Jahres 1917 
maßgebend ; im  November 1917 erfühlen sie eine Senkung um 26 M. bezw. 15 M. fü r je 50 leg Lebend­
gewicht. Im September 1918 war wieder eine geringe Steigerung bei den ersten Klassen zu verzeichnen. 
Die beiden mittelsten Klassen wurden bei der damaligen Preisregelung zusammengefaßt; durch­
schnittlich erfuhren sie eine Preissenkung. Der Preis für die minderwertigste Klasse blieb bestehen.
G r o ß h a n d e l s p r e i s e .  ( R i c h t p r e i s e . )  Sc h a f e .  Die geschlachteten Tiere wurden 1916 in 
zwei Klassen gehandelt, und zwar Klasse 1 m it 250 M. und Klasse 11 m it 196 M. je 50 kg Schlacht­
gewicht. Im A pril 1918 wurden Durchschnittspreise für die T ieie ohne Unterschied angeordnet. Diese 
Preise stellten sich ab 3. Oktober 1918 auf 270 M. je 50 kg Schlachtgewicht.
K l e i n h a n d e l s p r e i s e .  ( H ö c h s t p r e i s e . )  H a m m e l f l e i s c h .  Nach den seinerzeit erlassenen 
Verordnungen kostete das beste Hammelfleisch von guten Tieren im Mai 1916 3.20 M. fü r je 500 g ; 
Suppenfleisch von m inderwertigen Tieren kostete damals 1.90 M. für je 500 g. Später wurde auch 
hier von der E inte ilung der Tiere in verschiedene Klassen abgesehen. Das Fleisch wurde ohne 
Klassenunterschied gehandelt. Ab 27. September 1918 kostete Keule, Rücken und dicke Rippe 3.40 M., 
Dünnung, Hals und Vorderbein 2.60 M. je 500 g.
A u s l a n d s r i n d e r .  U e b e r n a h m e p r e i s e .  Ab Juli 1916 gelangten bis Anfang 1917 
dänische Rinder zur Anlieferung. Der Uebernahmepreis hierfür betrug 162 M. fü r je 50 kg  Lebend­
gewicht. D ie  G r o ß h a n d e l s -  u n d  K l e i n h a n d e l s p r e i s e  für das Fleisch, das von diesen 
Rindern stammte, sind aus den bereits angeführten Preisen ersichtlich.
Die Anführung der Preise für den K r a m  d e r  e i n z e l n e n  S c h l a c h t t i e r e  ist nicht von 
Belang, da die Kramteile während der Zwangsbewirtschaftung nur vorübergehend im  freien Handel 
zu erwerben waten. M it Rücksicht hierauf finden sie keine besondere Erwähnung.
W i l d .  U e b e r g a b e p r e i s e .  Für die Regelung der Wildübergabepreise war die jeweilige 
Jahreszeit maßgebend. Reh-, Rot- und Damwild m it Decke wurde bis zu 1.67 M. für je 600 g gehandelt. 
Dieser Preis wurde auch fü r Wildschweine m it Schwarte erzielt. Hasen kosteten m it Balg je Stück 
bis zu 8.85 M., Kaninchen m it Balg bis zu 3.12 M. und Fasanen bis zu 6.86 M. je Stück.
W i l d .  G r o ß h a n d e l s p r e i s e .  Die W ild - Großhandelspreise wurden durch die Bekannt­
machungen des Stellvertreters des Reichskanzlers, des Reichskanzlers und des Präsidenten des Kriegs­
ernährungsamtes und durch die auf Grund der Ausführungsanweisungen von dem hiesigen Magistrat 
erlassenen Verordnungen geregelt. U. a. wurden für Rehwild m it Decke im Dezember 1915 0.70 M. 
für je 500 g und für wilde Kaninchen m it Balg 1 M. je Stück als Höchstpreise festgesetzt. Nach einer 
Preisaufstellung der Wild verteilungsstelle Groß-Berlin haben die Großhandelspreise u. a. im August 1918 
für Rehwild m it Decke für je 500 g 1.70 M. und für wilde Kaninchen 3.15 M. je Stück betragen.
D ie  K l e i n h a n d e l s  H ö c h s t p r e i s e  f ü r  W i l d  zeigen durchweg eine Steigerung. U. a. 
kostete Rücken (Filet) und Kerrie von Rehwild im Dezember 1915 1.80 M., im Oktober 1916 2.75 M. 
je 500 g. Die letzte Höchstpreisfestsetzung fü r Hasen und wilde Kaninchen je Stück erfolgte im 
Oktober 1916. U. a.-kosteten die ersteren m it Balg 6.50 M. und die letzteren m it Balg 1.95 M. je Stück, 
Später wurden bei der Preisregelung nur noch die Teile dieser Tiere berücksichtigt. Ein Hasenrücken 
kostete im Oktober 1918 nach einer Bekanntmachung des hiesigen Magistrats 5 M. Diese Angabe 
allein genügt, um die veränderte Marktlage zu kennzeichnen.
Auch für G ä n s e  wurden Höchstpreise durch Verordnungen der Reichsbehörden bekanntgegeben. 
Je nach der Jahreszeit betrug der S t a l l h ö c h s t p r e i s  12 bis 19 M., beim Weiterverkauf einschließlich 
der Beförderungskosten und Spesen 15 bis 22 M. je Stück. U. a. betrug der Kleinhandelspreis beim 
Verkauf durch den Händler für geschlachtete Gänse, ungeöffnet, gerupft und ohne Schwanzfedern, im 
Jahre 1917 4.25 M. und im Jahre 1918 4.50 M. fü r je 500 g. Die K l e i n h a n d e l s p r e i s e  f ü r  
G ä n s e f l e i s c h  i n  T e i l e n  wurden durch besondere Verordnungen des hiesigen Magistrats vom 
6. Oktober U M 7 und 9. Dezember 1918 und durch Verordnung des Magistrats der Stadt Berlin vom 
28. Januar 1919 geregelt. Ebenso die Kleinhandelspreise der aus Gänsefleisch hergestellten Erzeugnisse.
Durch besondere Regelung wurde ferner erfaßt: E r s a t z  w u r s t ,  und zwar wurden Großhandels­
und Kleinhandelshöchstpreise festgesetzt.
        
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