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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

-  373 —
grüne Bohnen . . 0.43 M. bis 0.80 M. je Pfund
Möhren . . . . 0.12 „ „ 0.34 „  „ 9
Spar gel . . . . . . 0.50 „ ,, 0.77 „  „ „
Weißkohl . . , . . 0.12 ,, „ 0.40 „  „
R o tkoh l. . . . 0.17 ,, „ 0.55 „  „ „
W irsingkohl . . . . 0.17 „ „ 0.40 „  .. „
Höchstpreise für Gemüse und Obst gab es im Jahre 1917 noch nicht.
Für das Jahr 1918 wurden 45 Frühgemüseverträge über 515 715 ha und 
49 Herbstgemüseverträge über 915 720 ha getätigt. Schätzungsweise hätten die ab­
geschlossenen Flächen einen Ertrag von etwa 149 733 Zentner Früh- und etwa 
410 248 Zentner Herbstgemüse ergeben müssen. Geliefert wurden insgesamt 
655 952.81 Zentner Gemüse, davon 126378.25 Zentner Frühgemüse (Mohrrüben, 
Schoten, Kohlrabi, Frühweißkohl, Spargel und grüne Bohnen) und 529574.56 Zentner 
Herbstgemüse (Weiß-, Rot-, W irsing-, Grünkohl, Mohrrüben und Kohlrüben).
Die Kleinhandelshöchstpreise schwankten im Jahre 1918 für
Spargel . zwischen 1.00 M. und 1.40 M. je Pfund
Spinat . . ,, 0.35 „  », 0.57 ,, ,, „
Schoten . . ,, 0.52 », », 0.75 ,, ,, ,,
Grüne Bohnen ,, 0.20 f f  ,, 0.55 ,, ,, 11
Kohlrabi 0.09 ,, t f  0.65 ,, ,, 11
Zwiebeln . . , 0.28 f f  f t  0.60 ,, ,, 11
Möhren . . . ,, 0.15 t i  t t  0 65 ,, >, „
Weißkohl . . ,, 0.12 f t  t t  0.45 ,, ,, „
Rotkohl . . »» 0.17 t t  t t  0u ,^4Su t i  t i „
W irsingkohl 11 0.16 i i  i i  0.45 ,, ,, ,,
Kohlrüben . . 11 0.07 0.10 „  „
Um die Bevölkerung in den gemüsearmen Wintermonaten m it Gemüse zu 
versorgen sowie mit Rücksicht darauf, daß zeitweise das frische Gemüse nicht absetz­
bar war, wurde ein Teil des Frischgemüses zu Sauerkraut und Dörrgemiise oder 
auch zu Konserven verarbeitet. Gemüsekonserven erhielten w ir auch von der Pots­
damer Bezirkseinkaufsgesellschaft zugewiesen. Ebenso hatten w ir noch m it einer 
Gemüsekonservenfabrik einen Vertrag auf Lieferung von Konserven getätigt. Ein 
kleinerer Teil hiervon wurde in den städtischen Verkaufsstellen und bei hiesigen 
Kolonialwarenhändlern gegen Marken verausgabt, während der größere Teil noch als 
Reserve zurückbehalten ist.
Das uns von der Staatlichen Verteilungsstelle für Groß-Berlin überwiesene 
Auslandsgemüse und Obst wurde durch einen besonderen Großverteiler verteilt und 
von Kleinhändlern, welche nur m it ausländischem Gemüse handeln durften, an die 
Bevölkerung abgegeben.
f) K o lon ia lw aren  Versorgung.
1. N ä h r-  und  B ro ta u f st r ie h  m it te l.  Die im Februar 1915 eingeführte Zwangs­
bewirtschaftung des Brotgetreides machte es erforderlich, auch die aus dem Brot­
getreide hergestellten Fabrikate (Nährmittel) dem Handel zum freien Verkauf zu ent­
ziehen und auch diese Waren gleichmäßig auf die Bevölkerung unter Kontrolle der 
Gemeinden zur Verteilung zu bringen. Während zunächst erstmalig im N o v e m b e r 1915 
den Kommunalverbänden Re is  und H ü l s e n f r ü c h t e  zugeteilt wurden, wurde die 
Zwangsbewirtschaftung vom Januar 1916 ab auf sämtliche Nähr- und Brotaufstrich­
mittel ausgedehnt. Die Erfassung der einzelnen Warenarten erfolgte nach und nach, 
so daß erst M itte 1917 Nährmittel und Brotaufstrichmittel fast restlos der Rationierung 
unterworfen waren.
Die Verteilung auf die Kommunalverbände wurde anfangs durch den Regierungs­
präsidenten vorgenommen, welcher sich vom Oktober 1916 ab der Potsdamer Bezirks- 
Einkaufsgesellschaft zur Erledigung der kaufmännischen Aufgaben bediente. Im 
Juli 1917 wurde für Groß-Berlin als Zuteilungsstelle die Staatliche Verteilungsstelle 
für Groß-Berlin geschaffen, die die Aufgabe übernahm, die von den Oberverteilungs-
        
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