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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  366 —
Mit der  Ausgabe der Kartoffeln an die Kleinhändler beauftragten wir am 
14. April 1916 die Kartoffelgroßhändler Paul Karras, A rthur W ischnewsky, H erm ann 
W egener und Wilhelm Buchholz. F ü r  ihre Tätigkeit erhielten dieselben lediglich 
einen bestimmten Fuhrlohn.
Von den uns für das E rntejahr 1916/1917 überwiesenen 796650 Zentner Kartoffeln 
wurden uns unmittelbar nach der Kartoffelernte derart g roße  M engen  angeliefert, daß 
ein g roßer  Teil auf Lager genom m en werden mußte. Wir nahm en  dabei den der 
Stadt gehörigen  Platz am Gleisdreieck Kaiser-Friedrich-Straße 123 in Anspruch und 
mieteten dazu den daneben liegenden Streifen am Kanal gegen  eine jährliche Miete 
von 2000 M.
Im Jah re  1916 erzielten wir aus dem Verkauf der Kartoffeln eine E innahm e von 
4 507 721.79 M . während  für die Beschaffung der Kartoffeln 5 002 209.45 M. aufgew andt 
werden mußten.
F ü r  die Zeit vom 1. April bis 12. Juli 1917 erhielten wir von der Reichs­
kartoffelstelle 301 513 Zentner Kartoffeln aus folgenden Kreisen überw iesen: Prenzlau, 
Beeskow-Storkow, Königsberg Nrn., Arnswalde, Soldin, Guben, A ngerm ünde  und 
Lebus. Aber auch diese M enge w urde nicht vollständig geliefert.
Um die Bevölkerung  möglichst ausreichend mit Kartoffeln für den W inter zu 
versehen und um die L agerung  zu g roßer M engen an einer Stelle möglichst zu ver­
hindern, erließ der Magistrat im O ktober 1917 eine B ekanntm achung, auf Grund deren 
sich die Bevölkerung mit Winterkartoffeln aus  den Beständen des M agistrats e indecken 
sollte. Es w urden  dann auch insgesam t von der Bevölkerung 144 578 Zentner unter 
Z ugrundelegung  eines Satzes von 1 Zentner Kartoffeln je Kopf gefordert.
Die Rationen betrugen je Kopf 
vom 2. bis 15. April 1917 . . .  5 Pfd. Kartoffeln und 2 Pfd. Kohlrüben wöchentlich
„ 16. April bis 17. Juni 1917 . 5 „ .
„ 18. Ju n i  bis 1. Juli 1917 . . 2 „ und 300 g  Gebäck
„ 2. bis 8. Juli 1917 . . . .  1 „ .. 400 g
,  9. bis 15. Juli 1917 „ 800 g
„ 16. bis 22. Juli 1917 . . . 1 „ 800 g i i
„ 23. bis 29. Juli 1917 . . .  2 „ „ 600 g >»
„ 30. Juli bis 5. A ugust 1917 . 3 „ .. 400 g N
„ 6. bis 12. A ugust 1917 . . 5 „
„ 13. bis 19. A ugust 1917 . . 2 „ .. 400 g „
„ 20. bis 26. A ugust 1917 . . 6 „
,  27. A ugust bis 2. Sept. 1917 . 5 „
„ 3. bis 9. Septem ber 1917 . . 5 „
„ 10. Sept. 1917 bis 16. Ju n i  1918 7 „
6. Oktober 1917 einmalige A usgabe einer Kartoffelration von 14 Pfd. je Kopf der 
B evölkerung neben der W ochenration.
Die Kleinhandelspreise betrugen je Pfund:
ab 1. Mai 1917 . . . 6 ’1* Pf.
„ 5. Juli 1917 . . .  15 „  (Frühkartoffeln)
„ 27. A ugust 1917 . . 12
„ 17. Sep tem ber 1917 . 1 0  . „
„ 15. O ktober 1917 . . 9
„ 4. März 1918 . . .  10
Die E innahm e im Jah re  1917 betrug 8054907.33 M., die A usgabe  7834437.59 M.
Von den G roßhändlern  schieden aus: W ischnewsky und Karras, w ährend  die 
Kartoffelgroßhändler Albrecht, M eyer und Faustm ann  als Verteiler der Kartoffeln neu 
hinzutraten.
F ü r  das Ernte jahr 1918/19 erhielt der  M agistrat Neukölln seitens der Reichs­
kartoffelstelle 159 836 Zentner Frühkartoffeln und 903 887 Zentner Spätkartoffeln zu ­
gewiesen. Die Kartoffeln, die ebenfalls nicht im vollen Umfange eingingen, erhielten 
wir von den Provinzialkartoffelstellen Potsdam, Königsberg, Danzig, Stettin und Posen.
        
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