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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  Ä 2§  —
Der Staatskom missar für die Demobilmachung hob deshalb die Verordnung des Ober­
kommandos in den Marken unter dem 5. 12. 1918 auf. Die Sparkassenbücher wurden 
danach den Berechtigten zur freien Verfügung ausgehändigt.
3. O r t s a u s s c h u ß  f ü r  J u g e n d p f l e g e  N e u k ö l l n .
Der Ortsausschuß für Jugendpflege Neukölln hat den Zweck, die körperliche, 
geistige und sittliche Entwicklung der heranwachsenden männlichen und weiblichen 
Jugend in Neukölln zu fördern und allen dahinzielenden Bestrebungen als Mittelpunkt 
zu dienen. M itglieder des Ortsausschusses können werden alle Vereine Neuköllns, 
die aus Jugendlichen bestehen oder Jugendabteilungen besitzen und die angegebenen 
Bestrebungen als Hauptzweck verfolgen.
Am Schlüsse des Jahres 1918 waren dem Ortsausschuß für Jugendpflege 
Neukölln insgesam t 51 Vereine angeschlossen und zwar 19 Turn- und Sportvereine, 
9 Jugendvereine im Anschluß an Schulen, 13 kirchliche Vereine und 10 Vereine 
verschiedenen Charakters. Die Qesamt-Mitgliederzahl dieser Vereine an jugendlichen 
Mitgliedern zwischen 14 und 20 Jahren betrug 4282.
Die Verwaltung des O rtsausschusses für Jugendpflege Neukölln lag in den 
Händen eines Vorstandes, der sich zusammensetzte aus zwei Vertretern der städtischen 
Körperschaften, dem Kreisjugendpfleger und zwölf von der Hauptversammlung zu 
wählenden Mitgliedern des Ortsausschusses für Jugendpflege. Die Hauptversammlung 
fand alljährlich im Monat März statt. Daneben wurden allmonatlich Sitzungen des 
Arbeitsausschusses abgehalten, der sich aus den Vertretern sämtlicher dem Orts­
ausschuß angeschlossener Vereine, insbesondere den Jugendleitern zusammensetzte. 
Der Arbeitsausschuß bildete den Mittelpunkt der gesamten Jugendpflegearbeit inner­
halb des Ortsausschusses für Jugendpflege. Er hatte die Aufgabe, dem Vorstande 
bei der Durchführung seiner Maßnahmen vorzuarbeiten und die Beschlüsse des Vor­
standes, soweit sie sich auf Veranstaltungen bezogen, auszuführen. Zur Erledigung 
besonderer Arbeiten waren fünf Unterausschüsse eingesetzt worden, und zwar: Unter­
ausschuß für Leibespflege, für Qeistespflege, für Zimmerspiele, für festliche Ver­
anstaltungen und für Jugendheim e.
Zur Durchführung seiner Aufgaben wurden vom Ortsausschuß für Jugendpflege 
allgemeine Veranstaltungen in die W ege geleitet, die unserer Jugend in körperlicher 
und geistiger Hinsicht großen Nutzen brachten, ein harmonisches Zusammenarbeiten 
der Vereine förderten, anregend auf die Vereine wirkten und den kleineren Vereinen 
, Gelegenheit gaben, ihre M itglieder an Veranstaltungen teilnehmen zu lassen, die sie 
selbst nicht in die W ege leiten konnten. Diese gemeinsamen Veranstaltungen dienten 
der Förderung der Leibespflege ebensowohl wie auch der Geistespflege Es fanden 
alljährlich statt:
a) zur Förderung der Leibespflege: Jugendw etturnen, Jugendwettschwimm en, Wald­
läufe, Faustballwettkämpfe, leichtathletische Jugendwettkämpfe, W anderungen,
b) zur Förderung der Geistespflege: regelmäßige Führungen und Besichtigungen 
in Museen, Ausstellungen und gewerblichen Betrieben, Vorträge aus allen 
W issensgebieten, gemeinsame Theaterbesuche, Veranstaltung von Zimmer­
wettspielen (Schach, Halma, Dame, Mühle).
An gemeinsamen Einrichtungen wurden vom Ortsausschuß für Jugendpflege 
unterhalten:
1. Zwei Jugendheim e, von denen das eine in der Nogatstr. 53 gelegene für 
die männliche Jugend, das andere in der M ünchener Str. 52 gelegene für die weib­
liche Jugend bestimmt ist. Die Jugendheim e werden den Vereinen für ihre Jugend­
abende zur Verfügung gestellt. Es sind durchschnittlich in jedem Heim an jedem 
Abend zwei Vereine untergebracht. Die Jugendheim e sind dadurch sehr überlastet, 
genügen aber trotzdem bei weitem noch nicht den Anforderungen, die in dieser 
Hinsicht an den Ortsausschuß gestellt werden.
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