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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  327  —
Pflegegelder für Kinder 
in hiesigen in auswärtigen über­Rechnungs­
jahr Pflegestellen
haupt
Betrag Betrag Betrag
Zahl M. Zahl M. M.
r
1914 4 880 61 361 427 12 019 73 380
1915 4 302 52 877 468 10 982 63 859
1916 3 364 43 312 419 10 624 53 936
1917 2 676 36 057 358 9 688 45 745
1918 2 506 40 680 336 13 441 54 121
W egen weiterer Einzelheiten vergleiche man die Halbjahresberichte des Statistischen 
Amtes.
D. Jugendfürsorge.
1. G e n e r a l -  u n d  B e r u f s v o r m u n d s c h a f t
G e n e ra l-V o rm u n d s c h a f t .  Der Bestand der unter General-Vormundschaft 
stehenden M inderjährigen hat sich während der Kriegszeit wenig geändert, weil in 
dieser Zeit in den meisten Fällen die Kriegsfürsorge anstelle der W aisenpflege für 
die hilfsbedürftigen Kinder eintrat.
B e r u f s v o rm u n d s c h a f t .  In der Berichtszeit konnte wegen Einberufung eines 
großen Teils der Beamten an den Ausbau der Berufsvormundschaft nicht gedacht 
werden. Ende 1918 wurden 357 Vormundschaften und Pflegschaften geführt. Seit 
der letzten Berichterstattung sind nur 54 neue Fälle hinzugekommen.
An Unterhaltungsgeldern gingen ein: 1914: 12 617.64 M., 1915: 16 230.98 M., 
1916: 16947.94 M., 1917 : 28011.90 M. und 1918: 47 328.78 M. Hierin sind die 
Hinterbliebenen-Renten und zum Teil Kriegsunterstützungen der Mündel enthalten. 
Im übrigen handelt es sich in dem weitaus größten Teil um freiwillige Zahlungen 
der Unterhaltungspflichtigen. Zwangsvollstreckungen waren verhältnismäßig wenig 
erforderlich, . _______
2. S p a r z w a n g  f ü r  J u g e n d l i c h e .
Infolge der mit der Dauer des Krieges immer m ehr zunehmenden Einberufung 
von Arbeitskräften zum Heeresdienst war die Industrie in steigendem Maße gezwungen, 
auf jugendliche Personen zurückzugreifen, denen bald für die damaligen Verhältnisse 
außergewöhnlich hohe Verdienstmöglichkeiten sich boten. Eine wachsende sittliche 
Verwilderung dieser jungen Leute war die Folge. In leichtsinniger Gesellschaft 
wurde das verdiente Geld ausgegebeh und ein großer Teil der Jugendlichen verlor 
jeden sittlichen Halt, zumal vielfach die elterliche Aufsicht/vfehlte, da der Vater ein­
gezogen und die M utter ebenfalls erwerbstätig war.
Um diesen Zustand zu beseitigen oder nach Möglichkeit abzuschwächen, erließ 
der O berbefehlshaber in den Marken unter dem 18. März 1916 eine Verordnung, daß 
an jugendliche Personen beiderlei Geschlechts bis zum vollendeten 18. Lebensjahre 
von ihrem Arbeitslohn für jede Woche nicht m ehr als 18 M.. und außerdem ein Drittel 
des 18 M. übersteigenden Betrages ausgezahlt werden sollten. Der zurückbehaltene 
Teil des baren Arbeitsverdienstes sollte vom Arbeitgeber binnen fünf Tagen nach 
jedejn Löhnungsabschnitt bei einer öffentlichen Sparkasse auf den Namen des Jugend­
lichen auf ein Sparkassenbuch mit der Maßgabe eingezahlt werden, daß über das 
Guthaben während der Dauer des Krieges nur mit Zustimmung des Gemeinde-
        
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