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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Der Verkehr beim städtischen Arbeitsnachweis 1914—1918.
Rech­ Arbeitsuchende Offene Stellen Besetzte Stellen
nungs­ männl. weibl. über­ männl. weibl. über­ männl. weibl. über­
jahr Abtlg. Abtlg. haupt Abtlg. Abtlg. haupt Abtlg. Abtlg. haupt
1914 17 989 17 080 35 069 13 802 10 903 24 705 10 997 9 120 20 117
1915 6 614 15 093 21 707 8612 11 603 20 215 6 207 9 753 15 960
1916 4 498 17 092 21 590 6 168 17 638 23 806 4 568 14 773 19 341
1917 3618 12 697 16315 4 079 16 095 20 174 2 826 13 073 15 899
1918 23 608 28 822 52 430 6213 17 171 23 384 4 782 13 306 18 088
5 E r w e r b s l o s e n f ü r s o r g e ,  
a) V o rb e re i te n d e  M a ß n a h m e n .
Die F rage der fortlaufenden Unterstützung in Fällen der Arbeitslosigkeit durch 
Einführung einer kommunalen Arbeitslosenfürsorge wurde, nachdem noch im F rüh­
jahr 1914 die Einführung einer Arbeitslosenversicherung allein für den Bezirk unserer 
Stadt deswegen abgelehnt werden mußte, weil eine solche nur für einen Teilausschnitt 
eines durchaus einheitlichen W irtschaftsgebietes wie Groß-Berlin unzweckmäßig, ja 
unmöglich war, erneut im Frühjahr 1915 aufgenommen. Der in der Stadtverordneten­
versam mlung vom 18. Mai 1915 gestellte Antrag auf Zahlung von Arbeitslosenunter­
stützung durch die Stadt unter bestimmter M itwirkung der gewerkschaftlichen Zentralen 
Groß-Berlins — Zuschußsystem: in der Regel 50 Proz. des Satzes der Organisation, 
sonst Normalsatz der Stadt von 6 M. für einen Mann und 5 M. für eine Frau wöchentlich — 
wurde zunächst der bestehenden Kommission zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit 
überwiesen. Das von einigen größeren, in unserer unmittelbaren Nähe gelegenen 
Orten eingeholte Material zeigte, daß die seinerzeit eingeführten Systeme fast durch­
weg große Verschiedenheiten aufwiesen. Da die hiesige Kriegswohlfahrtspflege .den 
Anforderungen zur Beseitigung der finanziellen Nöte auch arbeitsloser Personen gerecht 
werden konnte, wurde im Juni 1915 von einer A enderung des Unterstützungsverfahrens 
Abstand genom m en. Gleichzeitig wurde jedoch im Interesse einer für Groß-Berlin 
notwendigen Einheitlichkeit, welche allein die infolge unterschiedlicher Behandlung 
vielfachen finanziellen Härten beseitigen konnte, beschlossen, noch einmal den im 
Jahre 1913 an den Verband Groß-Berlin gestellten Antrag auf Einführung einer das 
Verbandsgebiet umfassenden Arbeitslosenversicherung zu beraten.
Auf Grund eines in einer weiteren Sitzung der Kommission zur Bekämpfung der 
Arbeitslosigkeit vom Juli 1915 zustande gekommenen Beschlusses wurde nach Zu­
stim m ung des M agistrats sogleich an die Stadtgem einde Berlin mit der Anfrage heran­
getreten, ob sie bereit sei, die Einführung einer Arbeitslosenversicherungseinrichtung 
für das Groß-Berliner W irtschaftsgebiet oder Hauptteile desselben (größere Gemeinden 
Groß-Berlins) einer erneuten Prüfung, etwa unter Zugrundelegung der im Neuköllner 
Antrage vom 14. Juni 1913 gem achten konkreten Vorschläge, zu unterziehen. Im 
Septem ber 1915 erklärte die Hauptstadt ihre Bereitwilligkeit zur Förderung der An­
gelegenheit und stellte auch in Aussicht, zu einer Konferenz in Gemeinschaft mit den 
Vorständen der Nachbarorte einzuladen. Jedoch konnte nach mehrfachen Erinnerungen 
erst am 3. Februar 1917 in Berlin gelegentlich der Beratung über Vereinheitlichung 
der Arbeitsvermittlung für gelernte Arbeiter beiderlei Geschlechts eine Besprechung 
der schwebenden Frage stattfinden. In dieser, auch von den größeren Vororten 
Berlins beschickten Versammlung erklärte der Vertreter der H auptstadt im w esent­
lichen, daß es doch Sache des Reiches bleiben müsse, eine solche Versicherung ein-
        
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