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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Versicherung. Außerdem waren 34 Kriegsgefangene bei der Müllabfuhr eingestellt. 
Auf die Gesamtzahl der Arbeiter entfielen 13 Unfälle. F ür drei Personen wurden 
Renten neu festgestellt, die einschließlich der Renten aus dem Vorjahre 3 555.46 M. 
Kosten verursachten. Im Jahre 1918 stieg die Zahl der Arbeiter auf 613; die Zahl 
der Kriegsgefangenen änderte sich nicht. Gemeldet wurden von den Betrieben 
22 Unfälle, von denen 3 entschädigt werden müssen. Die Gesamtkosten beliefen sich 
auf 3231.34 M. Die Eigenversicherung erstreckte sich am Schlüsse des Jahres 1918 
auf folgende Betriebe: Hochbauamt, Tiefbauamt, G rundeigentum s-Büro, Straßen­
reinigung, Feuerwehr, Müllabfuhr, Automobil-Fuhrpark, Verkehrsbauamt.
4. A r b e i t s n a c h w e i s .
Die Gesamtvermittlungsergebnisse von angebotenen und besetzten Stellen wurden 
in den Berichtsjahren 1914 und 1915 durch den Ausbruch des Krieges erheblich 
beeinflußt. Die Zahl der Arbeitsuchenden stieg in der männlichen sowie in der weib­
lichen Abteilung des Arbeitsnachweises in den ersten 6 Kriegsmonaten weit um das 
Doppelte der Durchschnittszahl der Vorjahre, ln der männlichen Abteilung verringerte 
sich alsdann vom April 1915 die Zahl der erwachsenen Arbeitsuchenden infolge der 
Einziehungen zum Heeresdienst von Monat zu Monat, so daß am Schluß des Berichts­
jahres nur noch Gelegenheits- und ältere Arbeiter über 45 Jahre vorhanden waren.
Der dem städt. Arbeitsnachweis angegliederte Facharbeitsnachweis für Steinsetzer, 
Rammer und Steinhauer wurde infolge der fortlaufend sehr geringen Inanspruchnahme 
aufgelöst, Erwerbslose dieser Berufszweige wurden zur Kontrolle bezw. Vermittlung 
dem Berliner Facharbeitsnachweis überwiesen.
Im weiblichen Arbeitsnachweis w urde vom 1. Juli 1914 ab für Vermittlung von 
Dienstboten eine Verm ittlungsgebühr von 3. M. erhoben.
Eine Beeinflussung der Vermittlungsergebnisse durch den Krieg machte sich in 
gleicher Weise auch im Berichtsjahr 1916 bemerkbar. In der männlichen Abteilung 
blieben die monatlichen Durchschnittszahlen der ungelernten und jugendlichen Arbeit­
suchenden auf gleicher Höhe, während Handwerker nur noch vereinzelt vorhanden 
waren. Vermittelt wurden Handwerker nur noch 10, jugendliche ca. 100 und ungelernte 
Arbeiter ca. 300 im Monat.
In der weiblichen Abteilung blieb die Zahl der Arbeitsuchenden im Vergleich zum 
Vorjahre ungefähr dieselbe. Die vermittelten Stellen erhöhten sich durch reichliche 
Kriegsarbeit jährlich ganz erheblich, während indessen weniger Dienstboten vermittelt 
wurden.
Im Berichtsjahr 1917 verringerte sich in der männlichen Abteilung die Anzahl 
der erwachsenen Arbeitsuchenden infolge weiterer Einziehungen zum Heeresdienst 
und Vaterländischen Hilfsdienst immer mehr. Arbeitslose Handwerker waren nur noch 
vereinzelt, ungelernte und jugendliche Arbeiter ca. 150 im Monat vorhanden. Dem An­
gebot der Arbeitsuchenden entsprach die Vermittlung. Es wurde nur noch eine geringe 
Anzahl fester Stellen durch jugendliche und erwachsene Arbeiter besetzt, selbst Nach­
frage nach Aushilfskräften konnte nicht völlig gedeckt werden.
In der weiblichen Abteilung des Arbeitsnachweises, bei Dienstboten sowie bei 
gewerblichen Arbeiterinnen ging die Zahl der Arbeitsuchenden im Vergleich zum Vor­
jahre um fast 1/s zurück. Das Angebot für Hausarbeit blieb auf gleicher Höhe. 
Kriegsarbeit war auch weiterhin reichlich vorhanden, desgleichen Aufwartestellen, 
während Angebot und Besetzung von Fabrikarbeit sich auf gleicher Höhe hielt. Dienst­
m ädchen wurden im Jahre ungefähr 100 w eniger vermittelt.
Die der Zentrale für Lehrstellenvermittlung in Groß-Berlin abzuführende Beihilfe 
beträgt ab 1.4. 1917 jährlich 400.— M.
Die Gesamtvermittlungsergebnisse im Berichtsjahr 1918 hielten sich bis zum 26. 11., 
dem Zeitpunkte der Einführung der Erwerbslosenfürsorge, ungefähr auf gleicher Höhe 
wie im Vorjahr. Die Vermittlung entsprach dem schwachen Angebot der Arbeit­
suchenden. Offene Stellen waren m ehr vorhanden als Arbeitslose vorhanden waren.
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